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Full text of "Handreichung zum Heidelberger Katechismus für Prediger, Lehrer und Gemeindeglieder"

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Handreichung 



Heidelberger 
Katechismus 



Otto Thelemann 



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tum 



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"ir. /r. / 



Sinn 



$cebiger^ Setter un^ (SemeinbegUe^er. 



^1 



tatto f ^Immti, V. D. M. 

SoTfiflAclatctt Im ftct««!». 



Zweite, burcigifelmc nnb eruieitcrte «nfltfie. 



Hcimold 1892. 



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üortoort }m erjleu i^luflase« 



Saffct im« bfr Qtt^i^t lu^tra^tcn m 
SIcfic unb mahlen in oUen Stüden an 

betn, ber ba« .^aupt ift, »Cl>rt(>u0, qu« 
welchem ber ponu* .iiufammenfiefünt 
unb ein ®lieb am anbern ^an^et burc^ aUc 
Oflciifc» baMb «In* bcm onbeni ^oab« 
rei^ttiifl ^ut nod) bem ffletf eme« jeg* 
Udben ©üebed in feinem 3RaBe, unb machet, 
bofe bet 2etb mdrfiiot feiner fclbft 
Uvm^ unb bae alieö in ber l'iebe. 

4, 15. 16. 

^tt mdlr at« snwiqio do^en tfl mir Don ^ebigeni unb 9el|mn 

oft bfr ©unid) au«{ie)>roc^eit loorben, tdj möchte ein proftift^e« x-^ülfö 
bui^ jum ^cibelbcrijcv ^ate(^i6inu« Derfaffeit, inbem au eiuctu |ulit)en 
ein fu^löarev D?nn^]cf fei- '^^ ^ nic^t au« bet Sctt gc^en müt^te, 
o^ne (in in biejer ^ejie^ung oielfat^ gegebene^ ^eifprec^en erfüüt unb 
meiner lieben reformierten ftiri^e biefen Dtenft geictfiet {u ^ben, fo 
^be i^ feit jiDei 3tt^ren bie 3J^ii|e|lnnben, bte mein atbeit«reii$e« Hmt 
nux fp8r(t(i^ geni^/ barouf benoenbct, biefe ,,$anbrei(^nno" üu^* 
luarbeiten. (Sine ^anbrei(|ung foU ed fein, nii^td me^r unb ni(^t« 
loeniget; unb mag bo^er jeber, ber fie gebrauchen mill, iufe^en, er 
barau« für feinen ^luecf brauchen fonn unb mü, ber ^e^rer für feinen 
®(|tt(imterrt(^t unb ber ^rebiger für fionfirmanbenunterrtt^t unb ^atc(|i6* 
mtt«))rebiot. Sttfierbem ^abe it^ babri andj unfre reformierten ftanbibaten, 
metcle auf ber UnioerfttSt niil^t in bcn ^ibeiberoer ftatc4iftmu6 ein« 
geführt werben, fowie fofc^e ©emelnbegliebfr im Inge, tätige fi(| borfiber 
uuletric^tca luoUen, loa? rcformiertt ^ctjre iniD C'vDnutu] ift unb imt 
6eibe in &otU9 SBort ijegrünöet finb. ^öcfonbcra mochte brn ^Önitiern 
^in unb ^r in btr jcrftreuung barnii gebttnl fein iur ^örberung in 



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VI 



ber (Srfenntni« iinb ^iir iJrbauung im redeten ^inn, lucldji' nid^t in 
flüchtigen (^efü^idcegungeu bei'te^t, jonbern in bet ^efeftigung i>t^ 
&iMlbtn^ auf htm eitiigcn iSkutiö tM ^tU, wie Uim 9)aam ein 
Gtnit auf beii anbcrtt gefügt unb flefefligt loirb. 

^wc toenige Sorte über Me Anlage be« ®u(^ed. 

rem 'ilbbrud ber fragen unb )2(ntn) orten üegt bie erfte ttud« 
gabt bed Statt^^tm^ oon 1563 gvunbe, aber mit 9(n)>a{fung an bie 
®4rcibiDeife bet dkgentvart, wie ba< aiu^ tti unfent heutigen @4ttl« 
auggaben ber ^fl ift. 

Uiitcv bcu fragen fielen bie nötigen S ort c r 1 1 lU u ng en, eine 
für je 3n^attdangabe unb eine an ben £e(t fi(|) anj(^Uegenbe >^er* 
glieberung m ^rage unb Untttort 

IDic fo(gcnben (StlSuterungen ^aben )nm Bf^' ^ 3nba(t 
ber 9atf($ignmg(e^ barjulegen unb bib(if(^ ju begtSnbcn. t)tefe(ben 

finb nid}t, wu man ci? (luija ilebtc, in i5rageu und itniiDüiten, au(^ 
nidit, Wii öieöct(5t niiindjer lüünf^cn mSditc, in fertigen ^)i«pofit!onen 
)um ^atec^ifieren gegeben; tuo^l aber jinb fie, bem ^ebantengang ber 
fiatcd^iftmugfvage entfpte<l§enb, bid|H»nicct. iDidpofttionen {dnntn (ett^t 
bana4 au^gcatbeUet mevbcn, ein BtM Arbeit, ba9 bem Se^ nti^t er« 
fport »erben bovf, nenn er fidj fe(bft tn ben Statei|ignttt4 oertiefen fott. 
8ei einzelnen B^agen finb am^ befonbere IBinle für beren Sel^n^li^^d 
gegeben. 

T'k Xnmatii ber ^ibflfp^'i't^'^ unter meieren fiffi faft alle in 
ben älteften 'Üut^gaben angeführte befiubcn, tft auf« nüttoenbigfte be< 
fi^ränü, bamit (te mög(t<|fi boUftänbig abgebrudt »erben tonnten; nur 
bei befannten ober (Sngeren Stellen ift b(o| bog betrefftnbe ©tüd mit« 
geteilt 9Sx bog Serflftnbnig finb puftg ben @prfl4en tnrje <Sr* 
ISuterungen beigefügt, unb no(| bem Vorgang ber ätteften ^udgaben 
bc§ 5(atc(^iijmu§ [inti, m Don ^tbcatung i[t, bie »t^riftftellen nac^ 
bem (Strunbtcft genauer tDiebcrgegeben (mit bem ^emerten: „n. gen. 
Uberf."). 

Huf iMffettbe «eifpiele an« ber bibltfdien ($^i^t tft an ben 
betreffenben 6teflen ^ingeiuiefen; manche ^üge oub ber ®ef(^i(|te ber 
reformierten ^irc^^ f"^^ angejuhri. 



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Vll 



ÜbSf^ititte au# btn ©(j^rtften Urfini^ unb D^eoiand, (lalDind unl) 
onl»rcr tefonnierter 8e^, foloic 8iit§cc« nstb htx a(ten IHv(^enl»iUer, 
fein. IBte mit txn 9$evfaffeni be« ftatefUmu«, Utfinit« ititb 0(e* 
)»iantt9, goii) ttiib voll im j^ntitnit ber na^ ®ottef ®ort reformierten 
j^ird^e au« tnnerf^rt Überzeugung nnb <^fo^run() fte^e, \o fittb onill 
meine (Stläutcrungen 5« t^rem SBcrfc in i^rem ®cift unb Sinn gc» 
galten, tooDon jiene ^bfc^nitte aue i^ien Iatetntf(i^en nnb bentjc^en 
©(^hften jeugen »erben. ^u^äd^Iid^ ge6e biefetben aber bed^alb, 
tnü bie Serfaffer bie beflen rnib no^ unfibertroffenen ^»«leger be6 
itote^iemn« finb, neit femer bie fD6fd|ttitte iwc weiteren 9u<ffi^ng 
ber Tnapp ge^Ctenen <Sr(Sutenmgen bienen, nnb enbH^ nm auf btefem 
Sege 'ü)x ber J^iic^c in i^ren iSc^riften ^intcrloffcnc« (Ärbc löiebcr unter 
bie (grben ju bringen. 

®ie bie Einleitung eine (S^arafteri)ierung unb Überfielt btd 
j^ate^iemue giebt, fo ber ttn^ong feine Seben^gefi^ic^te nnb eine 9in« 
leituitg |tt feiner 9e^anbliing. 

X)er l^err begleite biefe (anbrei^nng }ttr Untenoeifnng nnb €r- 
banung feiner reformierte» ®emeinbe mit feinem @egen, \oM 3$m 
tpo^lgejäüt. 

^etmolb, 18. Oftober 1887. 

0« ^ipUvxwxiu 



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Uonoott }iit ^weiten Mp^. 



Per |)crr ^ot bem 8u(^ in feiner erftcn Sluflage ö)naöc jur 
jReifc gege^n un)) i^m oiri ftcunbUc^e 9ttfnal|nie bereitet, n»ie Die ^akU 
retten 8ef)»m$un(|eti in beiitfi^cn itnb auficrbetttfd|ni <)(jttteni ($ofIanb, 
fddfynm, Ungantr ^lotii, 9lorboiitcttYo unb fta|»(anb) fowie bie(e pnr« 
f9n(i(^c 3iif<^Tift(n be^eugnT. tHr jttiette Vnflaoe ^at, mit Vu«nfi|me 
ber neubforftfitetcn isxai\<: 44, (aiie tuejentlidjen i'inöfrunpcn erfahren, 
nur bie (Erläuterungen finb bei einzelnen ^etjrftücten burc^ ^^ujä^e er^ 
toettcrt looTbcn. 

^ im, bem e« bicnen tM in feiner ^emcinbe, geleite bo« 
andj ottf feinem nenen 9ltt«gong unb fegne, m t$ Unfnafme finbet 
feinen Eingang. 

^etmofb, im Oftobev 1891. 0^ C^. 



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cStti c^rift lieber ftated^iSntvS tjl eine Unteroeifung in ber !8e^e 
ber SBa^r^eit jur (Sottfeltgleit, in ber %tm ber Unterrebung jiotfc^en Sefjrer 
mib 64^ilIeT.*) UrfinuS befinteil: «,®in (^rijkK^ Itatei^itmui i{l eine 
furje, Kare unb bem {^affungSoertnögen ber Un^ete^rten angepalte ^riaute: 
rung ber t^riftliii^en Se^re, ani ben B^fUn ber ^rop^eten unb 9(pofle( 
jnfammengcfteflt unb in befttmmte fragen unb Stntworten abgeteilt." 

3n ber !öorrcbc ju ffinem ©enfec i^atocijiSmuS, roeldjer bei S(bfaffimg 
beä .^eibelberger mit ju grunöe gelegt routbe, )agt ISaloin: „Won l^at in ber 
Äird}e immer barauf gcQcJjtet unb bafür geforgt, baf> bic .^inber in ber djrift^ 
liefen l'e[)re gel^orig uiueviidjtet rourOen. Damit oic» be)to leichter gejc^e^en 
tonne, i)at man oorgetten nxö^t nur €<l^ulen eröffnet, unb einem jeben be^ 
fohlen, feine ^audgenojfen roo^l untenoeifen, fonbem ei ifi au(| all eine 
dffentli^e SSctanjIaltung 6ttte geworben, bie ittnber in ber fiber bie« 
jeni^en 8e|r{Uli(e p befragen, ne^e allen (S^riflen gemein unb befannt 
fein muffen, ^amit bieg aber oebentlii^ Q^^^f^f* iRAn ein gformular 
auf, welche« Äated^i8mu8 ober Unterroeifung genannt rourbe." 3n ber 
■iJl'ibmnnf» feinet .^tited^i^miiö „an bie treuen 2)iener, ifetcfte in Dflfvte?ilanb 
bie retne i^eljro (roangeliumö oertünbigen", fdjicibt a (1545): inare 
nid^t nur 3U rouni lien, ba| eine üoQfommene Ui)(.iimUimmung in ber iie^re 
oon ber GJottfeligfett unter aßen bejtänbe, fonban audf>, ba|> aUe Äirc^en 
einerlei Aatec^iSmud f^dtten. %ünn ba ed aus oieUn Urfac^en [4in)erU4) 
icnialg ba^ttt mirb gebracht werben, ba| nic^t jebe Stirere ii^re eigene ^wn 
^bcn foOte, fo mag man beg^alb ni<^ ftreiten; nur fei bie 9krf<^ieben^ 
ber Selmeife fo bef(^ffen, ba| mir aQe }tt bem einigen 6|rifi»l fjingefft^rt 
roerben, unb burd^ feine 98a§rl^ untereinanber oerbttttben, fo ju einem 
Seibe unb ju einem @eifte oerfii^meljen , ba| roir aQeS, mag bie ^aupt« 
pnnfte bt-^s (vJlauben§ betrifft, mit einem ''Hhtrtbe üerfünbigen." 

2i^enu au dl nttr innä^emb, fo bo^ am meijten ift lener Jißunidi (fcilrin^ 
burc^ ben ^eibeU eriu't ^atedjiSmuä erfüDt roorbcn, ba berfclbe nic^t blo^ m 
öflen beutfd^en n. toimierten Mirdjen foud) au^erl^alb Deutfc^IanbS, befonberö 
m Oer öeutjd^cn 0(^11*115, {pater aud; m JiüiDametifa) unb ui ben Äird^en 
ber 9l{eberlanbe aU Se^irbud^ für bic ^ugenb Slnna^me fanb, fonbem ouc^ 

*) .Mati^d)i3mu^*' fontmt oon bem flried)ifcften ^Bort für .entgegentönen', 
beifrn (ä^ninbiuort ,<äd)o\ SibrrbaO» uub belteutet ^untcrricbUn, bti^ten.' 

Xktltnann, ^ibtlb. 9att^ 1 



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2 ainUttURg. 

auf b^'m vefpnnii'rtcn >?onjiI ju ^orbredjt 1G18) bie 3wfti""n»W9 rc; 
foiimerten Kuchen aller ionber ciljielt. Unb wir bürfen wo^i fagen, ba^ 
btr CJcnfer 5?atecf)iSmuS oon bem ^^cibelberger, ber freiließ ou4i au\ feinen 
Sd^ulitiii fiel/t, ubci-tioffen ift. 

Unfer Aatec^iärnuS fe^t einen gläubigen ui^ erfa()renen (S^riften oorauB, 
biu4 beffen Kittvorten ber ^n^aSt bcS fibcroQ auf bie €c^iift gegrünbcttn 
Glaubens bargelegt niib. SBenit cinerfetis bcai^ unb betont »oben mu%, 
ba| em Itatccl^iimttftf pikier ntc^t jebe in ber ccfien ^kffon ge^Itcne ICntioort 
obne weiteres auf ftc^ begießen bort fo ift bot^ anberfeitd biefe '^oxm gerabe 
au(^ re^t geeignet^ bie ^inber jum Glauben unb feiner (Srfenntnid Iiinju» 
leiten unb barin ju bf^eftiafTi. 3ie befommen bamü rticfit blo^ etn)a§ in 
ben .Hopf, fonbcrn audj fiir baö ^erj; unD mcle iSlntiPoitcn Infien fid) auf 
einfadje ^l^eife gerabe^u in ÖebetSworte umlegen. So uerbinbct ber .Hatc: 
d)i(>inuö mit bcm untetridjtlic^en Qud| bod erbaulidje Clement; er ift nic^t 
etiua eine popuiaiijurte Xogmatit/ jonbern ein bui^i unb ourc^ prattifc^ed, 
auf btblifd^em ®nmb ni|enbeB SoUibuc^, baB in bk 3;iefe ber (Srfenntnid 
unb ber ^abrang fübirt unb bod^ aSgemein vctftftnbli«! ift 

!^ bem ®vunbri^ bitben bie b^rförnmlid^ fogenannten fftnf Raupte 
ftatfe bie 9K<btpunfte. 3^re S^leiI)enfoIge ifl bem praftifcben HkjlcbtB« 
puntt, roie fie im Seben beS ß^riften jur STnroenbung fommen, georbnet 
3m Äate(^)i«mu3 iiut^erS folgen: 1. 3e^n ©ebote; 2. ©laube; 3. 93aterunfer; 
4. 6aframcnte; bei (Salnin im ©enfer Äate^i§mu3: 1. PJIaube; -J. ,->,fhn 
©ebote; 'S. Webet; 4. äiiort i3otm; 5. ©orramentc. 3)ie ainürbiiuiu; beö 
4^eibelbergcrö ift b;e einfadifte : 1. 3iinbc, 2, Grli^fung, 3. ^Danfbavku, luobei 
ber ©loube unb bie Sahununk lu biiu ^lueiten, bie jeljn (iiebotc unb baä 
Unfer !^tcr m bem britten Xeil uerroenbet werben, ^er erfte Xcil §at 
ben ^roed, jur Srfonntnig ber Gflnbc unb jum SSerlangen nac^ ber Qr« 
löfung 5u führen, unb ^er ift mit rid^ttgem Slalt nu^t ber {Delalog in feinen 
einselncn geboten, fonbem nad^ feinem ^ouptinlatt, in ber Suffimmenfalfung 
ber beiben ^auptgebote ju grunbe gelegt, jroeiten Xeit roirb an ber 
^anb beS ©laubendbefenntniffed eine Xarftellung ber ^eildt^atfac^en in i^rer 
objcftioen unb fitbirftiren ^^cbeutung gegeben, movan bic l'chrc t^on ben fSafra= 
menten, buvd> uield^e ber mit ber '^rfünbu^unt^ dcü .*)eilsi geioirfte (>3laube 
befeftigt roirb, fid) fc^Iic^t. 1)n brittc 'Jeil failianbelt bie jeJjn ©ebote unb 
baS ©ebct, lüoian öa3 ©laubcnöleben j^ur (5tjd)cinung fommt, firf) übt unb 
njä4»ft, unb ift ber ärtilel oon ber 'Öu^e coci iiekijiung bes ±Ueni4/eU/ 
ali bem Knfang bei neuen gebend, gan^ rid^tig in biefen nermiefen, 
na^bem potber bie iBebte 9on ber @ünbencrlemitniB, bem glauben unb ber 
Slnbtfertigung be|anbdt mar. (SinB fönnte man binfubtUtb ber aSoSflAnbigfeit 
oermiffen, namU(b bab bie Sebre von bem SBort ©otted ni(^t wie bei (Ealoin 
au6) l^ier einen ^la^ gefunben ^at. 9(ber bie ^erfaffer ^aben e§ offenbar 
für überflüffig gel)a(tcn, oom 3l^efen unb STnfclien beS 3öorte§ Piotte§, Tüfld)e8 
une ber Wrunb unb bie JHic^tjc^uur bess djriftlic^en ©laubcnö unb l'ebenä 
(^r. lif, 21, 65 unb Ul) fo au4^ bie unerlä|lid)€ ^oraudfe^ung bed Hau- 



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(Einleitung. 



3 



^iSntuB tfl, l^cf befonbftS au ^an^eln. 5btt grOnenbe utib fnid^agenbe 
Saum }Cttgt fcKft für Me ®cfiiiib|eit fetner SttT}<( uitb baS aOen ©tOnnen 
tro|ettbf ^mi für bte ^ftigteit feined ©runbefi. 

5Det äufbau bcs .^Qtcd)t8muÄ wirb ou8 folgcnbcr X^arlegung feineä 
©ebantengangä erfic^tlid), mobei mit }Ufllet(^ bie alte (Einteilung in 6onns 
tagdabfc^nitte berü(ffi((^gen. 

I. 6 onn tag. — tm%tn Xrofft b«S ^enfi^en unb wie mt be9> 
felben tctl^aftig netben. (t^age 1. 2.) 

Don bts l^enfc^eii &tt^* 

IL @. — IDte ^!emitnt< unfcel (SIcnbeS fümmt an« bem ®oite<, 
bejfen @umma baS @ebot ber St«be tfl, welkes wir aber oon 9latur ni(^t 
balten fSmien. S— 5.) 

ni. €. — tlrfaf^ bed (SlenbeS ifk ttt(^t ®ott, fonbem unfre erflen 
<Sltent Hbam unb (km, bur^ bercn ^all DöCttgeS ^^berbcn fibcr baft ganje 
menfd^Ii^c ßJefdjIec^t ^ftommen ift. (^r. 6 -8.) 

IV 'S. ^arum forbcrt (^iott mit ^Heil)t l>ic (Stfüllunfl beö C^icfe^eä 
imti Üraft mit 'He&it befien Übertretung jeitUc^ unb emicii; aud) iann ferne 
(^erec^tigleit nid^t i>ur(^ feine ^arm^rjigfeit aufgehoben roerben. 1)— 11.) 

Bttieitcr 3:eiL 

öon jöcs itl£ujcj}£u (iprlofttttg, 

V. ©. — Xer (Serec§ti(^feit (Rottes mu| ba^er genug gcfc^c^cn. 2)ieÄ 
fönnen roebcr mir felbft, nod) fann ed eine anbcre Äreatur für unä t^un; 
fonbein nur C^iner, bec ^uglei^l waf^vit @tott unb ein toai^xtx unb geteilter 
3Kenf(^ i)t. (gr. 12—15.) 

VI. ©. — Um bie Strafe an \\d) leiben ^u fönnen, muf? er nmbrcr 
"iD^enfc^ fein; um il^ie ;^aft tragen ju tonnen, mu^ er iuai)rt:i üiutt jcut. 
SHefer aRitder ift ^efuS ^^riftug, wie ba0 üoangelium im SIten imb im 
bleuen Sunbe begeugt. 16—19.) 

va. — 3n i^ werben wir feiig mir biirc^ ben wabrrn Glauben, 
beffen Hauptinhalt baS allgemeine d^fiftUcbe ®Iaubengbetenntnid ftir) auh 
f|wi(ht, (5r. 20—23.) 

VTII. S. - ^iefe-? (Mlaubenöbelenntniä jerfäUt in brci Xeile unb ift 
ein ^elenntnii^ ju bem breiemigen Q^ott. 24—25.) 

«Ott 0ott beut Siiter. 

IX. @. — ®ott, ber Sater Sefu iSfynfd ttnb ^«bbpfer ber SBelt, ift 
aud^ mein ®olt unb Sater. i%x, 26.) 

1* 



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4 



Gbileitung. 



X. 6. — {Durc^ fdne Sorfe^ung cr|&tt ttn^ vegicvt Oott bie 9BcIt 
wcl^alb t(| m oOcrUi gettolk fein fann. (3fr. 27. S8.) 

l^on ©Ott Dem 3öl|n. 

XI. 6. — l^^M uiij^^ einiger unb DoUfommener Geligmac^ec. Qv. 
29. 30.) 

XU. B* — ^efuS tfl ber S^ftf^ b. ^. er ifi gcfalU $vo* 
l>^ctniy J^o^eiHNTiefier tinb ititatio. {Die wa^m (S|rificit lli^ otu^ (Sefaltte 
trab «c^nteii al« feine ^lieber teil an bcm breifod^en fbnt (S^fK. <9t. 
81. 32.) 

XIII. ©. — 3;efuä ift «otteä eingebomer ©o^n, roeil @ott oon ®ott, 
unb mein ^m, lueil er mi(^ mit (einem 9Iut erlauft |at feinem Sigen» 
tum. (tfr. 33. 34.) 

XIV. S. — ßr ift ber fünblofe ÜJlcnfc^eniobn, loeil burt^ ben JieiUgeti 
Greift auä ber ^^^ngiiau '^{aria geboren^ iDumu et uuä uon oer angebornen 
aunbe erUft ^at. 35. 36.) 

XV. @. — (Sr ^aft, ab bot einige Gfl^nopfer, ben (Birttet, bie 
©träfe fir bie ®Anbe, fftr nnft an Seib unb ®eele gelitten; unfil^ttlbig, 
nofftr ber ^eibmfd^e ffMfiia sengt; am Arena, gum S^iftn, ba| er ben 

t)on un§ auf genommen. 87—39.) 

XVI. 6. — «Den Xob !)at GjriftuS leiben müjfen, um für unfrc 
©finben ju bejo^Ien; bof^ er mirnid) j^eftorbcn ift, beiieiiqt fein 2^egrcihnirt_ 
^urt^ feinen ^ob lüirb unfev v'itlic^er lob ber (äingang m boö emuu Veben, 
unb empfangen rou Hraft, ber »Siinbe abjufterben im jettlic^en iiebcn. iUUe 
!^ng[t uov bei cS^bUt:, bie mir mit unfern @ünben oerbtent Rotten, ^at er 
pon uns genommen, {^x. 40—44.) 

XVII. 6. — SDie aUtferfte^ung ß^rifti giebt unS ben @ieg ftber ben 
breifad^en Sob: ben Icibli(|en, ben geiftlic^en unb ben emigen. 45.) 

XVm. 6. — Slrifh« ift leib|aftis gen |>immel gefa^ren^ unb bi^ 
mit feinem @eift aQer Orten Uttb Reiten bei ben @einen, rooburd^ bie beiben 
Staturen in G^rifto nic^t getrennt merben. ^n feinem fieib ^aben mir im 
Gimmel, an feinem ®esft auf (Srben ein $fanb unfrer Settgleit. (t^. 
46—49.) 

XIX. (B. — Seine (ri[)o!)u)u] alö unfer .'Qaupt lommt un§, feuieii 
©liebem, i^u c^ut, roel(^e er, bei [einer 'iöieberfunft aU^ Ktditev ber 3l^elt, 
burc^ Jilufeiiüednug bes £ei5t*ö unD iilujri4)tung jtuu'ä i)teic^a |emet volim 
§errli(§!eit teilhaftig ma(f)en wirb. (3t. 50—52.) 

I^on @ott Dcui C)fiii8cn @fift. 

XX. 6. — ^er ^eilige @ei{t ift magrer Üiott unb mirtt unfre Selig* 
feit. (5r. 53.) 

XXI. ©. — ^n ber Äirc^e G^rifti bewirft ber Jpeiligc ®eift bie ©omm: 
Inng ber ffttlempA^Uen, non Vnitgtnn ber ®eU biii an4 <liibe. 90e in 
Gl^rtfto ©e^eiligte werben in i^r feiner ®nabengilter bnrc^ ben ^eiligen @eift 
teilhaftig nnb ber Vergebung il^rer @finben 9erfid^ (iJfr. 54—56.) 



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(ünUitiotg. 



XXf!. 2. — ')ia(fibem teie Seele beo Wldubu^'n im (n Muten Tob al§: 
baih ju ü^nfto geigmmen, roirö b« i^cib beiein)! ^cnlid^ auier)iei|ea uiit>, 
mit jener toteber oereinigt, jum @emi^ ber DoUIommenen Seligfeit gelangen« 
beim Xiifang mir m Wcfcm Selen cnqifmbcn. (ff. 57. 58.) 

XXIIL @. — S)ttrd^ faU^n (SUntben bin 9or (Sott ^/ttt^ trof^ 
bcv angcbonien unb no^ onncbcnben €flnbe; obcv ni^t aus SSeibtenfl bcft 
®kttbml. 59-«l.) 

XXrV". ®. — ®enn bie ffierfe auä bem ©louben aud) fein !öerbienft 
oor bwirffn , fn bat öott iljncn bodi einen rHrtnbenfoTin tier^eij^cn. 
^icje >it^ic mad^t nid)t forgloä, fonbem oieUne^r jorgfäUig. ($r. 62 — 64.) 

Soll Um ^ringen ekifnunnitfii. 

XXV. & — ;Dur(^ bie ©aframentc bei'tätigt ber .^eilige @etfl ben bnn^ 
bdft fBovt 3otttft boiriiften <9Ittubcn. 6te finb Sa^iaet^ unb Siegel 
ber buR^ baft 0|)fer d^rtfli nnt moocknen #nabe. <Sl^fi|ltii ^ mir jnei 
@allramente cingefe^: S^onfe nnb Xbenbmo^ (glr. 65—68.) 

XXVI. 3. — 2)ie ^aufe erinnert unb Dctficgclt uns bte iHemiguitij 
ber Sccic t»on ber Stinbc, burdb bas iBIut C^^rifti unb bie ömeucrunc^ bed 
^eiligen &€i\ted, wo\m buä ii^urt (^l^ii|U unb jeinec ^po[te( ^myt. (^r. 
69—71.) 

XXYlL — bttvcl bo« SBaffer, fonbem biwl boft 9btt vnb 
ben @ctfl S^vifH gefilid^ in ber Xanfe bie Steinigung uon ber 6finbe; unb 
foOen 0»^ bie Jttnber bun^ boi €icgel ber Zm^t bem <3nabenbunb ein« 
oadcibt werben. (S^. 72—74.) 

a^om ^eiligen ^benbnta^I Zm ^^riftt. 

XXVIIT. 6. — Tlirrf) bn« 9(faenbmaI)I wirb mt* ber Seaen bee. Cpfer- 
tobe« ß^rifti Deifidieit unb ucriiegelt; es beruht auf bem Wt'^j;i^ uub ber 
^^ei^g bed ^errn an bte (Gläubigen. S)ur(^ ben gläubigen (>5enu^ 
»erben «if mit bem er^S^ten 6(|riftud md) [einer @ott^t utfb 9Renf(^l)eit 
in ge^nmilooOcr 9Beifi oercintgt, nie er felbfl unb bie Xpoflel bezeugen. 
(3fr. 75—77.) 

XXIX. 6. — 9rot unb 2Betn nrrben niil^ oerwanbelt (I;randfu6|ian3 
tiation), nod^ oerbinbet ftt^ 6f|riftug mefentltd^ mit 9rot unb ®ein (Sion-. 
fubftantiation); unb bo(^ »erben wir feined Seibeä unb 9Iute€ mirflid^ teil« 
^af% nämlid^ burc^ ffitrfung bc§ .r>eiligcn ©eifte<3. (^^r. 78. 79.) 

XXX. ©. — I)ic päpftltrfie ^Dkf^e ijt eine iücrleugnung beiK einigen 
Opferä ß^rifti unb eine 3Ib9otkrei. - 

3um Xifc^e beä ^errn [ollen nui bußfertige unb Ijeilöbegienge (Seelen 
fommen; bie offenbar Ungläubigen unb Unbugfertigen ftnb burc^ baä SImt 
ber 6(^lüffe[ booon fernzuhalten, (^rr. 80—82.) 

XXXI. 6. — boS 9mt ber BäjUS^ü wirb in ^rcbigt nnb 



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6 



Einleitung. 



^u^5uc^t oon bcit oerorbneten Sorfte^ccn bcv S^ixift, in haft b<9 $efe{)I«s 
G^riftt, bo« ^xmmVm^ beii (ä^Uubigcn aufs imb bcn Ungläubigen 
geff^Ionen. (0^. 83—85.) 

Stittfv ZeU. 

Von ber gankbarl.cU. 

XXXII. - Tmrfj bic ömcuerunq j^um Gbenbilb Wottci fönncn 
mix unb jum ^ücsuclo bea ^anfcö füi' bie äBo^UIjatcu (S^n|U joUni roir 
gute Scrfe t^un; fotift tonnen roir baS ^ftt^^ @otted nid^t ererben. ({^. 
86. 87.) 

xxxiil. 6. — Sas neue Seben, bat ft(| in ben guten SBecien er« 
weift, beginnt mit ber ^efe^nmg, neU^e in SCbflecbunQ beü alten unb 9uf» 

erfte^ung bcä neuen ^Ifjcnfc^cn befielt. «lö Sflegel für bie guten ©erfc gilt 
baS ©efc^ ®otte8 in ben ijelin öeboten. (Jr. 88—02.) 

xx\'[\\ 3. — ^tc sc^n rsjc&ote mcrben abgeteilt in iwti S^afeln: 
^fiic^ten gegen ®ott unb gcßcn bcu 'J^äc^ften. 

S)o§ 1. (Qcbot berief)! fid) auf bie ^}Jlajcftttt @otte0, unb öcrbietct alle 
Slbßöttctei, ^lübe unb feine, (^v. 1)3 95.) 

XXXV. 6. — 2)ttö 2. ©cbot gielt auf baö 9Be|en ©ottes unb oer* 
bietet bie falfdje ^erc^rung bei wahren ©ottcg. (fjfr. 96—98.) 

XXXVI. 6. — Dai 3. <^bot ge^t auf bcn Flamen @otte6, unb 9er* 
bietet beffen SK^broud^, befonbei« burd^ ^u^n unb Bäpo^, alg fernere 
@anbe. (9r. 99. 100.) 

XXXVII. 6. — ^o(^ tann ber <^nfi einen rc<l^&jMgett (5ib im SQamcn 
Ototted gottfelig fd^roören. i%x. 101. 102.) 

xxxvnr. B. — 3)oä 4. f^khot be^iel)t fic!) auf ben Hao, bc§ .^imn, 
unb gebietet beffen Heiligung burc^ oon itbif(t)er älcbeit unb %xhtii 
in |immlif(^er 9lu^e. (,1fr. 103.) 

XXXIX. 6. — Das 5. @ebot, mit weltfern bic 2. Xafel beginnt, ge^t 
auf bie SItem, ols bie nä(^ften unter unfern ^Jläd;ften; eä forbert (f^re, 
iäibt, %xmt, (Be^orjam unb ®ebttlb gegen fte unb aQe Sorgefe^ten. 
(gt. 104.) 

XL. @. — 2)ag 6. ®ebot verbietet, ben Stapften an SeiB unb Seben 

5u fcf)abigett, ed fei bur(^ grobed ober feined %JiUn; unb gebietet, ben 
aiöd^ften, ou(^ ben gfeinb, ju lieben. (?^v. 105—107.) 

XLI. 2. T^aö 7. C^5ebot oerbietet aCc Unfeufc^^eit, in unb att|er 
bcm (Sljeftanb, burd) (yebanfcn, "iöortc unb 5i>er!e. (^r. IW. 109.) 

XLII. @. — ^aö H. Webot ueibietet, bcn *Jlä(!^ften an feinem (rir|en= 
tum ^u fc^äbic^en, mit £'iü, Wemalt ober Scbein bc3 3U'cbto; unb gebietet, 
bem ^!}iäcl^ften ju feinem jüitiummui uuf alle ciiaubtc ^eifc bä^ulfiid) ju 
fein. 110. III.) 

XLm. 6. — ^a0 9. (8ebot verbietet aSe ^ungenfOnben gegen ben 
9tfi4l^1len. (3fr. 112.) 



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dtntettuRf}. 



XMV. ©. — 10. fflebot uerbietet bie böfc 2u\t, ^mmc^ft in unferm 
5ktl)aUniö i,Mm '5?äd)[ten, roeitev aber nudj ytijtu alle Öcbotc Woltem; unb 
geigt, ba^ aud^ bie £u)X bie in unjeriti ^leifc^ tuo^nt, luuUid^e ounDe oor 
»Ott iü 

Otoo^l ai4 bcr oOer^eiUgfte S^rift btefe ®ciote nu^ »oOtommen 
^ttfit fmm, fo ^It (Sott jlc unB bod| 1l<lft vor, »antit nrir und babim^ 
tieibcn lojfcn, tjigUd^ bie ^gdiiiiig tmficr SiiKbeit ^ Meti, nnb n(M|s 
Sttjogcn bcm 3td bcr Sofllbniiiicii^ (^r. 113—115.) 

9m Met 

XLV. 6. — S)a» ®(Bct tfl bai «orne^mfte bcr DanIbavicU. ^« 
lörlt^ el nur, weitn an ben vMfycm (Sott omt^tet t|k unb auB einem 
bemfittgen ^jen unb im Glauben an bie Ser^^g ®otted 9e((^te^t 
Sitten foOen »ir um aäe geifllic^e unb leibliche 'Dblburft, mie uns bog 

«Dhiftcrgcbet beö $enn baju onroeift. (^t. 116 -119.) 

XLVr. 3. T^ic iHnreb? „Unfer ^jMitcr" foU ftnbticfic T^urdit itnb 
3uuerjid)t tn uno ertoccfcn, nnx> bcr .Huja^ ben Fimmeln" uns an bie 
SRajeftQt ®otted erinnern, (^r. l'JO. 121.) 

XLVIL 8. — ^ie 1. üüitte: ba$ (^oue& 'Jiame in unc unb bui(^ und 
gcljeilißt werbe, (gr. 122.) 

XLVIII. @. — 5Dte 2. 9itte: ba| Gott unB regiere, fein ^eic^ erl^olte 
unb feine 9teic^dgebanfen gur |^errlid^!eit ^inaugfä|re. (^r. 123.) 

XLIX. 6. — ^ic 3. 9itte: ba| @ott unB l^lfe, bem eigenen SBiOen 
ab^ufagen unb feinem SEBiUen mit O^euben |u ge^or^ 124.) 

L. 6. — ^ie 4. Sitte : um leiblii^ 9lotbttrft unb ben ®egett Gottes 
|ur Serufsorbcit. 125.) 

LI r ^ie .5. 'Bitte: um Slkrgcbung ber @dnben unb aUeg an« 
(^ngenbcn sööjcn. (gt. 126.) 

LH. <5. — S>ie 6. ^üte: um Üraft gum Kampfe niber ben iBdfen 
unb b(T^ ^^^öfe. 

X)en od^lu^ beö C^ebetcg mac^t bie li^obpreifung ©otteö unfere Mönig^, 
ber uns aOeS tShitt geben tonn unb wiK. ^Id^eg SSertrauen micb beftegelt 
mit bcm aBflctIcin Jämm", b. ^ ^baB foK »a^r unb gewi^ fein." 
137—129.) 

« 

Sie bie 9{ortiefflü|lett beB ^belberger J(ate<l^iBmuB bur^ feine mette 
Verbreitung «lerlonttt tfl, f o |at eB |tt idber 3cit an 9e!enntntffen ju i^m 

unb 3^Bi^ifT^n über i^n nic^t gefehlt. 

3n>ei dürften ^aben fü^ auSbrüdlid^ unb öffentlit^ ju i^m befannt 

^^er fromme .^lurfürft ^ri ebrid) HI von ber "^U'aM tn feiner 5?ertcibi(iitn(>^ 
rebc öor Mnifer unb ""Keirfi auf bem iHcid^ötaa 'ilugsburg 1586 mit ben 
©orten: „®aö meinen Kntec^iflmum onbelantiet, fo befenne icb mi^ 
ju bcmfclbcn. ift uudj bcrfelbe am SHanbc mit Örunben ber ijctligen 
^(^rift bemalen bewaffnet, ba^ er unumgefto|en geblieben; unb wirb mit 



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8 



@inUitun0. 



&ntUi ^ülfe iiod^ langer ununti^fto^en bleiben." ^er p^ic^ttreue itönig 
^riebri^ ffitliclm I. 90ii ^rm^en ^at c8 get^ait in feiner Qerovbntmg 
9m 9. 9tooentbcr 1717, moiin er befie^Ur «bft| in ben gcfamten wem* 
ge(tf<|<tef omticdf n S^xd^m unb ®(^ulen in aOen Unfern Sanbcn lein anbrer 
Itatei^ilinufi a(d ber ^eibelbergifd^e, mo%U Sir ttnft felbfl be« 
fennen, gcbrauc^it unb bociert werben foU." 

2)ic Spnob? ^i! T^orbrcdjt (1618), alö bie ^3]ertretuti(^ bcr reforj 
micrtcn 5tivcf)e aller l'anber, ^at ihn approbiert unb einitimmif^ ertlärt^ 
bofe bie 2i'()rp, !Deld)c im 'i^fäljifc^en iitatcd^iömu*^ ent()üUen ift, bcni 
33?orte OJotteo qemäfi fct unb ntc^ta cut^ülte, roaS ol3 roemger bamit ufa€v= 
ein|tunmenb Detuiibeii ober öerbeffcrt roerbcn müffe, unb ba^ er qI[o ein 
fe^r accurate« ^ompenbinm ber ret^tfmnigen d^riftlidlen Sc^re fei, mit einer 
befonbem Sei<b<tt aUetn nad^ ben gfA^igteiten ber ^enb, fonbem 
aä^ ber Srmail^fenen etnserid^." 

Slugefe^ene !2;^eolooen |aben t^m ba§ befte 3^dnt^ ouSgeftellt. 

^inric^ SuIIinc^cr (f 1575), 9(ntiftcö unb "iWac^folger ^'^ingliö in 
3üricf), fcfireibt 15,^3 balb nad) bem (^rfd^eincn be§'^uc{)e§: „Ten .ffate(f)i§= 
mu^ be^ erlaud)tcn ."perrn unb .Hurfftrften ^riebrid) Ijabc id? mit grofier Stuf-- 
mertjamfeit gelefen unb beim liefen ©Ott (jerdidi gcbanft, ber baö 2üerf, 
toel^ed er ongefanc^en, nuc^ bcträftigt, T:ic 9Iiu it uunq bc<5 "^uc^eg ift über: 
ft^tlid^, bie liJe^ren fmb rein unb ber 'iüal^rljeu i^emafe bariKlci]t. SlUeö ift 
beutlid^ unb erbaulid^; in tnapper ^oxm ift ein reicher ^nf/alt ^ufammen« 
gebrängt. ^alte baffir, ba| ein befferer jtate4|iSmn9 nic^t erf(|ienen ift. 
(iott fei 2oh unb greift bafOr; er fd^b i^nt einen ret^tti^ Srfolfl.'* — 
S)ai>ib $areui, ^rofeffor in ^betberg (f 1622), nennt il^n ein „%olU 
bcned Südilein'' unb fagt, ba| „nad) bem affgemeinen Urteil ber ^ont« 
men c8 !aum einen anbern Äated^iSmuö geben fönne, ber n)ie ber ^fäljer 
ober .^eibt'fbcrfier ft> feft 'Bef^rünbet, flar bmdin;pfn!irt, fo rollfommen nb^ 
gerunbet unb ber j^affungöJraft ber t^rniac^fencn jomot)! als ber ^ug^nb fo 
gleid^mäfeig angepa|t fei." .^einridi l'dting, 'lirofeffor in .fieibelberg 
unb Oröningen (f 1644), urteilt; „-Der .fieibclberger Äatec^iömuö ift jugleid^ 
TO<^ für bie Äinbcr nnb ftarle ©peife für bie (Srmacfifenen.'' — 9118 bie 
j|ur 2)Mbre(^er ©ynobe abgcoibncten e n g l i f ^ en ^^eologen in i^re ^eimat 
gttrfidftimen, erOfirten ite: ,rUnfere reformierten Srflber aiif bem fefttonbe 
laben ein lleineS 9fl(|(etn, ben ^eibelberger Itotet^iSmuA, bcffen .eingcUic 
9Uttcr ni(^t mit Xonnen @oIbeS ju beja^len fmb." 

$on ben iut^erifd^en X^eologen bei feinem @rf(^einen auf« ^eftigfte 
nnriefoditen, bnt ber Äatecb^^^'""^ boc| fpäter aucf) in biefen .^reifen StttJ 
erlcnnung gefunben. So idivcibt ber lüncburgifdic i^eobge entfern 
(t 172.3): „""Benn irf) bie bann enttjaltene eigene Vebre 6a(oinä auencbme, 
fo mu| id; befennen, t>a\\ bie Reformierten nid^t o!)ne allen C^runb ruljmen: 
wie UrftnuS in aUen feinen anbern Schriften faft aUe anbere i^re XI|eologen 
ilbertieffe, er foneit in Verfertigung bei lt«tec|Ümiift ftc^i felbf^ fibertroffen 
^be. 2)ie Se^rart niul^ ben brei Steilen be< menfi^lic^en ^(enbs, iSrlbfung 



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Qiitleitttim. 



9 



unb «Danfbaricil ift brr 3acf)e fiemo^. ^ic 'Jvrai^en iinb mot)! ab(^efaffet 
unb beuttief) bcantiüortet, bte bönmter giie^jten Crtei l)etli(;ev 3cf)rift 
(3djnfi|teUen) [inb auserlcfen, unb bic Otbnung^ nac^ bcn Sonntagen bcd 
^a^ced eingerid^tet, ift etbaulid;. " 

Sir f^lteilen mit ben Scugnifjen jnicter neiifm 2;i|coli>0eK. %c 
®öbet (t 1857) mtcitt: .,2)er ^etbclberD«: Jtated^mtti larni im cigents 
lüften ©tmie bc8 SBiwM ob btc Slfile unb bte ^fnii^i b«r gangen beutf(|eit 
unb franjöfifd^en ^HeformollDn anqefc^eit rocrben; er ^ot lutlierifd^e ^nnig* 
feit, mclandjt^onifc^e Älar^eit, groinglifc^e @infacf)f)eU unb caloinifc^eS Breuer 
in eins üerfdjmo^cn." — ber S8oriebc ',n bn ?{u''r[iibf bc^ ^^eibelfierf^cr 
ÄQtedjiömuö oon 1850 für bic (Stcp^anif^emcmbc m 'Bremen fagt ^yncbnd) 
^Ballet (I 1865): „^S ift feit bei ^Keformution no&i fein .«atec^iömuö 
erfrf)ienen, ber foroofjl in ?^c^ip!)un(^ auf bic Jvorm alö auf ben ^\nf)alt bcm 
.^eibelberger lÖnnte an bie oeitc gefteUt loerbcu. (Ir ift ein ^üudj ^ugleid) 
fftcS Sott unb fftr bie @<b^rten, popuISr unb bofinnör. X)er (|kl<|rte 
fittbel in i^m bad gonje i^e^rgebHube ber mn0(lif(|<refonni(Ktai itix«|e bac^ 
gcftellt; babei vebct er sugleic^ $u jebem, §u (Seienden unb Ungelc^rten, als 
ein Mouuttgftbui^ unb leuchtet mit bem ^\ä}i ber göttlichen Sal^r^eit infi 
menfc^Ii^e ^erj unb menfc^Iid^e Seben hinein. Sui^Ieic^ ift biefer jtated^iö^ 
muö polemifc^ unb irenif^, ein Streiter unb ein ijriebcnsftifter. C^r frnd)t 
bie il^al)rl)cit fo auö, baj? bie Xiüge als üijUigc £üge erfdjftnt unb jtmjdjcn 
il)v unb bev ^Ba^r^cit feine 'i^ermittelung möi^Iirf) ift; bagegen ift er fo 
ivenifd), fo bett ^rieben liebenb unb fuc^enb unb üeintittclnb jroifc^cn bpnen, 
bit m ber 4)üuptiüdje cinä fmb, bofe er o^ne bcn Stol^ unb ©igenfum ber 
gelehrten X^eologen unb i^rer ^ladf^fprec^er gen)if( längpt bie ^intrac^tftfonnel 
ber ganzen CDongelifc^en 5lir(|e geipoiben nifife." 



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Iliim einigen Stofl. (gr. 1—2.) 



** U X0a9 ifl ^ciit cifii||cc Zw^ im Kebcn unb im Stcr^f 

10a$ icb mir €nb nn6 Seele, beifteB im Cebcn unb im Sterben, 
nid)t mfiti, fonberti meitire gerreuen 6e^(an^re 3ffw <^btirti »iirK" 
bin, fccr mir feinem reuerti Blut för alle meine @ötibnt roUP6mms 
lidj besaget, unb midi au& «Ucr (Bcwalt btB Icufele crl6fet bat, 
uti5 alfo bewabrct, 6a0 o^nc btn Xüiütn mdttee Datere im 
^immef f^itt ^aar von meinem 6«^upt ffttm falleti^ ja aud) mir 
aUr0 5u meiner 6eIi(|Eeit bienen mu0. iDorum er mid) aud) burd) 
feinen heiligen (ßcifl bte ewigen Cebens rerficbrrt, tinb i|mt fort« 
bin 5U leben von ^fr5en willig unö bereit madir. 

in iß er iroft = einziger, odeinißet itoft. (5 igen iein = Eigentum fein, 
anget/oien. iBolKonimiid) DoUtommen. fortbin — für immer. 

9Baft ifl bein cfniBec Xtoft? SSciit eintetc %nfl 'i\t, ba$ Id^ mdiicl aeticucn 
i&etlanbeft 6efu (S^rifti eiocn bin. 

a) SBie bift bu G^rifti eigen? Wlit ßcib - Sterben. 

b) W\t I)at (!^rifni§ btd) }u feinem Eigentum enootben? 3Rit feinem teucm 
SBlut ^at et für — erlölet. 

c) Sie bema^ret er bid) aU fein digentum? dr betoo^ret mid) \o, baft — 
bienen nrnb. 

d) ®te mac^t er bicb biefed Xrofte« gewt^? 6r oerfi^ mt^ buv^l feinen 
^eiligen (Beift be« etoigen ^Jebens un^ mo^t mi4i buK^ Melben w»n $eqm »iDifl 
«nb bereit, i^m fortbin leben. 



I. UltHi ler ti»ti|e f rofl btf)rl)t. 

1. v^it bie Simtoe m bie äüelt gelommen, unb um ber öunbt; loiUen, 
tfl ber 3Renfd^ ber ^übf al bed 2tbtnd (l üRof. 3, 16—19: ec^mer^en 
— itummcr — {Domen unb SMfketn --^ @<|»eib bd Slngeftc^tg) unb bem 
®(treden bei ^obe» (^b 18, 14: ber ItSnig bei 6^deni; ^ebr.2, 
15: ^rc^t be8 Xobefi; ^ebr. 10, 27: f^reiflid^ SBatten beft (Scrii^) 
nnlenBiMrfen unb werben oon beiben £ei6 unb @eele, weil ju einem 
(Sanken oerbunben, betroffen, ^te fc^erfte iRot ift bie Sünbennot. 

2. Darum unb bagcgcn braud^en toir Xroft im hieben unb im Sterben. 
1 yjiof. 5, 29: 35cr roirb unö tröften in unfrer ^{tt^e unb illrbeit auf 
(Srben, bie ber ^err oerfluc^t ^at. f^ef. .'i«, 17: Siefie, um 2^roft mar mir 
]t^v bange, ^^j. 25^ 17: Die ^ngjt meine» •jpei^eus ift groß; fü^rc mic|^ 



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14 



auö meinen ^^töten. ^f. 116, 3: Stride bes lobcS fjottcn mic^ um^ 
fangen, unb ^ngft ber ^öUe ^atte mic^ getroffen; ic^ fam in ;^ammer 
unb not. 

S. %to\t ift ^eru^igung^ @rqui(iung, Slufric^tung ber @ceU, in loeld^ 
w mif^ alle S^mcrjen unb 9ldte bedSeibeit eni|»finbcit. Slot 11,38—30: 
Apmmet ^er mir aOe, bie i^c mfi^feltg unb belaben fetb, mü eu<$ 
erqui(!en; — fo roerbet i^r 3i\xife finben fftr eure @ecUn. 

4. $alfd|er 'Xro\t roirb gefuc^t 

a) in 9tci(^tum unb ®ol) lieben, ^öiob 31, 24: <öab? id; baS (Molb 
meiner ^uocrfic^t geftcUt, unb ju bem C>3 o l b f l u m n ae^at^t • ni e i n 

Xroft-? iiJie ber reiche ^Stübtljerr, i'uf. 16, ber fiel) flcibete m '^^^urpuv unb 
föftlidic Sctnroanb, unb UhU alk Taqe fionlirf) unb in 3"icubcn; abi'r: cv 
ftaib unb lüaib begiabeu, — bann jitlji ji^i m ber ^üUc unb m Der 
Dual. Obet im bcr reiche Soucrftmann, Su!. 12, ber m feiner 6ee(e 
fpvac^: Siebe @eelc, bu ^aft mm großen Sovrtt auf viele ^al^re; ^abe luiit 
Sbt^e, ift, trinf unb \abt gulen Ittut. %Ut ®m ^ i|m: S)u Slorr, 
biefe 92aibt n»irb man betnc 6eelc von bir fbrbecn; unb wcA imrb eS fein, 
baS bu bereitet ^aft? 

b) m ber @efnnbF)cit beä 2eibcg. T'ie cjciröljnlidjc ?Ttcbe: „5öenn 
man nur gefunb ift, bao ift bie Jpouptfac^e." 3(ber: A^eute rot, morgen tot. 
^j. 90, 6: 2)ic lUcnfd)en finb rate ein ^röQ, bas ba frulje {am ^JUiorgen 
nod)) blüfjet, unb balb nüi niirb unb bes ^bcnbs abgehauen tuirb, unb 
perborvet. 

c) im Xxo^. ^f. 2, 3: Siaffet unä jerreißcn i^re (beö^crrn unb feineS 
(Sefalbten) JBanbe, unb oon unft toetfen i^re ©eile. ^on. 4, 9: S^iSig 
jfinie iil^ bi« an ben (Sm Seifpiel ift Kgag, 1 @am. 15, 3S: Klfo 
muft man be§ XobeS Sittn^eit oestreiben. 

(1) in 3(<^fti^euung bun| ioeItIid)e Vergnügungen, fiuft6ar!eiten unb 
Xrunfen^eit. 1 ^o^. 2, 17: 2)ic ÄBelt oerße^et mit i^rer üiuft. i'uf. 6, 
25: ^BeI)C eu^, bie i^r lachet (in Peifd)li(^cm Ubermut); benn ihr mcrbet 
weinen unb Ijculen. 22, 13. 14: iiaffet uns effen uno tr inten, mir 
fterben bod) morgen. '^sc\. 5, 22. 24: 3ße^e benen, fo gelben finb Mein 
(3Jicr ober 43rünntu)emj $u faufen. 

Ober im ji^eic^tfinn: 

.oii^ icb' unb toei^ nidbt wie lang; 

iib M>* tmb well ni^l nramt; 

14 fabC/ unb raei^ ni(bt toobin: 

micb rounbert, bob i(b no(b fröblid) bin.' 
bei onbcrn 3Jlenf(^en, bitfe biefc einem bie Slngft unb ^raurigleit 
auöreben. .^iob 16, 2: 5^r fcib a!(?,iimal leibicic 'tröfter (b. t. läftit^e 
Xröfter, bie leine (5rleicf)tcntug geben, tonbern bie !i!<xit nur oerme^ren). @g 
finb Brunnen otjne iyaijer unb iL^olfen ot)ne Stegen. (2 ^^etr. 2, 17.) 

5. iHU biefer Xroft halt nid)t Dor ober er mnd)t bQ§ Übel nur arider, 
u ij i c r X r 0 ]t muji o o U i o ni ni en fem für aUc ^jaiie uno b a u e r 1; a f t 



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X5 



Hir aüe :^eiten. (5S gicbt aber nur einen emsigen wahren Xroft unb 
hn büiie^i haxin, 't>a% ni(^t mein, fonbern meines getreuen ^ei- 
laiibtB cigeii Kr. Stit. 10, 42: QUA i{l not Slaria ^ b<ti gule 
^^(tl (MÜ ^eU ift S^rifto) enoä^tet, M foD iit^t von i|r genommen mn* 
bcn. SCpg. 4» 12: (Bi ift in feinem Vnbetn ift mh| fein anbem 
92ame ben SRm^^en gegeben, barinnen roxv foUen feiig metbcn. ^ag. 2, % 
ift 6I)riftud oer^ei^en aU ber Reiben %vo% Suf. 2, 25 enoartet ald ber 
Jroft S'^f^*^^' — "S^^ t»^^ "tcin eigener .fierr " gerobe fo i9iel roie: 
„id) bin mein eigener Rned)t." ©aju fommt nod) bic Hne^lifd^jaft ber (Sünbe 
(3iom. 6, 20: .s^nec^te ber 3ünbe — frei von ber ©erec^tigteit ; 2 ^dr. 
2, 19: Jrei^eü — Äne(i(|te bcö Ikrberbenä), )^\)vt eigenen ^crien touren Main 
(1 moi 4, 7. a 13), efau (^Jjtebr. 12, 17), Saul (1 Barn. 15, 19. 23; 
31, 4). Solange i^l mein eigen unb bamit auf mic^ felbft unb auf miä) allein 
angeroiefen bin, ^abe ic^ aud^i fftr mi(^ fetbfi unb aOein ^u forgen; @orgen 
bringt unb mäftt bie ttmul^/ giebt aber feinen 3^tofl. ^ G^fluft mein 
^err unb bin fem Sigentum, fo forgt e v fflt miii^; boi lÜQi aQe ®orge 
unb Unnt^, unb giebt ben reij^len ^ofL l fßeir. 2, 9: :;^^r feib bad ^o(f 
beA (Eigentums. 9i9nu 14, 8: 9&it leben ober fterben, fo ftnb roir beS 
Aerrn (eigen). Xem er tfi ein oictteuer ^eilanb unb l^at ftc^ ttU folcben 
criDicfcn. '}l<xl. 8 bie Speifuna: mic^ jammert be§ ^olfeS; — fic afeen 
unb löuröcn jatt. iiui 22, 35: ^abt i^r je ÜJJangel gel)abt? — $err, nie 
!einen. 10, 15: laffe mein lieben fiiv bie Schafe. 

IL IVnirwif bir eisige 2rt|l berntt. 

mir in 6^ct|ito ben ehngen magren f^aUn, ifl bavmif ge» 
grfinbet, ba^ nriv fetner Siebe unb 9l«tt unbebingt neetrouen unb uni 

)U i^m alleö @uten verfemen !önnen. 

1. 35fnn el)e \d) no(^ roar, ^ot er fd&on für mid) geforgt, inbem er 
„mit feinem teuevn Slut fär oUe meine 6anben oolitbmmlifb 

bc^o^Iet ^at." 

©ein J8!ut" ift fein (?an^es V'eiben unb sterben; „teuer" ift baSs 
fclbe, weil (i^nitua bus unjc^ulbicjiie unb ^uc^fte Dpfev ift 1 ^^ietr. 1, lö. ly: 
iBiffet, ba| i^r ni(^t mit oergänglic^em Silber ober (Soib erlöfet feib oon 
eueim etteln (fftnbltd^en) SBonbel niu^ oSterlu^ev Seife (burc^ bie ^ovt» 
pfiansung ber 6&nbe), fonbem mit bcm teuern iDlute (^rifH alg eines 
ttnf(^u]bigcn unb unbefledtten SammeA. 

^tOoIlfftmmli^", fo ba| mir nici^td, au(^ nid^t bad allergeringfie, 
baju beitragen fonnten ober fflft|ten. |^ebr. 0, 12: (Ir ift burc^ fein eigttcg 
Siut einmal in "Dao r^dltge eingegangen unb l^ot eine ewige (Srlöfung er* 
funben (bamtt juroege gebraci^t). 

„%üv aUc meine ^ünben"; feine Sünbe unb leine i\i \o 
gro^, ba^ büä ©ü^nopfer G^rifu mt^i ausreiche, 

„^e^a^lt"; er ^at fui miö) bus ^t^ojegelb etUadytet unb bamit ^^tii^t 
meine ®ftnbenfd^ulb. ftoL 2, 14: Sr auggetilgt bie A>auojd;rift 



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16 



(b<n 6(^(neD/ fo niW unS nMr. 1 $ctr. 8, 24: ®r ^Qt unfre ©ftnbeit 
feKjl 0eo)»fett mt fctncm Selbe auf bem $oI). 

b) er ^mtib au« aller Olewall bed 2eufeU cdüfct 

^un^ bie ®6nbe ift ber ^enf(^ bei Xeufeld Jbml^t nenNirbeA; bur(^ bte 
Befreiung von ber 6änbe nerben noir au(^ frei aud ber OenMlt bed Xeufeld. 
1 3jo^. 3, 8. 10: 2ßer Sünbe t^ut, bei ift pom Xeufel. (gpl). 2, 3: 
aßir »aren Kinber be<? ^orned oon ''Mtm. ?aöm. 6, l':'>: 35ev Xob ift 
ber ©finbe Solb. ^ebr. 2, 14. 15: 2)a| er 'om±i doi lob bie "Mad^ 
nä^me bem, ber be« ^obe§ ©eroalt Ijatte, ba« ift bem Xeufel.*) 

„Srlöjet", b. 1. loageloufi unb bamit befreit oon ber ©ünbenliud^t^ 
fc^aft. älUertum tonnten bie jtnec^te^ bie Btlavm, bmc^ (i^elb lod^ 
gefouft unb babur(^ frei toerben. 

€)S)amit, ba| <S^rifitii» besa^lt M ffiv meme ©ttttbenff^ulb unb 
mii^ (oSgetauft ^touftber @fliibeit(iiei^tf((aft, ^crmU^iu feinem 
iSioentum erroorben; aU fein rcfjttnA^igc« Eigentum tann mvät 
nu^tt unb niemanb if|m entreißen. 3)avum 

2. ,/Sen)Ql)rt er mid) alfo, bafe 

ft) 0 (} n e b e n illU 1 1 e n meines ^aterö im Gimmel tein J^aav oon 
meinem .t)aupt fann fallen." öott ift mein 5?ater burdj Sefutn (S^riftum 
unb ber 2Biüe bes '^ateiä ift auä) ber ÜiiUe bes 3üi>nes. ^^ol). 6, 39: Daö 
ift ber 2BiUe bcd ^^aterd^ ba^ ic^ nic^td oerliere oon allem, bad er mir 
gegeben ^at ^o^. lo, 30: unb ber Sater finb ein«. 

a ar 9 0 nt ^ a u p @in ^ar tfk boft aUergcnngfte am menf (^lid^en 
Jtörper unb man a<|td fe!b|l nu^t barauf, menn eines auSfSUt; unb bocb 
^ei^teä^kt. 10,29—31: @ure|yaare auf bem^upt ftnb ade gejault. 
)BeibIi(^e laeroal^rung ift und siuief^c^crt ^)fef. 43, 1—3: ^ttnl^e bi($ nt^ 
benn ic^ ^abe bic^ edöfet; \d) Ijahc bid) bei beinem 9Jnnicn gerufen; bu 
bift mein. !£enn jo bu burcf)si 2Ba)fer geljefi, roiÜ ic^ bei bir fein, bafe 
bt^ bie Ströme nic^t foUen erfäufen; unb fo bu mü ^tutx ge^eft, foUft 

Tu' ffielt ift cnTiifinöIicib flcgon ben 'Jkmen bc* „ Jfufel**, loenn er ihr in 
bem tJoxi Wottc« ober m tior iBcrJünbigunp ^e•^ie[bcn entgegentritt, n)ä^)^cn^ üc 
felbjt bieten 'itamen jo oft im 3Runbe ffl^rt, bei bemieibeu fd^ioört unb flu^t. Xad 
bat eint breifacbe Urfad)e. 1. dntioebct num tDiH gern über bot Sorbanbenfcin be« 
Zeufcl* fUb ^inncotftKf^cn. Sann gbiibt man bem Qogel €tvou|» »Hf^n 
feinen itopf cor bem ^äger in ben $uf(jb ober in ben Sanb ftcctt unb bann meint, 
ber ^^äflor fiif)c ibn nidjt, roeil er biefen n\d)\ ]x{l)l l^'r biimmc ^ogel roirb um 
fp Ictdjfor ^c•^ ,"^aacr^ 'öeutc. Cbcr ntan -.rfcnnt unb fiü)it e-i nidjt, ba^ man 
bucG^ bic ^uube unter bec @etoaU be^ 4.cu|cio ftebt. ^aoou lagt aucb bei ^ii^cit 
dncr ibret gtdlten ^wplftatn (Sit. 1, iS), ber Mier Qoetbe: .to Seufel firiltt 
bot 95Ifd)en nie, unb roenn er fie beim Kragen b&Ue.* 3. Ober ber Som ber SBelt 
batüber, bal im ^eiligen (Smft unb naä) Wottc? ®ort vom Tnifv! acrcbct roivö, 
bemeift gerabe, baft fic d nii)i x'xtrmtn fann, locnn iljr .^erridnr Qir i^iirft öiei^r 
Si^elt, 3ob- 12, ai; Iii, 11) angegnijen lotrb. Der J^belbec Matedjts^mu^ aber 
bat oon Dom()eretn hai Sort bed ^etm Offb. 22, 19 im ttuge, ba bie gan^ b. 
@4Tift unteugNir bie e^Hm bcg Teufel« bcieuBt 



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9ra0e i. 



17 



bu nid)t fcicimcn, unb bic flamme \o\i bi(^ nidjt Qnjünbcn. Denn ic^ bin 
bcr §crT bein ÖJott, bcr dcilige in li^^^öracl, bcin Aeilanb. "^llrf. 16, 19: 
So fic etwas Xöbiic^es trinten rocibm, luiib cg i()nt'n nidjt fd)iiben. 
^eif))ieU: 2)anif l in bcr ööroeuärubc, Xan. 0; ^H' lüiänner im ^tufVi 
Ofen: ^on. :i .^>am)tl)aar loarb nietet Dt'ijeuflt); '^autuS mit ba- 
Otteiv JÄpß. 28; auo beui ^iad^tu beä Söiocn, 2 Xim. 4^ 17. 

IBBoiii 6t)nftud für bk leiblid^e Sei9at)iuiii^ aufd allergcnattefte jorgt, 
mit Diel me^r ffiv bie meiner Seele. 3o^. 10, 2d: Sie merben ntaimev» 
melrumtommenttnb memanb »irb ite miv auB inetner ^anb reiften. 
1 Stot. 1, 8: (Sr loirb eu<^ feft 6e(| alten bis onS @nbe. 

h) "il^enn mir o\)ne ben 3öiUcn uieineä ißniers im ^limmcl nichts ju* 
ftopen tonn, fo (\cfd)ie^t eä mit unb noc^ bcm 5öiüen bf§[clben , ivrnn 
mir in^enb ein !L'inb an ?cib ober »Seele n)ibeifal)rt. ^T'ie '-ü eiu a nin 
^eif^t fidj bann aber barin, bai5 mir feinem berfclben fd;atieu tann, fonbern 
luelmcbr „alK'o meiner ^elii^fcit bioncti um]]." '-HpiV 14, 22: 3iMv 
luujicn cuudj lucl Xrabful ino ^Keid) (Bültes ^d)m. ^<xl. 12: wtlu^ 
ift ber Mann, ber bie 9lnfed;tung erbulbet. !Kj)ni. 8, 28: SBir »iffen, ba| 
benen, bie ®ott lieben, aOe ^inge ^um heften bienen, benen, bie na^ 
Um Sorfa^ berufen ftnb. )B e i f p i e { e ftnb bie 0äl)run9en ^ a t o b » (1 !9ltof. 
32, 10), dofep^S (1 ^of. 50, 20), ^aoib« (^f. 118, 18. 21). 

^Da8 flicbt einen ftarfen Xrofl unb fräl)lic^en SRut. 

3. 2)afe ic^ aber mit fcfter 3wo«rfi<i;t and) mir ald einem auäernjüljltcn 
5{inbe (^5otted bcn einigen Iroft eignen Sann, bafär f|iebt (Sj^riftud mir 
eine boppelte ^?erfid)eruni3 : 

a) Xai innerhd)e 3 c i' 0 '1 1 ^ boc. ei l i^en Wcijteö. (5elbfti\eniarf)te 
(^cfü^le unb (5inbilbun<^cn t()un eo nidjt; nur ber .^^»ciligc (iJcift lann mi<^ 
meines Ji^cilä unb bco eiuigcii iiebene geiDi|i mad^en; i)t man feineö ^eifö 
in (S^rifto nic^t gemig, fo l)ai man leinen Xroft. ffiüm, 8, 9. 14. 16: 9Ber 
a^rifti ®eift nit^t ^at, ber ift ni(^ fein; ml^t ber ®etfi Q»otteS 
treibet, bie finb Rottes Äinber; berfelbe ®eift giebt 3^9^^^ unfcrm 
®etft, baB mir @otte8 Ainber fmb. 

b) 3)ie Äraft jum neuen 2 eben, bie mir am unö f elber nii^t 
Ijabcn fonncn. (Sbriftnc^ felbft „mad)t mid) burd) feinen Ijetli irn ^!fift tii i Ilif^ 
unb bereit, iljni fLn-ti)in 511 leben." ^Jiad) ben Weboteii CÜüttcs unb \\)m 
JU CSljren ^n leben, ift uu«j bann nid)t eine i'oft, fonbern eincSuft. JJiat. 7, 
21: roevben nic^t alle, bie §u mir fachen: .^crr, -v^err! in bao ^^MmmeU 
vcid» liMumen, fonbern bie bcn ^Ullen t^un mcincö ijjateia im ^immel. 
^ef. 40, 29: @r giebt Stätfe genug bem Unvermögenben. 9Rat. 11, 30: 
^cin ^0^ ift fanft unb meine Saft ift leitet $f. 110, 3: ^ein ^t! wirb 
bir willig opfern im ^tigen @(|mutf. 

So bin td^ in bem „einigen X^roft** fien>i^, bag ic^ (S^rifti eigen bin 
unb bnp er mein eigen ift. Um biefeö föftlid^jen Xrofteö miiien fann man 
benn ouc^ nlleö anbere brani^eben unb niiffen, mie ber ":lKann, ber ben vcr^ 
borgenen Bdjai} im lUder, unb bei .Hrtuimann, ber bie eine ti)ftitc()e ''J^tik 



18 



9tm 2. 



fttnb. CDlat. 13.) %l 7.1, 25. 26: A>crr, mnn iä) bit^ nur J)Qbc, fo frogc 
i(fj nicfjtS md) ^imnicl unb (irbc (er geljt mir über nttcS, unb in ifjm 
^abc id^ alleö, 4')nnmel unb tfrbe). "iiH'nn mir iileicb Iii ei b unb Seele 
oerf(^ma(^tft, fo bift bu bod), (iJotl, aUe^cit (uuf eiuin) meines .^er^eno 
Xroft unb mein Xcil. i\iöm. 8, 38. 39: bin geiui^, ba^ meber 
Xob iiO(^ 2thm, loeber (rngcl nod) ^ürftentum (überirbifc^e ^läc^te>, nod; 
(mcnfd^Iic^e) ®eiva(t »eber ü>egcntoärtiged nod; 3utünfH9ed^ roeber ^o^eä 
noi^ Xiefet/ niN^ feine anben jtreatur <(9efd^5pß tann mic^ fc^etben oon 
ber 2kU ®oiteA, bie tn S^vifto 3<fu t{l unfcrm ^ervn. 

Ur finita. ^\e\ ,\iatod)icMnu'5 unb ber ($ri|tlid)m l'ohie iit unfcr 

Zto\t unb .^ed. l}ai iQtü bettelet itt ber (^'»ciüetjung bc^ Ijbdjiten C^ute«. 2)ci' iio\i 
ifk bie flcntfTe duoerftt^t beftfelbtn, MTbunben mit einem tlnfona ber (SmieBunn. 
^a8 bSdifte ®ut ift bad, burd) betten ^ct~t^ mir feliß unb burd) beffen ^^erlu^ mir 
unglüdlid) unb elenb ftni). IDorin biefec ^roft beftc^c unb wie er bei4>affen fei, 
loirb in bet ersten ^xagc bes^ ^atec^ismu« nMiW 

** 2. \Dic9icl Stiidfe finb ^ic notig tvijltn/ b^g &u in tiefem Zv^^ 
fcliglid) leben unb ^ben mögcirf 

iDrci öiucfo crfllid); ivic grcß meine 6ün6c uni> ^tUnb fei. 
Sunt otibcnt: wit f(b von aUrn mdnett €(ütt6cit erldfrt loer^e. 
Un5 5um drittelt: wie idb <ßotr für fol(be ifrldfttng foU ^AttP« 
iNir fein. 

ÜRdflef» « (5nneft. 

^ntw. i l) in bietem Sroft felift Üben unb ftecben tann« ba^u fmb miir 
brei Stüde 311 ri):'i n niitin. 

a) SDcldje* m ba-i ci iie ötüd? SJie gro^ — fei. 

b) ®el(b*:« ift bas ^meite 6tftd? Sie i^ — etlöfet »eibe. 

c) 9Be(4e4 ifi ba9 b ritte 6tft<f? 9Bie i^ - baiitbat fein. 

T'.f erfte /vrage ift glcic^fnm bie geöffnete Pforte, bmd> meiere mir 
erblidnt b e herrlid^en ©üter, .^cil unb eiuigeS Seben in C^rifto, bic in beni 
.(tatediionui j luie in einem Sd^ja^ljaufc töottcä in fd^bner Drbnung und baige^ 
bütcii meiüen. ^ic jroeite ^J^age jeigt unS bie brei Stufen, nuf meld)en 
.niiv etniveUn unb jene« ®fiter teilljaftig toerben. SDev „einige Xroft" mu^ 
aber bein %tofi »eiben unb bleiben; fonfk fonn H bir ni<^td nfl^en« 
»enn bu nur oon bemfelben »et^t. 

I. Bas crfte i^lftik. 
SSer ouft bem (SIenb ber @finbe ^crauftlommen vM, ber mu| oor aOem 
ntffen b. t. criknncn, ba| er im Ulenb fleift unb ba| biefcS fo ^to% 
i% ba^ iDcber er felbji noi^ ein anberer SRenfd^ t^m boraiid ^Ifen fann. 
&n jtranfer, ber nic^t ^^ugiebt, ba^ er Iran! ift, roirb nic^t naä) bem 9(rjt 
oerlangen unb bic «Heilmittel n\<S)t annefimen. 3)ic Sünbe ober ift bie 
fdjroerfte .ftranfheit, baran 2e\b unb Seele nerberben ^citlif^ unb emit^. T*a6 
erfte 6tüd foU aljo bae Verlangen na^ (^rlbfung enncden. 'J}iat 9, 12: 



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19 



f>ie Starten (<3efunbm) (ebflrfcn beft SCrjtefl nic^t, fonbem bt< jCranfen. 
^cr. 3, 13: 9LMn erlenne betne tRiffet^at, ba| bu »iber ben ^enn, 
brinm (&on, Qefihtbigt ^aft. »eHoraie @o^n (SuY. 15) edcnnt vor 
aUtm fein iSlenb in bcr ^embe, fem oon feinem '^ater, unb erlägt tu 
fi(^/' übet nic^t um ful^, er ftt(|t bie 6dl»ulb nic^t in anbem, fonbem in 
M felber. 

II. Das ^lücitf ^ttidi. 

3l^cnn lüir miv eilcnncn löürbcn, mic pro| unfer Glenb ift, ober mdjt 
aud), baf; unb iric um gt'ljclKn tDcrbci; fann, fo müßten mix ücr;ac^cn 
unb oci^iücijclu. (.s{am, 1 iDiof. 4, 13.) 2)aiuni ift lüiijcn notu;, 
„ba^ id^ einen ^eilanb Ijabe, ber oom ülcipplein biA jum ®rabe, ja ^um 
X^ron, wo man i^n e^ret« mix, bent @flnber, angehöret" 3>aS le^rt und 
baS sweite 6tfi<f. (Sin ltran!er, ber feine ilrant^ett erfennt, nirb nid^t )um 
erflm ht^tn 9l<3t ge^en, fonbem su einem (erod^rtm, bem er fein lOertrütten 
[c^enfen laim. ^o{|. 17, 3 : ift baS eioige ^eben, ba^ fie bt^/ ba| bu 
allein roa^rer &ott h\% unb ben bu gefanbt ^aft, l^^fum (St)riftum, erfennen. 
"ÜKot. 11, 2S: 0* luiU curf) crqr.i^fcn. l'uf. 5, 17: DieSrnft beö.<>crrn 
qinci oon il)m auo unb half jebcrmann. xHpg. 4, 12: (Jö ift in feinem ^Inbein 
Jt^etl, b. i. 'Kcltunii auö Dem Jicitlidien unb emif^en ^Berbi'rben. 2)ie gro^e 
Sünbeiiu (l'uf. 7) licji fid) burdi nidjto mc «lad^en, ^u ^efu j^u geljeii, unb 
fanb bei i^m bie ikrgcbung iljicr 3un^f^, roic gro^ auö) wav i^v i3c^abc. 

III. Has örittf $tir*. 

Aiiv jt'bc cvial)vcne ülioI)ltf)at (U'bübrt i\d} 2) an f ba i f ei unb bicfe 
mad^t bt'u ^ol)Ul|atei- und; fciuei- geiuogcii. (^uieii :Ur^t bcja!)U man, loenn 
man gefunb geworben tfi. ®ott fdnnen mir für bie in ä^rifto gcjt^enfte 
(SrUifung ^mav nid^t bejahten, aber bun^ einm neuen SBanbel nod^ feinem 
SBolIgefoSen uns i^m banfbar enoeifen. {Da9 niffen mir au(^ nic^t von 
uns f elber, batum tfl eS niKtg ju erfahren, n>ie baft gefdbc^en foS na^ 
feinen ©eboten unb im (>3ebete. ^f. ')(), 14: Opfere ®ott 35anf unb be» 
jaf)Ic bem ^öc^ften beine Öelübbe. 2)aö redete ^anlopfer JKönt. 12, 1: 
JHegcbet eure i?ciber Oiott jum Cpfer, baö ba Icbenbig, l)cilig unb Oiott 
n)o^lgefälli(^ fei. Sto\. 2, 7: Seib rcidjli(^ bnnfbnr. T'er pcfjcilte 'Sa= 
mnriter (Vuf. 17) ift um ein ^^U'tjvnd -2)rtnlbaital; bas innhalten ber 
neun ^ubin luaint uuö uoi beul Unban!. 25cr eine JDaulbare roirb jeincd 
^rofteS nod) bcfonberä ücrric^crt lU). 

SBenn nun gefagt ift, bag biefe brei Stüde au wiffen, b. i. ^u erfennen, 
nötig ftnb, fo ifi bamit nic^t gemeint, ba| bicS nur mit bem Aopf gefcbe^en 
foU, fonbem eS mu| und aud| rechte ^ergenSfat^e fein. l^o^. 13, 17: 
So i^r foI(^eS roiffet, felit^ fcib i^r, fo i^r eö t^ut. ^|Jf. 50, 15: 9lufe 
mi<^ an inber92ot, fomtil i<|| bi(^ erretten, fo foflft bu mi(^ preifen. 

lY. Cttttrilniig bee Mt^imw. 

S>ie „brei Stüde" ftnben mir }ufammen in bem Sprui^ 9(öm. 7, 24. 
25: 34 etenber iDienfd^, — mer mirb mid^erUfen oon bem >2eibe biefeS 

2* 



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20 draoe 3. 

^obel? — ^d) banle ÖQtt buvc^ l^c^iiiri Gfjrift, unfern A>crin. J^ierauS 
fint) t>ie Uber fd)rtf tcn ^« bcn tuci Xeilcn beo 5?fltfd)i©mu6 genommen, 
bi'jjcn (iintci [ung [ic^ auf bi'ii (^ang bed fHbmerbricie'i grünbet, inmeld^em 
ber 3(po)te[ ^^aulud Don bicfen bret Stüden banbelt. (Srftlic^ überzeugt 
er 3uben unb Reiben, ba^ fie elenbf unb oerbommte ©tttiber finb (Rap. 1, 
IS—Z, 21); ^umanbevn le^rt er von bcr (SrlSfuno burd^ 1S|rifhim (Aap. 3, 
21—11, 36); )ttm bvittf II mnalnt er jur ^Dantbarteit btird^ einen i^ri|l* 
liefen aSanbel (Stap, 12, 1— IG, 27). 

Araic 1 unb 2 bilben bic (Sinlettung bes ü^tdjiiämtA, wie Hop. 1, 
1 — 17 t>ie tti ^ömerbriefed. 



2)ci crfte ieii. 

Doli km ii^tft^ mh Ut ämih. (3r. a^-rj.) 

2(ue bcm (Bcfct? (Botree. 
Unt». SRein dlenb ertcnne td) ou3 bem ®efe| <9ott(». 

I. mos „flfnh" üföfiitft. 

1. 2)a6 iÜ3ort „trUnb" bcbcutct uvfprüngHc^ fomcl aU „Wu6lanb, oufeer 
L'anbeö, in ber Jsienjbe," unb rouvbc fi'üljci aud) ucvitanbcn von bcr ^i^er^ 
bcniumn, lucld^c aH bie Ijöt^ftc bürcjcrlidic Strafe galt. 2)cö[)aU> ütjoidjnete 
man mit „(ilenb", bti jUafiueifcn (Snifcniung oon 3Jati:iiauD uuö .peimat 
unb Slnge^örigen, ben unglü(fltd()ften ^uf^onb. 0t9^ in ber 9teformationd^cit 
galt nebenbei ber urjprüngli4ie begriff oon •i(enb^ Sut^er itberfe^t 

58, 7: bie, fo im @(enb fmb, ffi^te in baft {^8. mrtl\^ iei|t eS: 
«bie Srmcn, meiere roanbem/' alfo bic armen Sieifenben ober 2)anberer. 
jDie LXX überfc^en: „olibadjlofe 5rvmc," alfo aud^ ^eimatlofe.) 

2. 9Uad in ^yrage 2 „©ünbe unb (llenb" genannt roirb, ift in %r. 3 in 
cinc> .^ufammengefaf^t. (!5 fvinbelt fid) um bie Sünbc unb ilire ^la c^t 
(bic eunb^aftigleit) unb [obann um bie {folgen berfelbcn, nämU(^ <3<$ulb 
unb Strafe. 

T'ie Sünbc ift nidjt eine Mof^c nienfd)Iid|e 6d)mnc()c, jonbcin jie i|t 
aJIiffctljat, b. i. Ubcltfjat, S^er biedren gegen ÖJott. 



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Srage 3. 



21 



non (Slott f^etbet unb von feinent ^ngcfl(|t oerbanttt, t^n bamit un0lQifU((| 
maifk, an Scib unb @«elc, in 3cit unb Mgfeit. ^cf* ^ 8<n. 
Qbeff.): <Sure fRiffct^aten f<i^eiben euc^ unb ntem @tott oonetnanber, 

unb Cttce €ünben oerbergen baä (fein) ^2lngefi(^t oon eii^. 

ÜJer erflen ©ünbe i[t fofort baä (Slenb gefolgt, btc ^>^cr&nnnun<) 
bem "iliarabtcfe, bem §cim Öottcö bei ben 5)ienfc^cn, auf bcn uerfludjtcu 
'?((fer. I^ic ^ünbc ift gerooc^fcn mit bem crften *!))iorb unb ^at ben ^)Jförber 
Hain üöU ißer^rociflimn in ba€ y«nb Otob, b. i. „t^erbannung" (Glenbi, 
getrieben. Unb als* bem 3€tl> em Soljn geboren roiirbc, b« nannte et iljn im 
bcs tiefften @Ienbcd (^nof(^, b. i. ,,un^etlbar fran!". ((Snofd^ bebeutet 
bann cud) „^enf(^"). 

II. UUi^ tiutfi i)tm iöcfe^ (ßotlcö ui ucijktjcn ill 

1. (?in Wefe^ ift etmas ^eftge fefiteö , eine beftimmte Crbnuru^, n<ut} 
ber man ndi :u ricfjtcn hat; ucvlanat C'J c (j o i f a in. ^ebeö mciifil)li(^c 
©cjc^ i)ai jeuvi' .Hiaft nuv in bcn ijoitUd)en LiDrumjjcn; luo i'Q biefen loiberi 
ftreitet, gilt bad 3Bort: man mu^ (_^ott me^r ge^orc^en ai^ ben Wenfd)en. 
(3(p8. 5, 29.) ^aS 9ött(i(^e (^efe^ bagegen ocdangt unbebingien 
<9^orfam, vml ®iM be¥ bö<^fte unb allein unfe||lbare ^Sefel^gebcvifi. 

t. IbcA (3e]el^ ®otte« ift ber lunbgegebenc WXit ®otteS unb fagt 
und, m9 mir k^n unb »as wir (äffen foOen; feine gform ift ba^r bie 
bei (Sebotes unb bei SMotei. iSA »ttb unterf^ieben ba$ naifirlid|e 
C^efe^ (Rottes ober baä ©etoiffen unb baft geoffenbarte ober gefi^rtcbene 
(gefel ©oüed in feinem Sort. 

«) 3)ttä ©eroiffen ift baS bem '])ienf(!^en anerfc^affenc 'öeioufetfein 
»on QJut unb 53öfe, ^lec^t unb Unred)t; ein Sfleft au€ bei Bände "be^^axa-- 
biefeä, Pom 'önitme ber (5rfenntni§ be« fluten unb iöofen. Cfo wirb auc^ 
„eine 'Stimme ('')otteo itn .r^er.^cn t»e<s IKeufdicn" (i|enannt. 'Höm. 2, 11. 15 
(n. acn. Ubcvf.): Ä^cnn bie A>nben, Die bao WcieJ) nid;t l)üben, von "Jtiitur 
tl)un, Rias bcä üicfc^eä ift: \o jinD fie, bie baä Öefe^ nic^t ^uben, iljnen 
felbft ein @efe§, inbem fte beroeifen, be« ßiefe^es ©erf fei gefc^jrieben in 
ilfren fintemat i^r ©eroiffen fie bezeuget. 9(ber wie äffe Mfte 

unb Anlagen bet menft^lid^en @<ele bur«^ bie @ttnbe oerberbt ftnb, fo 
aud^ baft (9ewiffen. 3!)er IRenfil Yann bal|er bun^ bad ®e»iffen allein 
nic^t jur (^rtoitttntd ber 6finbe fommen, ba fein „C^iemiffen" fogar man<|efi 
oft fttv re<^ ^ält, n>n« oor (^iott unrecht ift (j. 53. ui lügen, wenn es 
einem anb?ni n'\d){ f(^abet, ober für bcn ^IC^euidu'n fclbft ober für einen 
anbern fogar üuf,crli(^en ^iorteil bringt; etnniö „imtjuneljmen" ober gu „bcs 
J)alten" b. i. ftel)Icn, menn nur i^cvinßfüt^it\ ift ober roenn ber, bem e« 
gehört, bo(^ uicl biioon f)at). T*rto CMciüiffen be^ notürlicben '5)?enfdjeu ift 
beä^alb nic^t juoerldfiig. ^Köm. 2, 15; Xie (iiebaulen, bic jid; untereinaiibcr 
«erfUigcn ober entf d|ulbigcn. iH bebarf ber Siegelung unb 3c^ärfung 
bur<^ ba« geft^riebene @efe( Rottes, wie bie U^r immer mieber na^ ber 



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Sonne geri((^tet uub geregelt werben muft. giebi ein irren bed (^ewiifen, 
bie U|r gel^t unb fd^lftgt, aber nti^k rt<bti0; unb ein fc^Ufcnbed @cniiffen, 

bie Ul|r ge^t, aber fc^lägt md)t. Unter «gutem* unb ^H\tm föeroiffcn* 
Derfteljt man bie $ejeu()ung bee @en)iffen§, ba^ man pt ober böfe ge« 

()anbclt f)iibc. 3I6er bais „^tite" f^knuiffcn fann nud] ein irrcnbe^i fein. 

t») 1)00 n^f'^f'cbenc Wefc§ Wottes ift bcr in bcr ^eiligen 3d)iifl t^co 
Gilten unb ^Jeuni "tcftamenteö geoffenbartc jffiillc r^Jottcö, nad^ welchem 
loir unfern 2iMinbel in Jl)un unb i^affen rictiten )oUen. 

1. ^uuüd)[t Uli ;^lUtu Xeitamciit. ^üI^. 1, 17: Da« Öcfe^ i)'t buidj 
•üJlofc gegeben. Wid^a 6, 8: ®8 ift bir gefagt, '3JZcn[c^ , loaö gut ift unb 
wad ber ^err von bir forberi S>a9 ®efe| im SCIten Ounbe ift bretfad^cr 
9(rt : ba« ^ 0 r a U ober €ittengef e^, boBCSeremonials ober fiiri|engefe^, 
unb bad ©taatd« ober bfirgertit^e @efe|. (Scremontalgefcl^ ift 
cntl}alten in bcn '^cftimmungen über bcn (^Jottcöbienft unb bie religiöfen 
©cbrnudn* bco T^otfeS ^örael ; bao büi iu' vt id)C Wcfc^ bcffimmt bic ftaai: 
liefen (jinnd)tunt^cn unb vci^clt bic '){cd;t90cr^nltniffc bco Isolffl $<eibc &c- 
fe^c galten nur für ^sracl unb joUten bemfelbcn aud) bienen gur (irtenntniS 
bcr '3ünbt', erftcrco burdi bic in ben Opfern unb 'll^ifdiungen bejeuoite Un= 
vcinu^tat (.^ebr. 10, ouid) bic Cpfi'v gc[d;ii'I)t em (^>ebad>tniü bcr 3uiiben), 
boS onbcre jur Überführung beS Ungcl)orfamö unb Ü^iberftrebcnö gegen bie 
Orbnung im täglichen Scben. Seibe @efe^e fmb in €t)rifto aufgehoben, baS 
<leremoniaIgefe| bur^ feinen Opfertob unb fein ^o^enifriefientmt (Stol. 2, 
17: »eld^e^ ift ber Rotten oon bem, baS gitffinftig nat, aber ber iti^rpev 
ift in (S^rifto; Jpebr. 10, 12.26), baö StaatSgefcij burd) fein .^önigSamt unb 
•Oimmelreit^ (Mai. 28, 18—20), nac^bem bie fc^ioerfte Strafe biefeä @efe(ei», 
bic Xobcöftrnfc, an bcm 2ol)m 05otteo iioIlAO;n'n Qo\). 19, 7: niir ^aben 
ein Ojefe^ unb nad) bctn (''icfcli }oil cv fterbcn; 5 -^^^cf. 21, 23: ein We-. 
l)cnftcr ift uevfludjt bei C^iott) unb bcr jübifrf?? Staat burd) ('•iottco (^knidjt 
oernic^tet mar. 4jüu bcm tScremoniaU unb bcui bürgerlidjcn i'»iefe^ ;'\#raelß 
gilt in biefem ©inne: (S^riftuö ift beö (*Jefe^cö (^nbc (iRöm. 10, 4). 

^ad WoraU ober Sitten gcfe^, toelc^eä in ben jeljn geboten in- 
fammengefa^t ift, mar bad erße @efe(, weli^eft ®ott ^ael, fobalb ed nac^ 
bcm iCuSgug au« tt99pien |uv SSoINgemeinfc^a^ geworben »ar, am Sinai 
gegeben l)at. (2 mo\. 20 unb 5 Mol &.) ^Dagfelbe ftc^t noc^ in Äraft 
unb ift für alle ^öl!er unb ßeikn bic oon (^ott gegebene üirunbloge ber 
ftttlic^en SBeltorbnung. ''Mai. 5, 17: ^d) bin nidit pefontmen (C^efc^ unb 
'ij.^ropljctcn) üuf^ulbfen, fonbcrn ju cifullcn (b. \. md)i bloy bie gorberunnen 
beöfclben in feinem tljätigen unb bie Strafen öec-fclben in feinem Icibenbcn 
Wef)orfam, fonbcrn er ^at baö Oicfc^ aud^ „erfüllt" in bcni Sinne, bajj er 
cü md) uoUigcr mad)tc unb auc^ für fein diciö) eine genauere Erfüllung 
aU bie bei ben ^uben gemol^nte unb nur auf ben äSud^ftaben gerid)tete 
oerlangt). 

2. 5DaiS StcueXeftament enthalt ni^t bIo| bag Soongelium, fonbent 
au(^ bog ®efe| beg Steuen 9unbeg. 14, 15: galtet meine Ö^c böte. 



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^rnßc 4. 



23 



^D^. 13, 34: (Sin neu <Se6ot gebe mi^ &al 6, 2: (Stner trage 1»efi 
anbem Saft fo neKbet baS @efe| Gerillt crfOOen. 1 ^^e{f. A, Z: 
^afi ber f3ine ®otleS, eure ^eatgung. 

III. U)ic mau i^urd} das (ßrfrH C^ottr« ;ur (ftknmtuiö 

$iin^c kommt. 

Wott l)at fein 0)efe$ ju einem ;meifad)cn ^]\vcd j^cgeben: e3 foD un§ 
^ucift jui ^rfeiuUnie unieui cuiiDc i'u^ien unb [obanu aU iHid)t[(^iiur 
bcS neuen, &ott too^Igefäaigen Sebent bienen. {Der Ic^tei« ®ebcau(^ roirb 
vom <9efe^, ben ^e^n geboten, in bem bfitten 5£ett befl ftateil^iftmuS (^oon 
ber 3)an!barfett'') gemat^t; ^ter im evjlen 3leil ^aben von efi mit bem Sefef^ 
in erfter iSejie^ung t^un. 

^ag @Ienb ald Übel, baS ^olge ber Sünbe ift, ertennt man auS bcr 
bittern ©rfa^rung, aber bie Sünbc fclbft alä ßlenb erfennt man nur 
aus bem Öcfc^e ©ottcä. ^öm. :\ , 20: ^urc^ baö f^Jefct !ommt Qv-. 
fcnntntöber(3ünbe. (fö ^anbelt \id) babei auc^ n\ö)t um bie (groben 
STu^bnicfje bev 6ünbe unb bie einzelnen @ünben, fonbcrn um bag 'Befen 
ber ^unbe unb unfere Sünb^aftiafeit. ^Köm. 7, 7: 2)ie sEünbc erfanntc id) 
nic^t, o^ne bur^i baä (Defe(}; benn ic^ rougte nic^tft von ber Suft (ba| fte 
ffittbli(f| fei), RIO boi (Befe( ni(^t gefagt ^ätte: lag bi(^ nic^t gelttften. 

@ftnbe ifit aOeft, loasbem betUgen aBiOen unb ®efe|e (StotteS entgegen 
ift^ e» fei in ©ebonlen, Sßorten ober Serfen. 1 3o|. 3, 4: IDie ®&nbe ijl 
bdS Untec^t (mörtlic^ : bie Ungefe^Iic^feit). ^ie 6finbe ifi bemna<| (Sm|»brung 
gegen ben äBiOen @otteä unb Stbfaa oon @ott. 

p,ur (5rfpn!itnio ber 3ünbc fommen mn, wenn lüir unfcr £^an,:^c«; 
Sebcn, md) Jljun unb ii'ancn, in ^Jcbaiiten, 'A^oiten unb 'll'cifcn, mit ben 
JVorberumnen beö gött(id)en (^je)ct3eo ueri^leidicn, unb uor bem bii^Iicficn üBilbe, 
melAc« aH ba§ uniere nuo biefcm reinen 3pioiU'I uno cntijctjenintt , nidit 
bie »'lugen ueric^Iicjiiu, ober öcm ^JUiunue gleicl[|en, ber fein IcibU(^c6 2ln: 
gefielt im Spiegel be[d;auet, unb oon @tunb an bat»ongef|et unb oergigt, 
»te er geftaltet »ar. iiüat 1, 23. 24.) SlirifbiS oermet|l ben reichen ^^[ängling, 
bei i^n nac^ bem SBege }ur Seligfeit fragte {Wtat 19), fowie ben (S^ift« 
ge(e|i[ten, ber iF)n oerfu<|te (2uf. 10), ouf baä f^3cHi3. Stber bicfe beiben 
Ijotten baö ©cfe^ nur ganj oberfläcfjlid) angejcf)cn, fonft l)ätten fic nidjt 
faiH'n tonnen : „bati nUH fjnbc id) f]el)alten." "33{nn muR bie Xiefe beS &u 
Uiiti Unnm, mm man bie &tö^it ber 3Unbe ertennen loiH. 



*^ i. \t^.te eiTOVt>ei"i btnu aottltdn* (tiefer, von unc-^ 

<rtc6 lebtet und ^t^rit^ua in einer 6umma, Ulatt^. am 
22. Ixapitfl: 

JDtt fcUfr lieben (3ctt, beimn ^errn, von gatisem fersen, 
94n5er ^le, von ^anscm <0emiüt unb allen &r4ften. jDice tfl 
bae vomel^mfle unb 0T50te 4^ebot. jDae anberc aber ifk bem 



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24 



illriit: !>11Ü ^cinfH UiU>th»i lifbcn al«;* ^id) fclb|>. 3" öiffcn 
5\i?cicn U>fbvMcii banget ^a6 cian.^c (ßefct^ unb bic Propheten. 

(^rforbcrn = forbfrn, bat; cliua-j gcKÖc^c Summa ^ bct ftansc ^n^aU 
in rur^en Sorten, rin turjer Inbegriff. 0Bn%\. btc •Stimme'' (ditt Weilftttctt.) 
%U bi(^ fcKfl ■= nie btib felMt. <lft bannet s e« batin enfboUfn ober in^ 
begriffen. 

^(ntra. 'liAnS ba« flöttUdie (ief(( oon un4 forbert« haü (ebrvt unö C^i)ititud iu 
(incr 3ummo, ^JRat. '22. 

a) Sie (autct bie 6umma be« ®efc^$^ Du follft - bttb felbft. 

b) 3Bel<^e« ift bo« oomebiiifie unb eröfite ®ebot? ihi foOft lieben ®ott - 
Straften. 

c) 'Hiofdieis ift bad onbcre @ebot, bem erften Qleitb'^ foHft bcinen 9lä(bft(n 

licbm loie öid) fclbft. 

d) Scliijco ift alfo b(c ipauptiiibalt bco gbtitict^cn Ocfegco? ^^iebc &oit 
unb bcm 92äd)ftrn. 

e) fSoH bei^t : in biefen jmcten Geboten banoet bo9 flanke <9efeb unb bie 
^{ifopfietcn ? 9uf biefe beiben (Bebote loufen aQe (Vorberunfien be4 QlefebcA unb bcr 
^ropbeten btnaut. 

bcr .{>cibclbcvc|ev .H atcdjiö m u o ni("{)t luic biv bei icmcr iHb-- 
föjfung frf)on votfinnbcnc Matcdjtömuö i'utijcts bie \d)n C-icbotc, fonbern bie 
oon G^rifto felbft aufncftcIUe Summa bcvfelbcn alö '33111101 \\ir tSvfeuutniö 
ber Sünbe I)ier im eilten Xeile beicicf)nct, ^üt ludjt etu?a bann icinen Qirunb, 
ba^ man blo^ eine ^Jlbnteic^ung in ber ^teiljenfolge ber in beiben j{ated)t«men 
oerarbeiteten fflnf .^auptftude eintreten laffcn noUte, ober »dl ed nir^t gut 
anging, bie je^n ®<bote iraeimol, juerfl im crßen %üi ntt @picge( jur 
@ftnb(ner!eniitni4 unb bann wteber int britten Xetl aU 9(t<|tf^nnr bcS 
(F^riftenroanbelS, ju oerroerten. !JDie Wrünbe lictjen offeubor tiefer, «nb ;imir 
iu ber ©ad^c [elbft unb in bem ^m(d beö 'duc^ed. ber ©at^c felbft 
^anbcU c3 [ui) nicftt um bi«^ (^rfpTn^tni'^ tMn?»;Iner Sünbcn iilö Übertretung bcr 
einjelncu (Gebote, fonbcrn um bic (iifcninnio ber oüubc. Der ©ünb^aftinfeit 
unb bc5 uevlornen ^uftanbeä be§ nntürlidieii WenfAen. Diefe (*rfeniit)ii8 
loirb Diel leichter baburc^ genjoiinen, bü^ bie ,^et)n Oiebütc in jener fon.^'n^ 
trierten (SJeftalt ber „©ummo", gleidjfam mie ein ©piegel mit intenfiuftcm 
tfUfUt in engem Siia^men uiiS entgeijenget^alten werben, ^r ®rnnb, non 
meinem a&e ma^re ^efe(f9erfill(ung au^gef^en muft, ttnbbaftB^'I/ VMl^m 
fte i(uftrebt ift bie Siebe, ^fl bu bie nollfornmene Siebe —^u ®ott 
über oUeä unb bem 'Dläc^ften nlä bic^ fe(6fl — ? ^iefe ^raflc gebt auf 
ben ticfften ©runb ber ®eele, unb biefer ^frage gegenüber giebt eö fein 3luö« 
roetd^en, roie etioa bei bem einen ober anb'-vti f^Jebot ucvfucbt nicrbcn fönntc. 
„^^r follt oollfomnicn [ein, u)ic euer iUter im .'«Gimmel nolI 
fommcn ift," barauf iiiebt co nur bao eine 55etenntniö: ^Jas bin id) nic^t 
unb bact fann icf) nid)t fein von mir fi^lbcr. ^er nnbere (>Jrunb Iiei\t in bem 
^med bei iunüd)|t für ^Unber beftimmten .Hatedjiömuö unb ift ein pöba^ 
gogif(f;er. möd^te roo^I nic^t gelingen, einen Katec^idmueifc^üler I^infic^t« 



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It<^ 7. Qkhoa {hü foUft nid)t cricbrcd^n) ober bcd 10. C$e6ot« (la^ bt(^ 
mdj^t Oelfiflni betncft Stfic^fteti ®etbeiK u. f. m.) suv @rf(nntiti9b«t DöUigeit 
©ikitb^oftigfett }u bringen, dagegen bietet bte bem ftinbe befannte Siebe 
ju bell (Sltein ot^er "i^crroanbtcn unb 3So()tt^Qtern einen ^tnfnüpfunflöpunft, 
um es )U ber (Srtenntnid führen, ba^ eä (^ott unb ben '*^2äd)ften nid^t 
liebt, tPtc t'§ foIT, (il^o bte (^kbotc Wotteö in 'Summa nic^t I)(ilt. 

CbiiHil)! Cialinii in icmcm .^atccf)i^mu§ al§ crfteä .^auptftürf bag Wlau: 
benobefcimtni^ bc()anbclt, fo tft t>od) bie ^Uniuenbung, ioeI(^c ber <^eibelbcrj}er 
in feinem ei|tt'n Xeile ucn bem Wefcii mac^t, ganj cnbiuifrf). 

Üüloin iofll: „litt ^wed De« ÖefciicS ift (cic^t ju cifeniien: cä U^rt öic 
Siebe, bie Siebe |u G^ott unb bie Siebe m ben IBrabem. ^ie Siebe jn im) f elber 
lebrt e< nlibt- fteinc 6ilbe ftnbet ß(b barin, bie iinfi faot, roaii loic um unfer felbft 
»inen tbim ober loffcn lollen. tienn an folbcr öonfcn lüir ot)nel)iu ftbort 
:,ufrit, imb im übrinon forflcn roir diu bcftc« für im«? fclbft, monn tt»ir wn* folbft in 
bor Viotu- ui ^on lV>l^L'rn pcrfleiicn. — Xie C^ebolc iiiden nic^t ntif C'iiiKlheiten ob, 
lonörrn auf ein :)icd)tbcf(^affenfein unfcr^^ flefamtm «'^uftanbe-^. 'Jiieniaii& uuMne üc 
burd) fttt^ed Xflun rrfflnen in tönnen: n»et ni^t butfbbrunitdt ift mt ber Siebe 
un^ oUeft auck ber Siebe beraub tbut, ber biid^t He in jcbcm ßkbanfcn unb in jcbcr 
.t»anblunfl. - 'SJn nun nbcr ffiner \o\d\c l'icln- in firi) liiit, in fiiib mir alle untiidififl 
unb uertoren Por (^oil. fl'ir bobüvrou oiiui 'Jvoriulniiiii, litior 'iLMobcrannabmo am 
©nabcn, einer l'iebe, bie ficb in nn^ auägicHt, bäum wir aurf) lieben leinen, co 
wciü un8 ba« O^cfe^ auf (Sbriftunt " 

5Die @umnte bed göttlichen (^5c|c{}es verfällt nieber in jmei ®ebote. 
^a« erfie entfpri(^t ber erflen ^afel be« @efe^eS (1.-— 4. Qkh^t), bad jwette 
ber ^netten 3:afel (5.— 10. ©ebot). Sergt. ^ra^e 93. ^tefe B^f^i^inen« 
fnffung finbcn mir jc^on bei ^o\t, unb I)at offenbar in I)infi«(|t borauf ber 
©(l)rift(\elc^rtc, ioeId)er ben .^rrrn mit feiner A-vai\c (11?at. 22) ucvfud^en 
mclüc, fein 'Bült eiiüibcrt. 5 '.IKofi' (1, 5: ^Ju foUft i^cii Aenn, bcinrn 
Wott, lieb \)ahtn von önuicin .^J')er,5en, von i'ianjcr Soi-lc, uon allem ikv^ 
mögen. 3 ^o[e 19, 18: ^£)u joUft bemeu 'Jtät^tUn lieben luie bid; feibft. 

I. ItM Qorneliiiille nnb griffStr (Bcbot. 

@tott lieben non ganzem bergen, von ganzer @eete, von ganzem (Se» 
mfiteunb aOenMfltn ^i|t: @ott ttber olleft, mit aDer <Sntf (Rieben« 
fftit unb oÖUiger i^ingobc Heben. „.s3cr,V', „Seele" unb „6emüt" unb 
bcren „^^ermögcn". lUebc ift nid)t eine blofec ßmpfinbuiti^ 'r^c<i ^5efül)I'J, fon^ 
bem fic iimfaf;t die .Hvafte unb ^^5frmö(';rn bc^ "ilJicnfdun ; ben 'i^evftanb 
((f rfenntnio) , ba5 (^icfiil)! (Cl JnvfinMmn) , ben W\\kn i(rntfd)[iefntnq) , unb 
bic iJet^ütiijuni^ mit allen .Uväftcn bev Seele unb Peo iL*etbcö. (5iott lieben 
^ei$t ttlfo: ;i) ba^ ic^ iljii als bao Iiöd)fte (^ut eileujic unb cfire (benn iUQl;re 
Siebe berul)t auf .^ot^adjtung) , |'f. 73, 25: 2Bcnn td; nur bicb, .(urr, 
babc; I-) ba^ id) nad; i^m bcftänbig »erlttttgc (benn bo8 ift ber 3 "9 ^«»^ 
Siebe), ^f. 37, 6: fud^e, $crr, bein SCntli^; unb in feiner (9emrinfc|aft 
mu^ freue <baS iff bie @eltgteit ber Siebe), 84, S: ^ein Seib unb 
Seele freuen 1t(^ in bem lebenbigen aott; c) b<i| t<b feinen ^iOen gern 



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26 



imb freimiOis t^e (bad ifl ber lOcioeU ber Siebe)« 1 ^o^. 5, 3: 2)a0 ift 
bte Siebe (Sott, baft wir feine Gebote polten; unb bm StSeit ®otte« 
bem SiUen bei üreatur uoqie^e, b, 89: 3Ran mu^ @ott melr ge« 
^ori^en al6 bcn 3Renf(|en. ' 

11. Das ttnbfrr (Rrbot, bns ^^m crllrn c^lrid) iii. 

1. 2)i;n 'jJü elften lieben löie 'oid) iclbit, b. l). ah ob ton er felbft 
ober ttlö ob bu an feiner @teUe roäreft. 2)amit luivb nid;t tue unlautere 
ttttb ffinbKt^e @elbflliebe (bie Selbftfuc^t unb Eigenliebe, ber C^goidmuo) 
beft natfirltf^en 9lenf(^en al4 flut unb beret^tigt anerfannt Segen biefe ift 
bie ^otbctuttft ber Sribfitoerleugnung geri<^, o^nt loelc^e aui^ eine Siebe 
be(( ^äc^ften nidjt rnoßlic^ ift. ®ie loal^rc Selbftliebe befte^t barin, ba^ 
man fein ma^reft^o^l unb eroigeä .^eil fuc^t. (£p^. 5/29: Sliemanb bot je« 
maU fein eif^en )^-\e\i(i) aeb'v'fct 15iefc ©cfinnurtt^ feilen rotr au(f) für ben 
Üiäcfiftcn iicihen unb für fein cioigeS .<^cil unb untlid)co 2i?o[)l in Itcmiolbon 
"3}ia|c !üic für uno beforgt fein, cbenfo oufrid;tiii, bcftänbin unb tbatici, alo luir 
nad) ('»iotteo 'ilMUen uno ,j(U Itcben fdiulbig unb qcucicjt finb. 'U'ir follen uidjt 
fpred^cn luie Hain: 3oU idj uitincs ^rubcio ASuter fein'f^ (1 'JJiüf. 4, 0.) 
Stelme^r gilt ^^il. 2, 4 : @in jeglicher fe^e ni(i)t auf baft ©eine, fonbern auf 
baS, bag beS anbetn tfi. ÜRoi 1, 12: Siaeft, mai i^t »oDt, ba^ eud; bie 
Seutet^n foDen, bad tbut i^r i^nen; baS tfl bag ®efe| unb bie ^top^eUn, 
^al. 2, 8: SDaS fka^t (Defe^: liebe beinen 92S(|fken aU bi<| felbft. 

2. ^ad^ ber Schrift unterf (Reiben roir in ber Siebe gecjen ^Dtenf^en: 
a) 8ruberliebe, h) ^nc^ftenliebc unb «) ^cinbcölicbc. 

a) gjJinn ruber ift jcbcr (5f)rift, ber buvd) ben loa^ren f^Hnnbcn 
ein Icbcnbiflco T^Iicb an bcm i.'cibc (5()rifti ift. 1 Mor. 12, 27: ,"^^r feib ber 
Seib (iljvifti unb Ölicbcr, ein jcfllic^er na(^ feinem Xeil. 1 '^etr. 2, 17: 
S^aht bie ^3 rüber lieb. 1 ^ox. 1:5, 4—7 fdiilbcrt ber Slpoftel baS 55?efen 
ber ruber liebe. ^JÜiot. 18, 21. 22: Mic oft beni trüber ju oergebcu 
fei. 2, 44. 45: 6ie (bie 9raber, bie erften Sb^^iften) ^ieltvn alle 
S>tnge gemein. 1 3, 16: 9Bir foUcn auc^ boS Seben fftr bte 
9ffiber laffcn. <5in IScifpiel ber 9ruberltebe giebt Slbra^am in feinem 
35er^alten gegen £ot. 1 9Jiof. Vi, 8. 0 : gieber, la$ nic^t ^anl fein groifc^en 
mir unb bir — benn mir Tmb (>jebrübcr. äUillft bu jur Sinten, fo miU 
i(^ jur ^"Hec^ten, ober luiUft bu ;ur ^Ticrfjtcn, fo ntid id) jur l'infcn. 

b) ^Uiein 9iä elfter ift jeber lljcnfd), o[)iie Unterfdjieb ber .'Ocrfuitft 
unb ber Jleligion; unb befon&er5 ber, löclc^er meiner .t>ü(fc bebarf. l^jf. 10 
in bem Wlcic^nio uon beni barmljer^^ic^en Samariter, nnidjeo eni "ih'ifpicl 
ber 'JiiK^ftcnliebc barbietet, fc^t Ü'l^riftua bie ?yvage: „lucr ift mein 3iädi)ter';" 
um in bte onbere: «,niem bifi bu ber m^ite^" S(pg. 17, 26: ®ott bat 
gemacht, ba| i»on (Sinem 8lttte aller 9Renf(^en ®efd}lcd)ter auf bem 
ganzen Mboben wohnen. 3<f. 58/ 7: Gntjie^ bii^ nic^t oon b einem 
^leifd^/ 2^}etr. 1, 7: 9tei(^et bar in ber brüberli^ Siebe allgemeine 
Siebe (bie Siebe gegen alle 3Renf(|en). 



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27 



r) Unter bcn Jiädjitcn fielet un3 ber (ycinb am fcrnften, aber mö) auf 
i^n i'oU i'ic^ bte 3läd^ftenUebe erftrerfen. Hük'm ^euit> ijt Xnv, iüeld)er mir 
übel lüiü, ^ö\tS Wünfdjt obci tljiU. lUat. 5, 44: ÜJicbet eure 
fegnet, bic eu(^ flutten, t^ut roo^I benen, bic eu<| Raffen, bittet für bie, 
fo eud^ bcUtbigen unb per folgen. ^ {Die ^einbeiliebc beioeift fid^ 
ntd^ blo| bariii/ bttft man bem ^tnbe bad dbfe niif^t mit Sbfem, fonbem 
ba| man fein Söfeö mit ®utcm erwibert (9löm. 12, 19—21.) Sei. 
fpiele ber ^einbedliebe ^aben mir an bem getreujtgten ^eilanb, !^u{. 
2:^, :U: %\kv, oergieb i!)mn; unb an @tefj|anud, SIpfl. 7, 59: ^err, 
bel^Ue i^nen biefe ^ünbe ni^L 

III. Bit 3nnim( ies ibtftf^ti in Itn lori Mitm. 

1. 2)ie ^orbcrung bed gött(i(^n 0)efe|ed i]t Siebe. 1 3!im. 1, 5: 
^te {^ttptfumme be« Gebotes ift Siebe von reinem ^ergen, unb von gutem 
lälemtifen, unb von ungefärbtem (Stlouben. ^te ^vffillung beä göttlichen 
@efe^eg befte^t ba^ in ber Siebe. 9l9m. 13, 10: 3>ie Siebe ift beft ©e» 
fe(^ti (Erfüllung. 

2. fJJott forbcvt bic iiiebc ju i\)m um fein fcU>ft iinllcn; benn er ift 
unfcr (?>ott unb S^m\ unfcr 3d)öpfer unö 'il'LtliU^atct an sftib unb iSeeU» 
1 '^ol^. 4, 19: IMlH't un5 i^n lieben, benn er {)at erft rtcltebet. 

X ^en 'l{ad)ftcn ioUcn roir lieben um Wotteo luillcn. :{ 'Üiofe 19, 18: 
Tu joUft bcmcn Jtädjflcn lieben roie oid) \db\t\ benn uij bin bct .{^erc. 

4. 31)ie bciben Öebote [inb cinanber gleic^: a) iljrem ^nl)a(t m^, 
inbem beibe Siebe forbem; h) \l)vet U\>t(^tigreit na^, inbem (Doit bie (Sr« 
fftSung beS einen »ie bes onbem mit gleichem @ntfi oerlangt; c) meil eines 
nid^t o^ne bag anbere erfüllt merbcn fann. 

5. ^>ie beiben (Bebote ftnb unterfc^ieben bem Slange nadb (baö 
„oorne^mftc unb (grölte" unb baS „andere" b. i. jiocite): .O in l)in[\d)i auf 
ben 05ecienüanb bei iL^icbe f(^ott unb ber 'JDien|cf)); lO in tjinfic^t auf baö 
lUial ber i'iebe (über alleö unb roie ficb felbft); c) in l)inficht auf iljv 5Ber= 
^ältntd cinanber (loeil bie l^iebe beö 'JUc^ften erft aud ber ^iebe (^otteö 
fließt). 

6. Die Üiiebc (^otteä ift bic Duelle aller wahren fRäd^fienliebe unb 
bic Siebe beS ^c^fteit ift bie i^robe auf bie OJottegtiebe. 1 ^o^. 4, 
19—21: Skr feinen trüber nid^t liebet, ben er ftc^et, mie tann er @ott 
lieben, ben er nic^t |te|et. Unb bieg @febot l^aben wir oon i^m, ba^ mcr 

(9ott liebet, au(^ feinen Sruber liebe. 

7. ^n bicfen i;rocicn Geboten fanget boö gan^e ©efe|, loelc^eö ©Ott 

burd) UT^ofc cit'ficben Ijai, unb bie '^.5 r o p I) c t e n , burdj iücld)e 0>ott baä 
(>>f»>t^ piebiiien, auölecKn unb einjdiärfen läjU; bie ^orberungen bcö (>k)e^cö 
unb ber '^nopljeten finb in ben beiben (äJeboten jufammengefüftt ; fie^nngcn 
unb i^re (Erfüllung bcroegt ftc^ barin toie bie %\)üv in ben bciben 'ilngeln. 



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28 



** 5. Urttinfl bii ble» AUt* »ollf6wmHd» iHiCtenf 

Uiin: ^cnlI id} bin von Hatur gcutigi, (ß<?tt unö nuiiuii 
n^tbflrti 5u baffen. 

^ olf f (mm n<t » uollfommen. 3) on 91 atu t na^ ^ natftrli^di fBffen, 
in mrlAmi \^ 9}eitf4 o^boren wivb. 

SntiD. 9Ifiii, b. L ®ott unb ntdneit 9ia4fk«ti !ann 14) ni^t uoUfbmnwit lieben. 

Savnm nid»!? fBeil t4 oon- Statur fltneidt bin, (^ott uid» memcn 9tä<jbfitai 
baffra. 



I. Bai. idj 03rrcH CSottf«** utrt)t uoUkoiumcn IjaltcH kann. 

*iLUc tomine icf; mm ^ur tiifenutniä ber Sünbe;' 
Das ®t'iel3 (^)Dttfo ftcl)t i>or mir aU ein Spiegel; co i^ilt iud)t ben 
iSpicjjel/ fonbcvn nml) ui bciu 3pu'öcl betrachten ; md)t blo\] ^ivi C^iefe^ 

ectennen, fonbern mid) barauä ju ectcniun. einem Spiegel fielet 
man, mie man geftaltet, ob man nin ober unrein ift. C^ne 8ilb au (eben, 
man mu| mit bem 9an)en (Skfe|^e ben ganjen Wenf(^n — ®e|innung unb 
Stonbel; ©ebanten, ®ovte unb fSerle — mit gangem (Smfl unb offenen 
Hugen oergleii^ett. .^onnft bubied nUeö — nt<|t einzelne Oiebotc, fonbern 
bie gmi^c ^yorberung beo Okfe^cö — oollfommen — nic^t bloft ^ie unb ba, 
fonbcin immer unb überall unb in bcni '•^Jlafec, mic öott bic (frfiUlung 
forbert fjalten^ Unb nic^t blofe: \)a\t öu eö t^chalten ; fonbern lUic^: 
tannft bu Ijalten? (^eroif)>n, 3(f)r!ft unb (Sifadiuni^ antiiHntcn: "Jtein! 
^Höm. 2, 17: Xic Webonfni, bic \id) (im Weroineig unter cinanöir ücr = 
f lagen, '^at 2, 10; jemanb boö ganje Oie|c^ ^ält unb fünbicjct nn 
(Sinem, ber ift es ganj fc^ulbig. 1 ^ol). 1, ö: @0 mir fagen, lüir ^aben 
leine 6finbe, fo oerfttl^ven (betrügen) mir unft felbft. 9l9m. 7, 18. 31: 
meil, bai in mir, baS ift in meinem e$(eif(^e, mo^net ni<^td (^uteis; 

finbe in mir baö Q$efe$, ba^ mir baä ^dfe anfanget. 
Unfer '43ilb, roeldjeö bei jener '^ergleitf)ung nuö bem SpieiU'' un6 ent^ 
{Ki^enfic^t, ift nic^t lieblit^ unb fd)5n, fonbern Ijä^li^ unb burd) bie Sünbe 
(\an\ unb (vu ucntnftaltct. ocf. 1, 5. 6: ^aä gan.u Aaupt ift tranf, baö 
t^an^c AH'rj ift matt; oon fcv /yupfchlc bic« ;\um Sdjeitel \\t nid}to (^ie^ 
funbeo an tf)in, fonbern "JlUuiben unb 3inenieu unb iSitevbculen, t»ic nid)t 
aelicftet, uüd; luvbuiibcn, noö) mtt £1 gelinbeit finb. — 'iiield; großer 
Jammer! welcb tiefcö @lenb! 

II. Ularnm idi ^n<} (ßcfr!} (SoHrs nid)t uollkotnmfii lialtcrt hann. 

1. Dao tcrnunt baljer, bafe id) von Diatur umi ^^Uifen geneigt bin. 

a) ^ao ^üfc lU niii/t erft im ^aufe ber ^eit in mein .ncr; iiefommen, 
fonbern fd)on nl-S id) aeboren mürbe, barin geipcfcn ; barum, lucil man eo fid) 
nic^tcrii (Uigemoljiu ijat, fann man eö [id^ aud^ nid)t blof^ abgeiuö^nen; unb lueil 
bie Neigung jum '^i)fen von 9{atur im ^ei^en mo^nt, bontm fibt fle 
awi^ eine fo gro^e 'JJiat^t über badfelbe au« unb fann nid^t mit eigner itraft, 
bic ta bun^ fic gefc^mSc^t ift, ubermunben tmb bamud entfernt werben» 



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29 



'0 2l^o()nt bte ^?eiguii^| jum ^^öfen üon ^JUtur im menfd^ti(^en ^cijcn, 
bann ift eben fein l)Jienfd; baoon frei, jonbcrn bicfc SimbJjaflinifcit crftrccft 
fid) auf alle ■JKcnfc^en. 1 "ODioje 8, 21: *^tio tidjtcn (t>ie ^IJcii^iiiuV) 
bes mcnf(^lidjen .f>ei-jenö ift böfe uon 3"9«^"i' '^"1 i^'^" ^^"^ (5)t"l>uit an). 
6pl). 2, 3: ^Mr tonten Miubci beö ^ornö non ''}Utuv. 1 ^iofe ü, 5: 
2[Ue0 2)ic^ten unb ^vad^ten C}{eigung unb ^c[Ut'bcu) iljreg ^er^en^ i\i nur 
bdfe immerbar. ^cr. 13, 33: SUm aiu^ «n Slol^r feine $aut manbeln 
(oeranbem) ober ein ^vber (Itont^) feine %itdm (fein gefledleft 
@o (ebenfomenig) fönnt i^r dvAti t|un^ meti i^r bed95fen gemo^ttt 
fetb. 14, 4: Ser rotO einen ^}{einen finben (ei benen, ba feiner 
rein ift. 9{öm. 3, 10—12: 2)q ift nidn bcr gere^ fei, au(^ nic|)t6iner. 
©ic fmb alle nln^cunc^en unb allcfamt untüd;tig gcirorben. 

*2. „^d) bin non ^atw geneigt, OJott unb meinen ''Jiäc^ftcn \u 
Raffen." Wuf biefe natürlidje '»Neigung grüntet fid; unfer fünbl)uftci- 
unb verbcibU'i- ^ut^^^"^' 9(uöbrü^e ber ©imbe, bic baea 

iÜirJungcn unb ^oiQtn jinb; auOi ifi baä ißerbcrbea nid^t Mnad) fae^ 
meffen, ob biefe 9(u9brüd|e gri)ber ober feiner ftnb. ^e natOrliil^ Steigung 
befi ^cnft^en ift ouf M gerabe ©egenieil oon bem gerichtet, mat ®ott 
in feinem ^efej^e oon unft fovbert: ®ott unb ben 9la<i(rften au lieben. Unb 
biefen Olegenf a^^ brfidt ber jtatei^idmu} in feiner gangen (Bd^arfe auH: 
geneigt, @ott unb ben 9la#en )u Raffen. 

a) :3d| bin »on 'J^atur geneigt, ©Ott ^u l)affrn. l'icbe unb Aaf? finb 
glcid; jnici ^'olcn, .^mifdicn bcnen eö eine ^Vermittlung nidjt i^cbt. 'J^adj 
menfd)lid)cr IKanunii luub lüofjl bie Wleidjgültigfeit alä in bei 'JJiittc ftel)cnb 
nngefcl;en. l'iber bao ift eine lauidjuniv f^)ott toifl qIo bac l^ödjitc (Aiut 
üolüommen geliebt fein; bieje ^toiberung i)t fein dkd)i, oie Erfüllung 
berfelBen unfve ^4>flic^t. @lei(^gültigfeit unb gieblofigfeit gegen i^n ftnb nur 
geringere ©rabe bei $affe$. ®ott gegenüber gilt nur ein dntoebersDber 
na^ bem SBort bcft Qslfynt^ ®otte«: „9Ber nid^t ffir mt(^ r^, ber ifl 
n>iber mid^. (9Rat. 12, 30.) SDa^u lommt ferner: mer ba« t^ut, n>a9 
mir 3umiber ift, unb von bem er wei^, ba^ ed mir jumiber ift, ber roirb 
bod^ nit^t fagen fönnen, bafe er miö) liebe if IBer nun bie ©ünbe t^ut, 
njeldie von ^)ütt c^c^a fit luirb , ititT? bie il'elt lieb l;at, uon roclc^er 
(^ott gel)at5t lüirb, ift ucrbunben mit bem, maö Wott im .*i>af5 gcgem 
überfielt, unb uon bem fann man jagen, baf? er Wott l)üife. 1 ^o\). 
2, 15: So jemanb bie ^^lelt lieb I)nt, in bem ijt mdjt bie Siebe beö 
^.ktiiy. Der uütiiilid)e ^i}ieii}d| trugt im Oiiuiibc femeö J^er^ens einen 
gegen aUeä, molK von <Sott lomml unb Dottel ift. @egen ben @o^n ®otted, 
in meli|em bie %aUt ber (S^ott^eit leibl^aftig roobnet unb bie ^öc^fte Siebe 
bei Sater» ft(^ offenbart. 3o|. 15, 33: IBer mi^ Met, ber baff et mä^ 
meinen i8ater. ®egen ®otteft Sort, unb jniar nic^t blo^ gegen M ftrafenbe 
®efe^, fonbcm anä) gegen bie 3Scrfünbigung be§ feligmadjenbcn ßoan« 
geliumä. 1 Äor. 1, 23 : 2üir prebigen ben gefreujtgtcn (5l)riftu9, ben ^uben 
ein ^rgemii^ (ein Q^egenftanb be« ^afjed) unb ben ^tiec^en eine Sl^or^U. 



®t^m ®otte« Sßcflc in feiner 93orftIntnii unb ffieltrcqicvung. ^f. 78, 41: 
Sit metftern ben ^eilij^en in ^ixacl ^f. 11, 1: l)k Xl)oren ffww^en in 
ifjrem fersen: eS ift fein (^5ott. C^jcc^cn (^jottc-; ^inbcr unb Diener. ^>oI). 
15, 18. 19: (So euc^ btc 5ü5eU ^afjct, }o loifjet, baf< fic miö) cor cuc^ ge- 
l)affet ^at; roärct i^r oon ber ?Öc(t, fo hiüte bie ^L^elt bn§ lieb; bie^ 
roet! if)r aber ni(bt üon bi'v 'JvU'It »cib, fonbcrn I^abe eud) oon ber 'iBelt 
ciiiialjUt, banim ^ajjet cudj ilU'U. £uf. 21, 17: ^l)r wciöct ^i^^üpt jcin 
oon jcbermanu um meines ^^{ameng roiOen. 

& ^nbelt alfo nic^t et»a um t>ie groben )SttB6vä(^c offenboccn 
^fffS gegen ®9tx, nrie fie bei (oI(^ oorlomtiicn, bie bis juv au|et|len 
Serrut^^ett fortgefi^nltett {tnb, tnbem fte ben 9lamen ®otteft Ijifiem imb 
üerf(itd)en; fonbern um bie inncvli^c iRei(^unq gi egen ®otte9!ffiefeii unb 
SBillen, ülfo eine 03egnecJ4>aft, eine ^^cinbfc^aft gegen ®ott. 35aä2Befen 
bi'v A ein b f (tnut Imn aber nicfjt anbcrd beim alöAaf^ bc,^cid)nct werben, 
äücnn btiö AUmct) unb bie 'ilUit ani) behaupten, öott lieben, fo ift baä 
nur leered (''Sevebe. Denn ber OJott, ben fie ju lieben ooriieberi, ift nid^t 
ber iö«ü)r€ lebenbif^e ("'>ott, bcr bcu Dienfäieu naö) feinem 'i^ilbc in ma^x^ 
^aftigcv öcrec^ttgleit unb .^eiligfcit erfd^affen f)at, fonbern ein (»iö^e, beu fie 
in i^ren <3ebanfen md) il)rem eigenen 9tlbe ftd^ matten unb tn bem fie 
t§re eigenen B^mä^m lieben. (I< ift md^t anbevft als mit ben ®5|}en ber 
Reiben, bort grob^ ^ier fein. 3)er ^afi gegen ben »a^ren ®ott giebt 
ft(| aber gerabe barin au<^ Ittnb* "Si'öm. 8, 7: ^Ieif(^li(^ geftnnet fein 
(b. t. bie ©cfinnung beS ^ki\^ci, bie 9leigung beS natürlichen 9)ienfd^en) 
ift eine 5^ ^"'öff^i^^f ^ ^^'^'•'i' ^^ott; ftntemal fbaS <\Ietfdj) bem öefe^ 
(^jottrö nic^t untertl^an ift; benn o=j üermaq eo (fid^ il)tn in (^5eI)orfam j^u 
unterrocrfen) aud) nidjt (luegen jcmer uöllioien i>evberbtl^cit unb feineö ©egen^ 
fa^eö gegen GJott). if. 45, 8: 2)u ^affeft c^ottlofeä Söefen. aiiat. 6, 24: 
92iemanb fann ^weieu .v^crren bienen. (^ntweber erroirb einen Ijüffen unb 
ben anbern lieben — ; i^r fönnet mä^t @ott bienen unb bem SRammon. 
9af. 4, 9: ^er 93e(t 9reunbf<baft ift Ohm gfcinbfc^aft. ^ef. 59, 2 
(n. gen. Dberf.): ®ttre SKtffet^aten f (Reiben ew| unb euem ®olt ooneinanber 
(»er oon @ott gefd^ieben i[i, ber oon ®ott lod, b. i gottloft). 9t5m. 
b, 10: iEßir maren Jeinbe ©otteS. Äol. 1, 21: ^l)x roaret loeilanb (frül^er, 
oor ber 'Betef)rung) 5<^'"be ©otteö bur^ bie Vernunft in bbfen iüerfen. 

•>) ^d) bin pon %\tm geneigt, meinen "iJ^ä elften ui l) äffen. *^fu^> 
berielln-n ®m7el ber 3imbl)aftigfeit lüie bei- auögc|;nüd)ene .^^af; cnijpruuU 
aud; baö )üa-I;alten gegen ben 'Jiad)ften, bei wc\d)an man fid; md)v liebt 
alä i^n, anftatt il)n lieben lüie fid) felbft. ili>ie allgemein biefes ift, lel)it 
bie täglidje ^rfa^rung im ^4jer!e^r bei 'JDienf^cn unb bereu 0)runbfa^c: 
„bog ;&emb ift mir nft^er als ber 9lo(t," „jeber ift fid; felbft ber nSfifte." 
SBo fid) eine fogenannte natflrli<^e Siebe ftnbet, ba ift fte immerhin fe^ uns 
noOtommen unb entbeH bes einzig rid^gen ÖemeggrunbeS : man Hebt ent« 
Weber auS eigener Suft ober wegen eigenen Vorteils, alfo im le|ten @runb 
feinetmegen unb ft<|» felbft; wogegen &on vM, ba{} mir ben S^äi^ften um 



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31 



(JJotteä willen b. t. auS r^5cf)orfnm 0[f(?en if^n unb in bcv if)in wr^MtiefSIIigcn 
^ii'eife lieben. 5Bie roenic^ auf fol(^>€ natürlid)e t'iebe ju geben Mt, gel)! jdjon 
baiauö bi'iror, ba^ fic [id) fo leicht unb bauemb in töblic^en oeranbern 
fiinn, ni£ bie täglirfje örfaffrunc; It^it. 5Bcr fein eigen c6 .t>er^ fennt unb 
wem bie Äugen geöffnet finb, bem Öetviek bcr ^3Jien|djt.a uu{ ben C^runb 
3u blidten, ber wtrb bem SSorte juftimiiiefi muffen: „^d; Un oon tRatur 
geneigt, metneti 9läf^^n gu Raffen." 3;ü. 3, 3: IKui^ loir raftKn writenb 
(frfi^er, oor bcf IBefe^mtifö umoetfe, un^^vfaine, trrt0(, btenenbc ben Sflften 
unb mand^edci äBoSttften, roanbelten in Sod^eit unb 9{eib unb ^affeten 
un§ untereinanber. (^aS fagi ein ^Ipoftel ^^aului t)on ftd) unb ben anbern 
(5()riftcn nad) bem oorigcn ©anbei, obwohl er oon fic^ bezeugen fonntc: 
nad) bcr (^iered^tigteit im Wcfct bin icf) i-jerocfcn unfträflid^; 3, Ii.) 

^Köm. 1, 29: 33oU Öoö^cit, ^a^, :Uiüib, ^sabci ([ai^t '^Uiuluö von aUen 
.s>etbein. Wal. 5, 19. 20: Cffenbor fmb bie Üöerfe bes jykif£^eö: — ^Jeinb* 
jü;a|t, .^)abei, 'JZeib, ^oxn, ^mt, ^mictrad^t, Spotten, .^a^, 'JRorb. 

6in Seifpiel bcä.öaf)eö cjegeu öea jiud^iteii ift ilain, bev erftc 8o^n 
M crimen Wenf((en. (1 tUtofe 4, 5—8.) Unb Sbel l^atte t^m ntd^ bie 
geringffte Uvfac^e jum gegeben. — 18 ante i$ ^aite oiel natfirlt^e £iebe 
(er |atte gmei SBeibev) unb war bo<| ein Sotfc^ISoer. (1 Slofe 4, 23.) — 
5^ic 3ö^ne ^ofobS roaren iljrcm 'öruber ^ofepl^ feinb, ^ajfcten unb nei* 
beten it)n, bcv in bei* i'iebe unb im ©e^ovfam ftegen feinen Später nrnnbelte. 
(l 3){ofc 37, 1 \ 2s.) 

'i. %{\o ertenne ic^, n>ie gvo$ meine Sünbe unb dlenb ifti 



Don kr SiinienfäittU). (Sfrage 6^-9.) 

*• 8. ij>at benn (Rott ben lHenfrf>cit alfo bö6 tln^ vici'Fehrt erfdjflffen? 

Hein: fcn^cnl «TK-^rr hat ^cn nictirdtr?? gut uti6 nach fnncm 
€bciünlf> crfdiaifcn, Ciaö ift; in traljrijaftigcv (X)crcct3tigfccii unt> 
^riligfcit, auf 6ap er <Botr feinen Sdj^pfer rcd^t ctfomite, mb 
wn fersen liebte, unb in ewiger 6eligfeit mit ibni lebte, ibti 5» 
loben unb 511 ^etfen. 

SBcrfcbrt = unri(jbtiß unb untüd^tifl. 

tlntro. 9ieirt, b. i. @ott bat ben 2lJenfd)i'n nid)t fü, wie er fefet ift, bSfe unb 
Dedebrt cr{d)affe)t, baf'> er, onftatt ®ou unb ben ^J^äd^ften lieben« Don ^Jiatur 
flcneigt ift, &ott uno ben 'Jiäd)itcn ju baffen. 

a) Sie %at ®ott ben URenf^en rrfi^affen? ®ut unb na^ feinem (SbenbUb. 

b) l^orin beflebt ba$ dbenbilb &oU(i im !Ulcn)d)on? 3n nabrbaftiofr 0e* 
Kd)li9!cit unb .^)ciUofcit, auf baft er @olt - mit ihm lebte. 

(*^ ^ia>iu bat (^ott ben SRenfdien nat^ feinem ^enbilb eif<baften '< ©Ott ju 
loben unb iu prcifcn. 



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32 



Srage 6. 



1. Mtm alfo ber Wenf«^ bie @finbe ntc^t crft mit bcr im £eben 
ft(^ angemö^nt, fonbern biefelbe in feiner Stoftur lic0t: mie tfi benn bai 

lööfc in bcr menfdjiien "DZatur ent)tnnbcn, loo ift bcr UrjprunQ ber ©ünbe 
p fut^en^ Der "Wcnfd) ift nidjt bmd) iigcnb einen 'Jfaturprojefe cntft inbon 
über I)at ficf) aiio einem anbern GJefd)Öpf (einem 2ier, "P. bcm XHficii) 
entiuidelt, jünbetn Öott f)at il}n evjdjaffen. J^at nun (^knt bcm .lUen= 
fdjen ^acl *Jf<Öfe aner|rfjnffen^ ^Bärc er fomit ber Uvl)eber bei Simbo unft 
trüt^c bic ^d^ulb an unfcrm (ilcnb'!' Sd)on bie erften Sünber, 'JlDaiu ull^ 
(^oa, fu(f)ten bie Sc^ulb bei 3ünbe von auf anbere ab^uioal^cu. (rua 
faflt: »^ie 3(^Iange betrog mic^/ iinb 9bam mia fogar ®ott bie @<^ulb 
geben, wenn er fic^ entfdlmlbigt: J^ai ^tüb, bad bu mir ^ttflefeUt ijiaft 
gab mir oon ber $mi|t.'' Unb nod^ ge^t cd na<^ bem iSBort ^rvb. 7, 30: 
^abe gefunben, ba^ (iiott ben IDienfc^en ^at aufri<^tig gemat^t; aber fte 
ftt((>en Diele fünfte (b. i. ?(uäflü(^te). 

3" (^5ott t'j:in Iii di t öle lUfadie bco "iiofen liegen, lucit er brt9 Ijbdjftc 
Wut i[t, un& (i)0U tann nid)t ^cn OJicn)d)cn böfe erfdjaffen liaben, lueil er 
felbit vnn unb beilip (^^l). 1,'J t: (^Jott ift (^^t'ift. A!vüb. 1, l."!: Seine klugen 
finb lem. 1 X^cu. 1, IG: ^d; bin l)ciluv), unb rfd)t rlM. 92, 16: ^E)Q^ 
ber ^err fo fiomni i)t unb ift kin Umcd)t an il)ui), unb i?id)t (1 ^ol). 
1, 5: ©Ott ift :^ic^t. ^at. 1, 16: Sei it^m ift feine Seränberung nod; :^l^e(^fel 
bei Sic^t« unb ber ^inftemid) ift. 

S. 98ie (Sott nac^ bem B^ugnig ber @(^ift alleg gut erf<^ffen ^at, fo 
er au(^ ben ^lenfc^en ni((»t böfe, fonbem gut erfc^affen, b. i. fo an 
Ißetb unb 3i Je mit aUem auögerüftet, ba^ er feinen ^n^^^c^/ bie Ser^errt^ung 
öottes, erfüllen fonnte. 1 "iDIoje 1, 31: ÖJott fa^ an alles, ma^ er gcmad^t 
^atto, nr^b fieljc bii, nntrfef^r gut. '■^.U-cb. 7, :>0: (^Jott J)tit ben Dienfdjen 
aufvidjtii] (b t. rcd)t unb gut) gemad^t. Der 'Mtn\^ ijt gut unb in bcm 
3tunc DoUtommeii crici)a|fen, ba^ an i|)m !ein ^tt^l, et aber bcv (^niiuiälung 
fällig tuar. 

-1. B(i)on burc^ bie 'i(rt bei C^rfd^aftung ^at (9ott ben ^enf^en 
oor alten onbem ®efcD<)pfen auäge^eid^net. 

ü) &9tt ^at ben ^enf(^en am @c^Iu^ bes Sc^öpfungdmerteg gef<^affen, 
bamit an^uscigen, ba| biefer bie Itrone ber gangen 6<^dpfung fei. 

b) ^ä^renb ©Ott bei ber übrigen 6(^9)>fung blog fprudi : „ti luerbe", 
ober bei ben Xieien: „bie (Srbe bringe Ijeroor", fo fpric^t ©Ott nun bei f it^ 
felbft: „Raffet unö 'JJienfc^en moc^en" unb bilbct felbft am (5v^en|taub 
bie (^Jeftalt beo mfnfd)Iicficn iieibeä, loclrfiev, obmel)! bem Xieilcib al)nlid), 
bO(^ im Sau benfelben lueit übertrifft, unb l)aud)t i()m üon ) einem ei fi e 
ein. 1 "lUofe 2, 7: Öott ber .^>en- madite ben ~:)Jicnidjcn ouä einem (fiben 
flof? (uuntUd): bilbete ben ^^Jk'nidjcu auü 3.iaub von ber Grbe), unb er 
blied il)m ben kbenbigen Dbem in feine ; unb alfo warb ber ^enfd; 
eine lebcnbige 3eele. 



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^age 9» 



33 



6. dtott ^at ben ^enfi^ m^t (öfe^ fonbem gut ecf (Raffen; er ^ i^n 
femer nic^t oerfe^rt, fonbern na^ feinem (Sbenbilbc evf(^ftffen. Unter 
^bcnbilb ift nic^t eine oöUige @teid^^eit, fonbern eine genaue Sl^nlic^fcit 
mit bcm Urbilt) t>erftchen. 1 gj^ofe 1, "iG. 27 (n. gen. Überf.): Öiott 
fpradj: S?afyet uns '}Jienid)en machen, m unjerm iöilbc, nac^ unferm @Ieic^s 
nid llnb @ott jc^uf ben Wltn\^m i^m jum '^ilbe^ junt ^ilbe 
©üttcö id)uf er il^n. 

6. '^abuid), baii Öott ben ÜJicnfc^cn nac^ unb feinem (Sbenbilbe er« 
fc^affen ^at, t)at er i^n über «Ile ©efd^öpfe erhoben ttnb i^n au fernem Stinht 
gemacht. 1 ftor. 15, 49: 9G^ loit getragen ^aben baft Oilb bei irbift^en 
(binrd^ bic 6ftnbe oocberbten V^am, alft imfevS SBoleü nod^ bem Srietf f o 
tDerben roir aud^ (in ber Erneuerung beS 2c\be^ bei bev SEuferfte^ung) tragen 
bad 8ilb bed ^immtif^ett ^bam b. i. 6t|nftud, roeli^er auc^ baö eioige 
(rbt't'bilb bc^ '-luiterä in einziger SSBeifc ift unb und) rocicficm ber '}JJenfd^ urs 
iprüngUdj gc}d)affen ift). 9iöm. 8, 29: ^afi fie erleid) k'in foUten bem ßben« 
bilb feineä ©oljnee. 2 Äor. 3, lö: 3iun ober ipicgelt fid) in unö oücn 
bcö ^>errn Urzeit — unb roir roerben ücrflärct in baäi'elbe iöilb. 

7. ^aä lutiintlic^c C^benbilb i^otUü im 'J)ien[d)eu befte^t in bcm 
«nflerbli^en perf önlic^en ®eifl, ben er au9 ÜhUt tfok unb von 
«eh^em au(^ ber gut gefd^affene Setb regiert mube. 6o mar ber fRenfd^ 
bem Sefen nail^ gut, unb ©olt ebenbiMd^ avtify na^ ber fUtltd^en 9e« 
fi^affenliett, b. t. ben empfangenen ©aben, nämltil^ ber wahrhaftigen 
(luirflidien, DoQfommenen) G^erc^ttgteit unb ^^eiligfeit^ roo^u noc^ bie if^m 
übertragene .^crrfdiaft über bic Grbc fam (nud) nad) bem Silbe ©ottcS). 

roa^rljafttger (»ievcd^tigf cit unb .0 eilig feit ift ber ^enfc^ 
gefdjaffen, b. i. mit ber ^^eigung unb bev .Hvaft ^um (hinten in Oicfinnung 
imb ©anbei; er mar ba^er o^ne Sünbe unb Sc^ulb; er befanb fic^ in bem 
Staube ber Unjd;ulb; er liebte, lüoUie uub tl)üt nid;tö anbeieö, ali rooö 
gut^ geredet, I)ei(ig unb ®ott angenehm unb volIgefäUig ift. 

9. SJa^cr waren aud^ in bem SRenfc^n ab bem <SbenbiIbe (Botteft alle 
feine @eef enf rfif te, ab Serftanb, ®emfit unb SßiUc, gut unb wllfbmmen. 
@r tonnte ®ott, feinen @d^öpfer, rec^t ertennen C^erftanb — @r!enntnie); 
er (bnnte i^n von ^erjen lieben (@emüt — £iebe); er tcmntciit emiger 
Seligfeit mit i^m leben (5öiUe — Seben). 3)ieö erfahren roir auc^ auä 
Stellen be5 bleuen Xejtanientö, bic fic^ auf bie (Erneuerung bcs urfpri'mg: 
lid^cn Cibenbilbeö ©ottes im 'IJienfdjen beiyieljcu. iüol. 3, 10: 3'^^^^ 
neuen 'JJJenfdien an, ber ba erneuert lüirb hux (Srlenntnio nad; bem 
Cibenbilöe beö, bev i^n ge)d;a|ft;u l;at. Gpl^. 4, 23. 24: (Erneuert cud> im 
®ei^ eureg ®emfitg; unb ixc^ä ben neuen ^enft^en an, ber nad^ ®ott 
gef^affen ift (n. gen. tlberf.) in mo^rliaftiger @ercd)tigfeit unb ^eiltgfeit. 
mm. 8, 6: (Üciflli^ gefinnet fein (b. i moOen, »ai @ott miO) ifl 
SeBen unb «^ebe. 

10. ^Jlac^ Urfinuä bcftanb baö ebcnbilb ©otteä im 3Jlenfc^en: :>) in 
bem '^erftanb, mdd)tx (Rottes äüefen, äü^iOe unb 9Berfe re^t ertennen 



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34 



fonnte; b) in bcm ©illen, irelcfrer ^^ott frei ([e\}oxä)te, tnbcm afle '^leU 
gungen^ 5^egierben unb ^anblungen nui bein !iliiUen (iiotteö übereinftimmten; 
e) in bcr gei{tigen unb unftcrblidnn 'Jiatui ber öcele, ber Sieinl^eit 
unb Unbcfledt^eit bc3 gonjen JJi enj djcn, ber ootttommenen 6eUg^ 
feit, ber ^yreube in &ott, ber 3Bttrbe unb ^o^eit bed Wttn\^tn, burc^ 
ipcli|e er btc Adrige @(|)öpfung überragte tmb bet)errf(^te. 

11. S)cr 9Rcnf<| »ar bem Setbc itaif^ in bebinster Unflerblt^ldl 
gcfd^affcn; er ^atte Un|lerbli(^teit, folmige er im @t«ibe bcrUnfi^ttlb mar. 
0r mu^te nid)t ftetben. ^afür jeugen: 

a) ^ie @ntrfi(fung unb ^erroonblung bed ^enod^ (1 3Jlofe 5, 24: 
'!X)ieiiieil er ein riöttlicficö Sebcn füt)rte, no^m i^n @ott I)inroeg, unb warb 
nic^t mel;r gefe^enj unb bes (ilia (2 Äön. 2, 11: (i\\a fu^r alfo im ÜUetUr 
gen .f>immen, foroie bie beieinftiqc ^erroanblung ber ©laubigen, bie bei 
ber äöieberfujift ß^rifti nod; im iicibcökben finb (1 kox. 15, 51: aöir 
werben nic^t aüe entfc^lafen, n>ir werben aber aQe oenoanbeU werben. 
1 S^eff. i, 17: 9Bit, bic mir Üben itnb flberbictbcn, loevben ItnoeiMt 
wei^ in bcn Sollen, beut ^emt entgegen in ber Su^). 

b) ^r fßaum bed Seben« in <$ben. 1 SRofe 3, 22: S>a| er (^nNun) 
nic^t au^ftrecfe feine ^anb, mib breche ottil oon bcm Saume beft Sebent, 
unb ejfe, unb lebe eroiglid^. 

<5)ic 1>rol)ung ©ottcä 1 'JJlofe 2, 17; SQ3ei(^eS 2;aget bu 
baooii ;)fc[t, mv\t bu bc8 Xobes ftciben, 

<!) bie (5terbli(f>!eit erft eine ^olge ber8ünbe rcar. 9(5ni. 
5, 12; 2)urct) ßinen llienfd)cn (Slbrnn") ift bie 6ünbe in bie 9Belt lu^auimen, 
unb ber ^ob buic^ bie 6itnbe. diom. 6, 23: ^ei Xob ift bev oünbe 6olb. 

II. IDo|n 6ott leit JlraMcit «ait THiinR CbniHDe rrfd^olfeit ^at. 

3wed uiib 3^«^ II*» welchem QJott ben 3JJenji^en nad^ lartem Gben-- 
btlbe erf(^affen ^at, ift ebenfalls gut: Oott ^u loben unb ju preifen, 
in feiner ganzen Srfd^einung alfi baft ^err(id|1)e ®ef(^öpf, bo« ^eiflermerf 
(SoiteB (menn man fo fagen barf), in SBoiten uUb ffierten. SHe Ü^re unb 
Scr^enrlit^ung (SotieS ifl ber 3»ect }tt wüifm er bie gan|e Seit, unb 
inÄbefonbcre ben gKenf(|en gefc^affen ^at. ©pr. 16, 4: 5)er ^err bat aKet 
gemotzt um fein fclbft miüen, aud) ben ©ottlofen ^um b&fen Sage. 
)Jl'öm. 11 ^Cy; T^on üim unb burc|) i^n unb {u i^m jinb oQe^nge. 
fei Gl)rc m (siuic^feit. iltmen. 

©Ott ju loben unb ju preifen, bann follten bie IKenfdjcn ben tingeln 
gleid^ fein, bcien fcUgcö (i)e|d)aü lokijiü ift. ^^cf. 6, 3: .r>eiliq, beilig, fjcilig 
ift ber Jperr ^thaotl), ade fianbe finb feinci is])u uoU. '\}>\. 148, 2: üobet 
ben ^^nm, alU feine (Sngel; bbet i^n, aHed fein $eer. Suf. 2, 13: 
^ctRenge ber ^immfifd^en ^cerf^aren lobeten®ott unb fprac^en: if^tt 
fei ®ott in ber i^bf^t, unb triebe auf (Srben, unb ben Stenfd^en ein So^« 
gefoUcn. 



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35 



** 7. YI>o^er fommt bcitn f»I(^e oerberbte Urt b€9 ntenfchcitf 

2Cuö 6em 8t)U unö iltigc^orfam unfcrcr erftrn i^Itern 2iöiim 
un6 €va im Tpaxabit^; ba utiferc Hamr alfo i>fr0fffet xoovttn, 
ta$ wir alle in 6ftit5ni nnf>faitgeti und geboren loerben. 

Serbe v6t » »o9 feine oute Qcf^ajfciibeit Decloren W vnb fd)le(^t flenorben 
tft. tlit =^ ^atur, Sefen. ^all bie 6inioiQigung in bie Sfinbe, »oburcb 
ilbam unb (loa üon ®ott abfielen itnb ber Sflnbe pfielen. ?jQrobie3 ((Iben) 
— ^ffionnelanb obfr i^uftpnrten, bie Iteblid^ (Degenb, rael^e ®ott ben erften 3)Un[^n 

jum SBo^nort Qiiflciuieien tjatte. 

a) Wo\)«t (ümmt al|o iold^e ueiberbte $ltt bc) jütin)4)en ^ Xie Derberbte !ilrt 
bcft 9Renf((en« »oiui^ er m 9latur geneigt ift 0(»(t vnb ben XaMn |m laRcn, 
tommt au€ bem Sflnbenfafl unfrer erften (lllem im '^arabiefe. 

b) SBoA gebt aber un« biefcr gaa an? ^abui^ ifi imfre Katar — geboten 
werben. 



I. UPobcr dcö ilUn^(t}cn (tlrnb ßatnmt. 

1. Tie Ai'Hflc hat ba? (^rtiebniä geliefert, bafe bic böfe unb oerfefirte 
Üieuiutui tu ber 'Jiatur bco Dicnff^en, b. i. jcine oerberbtc 'Jht, fein C^lenb, 
nid)t uoii d^oit, jetnem Sctjöpfcr, fotnmt. 3)ie 7. ?^:oge roeift nun nat^, 
W)oI)cr baS 6Ienb loirflid) fommt unb roer baron fdjulb ifl. 

2. Der ^kn)d;, gm ge)d;af|i:n, ui bem Staube bt^i Un)i^ulb lebenb^ 
ber tEntipUHung fä^ig, »or begabt mit ber freien 9Ba|l unb (Sntf<^eibung 
fflr M üliite ober boB 9dfe; naii^ ber einen ober ber anbem Seite muBte 
feine (Sntmitflung erfolgen. ®etl er gut erf^affen mar, fo |atte er |uerft 
9on Statut nur bie Steigung gum ®uten, biin| roelc^e er bei ber $Ser* 

. fttc^ung, in roe^er er ftd) entfd^eiben foUte^ oon tjom^erein ein Übergeroid^t 
gegen boS Söfe T)atte. Die Sefoltiiung be§ (^>eboteÄ unb bie nad^folgcnbe 
35erfu(^unc^ gingen ba^er, folange cv in ber Wemeinfdjaft mit CJott blieb/ 
nid)t über fein ^iiermbgen. :Diac^ feinem anerfd^affenen Staiibi' bev 0erecf)tig= 
feit unb .'öeiligfeit fann man fngcn: er oermod)te, — nid}t innbiqen; unb 
rocnu ti in biefem Staube buidj Ubevtuinbuug bei i'ietjudjuug beljarvt \)äiU, 
bann ^ätte eä, in bem Stanbe ber Se^arrung, oon i^m ge^ei^en: er Der« 
mag nic^t, — ju fünbigcn. 

8. xiieQntf Reibung nmcbebur^ bie $ er fu^ung herbeigeführt. IDiefe 
toar nUig, bamit ber ^enf4 ftt^ ^»n^ eine iltait feiiui freien IBillenB 
cntiüeber für baS ®ute (für @ott) ober für ba§ ^MU (gegen (Sott) erfläre. 
^jn bei ^eifuc^ung unterff^etben »ir bie oerfuc^lifh« Gelegenheit unb 
ben iUrfucf)cr. 

a) Die »er fuc^ltc^e 0}elcgenl)€it mat ber 2üaum beä (Srfenntniffeä 
be« ©Uten unb ©öfen. 'JJic^t ba| ber SBaum ober beffen '^tuM eine be» 
fonbere (gigenfd^aft gci)abt ^ätfe, ben 9)lenf(^cn roeifc ju madjcu, fonbem 
OioU ^at mö) bem itnbli^en ^uftanbe bev erften ^JD^enfc^en fein (Üebot an 
benfelben gefnäpft. (St tonnte baft €9ebot ni^ in abflrattcr Seife ^eme^men 
oon bem ^Serhiiltntft beH 3Renfc^en ®ott unb etma fogcn: bfirft miib 

3» 



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36 



StOflC 7, 



nti^i Raffen/ bcnn bonrnter fomiten fiiify bte evfien 92enf^ niN| oor nt^ 
benfen; ob«: ,,i^t hüxfi mit nif^ unge^orfam fein/ iou|ten ja nic^^ 
maft Unge^dffam fei, unb fonntcn e§ nic^t roiffen. (Mott fonnte baä diebot 
nur I)emel^mcn oon bcn nädjftcn, l)ö(^ft einfad^en ^JerF)ältntffen bcs ^!Jicnfrf)cn 
jur "'•^fltur, bic il^n äufeerlid) roo^rne^mbar umgab unb \\)m ^um leiblichen 
UiUeit)aUe biente. (rr oerbot i^iien ben C>5enufe oon bcr J^ruc^t eincö 
Saumcö unb nannte biefen iöaiim, um il^n oon anbern unterfcfteiben, 
ben 99oum ber ßrfenntniS bcs» t>iuien unb Söfen. ^er 5Baum roar jemei 
iüeftimmung nod) ein iBaum biefer (Srfenntniä^ eben fofem er jum ^Eßerf^ 
5eug jener Prüfung biente, burc^ meldte ber Wn^, mm tx fie beftanb, 
)um bemiiiten (Sitten, alfo )um 9enp«|tfein unb sitr SrtcnntniS bc9 
©Uten, in beffen anfttngliii^em 3;|un er fUl feiig fünfte, unb in Haren (Segen« 
fa| 3um ^ofen, baft t|n ins ©egenteil, ind UnglfliI unb (Elenb führen 
nürbe, gebracht roerben foOte. ^er ^{enfd^ mu^te alfo ni<j^t erft fallen, 
um ju ber ©rlennttü^ be'^ (Muten unb bcS 58öfen ni fornmen. 

b) ^er 'iserfuc^cr mar öcr "Jcufel („Ivcrlcumbcr") ober ©üton 
(„ffiibciiaffier"), toelcfier [\6) ber odjlancjc aU JÜerfjeuf] bcbiente. @r ift 
ein oon Cdoü urjprünf^lic^ c^ut erfc^affcner (5nqcl, alfo ein geiftigeä ©cfen, 
aber oon ©Ott abgcfüiien, unb mit i^m oielc (jingcl, lueldje mit i^m böfe 
©elfter würben unb unter i^m ftefjen. 3Hat. 4, 1. 3: 3!)a loorb ^e\ui wm 
®eifl in bie Süfte geführt, ba| er oom S^eufel oerfuc^t wOcbe. Unb 
ber Serfttc^er trat |U i^nt. 0Der erjle Sbom ifl im Suftgarten, ber anbere 
Stbam in ber Sflfle oerfui^t; beibe «am teufet; ber erfte tfl unterlegen, 
ber anbere bejtanben, btt| er bcn S^eufcl für un§ übeiioinbe.) £uf. 12, 31: 
2)er©atan l)at euer begehret, bafe er euc^ fid^te. (Ip^. 6, 11: 2)ie liftigen 
5(n(äufo bcS 3;eufcl§. 1 ^^etr. 5, 8: Gr fudjet, meW^en er oerf(|ltnge. 
Cffb. 12, H u. 20, 2; ^J)ie alte 3 erlange, bic ba IjeitU ber Xeufel unb 
'©otünaä. ^o\). S, 44: ®er Teufel ift ein iKörbcr (loörtlic^: ^3Jicnfctien: 
mörber) oon Slnfang, unb ift uid)t bcftanben in ber Üj^aljr^eit. Ül^enn er 
bie £üge vebet, fo rebet er oon feinem (Sigenen; benn er ift ein iJügner 
unb $ater berfelbigen. 2 ^etr. 2, 4: 5E)te dngel, bie gefftnbigt loben. 
(Sp^. 2, 13: S)ie bftf en ®eifter unter bem ^mmeL 

4. fktra<^ten »ir ben €ftnbenfall na^er, nrie berfelbe 1 92ofe3 be« 
fi^rieben tfi, ntd^t als Allegorie (ftnnbilbli<|e ^arfteUung eines ©ebantend 
Öfter eines blo^ innerlitben ^rgangd), fonbem als gefd^it^tUci^e 2;(yatfa(|e 
unb t^akfi(|U(^ ^rgang. 

A. 5if ۟nbf. 
I») ^ie ??erfuc^ung. 1 'iWofe 1—5. 

5>. 1. Der ^i^erfudjer, al6 (^ciftit^eö Üiefcn unb ben erften ilk-nfc^cn un-- 
beiannt, lualjlt fidj bay Den lUienfdjen ülä fiuij bt*£annte Xicr, bie Schlange, 
)ttm Si^erl^eug aus. @r fuc^t biejelben juerft an ©ottcg 93ort unb ®ebot 
irce 3tt nuul^en, ^roeifel unb Unfuler^eit ^u erregen, inbem er es iagen|aft 
oeibre^ in ba8 SBeib venbet er 1t<| aundi^fi, ni<|t n>ei( biefeg etma 
weniger gut aU ber SRonn erfc^affen mar, fonbem no^l beft^alb, weil 



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biefcS niil^t unmitteKar oxA @Dtt(fi SRunb (5lap. 2, 16. 17) ba9 ®ebot Der« 
titimmm ^at nnb biirum b« ^Betfuii^ttno in ber »oit t^m geplanten Sßrife 
Icui^er susdn^Hil fein md^ie. 

2. 3. G^ott ^«tte alfo fleroamt nid^t b(o^ Dor ber X^atffinbc (»effd 
nidjit baöon"), fonbcrn au^ oor ber 2uft („rü^rct'ä nuc^ nicf;t an"). Qva 
be^piiat mit tfirev '^^Intmott, baf} ftc ÖottCö ^I^otI unb (^jebot idüI)I tcnnt 
unb lüci^, lüdß für Aoftien bic Übertretung nadj ndi ^teht f bafe il)r nid}t 
fterbet"). Sie wiberfte^t bamit^ an (^otteö :2iioit jidrienb^ fUrd erfte 
ber i^erfudiung. 

58. 4. 5. („^JJiit nid^uu, b. i. feineSiüeftö, ijtiuiB iud)t.) (sm l^iitte 
ft(^ fog(eid) foDen omt bem ^crfuc^r n^egnicnben. ^amit, ba| fte bfoiBt, 
tritt fte 3u i(im fc^on in ein ^rl^ftltnift, unb er tüift nun mit ber offenen, 
fteil^en Sift^e gerauft: Jfyt »erbet nt(^t ^rben"; gerabefln gegen ®otteBbcut« 
lid^eB SBort: Jffs »eibet gerben*'. 9t, ber Sftgncr, fui|t babei ®ott ali 
?ü(in:r hinjufteflen unb juglcid^ baS 3Ki^trauen ju enoecfen, alä ob ®ott 
neibifd) loäre unb boö Öefte unb ^örf)ftc bcn "üJlcnfdicn oorcnt^icUe. Die 
^Jfllienfc^en roarcn (^>[>tt gleicf) in bem Sinne üon äJ)ttUc^ (nn^rtficfi l, 2fi: „in 
unferm iBilbe, nac^ unferm ölcidiniö") gefrfjaffen, unb bamit fonntcn ftc jui 
trieben fein. Der '3?erfud)cr aber uerblenbet mit feiner glänjenben 2ü(\e baS 
3tu0e ber <&va unb üerfid)eit fic babti noä), nne jum J^ol^n, bafe i^rc iJIugcn 
aufget^an würben, (^r mifd|t aOerbingd feiner Süge aud} ein 5lbrnlein 
9Ba|r^ bei, bie aber (Sott t|nen fc^on gcfagt, nämtic^ ba^ fte an bem 
9aum erfcnnen foUten, mofi gut nnb büfe fei. 3^ )ii<f<r ISrtenntniB mSren 
fie aber burc^ ben Oeldorf am gegen ®i»tteg (ilebot gef ommen, unb bann nt<|t 
)ii i^rem @(^aben. 

b) 2)er T\all 6—8. 

% Solmlb (!oa baö Sort 65ottcö auo bem Slui^ unb bn§ 2ßort 
bc4 "Jsrriiulicro iiio D()r InHt, i[t fie aud) uerlorcn; fie I)at feinen ."oalt me^r 
unb ift btö iU'i|ud)ero Seute. 3ic fdUt von (*iott ab unb bem 33erfuc^cr 
,;u, bem Xeufel, bem fie mel)r glaubt alö ©ott. Die gfln|e (sntmicflung 
bei 3ünbe tritt (ogkic^ ^erpor: 1. m böfe J^uft, bie burdj baS Slnfdjauen 
bei SeMenen in i^r erregt wirb; 2. bie ffinblid^e Xf)at bed 01e^meng unb 
<SffenA, mel4|e aus berfetben folgt; 3. bie SScrfa^rung aur @ftnbe, mit »eitler 
fte aud^ 9bam in baS Serberben ^inein^ie^. 

7. Da^ bie tDlenfi^en nailenb maren, bat mar meber @ä^t no^ 
Sünbe noö) ©c^onbe; benn 0ott ^atte fte alfo gefd^affen. Sie Übertragen 
ober auf baS ^ilu^erlic^e eine innere 9Ba^rne^mung unb Cmpfinbung, nämlic^ 
bofe fie iljre .^eiligfeit unb Cicrcd[>tigfeit burd) bie Sünbe rcrloren Ijabcn. 
Die S(^am ift ber erfte .S^uge von ber 9{egung beö (^ieiuiffcnö über bie 
Sünbe. Sie fudjen äufeerlid) mit 33löttern t^re :öIöhc (i^rc Sdjam) ju be- 
bedfen, ba fie bie entftonbcne innere ^SVö^c ju üerberfen uidjt vermi3gen; 
eö offenbort ftd^ fo nat^ ber crftcn Sünbe bie Sünöencrtenntnis unb baö 
€rlöfungi»bebfir^ig. 5Die Sogen moten i^nen oufgegangen, unb nun gingen 
lie iinen Aber. 



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^nm 7. 



% 8. 3tlä aibam unb (Soo am lÄbenb bcöfelbigen XogcS bic \5ttmme 
Wottee. int Warten Nörten, ocrftccften fie fid) üor bem Srngefirfit bco >>oirn, 
unter bie :öaumc im 65arten. ^üö ent)pnd)t gaiij i^rem Mmb^cits^uftanb. 
2)te Stimme, bie iljnen jonft fo uätcitic^ unb lieblid) hang, flö^t i^uen nun 
Q»ä)xtdm ein. Das» lag nid^t in ©otteS Stimme, fonbern in ber lWenfdf)en 
D^ren. XaS QJeroiffen !lagt fte ber @ünbe an, barum fc^änien unb fuid^tcn 
fte [\ä) wt bem in ber ^fc^einung i^nen na^enbcn @ott unb ^^eivn. 1Kim| 
^ter i\tf wie baS ootangegangene Bebetfen mit SliÜttm^ baft Qerflc(tot unter 
bt« 8&ime gfolge unb Susbtuil bei inneren Sorgonoed. %n bie SteOe ber 
btS^crtden ®ottc0furc^t, b. i. bed tinbltc^en (^e^orfamä, in »cl^em fie feiig 
»ttien, tritt nun bie ^rc^t oor ®ott; anftatt bed *^la\)eni ju (Sott bie i^ht^t 
oor ®olt 2)ie @ünbe moc^t fic^ atö (glenb i^nen fäf^Ibar. 

B. (Beriet. 

«) ®ie Unter iuc^un^. 'i'. 1)— 13. 

S. 9. 10. *I)ie 3ünbf !int mit ber l^erfudjung anoL'ranii,cn, ba<5 f^erid^t 
beginnt mit öcr llnterfud^ung, nid^i uls ob (Üott, luic ein inen)d^lid;cr :Ki(^ter, 
berfelben beburft ^ätte, fonbetn nm feiner ®cred;tig{eit wiUen, ba^ er ben 
9lenf(^en nii^ nnocr^Srt unb o^ne il^m Slourn gur Serontmortung ju laffen, 
nentrtettte, unb um bei 9lenf<^en wiaen, bamit er burc^ bnl SSer^dr t^n nul* 
brttdiicl feiner Sfinbe ilBerffi^rte. ®ott forbert sunäc^ft Slbom (nt^ fiia) vor 
®eri(!|t, n>etl er i^m ,^uerft baS @ebot gegeben ^at tmb berfelbe bed ^eibed 
^aupt ift (in anberm 8innc all ^ema([^ ^ 16, mo er ©emaU^aber über 
bn^fet!>f TPirbV '?Ibam ^at ßrfenntni? feiner inncm unb nuf^crn ^^löjjp, mcift 
aber bloß auf bie Untere als (^rimD unb ]^uv öntft^ulbifluni] öafur, ba0 er 
ficd üevbecge, ^in, ba biefe iöli)fte alö oon &oti \l)m nncrfdjaffcn, nad? jeiner 
SWeinung nic^t ftraffaar fein lonnte. ©igentlid) aber fan ilim ber Schreien 
beß (iiefe^eö in $erj unb (iiliebern; ^2)u loirft bes XoDtj iterbcn." 

fß, 11. 2)er aSwiffenbe (Holt mn^t bem ^nber fogleid; feine äludfluc^t 
4uni<bte: {Du ^aft gegeffen oon bem 9aume unb bomit mein Qkboi flbectrctcn. 
IDer ^err lleibct biel ober in bie |fnigeform, bamit Sbom fetbft in fetner 
Antwort bad (^eftänbniS unb Sefenntnid feiner Sünbe aulfpret^en mu|. 

33. 12. Ö^e Slbam bcfcnnt: ^ic^ a^," fu(^t er fic^ juoor ju entfc^ulbigen 
unb bie S(^ulb auf bn§ Ülkib, ba§ i^n allerbinn>3 uerfü^rt hatte, roäljen. 
3|m legten f^^ninbc tüiU er fogar Wott, ber iljm „bas Ü^etb gUgcfcUt", bafür 
oerantroortUd; mactien. (5«:' mar aber gerate i()m boä ^fe^ oerfunbigt; 
barum ift feine (5ntf4ulbinuiu3 hinfällig. 

5iJ. 1:5. :?ludj bai» iiicib, elje eö betennt: „idj ajj," fudjt, loie bei iKann 
mit ber ^erfü^rung, ftc^ mit ber Serfu(|ung gu entfd^ulbigen. Sie erlennt nun, 
ba| bie 6#lange fte betrogen ^at; fie mar bur(^ Schaben !lug genNwben. 

h) {Dal Urteil. % 14r-19. 

äi 14. 15. iJßot aOen %wetn auf bem ^jfXbe," b. i. nie^r all bie 
anbcm Xiere, melii^, 9li^ 8, 20—22, a\x^ in baö ißerberbcn beä ^err* 
fc^ecl äbam hineingezogen mürben.) öott ^cbt im Urtcilfprud) an bem Ur. 
fäi^er ber ©finbe, bem ^^fud^er, an. ®r fragt nid^t er[t bie Sd^lange, baö 



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2iet« boi IBerlijeug, nrie er 9bam unb burc^ feine f^raßcn ju ber Sr> 
feiifitni« unb bem Srfennliiift ber ®&nbe gcfatvt ^at ertcimt ®ott 

bif Vnllttse beft SBBeM gegen bte 6#in|e bontft nli gegrfinbet nenn aui^ 

nx^t für (!Da al§ entf^ulbigenb an. (Sx rietet ben f^Iud^ junäc^ft gegen baiS 
2^ier, im weiteren @tnne aber oiicft gegen ben, aU bcffen ffierfjcug e« gebient 
l)al. Die '3f?)(aniie roirb bnburd), bü^ fie unn '^lucf) im >2tnubf !rted^en 
mufe, jum nicbngftcn unD Derad^tctften %uve ncmac^t; ntd)t blof? ber "JHenfc^, 
fonbem aucf) bic Xieie ^aben einen natürlij^en 'Jlb[(^eu oov biefem Stepttl. 

3>ic ^einbfi^aft be^te^t fidi nundc^ft auf bic Sc^Ionge unb ba§ ®eib, 
unb auf li^re bttbaUttii^cix Siuc^fommen. Xk Schlange fann nui bui^) 
^emtdlmen bei getötet merben, unb ftic^t ben, ber fte fo gertritt, in 

bte l^erfe. SBie ober jener '^lud^ ftber bie ®<^Iiinge no^ me^ als far bas 
Xier feine 6cbeuiung führ bte erfien 9lenf(|cn %oi, xodi^ hm^ bte IHeiten^e 
@(l|(ange immer an t^ren %aU erinnert werben foSen, fo gilt au^ i^nen 
nod) üiel md)v ber gmeite 2^t( bei Urteils. & fo0 i^nen eine triäflli^e 
.•öoffnung auf örlöfung erwetfen. (^roteoangelium, b. i. erfte ^rfünbigung 
bc«? ^ufünftigen Griöferss.) loirb ein 9k^fomme be§ ©eibeS erft^fifn, 
loeld^er bie 'ü)ia(f)t nimmt (Den Äopf jertritt) bem iöerfut^er jur ©ünbe unb 
UrfäAcr ber Sünbe, b. i. bem ^^eufel (ber „allen ©d)Iange'', Offb. 12, 0), 
iDcld)ei löieber befjen Job öcrurfac^en (iljn m bic ^ei|e ftec^en) wirb. (Dqä 
ift erfüQt bun^ S^rifti Seiben unb Sterben am jlreu^.) 

S. 16. Som !Berfu(^er wenbct fi^ <Bolt jnm Serftt^, bem Scibc. 
fSwt empf fingt !eibli(|e unb getfKge Gtrafc. a) €5<^mer}en beS SeibeS (unb 
imor im ^54|ften 9eruf beft SBetbei; in <S)n{b ijl ber %bt^ in 6egen gc» 
wanbelt 1 %m. 2, 14. 15) unb b) ganjlid^e ^bf)ängtgfeit oom Spanne 
(Serlangen na^ i^m unb Unterwerfung unter feinen SEBttten; in G^flo ift 
ei geheiligt, ^p^. ^R) 

5?. 17 — 19. 3iun rocnbct ud] (iJoU jum ikH-fut;rtcn, ber aber gletd^j 
wo^l bie größte ^Verantwortung tiai^t, woran i^n Öott burd) ben '^^oibatt 
be8 (Uebotcö erinnert, ba8 er plra^L \im gegeben ^atte. 5lni'tatt bem Ijctluun 
SQ3iUen (i)otted ^at ilbam bem i'uubiid; gciDüiDeueu iÜiUeu bcö ^eibe^ 
ge^orc^t. bicfer (Erinnerung an bog ®ebot, bie Offenbarung bed gött« 
li^en ffiiOeng, antmortet ber ^err 9uglei(^ auf bic im legten ®ntnbe gegen 
t^n felbft geiU^ele 45ntf(|itlbt^ 9bomg IS). <Die @trofc ift oudft fftr 
Vbam eine leibliche (in feinem Berufe ber bcf4|»crii(l|e Sau beS um feinet« 
wiSen verfluchten ^(bed, beffen 5traut er nun anftatt ber ^arabiefedfrüd^te 
effen nui^) unb eine geiftige ($e!ttmmernid unb 2?rangfal ber 3ecle, aUerlei 
"•?iüt be? L'cbfnÄ). ^em, ber bie T^rofjimg beä QJefe^eS für firf) unb ba§ 
äüeib einpfatigon Fiatte, roirb nun auc^ baö rcfimerfte beö Urtcilö für fid) 
unb bae W^'ih uu^cipioi^in : ber Xob. T)er j unb Cid) geirorbene 'JJienfc^ 
jDub nun )ieiblic|. Uer Job ift nun alö Keim in bic iiiablidjfeit beä 
^enfc^en geiegt unb ge^t non i^m auf aOe feine S^ac^fomuieu über; bie 
^(^t ift ber enblid^e 3erfaa bei SetbeS, ben mr Slob im engem Girni 
nennen. S)oi Sort Olottei: „mU!^ Slageg bu boivon iffefl, mirfl bu beg 



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%clbti fterben/' erfüQt nic^t in beut 6tmie: an btefem mtrfl btt 
3U @tauB wetbcii^ fmibem: «im b«m 3!ai}e an mifft bu bem 3^be nerfoOen 
fehl. Ibüi bftdit von ber S^Arfe, in mlfyx bte 2)ro^n0 auBgefpro^ 
VMX, nid^t« ab, ba bcr ^Dtoif^ ja ni^t «ufite, fonbern nur a^nen fonste, 
ivad Sterben tji. SBte ®0tt oon Slnfang an gemeint ^at, l)ören n>ir cu§ 
feiner eit^cnen 3tu§Ie(^im<| im llrtfitofpntc^. ((I?(citb, Wülje unb Tiot „bis" 
jum 'Btaubtpevbcn.) ^ao (^an^e 2cbcn bcö burd) bic Sünbc oevbcrbten 
Mlicnidjcn mit all feinem (vlenb ift Xob nennen; oon bcm Xage unfrtr 
Weburt an unb ntit jebem neuen lape, mit meld)cm mir mc^t im öcbcn 
i)tncinn)a(^fen, reifen mt bem Xobe entgegen. Unb boö fd^lic^lic^c (inbe 
ifl: 3u @cbe merbm. Stdm. 5, 12: S)ttrd^ @inen ^enfc^en ift bte 6ünbe 
in bte SBelt gebnimen unb bet Sob btnnj^ bie @finbe. 9t9m. 6, 23: S)ev 
%oh t|l ber Gflnbe 6olb (b. i. So^n im @inne oon Strafe). 

5. ^im^ bic GAnbe erlitt ber Xeufel SRad^t fiber bcn @finber; 
biefer ift in feine Octralt gefommen, worauf fdjon ^age 1 I)inmic§. '^m 
.^oc^imut wollten bie ÜJtenftfien ®oU (^leitf) werben; in 5lUrlIi(^feit fmb fic 
be3 XeufelS .^ne(f)tf geworben, ba fic ficf) feinem 2öil[on itntrnt>m-fcn fjabcn. 
^0^. 8, 44: ,V)r feib rem il-tater bem Teufel, un^ nad) euieo 'isaterfl 
Suft rooüt il)r t^un. .<>ebr. 1, U. 15: 3)afe er burd) bcn Xob bte ^JUiod^t 
näl|me bem, ber bc§ Tobcg (^ewoU hatte, ba3 ift bem Xeufel, unb er« 
löfete bic, {ü butdj ^üxd)i tocö Xobeä im gün,^iii hieben .Unechte fein mußten. 

^ 9ar Slbom intb (&m ^e ber gfall (ätbfatt oon ®ott unb fallen 
in bte 3Ra<l^ ber @flnbe wib bcS S^eufett) imbUnfie^orfam (Suflelminn 
imber bie ftbtfliile Sutorittt, borouft bcr gfad entfprang unb barin er fi<| 
t^li^ t»oDgo9) feine ^ol^en. 

«) Serluft be§ GbcnbilbcS ®otte8 infofem, als mit bem ^aU 
bte ancrfd)affene ^eiligfcit unb (^eretJjtigfeit (bie göttlichen OJnabcniiabcn) 
^inwegfielen iinb mit ber >5errfdiaft über bie ivbifd>e Sfböpfunii noibei 
mar, (J^einbfc^aft bcr Schlange unb anbcrcr Xicre. ^Dornen unb liiftcln 
bes iicferö.) ^Co8 wefcntlid)c Crbenbilb (S5otte§, b. i. ber unfterblid^c 
perfönlic^c ®eift, blieb bcm 3)ienfd^en, würbe aber burd^ bie oünbc getrübt, 
^er ÜJienfc^ würbe weber jum «Stotf unb (Stein", noc^ jum ^£ier, nod^ 
j|mn Seufef (beffen Subftana ober ffiefen M 9ofe, bie €ttnbe, ift), fonbern 
blieb feinem Siefen nai^ Wenfc^, wenn aaiS^ von ber Sftnbc gan} buri^brungen. 

Solo in. ^IfMut in bcr 6ubfk4in) be« Seibrt ober ber €ee(e bot bie Snftctfung 

ber GrbfÜnbc ilircn (Srunb. fonbern weil c* oon ®ott oerorbnct mar, boh ber erfte 
Werrfdi bte (^nben, welcbe ibm mitgeteilt n^nren, foioobi fflr rt<b old tf^^ bte 6ei« 

nigen bnbc unb mnteirfj audi für biefe t^crüfi r ' 

h) Sünb^üftigf eit. ^ic Sünbe mar nid)t etiuas ^i^erett^cltcö tnel^i, 
fonbern baftcte mit t^rem ^Kei^ in bem "lUienft^en unb mit ihren Spuren 
ön allen feinen äücrfen, fo ba& ber »or^er nur pm ©uten geneigt war, 
je^t Don ftc| aud nur jum 9öfen geneigt ift. 

e> €tcrblt<|teii 9hir »mit Sott" ($rage 6) fonnl« ber 3Renfd^ 
jn t3Bn%n Selioleit'' leben. 5Da er nun oon ®ott bun^ bie 6ftnbe ge^ 



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fdncocn tu, ii'iit» er auo bem ']]arat>icfe getrieben, „bamit er nid^t ej^c auc^ 
von beul iBaume beö ii'cbenä, unb lebe croiglidj." ^tc Stcrbli(^Icit bejieljt 
fidy ;Uiiäd»fit auf bcn leiblichen, 3eitlicf)en ; mit biefem fte^t ober ber 
gciltlidjc unb ctüige im cngften 3"M"""eu^ang. 2)ie ©träfe beS leiblichen 
^obe^ l'c^lo^ aber zugleich aviä) eine SBo^Itliat ®eHtt§ in fic^, benn fonft 
wäre bie @flnbc oerenigt motten* 

7. ^fftbei; m% oon bem @benbilb ®otM im 'Stcnfcben bUTcb bcn ^all Der« 
loren flin^ unb tuoS flcblicbcn ift, miBcrt fidjUrfinit^ fDlfloii^iTmatTTr .'^Mc^ bcm 
?^aü bat ^fr OTenf^ bnrcfj bie Sfinbc baS herrHdje l^benbtlb (Rottes, ücrlorcn; e« 
blieben ^toar einige Uberreite unb ct)ucen beefelben nad) bem ^aUe, tuelc^e aucb in 
bem umoiebergebornen üHenfcben noch oorbanben ftnb: 1. bod geiftige, oemfinftige unb 
ttnMIUbe SBefen bcr €cele mit ibm Sttftften, unb luitet bicfen bie SN^eibeit be» 
Silleno, fo bag bec 9Renf(b aOeft, mtA er »ill, lurecbnumidfabig will ; 2. mandbe 
l^rfcnntni^ »on fflntt, üou öcr Dhtur, non bem llnterfc^ii'b ^loifdien rcdit unb un- 
red)t: 3. iieioinc JieHe unb iieime üttlidjet iuflcnbcn unö aiifscror '^udjt; 4. bcv 
(Gebrauch uteicr |citUd)er @ater; 5. eine gewiffe J&errfcboft libei bie Siatui. I'iefe 
Überrefle bed QknbinMft 9oÜcd im fRenfcbcn ftnb benm^, obloobl f<br Mcbuntelt 
unb oefcbiDdibt, rinigcnnaleii eiboltcn geblieben, unb iwor: i. bai ite ein 3tu0niA 
ber 59Qrmberjigfeit (StetttS oud) gegen tin^ Unrofirbige feien; 2. ba& C^ott an bie» 
felben bei ber Erneuerung feine? Cbenbi^^e'5 in iin5 anfnOpfe; 3. bamit er ben 
©ottlofen alle (Intfcbulblgung benehme. - 'ilber nicl mcbr unb gröfsere öiitcv finb 
Don bem (Sbenbilb (Sotteö nerloren gegangen; i. bie mabic, ooUtommene unb l^tih 
fame Ohrfenntnii ®otte« unb feineft IßiBcnft: 2. bie ooDflAnbige (Srlernitnii ber 9Bcrre 
<9otted unb bai ungetrübte St4)t bed ®eifted, an beffen Stelle Unmiffenbett, iBlinb» 
bcit unb *!^cvfinftcrunp getreten ifl; 3. bic uollfcimmene CMeiiijfÖnuuifrit nKor unfrcr 
'iRciaunni-Ti, V'^fürebiintun unb ATanblunficn mit bem \.i)efc6 trotte«, |tatt loeld^ir eine 
fd^rcciiii^c Unocoiumg unb Ikrfe^rtlKit bcr *JUügungen unb ^egierbcn im i^erjen 
regiert; 4. bie DolUomnKite .^errfcboft Aber bie jtMUinr, benn »ftbrenb bic toilben 
Siere ben ÜRcnfiben oorber ffttibtelen, beMmpfen Rc ibn unb fcbaben ibm« ber Uder 
träpf 2)ornen unb 3)iftcln; 5. ba4 unctngefcbrönftc ^IRed^t, bic .Kreaturen ju ge-. 
braueben, hai Wott nicbt feinen ^einben, fonbern feinen Minbern übertvaflt; 6. enblitf) 
bie ©lüdfeligteit in biefem unb öcm ^ufünttigen hieben, an bcren -StcUc ewiger unb 
2etttt<ber Job mit aUen Srten getreten ift/ 

II. ttJic bae Siiubfncirnö nnf niii> arliomnifn \\\. 
1. 3Ba§ (^et)t aber bcr ^aü Srbitmc} unb tiuaö uns an"'' 5ef)r üiel. 
2)enn bic gulgcu bcöfelben erftreden fic^ über 3ibam unb ^va t)inoug auf 
olle ihre 9la(hfommen oh"« 2lu8nahmc. 2)ic oiiutje ift jiuar bcn crften 
SRenfchen nti|t ^ur Statur, b.t. ihrem eigentlichen äBefen geworben; aber 
ihre ^Mk i|i burd^ biefelbe auf« tteffle oerberM morbcn. ^te menfchliche 
92atur ift «Oer giftet«: wie bnft ®ift, wemt tH in ben Itivper bei 
"iDfenfchen fommt, in-s ^^lut übergel)! unb bicfe« nerberbt, — »hn* ba| e9 
felbft ^^lut mirb ober baö ölut aufhört ^31ut ju fein, — unb bann ben 
^Jlob wirft: alfo l)at bie erftc Sünbe öuf boö ^^cfen, bie "iJJatur ber erften 
3Jlenfchen geiuirft. Unb raeil bic 3«"9W"0 (Wcburt) eines 'AKcnfcfien nidjt ein 
neuer eefjöpfungSoft oon feiten fflotteö ift, fonbern .vortpflan^^ung unb 
eilung bes eigenen äl^ejena bes Ü}ienfd;en, biefeS aSßefen ober jünblich ift. 



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42 



fo .»»nbeii mit alle (bie »ir oon beit ec|leii dUm oBfftammcn) in 
©ttttben tmiifangen unb geboren", unb wirb alfo bte jünblic^e %tt tini 
)U f igen oom erften 3(ugenbUd unfrer (Sntftel^uiig an. 1 ^ofe 5, 3 : Slbom 

)t>'U !iimbcrtunttbrcifei(\ '^al)vc alt, unb jcugte cmcn ©o^n, ^er frincm 
JÖilbc ütjnlid) loar (tDortlidr „nad) [einer ^Üinlidjfeit, in jemcm iöUbe"), 
unb nannte i^n 3etf). I)ieieiben iUuäbrücfe, loic iie bei ber ©c^öpfunf^ bed 
^entdien oon (^ott gehaucht finb, roerbcn f)icr bei ber (yrjeugunoi eine« 
^JJienfc^tnfinbcö auf ben erften tratet, älbam, au^eiüenbet. Scftanb haü 
<S(entiIb ®oltei in bn anerfc^affenen ^eiligteit unb (Berec^iigfeit, fo beftanb 
baS (S^enbilb SIbamS in ber anerjeugten angrbotnen €ilnb^aftigfeit. 

GalDtn tsa 91dm. 5, 12), ^Unttr bicfcm eftHbiflen (ba| .ade fldttnbiot 
^abcn') ift ber eödie oerbeilitt 3uftanb be« Wenfdjcn ju oerfteben. Iienn jene 
natürlid)c '^krberbt{)LMt, voel^t mir mn Dlutter Öeibe mifbri?if(cn. obwohl fte nidjt 
fo f(ftneU ibro iNrüdite .^cipt, ift bo(^ Sünbo uor ®ott unb forocrt feine ftrafenbe 
(^rrecbtigfeit l^nam. iit bai, mai man 6rbfflnbe nemit Senn wie ilbam an« 
fmtH bei fdnec Srfcbafftms QdtKtdbe Obtabrngaben fflf fUb unb fdne 9lo4tom«ens 
Haft entpfanoen bot« fo bot n oucb, inbem er oon O^ott obftcl, in ficib felbft unfrc 
9lotur ncrb^rht, (icfcbänbct unb bcrfcbrt. IDenn ba er bao öbenbilb ("ottr? lott 
lidjen ©nabcuflabcn) oerlorcn bntte, fonitte er nur S'Iacfttommcn nad) unum ^bcn- 
bitb jeugen. Sir baben alfo alle gefflnbigt, weil wir alle oon bem noturlicben 
3Jetbetben erfOUt, unb babcr ganj unb gar oertebrt Tmb.' 

2. 2)ie eifie 6finbe tfl bieSRuttcr allev 6ftnbeii ber ganzen ffielt« 
unb t^ce (Snt{le^9 ijl »ovbUbK«^ fSr bte alter 6llnben. 3al U 13—15: 
@ott felbjk oerfttd^t niemonb (pm 9d\tn); foi^m ein ieglic^er roirb oer^ 
ftti^t, wenn er oon feiner eigenenSufl gereijet unb gclodet wirb; bano(^, 
wenn bie ^uft empfangen l)at, gebieret fte bie ©ftnbc; bte @ftnbe aber, 
»enn fie uoUenbet ift, TcHcret ben ^ob. 

-Die erfte Sünbe umfaßt fc^on bie brci .Harbtnalfiinben (1 :^ül). 2, 16): 
Slugenluft — ber iöaum „licMidb rtn,^ufcf)cn" — , ,"^leifd)cöluft — „put baoon 
effen" — , l)offärti9e2( i'eben ■ „jem une OioU . (1 3Jiofc 3, 5. 6.) ^n 
einer, bem entfprccf)enben, breifac^en ':Berfu(^ung ^at ber anbete l^am, 
SbnM/ flberoimben: f^eifc^eilufl — »Srot" SCugenlttjl — «»Rinnen 
beft Xempett" ^offarttgeS Seben — ^oOe ber aBelt". (9tai 4.) 

3. IDIan nnterf<|eibet Srbfftnbe ober ongebome @ftnbe unb »irl« 
li<l^e ober bet^angene ©ünben. 

A. Grbfünbe ifi bie oUen "SUienft^en angcbome natürlt(^c *^?cigung 
i|um Söfen. ^Ilöm. b, 12 (n. gen. tlberf.): 2!)urt^ einen lUrnftfirn ift bie 
öunbc ncfomnien m bie Seit, unb bur(^ bie Simbc ber Tob, unb ift alfo 
ber Üüb ,ui atUn ÜJenfd^en burrfigcbrungen, unter raeirfiem (bem Xob b. i. 
im Xobeö|u)tanii) fie alle gtjunbigt ^abcn. (3ici^e üben (Sabin 
biefer Stelle.) '^l 51, 7: @ie^e, id^ bin aud fünblid^m ©amen gejeuget 
(wdvtlii|: »in 64ulb bin id) geboren") unb meine ÜRutter |at mil in 
Sünben empfangen. 

B. SGßirtiic^e 6ünben finb bie einzelnen Sünben, roeld^e aug ber 
^rbfünbe (ber angebomen ^nbiafügleit) leraorge^en* J&isüi^" fie^ ^ier 



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43 



nti^t im iSIegenfa^ ^fd^etnbar", fonbent bebeutet: waft gcwivlt ins ffiert 
gefegt, auSoefibt ifl. 1, 16: SBcnn bic Sujl empfanden l^al (imn ber 
IBiOe beft 9itnf<|ni auf bie SCntvt^ung gum !9öfen eingebt), fo gcbteret fie 

bie ©ünbc (|o fommt bic roirtUd^e ober t^dtlid^e 3ünbe jufi .n^iX 

a) 2Biffentn(^c imb unroif fcntlic^e ©ünben. I)ie erfiercn fmb 
fold^e, bic man a\% Sünbcn crfcnnt ; bic nnbern fmb folcfjc, bic man tnU 
roeber alö 3ünbcn nic^t erfennt ober md)i beachtet, ^^^j. 32, 5: ht-- 
fcnnc bii meine ©ünben. ^f. 40, 13: ^Dleiner ©ünbcn i|t mctji bcnn 
.r>aare auf meinem ^aupt. ^^f. 19, 13: SBer fann merfeu, mie oft er fe^Ie; 
Derjei^e mir aud) bie verborgenen (bie unerfannten unb bie unbefannten) 
^^(er (8ünben). 1 Stot. i, i: ^6) bin mir wo^I itid^ti bemüht/ aber 
barin bin id^ nic^t gercd^tfcrtigi 

b) ®ebatt!ens, SBort« unb S^^atfflnben ftnbfolc^c, »el(^e bttn| 
(^ebanfen, SBorte ober ^nblungen begangen werben. !D2at. 15, 10. 20: 
9ud bem .fjerjen fommen örge Öcbanlen. "iUlot. 12, 36: 5Die ^J)ienfcl^en 
müffen 5lc^cnfcf;aft (^obcn am jüngftcn OJcvidjt uon einem je9licf)en unnü^en 
51^ orte, bao fic oiercbct l)abon. („Unnii^V nidjt im ©inne oon oergeblid; 
ober überflüffig, [onbern, toic es tuörtlid) ^eipt: „arg", baS ilrgemiä on; 
ritztet.) (fp!^. i, 20: Saffet fein faul ©efd^rnnft auö eurem SJlunbc (le^n. 
Ü-pI). 5, -4: 8(^ün£ibari' ii^üite (^oten unb allerlei uiiiauberc ober fcijUi^fniiC 
Siorte) unb 9}anwnttibinge (albemed 92arrengerebe) ober Sd^erje (leichtfertige 
ober )»cibeutige 9leben, aud^ fog. „Gc^er^Iügen"), roelc^e eu^i nic^t jiemen. 
@al. 5^ 19— Sl: Offenbar {inb bie 9Ber!e M ^Ui]^ti, als ba finb <S^e* 
hxw^, ^uretti, Unreinigteit, Unjuc^t, XbgStterct, 3^^^^^ ^inbf(^aft^ 
^abcr, iJieib, ßom, 3onf, 3n)ietro(ht, ^Rotten, Jpa§, 3Korb, ©oufen, Orveffcn, 
unb bergleic^en; bie fold^eä tl^un, roerben bad ^eitS) (^otted nic^t ererben. 

c) n bertretungä I (ober ^3ejT[c^ungS0 unb Untcrlaffungöfünben. 
Xie erftereu finb fold^c Sünben, beren man fid; buid) 'IRifsad^tung etneä 
2?erhotö;, tiic anbern l'old)e, beren man ftcf) burc^ SJhfjadjtunfl eineo(Me6otä 
fdjulbii] maä)t. i}o\. 6, 7: ©ie übertreten ben Üiunb luie i^ibain (bem 
bad (i)efe$ in ber ^form bcS 93erbotg gegeben roar). ^at i, 17: Süier ba 
met| ®iitei ju tl;un unb t^uVi ni^i, bem ifi c< @flnbe. Seifpiele finb 
ber ^riefter unb Scott im ®Ieid^m8 oom barm^etsioen 6amariter. £ut. 10. 

d) SorfAf^tid^e unb €(hmad^f)eit8«6ünben. ^ene finb folci^e, toelt^e 
als 6ünbe juoor erfannt unb mit Überlegung begangen ftnb; biefe fmb foli|e^ 
roelc^ie unbebac^t, auo Übereilung, ober au§ (rrf^Iaffung im Äampfe gegen 
bie iiPerfud)un(i, begangen finb. IJer crfteren bient rocber ba§, ba^ man 
üicUeidjt einen guten ;^iüed babci im Ütuge geliabt (^Köm. ober bafi 
man fit^ in einer 'J^otlage befunbcn fjnbc („^^otlüge") ;;ur (rntfctjulbigunii, ncä) 
ben anbern, ba^ ntan bic nötige ilraft jum äi?ibcv|tanbe nid^t in fidj gel^abt 
I)abc. (3)agegcn ^f. 141, 1; 34, 7; ^ef. 40, 29—31; 6r>, 24; 2u!. 18, 7. 8.) 

(Sin Seifpiel ber fogenannien »SloKäge" finben wir in bem £eben beS 
9bra^am, als er fein Sßeib Sora in ft^^pten unb in ®erar ffir feine 
@d^»e^er ouSgiebi, von ®ott aber emttet unb oon ben ^eibnifd^en ^ttrfien 



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44 



befc^amt luurbc. (1 ÜJJofe 12 u. 20.) l>oiiap(l^c ©ünbcn ben'^iU'f^ ^^»c 
Srübcr ^ofep^ö, ba fie biefen uerfauftcn unb i^ren i?Qtei belogen 
(1 ^JJioje 37), unb ^U^OS/ ba et bcn ^erm oerriet (iliat. 26, 15). 

6c^ii}a(^^ett«fünben fc^en wiv bei ÜHoa^, ba ar ouS UntemitttiS ber 
aSidüiig M aBeuMA suviet tränt (1 9tofe 9,21), unb 6ei ^ctrus, ba er 
b«tt ^rm serlcttonde (SKart. 14, 66—78). 

e) (Sigcne unb frcmbe Sünbrn; jene finb \o\dfc, bie ein ^Jfcn^d) 
felbft begebt ; biefe jtnb Sünben anbercr, bereit mon fid| baburc^ mttfd^ulbig 
ma6)t, bafj man ^Do^tf^efaUcn baran f)at, ober i^rer iMuöfü^runri 'J^crfdiub 
leiftct, obev bicjclben fei es aubbrücflid) ober burc^ Stidfc^roetgcn biUic^t. 
^cbr. 7, 27: 2)ie ."ÖDljcnprieftcr mufften jucvft für bie eigene 3ünbe Cpfer 
t^n, bonac^ für bcs 3>olfco 3ünbe. H llJolc 5, l (n. cien. Ubcrf.): 3Btnn 
eine ocele (ein 'Dtcnf(^) funbigcn lüuioe, baß et bu' ^iimme beS ^luc^a 
^öret, unb 3cuge ift bed, bot et gefe^en ober ei|al)ren f)at, «itb faget'ft 
nii^t an, ber ffcA eine 'Biffet^at auf ft«^. 1 Xint. 5, 22: !Ka<^e ^ 
nt(^ teiU^afltg frenber Sfinben. 

f) ^te 6ttnbe wtber ben ^eiligen (Seift, ober bie £äfterung 
bes ^eiligen QJetfteä, roelt^e allein oon aßen 6&ttben roeber in biefcr nod) in 
jener 5PcU oergeben n>irb, ober bie Xobfünbe, auf welcher unerbittlich bie 
ciüige "lU'rbnmmniS fte^t, ift bie roiffcntlic^c unb frcoentlidje S^erlaffuni; foune 
au(^ bie boshafte ißerfolgung ber crfanntcn unb erfaljrcncn (}ottIid)en 
Sabrlieit. ^Jlat. 12. 5Iüe Sünbc unb l'äftenmt^ roirb bcn ll{enfd}en 
ütitjtbtii, über bie Xiü [te i uiiß luiber bcnöeift löirb bcn IRcnfd^en nid)t 
©ergeben, ^larf. 3, 29: 3Ber ben ^eiligen ©eift läftert, ber l)ai feine 
Vergebung tmiQlid), fonbem ift fc^ulbig beA einigen ®eri(^ 1 ^o^. 5, 16: 
eine 6ftnbe lum 3;obe. ^ebr. 6, 4—6: (S8 ifk urnndgli^ ba| bie, fo 
einmal erleui^tet finb nnb geft^medet ^aben bie ^immlif(|e ®abe, unb teiU 
l^afttg geworben finb bc§ .^eiligen @eifted, — no fie abfaUen unb roiebentm 
i^nen felbft ben 3oI)n (^otteft treusigen unb fflr 6pott ^(ten, baft ftc foltten 
nNcberum erneuert werben jur Su^e. 

Uriinu'j. ."i^on ber Urfacbf ber crftcn 3ftnbe. Xcn crften Urfprunfl bnt bie 
Sünbe bc* iJlen|(^ett ßcbßbt mcbt üon ®ott, fonbem oon hcm .Hntriob bi'*> Iciucb 
unb bem freien ÜBtUcn bed 3Renf(beu. Xeim t>e^ Xeuitl bat htn !D{«n)djeit num 
ÜlbfaO oon (Sott angercUt vitb ber Iffcnf« bat ftib, ber ünreiiung be« Zeufcl» ju-. 
ttimmcnb, freiloidig t7on ®ott abgcioenbet. Sber obiDobl (^ott ben Wenfcben in 
ber ^erfu^unfl minffon bat, ift er bctmod) bcSrofßcn nicbt llr•^.i:^:r v\alle3 ohcr 
ber cünbc ober bed 'i^crberbcnö beö Üiieuicbcn, ba Wi>tt nid}t6 mn bcm bei jener 
^•Berlaffunfl beabitd)tigtc ober beroirtte, fonbem bcn Snenfcben axü bie $robe fteUte^ 
iKbmt er geieen »oQte, nie ba6 dkfcbi^pf ni(^td ®utcft tbun ober borin bebanen 
tann, mm ®on eft nidbt b^It unb leitet — ®cnbct bie menf (bli4e IBemimf t ba« 
gegen ein: loer in ber ^erfu^ung bie ®nabc entVicbt, ebne roetd^e ber Sali nidbt 
\u oermeibm ift, ber ift Urbebor be§ j^ollfÄ; fo mürbe bie§ nur gelten, wenn (^ott 
bie ®nabe fdjulbifi mnre unb Tie bcm 'Ubaiu luibcr beficn SiUcn cutioncn hatte. — 
(Sott fonntc ben ^IlUnitben oot Dem ^ull beiuabcen, tuenn ei getooUi i)atte; er lie^t 



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45 



ahn \u, bafe biefer fiel, b. i. er oerltcl) ihm nic^t bie (Knaben (labe, bcn ^ertttiibunpm 
^^J ieu!el-j jii roibcrfteben, un^ iroar au* jtüd (^nlnbcn, erliHd) bamit bie ed)toacii: 
t)ea bei (äef4)opfe4> offenbar tDücbe, wenn e« in ber uriprünglictien :Kec()tbei4<incn- 
IkU um Bäiiitkt niftt tamifiTt »cdM, mb pm mibcni, bal ou« Weftr Ser» 
antoffuitg Gott fei&< <i^fttc. fkmitleqiflilit unb Oaobe etjeise in bn «Scwttunii ber 
Äu^erroftbUen bur^ (j^riftunt, feine ®ere4)tiflteit ober unb 2llac(>t in ber SJcftrafunß 
ber ©ottloten unb IBenoorfenen rocßcn ber Sünbcn. mi) ben 'ÜDorten: iMott ^ot 
alle eingeicb Ionen unter ber Sünöe,*) auf ba& er ficb üIUt erliarme ^:Höm. 11, 32) 
unb bal ieber TtwaJo geftopfet werbe unb aUe Seit Q>ott icbulbig fei (3, 19). !S)e4-. 
Blffi^cn: 9ki 9ott wollte ^tm eiicitcR imb Imbt^ feine SRa^t; bat er mit flrvftct 
(^ebulb getragen bie @efä&e bed 3omd, bic ba uißcric^tet fmb jur ^erbammnift; 
ouf ba| er flln^ tfnte J)ieicf)tuni feiner .^enlid){cit an ben ®efd^ ber 9anit* 
^tatett, bie er bereitet bat ^ur ^enlitbteiL {Mm, 9, 22. 2S.)* 



* 8. Bbib wir «ber bcrmaftit vcrbcrbt/ bA§ wir gan^ un& gar untüd^tig 

ftnb jtu einigem 0utcn unb geneigt $tt allem ISofenf 

3a: re fei bmn, tA$ wir bnrdi öen <ßci(l loicöcrs 
geboren wer^f^. 

"Xierinalen ^ in folgern, in fo gto^m SDlaMf fo feb^. diB fei benn 
ba| wenn ntd)t ober bt^ baB- 

'Mntn). 3a, b. i. unfre 9?otur ift bemmpen uerberbt. baB mir — aUem ^böfen. 

Sie lange finb wir fo gan^ unb gar oerberbt? 9id wir burcb ben (Seift C^otted 
iptebetgcbof en loetbeii. 

I. mt Mr )ic iRtiir41i4e llatiir m^tthi t|». 

1. !Die i^vage 7 ^at unft ben Urfprung ber @ttnbe unb bie Suftbe^nung 
ber @finb^afttgteift ouf ba« gonie menft^lii^ ®ef(|Ic<|t gelehrt; ^age 8 

roeift und barauf ^in, nie gro^ unb tief unfer 61enb ift. !3ft benn 
nic^t nod) irgenb etroag oon Ävaft im "iKJfenfd^en übrig geblieben, ba| er 
^utti tf)un unb bem ^^5fcn tuiberfte^en fönntc':' Darauf anttoortet bie firi- 
lige ©(^rift mit einem beftimmten :Jiein. '^ol). :\, G: 'Baö »om ^leijd^ 
(b. i. ber funöljüften unb nerberbtcn Statur beö 3)ienfc^en) geboren roirb, 
baä ift Aleifc^ (fünb^ft unb oerberbt). 3)a§ ^leifcf) oermap nicfit bem 
ihivUen &otU^ untcrt^an fein, 9löm. 8, 7; bti luuuilidie lyieujä» m KU 
in 6iinben, C^p^. 2, 5; unter bie 6ünbe verlauft^ 9töm. 7, 14. '})tat. 7, 16: 
itami man au($ 3;rau(cn lefcti oon ben ^Docnot, ober ^gen von ben 
^fiebi? 1 9Rofe 8, 31: $btA $ii^cn (Genien) unb Zioü^ttn (Sege^rcn) 
bei mmff^Ulj^ ^erjend ift böfe oon ^ugenb auf. 

a) ^er natürli(|e ^enf(^ tann nic^t baS @ute ertennen; road er 
felbft für gut befinbet unb gut nennt, ift roinüirlid^; er mac^t fic§ fein 
eigenes Sittengefe^, roclt^es nic^t mit bem (^Jcfc^ Wottcä im (sinflong ftel)t. 
2 5?or. 3, 5: ^^tcfit, bafi mir iü^ti^ finb oon und felber« etioad (Qiuted) ju 
benien. alö uon uns felbcr. 

*} Stcub Urfmd loteintfi^er Überfebung ber 6teUc. 



46 



b) (Sr Um nxd^t bad @ute roollen^ roeil bie 6ünbe in il^m j^errfd^t 
unb er von ©Ott abi^efel)rt ift. (^ph. t?, 3: 3(u(^ tüir alle Jinbon nioüanb 
unfern 'ilHinbcl i^el)abt in loen l'iiften unjerö Jylcii'd^eö, unb tljatcn bcii 
SiUIIcn bc6 3Ui)d)co unb ber 'Ikinunft. ^iöm. 6, 16: 'Jci i{n«()tc 
feib il)r, bein il)v ciicl)orfam fcib; \l)v watet ber Sünbc Hnedjte. 

c) ctmc lieb L I |U-l)cn im Xieni'tc ber ©unöc. SRöm. 6, lU: (^ilcic^s 
mte i^r eure ^lieber begeben ^abt jum S>tenft bflr Unveinigteit unb 9on 
einer tlngerec^tigfeit ber anbem. $f. 10, 7: ®etn (beH ®ottIofen) SRimb 
t|l 9oO Sfbid^eni, Bfalfd^cft unb %ta^; feine ^wns^ 3)Ift^e unb SCrbeit 
an. ^ef. 59, 3. 7. 8: ^ie ^nger fmb mit Untugenb befledt, bie fitppen 
reben ^a[\d)i^, bie 3""9^' bid^tet Unrechtes, bic ^üfec laufen ,^um Söfen; 
i^re (ber ©ottlofen) (ycbanten fmb ^Ulü^e, t^r Seg ift eitel 3}erberbcn unb 
Sd)aben; fic tcnnen bcn ®e(i bc§ ^f^ebenö nidjit, unb ift lein die^t in 
il)ren (Höngen; fie fmb yertdjvt auf il)rcn Strafen. 

2. STber fomnit nidit nod) oof, bafe aud; ber natürlte^c 5)?cnfd) etroaä 
(:>>uieö tl)ut unb btö ÜDicn jid) t;!Ui)aIt; 3J. beui iUrmen lüo^U^un, ber 
Wä^igfeit unb !Rtt(^iern^eit [\^ befleißigen 2c. Bol^t äu|erli(^e gute 
SBerte entbehren beft regten ®funbeS, ber £tebe )u ©ott, unb bes regten 
3ie(ei, ber k^tt ®9tUi; es tann il^nen eine notfirlic^e ©utmfitigfeit ober 
SBetfl^leit ber (Sm^finbung ju grunbc liegen ; man fann auB (£^rfu(|l ober 
flu|erem 5ßortcil, ober auö ^^urt^t oor Strafe, S(§anbe ober Schaben ©ute* 
tl^un unb Ööfeä unterlagen. 2)aoon gilt beä 3(pofteI§ 3Bort, ^Höm. U, 23: 
ffioS nid)t au3 bcm (^3Iaiibcn ge^et, ba§ ift Sönbc. ^cbr, 11, 6: D^ne 
(Ölaubeu ift eö unmbi^lid) Wott gefallen. 

3. 33on ber 3;iefe unb WröRc bei menfd^licl^en 'i^crberbencs giebt bie 
Öef(i)idS)tc bc3 .^eibentumS ($Röm. 1), bcä ^ubentumö uiiD ganzer 6(i)i4)tcn 
bed entarteten iii)ri)tentumii ^m^ni^. 

4. ^e Srienntnift oan ber ®ro^e unferg $3erber(eng, ba| roir a) uns 
tad^tig (b. i. unoermdgenb, ttngef<|itfi} finb au etnigem (b. t. irgenbneld^em) 
®nten unb b) geneigt (b. t. Wg, g^(|lcft unb wiOig) }u aDem 9&fen, foK 
uns bringen: 1. ^ur tbemütigung unb Serjagung an un§ felber unb 
2. gum äjerlangen na^ drrettung aus biefem gro^n (Slenb. 'iHom. 7, 24: 
^6) den ber ""ITicnfd), mr mirb micfi crTöfen von bcm ^cibe biefeS 
iobeä? 2)cnn cljc ber Dienid; ^ur Ü-rfcnntnis feines gän^Uc^en äievberbend 
gelangt, iommt er nid^t jum Verlangen nac^ (Srloiung. 

IL mie Itnge ein Ürafik tit hxtfm Der^erlint lilriU. 

1. 9ig an fein SebenSenbe iIciH ber SAenf«!^ in bem angebomen oöQigen 
SSerberben, »enn nxöft in feinem SeBen eine Itnberung eintritt. <Sine folc^e 
fann bu«l^ eine vom SRenf<|en auSge^enbc fogenannte 9eff erung er« 
fblgen. Ibtm nx^t mit bem Su^erlii^en Ablegen einzelner @<Mben uiib Un« 
orten Urnn geholfen merben, unb ftc^ oon grunb bed ^erjend au8 felbft ju 
erneuem, baj^u fel)lt beut natürlichen ^enfc^cn bie v<Rraft. ^cnt angeblidjie 
iöefferung ift im legten (Ihrunbe bod| nur ein <5(^ein unb ein i^utter fttr bie 



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47 



©elbftgerec^tigfett unb ©clbftgeföaigfcit. 3er. 13, 23 : Äann aud^ ein ^Ho^r 
feine J^aut roanbeln ober ein "Sparber C^pont^er) feine ^Itdm^ <Bo (wenig) 
tonnet i^r auc^ ©uteö ihm, roeil il)r beö iööfen gewohnt [eib. ^^f- 57, 10. 12: 
gcrai beiteft b;c^ in ber 3Jtenge beiner iEBege; id^ toiH aber beine @e; 
vec^Ugteit anzeigen imb beine Söerfe, baft fie bir fein nü^e fein foCien. 
Dffb. 3, 17; 2)u fpri(^ft: id^ bin veic^ unD Ijabe gai fatt unb bebarf ni^ftö; 
unb n>ei|t nic^t, ba^ bu bift elenb unb jämmerli^, orm^ blinb unb bto|. 

2. (EbetifoQiciiiß mmo% Vte (Srgie^ung ober bte Qilbuns unb Jßiit* 
eblttftg" bes (Sctflti bcm 9Rciif<|en von feinem 6ftnbene(enb }tt Reifen. 1^ 
^er}O0 aBeHittgton fagte mit Steift^ b<i| bte b(o|e SeiflanbeAbilbuiig loffimertc 
^fel machen ISnne. ^at. 7, 17: Sin fauler (\öfUö)Uv) ^aum !ann ni(^t 
gute %rixd)U bringen, ^lan tarn mol}l gute ^rüc^te an feine 3n>ei0e binben, 
aber ba§ fmb ntci^t feine ^rürf^tc,, nidit au?> ihm hemu§geirtad)fen ; trton fann 
i^ni Wühl bie ^'^^ige fluiden unb bejc^neibcn unb mag iljn umgraben vmo 
büngen; aber ber roilbe Apfelbaum trägt bod() nur trioljäpfel. (iö liegt am 
6afte; mun auf ben roilben 53aum ein ßbelreiö gefegt loerben, ba« 
i^m einen neuen, gauj anbern ^a\t unb eine eble Slrt jufü^rt. tiefer neue 
Saft faim aber nid^t ein anbercv ebenfo vecte^vter SRenfd^engeift, fonbem nur 
ber ^eilige ^otteSgeift fein; efl tonn beut SXenfc^en nxdft geiftig (@igenf(^afi0' 
n»oft Dont (ikiftc beft 9Renf ^en), fonbem oOcin gciP4 (vom ®etfle ®otteS) 
geholfen werben. ^er®ei^®otteA tfleS, berba lebenbig mat^t; bog ^(eifd^ 
(au4^ bad felbft oerebelte, gebilbete, gelehrte) ift fein nü^e. ^arum bleibt 
ber ^JJIenfd) au(| bei aller „Öeiftcöbilbuno" ohne ben QJeift ©otte? (^etftlirfi tot, 
bleibt fo lange untü^itig ju einigem (^iuten unb geneigt )u allem iüöfen, biö 
er burd) ben ®eift ÖDttes miebergeborcn roirb. 3o^. 3, 5: S&iaf)r= 
lic^, roarnlid), i(§ [age bir: eS |et benn, baß fcmanb oon neuem geboren luerbe 
QUö bem iiiaijer unb ©eifl, fo fann er nic^t m bas dkid) (iioiteö fommen (b. i. 
»cnn et nid^t nriebergeboren nirb, lonn er nid^t tnft ®ottcS fommen). 

otAcreS ®(etd^ni< SBetronfi^aulit^ung. Senn ein OelbfUktf 
auf ber €lrabe oerloten fje^t unb vm ben ißeuten in ben €^Mf^ getocten 
witb, |o ffin^ fU^ nid^t blo^ 6d^mu^ an, f onbern au(^ bad Silb beS Iti}ni08, 
baö ber ^(tinje aufgeprägt ift, mirb, oft bi§ j^ur Unfcnntlid^feit, vertreten. 
2)iefe3 !ann nic^t biircfi Mof-,cg l>hifpu§en („33efferung") roieber I}ergeffent 
werben, fonbem bie IHunjc mu^ m ber ?veuerhtl3e nrnt^egoffen unb bas i^ilb 
beS Hönigä neu nitfi^eprägt werben. Das gefc^icijt beim ^?enfd)en, in bem 
baS ©benbilb (yottta burc^ bic Süubc uerunftaltet ift, in ber 2Üieber geburt. 
3iat 3, 11: S)e£ roirb euc^ mit bem ^eiligen üJeift unb mit ^ew^«^ 
taufen. Wlal 3, 2. 3: @r ift »ie bol gfeuer eine» (Bolbfd^miebd ; er wirb 
ft^ unb fc^melgen, unb baS ©Uber reinigen. 

3. S)ie Siebeitteburt t]i ein ®nabenn»erf ®otteS. @o mentg ein 
9Renf(( fu| fdbjl gebdcen, jur 9Bett bringen fann, fo wenig fann er fli^ 
wiebcrciebären, inS 3lei(^ (Botted bringen. 2)ie 9Biebergeburt ift ®ottefi 
äBerf, eine äBirfung bed ^ligen ©eifted. M 11/ l^-^i^ wia einen 
neuen Ü^eifl in ew^ geben. S ilor. ö, 17: ^fk jemanb in (S^rifto, fo ift er 



48 



eine neue 5ireatur (em iicucä ^e)c^öp[). ^le lii^icbcigebuit^ b. i. bie 
(Bcbtivt bei neuen Stenfc^en bem CüBmbilbe bcft ©o^neft (Sotteä, ift ein 
SBccf ber gimit^en Otnabc 3^ 13: <0ott if^ eft« ber in eu^ wirlet 
betbefi, bas ffiolfcn nnb bai SSoQBrin^en, nad^ feinem 9Bo^Igef allen 
(b. l bft, »0 e« i^m, unb fo, wie c3 iljm flcfäHt). 8: ^» SBinb 

MAfel, wo er ipttl, unb bu ^drefk fein @aufen mol^l, aber bu roei^t nidit, 
von loannen er fommt unb too^tn er fäfiri ; a ! f o ift ein jccilic^cr, bcv auä 
bem (Meift acboiLn ift. 'Höm, s, 'j.t; i!'Lield)e er ^lüov uevfe^en (üuö: 
ern)at)U) t}at, bie Ijut a und; ücvovbuet, ba^ {ic gleich fein foUten bem 
@benbUbe feines oo^neS. 



0, V^iut bcnn C5ctt bnit üTcnfi-tu-it nidu iiiTi-(d>t, ba% tv in feinem <IlefeQ 

von ihm foröert^ wnd cv nid)t tbtm fann i 

TTciti: 5c?itT (Bort bar 6cn ^.TTcJirdirn alfo rrrcbafffit, ^i^t^ cr'a 
tcniuc ibuii. jLcr llicnfcl) aber l;a£ fid) uti6 ftUc fciuc Uad)tornnien* 
oM ^ttffcifmtid öee CeufeU^ mutwiUtgrn Ungcborram brr« 
fetbtgrn (E^Abcti bttnubu 

Üntro. v>'ein, b. i. ®ott t^ut bem ÜRenfcbm nicbt unredjt, bajt er ben uod^ 
fommenen (SeMom be4 Oefe|cft dor t^m fotbeil; obiDo^l er benfelben ni^it Iciften 
tana. i. 

1. •9tt Ijal ein Rtd^t, Mt Crfiilitng 1» tttrclts «ii le« Jlrnfdjrii 

<5i möchte jemanb (auf ^la^e 8 ^in) fagen: Sa0 tann i(| bafür, bag 
t4 bad <8efei^ ®otteft »ic^t galten !ann; wanim ^at ®ott mtd^ nit^t beffer 
effc^affen? ®oH |at aber ben 9Renf<^en onfftnolid^ fo eff<|affen, bo^ er cd 

t^un fonnte, in @eted;tigfett unb ^eiligfeit (fte^e (^rage 6); unb bad (9efi|i^pf 
bleibt feinem Sd^öpfer immerbar jum Gie^rfam i>erpfli*tct, unb 
biefer forbert folc^en P3i'f)orfam mit ^)icd)t. o^ofc^l, 4- 3eiiu i^Lifi' finb 
unfträflid), benn allco, roaö er thut, bas ift ve(t)t; treu ift 0)ütt unö fein 
Ssbüfes an iljm, geredet unb fromm ift er. ^is>b 34, 10: öö fei ferne, ba^ 
©Ott foUte ungbttlid) l^anbeln, unb ber äTlImät^tigc un geredet, ^öni. 
1, 32: ©ottes die^t ift, ba^, bie foldjea t^un (b. i. bem (iJefc^j juioibcr 
leben), be« ^obel »fiibifl ftnb. — Oenn nun ©Ott ben llngel^orfam ^egen 
M ®efe$ mit Siedet ftraft, fo forbert er ben ®e|^ovfam oud^ mit SVe^t, man 
mag t^n letjlen fönnen ober ni«!^ B^t (SrMutcnmg bient baS ®lei(^ni8 
oom ungere^iten ^aud^alter; fein ^err forbert pon il^m mit 9le<|i bie ®e(ber, 
obnoi^I er met^ baft er bicfelben bur^gebcac^t ffoL 

11. Da§ dct ilUiifd) (Dcfc^ (&i)ttr9 nid)t ooUkommen l)aHrn 

kann, ift feine 5tt)nlö. 

1. Die ^(^ulb bcä 'iJleni dicu nt m ^jtügc 7 enoielen. 
a) ^er '$all erfolgte auf 3lniu|tcn beS SeufeU, aber ber 'Dlenfd; mar 
ni^lt ge^mungen, ber S3erfu(|iung nad^jugeben unb bem Xeufel ju folgen. 



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%taee 10. 



49 



Qt tft dfo ni(^t eiUi(^ulbigt 2 itor. Ii, 3; ^le 8<i^lange oerfut^rte (&9a 
in i^rer 6cf)alf{)eit. 

b) ^Cer Unge^orfüm bev ei:)teu 'JJienidjiii luai cm muUüilliger. 3)enn 
ba§ i^nen gegebene (äebot war nid^t fc^nier ju rrfüUeti; juv Übertoetung 
nntrbnt fte nic^t rtma burd^ Rot ober SRongel getrieben, burften ef|en 
oon aOcR 9Aumcit im ®ovlcn (1 Slofe 16); ber Zcufel ^atte Idne Waö^ 
fibn fie; Oott ^tte i^ncn fo otele ffloMt^oten etnricfcn. 

t) 5Dur(^ biefen Unge^orfam ffok ber 9}ienfd) ft(^ „berfelbigen ®abeii 
beraubt", b. i. folc^er Gräfte fid) Derluftic) i^emac^t, bur(^ rofld^c n bcn 
t^otlfornmenen (^3e^orfam (eifien tonnte unb atte feine 9ia(|toininen würben 
l^aben leiftcn fönnen. 

2. 3)ie A Dieken ^abeu aud) bif ad) fommcn ber eri'ten ^IRenfc^en 
j\u trocken. Ji^enn ein ^l>ater 5!^nntiütt madjt, fo c;erät feine ganje ^amilie in 
^rmm utiD Unueitnoßcn; beuno^l bleibt bic i^orbevung beö (^läubigerö an 
ben @«|ttlbtter unb feine @rben Stecht befte^en. 9Itt ber @finbe ^aben 
mt oiu^ bie Stl^ulb geerbt 9l5nu 5, 19: Xunl^ eines SRenfd^en Un« 
ge^orfam finb niele @ttnber gemoiben. WA. IB, 25: er eg nun nti|t 
^atte ju bejo|(en^ ber 4^err oertaufen t^n unb fein 9Beib unb 
feine lltnber, unb aOeg »aS er ^atte, unb begasten. 

III. Du^ ^üiiiauu^ iboiiti ^dU dtit illenfd|rn ;ur (Erkruntnis frinre 

(Elends fnliren. 

©Ott roci^ mo\)l, bap ber "iDJenfc^ in feinem je<ji(^en (^kfc^ 
nic^t ooUfommen galten fann; er bejtc^t aber baiuuj um feinet eilig feit 
wib UnmanbeUarfett »tllen unb um ben SKenfil^en )ur <lr!enntnti 
fetner @finbe unb beS ba^er lommenben ttnoermdgenis ju bringen. 1 Jtor. 
15, 56: ^le j{r«ft ber ©ftnbe ift bag Ulefe^. »dm. 3, dO: ^m^ ba8 
®efe^ fommt (Srtenntnid ber Sünbe. Dur(^ bie ^rberung @otted, obroo^I 
ber ilenfc^ fie nidjt erfüllen fonn, gefi^ie^t biefem niöft blofe fein Unre(i>t, 
fonbevn eö roirb i^m bamit oon ©Ott cino i^rof^c "'IV' o l) 1 1 1) a t enuiefcn, lueil 
gerabe biefe ^orberung bae 'JJUttel ift, um un6 ^ur (rrfenntnid unjerö gän^s 
li(^m Unoermdgend unb grenjenlofen (flenbs ju bringen. 



Von htt MnUnftxaU' (Sr. lo u. ii.) 



10« YDill (Bon foldKtt tlngeborfnm unbTfbfatt uii0efhr«fi toifcn bingebcn^f 

XXtit tii(foren: fonbrrn er sArnrt fcbredPUcbr beibe« Aber an= 

gebc^rnc lm^ uirFIidic öünöcn, uti6 iriU iic aue gcred)ffm Vlrtril 
5citlicb Ulli) cirig ürafcn, ivic er 0efpr^^d^fT^ hat: Tcrflucbt fci jcöcr: 
mann, ^rr ntd)t bleibet in alle 6ent, daici gcfci)rieben ftri^et in bttn 
Bucbe bea (Bcfegee, er*6 tbuc. 

Zl^rlctN«««. ^tlkn. 9«lM^ 4 



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50 



%wgt 10. 



'Kntiü. Wü nickten, b. i. ©Ott lolll folgen lln;ir!inriam luib UbfoU btttllbAUft 
niäii (eine Derftorftc '^^crncinutiö) utifleftraft lollcn Ijmßeljen. 

Vorüber jürnt ®ott''' ?^ci^e* üticr angcbomc tmb tDirtlit^ 6ünb<ii (b. i. 
foiuDt)i über angebonie aii uüer luuUid^c ciiubm). 

b) Qfe «rta <M Me 6aitb(ii firoN? 3eil(i4 unb (1019. 

c) ^Borouf granbet ftd) biete Strafe? Stuf fein fiete^teS Uctdl imb auf fdne 
to^tms: Serffau^t fei - baft es*» tliitt. 



I. Ikt 3oni Rottes nber )lf 3Me. 

1. ^ie@ünbe unb tf|re€<|tttb tflbaft <rfte@tfiif, bte@fittbenflvafe 

baS gioeite Qtüd unferä @Ienb3. 

2. 1>er ^üvn r>iottcä ift nt(^t eine fieftige 3(ufrcgun(? ber^ f^Jcniütc^ 
ober eine I^eibenfdjaft luic ber ^om beo iRertfrfien, ber auö bem )unblid;en 
%k\\di fommt. (Spr. 27, 4: ßo'^ ^■i^icnf'^^i^) c'" tpütigeö 2)inc<, unb 
©rimiii nn llni^eftüm. ^öf- 1/ 20: ^cS ^cnfcftett ;^om tf)ut nic^t, roaö 
»Ol' Öott ied;t i)t.) X'ct ^oxn (3oüci, von locldjcm bie Sdjcift bcs 2lUen 
unb Ui ^Zeuen ieftamentt in jalheic^en rebet, ift otelmel^r ber 
^eilige 9BtlU ®oticft, nat^ roeld^em er ^a^t unb ftraft afleS, naS feiner 
^eitigfett entgegen tfl. ^er3om®otteft beruht auf fetner ^etltgleil unb 
(Slered^tiglcit, nelc^e ftd^ in bemfelben offenbaren. Jta^ fetner heilig! ei t 
l^a^t &oit 0)ai ein SRilfatten gegen) bag liBöfe. 5, 5. 6: ^u bift nic^t 
ein &ott, bem gottloä ^efen geföQt; bu bift feinb aUen Ubeltljätern. ""^lad^ 
feiner Oercd^tigfcit ftrnft (^Jott bn^ ^m\c, toelcficS er ocvbotcn f)at. 
Möm. 1, 18: ©ottcö ^oi"« oüm ^iiimul uurD flcoffenbnrt über aUeö gottlofe 
®efen «nb Unt^ercc^tigfcit ber ^FJenjd^en. X'arum „will" unb fann @ott 
ben Unge^orjüm unb SfbfaU, b. i. bie Siinbe, nidjt uiiötiiraft laffen. 

3. @ott jümet [c^redlit^; baS ^ei|t nic^t blo^, (^ott [traft bie 8üube 
mit fo fc^roeten 6tTttfen/ ba| «an bonor etf(^en mug ($f. 2, 5: mit 
feinem ®vimm wirb er ^e f (greifen; ^br. 10, 27. 31: f(|redli4^ Sorten 
beft ®en4|ts unb bes ^feuereiferS, ber bie Sibermftrttgen «er^e^ven nritb; 
ff^rafls^ ifi ti, in bie ^änbe bed lebenbigen QJotteS faQen), fonbern bamit 
wirb au(^ bie ©röfee unb Gncrgie beä 3ome§ OJotteg bcjeidjnet; jd^iredUc^ 
b. i. mit allem Grnft unb Gifer. n "iüiofe 4, 24: 3)er ^err, bein Wott, ift ein 
»erjeljvenbed 'i^niev unb ein eifriger (iiott. ^»cbr. 12, 29: Wiirfi unfcr Wott 
ift ein üerjel)renbc<s ^^euer. 9?af|. 1, 6: 3Uer fann uoi leuuiit 3orn )tel)en 
unb roer fann vov feinem ©rimm bleiben? (Sein 3orn bicnnet wie f^euer. 

^er ©rjj^e unD Gnertjie jciner Siebe entfpnd^t aud; ber 3orn ÖoUiö; 
jja auc^ fein ^oxn geugt für feine Siebe, ba er alk ®Uic^galtigteit audf(^[ie|t. 

4. ®olt }timt md)t blo^ fiber bie mirtliilen, burd^ (üebanfen, SBotte 
unb Serie beQangenen, 6ftnben; Stöm. S, 8. 9: benen, bie ba s^ttfc^ 
ftitb unb ber ^a^r^eit nic^t ge^or(^en, ge^orc^en aber bem Ungerechten, 
Ungnabe unb ^ovn ; ^räbfal unb ^ngft über aUe ®eelen ber "iUlenfchen, bie 
ba Söfeö tl^un! — fonbern ouc^ über bie angebor ne Sünbe, bie (Srb- 
fünbe, bie angebome bi)fe li^uft; 2, 3: iCinber bed ^omd von 92atur; 



Sroßc 10. 



51 



9lim. 6, 14: ber Xob ^«rfd^ie 901t ^am oit Mft auf Wofe (obgleid^ ®i»tk 
in bicfer 3n>if<^^3^it ^ein anbereg Oefe^ au^er bem ©eioiffett jur Offene 
barung feine§ ^illeni gegeben l^atte), au<^ über bie, bie nic^t c;e|ünbigt 
Ijaben mit nleid)er Übertretung w 9(bam. darunter fmb alle 3Wenf^en 
von ?Ibam bis auf ^J^ofe ,^u verfteljen, loeldje nic^t cm befonber§ geoffen- 
bartes C^efc^ ©otteo Ijatten, toic (iJott eS unmittelbar bem Slliam unb fpäter 
burd^ 5)iofc feinem i^olfe gegeben Ijat, gegen roelc^ed fie fünotgten- fobann 
erleibet biefeS ^ort aud) älntpenbung auf bie ^inber^ roeld^e no^ ni(f|t 
Um^X fünbigen iinb bo<^ bem %oU oeffaOen ftnb, weil bie 9{eigung jum 
Sdfeii i^cn angeboten ift. ICCfo ati^ not^ btefem Kttftfpnu^ be» Xpoftet« 
ifl mit ber €finbe eine (Irbfc^ulb oerbunben. 

II. )Dic Strafe iier SnitHr. 

1. 3o wenig ®ottt'^ ;3,orn eine ^eibenydjnrt ift, roenig beruht fein 
©trafurteil über bie Sünoe out ii^Ufür. ßö i)t ein gered)teö Urteil; 
benn ber '»Uienjd; Ijat bur(^ [einen :?{bfaU oon (öott bas iieben penoirft unb 
ben Xob oerbient. 1 5Jtofc 2, 17: 3)u njirft be« ^obe§ ftcrbcn. 9löm. 6, 23; 
^cr %oh ift bei 3uuDc ^oiö. 1 Rot. 15, 56: 3)er Stachel beS 2;obe8 ift bie 
^nbe. 91dm. 2, 5. 6. 11: na«^ beinern mpotften tuA un6u|fertigen 
^erjen ^äufeft bir felbft ben $9tn* auf ben beft S^fnB unb bor Offen« 
banmg bee geregten Qkn^ QkitM, me(d|er geben »iib einem iegli^en 
na«^ feinen 2Ber!en; benn e§ ift fein älnfe^en bei fSerfon vor @ott. 

2. 2)arum trifft au(^ ber 2 ob, in rodö^m Sort aQe ©ünbenftrafen 
jufammengefa^t finb , ^ao gan^c mcnfcl^Iid)c Pjefc^Ied^t oI)ne STu^nrihtne. 
i'Hom, f), 12: öleid^imc Purdj einen ^Jjicn[d)en bie ©ünbe ift gefornmen in 
bie ^yelt, itnb ber lob burc^ bie 6ünbe, unb ift alfo ber %ot> ju aUen 
3Jicn)d)eu I^tnburd^gcbrunqcn - . 

Güloin fagt: „^a^i {djaubert unS barum oor bem %oi)t, ^uti\i »ueil 
er inbeaug auf ben Stbxptt eine IKrt 3Jentt(^teng ift; fobann »eil bie ®eele 
ben $lu(^ ®otteft ffl^ä; unb enbli^ »dl bie Utfod^e bei 2;obe9 bie <Ent> 
frembung oon <Bott jfl. Boraus folgt, ba| unter bem Sßorte 3^b aSeS 
(Hertb at<f<immenbegriffen »iib, barcin ^bam bun^ feinen HbfoQ genel; 
benn fobolb er oon f^ott, bem Duell beS Sebenö, abfiel, rourbc er au9 
feinem früljeren ^uftanbe IjinabgeiDorfen, ba^ er füllen mu§te, bc§ 'iWenfdien 
i'eben Dl)nc Wott [ei elenb unb bem "ilerbcrbcn anheimgefallen, unD ba[)er 
öorn lobe nic^t oerf^jicDen. 2)orum roirb mit Siecht ber beö 
"ülfenfAen nad) bem S4»J^enfalI felbft Xob genannt, ^^a« ßlenb beö i'eibcs 
unb l)i't ceele roä^renb beä irbifc^en Gebens i)t gleic^jam ber ^or^of beeh 
S^obeS, bis ber 2^ob i^n ganj nerfc^lingt." 

8. ®ir unletf<j^iben al8 0tra^ ber SfiUbc einen bretfa(|en ^ob: 
alt »ici^id^C 6trafea)ben letblid^en unb b)bett geiftlid^en Xob, unb 
att ,»en)ige" ©träfe c) ben eroigen ^ob. 

a) 35er leibliche lob umfaßt allerlei ©(^mer^en, Äranfljeit, Sommer 
unb 9iot beft Ikietbeü bis |tt beffen {c^lie|li(^er ätufiöfung. ÜKöm. 7, 24 : Mn 

4* 



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52 



$nioe 10. 



roirb fili3fcn oon bcm Si^cibc btcfe^ Xobeä. 1 5Mfofe 3, V3 : Tu bift 
Cltb€, u!ib foüft nt Örbe roerben. ^sf. iio, 7: 3)aö ma{f)t bein ^oxn, ba| 
toir fo t)eiöel)t'u, uiiD bein Wrimm, baf; u'iv fo plöhlid) ba()in müf)cn. 

Ii) Xa gcifUid^e Xob i[t bU innciiici^t; Uiejä^u'Ocn^cit beö iiuiui^ 
litten !Dlen[(^en uon bem (ebenbigen (3)ott unb mA bmnil i^ufammenl^ängt. 

1. 2)te Vernunft ift oerfinfittl unb ba^«r ber tiatüTltil^c 9Renf<^ un« 
fa^iS, ®ott ttäfi }u crfcniMn. <Ep^. 4, 18: Sßel(^er SJerponb perfinfteKt ifl. 
^ftAuL h 21. 23 : O^r unocrflAnbigfft ^er} i|l mfinfiert; tmb ^abcii ixr« 
manbelt bie ^crrlii^feit bed unuergängltd)en (Sotte^S in ein $ilb glei(!(i bem 
oerganglic^en 'ÜJtenjc^en. 1 Äor. 2, 14: 2)er notürlic^c 'iDJcnfc!) oernimmt 
nidjtö vom 05ctfte WottcS; unb tann ti nx^t erfeimen. Stol 1, 21: ^vtxdf 
bie iBernunft in bofcn äUerfen. 

2. ^cr freie SBille ift ucvloien geqanc^en unb ber 'üJienfd) ein ^nedjt 
ber Sünbc geroorben. 9<öm. 1, 28: @ott l)at \k ba^in gegeben in uer* 
lehrten Sinn, t^un, was tiid^t taugt, ^o^. 8, 34: 2Ber @ünbe t^ut^ ber 
ifl b<r €fiiibe Itne^i 9tdm. 7, 14: Unter bte @<lnbe verlauft (als @flaiie). 
<5p^. 2^ 3. 5: 9Bir traten ben SBiOen bei ^leifd^ unb ber ^munft; imb 
maren tot in @ftnben. 

3. SCttä bem ^erjen ift ber triebe gemieden. 48, 22: I)ie ©ott^ 
lofen, fpri<|t ber ^err, ^aben feinen ?^rieben. i^f. .38, 4 : ift fein Jriebe 
in meinen f^iebetnen por meiner Sünbe. •''•'/ - '■ ^n^e Sünben oerbergen 
bad )ilngeiic^t (Wottco) uor cud;, bai? il)r nid^t geboret nicrbet. 

c) 35er eiuige Tob be)k'I)t in bcn Dualen, roeldjc bcn 3ünbcr nac^ 
biefem lieben an i.'cib unb Seele tieften unb in (froigfeit boucvu. üiiil. lü, 23: 
9llö er nun in ber ^öUe unb m ber Duol mar — , \äf leibe ^cin in biefer 
flamme. Slot 10, 28: IDer 2eib unb @eele occberben mag (tann) in bte ^bflr. 

3)ie Seelenqualcn bei ewigen 5Cobeg befte^en: 

1. in ber Serfloftung oon bem SIngerttbte ®otteft. 9Rai25,41: ®e^t 
^in (meg) von mir, il^r ^erflu^ten, in bas eroige ^eucr, baS bereitet ift bem 
2eufel unb feinen ßngeln ; unb fie roerben in bie croige ^^ein ge^en. 2 X^eff. 
1, 9: Sl^elc^e irerben l'ein leiben non beut ^}[Tificnd)t beö .r^ernt (roeg, entfernt). 

2. in ben [nüuubiöcn 'isoriüürfcn beö ojciüifl'enä. lltrf. 'J, 44: 2)a 
i^r üüurm (baö ftets nagcnbe WetDiffcn) nid)t ftirbt unb i^r A-eucv nid;t ocrlifdjt. 

3. in ber iUr^roeif lunoi barüber, bafe biefer ;)U)ianb in Groiiifcit 
tcin Crnbe neljmcn joirb. ':)Jiat. m, 12: Du roiib [ein Jpeulcn uab ^ü^ne: 
flappen (,Säl)nefnirj(^en, ba& ^ciä^m o^nmad^tiger 90nt), 9Rot 18, 34: 9tft 
bai er be^a^le aOei, maS er i^m f^ulbtg mar (mal nie mdgli(b fein miib). 
Offb. 14, 11: ^er Sbutc^ i^r Omtl mitb ouffleigcn oon (^igfeit ISmigs 
feit, unb jle ^aben teinc 9hi|e ^ag unb 9la(^ 

III. Daö :^trQ)^£|fi^ 

1. „^I^erfludjt fei jebermann, ber nid/t bleibet in alle bem, baö ge^ 
fdjrieben fteljet m bcin Sudbe ^icje^eß, brtfe er'§ tf^ne." ift baä 

@trafgeje)^, roelc^/eö C^ott ^uooi oerfünbet, unb bie (i)e)e^e0itrafe. 



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5a 



locldjf auf bic Ubcvlrctuna, bic 3iinbe, folfit. 5 .IH'oic 21, 2t;. Oial. 'A, 10.) 
«^rflut^i", b. i. üu&ge)d;ii)Hi:u uou bec Oinube (^otteä unb bem ^erberben 
übergeben. 

2. S)ie €ikiibeii^fe tfl flan} Qcwift. ®aL 6, 7: Qmt eui^ nt(|t, ®oü 
la|t fid^ ni^t fpotten; benn maS bct fRnif«^ fäet, wirb er ernten. 50, 31 : 

t^uft bu, unb id) fc^weigC/ ba meinefl bu, toerbe g(eid) fein rote biL 
3(ber ic^ loill bicf) ftrafcn, unb roiH bir'S unter 5(ugen fteflen. ^ebr. 9, 27; 
ifi bem !Slenf<|^ defekt, einmal 5U fterben, unb banac^ bad @ert(^t. 

IV. (5ötUid)c Strnfgcrtditf. 

ber f)cilinen Srfirift lücrbcn unö beflimmtt* göttlidie Strafgeridjtc 
uor 2(ußiii i^eikUc alo CSviüci)uugcu ber jUäfeiiben (^eiec^tigteit @oUci^ wie 
aud^ 5ur 9Barnung unb !D2a^nung für und. 

•) ®9ttlt(^e @trafoeri($te Aber cinnelnc ober mehrere ^krfonen, 
1. Unfre erften Sltem a[bam unb @oa. 1 SRofe 3, 16—19. 

8. Stüin, biiS «rfte 9Rcnf(|cnfmb unb ber erßc ^örbcr. 1 SRofe 4, 
11. 12: ^tflu^t feifl bu ouf ber Grbe — , ber Stcfer foU bir fein l?cr= 
m50en nu^t geben; unftiit unb flü<^ii9 foUftbu fein, ^bä 11: IBe^ei^ncn! 
benn fie geEien ben Seg Kaind. 

3. 1?ic Israeliten in ber Siiftc. t^ao golbenr Malb, 2 lliüfe32, 28: 
Cfö fit-'l«-'« beafclben ^lageo oom iSolk breitauienb JJtann. Xk l'uftgräbcr, 
4 -DJoie 11, 33: ^)rt cnirimmcte ber ^ovn bcö .Oenn untei- bem t^olh unb 
er jdjhig fie mit t-mti jc^r großen ^lage. 1 Hot. 10, 5. 6: 3ie finb nicber- 
gejc^lagen in ber ^üfte; bag ift aber unä gum ^orbilb gefc^e^en^ ba^ rotr 
uni nic^t gelüften laffen be< 9dfen, gleid^roie jene gelüftet ^at 

4. ^e fftotU Stotaff» 4 ^ofe 16, 31—33: S)ie Me |erri| unter 
t|flctt, unb ocrf^hing {te, unb fuhren hinunter lebenbig in bte ^oBe. 
§ubä 11 : 3ie fommen um in bem ilufru^ itora^d. 

5. iJlc^an. ^ol 7, 25. 2ß: 3?aö ganjc ^örael fteinigte i^n; alfo 
teerte fic^ ber .<^crT üon bem ('«kimm feine? ß^*^^^- 

t». 3aul. 1 Bam. 15, lm;: 2}ci- .V)cir ^at bid; ueriuoiten. 31, 4: 2)o 
na^m 6aul bao Schwert unb fiel bnrein (ftürjte ^iuein). 

I. 211) ab unb ^u|üjmorb an "i)kbot^. 1 Äön. 22, 35. 

t^i König ftarb —, unb bie ^unbe lettten fein 9Iut bem Soct bed 
,^erm, baS er 0crd»et ^atte (auf ber €te0e, wo 92abot^ gefieinigt roorben 
»ar>. 2 StAn. 9, 33—36: @tc fittijtcn Sfcbel beraB — ; unb bie ^unbe 
fra|en t|r Brlcif(i# wi« gerebet ^«tte burd^ (Sita (unb bad gefd^al^ 

auf ebenberfelben 6teIIe). 

K. ^uba§, ber I^errater. I^o^. 13, 27: 2)a ful^r ber @atan in i^m 
Sötat. '21, 5: (fr erhrnfte fidj. 

9. StnaniaQ unb 3apv^ira. ^ie l)atten Wütt gelogen. Hpg. 5, 5: 
ätnaniad fiel niebcr unb gab ben ©eift auf; Tiee-iilcidjen 6appl)ira (i^ 10). 

I») ©öttlidje 3tr af gerid^te al§ tioibilDcv auf baä (5nbgcri(^t. 
1. Xie ^ünbflut. 1 Mo\e 7, 23: 3(Ifo toarb oertilget aüH, »oft 



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64 



Bhrofle 11. 



auf bem C^bbobtn nrnr; aOnn 9loa^ blieb Uber unb mtA mit il^m in bem 
Jtaflen wac. ÜRoi 24, 38. 39: ®Iei(|wie fie loaceii in ben Xa0«n oor ber 
^änbflut, — bid bie @finbflut Um unb na^m fte aQe ba|tn; aCfo wirb 
au^ fein bie 3u!unft beft 9Renf(^en 8o^nce. 2 $etr. 2, 5: ®i»tt füllte 

bie Sünbflut libcr t^tc ^T^elt bcr PJottlofcrt. 

2. Sobom unb Womorilja. 1 ^llioie 1'», 24. 25: OJott Fcfjretc bic 
'3täbte um unb bie (^an,5e (^egenb unb alle Ciiiiiiioi)nev. '.UJat. 10, 15: Dem 
i^anb ber 3obomer unb OJoniorrer wirb es fiträglid)ci ertnehen am jua^ftcn 
©eric^t. 2 ']ictx. 2, 6: Tamii (mit bem ©cndjt über oüDom) I/ot Oiott 
ein ^^empel gefegt ben (iottlofen, bie ^emat^ fommen mürben. 

S. $l|arao unb bie Kg^pter. 2 SRofe 14, 27: S)er J^err ftürjte 
bie t99*^ mitten inft 9Reer. SRöm. 9, 17: (Sben barum |abe ii| bi(| 
(^arao) envedt, ba| id) an bir meine '^'oiSfL erjetoe. 

4. ^erufaUm. äAot 24. 

Urfinu§. .^\n biefer ^nge roirb oc!)anbelt düu bem jweiten teil bt"^ mcnf(^= 
liefen (Slenb'S ober bem Übel bcv Strafe, unb ßeieigt, bafe ®ott bie SüTioe auf* cmft- 
li(^fte, gerechteste unb geioinefte ftraft. Kufö ernftlic^fte, b. i. burc^ jcuitc^c unb etuiQe 
€lrafcn, locaen bet M|e bcr 6ttnbe, loeil ba» unmbliAe ®ttt beUibigt ift. üufft 
flere(^tcfte, »eil {ebe, aud^ bie ßeringfte Sünbc bnä (^efeb ®otted Derle^t, unb bob« 
noc^ ber rrhrtiinn ^cr jit^ttlidicn <^V'rcd)tif\fcit emiflc Stuifc unb 5^crfto^un(i üerbient. 
*Jluf3 flcroilienc, locU üiott waljröafttß ift, unb fein Urteil nitftt iinbert, ba« er cim 
mal in {einem %t\i% au0geipco(ben ^at: Serfludltt ift, ner nic^t bleibet u. f. 



* 11. denn <0ptt ni«^ «u^ barm^^i^f 

<0ott tfl tvcbl barmbcrsig, er ift aber aufft geredet. IDeirtKtlben 

crfcr^^rr frtnr <J>rrrchriciFcif, btr i^iiru^r, UTfcbc iri6fr Mc allcr= 
bödiftc lliaicrtih (i?otrc6 hcgangcn ift, auih mir öcr i7^d)ften, bae 
ift bcr eroigen 6trafc an fcib unb 6cclc geitraft werbe. 

6rforbetn forbem, ba^ ettoad gefdjeije. 'jnajcnat = böcbfte Wadl^t unb 
Snfcben; Xitel ber möcbtigften J&crri(bcr auf (Srben, ber itoilcr unb Äönige. 

m) 9Btberfprid)t nidjt @oltd( Sarmberaigfeit bem, bab ber Sttnbet geftraft niecbe? 
®ott ift wobt bambeciig, er ift aber ait^i gecnbt 

b Sa§ forbert feine Qkte^tlgbit? (Daft bie 6ftnbe an 9eib unb Se^ 
geftraft werbe. 

c) JPnrum niup ober bic Sünbe mit bcr l)ochncn, b. i. ber crotfien Strofe geftiatt 
necben? ituil ite toiber bie allert^öc^fte 'jDiaie)tät (^otted begangen ift. 



I. (Sottfo iBaimljfrjiflikril. 
1. ©Ott löiU bie öünbe jeitlid; unb cicit^ [traten, „©er glaubt eS 
aber, ba^ bu fo fe^r aümeft unb roer für4)tct fid; uor foldjcni bctneni 
(Srimm?" (^f. 90, 11). 9(an \fi!X bem ©trafgefe^e ©otteä entgegen, buji 
er bod^ bormlei^ig fei unb ei banim io genau mit ber Sünbc beS Slcnfc^en 
tti(|t nehmen bfirfe unb mexbc. 



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%tt^ 11. 



55 



2. ©Ott ift roo^l biuiiUjciiiü. W «6, 15; Du, S}ttx ÖJott, bift 
barm^er^ig unb gnobtg, gebulbig unb oon großer ©üte unb ^reue. ^übcc 
bcr natfirli^ ^enfd^ E^at oon btefer Sarm^er^igfett eine falf(^e ^orfteQims. 
®otM Oam^evjtgfeit ift m^t ein« &9n&^^; fte bcftd^t ni(^t barin, ba| 
er Aber bic @&nbe beS SRenfcben ^innegfie^ imb fie uttfteflvaß tote 
ein 6U (1 6am. 3, 13) ober fonft ein fd^roac^er 5^atcr über bic Unarten 
nnb 6ünben feiner 5tinber, fonbem bann, ba^ er 'Müd unb 3Bege bcveitet, 
wie er bic Sünbe oergeben hnn, ohn? fein? (^Jcvcdjtiflfeit uerlc^en 

3. *ilUenn ©Ott bie Sünbe ungeftraft I)inai[)fn liefec, rocr würbe jic^ vox 
i^m nodj fcfjeuen? iDian roüibe mit ©Ott ipielen. ^f. 50, 21: 2)aä tl;u[t 
bu, unb id) jc^meige, bo meine ft bu, i(^ roerbe fein (\Icid) roic bu (trenn 
©Ott iiui uerjie^t mit bei 3trafe, \o übeil^ebt [ic^ dci üieujd; id)üu ubci 
i^n). ^cf. 57, 11: IRcineft bu, ic^ loeibe aOevege fc^n^eigen, ba|bu mic^ 
fo gat nid^t far(^teft? ^ef. 33, 38-^3: niS M Sanb 9» »eriDajlett, 
— unb foflen erfahren, ba$ ber 4)<rr Bin; ^ fte nexben beinr SBorle 
^bren, aber ni^t banad^ tl^un, fonbem roerben h'vS) anpfeifen unb gleid^roo^l 
fort (femer) leben mä) i^rem ©eij; unb ftc^e, bu mu|t iljncn ein £ieblein 
fein (fie rocröen Spottlicbcr auf bidj fini^cn); — rocnn e8 aber fommt, roaö 
lommen foU, fiel^e, [o werben i'ie crfaljren, bü^ ein ^ropljct unter t^nen 
gewefen fei. ©aL 6, 7; ^rret eu4i nvd)t, ©Ott lä^ ft^i nic^t fpotten. 

IL «ittff «m^tigheit. 

1. ^ie ©erec^tigleit ift ebenfo wie bie Sarm^erjigteit eine mefent* 
li^e @igenf(^aft ®otteft, b. i. fte ge^brt ebenfo feinem Siefen. 2>a 
in r>(^ felbfl einig ifl, fo fann bic eine ^genf^aft bie anbere an4> 
fi^ie|en unb ®ott fann feiner Sarm^eriigleil gegcnfiber feine ®ete<|ttgfdl 

nic^t ücrieugnen. ^f. 11, 7: ©ott ift gere(^t. 2 Xim. 2, 13: ©ott fann 
fid) felbft ni(^t oerleugnen. 3(uguftinud fagt: „SBeber roenn ©ott bro^t, 
noc^ loenn er üerl)cif,t, tnufcf)t et jemonben." 2)ie @erc($tigfeit ©otteS f^iliefet 
üuc^ ferne äßaijr^aftiiifcit ein. X"^']. 33, 4 : 2)eS .§erm äBort ift roa^rlja f tt g, 
unb ron^ er jufagt, bao finlt er c(etüi^. (5r bnt aber in feinem ©trojgefej 
eä auögefpcoc^en : „ilJcrfiudjt )ci jeberniann, bei uic^t k." 

8. ^an tonnte einroenben, ba^ eö ^u ftrenge unb ^art fei, menn bie 
®finbe, »clc^e blo^ jeitlic^ ift, oon ®ott nii|l bIo| mit (eitlid^er, fonbem 
011^ Utit ewiger @trafc gea^nbet wirb, darauf ifl suenoibem, ba^eine 
Strafe nii^ blo| bem Serge^en, fonbem auc^ ben Sei^ftltniffcn cntfprcd^ 
mtt|. ^ie 6flnbe i|l begangen oon bem für bie @n>i gleit gefd^affcnen 
SRenfc^en gegen bie aUer^öc^fte ^ajeftät beS eroigen ©otteS; fie ift nlfo 
eine (Empörung f'^ctt, ein ^ajeftätSiierbredjen i}<^qen bert Slönici nlTer 

Äönine. 2 ^ofc 5, 2: il^ei ift ber ^m, beffen «timmc id) l)inc;i diubIc^ 

roei^ md)tö oon bem ^errn. ^f. 2, 3. 4: 3ie leljncn [id; auf lotbcr 
ben §erm unb feinen ©efalbten: lajjct uns ^ervei^cu iljie (beö ^crrn unb 
feined ©ejalbtcn) ^aube (dU^tt) unb oon und roerfen i^re Seile (©efe^e). 
2nt 19, 14: S)tr »ollen nic^t, ba| biefer fiber an« ^errfc^e. 



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56 



25ic Strafe iidjlct audj in irbifd^en Ser^öltniffcn nac^ bcm Sliu 
fe^en ber beletbigien ^{^erfon; ^JUlajefiätftbeletbigung unb ^o<5)Vftt<A i9ec)»€n 
jc^ärfer beftraft als getuö^nlid^e Seleibigung unb Sreubcttd^. 

8. 6fliAe ifk feine Iticiniglett, fonbem |cbe ®ünbe tfk ein 
9Ra)efiät0ocvbre^en, unb ei 9ie6t @ott gegenübet feinen Unterfi^tcb 
oon „dfO^ot" ober „fleinen" ©ünben, bo jebe 6ünbe eine 3un)ibet* 
^nblunt^ (iftc^tn ben SBiOcn bcr nllcr{)ötf)ftrn l^fajefiät iff. !I)urc^ V\c ftrengc 
©trofe, bie &ott auf bte Sünbc cjci'c^t t)at unb nie er nad) feiner Öcreditinfeit 
au(f) üofljieI)t, foU biefelbe in il)rer ganjen öJröfec erlttnnt unb empfunbcn 
roerben. lüer nidjt I)brt'n lüill, muf? füllen. 

Iii. Hie 0arm||cr>t0k(it nnb bic c^rtrditigkctt <l&oUc» f^iit^cit 

Itd) mü}i am. 

1. Sfibo fmb in Wott in einer foldjen iUcifc miteinanber üc reinigt, 
bafe fie jid) wo\}[ miteinanbei- oertragen tonnen, unb jebe {ommt ^u feiner 
3cit unb in iincr "^Irt jum 2tuäbru(t. 2 OJiofe .M, (>. 7: ,^err, ^err Oiott, 
barmljer^ig uuD ijuüöig, — ber bu oergicbft Diiffetbat, Übertretung unb 
6ünbe — (iugleic^ aud)) ber bu bie 3}iinet^at ber MUt ^eimfud^eft an beu 
jtinbecn. 8 2:^e{f. l, 5^10: Sßeld^eS ansetgt, baj} ®oit ret^t richten 
wirb — ; nai^bem K tec^t tft bei ®m, au oecgellen ^Tttbfal benm— , 
aUt, bie XrObfal leibet, 9iit^e mit wti — ; 9tt4e (Qevsfttitiig) 
geben fl^et bie, fo ®ott ntd^t erfennen unb über bte, fo nit^t ge^Mfam 
ftnb — , meldte werben %^ein leiben, baö eroige iöerberbcn — , nienn er 
fommen tüirb Mm. 11, 22 odjaue bte &iktt unb ben (Srnft @otte0. 

2. iÖ t b 1 1 i dj t' J3 n i lu e l e. 

ai Die Günbfiut unb OJoal). (1 Wof. (J— 8.) SBo^renb ba§ gonje 
^TKinid)oiuiefd)Icd)t bem t^enc^te unb i^ecberben anheimfällt, finbet 3100^ 
Csinabe uor ©Ott. 

b) 6obom unb £ot. (1 IRofe 19.) @cbom mit aOen feinen (Sin* 
wo^nem ift gerietet um i^m ^mmelf4rireienben (18, 20) €ttnben willen 
tmb mifb von @nittb ouft ocmi<|iet, aber iBoM 9arm|er5igfett ermeifl fi^ 
an S0t imb ben ©einen (19, 19). 

c) ^5aS G5lci(^md oom unf rut^tboren ^^eigcnbaum. (2uf. 13, 
6 O l c^iona Sorm^erjigleit : lafe i^n nodi bip6 ,lal)r ftel)en — ob er 
moUe ^rud)t bringen; ©ottcä ®ercd)tigfeit : bauac^ [jauc iljn ab. 

'jBarm[)crsig!eit jieigt OJctt aud) in feiner {*!Jcred)tigfevt, ^a^? er bie 
©iinbc erotg [traft mit bcm Xobe, b a nii t b i c S ü n b e f c l b ft n i d) t ne r ^ 
eroigt »ocrbc, unb nic^t au^ mtS) bem lag beä j^ovn^j noä) m ^oxn 
(»tc bte Sd^ulb) gehäuft roerbe; ®eKed|l^}leit ^eigt ®ott aud^ in feiner 
SSorm^er^igfeit, md) ber er (toie mir fe^ »erben) ben tmf(^ulbigen löürgen 
fflr bie ft^nlbigen 6fittber mit bem 3;obe ftraft 

IV. ^dl^int 

2Bir feigen, ba| baS &e\t^, roelc^eS ben ^eiligen Hillen Rottes offen« 
bort ttn^ auf bejfen ttbertretung bie ^öd^fte ©träfe fte^t, bcm 3Renf(l^en ouft 



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%tm Ii* 



57 



{einem C^Icnb md)t {)eUcn Umn. 3eine ^ufriabc ift nur bic, ba§ (^kttiiffcn 
ttufjumeden unb erleudjten, bnn ber OJienJd) jcin (?(cnb red)t (|vunblid) 
erfennc, unb baöurd) baö iöeriangt'n iiac^ (Srlöfung tiiucden. diönx. 3, 
19. 20: Wt rotjfen aber, ba^, xoaö \>ai @efe$ fagt, ba§ fagt cd ^tnm, bte 
imicr bem @e|e$ fmb; auf bo^ altar SRunb oerftopfet »ecbe ttnb alle Seit 
®ott f(^ttlbtg fd; beim buv(| boS ®efe|^ fommt (MnntniS ber €&nbe. — 
^cr jtate(|i8miul will im evflftt «it ber (SrNnntniB ffl|cett, bii| 
bte Sfiiibe mit S^ulb unb 6lmfe unfer (SIenb, mtb ba^ eine GrUfuRg 
oon ber Sllnbe fttr und nottoenbig ift um babur«!^ bat SSerlangen nod| @r« 
(ofung ju roedcn. ^afür beruft er fid) auf ©ottc« 2Bort unb bic ®ifal)rung. 
^le ^l^ernunft aber beS natürlichen 'jJlenfc^en, ber [xd^ von ber Sünbe fo 
If!d)t nid^t überführen laffeu nnü, fmt man^erlet ^iniüenbunc^en, auf welche 
ber Älatec^iömuö eingel)t, am fie ju loiberlegcn. finb folgenbe: 1. ob 
md)t 6ott felbft ber Urljcbev ber Sünbe ronre !<Vrage6; 2. ob nic^t bod^ 
nod) einige Äraft jum öuien im 'ä)ienf(hcn jicij finbe — 5^age 8; 3. ob 
®ott mit feiner ^orberung bem 3Renf(^en nid)t unrecht t^ue — 5^age 9; 
4. oh bie ^arm^er^igfeit Rottes niil^t im SBiberfpruc^ fte^e mit ber 6trafe ^ 
0va0e 11. <|B ^anbeU fi^ babei um bie Überffil^rung, b. i. um bte ^bet» 
fü^TUng ber ttber^eugmto von ber SBa^r^t @oiteft; $f. 51, 6: auf ba| 
btt rec^t be^alteft in betnen SBorten, unb rein bleibß, menn bu genietet 
(oott ^JUtenfc^en angefochten ober beurteilt) roirft; unb um bie Einleitung )tt 
bem !8efenntnid (9löm. 7, 24): ^ elenber 'Sftm\öf, mcr mirb mid^ eridfeit 
oon bem £etbe btefeft XobeSl 



Xtx anbete XtiL 

1)tv jroeite Tfi( bc?* .^atL'd)ioimiö ;,etf;t, in Slnfnüpfunc^ an /"vvagc II, 
roie eine ^Vermittlung ^tüijc^en (voüco fv5eved}tiijfeit unb feiner '^armhcr^iafeit 
nach '^^^^ '•R'^^c feiner ffieiSh«t ^ergciielit luirb; burd; Dcti (^ietjoitam uiiD 
boS Opfer feined eigenen So^nec^ ^efu (S\)n\ti für unfre 6ünben. @ r l ö f u n g 
ift JQefreiung, Sotfaufinig unb QHeberoerfe^ung in ben vorigen ®tanb, ober 
iuu| %Ta%t IS: boB mir ber }ettlif|en unb emigen Strafe entgegen unb 
roieber ju @naben lommen, b. i wteber ®olt «o^lgefaiUg mtb in feine «Slemetn« 
fd)aft aufgenommen roerben. Wa§ unb roctd^cr 5(rt bie (Srlöfung fei, baoon 
fagt Urfinud foIgenbeS. „^ebe «grldfung (^^efreiung) bezieht fici auf einen 
3uftanb, aus loeldicm, unb auf einen, in meldten man ücrfe^t roirb, ,v 
aud ber (^efangenfchaft in bie (Freiheit, ^tc SRenfc^en fvnb oon SZatur 



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58 



(gefangene ber 6&ttb(, beS Seufete unb beft S^obeS. Sltd^ bcffef lonb bo|eK 
Dcrflaiibeii, nHü be§ SRcitfd^ 0rl&fiiitg fei, ate nmin man erüimt was fein 
(SIenb tft. ^a« @Ienb beS 'iXenfc^en befielt )una<^ß in bem SSetlufte ber 
wahrhaftigen OJere(|tiflfeit unb ^cUigfeit unb in ber angeborenen ^^erbfrbnia, 

b. i. in ber Sünbc unb jobann tn ber 3tvafc ber Sünbe. 3)ie (frlöfung 
oon bicfcm (Jrlcnb erforbert bahcr ^junadjft bie 'l'erfucbung unb lilufljebunfl 
ber ©ünbe unb bte ^teber^erlteUunfl bcs oerlürenen (Ibenbtlbcö cyottecs in 
uns, fobann bie Befreiung oon allen ©trafen unb Sctbcn. illMc baä Cilcnb 
ein ^lueituc^es ift: ©ünbe unb Xob, alfo ift audj bic Cj;rlö[ung «ine jtueifac^c: 
wm ber 6&nbc unb vom ^obc. ^ie @rlö|ung oon ber 8flnbe befielt fonio^l 
in ber IQergebun]) ber Gttnbe, fo bag jte nid|t zugerechnet wirb, aü au^ 
in ber Vuf^ebiing berfelben in m%, bun^ bie ^euenutg ber 9latitr (bc8 
imvenbigen SRenfd^en), fo ba| fte ben ^enf^^en nidft me^r be^enf^. S)ic 
(SrIBfung oom Xobe befielt in ber Befreiung oon ber $er|in>etflung unb ber 
gmpftnbung bed 3onttö ©otted, oon ben ^öten unb ber '})?ähfol beä ü^ebend, 
^\UM uom jeilltc^en unb cnjtgcn Tobe. f^ierauS (^c^t f)ert5or, nm^s nnb 
meldjev i!(rt bie (Srlofung fei: eine üoUfommenc 33cfrciung beä gefalicnen 
^J)?enfd)en oon aUcm iilmh ber Sünbe unb bes Xobeß, eine oblligc Söieber^ 
^erftcHung ber (^ercd^ticiteit, ber .V)ciligfeit, be§ Sebcno unb ber ctuigcn 
^eligieit burd^ ^ejum (Si)ii)ium^ n)elci^c in ailiu (j^iaubigeu aufängt in biejem 
Seben nid» wQetibet nttb in bem gufilnftigen Seben." — 

<KB wiib gegen ben ^eibelberger jlatec^idmiii oon ^an<^en ber SSonourf 
erhoben, ba| er in ^rage 12—17 ben tl^m fonft burc^weg eigenen biblif^n 
@tanbtninft ocriaffe unb eine f^oIalKfd^e ^eorie entwicNe. Sbn ftotei^muft 
tdnnle ja freiließ einfach fagen, bQ| {ein ^enfc^ bun^ fif^ felber ober bur<| 
einen anbem ^jUienfc^en auä feinem ßlenb erlöft »erben lann, unb ba^ ®ott 
nad) feiner Sarml^erjigfcit burd^ bie Eingabe fcineS ©o^neS, roie er in 
(^Töigteit bcfd|loffen Ijat, eine eniigc (5rli>fnnn [)erbeigcfüf)rt ^at für aHe, bie 
an ij^cfum ß^riftum glauben. lUbcr es ift in ber Xl)üt fein anberer (Gebaute, 
ber in ^'^agc 12 — 17 burd)gefü^rt roirb, inbem eingel^cnber ertlärt rocrben 
foD, wie unb roarum fold)e<J auf biefem ®ege gef^e^en ift unb luic bie 
©ercc^tigfeit . unb bie iüavm^craigteit (Rottes im tsmflang fielen, ©s ifl 
gunfi^fft ber Segriff beil Sflrgen, ber für einen anbem beja^lt, worauf 
^ingewiefen wirb, feiner bic Sefc^ äff enteil bei ®ftrgen, wel(|c in 
biefem ^Ile erforberltdh ifl, unb $oklfi wiib in ^ta%t 18 ber Sttrge 
genannt, in weld^em biefe ßrforberniffe oor^onben ftnb. 2)er 33egriff ber 
!6e)al)Iung unb Sodfaufung ift aber ein burc^aud bibUfc^er. Unb ebenfo ift 
ed ein biblifd)er GJebanfe, nac^juioeifen, raclc^c (Tincnfcftaften ber Sriöfer 
haben miiff? .Cicbr. 7, 22—28 ^öben roii eine dljnltctjc 'i3eiDeiöfül)rung. 

'•Dian uerfe^rt ben Segriff be§ „Bürgen" gerabe^u, luenn man in 
(S^rifto ben 'iUirgen für bic ®fll^rl)cu unb i'icbc (9otteö fel)en roiU. I)aoon 
roei^ bie Sdjrift nid^tö, fonbern )ie lenni unb nennt ß^nfiuni nur a\ü 
i^ürgen^ [ofern er für und ©Ott gegenüber eingetreten ift. 



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9m htt •eiiii$t^nung mi hm Ülttllet. (^r. i2^ik.} 

♦ IJ. 5Dica»cil wW btnn nad) bem {icred}Un Uftetl (Bottee icitlid)e utib 
cwtotc Strafe t>erbteiit t>4ben: tt^ie moditen wir bicftr dtr«jfc tnt$t^f 
iinb' tc^erum >ii (Bnaben Fommen^ 

Cßotr irill, ^lt^ fpiticr (ßf red) t ig feit gcnuc^ picfdicbc: öcrorocgeti 
mi'ifTfti trir öcrfclbcn ojirtrcder ^u^cb une iclbft, cbct burd) einen 
^;^l^lr^ rcUPcmincnc ^C5abluti3 tbun. 

(SntQe^en = Derjdjont obet betreu tucrbcu. (^enug 0ei4)£be = genug 
get^an ipccbe. 

%m. %tt (»ei^imten 6teaf e fönnen mit nUftt oi^A oilac^cn di bttr4( noO« 
tommeitc Scintfluiig. 

») SDorum ntul ooUfomntcnc Scjatjlung flcf(ftcl)fn' ©eil (Sott will, bofi feiner 
(9cred)tigteit {^cnnp ncfc!)ct)e, b. i. bah bic oetie|te ^ece^^tigfctt ecfülmt» ba^ 

SBerge^en biird^ ^io Strafe flcbüf^t roctbc. 

b) Duidj lucn niu^ bieje uoUtommene ^^e^a^lung getc^el^cn? (Sitttoebcr but4) 
Hilft fclbfl 1^ lMir(^ dneit anbcrn. 



1. Unter „(Merec^tigteit OJotteä" ift I)it'r nidjt feine (^incn^itft 
oerftel^en, iiud> lucld^cr er bic Suabc iuaft. ober baö geredete llUctl, luelc^eö 
er flbet btcfelbe gejproc^en ^at, fonbem feine rechtmäßige ^otberung 
ab 64$ji|ifer imb {^err beB SRenfc^en, baß biefer baB ®efe$ poHtommcn 
crfftQe ober fite bte ttbertntung bie Strafe leibe, ^er Serä^tiglett @otteB 
„9 e f i e h t genug" (roirb (enflgt, {entiQ 0et^n) bun^ «oOfommene (ikfe|« 
crfüUung ober bur^ ooU!ommene 6äl^nung, b. t. burd(| ooQfommenen ®ea 
Ijorfom im X^un bes (Bcfc^cS ober im Grleibcn ber Strafe. (2ut. 10, 2H: 
X^ue bog, fo wirft bu leben. Mef. 18, 4: '}lif!(f)e ©eele ftinbiget, bie foU 
fterben.) T!ie gcforbertc tiienugt^uunq beiteijt olfo barin, baß bie S<hulb 
abnetraqen lüirb, mit melc^er bcr Sünber brr Werrditiqfeit Wottcö revf)aftet 
i|t, ei ift aber ö Ott {djidbiQ euiin uüüiDriinuuen (jyei/ürjaiii bes Öicfcyeö üb 
^JiUenf^l^ roie i^n @ott urfprünglic^ erf^iaffen ^at, unb ein gcnugfameä !^beii 
aU 9Rcnf(^, »ie er bun^ bie Sttnbe gcnoiben 

8. «Beial^tung'' ift bie Seifhtng t»on fetten bcB 3Renf(^en, mobun^ 
bie »erlebte ^erec^tigteit @otted gefütint unb bie oertorene ®txii^fat beB 
^}){enj(hen roieber^eroefteltt wirb, ^cja^len im Sinne von büßen, erftatten, 
§iob 20, 11: feine (^cbcinc rocrben [eine Ijeimlic^f Sünbc looljl btv^a^len; 

60, 5: muß be^a^Ien, baö id) nidjt gcrnubct l)abe; ^JJiat. 18, :i4: big 
baß er beja^lte aUeo, roao er i^m fcbulbi(^ mar; '^.Uiilem. "»R 18. Ii); fo er 
bir etroüä 3d)abcn i^et^an l^üt, ober fdjulbiß ift, baä rechne mir ,ut ; id) 
'l^aulus iDiU cö be^a^Ien; 3Krf. 10, 45; baß er fein Sehen gebe ^ur 33 es 
^a^lung (£(>fegclb) für t»iele. 



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60 



3. (Sä ifi ein ©runögcfc^ Öüttcö, vt^j. 1, 27; ^lon iuub ouid) 
9te<^t eirlöfet mert»n, itnb i^rc (gefangenen hmäf ®ere(^ttg!eit. 

6, 16: ^ftl ber ^ 3fibaot^ er^ö^et ncicbe tm Steigt unb @ött^ b(v 
^eiKge, oe^etlMit wcxbc in ^eref^tigteii i^of. 24, 19: Skm et ein 
^eiliger ^ott, ein eifriger @ott (fnartiic^: «cif€rffi^^ b. i bermit (Srnft 
unb (Sifer feine iS^rc fuc^t unb bic ^jleilc^ung bcrfelben ^cimfut^t, b. i. 
ffraft), bcr ' iircr ©ünbe unb Übertretung nid^t fi^onm wirb. 2 SRofe 23, 7: 
^nn la)je bie ^ottlofen nid^t n^t ^aben. 

II. I^nrifi ipfii Me nnlkawiiteiie 6r^al|lnnci gcfd^rlirn ^at. 

1. 2)aä nät^fte ift, ba^ ber, welcher fc^ulbii] i[t, bic ^Sc^saljlung leifte, 
unb ber, welcher gefünbigt ^ot, bie ©trofc leibe. 5 ^Jiafe 27, 26: 3Scrs 
flucht fei jcbermann, bet nid^t bleibet in aOc bem — , ba| er*« t^ue. j^ef. 
18, 4: SSeli^e ®eeU fflnbisct, bie foU fterben. 

2. (Sft tjl ober im genb^nltiibni &i^<n auii^ geflottet, ba| ein anbem, 
ein ^3ürge, an bie 3tcUe trete, [vS) oer^ofte unb oerppii^i«, im "^aü bcS 
Unuermögend beg @(^ulbnerd bie ^eja^ung ber 6(^ulb p übernehmen 
ober bie Strafe ^it ericiben. 1 "iPIofe 4t, MM: \^d; bin ''iHürae (^e^ 
roorbcn für bcn Hnaben gegen meinen ^l^ater, unb fprad): bringe id) U)n bir 
nid)t roiebcr, fo mü xd) mein iieben lang bic ©c^ulb tragen; Darum lafe 
bcinen ilnec^t Ijier bleiben, an beö Änaben ftatt, jum Äned^te mcineö 
§erm, unb ben ilnaben mit feinen iörübern I)inoufjieJ)en. ^p^ilem. 3J. 19: 

^auluft wt0 es beja^Ien (ffit bcn ^Itiioen Oneftmud). 

S. S)a^ auc^ gegenüber ber »^etec^tigfeit (DotM", b. l feiner le^ts 
m&|t§cn ^orbenmg an benSftnber, eineSarof^aft {itUf^« ift, jeigt bie 
SCiiSfü^rung ber ^Idfung bttr<^ (S^riftum, ml^tx .^ebr. 7, 22 ber ^ürge 
(nic^t „9(uäric^ter") bed ^euen Sunbed genannt nwcb. Jtol. 2, 14: S^riftud 
^at auSgetilgct bic .C^anbfd^rift (Sd^ulbfd^cin), fo roiber un6 war, — unb 
Ijrtt fic auö bem ^iJiittel getl)Qn unb an ba^ Ärcu^^ geheftet (er ^at alö ^ürge 
für uuö bie ocljulb bCj^a^let unb baburc^ ben 6d)ulbf(^cin eingelöft). G^riftus 
ifl ah '43ürgo für un§ ©ottlofe geflorben nad) ^Hbm. 5, 6 — 8 (n. gen. 
tiberf.): Oiun \t\xbi laum jemanb für einen (^eredjten; für einen ßjutigen 
(bem er ju 25anf oerpflitfttet ift) bürftc oieflcid^t jemanb fterben. (S^riftuä 
aber ift für und geftorben, ba wir no^ @finber maren. 

4. ^ab burf| einen anbem Qesa^Iung gefc^e^en fann, barauf meifi aud^ 
bie (Einrichtung ber Opfer im SIten 9unbe; bur^ bo« Opfer gefcbicht 
wenn auch «.voOfommene", boc^ eine ft)mboIif(^e „^eja^lung" fär 
bcn @ünber, 9im bem aber fflr ben e§ (^iott bargebradit roirb. 3 ü^ofe 9, 7: 
^Jlofe fprad^ ju STaron: ^ritt jum iHltar unb mad^e bein Sünbopfcr unb 
bein Sranbopfer, unb iiprTöI)ne bid) unb baö 'iiolf ; bnnad) madje bes> ll^olle§ 
Opfer unb t»crföl)ne (entfünbige) fie aud), luie ber .^err grboten ^at. — So 
roirb aud) in ber 'Jtuöfüljrunc^ ber (£rlöfung Ciljriftuö alo baö Sünbopfcr 
für unö bargefteUt. 1 'iktv. 2, 24: 3öeld)ev unfrc 3imben jelbü geopfert 
bat an feinem Seibe auf bem ^ol^ (mörtli^: „toelc^er unfrc Sünbeii felbft 



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Ol 



h'.rtnufriftragcn l^ot in feinem iicibe auf baS Ao!V' — auf baS 5^reu5 als 
ben 'Mtai, mdi 2 il)io)e 9, 7). ^Höm. 8, 3: Wou fanbte feinen 6o^n in 
ber GJeftolt bcö fünblic^en ejleifc^cd unb uccbammte bie Sünbe im '^U\\d) 
burd) Sitnbc ( dd)tt9cr : „alö ©tinbopfer, unb perbammte bie (5ünbe im 
Jleijd)"). -J. Mox. 5, 21: öioU ^at beii^ bei Don leinev Sünbe ipufite, ftiv 
iin9 )ttt 6ünbe (gum Xräger b«r G&nbcnj^b unb @finben[trafe^ jum Dpfer 
für bie ®aiibe) gcmad^t auf bo| mit iDürbm in t^m bie (Bc(C(^ti0tett bie 
vor ®ott gilt 

5. Slttd^ auf bie So Stauf ung aud ber @!laoerei fann ^ingetoiefen 
Toecben. ®cr roeflen UnoefmögenS als ©floDe oerlouft roor cMat. 18, 25), 
fonnte entroeber felbft, roenn er fid) fo oiel nebenbei Dcvbientc, fic^ loslaufen, 
ober buv(| bie 'J!3e3aMuna bfi Sc^ulb oon einem anbevn looc^etauft lucrben. 

10, tfi- l^eä i){enjd)en 5o^n ijt gefommen, — btt| er gebe fein Jiie^n 
3ur lüe^ai^iung (iPörtlic^ : jum l^öfegelb, b. i. ^ur Mtaufung) für oiele. 

UrftnuS. 1, »2He <lcl5funD ift in biefem Sdwn MlIlinHllteii beut fUifang nad)« 
in ienem Scbcn n»tfb fie an^ noOtommm fein in brr Menbung. Otfe* ift doO« 
traunen teilroeife, ab fSrIöfung oon ben beiben Übeln ber 6liaf( unb ber 3d)ulb; 
bann luirb Tie oolllommen fein aud) bcn Stufen na(^), roenn <\\U Ttniliitü obgeroiidbt 
werben von unfern ^upcn, ba^ ^^ilb &Ottvi in und DoUfommen erneuert loirb unb 
Uiott roirö ailcd in allen icin.' — 

2. ,$)ie dtttfung tft folgenberma^ mögliib: i. bui4 eine fttr bie 6ij^u1b 
binvciibenbe Oenugt^iunifl, b. L bunb eine cnigc Strafe obet eine becfelben gleiA« 
tomntenbe; 2. burc^ Steinigung oon ber Sünbe unb (Erneuerung bed Sefend, b. i. 
bur(b JiUebcrherftenunn ber oerlorcncn Slc^tbef^affenbeif unb tci öbcnbilbe^ ^oüti 
in mi, ober burc^ DdUige (Erneuerung ber 9latur. ^ibe4 gebort notroenbig jur 
(Iriofung. 

.(Benugtbunng ttiib ecf o<bed, »eil bie SannbeqiaMt (Sotteft feine ®ei«<bHgleit, 

meiner genug gcflbeben mu^« nid^t aufgebt. 9lber bad ®efe^ oerpflt^tet foroobl hum 
@cborfam ah ntr Strafe, lurds (^oborfam fann bie ©eniiflthuunn nid)t gefcbeben, 
roeil ber oorberflctimbL ('^cljon'am fd^on uerlc^t ift, ber folflenbe (^eborfam ober für 
bie trüberen ^ergel^en nidjt genug tbun tann, ba ber SHenfd) hu bemfelben als einer 
9}erpfii(btung für bie (Segenioart nntei allen ttmflAttbcn oecbunben ift. 9Io(^bent 
alfo bec fSeborfam einmal Mcle|t ift bleibt Mnc anbete tScnugtdnnng Mg alft 
bie burcb bie €trofe, naö) ber ^obung: Senn bu gegeffen baben roirft, roirft bn 
be* lobe« fterbrn ^"iJad^bein bie rtrafe ßeniUienb gebflftt Ift, »itb <8ott mit bem 
6ünbrr oerföbnt unö fann öie (Jrlöfuna erfolßen. 

,%uä) bie ;}tetnigung mn bei 3ünbe unb bte (stneuerung be^ ^efen« loirb 
erfwbert. S)enn unter biefec 9ebingung loicb tBott bie fBenugtbunng onnebmen unb 
bie Sünbe oeigcbcn, ivcmt wie (ftnftig aufbSren ibn in beleibigcn nnb fftr bie Oers 
fSbnung ibm bantbar ftnb. ^enn »enn roir rooQten oon (Sott ju (linaben angenommeit 
werben, nnb njollten bocb nlcbt oon ber Sünbe laifen, fo lüflrben roir ®otl oerfpotfen. 
fflir tönnen aber nidjt oon ber SOnbe nblofftn, wenn nicbt unfrc 9?atur erneuert 
Wirb. 9uf bieie ^^etje alfo ift bie (^rlotuug beö 'IRenfdben m&glid): loeun wirtlid) 
eine fel^e tBenugtbunng gef^be» bnitft wil^e eine ber 64ttlb glciiblbmmenbe 
Strafe verbfllt unb auf met^ betnod^ fdne neue SOnbe mebt folgen »ftibe/ 



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62 



Brno« ^9. 



* IS. A^^Biicii wir aber burd» um felbfl 3^^blun0 tfyuni 
VCtit nldnm: fonbcnt wir madm aud» bie 6(bttlb ttod» t&glfd» 

^ntio. t)ur(^ un4 felbft tonnen toir bie ^eja^Iung niddt (elften. 
Sarunt nid]t'^ "Edl loir ba^u nic^t iniftanbe fillb (»mit aicbtOI*) linb iptc 
))ie(nie()r bie 64)ulb no4) tägUdl) ftcdfwc nta4Kn- 



!Riu|bem (0fr. 12) feflgeiieOl tft, ba| unb »ottn bie ^d^ulb bcfte^t 
imb tDoburd) fte beja^Ien ifl, wtvb netter gefragt, wer fte bejaf^Icn 
fann: ob mir felbft {^x. 13) ober eine anbere unb blo^c Aceotur 14), 
unb roenn bctbed ni(^ ber %aU ilt, »aS für einen SKittIcr wir ^aben mfiffen 
(g«. 15). 

1. 6ö gicbt (f. Srr« 12, 1/ D Mueifac^c äöeifc, bat? ber Öerec^tiüifea 
Wüttes aenufl (ief(5cf)e: burdi CvvtuUung bcö (^efehe^ unb buidi (SrleiMinfl 
bei ctvafe. betbeiu lami üic ^üe^a^lung, bie i^t^augt^uung md)t buid; 
uniB felbft gej^e^en. 

2. 3)ni(^ Slrfflllung bei ®efe|eft ifl eft uns ntc^ mbglid^. 

•) f)«r SRenf^ H ^ straft jum ®iiten oerioren. ^tbb 9, 3. 3: ^ 
vmi, ba| ei alfo ift ba^ ein ^enj<^ nti^t rei^tfcrtig befielen 
mag (lann) oor @ott; t|ot er £uft mit i^m au ^abern (@eri(^t ju galten), 
fo fann er i^m auf taufenb nid^t einä antworten, ^f. 143, 3: ©e^e nic^t 
ins Gericht mit beinern Äned)t. benn üor bir ift fein Sebenbigcr 
gcredit. Üiom. 8, 7: Jvleifd) (ber natürliche 'JJicnfc^) ücrmng eS 

nic^t, btm Öcfe^ Öottes untertl^un fein. 'JJiat. 16, 26: ilBas fann ber 
^i)ien)d) geben, ba^ er feine Seele loiebcr löfc (b. i, loötaufe)? 

b) 6ine ©erufung ouf einen äußerli«^ ehrbaren ii^anbel, bie 
fogenonnte baigerH(|e ^erec^tigfeit, ift ®ott gegenfiber au8gef(||Ioffen, ber 
einen 90S!bmmenen ©e^orfam forbert 3ef. $4, 6: 90e unfere dm^tiQ'- 
feit tfl »te ein unflttiget itleib. 

e) din »SBiebergutmail^en'' fann eg aitd^ nic^t geben; benn maS 
»ir etroa ®tttei t^un fönnten, fmb roir ju feiner 3eit ® Ott fc^ulbig; fönnen 
mit aber au8 unS felbft in ber ©egenroart nic^td @uted t^un, fo nodfi oiel 
meniger etrooS, roaS bnrübev irnre unb für bif 'I'evt^annenfjeit gelten foHte. 

d) „9öir mad^en üielmet)r uiUie 5i1)ult) (t>wi) neue Sünben) nod) 
tägli^ großer." DaB mir täglid) aufs neue funbu^n, Düoon überzeugt uno 
unfer (^emiffen unb (il)nituä, tocnn er itnS tä(\ü(!t) bitten l)ei^t: ueraieb unö 
unicu' ^djulDen. 1 Stön, d, 4tj. Csü ift fein :Uienf(^, ber nid)t luuDii^et. 
^at. 3, 2: 9Btr fehlen alle mmmigfaltig. mm. 2, 5: !Du ^äufeft bir 
felbft ben 3oni auf ben %a% bei ^ gerechten ®erid^eft ®ottel. 

(SIner, ber jtd^ ocrmilt, fein eigener (Sridfer su fein, gleii^ einem 
9Renf<(en, ber in einen ©wnnf verfunfen ifl unb fi(^ mit eigener ^anb an 
feinem Sd^opf »ill tievaudjie^en; ed mt|lingt i()m ni(^t blo| baS gerauft* 
littftn, fonbern er arbeitet ^d^ felbft nur tiefer in ben @umpf hinein. 



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Snioe 14, 



es 



UriinuS. ,2Bir fönbifien üiionfhörlid), itnb oeTmcIjren burt^ unfer Sünbigcn 
bie Jöelcibigung @otte^ unb unm r diulb. 2Bcr nbcr nirfjt aufti&rt j« beleibigen, 
Derfö^nt nientold ben iBeUibigten: loioic ein v5(^uloncr niemals jetne 6c^ulben ioi 
loirb, ber ju ben frübewn 64>ulbeii nod) immer neue an()äuft.' 

S. GS mdft möglich, ba^ bie iSeja^lung bur^i unS mit @rbulbun(^ 
bct 0trafe gefd^e^e; beim ci |anbeU f4 nic^t blo^ um seitliche, alfo 
ciiblM^, fonbcm um e»i({e &xüft, mtf meUlev mir in Omigleit mt^ 
^miltommcn wörbm. 3(f* 33^ 14: S)ie Gfinbev |» ^ erf<|vocfen 
unb fprn^en: mev ifk unter und, ber bei einem ueijctrcnbcn fetter mo|ncn 
mdgei mt ifl unter uni« ber in ber emtnen (8M mo^nef 

Urfinud. .Kud^ butcb bie Strafe tönnen wir ni<()t Gcnugt^un, voAl uaHttt 
wtenblidje 34)ulb uttcnblicfee Strafe oerbient, b. i. eine ewige ober eine ber eroiflen 
fltcidjarttße. 5)enn h\c Sünbe ift c\m 'Boletbißung beö uncnbli(ften öutC'^ i. 
(^otte^), tseld}e bic eiutgc ^ecbammiud oecbient, ober loenigftend eine ^eiUid^c, meiere 
ber emigen gleic^tAnte. 9)ic emifle fftmicn mir ni^t auf mtf nehmen, ncU mir 
niemals au« berfetten beraultommin »ttiben. ^ortnAbrenb innir »flrbcn mir barin 
ber Q$ere(^ti0(eit @otte4 genußtl^un, aber niemals marbe berfelben baburcb flenufl 
gefdje^en nie wflr^f bie (^cnugtljuunfl DoHenbet, nie mürbe fie jum Sien \\f^n lob 
unb St nbc lueröen, fonbeni uiioodcnbct würbe bauern in aÖf (^luißftit eine 
(^enugtijuung, luic \\t bie etui^c i>eiii ber Teufel unb ber 'Verworfenen lueldje 
nicmalft anftiött. ®ne leitHibe ator, ber ewigen fllci^rtioe 6ttak mle Üe fein 
mftfete» menn bie ^enugt^ttung ein 6ieo fliier ben Sob fein foOti^ tarni leine Änatur 
mcgen ibrer Scbmacbbeit unb UnooOfommmbeit leiften.' 

4. SBenn alfo burc^ und felbft ber ©erec^tigtett ®oltc6 nid^ gcmig 

(^c^(^e^)cn fann, fo ift cd nötig, bafe bic€ burd) einen nnbern für itnS 
gefc^e^e, wenn wir ber Strafe entgegen unb mieber 6)naben iommen, 
b. i. erlö^ merben foUen. 



14. :&nnn nbei' ii'gcnb eine 'Kreattii* für une be.^Ablcnf 

Kerne; 6etin crfVUdi: will (Bon an Feiner anörrn Kreatur 
fhrafen, wm ber Ulenfä) v€rfd)ul^et i)au Duin andern: io tann 
aitcb Peine bh$t Kreatur ^ie taft be0 etviaen Jontee <0otie0 wi^er 
die 6flnbe ertragen unb Andere bavon eröfeti. 

Jlreatur — Ocft^dpf. 

Vntm. nnft tarnt feine anbete unb leine blo^ üfwtur bc^ablen. 

a) Qamm fann feine anbere Kreatur für mi beiablen? ®eU Sott an 
leiner onbcrn .Kreatur ftrafen juiÜ, mcii hn ^^ifcnfA ncrfAulbct hai. 

b) ©arum tann feine bloiie Kreatur für un* bejablenV 'Ji'eil feine bioBe 
üreatur bie l^oft beö etoigen ^ome« @otted »iber bie oftnbe ertrogen unb anbere 
etiSfen farni. 



1* (S9 Yami teine anbere ftreotur fttr imS leja^kn: oeber ein 
^ettf<| mie mir, no(^ ein |d|cred (@ngel) ober ein geringere^ (2ter) ^ef^i^ff* 
*) Um (Sngel fann bie Strafe ni<|^ auf ft^ nebmen, meil er ein 



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64 



tSvoge 15. 



getftigeö 'iBejcn i\t, bie Strafe für bU 6ünb€ ahtt an unb 8eeU ge^ 
tragen roerben mu^. 

b) (im Xier tann es nid^t, lueil feine unfterblic^e Seele Ijai uub 
bte Strafe nic^t freiwillig übernehmen fann. ^nö} bie Opfer beS leiten 
SunbeS mann triiw oontommcnc ^eja^Iung für W Sfinbe^ fonbmt „ti 
gefc^ie^rt bur^ biefelbcn ein (Sebö^tniB bcr ©ftitben aSe Zo!fytt; benn H ifl 
ttitmdgliil, bim^ O^fcn« ober Sodibiut @flnben »egnc^mcn.* (^bt. 10, 3. 4.) 

€) 93on einem ^Unf c^en, wie roir felbft fmb^ fann bie 3Be§A^Iung nic^t 
geleiftet roerben, roeil ein fol^er ni^t für ^cinc cii^enen Sünben, gef^iroeige 
bcnn für bie gan^e "iD^enfc^^eit, bejahten tann. @in ^JRenfc^, ber felbft j. ^. 
500() 'Ml. fdjulbig ifl itnb biefc nic^t bejaljlen fann, wie Um biefer für 
bie 3d}ulb cineä anbem etroa mit 500 (XX) ^Jlf. )id) ücrbürgen ober iid^ er^ 
Iniion fie ,ju bejal^len^ 'i^. 49, 8. 9: .V?ann bod) ein 8rube£ (ein "iU^cnfd)) 
nuiiuinb eviöfcn, no(6 Oiott jemanb öecföbnen; benn cS foftet ju otcl i^re 
oftlc eriüien, Düij ti es mu$ anfte^en la)fen eiuiglic^). Stöm. 23: (iö 
ift hier lein Unierfd^ieb, fte fmb aU|umaI @finbcr unb mangeln bed 
9ltthmd, ben lie an ^aben foIUen. 

2. iSinc bIo|e Itreatnt, b. t. eine fQU|e, mel«^ ni<^ weiter a\A 
ein (Sef^Pf fiber^anfit bie Se^a^lnng fftr unfee ©ttnben mäfi 

leificn: 

«) meit jebeS @ef(höpf (^otted für fic^ felbft i^m ©e^orfam fc^ulbig ift; 

b) n»eil Wott nn feiner anbem i^reatur bie 3d)ulb brd "llfenfch^" 
ftrofen roill. 1 ^Jioi'e 2, 17: äüelcbeö Xagcö bu bauon t|)iit, iiuiit bu (bu 
men\d)) m Xobcd fterben. 18, 4: Seltne 6eele {ünbiget, bie foK 
fterben ; 

c> weil feine blo|e .Ureuiur bie iiaft bes eiuigen ^orned (ÄJottes, b. i. 
bie Sc^ruere ber eroigen äJerbammniS, ertragen fann, ni^lt für ftc^ felbft, 
nodh ^ weniger für onbere. 5 ^D^ofe 4, 24: S)cnn ber ^err, betn ®otl, 
tfl ein oer)e§tenbe8 ^ener unb ein etfirifler ®ott $f. 130, 3: So bu 
wiaft, ^m, Sftnbe autet^nen, ^err, wer nritb befielen? 9la^. 1, 6: 9Ber 
fann oor feinem 3^ ^t^tn, unb wer tann vor feinem @rimm bleiben? 



** 15. \Vm mii)T<n «oir bcnn für einen ITtittlcr unb iCrlÖfer fticbenf 

iCitieti fo(d)en, btt ein twif^rer «itö grrrc^rer IRenfcb, un^ ^^d; 
^Mtr betitt olle Kveatitreit, i^, 5U0leid> nM^er 0htt fei. 

%nto. Mi tüflenf^often mllffdi in wifecm SHttlcc unb ISrKfer gefunben 
neiben. 

a) SBelc^ed ift bic crfte (^flenfdjoft^ (h muft ein nahm OTenfcb fein. 
In "B'Mdjo^» i)t bic jiDeiteV l^r mufe ein |iero(^ter iRen'd: h'in. 

iBeid^eS ifl Die britte? muß ftarter aii aUe Kreaturen, öaö ift, ^u^ieid) 
wahrer IBott fein. 

1 . ^a roir und felbft nic^t erlöfen fönnen, nod) irgenb eine anbeve unb 
bio^ itieatur fftr und bejahten tonn, fo mftffen wir anberwärtd einen 



65 



Mittler unb (^rlöfer ber aUeS Iciften tarn, »aS ju unfm ^löfung 

er f Orb erlief ift. 

2. ©in IRittler ift jemanb, ber, in ber lliittc ^rüijc^cn jioei ^^iarteien 
fte^enb unb mit ötin nötigen ^nfel(|en auögerü|tet, biefelben uerföljnt unb oers 
einigt, iierglcic^e baö %mt eine« „©d^iebSmanneS". ©in foIAer muH un- 
portciifc^ fein. ®ol. 3, 20: (Sin ^jJiittler ift nid)t cukü eiujiijeii (aiia |>aiitg 
SRittler. 0r mu| ba^ec beiben ^Mvteien gleich entfernt ober glei^i na^e fte^en. 

S* S)le crfoi^lU^cn Siftcnfc^aftcn eines Sttttlerd aroif(|fen ®ott 
isnki ben SRenfd^en itnb: 

a) ©in Toa^rer ^enf b. i. ein fol(^er, ber&ib unb @eelc unb aOe 
oefentli<|en @tgenf<^ften eines ^knfc^en beft^t. 

b) ©in (^ered^tcr ^Hienfd), b. i. ein folc^er, ber felbft o^ne iegli^^e 
0ünbe ift unb bod ganje Wefcti (^^otteä öoHfommen l)ali. .^ebr. 7, 26 (n. 
(ten. tlberf.): ginen folc^en ^poljenprieftcr mußten lüir ^aben, ber ba n>äre 
l^eiUg, unfc^ulbiii, unbcflecft, von ben Sünbern abgefonbert. 

c) 6tärfct unD ^o^ec alä alle Kreaturen, batnit er uoUtommen be^a^Un 
tonn mit (Berec^tigteit im QJeric^t. 

d) (St mu^ ba^er jugleid^ mal^rer ®ott fein. ^br. 7, 26: ^ö^ex, 
benn ber 4^immel iß. ^f. 1, 7: ^ »tS i^nen Reifen but^ ben ^erm, 
i^en (Hott 83, 6: ^ieS wifb fein 9lame fein, b«! man i^n nennen 
wirb: $err (»Serosa V). unfre Gevei^gfeit ifL 

e) ©Ott unb 3Jlenf(^ in (giner ^crfon. ^ef. 7, 14: Immanuel 
(b. i. f^ott mit UM). Denn ein ?KittIer, ber bloB (^3ott roäre, fonnte nic^t 
leiben unb fterben^ unö alfo md)t bie ©trofe tragen; unb ein !üiittler, ber 
blofe ^Henic^ roore, Ijutte bie Äraft nic^t, bie iioft beS eroigen ^ome^ (Üotteä 
ju ertragen. ÜJlenfd^ mufn er fein, bamit er (Mefjorfam leij'ten unb fteiben 
fonn; ßiott mu| er fein, bamit fem Oiiljuiium unb Xob oon unenblid^cr 
itraft unb enridem SBert ifl. Wtxt et blo^ (Sott ober b(o^ ^Henfc^, fo roäre 
er fein SRittUr jwifi^en @ott unb ben ^enfcfien. 

f) WUm fonn nod^ ^insufflgcn, ba| bo^u ge^jhrt, ba| bet IRitftler oon 
ber beletbigten gartet, alfo von @ott beftimmt werben mu|, unb ba| 
et felbfi n)iCli| ui^ bereit ifl, bad 3Rittfenset( ju ttbeme|men. 



16, tDarum mof er ein »Mfnv unb gereibter ntcnffb feinf 

IDatutn^ bafl bit <0erc(btigteif <0otfe0 ttfotbnt, da| Me mmf4»s 

Udit Vtatur, bie gefdnbtget Ifat, für bie 6&nbc besagte. Unb aber 
eifier^ ber felb^ ein @ünbrr tv^re, nicfot fhnntt für anbrre be5al7lm. 

ft' SBarum mu^ bfT TOittlcr ein mabvcr OTcufd) fein? ffieil bic ^eTe(i^tigfeil 
er(orbert, baft bie rticniitiulie "l^atur, bie (ie»ü?\bi0t i)at, für bie Sünbe bejoble. 

b) ^IBarum muß ei ein gcuduci üienic^ lein? Seil einer, ber felbft ein 6ünbet 
Bäte, ni^t fftnnte fBat anbete bejahten. 



1. %tx ^Mittler mu& ein TOöfjrer ^enfc^ fein. 

fti 'il^enn bei OK' led) t igtet t (^otted an ftelle beä ^JUnic^ien foU genug 

K(l<manii, j^tiOflb. Stattet. 5 



66 



gctljan rocrlDcn, ]o mujjte baö (^)efeö erfüllt werben, baS bcr -)Jienf(i> übertreten 
^at, unb mu^te baö Reiben c^etruflen merbcn, ba§ ber JJienf* üI§ Strofe 
ber 6ü!tbe oerbicnt Ijat. 2)aö tanu aber nur oon einem ^llenfdjen geidje^en, 
bei wa^re nieufd^Iid^e 'j^atur ()at unb leiben unb [terben tmn, $ebr. 9, 11 : 
O^e 99IutDer0te|en gejc^iet^t fetne !Bergebung bcr GMcil 

k) aSeocn Us SBa^r^eit <9ottci, bcv Mr^cilm ^ot, 1 9llofe 3^ 15: 

®am< beft Setbcft »trb btr (ber @il^Iange, bm Zeufcl) bcn Aqif ifr« 
trden unb bu wirft t^n in bie gperfe finden. 

e) 98eit ber @rlöfer bail ^aupt ber neuen ^enft^^eit fein foQ, mit 
ber er ^{ttleib traben fann, roeil er il)r @Ienb an fic^ felbft erfahren ^at 
§ebr. 2 (ti. (^cn. Übcrf.): 'T^er ba fönntc mitf ühlrn mit benen, fo uns 
viffenb fmb unb trren, nad)bcm er aud) jelbft utiuu'''en tft mU &<!^mai^\)t\i, 

2. 2)er HJlittIcr muH tin neveditcr "3J?enjc^ fem. 

a) 9llur ein funDlo| ei Dienfc^ tann uor ben ^eilic^tu uub g«.i'eci)ten öott 
unb mit i^m in ^^rbinbung treten. 5 : 'ilk^e mir, ic^ »ergebe, benn 
t<| bin unreiner Sippen, unb »o|ne unter einem 93oIf omt unreinen £ippen; 
benn i^ ^be bcn JtBnid, ben ^erm S^^aot^, gefe^en mit meinen f[ugen. 

b) 9Ittr ein geveilter, b. i. ein ffinblofer Slenfd^, bcr meber eine 
@Anbe beganoen ^ no^ bem bie ©ttnblii^feit anhaftet, fann bie Strafe 
für bie €finbe anbcrer leiben. 



17. tüanim muf er .^u0l(td) tvAl>t*er <^tt feinf 

)Da^ er aus Uraft fetner (0ott&rtt ^ic tuft des Somee <0otte6 
an feiner tnenfff^f^it erfragen^ unb une die (SeredyHgfVit unö bca 
Ceben erwerben nnb wiebcr geben mddfte. 

SRöcbte oermöcitite ober (önnte. 

Äntw. ?lu8 brd ©rünben muft ber »Jühttler roabrct ®ott fein. 

a) mdditi ift ber erite @runb ? tt avA Straft - an feiner 3^2en((jb^it 
ertragen (önne. 

b) 9Bel(^e9 ift ber aweite (Stunb? ^ft er un» bie Oered^fllelt — emetben 
ttnne. 

«) IBel^eS ift ber britte Qftunb? M er »nf belbcft auib loieber Gibcn Iftnne. 

1. (fö gehört göttlid^c Straft öa^^u, bcn ciDigen ;^om C^ottcö in ber 
3ctt jo ^u ertragen, ba|5 er baburdt von bcn 2ünben ubgcmenbet lucrbe. 
Sivö taim lemev, ber nid^t bie iXxa\i Ijat, JpöUe unb lob ju uberiöinben. 
:3ef. 9, 6: @r (ber 9RittIer) ^ei^t j^raft, ;^elb (»brtli«^: „ftarfer (Boit"), 

2. Um ®ere(^tigfeit uiä> Sebcn fftr anbete gu erwerben, baju ifl ndtig, 
ba| becfelbe von fü^ felber ben iäk^orfam unter bem (Befe^f f <^ttlbig 
ift, unb roer anbere erlöjen mi\l, mu^ SRac^t über fein eigenes Sebcn |aben, 
um es ba^in ju geben, ^ef. 53, 12: ^a^ er fein lieben in ben Xob gegeben 
imb oicler Sunbe getragen ^at, >f). 10, 18: "^d) ^abe t mein £eben 
5U lafjcn, unb Ijabe eö Hindjt roicber ju nel)mcn. 

3. ^te (äcre^ittgteit unb bad ;^eben, baö ber 'JD^ittler bur((| {einen 



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grage 18. 



67 



©f^orfam unb fein i'eiben erwirbt, tnu^ bem Sfinber, toemt fte 
etiMS nftj^en foQen, ivieber gegeben, mitgeteilt werben; biefe ^JJ2ittetlini0 

bea neuen ?e&enä an bcn 'i'JJenfd^en, ber in Sünben tot ift, tann ober nur 
bao 2öerf OJotteö fein, von bem ber :&eilige ©eift audge^t, b«r bi« geifUic^e 
2tuferftef)ung unb Erneuerung mirft. 

4. ^er Hiittler muf? 05ott unb ^Vicn^i) in Giner ^Icrfon fdn. 

a) äüeil nur ein iim^iflci JJiUller fein fann, unb locil cm foldjer lüiittUr 
foioo^l @ott als bem iiUJenfc^en gleich na^e [te^t. 

b) {Damit bif ®ott^«t bic aRenf^^eit in bem fc^roeren aRittbrwctf 
imterftfi|e. 

e) ^mtt boi Zfym unb fieibcn ber !Renf(^l^eit ooUgfittig fein tann. 



3u gfroge 16 u. 17. 

CleoianuS. roor n5lif\, bofi ber ÜJlittlcr, rodelet für un§ sum Cpfcr 
in ben Job ßcben füllte, toobrcr ilienfc^ fei, unb jmar un8 in allem gleich, ou«t 
genommen bie oiiube, unb jugleid) au4) n)al)cer ewiger @ o 1 1. .^enn erftUdb tooDte 
fi4) ®ott ni(^t in eine fold^e ^exfölinung einlaffen, mobuvd^ et unoabrbaftig unb 
loiiiecMbt eifunben »ttibe. Skftoeflcn erfütbert bit IBabrbett ÜMtd, ber ncfagt 
|ot: i^r foUt bed ^obe^ ftetben bed ^oge«, ba ibr Don ber oerbotenen $ru(bt effen 
»erbet (1 ÜRofe 2, 17), bab er bed SBcibc« Sflnte, b. i. ein waJjrcr Dknfcb an 
2c\h unb Seele, märe, ber bicfcr unmonbclborcn SBabrbeit ©ottc-s genug tljätc unb 
bic cc^mer^en beS enigen iobesi auf ficb näbme. (^ebr. 2; 2 Aor. 5.) 3ubem 
cifetbrct aii4) no(b bie (ftececbti gleit <9oMe8, ber gefagt bat: 3cb DiO ben<9ott« 
lofen ni<bt gerecht fpfci^en (2 SRofe 28, 1), baft er nUbt mit @ottIofen unb Un< 
geregten einen Sunb unb (^cunbfdbaft matbt, ti märe benn, ba6 bec (Betedbte 
(nftmlid) SbriftuS) ftürbe für bie Unnetecbten. (l '4^etr. 3, 18.) 

.Sobonn mubte ber Snittler nicbt allein ein wabrer ^ieuid^, fonbern aucb 
roabter ®ott fein, ber ficb fftr alle ^um Opfer bargcbcn foUte. (SrftenS, auf bab 
et ein Seltgma^er fein ttnnte. ttuier Gott ober ifi (ein Seliomacbcr, ipie ber 
^err fpri(bt burtb ben ^ropbeten Sefaia 43, U: ^tb, leb bin ber ^err, unb obne 
mt<b ift 'ein ^eilanb. 3n)eiten?, roett er oller Kreatur n unertrÄgli4)e S^merjcn 
auf [i^ nebmen fodtc (bü er ja für unfre uu^ti^lißen Sünben, unber bic unenbU^c 
iRaieftät (^ottei begangen, ücm geredbten Urteil (Rottes ein ©enüae tbun foUte), fo 
nntile er in ber ÜMfe dn nabree SRenf^ fein, bab er bocb iuglei(b nnetibli^, b. i. 
BKibm ®ott loAre, auf baf er bte mcnfdbU^K 9tatur bnnb bie nnenbli^e Stftfle 
feiner PJottbeit iu erbalten, bie Saft bc« ewigen Somei iBotlcS )tt ertragen unb au 
überwinben uennöcbte, unb burcb folcfip ?){ittel unä eine unenblid)?, einig n&btenbe 
Gablung für unfre @&nben fei« unb ewige @nabe bei ©Ott erwürbe.' 



** 16. tDcr ifl «bei- berfelbige ntitticr ^el- M>nlni:t) mabrer <ßoit unb ein 

niabvec unb qcvedjtev IHcnfct) if>f 

UnuT f^rrr jcf«^ tllnnrua, ^eT un6 5ur ocUfcmmenen iltXf 

lofuiui u^^ cDcndifigPcir i-?cfdTcnt-pt ift. 

^iiiiü. |üid)cr !3Jlittler, ^ußleidj aal^ici 'Soli unö ein U3ül)rct unb Hcied^ter 
nenf4 ift aOdn nnfer ^err 3efud ^^fM, 

n) ©er bot ibn nn« «efcbentt? OSott bat ibn mtf flef<ben(L 

5* 



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68 



große 18. 



I. 3rfn6 €^n|!u9 iß brr rtn^tgr unb toolirr JUittlrr. 

1. ^iojc roirb aud) ein Rüttler genonnt, er \\i ber ÜWittler beö StUen 
^unbcä getocfcn, jroifc^en (^3ott unb bem SSoIf ^itatl. Slbct fein 3JlittIer« 
beruf bejtanb nur barin, ba^ er in ber Rxaft @otted fein Solt aud ber 
äußeren JM^tf(^oft führte unb i|iit baS @eie^ oemtttelte. ®ol 3, 19: 
{Daft @efet} ift geßeOt bttn| bie ^anb bei ÜRittM (9Rofe). 9ber n ms 
eilt fftnbigcr 9Renf(^ wie btc anbcm; ev tonnte vH^tn jetner ®finbe fein 
Soll ntd^f einmal in boft itbtf(|e Sanb ber Skr^eilung einfahren. S)ai 
@efe$, beffen ^ittSee er ift, bient nur jur drlernitnii ber Sflnbe, lonn aber 
nic^t 2ibm, J^eil unb €eligfeit fc^affen. 

2. GFjriftuS lüirb "lUofe qI§ ber roafirc ^''ftttler ftef^enüSeriieftellt. ^o^. 
1, 17: Daä Öefe^ ift burc^ Ü}iofe i^ijebcn, bie ÖJnabe unb lhJa^rt)eit ift 
burd) 3«f"»" ßljriftum geroorben. .v)ebr. 3, 1 — 6: 6f)riftuö ift größerer 
(Sl)vt roert als 3Kofe; 5Jiofc ^roar war treu in feinem gongen .'öaufe, aI6 
ein linec^t, jum 3^U9*^^^ ^^^f Ö^l'^g^ )<^U^c werben; ^^riftuS aber ab 
ein @oI|n über fein ^aud. 

S. S^riftug ift begeugt alft ber einzige SRittler. 1 Zim.8, 6. 6: 
ti ifl Sin (Sott itnb Sin 9Rtttler |iBif(|en ®ott unb ben Wenfc^en^ 
namliii^ ber 9lenfc^ Qfyc^tia Sefni, ber fti| felbil gegeben |at fikr aOe gur 
Srlöfung (roörtUc^: ^um Söfegelb). ^ebr. 8, 6; 9, 15 n. 12, 24 roirb 
(5l)nftud ber 3)littler bcä beffem, beS bleuen XeftamentS genannt, ^o^. 
14, 6: Sücmanb tommt jum $ater, benn buri^ mt(^ (burd^ meine SSermittlung). 

II. Clrffhu fiat «le ttigrafiMflra m^m Jlitlleti. 

1. S^riftud ift ein roa^rer ^JDUnfd). 

«) 9ltt(b feiner (Bebvri (iaL 4,4: (Beboren von einem SBeibe. ^ebr. 
2, 14: atoibbem mm bie ftinber 8fletf(| nnb 9Iul ^aben, ifl er e< gleii^* 
maben teilhaftig gemotben. 

b) 'Jn feinem ganjen 2eben auf @rben ^at er ftc^ a\i 3Jlenf(h crroiefen. 
'^^il 2, 7: @r warb gteit^ nie ein anbrcr SRenftb^ unb an ^börben aU 
ein 3Kenf(^ rrfunben. 

c) t^r ^Qtte eme mcnfdjiidjc dntmicflung. 2u(. 2, 40. 52: 2)aö Äinb 
roud^^ unb l^efuä na^m ju an 'Üieiö^eit unb ^Uer unb ®nabe bei 
&oti unb ben '^(cnfdjen. 

d) Gr menfc^Udje Jöcbür fniffe. 2ut 8, 28: ^tlit^e SBetber 
traten i^m ^anbreic^ung von i^rer ^abe. tRai 4, 2: {Da er oiergig ^age 
nnb tnergig m<i^U gefaftet ^atte, hungerte i^n. ^So^ 4, 7: Cr fpri^ }U 
bem SBeibe: gicb mir au trinlen. ^ 19, 28: bOrftet aRrt 4,88: 
Sefui f(hlief. 

e) er hatte menfd)Hc^e @mpfinbungen. 88. 35: ^cfui 
ergrimmte im ®eift unb betrübte fub felbft; unb :^u gingen bie ilugen 



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69 



über. 2ül. 12, 50: mu^ imd> \mox taufen la)\m mit emer Üloufe, 
unb ime ift mir ]o bange, biö fic oolienDet ipcrbc. 2ui. 22, 44: (Sö tarn, 
b(t^ fr mit bem Tobe rang; cö warb aber fein öi^roei^ wie Blutstropfen, 
bic fielen auf bie (Srbe. 

f) %uä) im Sterben mar et mt( ein anberer 'J!)2enf(^, ba Seib unb 
6cele ft(^ f (Rieben. £ii!. 23^ 46: ^efud rief laut unb f|mi<|: ^ter, ic^ be* 
fe|Ie meinen ®etfl in beim ^be* Unb aU er bod gefagt, nerfi^ et. 
^1^. 19, 33. 34: 9tt bie Artc0ilne(|le |tt 3eftt Ittmen, ba fie fa|en, ba| 
er f<^on geftorben roar, — öffnete einer feine Seite mit einem ®pcer, urib 
atfobalb ging Slut unb äBaffer ^eraug. 

2. 6^riftu§ ift ein gerechter ^})icnf4 

^r ifl o^ne ©ünbe. ^uf. 1, 35: 35ad .^eiltj^e, bao von bir gi'bnrt'n 
mirb. ^o\f. 8, 46: 3ßel(^er unter eud) fonn mid) einer Sünbe ^iciljcn? 
i '-l^etr. 2, 22 : "©elrfier feine Sünbe (\it[)an hat , ift aud) fein '-Betruq in 
fcmtm JJiuube eifunben, 3, 18: Gl^riftuö Ijat jur unfie 6imbeu gelitten, 
ber ®ere4ite für bie Ungerechten, .^ebr. 4, 14: CSr ift oerfuc^t allenthalben 
gleid^mie mir, bod^ o^ne @&nbc. 

3. d^rifltt« ifl wahrer ®ott. 

®r iii oon (Smtgtett ^o^. 8, 58: ^tbra^am »aib, bin id^. 
17, 5 : tertiäre mic^, ^attx, mit ber Alar^eit (^errtti|fdt), bie i^ bei btr 
I^atte, e^e bie 3Belt mar. ^o\). 1, 1 : ^m Stnfang roar baS 3Bort, unb bad 

©ort loar «^ntt unb (n. t^en. tlbfrf ) baä SBort mar r^^ott. l^tf. 1, 
3)aä -l^eiliflc, baö von bir geboren roirb, roirb f^otteö 6ot)n genannt joerben. 
5|of). 1, 18: I)er eingcborne Bo^rx, ber in beö 33aters Sc^ofe ift. 14, 9: 
3Öer mid) fieljet, ber fiefiet ben "ilatvt. 10, HO: ^4 »nb ber 3iater fmb 
elnä. 1 ^ül). 5, 20: Xii\tt \\L bei lüaijil^ajlujt (jiott unb Daö eroige Seben. 

4. S^riftu« iß @ott unb aRenfd^ in @iner ^erfon. 

®ott oon tforiglrit jtt Qmfjlett unb SRenf in ber 3eit bi< in (t«n%» 
idi. 1^ 18: Dos Sod (ber emtgc So^n ®otteS) warb ^teifi^ (ÜRenf^^) 
unb mol^nte unter nnft, nnb mir fo^en feine ^etrli^teit, eine $errli(^!eit 
be§ eingcbomen ©o^neS »om SSater, ooUer ©nabc unb 5\?Q^rheit. 1 Xim. 
3, 16: ©Ott ift geoffenbaret im t^leifdj. Slbm. 9, 5: 33on meieren f^^Sraeliten) 
fmb bie "hinter, aii^ n^elrfjen (!f)riftuä ^ertommt nac^ bem ber ba ift 

Qiott nbn alles, gelobet m Groißfeit. 

o. ^ur Slufrid^tung bcö iJiittleianitö mar G^riftuS 
•) oon ©Ott beftimmt. Oial. 4, 4: Da bie 3«t erfüllet mai, fanbte 
©Ott feinen Qo^n, geboren oon einem SSeibe unb unter baS @efe( get^an, 
auf ba^ er bie, fo tmtier bem ©efe^ roaren, erlöfete, bo| mir bie Äinbfd^aft 
empfingen. |^br. 5, 5: (S^rijhiB 1^ ^ nit^t felbjl in bie ^fyn gefegt, 
— fonbem ber i^ ftefagt ^ot: bn bifl mein €o^, |cute ^obe i«^ bti| 
geieuget. 

b) mit freiem Sillen bereit, 10, 18: 'Jtiemanb nimmt mein 
Seben oon mir, fonbem Utffe eS oon mir felber: äRot. 26, 43: 0ei 
fd^e^e bein SBiUe. 



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70 



Scage 18. 



IlL Cl|ri|tuä ijl und oon ihoii grfdjriikt ^nr ooUkominrnea «triofasg 

unb <l>ered)tt9keü. 

1. (9ere(^ti()!ett @otteä mu^te burd^ einen ooQfommenen Mittler 
gen«(^ qetfjan werben. Gint'n folc^cn fonntc bi? fünbige ^enfd)I)eit ni($t 
^erootbnngen. l}at Ontt )uid} feinem etuigen C^inabenrat allein 3litid 
unb 3öe(^, inbem er mit {cmct ÖJere(^tigfeit, feiner A^orbcrung einer ooll: 
tommenen C^icnugtliuung in OeJjorfom unb iJciben, ftiiie unergrunbUdje iiiebc 
unb Söarm^evjigfeit oerbinbet, unb fc^enft und ben einigen raal^ren Mittler 
3efum d^riftum auH freier ®nabe. 3, 16: 3(lfo {|at (Bott btc 
ffielt geliebt, ba| er feinen etngebornen So^n gaB, auf baft 
alte, bic an i^n glauben, nt^t verloren werben, fonbern baft 
ewige fieben |aben. 

2. (S^riftuS ift bev einige Mittler nid^t 6(o| feiner ^^erfon nac^ alfi 
magrer ^ott unb ^enfd|^, fonbern au(^ feinem 98erfc na 4i. 2 Siov. 5,10: 
OJott roar in (5hvtfto itnb uerföl^nte bie 'JSclt n:tt ifnrt f-^titt^ feiger fba 
bie I^ru^fülnutui öer 'JLNertPt)nung nidjt oon bem M^u untül)igcn 3ünbei" 
auöge^en tonnte), unb red^nete i^nen i^re Sünbe ni^t ^u, unb ^ai unter 
un§ aufgerichtet ba« 5ßort oon ber 33erfol^niing. 

H) C5r ^at ben t» o 1 1 f o m m e n c n e I) o r f a m gelciftet. 2, 8 : dr 

erniebhgte fi^l ieliJ|t uno louib c^ci^oriam bvj ^um Xobe, la '^um Xobe am 
itreu}. 

b) @c ^at burc^ fein £eiben bie oolItommeneSü^nung (^eja^Iung) 
geleiftet 919m. 5, 8. 9: 3)amm preifet (Bott feine 2iebe gegen uns, ba^ 
tS^jlni für un8 gefbrben ift, ba wir rtoöf 6finber waren; fo werben wir 
je otelme^r bwnl i|n begatten werben «or bem %wx, nai^bem wir bunl^ 
fein Slut gerecht geworben ftttb. 1 fktr. 3, 18: S^rtfiui ^ot einmat fflr 
unfrc 3ünben gelitten. 

<li, ^arum ift er unä gemad^t »on (äfott jur SBeidl^eit unb ^ur 
©ercditiafeit «nb ,^ur f^eiligung unb §ur Grlöfinif^, 1 ,^or. \, liO. 

a) ^^ur 2ßeiöl)eit. .^lol. 2, 3: ^n (5!ni?to liegen nerborgcn aHe 
©d^ä^e ber äßeiöl)eit unb Crtfenntniö. o^^h >^ 12: ^d) bin baa iiidjt 
ber ISJelt; nier mir nadjiolgt, ber nirb mc^t loanOein in {^inftemid, fonbern 
niirb baä fiic^t beä £ebenä ^aben. 

b) 3ur berechtig leit. 9töm. 3, 25: UBelc^en @ott ^ oorgefteOt 
)tt einem Qtnabenfltt^l (ber ^etfel ber SunbeHabe, roclc^er bad (Befe^ unb 
bantit bie ©flnben bei 9Solfod bebeAe, wenn boS 9(iit beS gro^ $Ber> 
fbl^mtngfoi»ferft an bie Sunbefliabe vom ^tSftwpm^ gefprenit war), bun^ 
ben ©laubcn in feinem *Blut, bamit er bie ©cret^tigf eit, bie cor if)m 
Qili, barbiete in bem, ba| er 6ünbe oergiebt. 2 Aor. 5, 21 : @ott ^ot ben, 
ber Pon feiner Sünbe rouf^te, für un§ jur 3ünbe b f). ^mn SüiTbentröger 
unb ;^ünbopfer; gemacht, auf ba| wir würben tn i^m bie (ä^erec^tigteit, 
bie oor @ott gilt 

c) ^ur Heiligung, ^oi;. 17, 19: ^eilige mi^ felbft f&r fte, ba| 



d by Google 



t$tQQ|0 19. 



71 



aut^ fie flcl^eiligt [eien in ber 3IBal)i{)eit. 1 ^oh. 1, 7: l)ad iölut ;;;^e|u 
^^riftt, beä 3oI)nets (Äiotteö, mad()t uns iciu uoii aUti oünbc. 

<l) 3ur erUfung. (5pl^. 1, 7: 2ln n)cl(^cm wir ^aben bte @r« 
löfung bur(^ fein 9Iut, nSmItd| bte SBeroebung ber Sflnbctt, na(^ bem 
SDeic^tum feine« Otoabe. $eb(. 9, 12: (Sv ijl bun^ fein ei^eneB Shift ein« 
mal in boft ^eilifie einoegangen unb l^ot eine emige <Erldfun0 erfunben. 
Unter ^(Erldfung" frühen vom ^iev aber nid^t blo^ bie @rlöfung von ber 
6änbe, (onbern aud^ bie le^te oon aQem Übel oerfte^en. :^u!. 21, 28: 
fflenn aber biefeä (bie ^exä^en an .^immel unb ©vbe imb baS .kommen bc8 
iRenf^cnjo^neS in ben SBoUen) onfängt ju o(eidjel)en, fo ie()ct auf unb 
Ijebet eure ^öupter auf, banitn, bn^ ftt^ eure ©ilöi'ung na^et. Offb. 
21, 4. 5: Wott lüirb abiüifd^en alle 3:i)ränen oon i^ren 2fu(^en; unb ber Xob 
mirb nic^t mel;r jem, noc^ ideib, nodj (i^ejdjiei, uüd; c/^merjen rouD mc^c 
fein; benn bad erfie ift oergangen. Unb ber auf bem 6tu^l (X^ron) fag 
(^ri|%ud), fpro^i: @ie^e, ma<$e aOeS neit. S ^im. 4, 18: S)ec ^err 
niib mu^ erldfen oon aOem Obel unb mir aui|elfen feinem ^imm« 
Iif<^ Mi^; ne(<|cm fei (S^te oon Mgtett (pi Swigteit! SImen. 



9m l^eiltgen Coattseltmii« 



* 10» XOcI^t weift bis b«of 

2tu0 öcm ^eiligen Igvangclio, weId)C6 <ß^tt fclbfl anf(&n(|(i(b im 
para^^f6 Ijat gccffmbarcr; foIgc?T^p ^^rd) Me b^^f^cn Ifrjr^tcr un^ 
Propheten laffen vcrFünbigen, unb öurd) öic (Dpfcr, unb anbnc 
CCrrrmontcn bre (Bcfct^ee oorgebtlöctj enMicb aber burd} feinen ein= 
gcliebren 0chn erf^Uet. 

ü-uanaclium ^aua Dem ©cicd^udjcu; ^ ßute, frot)e 33ot|'d)üit. iüriiaußlict) 

— im Vnfang, jiurft. 9atabie9 (aud bem $ettifd^en) «in oMonberter 
Sanbftri^ ober ^arf (bad nieberbcutfi^ ,6unbem' M Ortf^ftcn in SBcftfalen), 
für bcn , ©arten (©otteS) in (Sben', b. i. 9Bonnc= ober SJuftßacten. t^olflcnbä 
=- in ber 5Dl9f» in ber folgcnben (Srjoäter = ©tammoStci, iom^i bte 
bed Onrnfd)i'ngeid)Ied)tS (oon flbain bie 9?oa()) nl« aucb bie be^ S^oUeä O^roet 
(9bral)am, ^faaf unb 3a!ob)- ^rop^eteu = bte ^JRAnner, roelcbe, getrieben Dom 
^[tocn (Seift ben 9Utt unb fOiHen Qlotte«, Befonbeci an^ {ufflnftiee SHuge, offen« 
bailen» Opfer « Ocqc lUii bc (tiere ober t^rüc^te), roelcbe oon SRenf^cn Öott 
jur Sftbne ober jum ^anf ^ar(^ebra(^)t werben, loraie bie Tnrlinn(iunfi fdbft. 
Zeremonien — feierlid)c, befonberd ßOtteiSbienttlicfec Webräudje; üeremonien beö 
(^efe|e4 |iub bte oom @eie$ im SlUen Sunbe angeorbneten ßottedbien|tli(^en ®e> 
bcftu^ Sor Silben « etioa9 Buttnfligci ooranA barfteOcn. ^inflelieb te 6obn 

— ber einiiB geCicbte 8o|n Ootttft. (Ol fdmite auib fooiet atft •eingeleibt* bc* 
beuten, b. i. ber im fieib, im (^leif(b erf<i|iencne 6obn ®otted. darauf möchte aiub 
binroeifen, ba^ UrfinuS im ?ateinifii)cn bag „cingeliebt' an biefer 6tcUe IDiebcr> 
gtebl mit „uoigenitus'' b. i. .eingeboren", ber einzig gebome.) 



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72 



grase 10. 



Uni». M dtfiift d^fhtf unfer DoOtommmer SRittler % »ct| ii^ au« bcnt 
(Rllfifii (SnangtUimi. 

a) 58on wem fontmt baö GoongcUum? 58on ®ott fcCbf). 

b) 2Bo t)Qt et ti guerft ßeoffenbarl? 3nt *l?arabicö. 

^ut4 nen ^ et ed no4)l)ec oecIOnbigen loflen? Xütdt bte ^eiligen dt)' 

d) Soburdi» er c§ ootflcUlbrt? !&unl^ bte Opfn anb anber« eettnumiet 

bed ®efe^e«. 

e) iBie bat er ba« oOeft erf&Oet? iturcb feinen chtdcliebtcn 6obn. 



1. @o nenig bie 9Ren[(^^eit ben SRtttIcr auft ftd^ felbft ^eroodringm 
fontite, fo nm% ^ot fic ^efttnt (S^ri^m, bm (Hottci, bagu gemai^t 
ober ertDä^U, no^ tarn ein iRcnfi^ au0 fclber bcn Seg )iim 8eicn 

roiffen, ©Ott mufe eä offenboren. @ott Ijat G^riftum ben üKenfc^en gef(!^cnft, 
unt) feine Grfd^etnun(^ burt^ ©ort unb 3;^at in ber ®e|^i(i)te beS !s!Qten 
33unbc5 vorbereitet ; er ^at ba§ nidjt oerborgen get^an, fonbem unter »eiTiem 
^öoUc unb ^at e^i bemfelben uerJünbigen lafjcn, bnntit, loenn ber ^Hhttler 
fommt, bie ödjnft, ireld)e atlc biefe Offenbarungen enthalt, oon xijm 
unb für il)n jeuge. ^ol^. 5, 30: ®te ift cä, bic t)on mir jcuget fnämlid; 
bie isdjrift i?Uten ^^eftomentä). 35ie Erfüllung burc^ ß^riftuS ift im ^)^eucn 
9ttn^ be^cugt^ unb fie beftätigt mtcbentm bie äBa^r^eit ber Setlfinbigung 
im Xlteit 9iitibe. 

«®ott f elbfl' ifl ber Urheber beS (SDangcltum«^ iiii|i blo| im 
^tobtcft (mo er ed unmtttcIBor hin erften !0{enf(^en „geoffenbuit" M)/ 

fonbcrn oud^ bei ben ©rjoätem unb ^rop^cten (bur(^ meiere er eS fjat 
„laffcn üerfünbigcn") unb bei ben Dpfcrit unb bem ©efefj bcö ?t!ten ^^itnbe* 
mobiircfi er es ^at „oorgebiltct '), foroie im 'JJeuen Sunb (roo er ea Iiat 
„erfüllet"), '^ic ^eilige toc^rift bco ällten roie be§ "iKeuen iöunbeö, als 
Urfunbe biefer Offenbarungen, ift gleid^mii^ig gbttlidjcn Urfprungö; fic 
ift „üon öott einlegt ben" (2 Xim. 3^ 16); bic ^eiligen 3)ieni'^en WotteS 
^abcn gecebet unb gefc^rieben, „getrieben vom ^eiligen ©eift" (2 ^tr. 1, 21). 
3)a^er ouc| bat gdttliile Knje^en ber ganzen l^eiligen 8(^nft unb i^re 
uttbebittQte Reitling in ber ma|ren 5tivi^ 6^1K< 

2. Qlnftngelittm ^Bt: gtiie, fvo|e Sotfd^ft ober 9{a^4t SCber 
ntd^t tebe frol^e 9la(^rid|t, 9. ba^ ein lieber Serroanbter in ber ^^e 
genefen, ober ba^ einem eine grofte Grbfd^aft gugcfaHen fei, ift ein Snan-- 
gclium, n>ie e<> fiter qemeint ift. Um biefeS »on ollen anbern ^otfc^aften 

unterfdiciDni, hcii^t cö baß „t)ctlige (Soongelium" unö beöeutet bie fro^e 
S3otf(i^üft ober i<eriunbigung oon bem SWittler jiüifd^en Wott unb ben ^en^ 
fc^en, bem ©rlöfer unb ©eligmat^er. 52, 7: %\c lieblich finb auf bcn 
53etgen bic %vi^t ber '^oten, bie bo ^Jricben oerlünbigcn, ©ute« prebigen, 
4^1 9eriiMbigen; bie bo fogen ju 3ton: bein ©Ott i^ Jtönig. 

Siefe gute Sotfd^aft gefc^ief^t im Slten SCefInment burd^ bie Offen« 



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%ta^ 19. 



73 



barung C^iottce, biird) bie ^^erfiinbiaunc^ in äüeisjagungen unb^burt^ ®ür« 
Itt'Uunt^ in i^orbilbern ; im '^hum ieilament bringt fic ttllft We OcffiOuilfi 
aüea öetieii burc^ iäcfuin ß^riftum , in feiner ^erjon unk fcbtcm aSerfe. 
5Dai (SoangcIiMiB im XUcn Ötttibe ift btt^w bte frp^ »rtf^üft ©on bnii 
^etUitb, nwÜ^cv tommen nub (ober bem lommaibcn); im mtam 
»unb iii ei bie frol^e Sotfd^aft von bem ^eiUnb, ber gclommen ijl 
(ober bem getommenen), Sa^. 9, 9: 3)u Xw^ter 3ion, freue bt*, «ttb 
btt Xot^tet ^erufolem«, iaut^jc, r«^e, bein Äönin fommt |u btr, em 0c. 
xeäfttv unb ein .^»clfcr. l?uf. 2, 10. 11: Sic^e, ic^ oerfünbigc („ic^ 
ppnnqelM'icre/' im Öriediil'dicn) eud) groRc ^reube, bie allem 5Solf raibeifaljren 
roirb; benn cud) ift ^eute Dcr^cilanb geboren, loelc^ec ift (S^n|tuS ber 
^err, in ber ©tobt ^aoibs. 

3. CleDiouud. .Xaä eoonflcUum ober bie frö^U4)e Sotfi^aft, ud^e bie 
.t>etjcn bet onniii oeebommteti ©fitiber «rfreut, ift eine Offertofimg be4 oätcrIi*m 
unb unioanbelborrn ^Didm« ®otte«, worin er oricn Olöubißen ocrbeift, ifjre 
Sttnben W^mn ton eroigfcit öerjicbtMt Hnb unb in (Jroißfcit ocrjielicn bleiben, alfo 
ban beten m eroiflfeil nicbt «ebacbt mexir.i fnt! bar. er nuc^ ben ^»eiliflen ©eift unb 
boä ewige fieben gebe, um(onit, oljiie olle uniie oetflangcncn, geßenwartigcn uttb 
iulünftiflcn 58erbienfte, wegen beS freiwißigcn Opfert ber ooctcefflt^ ISeifon 
(S^fK, nOm Ootteft uiÄ wobten Wenf^e«, loeli^ OpUr won eroißfeit oor bem . 
«ngeftt^t ®otteö geflcnwärtig, bono4 oecbeiM« nun ober gelciff t unb ooObcoi^t ift 
imb in ewigfeit feine Iraft behält ju unfrer ooflfommenen erliDiutu! ' 

Urfinu«. .TaS (ionnaelium ift bie in fiOttUc^er Seife im ^4iorabuie öutdj 
ben So^n ®otte« fogleidj nad) bem i^all gcoffenbaite unb auf bem ^erjen be* 
enrigen Stttcrd gefloffene Sebre, bttr^ »el^e oerbeilen unb oetUnbiot uitb naib 
bei «wierbteittcR «kixmbeniefeit <Mc» aOcii. bie an ben Sobn Rottes glauben 
«nb Sufee tbun, (Srlöfung oon ber Sftnbc, oon bem lobe, üpn bem ^\\x6) unb bem 
3om ®otted, b. i. Sktßebnnfl ber Sünben unb .f^eil unb croifle* l'eben, burd) unb 
um behielten 6obrtcS ©otleä, beä SDlittlerd, »iUcn, butcö welche üc^te bet .^eilige 
{3t\\i mit erfolg wirft in ben ^erjen bec dlÄubigen, inbem ee cntittnbet be» 
Olbittbem bie Me mil bcft Unfalls be« cnigen 8cbcn«.' 

4. (Sefe| unb Snansetium. 

A. (goangelium unb (Üefe^ fomme» barin üb er ein, ba| bcibe eine Öe^re 
oon ©Ott fmb unb baf; in beiben non bem ?\^etVn, bem 31itIIcn unb ben 
3Berfen Q3otteä gel)anbe(t rotrb. ^nbeiieitä unter jc()eiben fte {tc^ aud^, 
unb .yoar in folgenbcn Stücfen: 

Hl ^ag ©ci'e^ i[t bem !öcvm be§ "üKenf^en in ber Sd)üp|um3 em= 
geprägt uno ba^cr ooii 'Dlatuv allen belannt. (l^toni. 2, 15.) Daö (Joons 
gelium ift ni4|t oon ^atur be!annt, fonbem oom Gimmel aKein ber SKr^e 
bei Sften isnb f^tim 9unbeS bun^ ben SRittler <S^riiluS geoffenbart 
(3Rot. 11, 37; 16, 17; ^o^. 1, 18.) 

b) SDoft ®efe| Ii^ft, mte mir fein unb »aS mir (Sott leifken foSten, 
aber eS teilt nic^t bie j!raft mit, folc^eft gu letften, nod^ ^eigt ed ben ttc0« 
auf welchem mir foU^e Seute merben fönnten, bie e« t^un. 2>a$ Soan^ 
gelium aber le^rt, auf roclcf^em 2Bcgc n>ir fold^c l^eute merben mijc^ten, mie 
fic bad @efeb forbert. iMaU 18, 33; >iuL 10, 28; — Mvl 5, 26.; 



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74 



Stagc t9. 



«) 25as öefe^ oer^ct^ baä iJcben bencn, lüclc^c in bcmfelbcn fleicdjt 
ftnb. (3 SRofe 18, 5; 'JKat 19, 17.) IbtA d^angelium oeri^ei^t baft 
Setoi bencQ, bie burd^ beit (Slouben an S^iifhim gerechtfertigt ftnb. ^od^ 
ntberfiKM^ fUl Betbe barin nt^t. 

d) 2)aS @efe^ ift ber Sut^ftobc, welcher tötet, unb ein ?Dicnft bei 
^obed, bad %mt, baS bie ißerbammniä prebigt. Unter „i^uc^ftabe" ift bie 
nufecrc ^Pcrfimbic^ung unb blo^e Äenntniä bcffen, nai ju t^un ift, oer: 
ftel/en. (^Kom. 3, 23; 4, 15; 2 Äor. 3, 7. 0.^ Xnö Gcangelium ift 
ein ^ienft bei» bebend, bag ^^mt, bao bie (^kieditigteit prebigt, unb @eift. 
(SRöm. 1, 17; 2 Äor. 3, 8. 0.) (^JJnc^ Urinuiö.) 

B. Uber bas ^ec^äUniä oon @efe$ unb (^oangelium fogt Ole« 
uianuS: 

.Ta* (^0 fon in omc i'old)? Se^rc, öie öiott öer :)iatiir cinflepflttnjt unb in feinen 
(geboten iDicocrl^üit unD erncucit l)at, loocin er un« wie eine ^anbf4)cift uoi^ält, 
M wie )u t^un unb ju laffcn fAuftig finb, ndmII4» einm MUfannmenen tnnerlUbcn 
unb duicrn^cn (Seborfam, unb er nerbeill bai einige fiebcn unter ber Oebmoung, 

nenn mir bad (9efet( DoDtommen unfer Seben lang \)aUen', baoegcn aber bro^t bie 
ctoige S^erbammung, wenn rair ed n\6)t \)ahtn, fonbem in einem ober mehreren 
Stütfen übertreten (5 OTofc 27, 26.) «Radibcm bo8 ®efe| einmol übertreten ift, 
I)at ci leine ^er^ei^ng, ba^ und bie oünbe hutd) feine :^ülfe, bad bei^t, hmö) üic 
99crfe bei Oefe^, oergeben »erbe, fonbem eg fftllt gdiib baft Urteil berQcrbannnniS. — 
l)ad (iDangelium aber« ober bie frobe 9otf(!^aft, ift eine fiebre, Don ber bie meifeften 
ÜRenf<i^en öon *J?iitur nid&tS Rcmufit f)aben, ci ift vom .V)ininict ßcoftcndart ; in ifjm 
forbcrt ®ott nid)t üon unS, fonbem er bietet nn? cn ttnh fdicnft bie ®cre(^tiflfcit, 
bie baiS ®cfe^ uon uwi forbert, nämlicb ben DoUtontnu-neit @el)orfam beS Reiben« 
unb Sterbend S^fu ^bnfti, tooburc^) und aüe Sünbe unb ^erbammnid, bie und bad 
(9efe| «uibrobt# oef}icben nnb getilget ift (9i6in. 5; <8oI. 8.) <Sott fd^lt nn* im 
(Soangelium bie Vergebung ber Sünben nid)t unter b^r iBebingung , ba^ mir bad 
®efe^> finftcii, [onbcrn mtcmDbf STiir'5 nt' piebalten b<>ben lln^ aud) nod) nidit 
ooQfommcn galten tonnen, bof] er und bennoc^ bie Smihon n iivben habe unö 
eniged Seben gebe, — ald ein unoerbiented ©efcbcnt butd^ den Ü!)lauben an x^efunt 
(Sbrifhim. U'^ob. 1, II; Mm, 8, 3. 4; ®al. 3, 12-14.)' 

&. Xie SBirfungen beg ^oangetiumd ftnb: 

n) ber glaube (9iom. 10, 17; 2 Jtor. 3, 8; mm, 1, 16); 

b) bnnl^ ben ®Iniiben bie gnnie 8ele^tung, 9le(|tfcitigung unb <Er« 
neuentng beS 3Rcnf(|en. 

6. Die @en)i^|eit unb 'irHi^r{)eit bed (Soangelitimg wirb bcflätigl: 
a) burc^ ba§ ^eugnid bei ^eiligen @eifted; 

burc^ bic ^ct^fagtingen ber ^rop^eten im SUten unb beren (£u 

füllung im Ofeuen Teftatnent; 

c) butcb bie ^unbec^ mit welchen bie te^^xi bei (£uangeUumö beträftigi 
mürbe; 

ü) buic^ bie 3^8"»ffc bei eoaußelilc^cn iie^re felbft, inbem fit aiiem 
ben ^eg ^eigt, roie mit ber @ttnbe unb bem iobe entgegen fönnen, nnb 
tnbcm fie allein einm »itlU«!^ 2ro^ bem angefochtenen Qkmtffcn barbtclet. 



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75 



Ii. Dir |liitrnu)ct|c ültUrüuniH dee (lt)aiu\diums im Alten ^rllamrnt. 

1)ic 'OJUttcilunf^ be^ (5oangeIiumö im 'ifftcn Tcftrtmfnt er^ültite auf brei; 
fad^e 9Bcife: 1. burc^ btc unmittelbare Cffenbatuni; r^otteö an bie erften 
^Diem'djen im ^i^nrabieic, bem jogenannten lUeoanc^elium (-^iiotenangclium); 
2. burd) bie 'I^cifunruumq bcr CSr Jiuätcr unb ^|>r op ^eten in T^erljeif^unaen 
unb ^eiö)aijuH^t;n; ö. buid^ X'ar|teUuu9 iu^orbtlbern (^j^erjonen^ ^anb: 
hingen unb ©ebräuc^en). 

Tk in btefm oerfd^iebenen SBetfen erfolgten SStttnIttnofn unb Data 
fteQimgcn mm immer ben UmßSnben ber $erfonen unb ben ^^aitniffen 
ber Reiten angepalt, unb lonnen crfk im 2i<$«e b«9 Stetten S^amentt vt^ 
erfannt unb nerftanben mciben, luie man roo^I auft einem Chatten auf 
ben Stävpfx, ber i^n oorauSwicft, ff^Iie|en !ann, aber ben le^tecn erfk 
(^cnau crfcnnt in feiner Grfd^cinung. ©o wirb ttUcs, toaS auf bie (frfdjei: 
nung ßi^vifti im (vleifdj im ^illtcn 'Jeftament hinbeutet, tm i)ieueu Xeftament 
olö Statten be^cidinet. .Hol. 2, 17: 3i.klct)e<s ift ber 6<^tten oon bem^ 
baä ^ufunftig war, aber ber 5tlnper felbft ift in Gljrifto. 

ganjen ^}ieueu Xeftaineni loub ein gro^ca öeiüid)t auf jene i^orl^ei-s 
oetlünbigungen gelegt unb Ijöufig barauf ^ingewiefcn, bo^ „bie Bd)x\fi er« 
füllet ift". g^riftui felbft beruft ft(^ auf bag^ mal oon t^m gefugt ift< 
8ui 84, 44: f&t mul aOeS etfaDt »erben, ma» oon mir gefd^eben im 
®ef e| aRof in ben $ro|i^clcn, unb in ben ^falmen. 

!• M lirfotngclisn te tptvtbiefe. 

9U folc^e^ »erben bie fSorte be^eic^net, »eU^e ®ott )U ber ^d^Iange 
fprail, 1 aXofe 3, 15: ^ »ill gfeinbf(|ofl fe|en fioif^ bir unb bem 
ffieibe, smtfd^en beinem @amen unb i^rem ®amen. S)erfeIbefonbtr 
ben Äopf jertveten/ unb bu wirft i^n in bie e^erfe ftedien. ^en 
äußern Umftänben nad^ iß biefe ^einbfd||aft gunäd}ft ^roifc^en ben '^a^s 
!ommen beS SBeibeS (ben ?[Renfd^cn inSgcmcin^ unb benen ber Sdilnnr^e 
eingetreten, ^a cö ficfj aber bei ber Serfut^ung unb in bem Öenc^t über 
bie erfte oünbe nii^t blcf; um ba§ ^ier, bie (5d()Iange, ^anbelt, fonbcrn 
aucf) um ben, beffen llJerf^euf^ fie roar, um bie Sünbc in bie löelt ^u 
bringen, mu| beffen ^Mad)l utinidjtii luerben, lüciui bie 3ünbe lüiebcr joU 
^tmocggefc^afft roerben. 6o roirb bied 2Qoct ju einer ^r^ei^ung beS i\u 
!&nftigen 6r(öferg, beft 6ci^Iangentreleri. ^n biefem Sinne ^at eA wuSf 
(Swi oufgefalt unb fprai^ bei ber ®eburt i^red erjlen 6o^ne» (befi erften 
^enfil^enfol^nei): ^ ^be ben ÜRann, ben ^erm. (1 Wofe 4, 1.) Sber 
fte täufd^te ftt^; ber crfle ^enfd^cnfo^n rourbc fein ^rldfer, fonbem ein 
BX&rber. ^er oer^ei^ene ^eibedfame ift ber „^enf c^enfo^n", welcher 
ber oon (^ott beftimmten 3^*^ erfc^ien. (^3al. 4, 4: Sllö bie 3cit erfüllet 
lüar, fanbte (^oti feinen 6o^n, geboren oon einem 2ßeibe. 6^riftu§ ^at 
feinen mcnfd^Ii(i^cn Sßatcr, fonbem ift bem Aleifdje nac^ audjd^Ue^lid) eined 
2Scibcä ©of)n (be? ©eibeä eamc). -Mal 1, 18—20. 

^er ^J}Unjd[)en)ol^n (^^riftusi i^at ber od^lange ben jlopf vertreten, b. i. 



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76 



bctt Teufel ft^etiounben unb für bie jthtber Mttft i^m bie SRoi^t 
genommen. 1 ^^o^. Z, 8: Xa^u ift erfc^tenen ber 6o^n Getieft (alt 
Stenf^fol^), boft er bie fflcrfe be9 Xeufdf jcrltöte. — ^er ftampf ^at be« 
gönnen, nne im tpoiabtefe mit ber ^ßa\wfyxa%, fo ond^ in ber 9Bft^ mit 

ber ^erfuc^ung; mdf bem 9lat unb SBillen @otteä, IRot 4, 1: roarb 
3efud oom ©eift in bie 2Büfte geführt, auf ba^ er vom Teufel cerfuc^t 
würbe. — ^cn bretfac^en ''3rnqnff fc^lagt ber 'i'J^en^c^en^o^n ab. ?uf, 1, 13: 
3)a ber Xeufel olle 'Jleriudjung oollenbet Ijatte, toic^ er üon i^m eine ^eit* 
lanp. 3(ber ntd)t für immer. (Sr fämpft nun mit feinen äöerfjcugen, bcn 
^l)aii)aern unb 3d^riftgelef)rtcn , (ijegen bcn OJienfc^enfo^n. ^^o^. 8, 44; 
^^r feib oom ^atet bem Xeufel, unb md^ euerS Saterd l^ufi rooUet i^r 
Ifym, 2)ur(| fte tritt ev in berfelBen ^rm mte in bce crjien Skrfuc^ung 
noö) julebt Ottd^ an ben (9c{reu^igten Iieran. 3Rat. 27, 39: 9ifl btt 
®otte9 @o^n, fo fieig l^emb oom Kveuj. — ffiie gegen bie erfien ^Item 
im ^aiabiefe in ber Ibigen @(|lange, fo finbet 6atan aud^ gegen ben 
^enfc^nfo^n ein SQSerfgeug in ^bad, bem begabten ^ßnger. üiuf. 23, 3: 
60 vm aber ber 6atanad gefahren in ben ^boS, genannt l^fd^ariotl) , ber 
bn mar au§ ber ^a\)l ber 3''?'^^^- i''"^ H''^!^ ^'"^ rebete mit ben 
4>o^enprieftern unb mit ben .l^auptleutcn, nm ci ii)n iDoUe ufacrantroortcn 
(ben ^einben, bie ^s^\um töten fugten, m bie y)än\>c liefern). — 2)ie alte 
©d^longe \}at ben Hknfdienfo^n in bie 5^erfc geftod^en, il)n anS .(Ircuj, in 
ben Xob gebrad^t, übet nidjt ^all; benn er ift öeiiudji allenthalben, 
aber o|ne GAnbe ($ebr. 4, 15), bi§ er mit bem Ie|ten Ktem^ug fprac^: ®S 
tfl ooDfnMu^t. !Damit mar ber 6ieg üBer ben Xeufel errungen unb tro| 
beS ^ferfen fUf^ mar ber alten Sd^Iange ber jtopf vertreten. 

B. Serfnnbignng M toongeliumS bar4 Ser^ei^ungen unb »eilfagntien. 
1. 5Die ScrUnbigung be« (SoangeltumS oor g^rifto jeigt eine ftufen» 
»eife Sntmiitlung. ^e nä^er bie ^ ber ^cffiSung (ommt, je beut* 
lieber unb (eftimmter ntrb biefc^ oom ttreoangeltum im ^rabicfe big 
3N^a unb BJtaleac^i, ben lefften $rop]^eten im Gilten Xeftameni (9lan 
ionn biefen &an% ftc^ burdfi concentrif^e jlreife oerfmnbilblii^cn , oon bem 
»citeften )um engften ge^enb; baS (Sentmm ift (S^riftuS, bie Erfüllung.) 

2. :^n bem Ureoangeltum ^atte 6ott nerl^ei^en, bafi ber @rlöfer 
(wenn auc^ nic^t auf bem gcn)öl)nlic^cn ®ege ^crporgebrat^t, fonbern alä 
ber ©eibpsfamc) au^ ber ^enfdj^fit fommen,. ^JÖi cit ' d] hm roerbe. 
ben folgenbcn l^erljetfiungen werben bte greife, avii benen er 5U erwarten 
ift, immer enger qcfioQen. 

ft) Sem. Unter ben brci gco&en SJöUerjio eigen, m welchen bie Dtenfd): 
l^eit nad^ ber ©ünbflut auöeinanber(^e^t , finb es bic «Semiten, unter 
benen ber Grlbfer crfdjemen \o\l. 1 WiU\c 9, 27 (n. gen. Uberf.): ®ott 
breite ^ap^rt auS unb (®ott) wo^ne in ben ^fltten @emd (ober @ott 
nrirb meit nuu^en bem ^ap\iit unb nii^ »o^en in ben Kütten @emg). 
I>tc« ifl }una<|9 crffim na<^ ber SBcr|ci|ung (Sotlel, 2 ^ofe 29, 44. 45, 



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77 



burd) ba4 Kommen bcr ^mlidjfcit beä ^erm über ber Öunbeälabe in bec 
©tiftd^ütte unb bcm Tempel. (2 'iDioic 40, 34. 35; 1 5^ün. H, 11.) (Sobann 
ift eä erfüllt in bei üijc^emung be€ SoI)neö ©otteiS im S^^Mc^ unter ^örat'l. 
3o^. 1, 14: 2)üö iöort Toarb 5^«'!'^ i^"^ wohnte (mövtix^: ^jeltete", b. i. 
wohnte in ber .s^ütte) unter unä unb rok fQl)en feine .^errlid^feit, eine 
^errlid^teit alö Des emgebornen oo§ne« oom i^ater. Äol. 2, y; ;3" 
Wülnet bie ^üQe ber @oti(|eit leibhaftig, ^ule^t nviib e9 im pc^ften 
IBtan^e erfüllt tt<M| Ut (Snteuertmg ooit Gimmel unb Mc. £>ff6. 21, 
1, 8: 6ie(ye ba, ein« ^fktte (Sottet (ei ben IRenfc^en, unb cv toitb bei i^en 
i9o^nen, iniib |te «»erben fein Sßalü fein, unb er f elb^, ®ott mit i|ncn (i^m« 
manuel), mirb i^r ®ott fein. 

b) Slbra^am. Unter ben femitifct)en Golfern ift ed btö Soll 
l^drael, auä roelrftem ber (^rlofer fommen [oH , tmb fjier ift ber tüiinber: 
bare 3öeg Wotteß, öaB er ntc^t ein beftcticnbcö i^oli fid) evroaMt , lonbern 
(auf bafe fein ^^eiid^ luebtr beö Stammoatetä nod) beä ^l^olfe«; )id; rul)me) 
bem 5lbraIjom unb ber Satdi) ben !3fattf fcfjenft, ba beibe ^oc^beta^t unb 
„efftoibcnen i^eibeö" roaren, unb jo fein auserujal^Ued fid) Id^ufft. 
1 3Rofe 26, 4: ^urc^ beinen (Slbra^amd) 6amen foOen tie SßSXttc auf 
Men gefegnet metbcn. 3unäd|ft ift bot SßoU, bie Slat^fommen Sbraf^amd, 
bev 3M0er bec Scrleilung. Xber fi^lieftK^ wirb bief e erfültt in (S^fto. 
®aL 3, 16: 9hin ift |a bie Srr^luno Xbru^am tmb feinem (Samen }U0et 
fagt. (Sr fpric^t ni^t: bun| bie ©amen, al§ burd^ oiele, fonbern a(d bur^ 
einen, burc^ beinen ©cimcn, roclc^er ift ß^rifhi*. SUat. 1, 1: 3«f"8 G^riftu«, 
ber ba ift ein Soiin TambS, beS Söhnet Slbra^jamS. !DiefeIbe ^er^cifeung 
iDui) bem >3faal unb bem ^'J^ob roieber^olt. 1 ''))?pfe 26, 4 ; 28, u. 2)ie 
SrfüHung ift in ffljrifto. 9ibm. U, 5: 2)ie 33äter, aus weldjen l^^rifluS ^er» 
lommt nad) bem <vleifc^, ber ba ift ®ott über at(f§, ^o^gelobet in @roig!eit. 

c) ^uba. Unter bem SßoiU Z^xad i[t e£> oei otamm ^uba, roel^ien 
®ott belKmmt bttn| ben eegen ^atob«. l !Rofe 49, 10: ^ wirb M 
ßcpter m»n ^u^a ni^t entmenbet meiben {nxd^i meieren), noc^ ein (ber) 
SReifter wn feinen bilK ba| ber ^elb fomme (bift bn| ber !omme, 
bem ed gebü^); unb bemfelben werben bie Hölter an^ongen (unb fein 
tfl ber Öe^orfam ber 3Jölfer). 3)a8 ift erfüUt in Gljrifto. Dffb. 5, 5: 
Sie^e, eg ^at übenounben ber üiöroe, ber ba ift oom ©efd^Iet^t ^uba. 
^efu^ geboren rcurbe, roar J^erobeS, nic^t au§ bem @tamm j^^uba, fonbern 
ein (^bomiter (^Jtac^tomme @faud), Hi}nig ^erufalem. 

d) Danib, ^n bem Stamm ^nia ift eä baä ^auö, bie r^amiUe 
Xaoibö, lüeldje^i C^ott erroä^It. 1 ©am. 16, 6—13. 'II 12: a)er .§err 
fpra(^: 9(uf, unb falbe i^n, benn er ift eä (ben ic^ erroä^U ^abe). Die 
^r^ei|ung, loe^e (Sott bem {Daoib fpätcr giebt (2 @am. 7, 13—14: ^i^ 
will beinen eomen no«^ bir erweden — bem wiO ii^ fein 9leii^ beftdtigen 
— ewigli^; wiO fein Soter fein, unb er foO mein ®o^n fein), ge|t 
junöc^ft auf Salomo, ijt aber fd^lie^Iid^ in i^rem ooQfommenen Sinn erfüllt 
in (S^jto. SRot 2S, 42: SBoft bftnfet eu(| um (S^rtfto? wdS @o^ tfl er? 



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78 



Sie fproc^en: Daoibi. 3Jlat. 1, 1: '^cfuä (5()ii[tuö, ber ba ift ein So^n 
2)at)ib8. 2tp8. 2, 30—32: %li er (^aoili) nun ein ^rop^et wav, unt> 
wu)\te, bnft ifttn ©Ott ccr^cifscn ^atte mit einem @ibe, bap bie JVruc^t [einer 
iicriDcn joUtt üui itineiii otutjl (X^ron) fi^jen, ^)at er es juüor geje^cn, unb 
gerebet tum ^ei Stuferfte^ung ß^rifti. 9tdm. 1, 1— S: DaS SoangeUum 
(SolM, ev )uoor o(rl^et|cn l^ot — , oon fancm @o|ne^ ber geborm 
(genatier: „geiDoiben*) tfft von beut Ganten ^oibs, itad^ brat fß^^ fy^* 
1, 5: (von (S^rifto gilt, baS Oott gefagl ^) !3(d^ iDccbe fein SSater fein unb 
er iDtrb mein @ol^n fein. 

e) 3n biefem engften i^reife, auf tseU^en bie äBetdfagungen aUer foU 
(^enben ^^ropfietfn ficfj bcfrfn^änfen, rocrbcrt rcicber, je nä^cr bic^^ b<r 
füUung Iiciuinuift, ;Tiifi bcjonbere iScftimmunc^en t'^cacbm. 

1. tljnituö )oU n\d)t blofe au8 bem ^aufe 2)qoiD5 fommen, fonbern er 
foU ou(^ in Setf)Icl)em, ber ©tobt 3)ot)ibS, geboren roerben , locnn 
2)üuibö ^}Jad)tommen aud; ni^t me^r bort mol^nen meröm. Üiic^a 5, 1; 
Unb btt Sei(;k^em @p^rata, bie bii flefat (iß unter ben 3^fenben in ^uba, 
out btr fott mir ber tommen, ber in S^roel ^err fei, weU^eS Xudgang oon 
Slnfong itnb oon (Snriglett ^er gcnefen tjt 9Rat 9, 4—6: ^crobeS er« 
forf d^te oon ben Gd^riftgele^den, mo iS^ttflui f oDie geboren »erben. Unb 
fie fochten ju i^m: 3" Set^Ie^em im jübift^en i^onbe. S)enn olfo fte^ 
gefdjdcbcn bur(^ bie ^ropljetcn: Unb bu, 33etl)le^em jc. £uf. 2, 4—7: 
Sojepl) o[ing jur Stabt ^aüib§, bie btt ^ei|t iöetl)le^em, baruin ba^ er oon 
bem ^oufe unb Öefdjlecfjt T^auibö raar, — mit iüiaria, feinem tn'ttrautcn ' 
äÖeibe, — unb fic gcbav il)ven erften So^n. ("Damit biefe i^erljeipunp ev= 
füllt loürbe, mufete nati) ber abttlidien ^öcltreaunuiii^ ber mädititjftc .s^errfdjer 
ouf (Siben ein ÖJcbüt auögti^en ia\\tii unö büö gau^e romijd^e 9le»d| in iöe; 
n)egung fe^en.) 

2. 2)er (Srldfer wirb att @o^n einer reinen ^undfvcttt geboren oerbra. 
SBon biefem So^n ber !3nngfr«tt me^agt 1, 14: 5Dcr ^crr »isb 
eud^ fellil ein j^d^ geben: {tel^e, eine ^j^nngfnttt ift fi^toanger, nnb miib 
einen ©o^n geb&ren^ ben wirb fie l^ei|en Immanuel, "^al 1, 18—23: 
^aria, feine BRtttter^ bem ^o\&^^ oertraut, e^e er fie ^im ^oUe, mar 
f(^roan(ier oon bem .r^eiligcn ©cifi. — 11 nb fie roirb einen Sobn qebären 

ift aber alleö gcfc^eljen, auf ba}; afülfet nnirbe, baö ber .^^err burc^ 
ben ^rop^eten gefaxt \)at, ber ba fprid^t; oiel^e, eine i^w^Sf*'^** — • ^wt. 1, 
27. :n. 34: (5ine .Jungfrau, bie uertraut mar einem ^anne, — 9)laria. 
S\d)t, öu iüit|t )4|iüaugei lueioen — unb einen ^oljn geburen — . 35a 
fprac^ fRorta gn bem Sngel: $Sk foQ bad ^uge^enf ©internal ic^ oon 
fdnem SRanne »ei|. 

Wt biefer Serfilnbigung be« flrop^ten ^efqa le^ bie SetSfagisng 
»itfber auf bie erfle 9kr^ei|ung oon bem 9Bei(e<famen gnrttdF. — 

3. ®cn ©rjo fitem, b. t. ben Stammoätern, )tt meldten im roeiteften 
©inne, au^er Slbra^am, ^faa! unb :^a{ob, ben ©tammoatem bed ©ottedoolted, 
mi(^ bie frikf^eren oon älbam bii '^M^, bie ©tommoäter bed äKenfc()engefd)le(btd, 



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9niBe 19. 



79 



unb baureiferen ©em, unb fpätcr nod) S)amb, ber otammuater beö itönigäs 

1) aufe«, gehören, ^at ÖJott bte^cr^)ci^u^g bei (idöferä gegeben unb biir(^ 
fie ben 3^ri(^en ocrfünbigen loffen. 3!)ic ^^rop^eten, §u roeli^en im weiteren 
3innc aud) iliofe Qol). 5, 46), 6amucl unb "^DüDib ('^(pg. 3, 24; 2, 30) ^t-- 
i}oun, ^aben, c^ctrieben vom ^eiligen (^eift unb in ^(nfnupfung on ifjie ^ciU 
oer^ältniffe, g e lo e i g [ a g t non bcm 5u{ün[tigen @Tlöfev. (etben großen 
^roplletcii ®tia unb iSltfi^ loeb^e feine ©(^rifteti ^tnterlaffen, l^atot biml^ 
t^n 90rUIblii|e fRtd^miUü, %e ffiitnber, genetif agt unb auf t^n genrief cn. 

a) üRof e. S>te erfite SBeidfagung auf ^^riftum burc^ ^enfc^enmunb, oon 
'jjfofe und fibermitielt^ ift merfroürbigenDeife bie eines ^eibnifc^en ^rop^eten/ 
beä Sileam. @r ^at ni<^t aud feinem Eigenen, fonbern roiber äBiQen, ge^ 
jroungen unb nctricben oom ^eiligen ©eifte, ciercbct, al3 er gcbungen war, um 
ääwel ju ^uc^en. 4 3Kofe 24, 17: @ö mirb ein Stern auä S^fo^^ aufgeben 
unb ein ^^v^cv auS ^ärael auffommen. 2)ie @rfüQung lef^rt unä ber «Stern 
ber (gleidjrüüQ tjeibnifd^en) 9Beifen auä bem ^iorgenlanb ('Biat. 2, 2) unb 
bie iöejeidjnung (Sljnfti als Diocgenftem (2 <ßetr. 1, 19; Cffb. 22, 16). 

SRofe felbft ^at von a^riftuS geroeiSfagt, 5 mo\i IS, 15. 18. 19: 
(Einen ^rop^eten, »te inii|, mitb ber bcin ®ott^ bir envecfen ouS bir 
unb bcincn Srfibent; bem foOt i^r 0c|ori|en. — ^ niU meine SBortc in 
feinen 9Runb geben. — 5Die SrffiQung fe^en wir in (S^riflo. 3o|. 6, 14: 

2) er ^rop^ct, ber in bie iBelt fommen foll. Wrf. 9, 7: 2)aö ift mein 
lieber ©o^n, ben foUt i^r ^ören. 9lpg. 3, 23: 9Jlüfe ^ot gefagt ju ben 
^Nütcm: einen ^^ropljeten mie miö) — . ^olf. 7, IG: 'JJieint' i'ehre ift nid)t 
mem, fonbern beS, ber mtc^ gefanbt ^nt. 8, 26: äüaä ic^ pon i^m (bem 
3kter) gehöret ^abc, baä rebe ic^ oor ber SQBelt. 

b) 3ln ben U>falmen. 6S a,\eht eine befonbere Hrt üon ^^^fahnen, 
n^el^e ^iniüeijungen auf (^^viftum entljaUen unb bed^alb meffianifd) 
genannt werben: 1. von (S^rifti ^trfon m^Kmt, ^f. 3. 110. 128; 3. von 
(^^rifti Seiben unb $errli(^leU, $f. 2. 8. le. 28. 68; 3. oon Xuttcettnng 
bes ISvangeHumS, $f. 19. 40. 45. 47. 50. 72. 78. 93. 97. 98. 

e) seile ^rop^eten ^aben auf (E^riftum geroeigfagt tmb in i^ren 
Schriften finb sa^lreid^e, me^r ober weniger beftimmte (birefte ober in« 
birefte) aSeiSfagungen auf i^n entl^alten. £uf. 24, 27: 3efu8 fing an oon 
Wiük unb nllen 1'ioiilioten, unb legte if)nen alle ©dbrtftm (loc^iriftftellen) 
auä, bii' pou t|)m gejagt waren, ^pg. 10, 43: ^iim biejem ^eugen alle 
^ropi)eten. 

1. ^efaja. 3)iefen ^rop^eten l)at wegen femer melen unb beftmunten 
^eidfagungen auf (^i^riftum f4ion ber jtirc^enoater Slugufttnuä ben ,,@Dan^ 
geliften be« SUten Sunbe«" genannt ^ie bebeutenbfien Steden fmb: 
3ef. 7, 14 oom l^^ungfrouenfo^n (9Rat 1, 18. 38. 28; Sut 1^ 37. 31. 34); 

9, 3. 6. 7 oon bem £i4|t in ber ^flcmift unb bem fOnigltilen Itinbe 
(gut. 1, 79; 2uf. 2, 7. 11; ^o^. 3, 16; ®al. 4,4; — ßul 1,32); 3ef. 11, 
1. 2 oon bem 9leig nuS ber äüurjel Sfai mal 2, 23; 12, 17. 18); ^ef. 
40, 3 oon bem ^rUiufer (S^rifH {mL 3, 3.); ^ef. 40, 11 oon bem Birten 



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80 



Qol), 10, IL 12); ^ef. 42, 1—4 von bem fanfimütiqen .Htudn T^Sotted 
(jSlai. 12, 17--21); 53 o^an^, von bem leibenrcu Mtudit f^ioticu, 

bem @rlöfer; ^ier lä|t [id) i^erö für 'i^erö bic tSifuUung im Jitucn 
Üefiamente noc^roeifen. il>. 1 - :3o^. 12, 38; 33. 2 — i^ol). ID, 5; 

3 — md. 9, 12; 3Rat 26, 67; 27, 30. 41; 9}. 4 — 9Xilt 8, 17; 

5 — 1 felr. 8, 24; S. 6 — 1 $etr. 2, 85; 7 — U, 16; 
1, 89; Spg* 8, 38; 93. 8 — Vpg. 8, 33. 35; S. 9 — 3o|. 19, 
38—42; 1 2, 28; 10 SRot. 20, 28; 11 — 1 ^etr. 3, 18; 
8. 12 — m 15, 28; Sut 23, 28. 

2. ^eremia. I^er. 23, 5. 6 von Um ^erni, \m unfre Ocml^igTrit 
ifl, — 1 Äor. 1, 30. 

3. ^efeftel. .(^cf. 34, 23 ooR bem sutca Rieten, — 3o^. 10, 12 
(»örtli(^: 54) 9"*« J&"te) 

4. Daniel. Tian. 0, 25. 26 von ßljriflo bem ^vürftcn (riüdj ber 
äöartegeü ber 70 i^n^f'^^'^djen) — 3txt. 1, 15; 2)an. 7, 13. 14 pom 
3)tenfd)enfo^n, — li»u!. 21, 27; 1, 33. 

5. J^ofea. ^of. 6, 3 öon ber üJiorgeiuöte, — 3, 4. 

6. 3oeI. So. 3, 1—5 HÖH bem ®et|l, ber gefanbt mtb — Zo^. u, 
26; 16, 7; 2, 16. 83. 

7. Xmol. Xm. 9, 11 von bem $ßteber|efjleQee ber serfaQencti ^flite 
^ooib«, — 3(P8. 15, 15. 16. 

8. D&abja. D6. 21 von ber (Errettung auf bem Ocrg ^im, — 
Sttf. 22, 39; STpg. 1, 12. 

9. r^ona. Vn. 2, 1 im ^«aucfje bc« 3üalfifd>e«, — "iJlat 12, 39. 40. 

10. -M\d)a. M. 2, 13 oon b(m :i)ur(()bre(|)eir aU^ $anbe, ^l, 
16, 4. 6; gp^ 4, 8. 

11. ^Q^um. 3tü^. 2, 1 oon bem ^Jriebensboten, — iiuf. 2, 14 (^ynebc 
ouf (Srben); ^o^. 14, 27. 

12. ^ft5attt!. 3, 3 von ber ^rfftOuno ber 3eit vnb bem 
wiffen Arnnmen bes Ser^ct^en, — 9tr!. 1, 15; ®aL 4, 4. 

13. Scp^njo. 3ep^. 3, 9 oon ber fi«intbUc|eii ^rebigt, — S^tt 
3, 4; 3ep^ 3, 15 oon bem $tim% ^draeU, — 3o^. 1, 49. 

14. ^aggoi. $ag. 2, 8 oon ber {Reiben %xof^, — SRoi 5, 4; Xpg. 
8, 39; 10, 44. 45; 11, 18; 13, 48. 

15. ©ac^aria. @a(^. 13, 1 ooti bem offenen Som, — ^ob. 4, 14; 
7, 37. 38. 

16. ^Ulea(^i. Wlal 3, 1 uom (Jngel beä ^uubeS, — ^o^^. 2, 
14— IG; ^:>thx. 8, 6. 8—10; 9, 15 (Ie|tamcnt = S3unbi. 

r. Xarfleflnn« beS (loangelininS biir4 SerbUber in KUen Zeflameiit. 

1 . '^Caö ©oangelium ift o r g c b i Ib et." SCBie bie SJerf ünbigungen ber ^ros 
Preten 3Pciäfaqiinpen auf C^briftuni fmb im %oxt, fo finb e§ auc^ bic '5>orbiIber 
in ^eijonen unb Sad)en ^^^anblungen, (^reigniffen, 9{nftn!tert ober Webraud^en). 
^ie ^orbiUer im %iUn Xeftamrnt [inb 'i^orauöbarjteUungen ^lirifti, unb 



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gntoe 19. 



81 



jroar in einzelnen 309^*^« ^rgleic^ung unb !;J{uöDeututiä uiüiie» im iitdjt 
unb an bec ^anb bed 9}euen Xeftamentd gefd^e^en. (^ie %^p\t borf jebod^ 
nU^ »iDIOfG^ fein ober in Gpiclmi mflaiten.) SGSas im Xttcti 3;e|iameiii 
vmAil^li«! auf Q(npiim ms, tdmm mc miM ben Oette^inigai ober 9n« 
bciitiingcn im SRnien Z^jlamciit. ^etr. 8, 5: SBeU^e bienot bcm Sorbilbe 
«lib bem 6i^attcn ber VimmKf<|en ®ütcr. Stol 2, 17: SSJe^ed ift ber 
Gtj^atten oon bem, baS autflnfüg wwc, aber ber Stdrper felbfl ip in d^lrtfto. 

2. 9Bir unterfd^eibcn perf Önlic^e unb fad^Iit^e ^rbilber. (^er foUcn 
nur bie mii^tigßen m^fffi^rt werben.) 

n) $erfl»n(t<l^e Sorbilber. 

1. 9bam, — 9ttai. 5, 14: ein Stib be«, ber iiiNinftig mtr; 1 flor. 

15, 22: in 5lbam fterben — in G^rifto lebenbtg gemad^t; 47. 49: ber erfle 
unb bec anbere Slbam; bas ^ilb beS irbifd^en unb bod beS !)imiulifd)en. 

2. ^JJJeId)i[ebef, 1 lUo^e 14, 18—20; — .t>ebv. C, 20—7, 4. i^unfte 
ber :iiergleid^ttnfi finb: feine ge^eimniöuoüe Stbftammung unb gonge @rs 
f (Meinung; fein 9iame „König ber (9ered)tigfeit" unb „^bnig wn ©«lern" 
(b. i. $Vriebe); fein 9tmt qIö Mönig unb '•^riefter; jeine @aben örot unb 
%t\n, tv i)t \)ol)tv als ^ibial^ani unb jegnet bie)cn. 

3. !S)faat bei ber Opferung, 1 SRofe 22. fünfte ber ^rgleic^ung: 
er ift ber geliebte unb einzige @oI|n feineft SoM; »ft^rrnb ber bret 2;age 
ber SBonbentng galt er bem Slbra^am al« ein toter; ba9 ®efprfic^ mit 
feinem Sater (3Xat. 26, 39. 42: ^mein Sater !"); er wirb gebunben unb 
aufd ^ol) (1 $tr. 2, 24) gelegt; fein Schweigen nnb feine (hgebung; bai 
ffiort beft ^erm an Slbra^am {di'om. 8, 32). 

4. ^ofepb, 1 ''>)fi?f. :^7— 45. ''^Umftc ber ^ergleicfjung : er ift ber 
iiieblingöjoi)n (bti iHuscinmljlte) feineö ^^aters ; roanbelt im (ä^e^orfam gegen 
benfelben; roirb um beäroillen oon feinen ^fUübern gef)Q6t; empfängt Offen- 
barungen feiner fünftigen ^errlicfjfeit; roivb von jeinen ^luöein, auf ^^ov* 
f(^lag bes i^uba, uerfauft unb ,^um ^Uaueu (^miebrigt; befte^t bie iSer« 
fu(^ung; wirb fälfd)U(i() angetlogt unb o|iie Urteil nnb oetbommt; 
tri^ mit groet äbeU^fttem gufammen, oon benen einer begnobigt nrirb; ift 
im unterirbtfi^en SMn wie im ®rab, nerft^oOen fftr bie Sebenbigen; wirb 
fäß^; genannt beft fianbeg Soter, ber feine Srflber imb bie t^remben (^uben 
unb Reiben) oerforgt mit 9rot, ba| fie leben; nergiebt feinen Srübern 
iüül 23, 34); fein SJort gu feinen «rubern, 1 aUofe 60, 20. 21. 

5. 3Rofe iDirb ^ebr. 3 mit S^rifto nerglid^en. ^untte ber Ser« 

gleic^ung: er roirb af§ neut^eborene<3 ,^?inb nerfolgt; ifl oier^ig ^df^vt in ber 
äüiüfte be5 i'anbts IKitnan; luijvt bQ'5 Isolf Öotteö aus bcm 2)ienft^aufe 
Ägpptenö buid) bas rote Dieer 5toi. 10, 1. 2); t>mä) i^n i|t baö @efe| 
gegeben, ab burc^ beu ^Diittler beä Stilen ^unoeä (^ol^. l, 17; ^ebr. 3,2). 

6. Sofua. fünfte ber ^i>ergleict)ung: fein ^«me (^ofua = ^efus, ein 
^etlunb); er fü^rt baS %^lt ^otte# in baö gelobte jiionb, na(^ Hanaan, 
unb teilt i^nen badfelbe oud. 



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82 



Sroge 19. 



7. S>aDi)», alB bcr ooit (Bott enpS^ttt StSm%; fein unb 9ifiil^; 
fein Sßol! empört ftd^ gegen t^n unb er ge^t über ben 5ttbron (!^o^. 18, 1) 
tn fein Seiben ; bef onbers aber ein Sotbttb auf G^nflnft in feinen SBocten, 

ben meffianifc^en ^^f atmen. 

8. ^ona, ber ^4^Kop^et, »eichen (^i^ftuä {elbft a\& ^rbüb be^eic^net, 
mt. 12, 40. 

b) @ad^li(^e jöorbilber. 

1. 3)ie Opfer, bejonbersi baä Sünbopfer unb baS gro|e äJer* 
fS^nungdopfer. Opfer fmb ^arbringungen beS 3J2«:u]d^cn an (Sott |nr 
&iSlM ober sunt S)ant nnb oerftnnbtlblii^en in beibcn 9^en bie 
9(lrtra0un8 einer &fyuXb; benn KiittiiKilente woSen unb foKen flc ni^ fein, 
^ebr. 10, 3: gef«^^ nur bw4 biefelbcn ein 0ebail^iB (oteber|iotte 
(Erinnerung) ber @ünben. 

2)a3 ©ünbopfer gef(^a^ burd) bag Sc^Iaditen unb Verbrennen eineS 
reinen männlicfien Tiereä o^ne ^e^I. Ter Cpfernbr [e<]tf foinc .^önnt^c auf 
baf 'Tier, ftrtnbilblid^ feine 'Sünbe auf basfelbe ubertragcnb ; bann uuube 
eö Dom ^^ne|ter gebunben unb gefc^lac^tet, ben ^'ob für bie oünbe beö 
^enfcften ftelfüertretmb ^u erleiben, unb fein 5^Iut an ben 9lltar, bie fmn: 
biibli4,i«; otütte öti yegeniüuri (üutky, gejprengt ; ^uU^t lüuvDe es utibranut, 
bomit ber ®tm^ }u ©Ott ouffteige, 2 Wto^ 29, 18. 25. 3 ü^ofe 17, 11: 
Ski Seibct 8eben ift im 9(ute, unb i<^ ^abe cB auf ben Stitar gegeben, 
ba| eure @ee(e bamit 9erf5^ oerbe; benn boi SUut ift bie Sierfft^nung 
fihr boA Seben. $ebr. 9, 32: 0|ne 9liitiierflie|en sefd^ie^t feine SBer^ 
f Öffnung. (6|ri^3 o§ne f^ebl ^ebr. 7, 26; 9, 14; gebunben, ^o^. 'l8, 12; 
fein Slut, 1 l, 7; verbrannt auf bem Slltar bed j^reujed burdd bie 
Sonnenglut oon au^en unb bie uerje^enbe- ^i|e in feinem li^eibe, ^b* 
19, 28; dv^. 5, 2.) 

SBurben burc^ bie Sünbopfer bic ©ünben bcS ©injelnen gefüljnt, \o 
würbe burc^ ben i^o^enpricfter ba3 Opfer am großen 3?crf ö f)ntage für 
bie ©ünben beö ganjen SSoIfe« bargel)ra4)t. (3 ^]}U\t IG; 23; 4 ^loje 29.) 
3o^. 11, 50-^ ; i^chx. 9, 11—28. S^ftuS ift ^o^erpriefter unb Opfer 
)U0(ei(l^. 

2. S)ai 9affab unb bejfen aBi^er^obino, 2 SRofe 12. 1 itor. 5, 7; 
19, 36. eiiriftud tnttpft bie (BtnfeDune beS b^i^oen XbenbmabU an 

baS '?affa^ unb beffen Scbeutung an, «Dlat. 26, 17. 26—29. 

3. Tempel unb ^:priefter tum, $ebr. 5—10; ^o\). 1, 19. 21. 

4. 2)Qg 3JlannQ, 2 aWofe 16, 15, «nb ber 3= eis, weither SBaffer gab, 
2 aJiofe 17, 6, in ber ®üfle. 1 Kor. 10, 3. 4; 3o^. 6, 31—35. 

5. a)ic cl)ernc ©erlange, 4 3Hofe 21, 4—9. — ^o^. 3, 14. 15. 
®ie S(^longe, bos ^3tlb be« f^lut^eS, — C^riftuS roarb ein Jluc^ jur unS, 
Üiul. 3, 13; er^ö^t auf einen ^fa^l, — e^riftu« ouf bem ^ola, 1 ^Jtr. 2, 24; 
ba« gl&ubige Mliden ber ^lange bringt Teilung, — ber Ölaube an 
a^riftum, ben anS Stnu^ in ben ^mntel er^d^ten, (Sribfung, 9Kelt»t0 
wm Serberben, 3, 1^ 



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%tm 83 

III. Die (Erfnlliing im neuen ieHnment. 

1, ^X1 (^^rifto ift alle^ ('l^er^eifeuugen, äBeiäfac|ungcn unb SJorbilber) 
„erfüllt", t>. h. ^ur üoDfommenen Darftetlung gefommen; rooö burd^ bic 
3Beiö[agunLi m ^Wort unb X^at angebeutet max, ift in il^m loirflic^ geroorbcn. 
Dad feeseugi er felbft 'Mat. 1, 15: 2)ie ^eit i[t erfüllet, unb boa 
©otteö ift ^erbeigelommen. £ut. 22, 37: 3Bag von mir gejagt (gemeisfagt) 
ift M ^ot dn (Snbe (lotib min ooSmbd b. u crfftOt). Sut 34, S&— 27: 
Cr fing an omi !Dlofe inib aScn $ropl|eten, unb U^U ifyctm oOe 6(^ftm 
aiiB, bie von gcfagt naren. S. 44: (BS nui| aUeft etftttlt »erben, »oft 
9m wk gefc^rieben ift im ®ef !Rofe8, in ben ^rop^eten unb Hi bcn^falmen. 
3o^.5,46: ^ofe f)ai von mir gefc^vteben. S>ad bezeugen auc^ feine 
älpofiel. ^o^. 1, IT): 2öir I}aben ben gefunben, oon meld^em ÜJiofe im ©efet>, 
unb bie ^^ropficten gef(^riebcn Ijaben, J^efum, ^ofep^S Sobn oon 9tajaretf). 
3Ipq. 3, 18: (»iott aber, mai er burd) ben lUiunb aUer feiner ^irop^eten juoor 
oerfunbtgt l)at, roie G^riftuä leiben foUte, hat eS alfo erfüllet. ?Höm. 1, 1. 
2: 2)aö (^Dungelium Wotte^, lücldjcö er ^uüor uecljei^cn i)a\ öurd; feine ^ro; 
p^ieten in ber ^eiligen Schrift (bcä Sitten ^eftamentö), uon feinem ©o^n. 2Äor. 
l, SO: Xlle (BotteSsSer^eilungen ftnb m i^m, unb fmb Mmm in i^. 

2, ^ otelcn SteKen bei 9lmn X^ameittS bcniftn fi(^ S^riftuS nnb 
feine 9pofteI onibiddlt^ barauf, ba| befHimmte SBeiftfagnngcn in i^m er« 
fOQt fmb, mit bev Semecitong: «.toie gefc^rieben fte|t*, ober »anf ba| bie 
6(1^ erfüllet roürbe." @d möc^en bie roic^tigften ^ier nod^ angeführt werben. 

a) e^riftuä. SJ?at. 21, 16 (^f. 8, 3) — 3)lat. 21, 42 118, 22) 

— 5Jiot 22, 43. 44 {^\. ilü, 1) — £ul. 4, 21 Qc^ 61, 1) — 3io^. 13, 18 
(i^l 41, 10) - 3o^. 15, 25 («|if. 69, 5). 

b) ^ie SJpoftel. Wat. 1, 22 Qef. 7, 14) - mat 2, 15 (2 ^of. 
4, 22; Jpöf. 11, 1) — mat. b, 17 Scf. 53, 4. 5) — ^flt. 12, 17-~21 
(i^ef. 42, 1—4) — 3Kat. 13, 35 (^f. 78, 2) — ^JJtot. 21, 4 (3ad). i», 9) 

— 9lat 27, 35 (^Jf. 22, 19) — ?JW. 16, 28 (^ef. 53, 12) — 3o^. 2, 17 
CPf. 69, 10) — 12,89—41 Oef. 6, 9, 10) — ^o^. 19, 24 (^f. 22, 19) 

— S. 28 ($f. 22, 16) — 36 ($f. 34, 21) — 87 (6ait. 12, 10) 

— Mn- 8r 84-36 110, 1) ~ Slpg. 13, 33 (^f. 2, 7) — «. 47 
(3ef. 42, 6) — 1 Äor. 15, 54 (3ef. 25, 8; $of. 18, 14) — ^r. 2, 6—9 
(«Pf. 8, 5—7) — Oebr. 10, 5—10 (^f. 40, 7-9). 

Wlten iöurtbe tollte bur^ bie ^-Berl^ei^ungen, ^i^eisfagungen itnb 
■iHnbilDcr un ^lu-oblid auf bie Erfüllung bev Wlaubc crroerft unb bie 
J^ofinuiig belebt inerben; ber !;Küdffa[icf mif *iJiWi^iQgung unb (irfüUung, 
welche lefttere nod) nit^t ooUtg ab9e)d}Iüijtu i|t (^ipi^. 3, 21 , foU im 'J^euen 
^unbe bell (Glauben ftärlen unb ba^ .^er^ mit Xroft equUen. 

(t^r ben gemö^nlii^en Unterricht genügt eä, bie Verkeilungen unter 
A nnb B, b unb c, von ben SBeiSfagungen ^ef. 53, von ben perfönlic^en 
Sorbilbem ^faat unb unb oon ben fad^lii^en bie 0|»fer unb bie 

eherne Gi^Iange §eniii|ii3ie(en.) 

6» 



Digitizcü by ^(j^j-j.l'^ 



84 



t^age 20. 



Dom magren (filaubeti. 



** so. tOcrbcn bcnn alle lltcitfl^cn irieberum buvd) «Thirifhilll ftlig/ wie 
fie bind> ir^am finb ucrloven ^vo^^e^;' 

nein: fön^r^Tl aUcin öicjcntgcn , iJie 6wrdi unihn-n (Blaubcii 
il^ni mr^rn rmgciciber, uti6 alle feine X^obltbaten annehmen. 

Gingeleibet eiooerieibt, in ben Seib ^b^ifti eingefügt merben. 

»nno. 9U4t oOc «bamftttiibec »obci bur4 Wfhim felig« fonbcm aUein bie 

Gläubigen. 

Müi gel^oit baju, um butd) o^fum (^l^riltum ieltg loecben^ man üuc4) 
tMifttn QSlUaibm i^m eingeleitet oexbe unb aUe feine SJo^U^oten omi^ine. 



1. %\U ^ienfdjen finb, aU ')iadjfoiniiuMi Stbamö in Sünbe empfangen 
unb geboren unö m htx ^unöe lefacnb, „ocrloren", b. i. Dem (^eric^t 
unb b<r SevbammniS oetfaDen. SHöm. 5, 12: äBie buvc^ einen 3){enf(^en 
bie €ttnbe ift geKontmcn tn bie SBelt, unb bcc ^ob — . S. 18: Sßie mm 
bun^ cineft 6finbe bie ^Mammmi Aber aiU 9Renfij(en getommen 
ifk^ olfo t|l am^ bitn^ ctncB Okici^tififcit bie Sted^tfettigitnn bei £ebeni ttber 
aJDe 1Renfd)en c^efommeti. ^er $unft bet Setgleic^ung liegt nid^t in ber 
iinbefc^ränlten äCuSbe^nung ber „^erbammnid" unb ber „^tec^tfertigung" 
«uf „alle ^Jlcnfd^en" ; fünbcrn barin, ba^ betbeQ von einer %^erfon, jeneS 
»om erften, biefeö oom ^roeitcn "iHbam, ausgeixt, uub bo| in ber iöefc^affen^ 
bei! ber ^J)ienfd)en felbft lein Unterfc^icb bcftel)t. 5v 18 mirb burd^ % 19 
en^an^t: benn (^lcid)njic burc^ cineö DJcnfc^en Ungeljotjam piele Sünber 
getporben jtnb, alju aud^ bur^l eineö (^e^orjam werben viele (^crec^te. 

So Iiiin 1» 9. 18: jm ti bttc4 bot Uftell OMM gefc^e^ ift, baft bie 
6flnbe eincf (Stniigcn ine Oetbonromii ttidfr bbtbd, fo wiib bie Onabe tniilfoni 
|UT ^Rechtfertigung Dieler.' Sampe: mirb boburc^ nictitd anberS angezeigt, aU 
ba| ßbriftus boS i&auot fei aller, bie ba feiig »erben, sleicbmie Slbam h«A ^foswt 
gewcfen ift oUer berer, bte in bie ^^crbammni« fmb flcroten." 

Jiidjt alle 'JJienfd|i'n »oerben felig. 'JJiat. 1, 13. 14: 2)ie ^^foile 
ift roeit, unb ber 2Beg ift breit, ber jur ÜBetbammnift abf&^ret, nnb i^er 
Itnb otele, bie bofouf »onbeUi; unb bie Pforte ift eng, unb bcf SBeg ifl 
iäfuuA, bcc fum fithm f9fyst, unb »enige ftiib i^, bie i^n finbcn. 
SRot. 22, 14: 2^enn oiele |tnb bctufen, aber wenige ftnb auienpfi^Icl. 

8. ^amit roir bem Berberben entriffen unb feiig, b. i. gerettet loerben, 
wad na^ bem Evangelium aOein bur^ G^rifiuBi gef^e^en tann, müffen mir 
mit bicfem in ©emeinfdiaft tommen, rcaö roieber nur möglich ift burc^ ben 
(jilouben an i^n, alä baö von ©ott baju oerorbnete Nüttel, ^o^. '.i, 16. 
36: 3(Ifo l)at C^ott bic iBflt iH'lii'titr ^i^H feinen eintjcbomen ©ofm gab, 
ouf ba^ alle, bie an ü^ii glauben, ind)i luilüieu werben, fonbem baS 
emige £eben ^oben. — äUer an ben ^ol^n glaubt, ber ^ut bai) eniige ^eben. 
9Rtt. 16, 16: 9Ber aber n'i^t glaubet, ber wirb Mtbantmet oeiben. 



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gtage 20. 



85 



8. 3)er @laube tft büJS oon &oil oexoxomu MxtUl, aber er roitp rudjt 
al0 9ebingung geforbcrt, toe^e ber 1SRen\^ au§ eigener jtraft leifteit 
^tte, »0)tt er na4| feiner 6ft9b^afttg!eU (ogl. ju 8) bitn|atK itU^ tut 
ßanbc t^ 01 ba^ m ^r. 20 oiul^ ni^l, ba^ bcr ^Rm\^ bur^ 
bm Otmtbm in 6^|ittm emleibe, b. t. einfüge, fonbent ba| er bun^ beit 
(Blauben t^m eingeletbet werbe, "^ik^ fielet nid^t Doran, ba^ er erjft bte 
9Bo^U§atm 6^ifti nat^ feinem belieben annel^me, fonbem j^uerft, ba^ er 
(5^nfto eingeleibet werbe. 2)er (Staube bc^ic^t [id^ ouf beibeS, bn§ (Sinoer^ 
leibt ivptben in (5^ri|luiii unb boü Xtttie^nten feiner 9Bi)|)U|aten, aber jjebed 
in {einer Drbnung. 

4. ^er Olaube beruht nid^t auf bem fBtllen beS "»IRenf^en uub ift 
nid^t ein 2Berl ober eine X^at beSfclben, [onbern er ift ein ^il^erl öea 
©eifted &otie& in ber ©eele beS 'J)2enf(^en, rooburc^ ber SBille be8 be« 
rufenen SAnberi (eneigt gemacht wirb, (S^riftum ofletn unb ganj al§ 
bie Urfod^ ber Oere(|tig(eil unb DueOe bes fiebeni animte^mcit. 2 SC^eff. 
3, 2: {Der <BIait(e tfl niifyi jebermanni S)tn0. SuL 13, 94: Stele tverben 
hana^ trauten, bfl| fte ^inetnlommen , unb werben eft ni4|t i|un 
töttttcn. ^0^. 3/ 27: (Sin SRenfc^ fann nid^td nelimen, eS werbe i^m 
benn gegeben vom .^tmmcl. '^so^. 3, 8: S)er 3ßtnb bläfet, wo er 
will, — (lifo ift ein jeglicher, ber aii§ bem ÖJcift geboren ift. öpl). 2, 8: 
9lu§ Wnaben feib i^r feiig geworben, burc^ ben öJlauben; unb bttä* 
felbe nicbt auä eu4, (Rottes ©abe tft eö. ^ob. 6, 29: 3)a8 ift 
@otte9 Üjerf, Da^ \l)x an ben glaubet, ben er gejanbt ^at. 

5. S>nr(| ben ©lauben werben wir (S^rifto eingeteibt ober finoer« 
leibt b. i. tn feinen 8eib eingefügt. 86 tft pmMjlft baninier in oerfteljen, 
ba| wir innerliii^, geip^enoetfe, mit feiner ißerfon in bie tnnifille Ocmetn« 
f^oft oerfc^t »cKben^ mb bie %tH%t böoon ift, ba| niir bann an^ wa|re 
®liebci QTi feinem geiftlid^en Seibe ftnb, lueldier ift bie (9emetne ber bin:^ 
i^n ©rlöften unb @el^eiligten. (^ad „eingeleibt werben" weifl aud^ barauf 
f)in, bafe bie ^Üerbtnbung mit S^rifto feine mcd^anifd^e, äu^crlttfic, fonbem 
eine orrjanifcfie, (ebenbige, ift.) Wie au8 bem Stamm ben anf^etüncfifcnen, 
bem iöaum emgeleibten, ^raeigen ber 2eben8faft ^uüromi, unö uni- au^ bem 
^erjen, bem 3KitteIpunft beä menf^It(^en Organismus, pa3 iölut iiiui) bie 
Hbent ben ©liebem bes iieibes alä 2ebend!raft jugefu^rt wirb unb alle 
@i liebet burd^ bie Seinen unb @elen!e gufammenge^alten werben, fo ge^t 
wn $^rifto boi SAen oui nur auf biejenigen, bie i^m eingeleibet finb. 
3ol^ 15, 6: ^ bin ber SBeinftoil, i^ feib bie Sieben; wer in mir 
bleibet unb i<| in i^m, ber bringet viele §fnu^ ®p^. 5, 30: iBtr 
finb (Biteber feines Seibes, oon feinem $Uif4| unb t»on feinem ®e* 
bctne. 4, 15. 16: t>ai ^aupt ift S^riftud; aud welchem ber ganje 
8etb ]|ufnmmen(^eftjqt, imb ein (?5Jtieb om anbern hfinaft, burrf) nffe ®elenfe. 
3ur (Srldutemng „(imLeibensi" lann aud) bae .Htib aus ^Kom. 11, 17 ff 
herangezogen werben, roonad) roilbc ^S^^eige m Den eblcn Clbaum ein^ 
gepfropft werben unb burc^ bie ^iRtttetlung feineö 6af(ed bann auc^ eble 



86 



3frfi4te traoen. (SDiefe %ü bcr ^Sctebluno, ober iitclmel|c Serjftitgimg, &s 

neuenmfl beö Cl&aumd ip ^aite no(^ im Wmgenlanbe gebräud^Iit^.) 

6. (Sbenfo !ann e6 mir burc^ ben oom ^eiligen Qinfi geimrüen ©lauben 
(lffdlpf)PTi , bav, mir G^riftt 5B ol^ 1 1 h et t e n , b. i. '^^erc^ebitrtr^ bcr rünben, 
töcrec^tiöteit unb eroii^co l'cben, anne tarnen; benn ber natürliche üJicnidi 
l^at roebcr ein iUeiftänbniö bofür noc^ £uft ba,?u. 1 Äor. 2, 14: 35er nntürlid)c 
üütftifd) »ernimmt nic^tö oom ©cijie (>;otteö; es ift iljm eine lljoc^eit, 
uiiD lann eä nt4)t ectennen. ^o^. 1, 12; !iÜicoteie li^n aba aufnahmen, 
benen gab er ÜRac^t, ®oiieft Jlinber wtAtn, bie an feinen ftmncn 
gloitben. 9(pg. 26, 18: Xufjutl^un i^re ^ugen, ba^ fte ft(^ befe^ren 

)u empfangen Vergebung bev Sftnben unb bai (Srbe — , buvd^ ben glauben. 

7. mkt aOe» ift ®oIb, wo« ^ItaqjL, »nb nul^ aOcl i|i (Slaube, wo» 
fo genannt ober baffit gegolten oirb. (SS »isb ein oicrfad^ falfi^er 
@laube untcrfd^ieben. 

Der ei nc|ebilbete ober [clbftgemat^te (Glaube. '^1?at. 7, l»1 
(Sä »Derben nic^t alle, bie ju mir frtgcn: ^ert! §err! in bas ^immelreic^ 
fommen. 2 Xim. 3, 5: ba ^aben ben Schein einc§ rjottfcligcn Jpbenä, 
aber [eine Kraft oc^leu(^ncn fie. 2 "Jim. i, 4 : 3ie nierben bie IjfiiLiame 
Sc^re ni6)t Unbeii, ioiibtin nad) il)xm i^üfu-n jid) ^eijiei auflubeu, nac^ bem 
i^ncn bie D^ren juden (tote ed f&r baS ^ki\^ angenehm Ifören ift) unb 
weisen bie D^ten oim bet Sa^r^ett wenben itnb fic^ ben ^fabeln lehren. 

b) {Der ^ i{l 8 r i f e Glaube ober Stop f glmibe, b. t. bie b(o|e g^ftd^tnis« 
madige Xhetgnung ber ^ttoerlflnbigung unb bod b(o|e SBiffcn oon i^r. 
atpg. 26, 27: r^Slaubfl bu, Äönig Stgrippa, ben |Srop|eten? 5^ »ct|, baft 
bu glaubeft. :^a!. 2, 19. ^ic Teufel glauben ei tat/U^, unb gittern. 

c) 2)er 3cit glaube^ b. i. bie 3**f^"^'""'^S 3"^ 2BaI)rI)eit, aber o'^nc 
bttbei beftänbia bleiben, üuf. 8, 13: ^ie nitf bem J^lS, fmb bie, wenn 
fie börcn, neljmen fie baö ^i^ort mit <^reuben an; unb bie ^aben nic^t 
SBurjel, eme ^eit lang glauben fte, unb ju ber ^t'\t ber Slnfet^tung foHen 
fie ab. 6, 66: 58on bem an gingen feiner jünger »iele hinter [x^, unb 
roanbelten nid^t me^r mit i^m. ^ebr. 6, 4 — 6: 2)ie gefd^mectet ^aben baä 
giltige 9Bwt Mottet, unb nri^er abfallen. 

4) 5Der ffiunbergloube, b. i ein Glaube, ber SSunber t|ttt oi^ne ba| 
er ein in ber Siebe bbenbiger iflL 1 Aor. 13, 2: Senn td^ oOen Giräben |8ttc, 
alfo ba| i<| Seige oerfebte, unb ^ätte ber ISiebe nid^t, fo wäre i<| itU^tä. 
!Dlot. 7, 22, 23: ^oben »oir niii^ in beinern Slamen gcroeiSfagt, — 'Teufel 
auifletrieben, — siele X^aten get^an? ^ann »erbe ic^ i^nen befennen: ^ 
^abe eu(!) notf nie crTttnnt, racic^et alle ron mir, ifjr ÜbcUliätpr 

s. JllUin ber roa^re PHaubc ift es, bind) roelc^en mir (^iyhfto 
eingeleibet tuerben unb nllc feine 9öoliUhoten nnntl^men. 

Seifpiele biencn: ber glnubine Zriiadter, £uf. 23, 42. 43; 3(b: 
lel^nung unb Jijiaal^nic ber ©nlabuug im (^ileidjniö oom großen iiibenDinal^l, 
£uf. 14, 16—24 ; ber üRangel bed f^o^^tiili^ai itleibe§ in bem ©leu^nid 
non bcr tönigli(^en ^ot^^eit, 3Rat. 22, 1—14. 



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Stage tu 



87 



9. Oleoianud »Der (Glaube ift eine fo((^e(^abe be^ i^etligen (^eitte .s 
bttt^ »e(4e bec SRenf^« na^bon tt QotM SBUen aitf febua SBottm etlannt 
^ot MB ^qcn boieiit »UQflt unb gteBt Oott Mt iS^, bal or ttrislt^ oQe feiiw 

Sorte gerebet ^abe unb ba| bedroegen ed gut fei, n>ic er gccdiet W', ec l^ätt 
i^n au^ für einen iDaf)ren, aDmdc^tigen (Sott, ber ba trcuhd) TOid unb ßctüQltig 
fonn ifdUen alle«5, roai er ^ußefogt; piebt ®ott alfo ble Ql^xe, unb nebet uidit nn, 
tood in unirec eignen ^J^ei«^^eit unb in allen anbeni Hceatucen baiuibci )eui id^emt. 

•3n bcm ganzen Sott OottH fit^ ba« glOubige ^er» vocneliiitli^ auf bie 
tkcMftung bei ^oangelü, ba^ (Sott, ber tlc^ mi ivm Solet gegeben ^ot, fo Doib 
fcmmcn mit unS in L'iljrifto Deriöf)nct ift, bafi er und unmöglid» etrood jufd()i(fen 
faun, \mi um nidjt ju unferm SBeften bient; unb bofe er un« auS (Snaben ßcrccftt 
ßefprc(^>en ^abe öon aflen unfern Sünben, unb wolle un^ mit feinem ^eilißcn Weift 
im Sag |U 3;ag ^eUigen |um etoigen Seben, auc^ unterbed mit eben berfelben ^raft 
(f^llcit nNmiil er fciiieit 6ol^ii um bcn ^tot oufemctfet iinb but^ »dilie 
er ibm ade ^inge untert^niß {^emad)t ^ot, auf ba& bie |^Q|fitltng be^ ewigen Seben«», 
bie in Der TTnibrbnt unb ''^iiiinaciit (^Dtteft gcgrfliibetr bttc^oirt geioift ttnb lUlbOOfglM^ 
fei, todd)t nimmer m fd)anöen mocftt. 

,^tefe ^ejc^reibung beS (glauben« begreift bed IDlenfddeii gan^eö ^eben, rote 
aS fein tJffim intb Soffen au8 lauterem (Stauben ^b. i. lebigU^i ouä ®Iauben) ^er^ 
lommen unb im Oliuiben befiel mub# meint ei cmbeig Q^ott gcfoOen foD. 
nas in bem ^Briefe an bie Hebräer (11, 6) gefagt wirb: 0^ OUnibcn iH cft 
unmöglich (9on nr^rinen, ni^t oUeiii bie 9ccc<^titui4ttttg an, fonbem aHeft, 

1504 roir untcrnebmen rooücii. 

,cü&unn aber ^eigt bie '-dcjc^reibung bie '^^crföbnung unb befonbere ®nabe ber 
Sedfttfertigung Don Sflnben an, bie in d^rifto umfonft angeboten unb gef(j^entt 
ttiib, »af, »eil CS ung boS Mcfft^le »fttertidie ^ Mtcft angcigt« billig ber 
Qhnmb ift in ®ott, roorouf aUeS, »a6 mit glonbcn ober im iSUmben non (Bot! 
3tt encfirfen hihtn, mu^ gegrünbet fein. 

,(5nbltdj tüitb Qud» bie .f^rilifiiinfi ^um eroigen Xiebcn, bic ber l'^laubc aud) 
in (S^iifto befommt, bni^ugcmgt, lamt ber Seftänbigfeit bii ani (snbe, bie 
Oott att4» burc^ cS^rifhrät geben ttiS. 

•^e Stellen bee S^tift aber« mmät biefe ^ef^teibung obgefafit ift, ünb noi» 
nebmfidb baS 4. ila)rite{ an bie 9l5mer, uom 16. iBer§ an, unb bab 1. AtoHtet an 
bie üp^efec« oom n. Serft an, bü an ba« (^nbe beiber ^iteL' 

^fachbcm in ^r. '^0 feft(:;eficllt ift, bo^ roir nur burd^ maleren (Ülauben 
felig tverben ionnen, IjanDelt ^x. 21 baoon, wie berfelbe befc^affen fein 
mu|, ober non feiner SCrt, unb gfr. 93 unb 33 bonon, »qS ^u glauben 
i% ober non bem ^n^alt bei OldttbcnB. 



^ 2L VOM ifl nMtMrcr ißUaaibti 

€6 tfl niän Allein eine gewiffe tthmtni», babwtdt idb Allee 

für wahr hßltc, wap um (Rott in feinem Wort Jjat geoffenbaret; 

fottbfrn au* ein Iicr5lid)c8 rcrtraiiftt, rüelchr«^ bn ^ictligc (Btift 
^urct)8 igpangcliiim in mir tvtrPcr. nicht alieiii lUK^crn, fcnötm 
aud) mir Tcrgcbung der öurii^en, civigc (ßered)ttgfcit unö 6cligs 



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88 



3Ta0e 21. 



tdt v^n ^ott gefdiettfet fei, ütts kitter dkinbtn, Alldn um öce 
DftMciillea Vrtifti willen* 

Octtt^ — It^cr, vom, feft Sautet <9iiabe =- ni^M att Omibe. 
Xitta». 9er tua^ve <SHaiAe bMt in bcc Mnntitis bcB Sode» OotUt unb 
ber duftimimma itt bcmfelbett, fMote in bem Settcmun oMf bic SRbeilWHI bei 

(SDanoelium^- 

A) SBad muB bem glaube ectcnnen unb fftc loa^c boUen? lUcd, »ad und 
9olt in feinem Sßort bot geoffenbaret. 

b) 9Bie «ttib bai Sertraum befMen fein? .^erjUcb- 

e) fBcr »litt fol^ SerttoiiM? I&er ^ili({e OMfl. 

d) ^oburd) mirft ber i^eittge ®eift ba«$fetbe? 9urd) bo$ ^oonoeHum. 

^Jünrnitf rauf(t bu feft eettrauen? 3)a§ nid^t oQein nnbern, fonbern audf mir 
^^ergebung ber Sünben, eroiao Weretbtißfnt unb Seliflfett öon C^ctt aeicbenfot fci. 

f) IBober tommt ed« &at> btc bieie ^ol)U^aten üou ^ott gejdjentt metben? 
tCtti kmlir <BiMbe« aOein um bei SeibicnfM OftrifH »illeiL 

Sprachgebrauch ttiiterf (Reiben iDtt: etroae glauben unb an (in) 
jemanben dlmibcii; jenes begei^net bas grttnba^r^alten einer @ai^e, biefed 
boS Sectrauen fu einer ^ßerf on. ®tn bU»|e§ ^rwa^lten, »eil ein SRenfd^ 
es gefiifll ^ot ift ein Minber (Blaube; gum oa^ven (Slonben in glUifi^en 
2)tnsett ge^bft vor aUem bie ^rfcntitnis ber SBahrhett ttnb Überzeugung 
oon berfe(ben, loeil ®ott fte geoffenbaret (ertennen unb anerfennen). 
©0 untpr^d^eiben irir mid? im „roo^rcn (Glauben" 1. bie (frlenntniö 
unb Jluual)nic bei c^ottUc^en Jüal^r^ett, baß toit baß glouben, roas unö 
geoffenbaret \\t, unb 2. ba3 Vertrauen (^ott unb bic persönliche ^ i n^ 
ßttbe an i^n, bnft rotr an il^n glauben („in" \\)n unjer Vertrauen fe^cn 
unb „in" ieuie (i^emeinfchaft treten). 

L Her VMiHtt §iwtn ftur getDiffc CrkfMitiiU. 

A. itc (?rfenntnlä. 
1. äBenn tuic un OioU glauben joUen, fo mttffen ruir i^n ald ben niatireit 
@ott ertennen; m§ wir etlennen foQen, müf[en n»tr juoor fennen; wir 
tönnen aber Un «nfti^lbttren ®ott nur iennen lernen unb etlennen, nenn 
et fi4 uns offenbart, b. |. Ittnb t^ut unb gu erfennen gtebt. 0t ^at fid( 
geoffenbort in ber Sd^Spfung. 9l&m. 1, 19. 90: 5Da| man wet|» ba| ein 
&olt fei, ifi iF)ncn offenbar, bcnn @ott hat el t^en geoffenbatl, bamit, 
ba^ @otted unftchtbared Sefen — wirb erfehen an ben Herfen, nämlich ber 
'Scfiöpfunfli ber 2?f!t IHbfr brt^ rotr nic^t nur einen allmächtigen, fonbern 
üud) einen barinljerjigen Oictt tjabon, ber ben Simber feüa ma^i, erfennen 
»Dir nur auö ber Offenbarung in jcinem ©orte unb burch ^efum (Shiiftum, 
feinen eingebomen Bof)n. 2 tim. 3, 15, 16: SBeil bu oon Äinb auf bie 
heilige 6(^rift roeifet, lann bid) biefelbe unttiiüenen jur ©eligEeit, burch 
ben ®Iauben an ©h'^f^'" 3^fum; benn alle Sthnft oon @ott eingegeben — . 
^oh. 9, 35. 36: SBelcher ifi es, auf ba^ ich on ihn glaube. 



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3ca0e 21. 



89 



2. <Snie ,,9eiPtffe''*)(Miintnt9 l^et|t nii^ fo »tc( att «tqienb ettie^ 
fonbem <tne oenaiie, beßimmle^ f efle (Srfonntiiii, mt bte Off(ni«nino ®otlcl 
tR fetmm Sorte om^ eine bciittt4je imb befümmte 2 1, 19: 9Btc 
^abcn (in fcfted prop^etifc^es (unb apoftolif(^ed) Sorl, tinb i^r t^tit ml^l, 
b<i| i^K barauf atfyitL ^o^. 4, 49: 93ir glauben nun ^infort nid)t um 
betner (bce ®etbe<?) ^l^iebe trillfn; mir firt&cn felbft qrhört unb erfonrtt, 
ba^ biffer ifi tt)a^rU((| ^(jrtftuö, ber ^elt ^eiianb. au(^ 10: »enn 
bu etlenneteft — . 

1. ^ec menic^Ii(^e '^erftanb iann buä ^ilBort C^otted buc^ifocid^en unb 
lennen lernen mte jebed anbere $u(^, aber er erlangt nur eine ©denntnis 
na<l^ bem Sud^flaben unb nntb nie von ft^i jelbft o|ne bte Sirlung beft 
^eiligen ®eifte«, }ur <Erfenntoi« bcv ffio|i|eit bobutd^ lommen. 1 Stwc, 2, 14: 
SDer ntttOHu^ SRcnfi^ nemtmmt niilti omn Oet^e QloUeiL S)ut4 bot 
3eugnt$ b(0 ^eiligen ©eiftes !ommen rotr aber p ber Über^ettguno, 
ba| Rottes 9Bort bie 'iSaH^it ifi; itiir roerben (Dottel SBort nid^t bloft er« 
fennen, fpnbcrn eö aud) „fiir rpaljv I) alten", nl«^ bte '??af)rf)ett nner* 
fcnncn, i^m ^^uftimmen unb beifaUen, lüoburd; roir ouc^ üon bcn ,'^njcifeln 
frei werben^ meldte bie ffielt unb baö eigene ^letfc^ gegen baö ©ort f^ktteö 
erregen. 1 füov. 2, 13 : ^Jtid^t mit Slüorttn, tucldje menf^llit^e Söeis^eit (cfjren 
Iann, fonbtiu mit !£^orten^ bte ber ^eilige ^eift rebet. ^o^. 8^ 32: 
merbel bie äBa^r^ett crtennen, unb bte SBa^f^etl wirb tudf frei matten. 
1 3o^. 2, 27: M 6albttn9, bie t|i non i^m (€^rifto) empfangen ^abk 
(bun^ ben Eiligen unb im ÜBort), bleibet bei eui^, nnb bebflffet ni^, 
ba| eiu^ jemonb Ie|cf , fonbem nie eni^ bie Gdbunis allerlei lehret, fo ifl 
et n>atv tutb i|l teine Suge. 

8. $m rca^ren (Glauben gehört mti^, ba| man nid^t blo^ bied unb baS^ 
wci'i einem in (^iottc? 3Bort beliebt, annimmt unb für lüaljr Ijölt, fonbem 
„üUcö", loaö Wott Darin aeoffenbnrct fjdt. Tcv nite reformierte ^runbja^ 
ift: „Ta^ 5^ort, imo bas ganje i&oxi, nnb ntdit'i als bnä ©ort." STpg. 24, 14: 
5^d) (-lii^uluö) qlaiibe allem, tuae^ gejd^riebtMi jte^t im Wefe^ unb in ben 
'i^rop^eten. Xta^u lommt noi^ für und, n>ad gejc^neben fte^t m ben (loan^ 
gelifien unb Spofteln. 

II. Der mnfirp (Slaubr \\[ ein t)cr^ltd)CB ^rriraiifn. 

1. «'D^ic^t allein" — „fonbern micf)", ^amit ift amjebeutct, baft 
ber ma^re (Blaube in @rlenntnis unb ;!Wi t tauen befteht. 'iWit bem 
„nic^t aQetn" wirb bie GrfenntniS nid)t ntinu^ i^cjdjat-t, fonocni nlö ein 
mit bem 3Scrtrauen gleid^ioertigei Ijmijci'telit. ^ugleid; ift aber bamit 
au(^ auggebrüdt^ ba| bie Crienntnid, einfci^liegli(^ ber Stnerfenntnid, allein 
ben RKS^ren Glauben nod^ nit^ oninuu^t; ba| notoenbig baju, bag man 
bte Sa^r^eit erbnnt nnb annimmt, ou^ man an ben 

aBa^e^aftigen im SSertnuien fnl^ ^ingiebi 1 Aor. 13, 9: ®enn ic( 

*) Urftnud in ber lateiniftben Uberfe^ung bed ^atecbismus: „certa notitia." 



Digitizcü by ^(j^j-j.l'^ 



90 



$ia0e 21. 



iDUHtc aQe ©e^etmnijje und alle (^rienntniA, — unb l^aiic bei ^iebe 

€o foeiriii wir jur rechten Qrfenfftiitft unb Snna^me ber geoffoibartcii 
9Ba^r^ aus iiniB felbfl, fonbem nur bur^ ben ^cttiQen <8ci|l lommcR 
Umm, fo Umn auil bttS Sertrauen« isel^el ein ^tt^li^^t, b. l wn 

bergen ge^enbed unb bad gange .^erj erfttUenbeB/ alfo diui^ em «gmiffcS", 
fefted fein mu^, nur bur(| ben ^eiligen @eift in und gcivirÜ roerben. ^teft 
gef(^ic^t fowo^l ^urrf) bic im ^iöorte Wotteö jelbft liegcnbe Äraft beS ^eiligen 
©eiftco aU aud) m öer Grfatjntng (^o^. 7, IT), roeld^e wir unter feiner 
£eitunci madien. „'Jhc^t allein anbern, (onbern owd) mir" — toeift 
baraiif (iiM, i?nB unfer C'«}Iauben§Derf)ä[tm9 Wott ein ner f onlidjeö fein 
mu{^ Du' öuid; ben ^)eili8en (iJeift cjemicfte ^eilecrf enntnis unb J^eiläs 
(tfa^rung bringt und gur J^eilSgeroi^^eit, vodd^t aOctn bem bergen 
M\%tn 9bi^e, ^cbe uiA g^eubigteit giebft im Sc(en unb im Sterben. 

»^ef}U#e# Sertrauen." Stöm. 10, 10: @o man oon ^et)en 
glouH fo wirb man gcre^i ^bc 11^ 1: ^ ifl aber ber ®Iatib€ eine 
gemiffe (fefie) Suoerfid^t beS, bad man hoffet, unb nic^t groeifelt an bem, 
bag man nid^t fielet. 3o|. 20, 29: 6elig fmb, bie nx^i fe^en, unb bod^ 
glauben. 2 5Tcr. 1«: T^k mir nitf^t fe^en auf ba§ Stdjtbare, fonbem auf 
baS Uniidjt bare. — Unter aUcn iüeifpielen beö f^laubenö in ber Ijeili^en 
(Schrift fle^t ooran 3Ibral?ant, ber SSater alter, btc (glauben (!;7ti3m. 1, 11). 
SRöm. 4, 20. 21: Slbrat)am ^luinfcltc nid)t an ber i8crl)eiBung Wottes (bem 
(Joangelium^ ba^ er oon ber oaialj einen oulju beiommen joUte, üla beibe 
faft ^unbertjä^rig roaren) burc^ Unglauben, fonbem mttb flatl im ®Iatt« 
ben ttrib gab 0ott bie iS^tt; unb nm|le aufi allergeroif fefle, ^a%, 
»aS ®ott verteilt, baA tonn er aui| HfymL ^cbr. 11, 17—19: 5Dw4 ^ 
@Iauben oi^fate SBio^am ben 3faa!, ba er verfug moib^ tmb gabba^in 
ben C^ingebornen (b. i, ben einzigen So^n ber Ser^i|tmg), ba er bic 
Uer^ei^ung (bas (roangelium) empfangen ^atte, oon welchem gefagt mar: 
^n ^faaf mirb btr bein @ame ge^ei^en roerben; unb bof^, ©Ott !ann 
auc^ roo^l üon rcn Joten crroccfen. 

b) „fBeU^eö bet .<Sei l ige OJeift in uno mirf et." ^J)iat. 16, 27: J^leifc^ 
unb iBlut ^at bir baö nidit geoffenbaret, fonbcrn mein 3Sater im J^im^ 
mel. 16, 14; 2Beld)et (ber S^bia) t^at ber §err baS ^erg auf, fo 
bog fie barauf ac^t ^atte, wa9 von ^auIuS getebet warb. 1 jtor. 12, 3: Stie* 
manb !ann ^um einen ^errn ^ei^en, o^ne bur«]^ ben ^eiligen ®ei1i 

e) «{Dur^gSoangeUttm." 9l5m.l/16: ^aft QoangeHum ijl eine 
itraft üottil^ feKg {u nuu|en oIc, bie baran glauben. 10, 17: €o Kommt 
ber glaube auS ber ^rebigt, baft^rebigen aber bur^ bad $ßort @ottcg. 

d) ^eilögeroife^cit („an^ mit"). (Sp^. 3, 12: Durt^ mlö^en ntx 
l^aben /^renbigffit unb 3"9ong in aller 3"oerfic^t, bnrd^ ben 
©lau ben an \i)t\. l Iim. 1, Wir tft S^arm^er^igleit mtberfatiren. 
2 ^tm. 1, 12: ^c^ roeiB, an meieren ui; glaube, unb bin gemif;, baf; 
er iann mir meine ^öeilage (bie bereite beigelegte, b. i. bie gefd^enfte Selige 



^ed by doogie 



Srooe 31. 



91 



feit) bcioü^ien bia an jenen Xoß. ^öm. 8, 28: Söir n)i)|en, ba^ benen, 
bte ®ott I^cn, oOe Sättige aum $)eftett Mcnen, bie nai^ htm SBovfa^ 
bmffit fittb. 36. 39: S)emt Mn ge»t|, ba| — (nii^) ma% (latm) 
uns f(|eibeit oon bcr Siebe ®otM, bte in S^riflo ^efu ifl, unferm ^eiin. 
2 ^trt 1, 10: 'Xffiü %lt\^, euent 9eruf unb SrtD&^lttitfl (auf meiere 
bte ISenifung ft(^ grünbet) fepaumad^en, b. ^. berfelben felbft 0Ciot| )tt 
iDCCben unb onbcrn §u bezeugen burc^ einen gottfelicien SKonbel. 

:V Die „^ot}ltI)atcn" (^r. 20) ^oiUi, meU^e mit im mausen 
ÜJlttuben empfangen unb annehmen, finb: 

n) „'Vergebung bcr ©tinbe ii." '^Jlat. 9, 2: Da jejuo iljien (aud> 
bed jlranfen) (glauben \a\^, \pxaö) er bem C^id^tbiud;tgen: ®ei getroft, 
mein 6o^n, beine (Sünben ftnb bir oergeben. 103, 1. 3: Sobe 
ben ^errn, meine 6eele, — bei btt alle beine Sftnben oergiebt, 
un^ feilet aOe beine ®tbtt^tn, 

b) Jimi^t (Seted^tigfeit« 3>an. 9, 24: Sft mtib bie 6finbe au» 
gefiegelt, unb bie ^iffet^at »erfölinet, unb bie eroige fflcrcd^tigf eit ge* 
bratet. 3fpg. 13, 39: aöer an biefen (ß^riftuö) glaubt, ber ifl gerecht. 
@al. 2, 20: '^ä) lebe; boc^ nun ahn nidit td), fonbern (5hnfluä lebet m mir. 
£>enn »as id) jeßt lebe im ^'^^ lebe id) m bem ö lau ben beö 

Co^ned &oüt^, bet mid) geliebet ^at unb fic^ felbft für mi^ bargegeben. 

t'i „Groigc (Sclif^feit." ^ol). 6, 47: 9Ber an mi(^ gtoubt, ber l^at 
buä eiuige ^eben. ^oi^. 10, 28: ^ö) gebe i^nen baa eiuige Seben; 
unb ftc neiben nimmennelir mnloinmen, unb memanb wtsb fie miv «US 
meiner ^anb m|en. ^ol). 12^ 26: SBo i^ (in, foU mein ^enef and^ 
fein. 2 Xim. 4, 7. 8: Glauben (jel^atten; ^infort ijl mit bcts 

gelegt bie 5trone ber @erec^tigtett, »elt^ mir ber an jenem SS^ge, 
ber geredete 9lt(^ter ((5l)rtfhid), geben roirb; ntd^t mir aber aOimi, fonbem 
au^ allen, bie feine @rf(^einung lieb l^aben. 

4. Der (Mntnb, nuf treldhem bie '3HitteiIung biefer '^i^pJiU^ten ©otteS 
benii)t, \\t i. feine Wnabe unb l'. b a § ^Nerbienft Gl)rifti, Damit, ba^ 
eö „au9 laittfr (blo&ev, freier) tiJnabe" unb „allein um beS *J3erbicn[tco 
l^efu C^iiiti jüiUcn" gefd^ie^t, ift jcbeS eigene 3?eitien|i, auü) ein etiuaigcö 
Skrbienft bcö Cyiauben<S felbft, abfolut auögefc^lojfen, unb ift bic Slnerfennung 
biefes t^atfäd|li(^en Ser^ältniffed im narren Glauben mit eingefc^loffen. 

Jäu^ lauter Gnaben." @p^. i, 7: Wtt meli^em mir ^ben bte 
(Srföfung bttn|| fein 8Iut, nftmlt<| bie Ißergebung ber €ftnben, nai^ bem 
9iet<|tum fetner Gnabe. 2, 8: Kug Gnaben feib il^r feiig genorben« buri^ 
ben @lauben; unb baSfelbe nic^t aud euc^, @otted &aht ift ed. 

b) „2(llein um beS ^erbienfted S^rifti miUen." Stöm. 3, 24: 
3Öir rrerbcn o^ne Serbienfl gereift au§ feiner f^^nabc, burd^ bie ör- 
Ibiuuii, fo burc^ (S^riftum "^fftim gcfd)el^cn ift. 2, 9: 'Sli^t aud 
ben äiscrten, auf baf? fic^ n{d]t ]cmanb rü^me. 

5. Taä ^xtl beä Wlauboivj ii't: C5l)rift"'" 9on,3| unb allein in baä 
^er^ aufnehmen unb beftanbig barm behalten. (Sei giebt ein ^ac^atum. 



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92 



6tuf<n b<« (SKottl^iii. Stftm. 1, 17: Xufl ONoiilicit in (Slau^cn. ftol. 1, 11: 
SBat^fet in htt (ErKcnntnÜ ®ottefl. (üp^. 4> 15: Sajfct im« »ai^fen m 
alleit etOtfen an kem^ b«r boi ^oupt t|l, G^riffais. i/i^ 4, 13: 9ü wir 
ein oonfommcnei üftann werben, ber ba fei in bent tRaBe bcS (n>örtli(^:) 
DoUen SlUerS ^^riftt. — @d giebt einen fd^mad^en unb einen {laden 
®Iauben. 6in ft^iroac^er ©loube ift aud^ loa^rer (Glaube, roenn er nur 
fonft retfiter 9{rt ift; ein J^euer ift nicfit gleic^ eine ^eQIobembe "flamme, 
fonocni |an((t oh mit einem ,Jun{lein an. ^f. 9, 24: 3)er ^}ater lies 
befeileiien Hmoeö )d)nc mit X^rdnen unb fprad^: glaube, lieber .*5err, 
^ilf meinem Unglauben. Su!. 17, 5: Xic !^pofteI fpcac^en bem ^ecm: 
Siäxtt und ben ©lauben. ^P^il. 1, 6: ^er in eu(| angefangen 

baB 0ttle 9Berf, bee nmb d aiif| oollffi|Kcn« ^br. 12, 2: Söffet tinft 
ottffe^rn auf ^fnm, ben Xnf&nger unb SoUenbet beft tSIauben«. — 
8on bem \^vm^ ®Iauben tfi abet wo^I m nnlvvfi^ciben ber oemerfKc^ 
jtteinglaube. 9Rat. Ii, 31: O bu Jt(ein0Uubi0er, narum smeifili^ 
buV 2u!. 24, 25: Oi^rX^oren unb trägen .^erjienS ju glauben — . ©inen 
flaricn (Miauben empfing ^auluS. Spfl. 9, 20: i?(lfobalb prebigtc er 
C^llriffum in ben Scbulcn, bnf, berfc(6e (Mottcö Sob»i ^ft; tmb trieb bic 
^u^eii cm (m btc (Suqc, ubetfui)rte iic). unb bcrcä^rte (imes lijncn auä bcr 
<£d)ntt luic^), brt^ biefcr ift ber (iljnft (4^. 22). (lin jlarfer Wlaube ift ber, 
toelt^er 2üclt unb Xob übenoinbet Äpg. 6, 10: Sie öcrmod|tcn nid)t 
^u niiberfte^en ber Seis^^eit unb bem (^eift, auä welchem er (Step^anuä) 
vebete. 1 ^o^. 5, 4: Unfer ®(oube tfl bec ber bie Seit über» 
wunben Ipat. 1 itor. 15, 55: %tlb, mo ift bein Gtat^eU ^bllc, wo ift 
bein6ie9? 5Dtefen fhirten ®Iauben, ben bef^berft bie Stftrt^rer ber erjlen 
S^rtften^ett unb ber SReformationdjett beriefen traben, giebt nur bie ©etoib« 
^eit ber emw^lung in G^rifto. «Krf. 13, 22 : 3lud> bic auöerwö^Iten warben 
(in ber großen Xrübfal) oerfül^rt, fo cä mögtirf) märe. 2 ^tr. 1, 10: Darum 
U(hc 'Brüber, tfnit bcftr mff}r f^Icif^, eure *J^mifiina unb ÖnuQ^Iung feft 

machen (biijclben geroiR .^n nicrrou unb eudi barauf ju ftü^en). Denn 
lüo iljr foI(f)f'3 t^ut, loerbet ifjr nimmermcbr ftraiidicln ; unb alfo roirb euc^ 
teic^Iic^ bacgeboten werben ber (Umgang ^u bem emigen 'Jittö) uii)erS ^erm 
unb l^eilanbed 6^rifti. 

6. {Dem nia(vm (ilmtben bro|en Olef a^ren 9on aSen @eiten, von 
innen wib oon onlen. 

So« innen (oul bem ^f«^, bun^ HtuMtung bei SlcufcH) Imnmt 
ber ^nififeL S)tefer ^at mit bem: ^Sollte ®ott wo^l gefagt ^ben'' ben 
©lauben (^ad juevft erf<^tttlert. ^al. l, : (Et bitte aber im ®Iauben, unb 
^meifle ni*t: bcnn wer bn ^ueifelt, i[t glcid^ wie eine äKccrefiwoge, bie 
oom äBmbe getrieben unb gewebet wirb. 

„.fiilf mir burrfi nl!c '^(f^tTitcnnaMt 
llnb audi öiirdi alle 3d)n)ad)en 
:3n ßlüubißtt iUcrwcgenbrit 
SRit Sieg unb Gegen brc^ f 



uiyiii^ed by 



Scofte «1. 



93 



au^en ift eiS bie 3BeU, loeld^e, im Unglauben unb im 9(bers 
glauben jugleic^ ftedenb, gegen ben ©tauben anftürmt. Sic oerfiäfjnt ben 
roa^ren ÖJlauben aia „Ktnberglauben." 3)er $eiT aber fpvad), JJiat. 
11, 25: preife bid), 5i]ater unb iQtxx §immrlö unb ber tsrbcn, öa^ bu 
folc^eß ben il>cijeii uiit) Mliuien oerborgen J)aft, unb ^a[t eä bcn Unmün* 
bigen geotfenbavet. 'üiaL 18, 3: (fä jci benn, ba^ i^r roerbct (an Einfalt) 
nie bie itinber, [o werbet i^c ni^t in bad .^immelreic^ {ommen. — ^er 
mi^Ke ©louBe nÄcrffaette ber „9(uf tUrung*. 5Da0 fagen bie, i»im »etilen 
bie 6(^rift fo^t ba| ^i^r Skrftanb oerfinftert ift ^ buc^ bie llinoiffeRl^eii, 
bie in i^nen ift buf^ bie 8{tnb|cit i^ ^eiaeni" 4, 16); bie «ttit> 
gUttbigcn, bei vMfm ber ®ott biefer Seit bie @iime oerblenbet f^at, ba^ 
fie nidit fif)cn ba^ ^eOeSi(^ bed @vangelii oon ber 5tlar^t G^rifti (welche 
bie»a^ Slufflarung rotrft), melc^er ift baS @benbtlb &oiU%" (2 ^or. 
4, 4). — 1?er TttnFjre C^IIaube foU ftd^ mit ber „39ilbung" nic^t t>e\1rn(^en. 
^ann il'i eben bie Öilbung eine falfc^e, Unb ]o ift eä aitd?; ^a'i, roaö bie 
äüelt gemeinhin „Silbung" nennt, ift blo| auf baS '^rbiidje, Uiblic^ unb 
getftig, geriditct unb laut toag .P»erj leer, „^un aber ipiei^dt [icfj in unS 
aUtn beö ^errn MlaitjieU, mit aufgebcdtem iüiigeitdjit , unb imx lueiben uer: 
Hart in badfelbe Silb, von einer Jtlar^ }u ber anbem, ali vom ^«xxn, 
ber bee Oeift ift." (2 Itor. 3, 18.) ^ bni Silb ^^rifti, n>el(^er baft 
tbenbilb OeM tit mlUrt werben, baft ifl bie ^di^lle ^ilbnne. — 
S)er fNil^ Oliwle vcrffai|e tc|en ben »Beiteeifl.* Sktf ber Ic^tere tfl, 
^at ein ^rof^^et ber tBelt (@oet^e) treffenb gefagt: »föaS i^i ben @eift ber 
Reiten ^i^t. — bad ift im @runb ber Herren eigner Q^eiü" 2)icfer ^^it:: 
geift" roec^felt mit ben 2cuten unb ben Qnttn. 9Bir ober rid^ten un^ nadj 
„bem ^erm, ber ber öieift ift" (2 Äor. 3, 18) unb »on »el^jem bie 6<^rift 
fogt: „!Sefud (E^riftus^, geftem unb Ijeuti unb md) in ®n)igfeit berfelbe" 
(fyebr. 13, 8). ÄoL 3, 20: llnfer iiJanbel (?3ürgerrec^t) iji im Gimmel, 
iüiv leben m einem „unbetueglidjen SRteid)e." (§cbr. 12, 28.) 

^an barf fic^ bur(| ntc^tB in ber 2BeIt an bem toa^ren C^ilnuben 
ine ober nmi bemfelben abf (Reifen (offen. 3»ingli fagt: ,3{it 
fftnilcn, ift ber bcfle ^^if<^.* ^ 6(^nft »arnt nnb mo^nt. 2 $tr. 
3, 17: 3^ ober, meine Sieben, «cnpa^ret ett($, ba| i^r niä^t, bnr<^ 
tum ber nid^lofen £eute, fomt i^nen oerfft^ oeibet nnb entfallet ani 
enrer eigenen t^eftung. 1 %im. 1, 18. 19: 3)ied @ebot befehle ic^ bir, 
mein 6ot)n ^imot^euö, ba^ bu eine gute Stitterf (baf t übeft, unb 
hnbeft ben (Glauben tmb ein gutes öeroiffen, rpeldbe^ ettif{)e üoii fic^ geflogen 
unb am ÖJlauben Bä)\^bxuä) gelitten l)aben. — äöir l)abtn allein feften 
@runb unter ben %ü^cn, bie anbem nic^t. ^^oh. i, 22: ;^ljr roiffet mc^t, 
wad i^r anbetet; rair roiffen aber, roaä mir anboten, .^ebr. 10, .39: ©ir 
fuib nii^t oon benen, bte bu luetd^cn unb uabantiiu toerben, fonbem oon 
benen, bie ba gUnben nnb bie €ee(e retten. 6pr. 18, lO: 2) er 9lame 
bee ^er rn ifl ein feM ®<^loft; ber Qku^ l&uft ba^in unb »itb be> 
formet itnifer fß'tX^tlm i. non ^entf^Uinb (f 9. 9Rar} 18B6) ^at auf 
feinem 6tcvbebett befonnt: »^er4)crr ^ mir mit feinem Atomen geholfen." 



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94 



Selig, ia fedn Hf ber nennen, 

Seldjcr uom (SUiuben fi^) nidjis lüM trennen, 
Unb ^offt getroji ouf defum (S^rtfl. 
IBcr bicfcn fcmt iiim Seiftiuib 
BUnbet am elften 9tat iinb t^t 



* n. tD«f ifl fiitcn Cbri(lfii not )tt §ltmbtn1 

TlütB, WM un0 im (EvAtinelto verbrt^en wirb; ivcldica une 
b'ic -Itrufcl unfrr? aUgctTiciiicn/ un^esweifelteii (^^licbeti <ßlAttbrn0 

in einer t5umma Irbren. 

^Jfnt nötifl. ilrtilel (ein ®Ueb) = Stüd, teil. llniV'im'ifelt = wo« 
au^er aUem Zweifel M. (i)laube (^ier) — ©laubeneMenntnid. Summa 
futjer 3nbeßrijf. 

ttntn. <Stncn (S^rifken ifl not lu gtoubcn oOen 9n^ei|un0cn beft (SDanofttiml. 
Wo roerben bicfetben (urj iufamiilflHirfaftt? 3n ben ttftUebt bcft oOgenKinin 
<!^nftUc^en (dlatt(enibebnntnif[eft. 

1. S)(r nm^re d^Umbc giinbet ft4i auf bie Serl^ei^ungen beS 
SoangcltumS unb ^at biefelben ju feinem @egenftanb ober ^n^alt 
Gnaft ju glauben not i^). Up^ U: S)«A beCenne aber btt, ba^ i(| 
noi^ biefem SBege (bcm ^ri|Uiil^ (Slottben), bcn Ite eine €clle l^ci^en, biene 
alfo bem ®ott metner '^öter, ba| ic^ glaube allem, ma^ gefc^rieben ftei^et 
im ©efe^ unb in ben ^Prop^eten (baju für un8 in ben ©oangeliften unb 
Hrpfteln). 3o[). 3, 33: 2ßer e§ (baS 3eu9niS beS Söhnet 03otte§) an-. 
nimmt, bei- uerfiegclt (befräftigt e«, befennt), ba& f^iou iüat)v^aftig fei. 

2. ^aä C5üangelium ober Das 5Bort @otted ift haljev bie einzige 
lKid)tfd)nur unferst (^Hauben^. '^el 'M), 21: ^Dieö ift ber 2öeg, 
benjelben ödjtt, \on\i JDcbei ^ut ^iediten iiqc^ jur iiinlen. 5 3Kofe 28, 14: 
^ai bu ni^t wei(^e{l von irgenb einem äBort, bad td^ eu^ ^eute 
flebiete, meber pu Stedten no<^ snr Stn!en. {Damit fmb auögefc^loffen aUe 
@a|un0cn unb gfOnbUtn ber Witn\^tn, miäf bte fogcnanntcn mflnblic^en 
nberliefenrnden ber 9()MifleL IDaB «.aOgemetne (Slonbenftbefenntnifi'' fle|t 
ba^er audi ber ^eiligen @<^rift nid^t gleich, fonbem enthält nur eine 
^ufammenfteUung ber nm^tigfften ^etttt^otfat^en unb ^Uie^ren aus ber 
^eiligen S(^rift. 

3. ©in f^Haubenöbef enntnid tüirb auc^ „3i)mbolum" genannt, roas 
bte l^ofung bebeutet, looran fid) bie @olbaten ertennnv ober ein i^elb^eK^en 
(i^aline), um ttielt^e pe [id] fammeln. 

4. „21 Hg e mein' l;ei|jl eö, löeil cö üU öae ältefte C^laubendbeieantniä 
9on aUen (^riftlic^en ^irc^en angenommen mirb unb ein ^anb ^roifc^en 
benfelben bilbct. 

5. «UngeaioetfeU/ b. u au|er allem ^etfel fle(|eiib, meil feine 
SIftifel fi^ auf bte ^eilige ®f|rift grünben. 



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9c0O( SS* 



95 



6. „(S^rifilit^" wirb eft genannt, roeti el bte @runbU|ven M li^nfl» 
lidien Glaubend entl^ält, o^ne beten Slnecfenmmo tetner auf ben Stamen 
eineä (5f)nften ^fn^pnidi mnd}cn fann. 

7. (Jä löirb aud} noä) „Daä apo[toUfd^e" (baä iüpoftoUcum) genannt. 
3)tcfen 9?amen l)Qt e§ ba^er, loeil man in ber Äird)e tmr ber ^Kefoimotion 
annahm unb l?eute no{^ in ber jtir^jie aufur Der 9{eforuuuinit (ber römifc^en 
unb öiiedjudjen) annimmt, badfelbe fei von öen 'iipoiteln üeifajii, tije fie 
oon ^erufalem in aUe Seit auäeinonber gingen. ^aS ift eine unbegrünbete 
Gage 1)er Jtiite(|ilsniiS ^ banint mit gutem iBebai^ biefe ^ejeic^nung 
nt^ aufgenommen, um bamit feine SScnoirrung anjuric^en. SRaii fömite 
baft Mmnimft infofem ihn| „opoftolifii^'' nennen, neil^ menn H mu^ m4|t 
oon ben 9[pofteIn uerfa^t ift, feine Xrtifel bo(^ in bcn S(^ften berfetben 
begfftnbet ftnb. @d i^ in ben erflen d^riftlic^en ^^^^^^^nberten entftanben, 
unb imav bucd) bie aIIm(iF)lid)e Gnueitcrung ber Xaufformel (3Jiot. 28, 19) 
ober ber ?fntn)orten auf bie ^^auffragen, bem jogenannten Taufbefenntniä. 
('Km ipati'iten, im 0. -7. viöl)r()"nbert, ift ber iJlrtilel „abgeftiegen juv .nöllc" 
l^insuL^cfugt roorben.) 2)iefeö 'äefenntnis, iwie eö auda nnfre alten beutjdjen 
5i5orfüt)ren bei iJ)rer 2aufe abgelegt ^aben, lautete: iyta^e, „üJIaubft bu in 
@ott ben allmäd)tigen '^ater 'i älntiDort. i^c^ glaube in @ott ben aUmocIitigen 
SSoter« — $r. ^©laubfl bu in S^riftum, (Sotteft eofjn?" lintw. „^(^ 
glaube in Q^fhim, ®otSeft Go^" — ^r. «(Blottbft bu in bcn i^eiligen 
QIcilIf'' atnt». glaube in ben ^ligen &et%*' 

8. 5Dag ©UubenSbetenntnii ttttferer reformierten Aird^t tu 
Xeutf(^lanb ift augerbem ber ^fölier ober ^eibelberger ilatec^ig« 
m u d. ^ie reformierten j^ir^ien in anbem Sänbem ^aben i^re eigenen 93c« 
tcnntniffe, iüclcl)e aber mit unferm Äatfdf)i«?nni'^ (\(\nj^ übereinftimmen, rote 
bicft'r üudj auf bem reformierten ,^on^tl Torbrecf)t (lG18i üon allen 
Ukvivetem ber oerfc^iebenen cefoniuerten Üiri^en anertannt roorben ift. 



Dou itx ^eiligen Dreieiniskcit. 



23. Wit laiittn blcfelben^ 

jd) gUubr in (1) (Den Puter, &cn Uüm^doü^tn, 'ödi^^fn 
Winande unb ttt Ctten. 

Unb in (2) 2ffwn ^Mftvim, feinen ein0ebortirn Soj^n^ unfern 
^crrn, (3) 6er empfangen ifi von 6em ^eiligen (ßeifl, geboren an0 
VTTaria der 3wngfi*a«/ (4) gelitten unter pctttio pilato, gePreu5iget, 
gcftorben iwb begraben, abgeftiegen ber -f^5Uc, (5^ am örirten 
läge wuiJcr aufcritanöen von öcn icicn, ^.u, aufgcfabren gen oim= 
ml, ftQet 5ur Xcd^tcn <0one0, ^e9 tfUmüMgm IDatere, (7) pon bans 
nen er Fommen tt>ir6, 5u rid)ten bit €cben6tgen unb bit Coten« 

3d) giAttbe in (S) bm Eiligen (btift, (9) eine Eilige aU« 



96 



gemeine dnifttidic "Rirchr, bk (Btnuinfdtiaft ber ^eiligen, (10) Per? 
gebung 5cr 6änöen, (11) Uufcrflcü^ung 6c0 Slcifcbc», unfr (1^) ein 
ewigee Ceben. 

^iefelben = öu' ilrtitci bcä c^ciiUic^m (Glaubend. 



* U, XOU warben «rtiNl «li||(Seilctf 

3n 6rci Ceile: IDer erfte ifl von (ßon btm Vattt, unb unferrr 

6cb6pfung. )Dcr anfccrr i^on (ßctt 6em Öo^^n, unb unferer «Jr; 
I5fung. lütx britu pon (Etott bcm 6(iii0cii ^ci^, unb unferer 
^iligung. 

= ^anbelt. S(^>ö|»iung = erjc^anunö. Xer anbcre ^meite. 

UnttD. Xie Urtitel beö ©UuiflciKbefeniitnined »erben in brei Xeik uiigcieiit. 

a) ScU^ i|l bet ecHe? «fit Mm Oott bem Vttter vnb itnfm 
6MfHng ober 6rf4)affune. 

t>) ifi ^ra inpeite? ^ upeite ift bon (Sott bau unb iinfwr 

6rlöjuna- 

c) ^Ic^e« ift ber britte? %€t briUe tft oon <dott bem ^eiUgen ®eift unb 
imfrer Heiligung. 



1. ^oiB 9ctemitnU roirb eingeteilt in 12 3(rtifel unb btefe nmlien, 
nad^ i^rer Bu^ttmRicnge^bngfeit, roieber abgeteilt in 3 Xeile. 

2. ^ie Slbtcilung sefd^ie^t md) ben barin bcfannten brei 'ip er fönen 
fcc? qöttlidien äöefenS (^Wat. '28, !9), unb ei werben S^gl^c^ biejeni^en 
il'tid bejeic^net, rocldje jeber einzelnen '^^erfon befonberÄ juge[c^rieben ober 
bet^ek^t loerben. 3)ieö gej(^iel)t aber nic^t in bem ©inne, «18 ob jebe ber 
brci ^^erfonen beä einigen göttli^en äßefene» für fid) au^jdjUe^Uc^ bag geioirtt 
^abe. ^ie 3Uevte ber ^eiligen ^reieinigtcit jinb oielmel^r ebenfo untrennbar, 
nie biefe felbft, tmb ibisb biefe Unterfd^eibung nur gemad^t ber beutlic^en 
9tiBeinanberfe|ung unb <SrI8uterung ber eingelnen IBevte wegen unb ba in 
iebem berfelbcn eine ^krf«n in ber Offenbarung (ef^nbexft ^erobctritt. 

8. OJott ber $ater l^at und (unb bie ganae SBelft) erf^affen 
(1 h 1) — t>ur(§ ben ©o^n (1 9Jlofe 1, 3; 3o^. 1, 1-9. 14; AoL 
1, lü) in @emeinfrf)aft mit bem ^eiligen ®eift (1 SJlofe 1, 2). 

(iiott ber Soljn \)at und crlöfet (1 Tim. 2, 6) — gefanbt oom 
Sttter Qoi). :K 16; ÖJal. 4, 4) ~ im mh(\?n @eift (^o^. 1, 32). 

®ott ber J^eilifle {Üeift ^ciliiU uns (roirlt unfre .v^tüu^uufl b. i. 
erneuauuö, 2 X^eif. 2, 13) — gejanbt öom SBater (^o^. 14, lü. i7) unb 
vom 8o^n (^o^. 16, 7). 



* tb, ^tcivcil nut: ein einig göttlich YDefen iü, warum nenneft bu brei: 
bctt VMtK, &0fyn unb ^^etligen (Bti^i ^ 

^aruni/ ta$ ffcb <09tt alfo iti fcinrm tPort geoffrniMrer hAt, 
bA# biefe brei untcrfibieMfdie Perfonen ber einige« xoaffthfiftiqt, 
tvi$$t <0ptr fmb. 



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97 



Unteri c^ieblid) = unterfc^ieben. SBabrh artig — \w\)x, loirflicf». 

Itntio. i|t ein dnig göttU^ SOefen, unü Drei 4>£cfonen; ^iiaUt, ool^ii uiit» 
^eiliger ®eift, loeldje loa^^r^aftig unterft^irben imk M jugleu^ bec einige ewige 
Oott finb. 

Santm gtaHBÜ bu biefc«? Xantm, ba| - 90tt finb. 



I. Dae niiigf ciöttli(t)( IDefrn in 5rn yrr^onrn. 

1. T>n^ ii'ovt „breieinig'% „Dveieinigfeit" fommt in ber ^eiligen 
Scf^rift nid;t uor unö aud) ber ^fated)iämu^ oermeibet eä mid; feinem rein 
bibtifd^en G^arafter, basfelbe gebrauchen; abci cö ift ein fui^cv än^-- 
brud für bie xodäfe au(^ ber Katec^idtnud auf gninb ber göttlichen 

Offenbarung im 9Biirte otS bte (Srunble^e bcft (^riftltc^en (Bloubcnft ^ter 
auffteOt IM ®ort ift entflmbeit tit bot Se^rUmiifcn bev erficn ^A^r* 
Hunberte, in wd^m bie 9Ba||r^ ber ^ripd^en £€|<< gegen bie :3rv(e|Kr 
ocrteibic^t werben mu^te. %>o§i fog. 9t^anafianif4|e @9m(oIttm fajit 
bae ^Xefultat in folgenben 3a^en ^ufummen : 

,%\ei ift ber r<^'±u diriftli^e (s^laube, baf> mir einen einigen ®oU in btei ^er^ 
fönen, unb hrei i^erjonen in einifler (Gottheit Jit ii. 

,Unü mt^t o\t ^rfonen ineinanbcc mengen, nod) ba4 göttlic^^e ^iliefen lertrennen. 

,9lne onbece $cTfon iH ber 9ater, eine onbece ber 6obn, ehw onbere ber $ei« 
lite Ocifk 

„^er ber 'I^ater unb ber ®obn unb ber ^eittQe QMÜ ift ein einiger Ootl, 
glei<t| in ber .öerrlidjfeit, fllcic^ in ewiflcr Wajeftät. 

.Selcbetlei ber '-Bater ift, fol^eriei ift ber 6obn, fol^etM ifi aut^ ber 1^« 
lige @eift. 

Itoter ifk nl^t gef^Kiffen, ber 6o^n ifl nUbt flcfMcn« bei fettige <Biifl 
ifl nW gefdbaffen. 

,t)er Qater ifi tmcnne^i^ ber @obn i^ unermcftti^« ber |>cUige Okift ifl un« 
crmellicb. 

^Der ^ater i\t miQ, bei So^n i|t eroig, ber i&eitige (Seift i|t enig. 

»Unb ftnb bo(^ ni<bt brei Qtaüqt, fonbem e« ift ein 6roiger. 

»OleMlwie owb ni^bt brei Ungefcbnffene, no4» brei Itnermclliibe. fonbem H 
Ifk ein lbigef4)affener unb e i n Unerme^Iid^er. 

MSo auib, ber Satcr ift oUm&d^tig, ber @obn ift oUrnjUbtifl» ber ^(ige (Seift 
ift aUmäd^tiß- 

.Unb finb hoä) nidit Drei Allmächtige, a ijt ein 'ilUmac^ttger. 
•Utfo, ber Sater ijl Oolt, ber 6obn ift ®ott, bei ^eilige (Seift ift (S^ott. 
,UiA fmb bo4 niÄt Vrei OlStter, finibem cft ift ein <9olt. 
.Wfb, ber fkiter ift ber |krr, ber 6obn ijl ber ber ^lige 9eifi ifl 
ber ^err. 

.Unb bod) fmb nid>t brei .?)erren, fonbem e^ ift ein .'nerr. 

.Xcnn gleic^uiic mir niunen, naä) d^rijtlic^er :iöai)ri)eit, eine jegliche 4^erjon fttr 
fi^ 0ott nnb ^erm bcfennen: 

,Wfo Ntamen mir im ^ftU^cn dtonben ni^t bret ON^Her bber brei Herren 
nennen. 

.Ter 'Saier iit \m\ niemanb n»d)er gemaibt, nocb gcfcbaffen, nocb geboren. 



Digitizcü by ^(j^j-j.l'^ 



98 



.Xti coljntii aUeiii Domi^ater, nit^t gemäd^t, m6i getd)ai|en, (onbecn gebo r en. 

»^r ^eilifle Odfl .ijl iioitt Salct unb Gol^n, ntc^t gemai^t, itU^t ocf^affen« 
nl^t geboren, fonbetn auSgebe nb. 

,60 ift nun ein Sater, ni(^t brei Säter, ein @o^iu ni^t bcet @5^iM« 
ein Seifiger (^eiff, nicht brei .t)eiUof ffldftcr. 

.Unb unter bieien brei ^erfonen t)t teine bie (eine bie le^te, teine bie 
grö^e, teine bie tleinfte. 

»6onbem oUe btei Vetfonen üiii» miteHtanbcr gld^ mis, glei^ po|. 

/iluf bo| alfo^ »ie gefogt iH, krei ^erfoncn in cinci Qtoitl^eit, unb ein 
®0U in brei '13crfonen necl)rt rocrbc' 

'iiuö) bad lateinif(be ^itBort „^erfon" {ommt nic^t audbVücfhc^ in ber 
B6)x\^t r>ov, aber ein 9lu§brucf (.^cbr. l, '^r ba6 (^bcnbilb feinet SöejenS), 
raelc^cr ba?;felbe bnaiit. Unter ^Iscrfon oerfte^t man ein fclbftbewu^te^ unb 
fclb)tanDi9t'ö ilBeJen, bay uus> eigener ^JJiac^t üon fid} faßcn fann. C£@i 

ift felbftoerftänbIi(^, ba^ biefe menfc^Iidie ätuäbrud&iuetfe füi ^eftinitnuui^cn 
beS gSttl«^ 9Befm9 eine ntangeU^afte ift, nrie aiMl|^ (Bott felbft nid^t 
definiert (begrenzt, begrifflich bargefteUt) vnnAm tarn, vml er mibegreiqt 
ift, unb i|n 00019 begreifen 6ber t»ie ®^mUn mtfecft S)cnIlMrm5gciiS 
^tnatiSge^ ®9tt moffnü im Tuntel (1 Jtdn. 8, 12) uiib Mt roo^net 
in einem Sickte, ba niemanb ^ufommen faitn (1 Xim. Iß), läuft auf 
eines ^inatt^, nämlit^ bofe ©otte« äßcfen unerforfd)Iicl) ift für bcn ^^Jenfdien 
unb biefer tl^n mir foroeit erfennen fann, alä Wott )td) iF)ni mll offenbaren. 

2. ^en unfid)t baren C^jott tonnen mir nur erfennen au$ [einen 
Offenbarungen. ($8 giebt brei Offcnbarunflsjoeifen 05ottc§: 

a. 3)ie 6(f|öpfun(^. ^Möm. 1,19—20: Xafe mau iühb, ba^ ©ott 
jei, ift i^nen (aDen ^ijunid^eu) offenbar; bcnn (Sott l)at es i^neu gcoffen* 
bort, bomit, ba^ ©otteftunfid^tbarefiSBefen, bad ift feine ewige itraft 
vnb ®olt^eit, wirb erfc^en, fo mon beg »o^immt an beit ^ksUn, 
tiSm(t(^ an ber 6(|dpfnng ber SSeli ^br. 3, 4: <^n jegli^ei^ ^oui 
loisb 9on jemanb bereitet, ber aber aOeft bereitet, bag ift @ott. 

b. 2)0 8 ©cmiffcn. mm. 2, 14. 15: 3)ic Reiben (alfo aUe a)lenf^ 
von ^atur), bic bas ©efe^ ni^t ^abcn, unb 'ooö) von 9lotur t^un be« ©c* 
fe^cö Werl, btrocifen, bed C^kfene^ 3Ö«rf [ei befd^rieben in i^ren $er)en, 
fintemal (»^emiffen fte bezeuget. 

c. 5lu§ ber Scftöpfunq fann im aüqcnicinen cttannt werben, bay Wott 
fei unD bu]^ er allinadjug uud üUiiicn\' ift; au8 bcm ©croiffen, ba^ emen 
^eiligen unb geteilten (üott giebt, ii>cld;ci buö ^iöfc l;ü^t unb ftroft. 2tber 
weiter fü()ren biefe (Srlenntnidwege nicbt 9htr bie Offenbarung im 9Bort 
Ofottefl b. t. in ber ^eiligen @(i;rift lä|t mm, fowett eS fär !Dlc»f(|en 
ntdglid^ ift (2 SRofe, 32, 1^23), )ur nöttigen ericnntnü ®iilteg lemmcn, 
o^e ba| jebad^ aii4 |ier ber le^te @<^Ieiet gelüftet wirb, mtd erfl gef^en 
mirb, wenn mir 00m ©lauben sum ^c^auen fommen unb fefjcn werben 
<i»Ott „von grnflendjt ?u 5rngcfi(^|t" (1 Äor. 13, 12). 

3. ©ein ^ilU'fen bat OJott (^ooffenbarct in feinem ättort: a) bur(^ [eine 
92amen unb b) bur(^ bie ^eugnijje beö ©eifted. 



Digitizcd by Lit.jv.'vi'^ 



99 



a. 2)ic ^ouptfäc^U(^ften ^Jörnen finb ®ott, ^«'^ooo^, B^^^ot^, .P>err. 
&oii ober @to^im bebeutet bie ^Qe aller iBoUtommenl^eiten, ^e^ooa^ 
fein croige§ unb itnüeränbfr!id)e<l ^yeffn, ,^ebaütl) bie ^üUe fcincv *iDJacf)t^ 
unb Jperr ben ^<^eft$ bcr l)od)|ten, imumict)vänften (^eioalt, feine Souveränität. 

I». 3laö) ben ^eugniffen beö Wciftcö im 3öort. 

1) öiott ift eintci; er ift m \id) felbl't einig unb ift ber einiiie lualjre 
(älott, ou^er bem km anbeiev ift. 5 ^Jiofe G, 4 12, 29^; ^öre, 
^drael, bev ^err unfer @ott ift ein einiger ^err. (2)ad war ber I)ol)e ^eruf 
^äraeM unter aDcn 9{9lfoni, bie Srlenntnis bes einigen magren (Sottei 
wie ein $anief anfragt gu Ratten.) 3ef. 43, 11: väf bin ber^err, unb 
ifl au|er mir !ein ^Uanb. ^of. 18, 4: 2)u foQteft ja feinen anbeni 
©Ott fennen, benn mit^, unb feinen ^eilanb, o^ne mi<i^ allein, l^ef. 42, 6: 

ber ^err, bad ift mein 9tame; unb wiU meine @^re feinem anbem 
(ber nid)t Cyott ifti (^cben, nocf) meinen ^Hul^m ben ©ö^cn. 1 Äor. 8, 4 — 6: 

fein anberer ©Ott fei o^ne ber einige. @o ^aben wir bo4^ nur 
einen @ott — . 

2) ©Ott ift (>3ei[t; ev beji^t bie »oHfommenften ©genf^iaften unb ifl 
unbejd)i-äu{t, ei buid^oiingt unb erfüUt ailed. ^o^. 4, 24: ©Ott ift (ntc^t: 
„ein") ©eift. 

3) ®ott i^ iiidft; et ift ber IXxqwU eXitg 9Beid^ 1 1, 5: 
®aft tfk bie Scrittnbigung, bie mc von i^m ge^9ret ^aben, unb «m^ m» 
Ifinbigen, ba| (Sott (ni(|t: ^etn") Si(|t ift unb in il^m tfl feine BünftemüS. 
3af. 1, 17: Sei ©ott ift fein 3Bcd)feI bes ^ic^td unb ber ^nftemid. 

4) ©Ott ift Stiebe; er oerfd^Iiefet i'id) ni(^t in fic^ f elber, fonbem teilt 
fid^ unb feine 65aben mit; uon i^m allein tommt atte ma^rc jiiiebe. 1 ^1^. 
4, 16: ©Ott ift mic^t: „bie") I^iebe. 

5) ©Ott ift 2eben; er ift allein ber üebenbige unb bie CueUc alleä 
ii€benö. ^ev. 10, 10: ^ei ^err ift ein lebenbiger ©ott. ^^^o^. 5, 26: 
iiJic bev t<aux Ijai Du ä Ücben in i^m fclbft, olfo ^ot er bcm 3ol)ne gegeben 
baö fieben ju ^aben in i\)m felbft. :^o^. 14, 6: bin baö i^iben. 

4. 8efottberl »^at fic^ ©ott olfo in feinem SBort geoffen* 
batet, ba| btefe btei unterfc^ieblii^en ^erfonen <ltater, Boffn 
rnib ^ligct ®ei|l) bev einige, ma^r|oftige, ewige ®ott finb." 

a. S)ie S)reieinigfeit ©otteä ift angebeutet unb bie Grfenntnig bct« 
felben nod) oer^üat im Stltcn Xeftament. 1 ^J}lofc 1, 2. 3: 2)er ©eift 
©otte« (bei f)eilige 63eifti fi^iroebte auf bcm 2Baffer. llnb ©ott (Sater; fprad^ 
(ba« 5Boi-t, bev '2o\)n 0)otM, '^so\). l, 1— Cr^ merbe i'itfjt. (^u wgl. 
au(^ '^oi). 1, 4. fi.) iif. 33, 6: Ter ^limmcl i[t bmd) baiS 3Boi t beö .<>evi n ge= 
marf)t, unb nifo^ fei« '?>ecr burdj ben OJeift jctnes ">3)hmbe§. 4 9Jiofe 6, 24— 26 
(ber i^egeii 'ilaiunS;; Xcv ^eii fcgne bid^, unb bel;üte bic^; bcr .?)err 
laffe fein 3(ngefid)t leud^ten über bir, unb fei bir gnäbig; bev ^cvi ^ebc 
fein Ängefit^t über bicb. wnb gebe bir ^rieben, ^cf. 6/ 3 : ^eilig, heilig, ^eis 
I i g ift ber ^err Beboot^. 3ef. 48, 16 : SSon ber 3eit an, ba e« gerebet wirb, bin 
3«^ (ber ®o|nj ba; unb nun fenbet mtt^ ber ^err 4^err unb fein ®eifi. 

7» 



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100 



5rooe M. 



b. ^ie ^retetnigfett @otte§ ift beutlid) geoffenbart tm Stetten 
3;eftament mal. 3, 16. 17: ^o^anned fo^ ben @ei[t ®otm, gleid^ als 

eine Taube, {jerobfalnen itnb über il)n fommen; unb fie^e, eine Stimme 
uom .pimmcl Ijciab jprüd); Die§ i]t mein lieber <Bolfn, an toeld^em id) 
^iiioljlgefatten l)abc. '^cmnad) ift cö bie Stimme be^ 'Caterö.) 'lüiat. 
28, 19: taufet fie in ben*) 3lonien beö Ji>aterö, uno nc5 ©o^neö, unb 
bcö Jpeiiiötn (^ciftcä. STpg. 20, 28: So ^abt nun auf euc^ felbft 
unb auf bie gan5e ;^erbe, unter toe^e euc^ ber ^eilige @ei[t gefegt ^at, 
au weiben bie gemeine ®otte8, mel(^ er (in bem 6o^n) burdi fein 
etgencfi 9bit erworben ^ot 3 itor. 13, 13: Sie ®nabe unferft ^erm 3ef u 
Q[^rtfli, bie Siebe ®otte9, unb bie ©emeinf^aft bei ^eiligen (9eiftefi 
fei mit euil| ollen. 1 $etr. i, 2: 9lad^ ber Serfe^uno ®otte» bes 'j^aters, 
burd^ bie .Heiligung be§ &^iftti, |um (äte^orfnm, unb gur Sefprenipmg 
b«ä JÖluteö :;'^efu Pfnifti. 

6. 2)ie ^^erfijn ltd; ft'it, b. i. bie unterfcf)ieblirf)e Selbl'tbenju^^eit unb 
Sclbftonbi^fcit bie ^d;^cit dcS ^J?nter<j, bcd SoI)neö unb bco ^eiligen ©eifteä 
ge^t aus folgenben ©teilen ber Sd;rift tlar I)erüor, in lueldjen feber ber 
brei ^erfonen perfönli^e (Sigenf<^aften, '-i>er)'tanb unb iÜ>iUen, fevnei etijene 
Söerfc unb cjiöhd) üer)d)u^bcne 'Jfamen (üßater, Sol|n, ^eiliger ©eift) bei: 
gelegt werben, ^ßie Slei^enfolge richtet fi^ mä) ber ^eit, in mlö^m f»e fic^ 
befonbcrS geoffenbaxt ^aben (6(||öpfung, (£rl5fung, ^(ifjunfl). 

«. ®ott ber Sater; er iß ber UnfiilltbAre. 0|>l^. 4, 6: (Sin (Sott 
unb ISater. SRoi 3, 17: SieS ift mein Heber @oi^n, an n»eli|em %^ 
SSo^IgefaQen ^abe. ^o^. 14, 16: ^ miH ben Sater bitten unb er mirb 
eud) einen anbem Iröfter geben. 

b. 05 Ott ber Sof^ti: er ift ber Offenbarer, 

Sllten Xcftament. a ^ie 6rfd)einuni^en ÖJotteö im 
^arabieS, 1 3Kofe 3, 8; bei xUbral)am, 1 ^iJiofe 12, 7. — h) "Der ^ngel 
be« .t>errn, - eö ift ein (Sniiel b. i. (>3e)anbter, unb boc^ @ott felbfl, 
benn ti lebel ulö öott felbft, 1 ^Jiofe 16, 11; 18, 1 ff., befonberS % 17 
u. 22; 22, 11 ff., befonbetS S. 15 u. 16; 28, 12. 13; 32, 24 ff. vgl. $of. 
12, 5. 6; 48, 15. 16; 2 !Dlofe 3, 1 ff. ogl. 5 SRof. 33, 16; 14, 19. — 
c) Ser (Sngel bes SCngefii^t«, — bo6 Slngefi^t }ei0en b. l ftt^ offen* 
boren, 2 lIRofe 23, 20 ff.; 33, 14 ff. o$t. 2 ITor. 3, 18; 32, 30; 3ef. 
C.'5, 9. — il) Der engel beS ^unbe§, M. 3, 1 ff. — v) Die 
ättolfen- unb ^euerfäule, bie ©c^ec^ina. Durd) fte giebt @ott, ber 
in i^r erfd;eint, feinem Q?ülf bü8 C3e leite, inbem er i^m ben 2Beg jcigt, 
Jäutbruc^ unb Jpalt befiel)lt, eö fdjü^t unb fdjumt; 2 ^Jiof. 13, 21. 22; 
14, 19. 20. 24; 40, :{G ff.; 4 ^}J{of. 14, 14; 5 mol 1, 23; ogl 9?el). 
12. 19 u. '^l 78, 14. Üiuö iljr rebct (Mott mit 'Mo\e bei ber X\)ikx ber 
©tifl^iljutie , 2 mo\. HS, 9 f.; 4 mo). 12, 5 ff.; 5 aiiof. 31, Ur, ogl. ^f. 
99, 7. ^n i^r erfc^dnt ® Ott bei oerf^iiebenen Slnläffen bem ganzen Solt; 



ber «Mufatio be« 6in0ulatd. 



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101 



2 ^of. 16, 7. 10; 3 ^JJJof. 0, 6. 23; 4 «SKof. II, 10; 16, 10. Xurd) fem 
^rfd^einen in i^r »oeiljt ÜioU bie '3ttftöl)üttc, 2 ü)iof. 40, M, u. ben 
Xempel, 1 Ron. 8, 10 f., alä Stätten feiner Jl^ol^nun?^, feiner (SJcficni 
wott unter feinem 33olf. 35arüuf weift auö) ^ol). 1, 14 ^in; baö äBort (bcr 
€o^n ©otieg) wovb t^Icifc^ unb ool^nete uater uns (nrihrilid): „roo^nte 
unter unB tm 3^11";, unb mir fa^en feine ^evrlic^feit^ eine ^enrKc^« 
teit all — 9om Sater. iH ht^i ^ify «if 8eibeS: ba| bie J^errli<^reit 
bed tJotevft in bem ^enfc^en ^efuS nw^ntc «ftoL 3, 9: in il^m wohnet bie 
(^üUe ber @ott^ett leibhaftig , unb ba^ @ott burc^ i^n, mie normaü burd^ 
bie B^tä^im über bem 3^^^ beS Sunbed mit feiner QJnabengegenroart loteber 
ri(f)tbnv unter feinem T^olf crfc^iencn ift nnb 5BJo^nung genommen fjat. So- 
bann ieil)t \xd) fdjUefjtidj ^ier nod) an Cffb. 21, 3: Oie^e bo, bie .v^ütte 
„bas ^üi") öoUe^ bei bcn ^cnfd^cn; unb er mirb bei '\\jnm wohnen, unb 
fte werben fein iöü II jem^ unb er fclbft, ©Ott mit i^nen (ber Immanuel;, 
wirb i^c ÖJott fein.*) — 

3m 'Jleuen Xeftament. ^o^. 18: S^iemanb ^at öott je gefe^en; 
ber eingebome ©o^n, ber m beft SBoteift Bd}o^ ift, ber [|at eB unB oer» 
!ftnbt0t. Wat 11^ 27: 9tiemanb !ennet bcn Sater, benn nur ber @oH 
unb wem eB ber @o^n miS offenbaren, ^o^. 1, 1. 14: Ignt Anfang nwr 
bag Sort, unb baä Süort mar bei @ott, unb bag^Bort »ar ®oti („®ott" 
ift ^räbifat. Unb baä Sort marb «^leifc^ unb mo^nete unter unB unb oir 
fa^cn feine ^errlidjfeit, eine J^errlic^feit olö beS eingebornen S ol^neä oom 
^^ater, Dotfer r^inabc unb 10al)rl)eit. Zs^l). 5, 26: 35er 3?ater f^at bem 
Bofjn iK^ebtn, baa iiebm ju Ijaben in fit^ felbft. §ebr. 1, 3: (Er ^at 
fi(| qofent ,^ur iRedjten ber 3Jlajeftät in ber .^«jF)c. 1 ^o^. 3, 8: 2)aju 
ift erjd)ienen ber Bol^n Wotteä, ba^ er .urftiJve bie 3ßerfe beS Xcufelö. 
30^. 10, 30: 3rf> unb ber ^ater fmb cms. ^pg. 9, 5: o^) bin :;3efuö, 
ben bu uerfolgeft. 

«. ®ott ber ^eiliae ®eifl; er ift ber Remittier (bur^ ben (Bott 
fi«^ mitteilt), ^o^. 14^ 36: ^ ^eifioe Oeift, niel(|en mein Soler fenben 
mtib in meinem Flamen, berfelbe mirb eB eu^ aQeB lehren unb 
erinnern aOed bes, mag \ä) mä) gefagt habe. 9(pg. 5, 3. 4: Stnania, 
marum f^at ber Satan bcin ^crj^ erfüllet, bafe bu bem ei litten OJeift 
löneft. 15u fjoft nxd^t ^JJcnfdien, fonbem ®ott gelogen. 2lpg. 10, lH. 20: 
S)er (jieift fprac^ m if)m i<etruö): Siel|e, brei '^Jlänner fut^cn bic^; — 
$^cf) httbe fie gefanbt. Hpq. 13, 2: 35cr .^eilige ©eift fprat^: Sonbert 
tnii uuo ^^iarnabaö uno 5auluö p bem Jßerf, ba^u id^ fie berufen 
babe. 1 Hör. 12, 11: ^ieS aUeö rairU berfelbe einige ©eijt, unb kiU 
eiMRi ieglic^en feinet gu, nad^ bem er n»ilL 

€. 5Dte brei ^erfanen ba ®ott(eit ftnb im SS ef en einB, in ben SBerfen 
oerf<|ieben; fie flnb unterf trieben, aber nid^ gef (Rieben. SSoHte 

See einen tiefem «Unblitf in bie Offenbarung bcB QatetB bunb ben 6ohn 
fdbon im Wien Zefiament gewinneR niU , mu| bie oben angcffthrifR S^nftfteDen 
enodgen unb oetglei^ 



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102 



^emaiiD [la^^crl, tote bas mogli^ tüüic, baf, 1-3 unb 3 X 1 - 1 fei, fo 
i]t gu aiUiuorten, ^<t^ t>er uttbegreiflic^e @ott fein Sled^esempel ift. ^te 
^iciemtgleit ge^t nid)t gegen tote Sttnunft, fonbent Uber toie ^Semunft, 
unb bUabt (et aOer Offenbanmu für uns, in bem 2>enten gattlitler Ser« 
^dltniffc befd^fftnfte 9Renf<^ immer nod^ ein uncvgcanblid^eS Uk^emniS, 
bad mit glauben, über baö wir m6)t gtübeln foQen. 9löm. 11^ 33: O 
tteld) eine lief e be* 9lei(^tum8, beibcö ber SBeiö^eit unb ertenntnis Wotteö. 
7. ^)ie i'e^tre tjon ber f^etüc^en ^reieinigfcit ift bie (>kun biedre bcö 
ijriftengloubenä; fic unter[4icibet biefen luefentlui) cmerfcitö oon bem 
flotrren 'J0?onotl|ciömu6 bc^t ^ubcntumö unb bcä Diol)iimmeöaniötnu§, unb 
anberfeitd oon ber !;Bergottung bed unb ber '^ielg()tterei tm ^eibentum. 

IL DU tttsniMtflfit Mit*. 
0» ifl iK^ömmlt«^^ im Xnfd^btl an ^age 25 bie Stgenft^aften (SotU» 

be^anbeln. (Sine bIo|e Slufja^lung unb ^efintetung berfelben genügt 
|ebo((| ni(^t; ber Unteiric^t mu^ fott)o^I ^a^nung ald Xroft baratül 
nehmen unb burd) bie -Cicranjic^ung biblifc^er fHefc^id^tcn unb paffenber 
i'icbertjcrfc belebt luerbcn. T*abei cmpftcljlt cS bie ^inber felbft an= 
.^uregen, bat\ fie nuö bot t^nen belannten biblifc^en Wefd)id)ten fold^e iSci^ 
fptele auffud^en; jie werben babur(^ angeleitet, bad ^ort (^otted fiträ ^t^eben 
anjuiuenben. 

1. ^aö ülBefen Rottes verfällt nic^t in feine ©genfc^aftcn, unc ein 
©anjeS in feine %üU, fonbem biefe «,@igenf(§aften" ftnb nur Xudftra^lungen, 
llunbgebungen fetnef SefenS in nerf^iebenen SBejiel^ungen, »te boSfelbe 
Std^t ber @onne in ben oevf(|iebenen ^rben befl Stegenbogent erf^etni 

2. W\t unterf(^eiben ^igenfil^aftcn C3otteö A. in feiner üBejie^ung 
|ttr fBelt; B. in feiner IBette^nng anm aRenf(^en; c. in feiner Scjie^ung 
|u ft4» felbfi. 

A. ^rjtri)un0 &ottt» jur äBclt. 

1. iJUlmac^t. ©Ott ^ai alleo gemadjt unb fann jcöcijeit fdjaffcn, 
luaö er roiU. 1 5)lofc 17, 1: ^d) bin ber allmädjtiqe (^iott. ^ef. 40, 26: 
^ein il>crniüi3€n unb ftarfe Alraft ift i'o giofe, bun nid;t an (Sinem feljlen 
fann. $f. 33, 9: iCenn fo er f priest, fo gef(^ie(^t eö; fo er gebietet, fo 
ftel)et eil ba. ^f. 115, 3: Unfer ®ott iß im i^hnmcl, er fann fc^affen, tvas 
er tmJL SuL 1, 37: 9ei (Sott ift tm SHng unmöglich. 

a) 9Ra^nung: ba^ ntr uns nor ®oti bemfitijien. SRat 10^ S8: 
^iini^tet eu(^ vox 'bem, ber 2ei6 unb Seele oerberben !ann in bie ^bOe. ^tc 
^emut 3(bra|amd, beä „^eunbed" @otteä. 1 ÜRofe 18, 27: ^c^ l}abe mi(| 
untenounben ju reben mit bem .^erm, nieioo^I i^ 6rbe unb Slfdje bin. 

!i Troft: baf, mir in aUcn ^äUtn auf WotteS ^<^\\i% unb .t^ülfe ncr-- 
trauen burfcn, 1 Sam. 14, 6: ift bem .'gerrn nidjt jdjroer, burdj oiel 
ober mcnig Ijclfen. (^iibeon mit feiner f leinen 'JJJannfd)aft. ^Hic^t. 7.) 

2. :;Jillgegcnraart. @ott ift unb mirtt überaU jugletd; unb nic^td 
lonn ben Unerme^Ud^en umfaffen ober einf(|ränlen. $f. 139, 7—10: ^o 



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I 



103 



foU tc^ tjmi^eljen üor bt'iTv.'m (MtMft'; unb ipo foU idj I)intUef)en nov biunetn 
Slngefic^t^ — gen Ajunmel in bic .s^ölle — am äu^erften üJieer — : ba 
bift bu. 3er. 23, 2.i. 24: Sin id> md)t ein (>3oU, ber na^c ift — unb ber 
fwnc ift, — ber Gimmel unb 6rbe fiiUct^ 1 Äbn. 8, 27: 6ie^e, ber 
Gimmel (ber äBeltraunt) unb aller .^immel Gimmel baö QberiDeltlic^e) »eis 
mSgeit bU^ ni(^t fajfen. (tR. gen. Qberf.) 

») 9Ra|nung: ba| nihr uns vor ®ott «tc^ im vtthmt^etm ftleucn, 
in eine Sttnbe in wiSigen. gofe^iM Serfut^nng; 1 SRofeSS, 11: ^ tmb 
loar fein Wenf^ oom ©efinbe bed ^aufeft babct; 9: wie foSte ic^ ein 
\o\d) großes Übel t^un unb (nt(^ blo| gegen feinen ^etnt, ben ^ttp^at) 
wiber &ott fünbigen ? 

h) Xroft: bnfi loir überoDl unb aHe.^eit in (Öotteö .<)anö jmb. ^Viat. 
28, 20: 8ie^e, ic^ bin bei cud) nllc -toc^e biö an ber Söelt (Snbc. y^e\. VA, 1 —3: 
— bur(||S 2öaf)er — ins ?Vuev - id; loill bei bir [ein. ^af ob «uf dci 'Hcifc; 
1 3Kofe 28, 15: ^d; bui mit bir, unb luiU bid) betjuten, lüo bu Ijui^teljeit. 

3. 3(CIroiffen^eit. @ott mei| aHed, jmuo^l Vergangenes oIS @egem 
»artiged unb 3ufünftiged, unb fielet anä) bie verborgenften ®ebanlen bcs 
^eiseni. Slpg. 15, 18: ®ott finb aOe feine SBerfo bewubl oon ber WkU 
in, $f. 139, 16: Mne ^ugen fa|cn mi^, ba i(( ni»(( iinbereUct war; 
unb waren aQe Xage auf bein 8uc() ßc[4ineben, bie nod^ werben foQten. 

1—4: 2)u Icnneft mi(^ — , bu oerfte^eft meine (^ebanfen »on ferne ~, 
bu fic^fft alle meine SÜBege; eS ift lein SBort auf meiner ^nge, bai bu, 
^err, nic^t aUeö lyiffeft. 

ai '3Ra^nung: bn^ luir üUcjeit beffen eingeben! feien, baf? (^oiteo 
%m\m über unS offen [teilen, "^f. Ii, 2: 25er .^err fd^auet com A>inimel 
auf bec Dienj^ien Äinber, baß er fcljc, ob jcmanb flug fei unb nac^ öioU 
frage. 3(d^an« IDiebfta^l; ^of. 7, 13: @ä ift ein ^ann unter bir, SSroeL 

bi 3;rDft: ba| wir ilbfs|eust feien, ba| aQe unfre 9Utte, ix^m unb 
innere, Otott »o|U«fonni fiKb. 9Rat 6^ 32: (Suer ^immlif<l^er Mer weiB, 
ba| i^ beS oOel bebarfet. Offb. S, 9: ^ weil bcine 3;rfibfo(, unb beine 
Vrmut, unb bie Säfterung {von ben ^einben). ^ie @enbung bei (Slia ju 
ber armen ffiitroe in ©orepta^, 1 Äön. 17, 8—16. 

■i. 2(nn)ei<5!)eit, 'Bei ber 3dippftt?"tg unb i-Hegterung ber TlVft mic 
bei ber Üebenöfütjrung jeiner Attnoer finb Wotte?» ^b)id)ten unb 'üJiittcl immer 
bi« beften. ^f. 101, 21: A)eir, wie finb beine äüerle fo gro& unb inel. 

^aft fie öffe rociölid) georbnet. ^ef. 28, 29: Sein ^at i[t lüunberbarlidj, 
unb fiU)ret es ^errlic^ hinaus, ^ef. 55, 9: SDleine (>iebankn finb l^ö^er benn 
eure ®cbanfen, fpric^t ber ^err. 9liHtt. 16, 27: ^emfclben <9ott, ber aDein 
weife ift, fei (S^re burt^ ^efum G^rifittm, in ®wigfeit. 

*) SRa^nung: ba| wir an (SotteS p^rung nii^t irre werben, wenn 
wir fie üud) nid^t oerfle^en, unb nic^t eigenwillig unfre ^IBege wählen. 3ol^. 
13, 7: 9Öaä \d) tl)ue, baä weifet bu je§t nic^t; bu roirft cä aber ^ernai^ 
erfahren. 3ef. 57, 10: 2)u ^erorbeiteft bid) in ber läRcngc beiner SlSege. 
'ißetrud in ^oppe. älpg. 10, 9—17. 34; 11, 12. 



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104 



Stage 25- 



h) X r 0 ft : ba§ mir ber Seitnno (9otM gonii itnb gar vettraiun bOcfcn, 

im fleinften tüie im ^|t(ii. 37, 5: 9(fte^( bem ^errn beine Scftf» 
unb ^offe auf t^tt, er lotrb's tvo^t miid^en. ^^f. 83, 24: 2)u leiteft mi^ 

nad) W\nm *^at, unb nimmft mic^ enbltdi mit (Sljrcn an. [Jofcp^ unb 
fetne ^ruoer; 1 'JJbfc 50, 20: gebac^tei eft bö|e }u mo^iett, aber 
(3oti gebat^te ed gut ,^u machen. 

5, ^eili(jieii- ^»>il i^'t'K Mi ü^nc ben öenngittn 3)k!el; er liebt baa 
Oltttc unb ^a^t bas !B5fe. 5 anofe 32, 4 : Xreu ift @>0lt itnb fctti 9dfe« an t^m. 

1, 13 : {Deine Sugcn finb rein, ba^ bu Qbelft md^ fe^en magÜl. 1 ^Setr. 
1, 16: fönt ^cUt8 fein, benn bin ^etUfi. $f. 5, 5: ^ bifl ni<^ ein 
®ott, bem gottlos Sefcn gefftSt; wer bofe ifl, ber bleibet nul^ vor bir. 

a) 'D^afinung: ba^ loir mit t)ctliger @§rfur(^t oor @ott erfOOt feien 
unb einen Säbfc^eu oor ber Sünbe ^oben. '3Jlat. a, 9: ^ein 9?ome nwrbe 
ge^eiliget. 1 ^ctr. 3, 15: .'"^eilic^et r^ott in euerm .f>crjen. T^ie Cieilißunp 
bed ^olleä ^s^vatl por ber (£rjd|^einung beö ^eiligen Qiotua auf @inai; 
2 ^ofe 19, 10. 

M CCroft: baft ber ^nvv jelbft burd) ^^c^um (il^nftum unfre Unccinig-- 
k\i, öie am üon \m\ti .yeiUijleit fdjeibet, lucLjuuuiHt. ^ej. 36, 25. 29: ^(5) 
min reined SBafjer über euc^ sprengen, ba^ t^r rein werbet von aller Um 
reinigfeit. 3o^. 17, 19: 5d) ^eilige mid) felbft für fie. 1 3o^. 1, 7: ^0« 
8lut ^efu G|rifH, beS @o|tteA Rottes, mac^ uns rein oon aOcr 0flnbe. 
2iie flro|e Sünbertn; SuL 7, 36--A0. 

fi. c r e t i g f e i t. ®ott felbft ^anbelt in allem feinem X^un nur ret^t ; 
er praft baä SBöfc ol|ne Slnfel^en ber ^erfon, unb fegnet bie, meiere in (Sl^rifto 
i^m gel^ciligt finb iinb nacfi feinem S^l^nMqefaUen leben. %\. H5, 17; Ter 
^)crr ift qrrec^t tn allen innen liegen. Hoin. 2, 6: C^ott loirb geben emem 
jeglichen nad) feinen äüetien. 3?. 11: (is ifi fem Slnje^en ber ^erfon »or 
®ott. %\. 5, 13: ^u, .^err, fegneft bie f^iercd^ten. «Wat. 10, 41: 5öer 
einen ©ereilten autuunmt m eineä i3eud)tm Jtamen, bet lüiiö emea &i- 
rechten £o^n empfangen. Suf. 6, 23: @uer l^o^n ift gro| im ^immd. 

«) 3Ral^nung: ba^ wir und furchten, ben gerechten 3om OotteB mit 
unfern €fittben |tt reijen, unb nnd^ feiner Qtecw^tigfett trad^ten. 
12, S9: 9tu(^ wifer ®ott tfl ein oer}e^ienbeS ^cuer. 9Rat 6, 33: ^rat^tet 
om erften nad^ bem dleid^ ®otteS unb fetner (Scrcd^gfctt ^SraeUttU' 
ge^orfam; 4 'Bofe 14, 35. 

h) Xroft: ba§ 6'l)tiftuo ber (^erecf)tigfeit (Rottes f^enug gftl)an !}ot unb 
lüir burc^ ben Wlau^en bie Werec^tigfeit ^aben, bie üor @ott gilt, unb bafi 
roir in iljm von i^oil gefegnet fmb unb bleiben. ^Höm. 4, 5: 2)er bte 
@ottlofen geredit mad)t. 9iöm. 3, 26: 5)a^ er allein geredjt fei, unb geredet 
macbe ben, ber ba ift beö (Glaubens» an ^cfu. 1 (S^ron. 1h, 27: iffiaä bu, 
^err, fegneft, baä ii't gesegnet croiglid^. 1 ^iJetr. 3, 9 : ffiiffet, ba^ t^r boju 
berufen feib, ba^ i^r ben Segen beerbet @egen fibcr Vbra^am, ba 
i^m fein Glaube jur Qlered^tigfeit gerechnet mar; 1 SRofe 22, 16—18. 



uiyiii^ed by 



Stofte 85. 



105 



2)ao alleö [inb i^luoflüfie am bcr Siebe ©ottes. 2 Mo\e A4, 6: i^etc, ^ert 
Wptt, barml)crgig unb gnäbuj, unb gebulbig, unb oon großer ®nabe unb Xreue. 
rcmc Oiütc, b. i. fein 2öol)IiDüUeii als vS^jopfer, rietet fidj au\ alle "JJieti: 
!d;tu, 145, 9: Der ^err ip aUen gütig. 3Kat. 5, 45: @r läfet feine @onne 
aufgellen O^crbte ^i\m imb it(evbte®uten, unb Iä|t regnen &ber ©cremte unb 
Ungereimte. 6eine ®nabe wib Oavm^ergigtett, b. i. feine unneKbiente 
Siebe in SSergebnng ber 6flnbcn, »enbct er nur feinen Suicmiilll^en gn. 919m. 
9, 15: fflcU|em id^ gnäbig bin, bem bin ic^ gnäbig; unb ntl^ti idf mic^ er^ 
barme, bcä evbame Ufy mic^. @eine (9ebulb unb Sang mut ift bie ^lat^« 
fid)t, roelc^e er fowo^I mit no^ tin^^efe^rten Sünbcrn aU aud) mit feinen 
f(f)ipaf[it'n "ftinbern Ijat 1 ^etr. 3, 20: Da (Mott einftmalä ^arretc unb ^attc 
Öcbulb Der zeit 'DJoa^^. 1 ^etr. 3, 9: 2)et Jpcrr Ijnt C^rbulb mit uns feinen 
äluäerroäl^lten.i, unb imU nic^t, ba| jemanb (oon uiidj uerloren gel^e. 

.1 ''JRa^nung: ba^ mir @otteä Q)üte, (Mebulb unb ^angmütigfeit mc^t 
oerat^ten (Sflöm. 2, 4 noc^i feine ©nabe auf ^J)iutiüillcn jiel^en (b. i. mi|s 
bcttii^en, inbem mit berou^t fünbigen, ^ub. 3). 4; ;^ebr. 10, 26). ^ie 
@flnbflut; 1 ^ofe 6, 3. 17; 1, 28. 

b» Zeofl : ba| mt gegen bie Xnfev^tung ber @finbe unb gegen aOefi ttbel 
unft gcftrdflen. $f. 32, 10: 33er auf ben ^^n hoffet, ben miib bie @äte um= 
fangen. 2 .^or. 12, 9 : Sa^ bir an meiner @nabe gen&gen ; benn meine 5lraft 
ift in ben (Sc^mac^en mäd^tig. 2 $etr. 3, 15: ^te ©ebulb unferd ^erm 
achtet für eiir? Selic^feit. OJIeid)niö vom perlornen SoI)ti; 9uf. 15. 

H. 2Öal}r^af tu; (cit unb Xreue. iäuä GJott aUcin tommt alle 'iBa^r^eit 
unb er ^ält fein Jöort unoerbrü(^Ud^. ^f. 33, 4: Deö -öerrn ffiort ift roa^r^ 
^aftig, unb loas er jjufogt, bo^ ^It er c?cro{fe. 4 '5!J?ofe 23, 10: (Mott ift nicbt ein 
"JRenfc^, ba| er lüge, noc^ ein 'J)Jenfd;erüuiD, Daß i^n ettuay gereue. ooUte 
fr etmad fagen unb nic^t t^un? @oQte er etmad reben unb nic^t galten? 
1 Xl|eff. 5, 24: betreu tfl er, ber euc^ ruft, ml^ wtib eS auc^ t^un. 

a) SRa^nung: ba^ «tr rc<|t erfennen, mie oOein vobr^aftig 
ift, oQe 92enf^en aber (folange fu m^t aul ber Sa|r^eit juib) Sflgner 
finb (^f. HR, m, unb ba^ mir uni flei^it^cn, in berSGBa^r^cit ju manbeln. 
^o!). 17, 17: ^eilige fte in beiner ^a^r^eit, bein 9Bort ift bie SBial^rbett 
'^(^l). "J?. t: ^d) f)abc feine firpf^ere ^r?ube benn bie, bafs, td) ^öre meine 
Äinber in ber 2öa^r^eit lüunbeln. n a n i n o unb S a p p f) i r a ; 2lpg. 5. 

h) ^roft: ba^ roir in rtller ^(nfed^hini gerotft finb, bü0 Oott feinen 
auoent)ü!)lten ben iBunb jctner Wnabe ernnjUc^ l)rtlt. 54, 10: (Sä foUen 
roo^l Öcrge meid^en unb .j^ügel Einfallen, aber meine önabc )oU ni(bt oon 
bir meinen unb ber Bm^ meines ^riebend foU nic^t t/infotten, fi^ric^t ber 
^crr, bein (Srbarmer. Sut 18, 7: ©oOte (Sott nii^ aud^ retten feine lug« 
eroa^tten, bie gu i|m Zog unb Statik rufen? 2 ^|cff. 3, 3: 2)er ^err ifl 
treu, ber wirb eu(b fUlrfen unb bemabrcn vor bem Xrgen. 1 ftor. 10, 13: 
@ott ifi getreu, ber eui^ nic^t la^t oerfuc^en über euer ^erntögen. ^aS 
©leic^Oid oom oerlornen Sc^af; Sut. 15. {Der )6unb QMM mit 
Xbrabam, ^aiob unb bem ^lie ^graeL 



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1U6 



C. 0(|ii|im« 99m itt M ftfbU. 
9. dnigfcit uitb Unt>efanberli(^!eit ®ott ^ot fcincit Anfang 
unb nimmt nie ein (fobe; » bleibt in feinem fBefen, 9lfttfi|In| 

unb 5;^un immer berfelbc. ^f. 90, 2—1 : J^err ®ott, bu bift unfrc 3uflurf|t 
für unb für; bu bift oon (Stoigfett ju (£n)i(;fcit. [[v^if. 1, 17: '3ei ^ott tft 
leine 33eränbcvi!n(^ notfi ?^^fd]fp! b^s {'icht^ utib bcr .yinftcrntS. 

a) ^tal)nun(^: ba^ loir mc^t fcl;en auf baö Sid)tbarc, fonbein auf 
baö Unficfetbrtre. 2)cnn rooö ftc^tbar ift, bas ift jeitlid), luaö aber unfit^tbar 
ift^ baö ift mu]. X)ie (^ilaubcns^eugcn m .ncbr. 11 13. 14i. 

I> Xroft; ba^ wir nac^ bem ^öilbc beö oma^m Ojotieö für bie ^1013^ 
feit erneuert ftnb. $ebr. 12, 28: 3Beil mir empfangen ein ewige« 9ici(|. 
Offb. 22, 5: €ie meiben regieren oon ^migfeit ju @migfelt. 

la Xllgenugfamleii unb ®eltgfcii ®ott beft^t in fu^ felbft 
99n Qnrigfoit bie ^üe aOer SJoHlommen^. Xpg. 11, 34. 25: 7- td^, al« 
ber jemanbcö bebürfe. 1 %\m. 6, 15: 2)er Selige unb allein (^roaltige. 

■ij 371 all nun g: ba| mir bei i^m allein unfre ©eligfeit fu(^en, ^ef. 
45/ 22: 5Benbet eurf) mir, fo trierbet il)i' fcliij aUer %dt (5nbc. 

h) Xroft; ba^i roir in unb an ©Ott doUcö i^cnui^c Ijabcn. TS, 
25. 26: Sßctni idi nur bid) l)abe, fo frage ic^ ntd)tö nadj .'öimmcl unb @rbe. 
5ßenn mir gU'idj iieib unb sScele üfc'c|c^mad[|ten^ jo bift bu boc^^ @ott, alle» 
^cU tueined bergend Xroft unb mein Xeil. 

11. Gerrit fett nnb ^ajeftät. ^ag SBefen unb bie Wlad^t ©otteil 
ifl ftber aSeft ergaben unb unvergleichlich, unbegreiflich unb boch fpüvbar in 
allen feinen SBerlen unb lEBcgen. ^f. 104, 1 : ^err, mein ®ott, bu bift 
fe^r ijeaixä^ 10, 6: ^ir, ^err, ift niemanb gleid^; bu bift gro|, unb 
betn 9lome ift grofe, unb f annft cä mit ber Xhot beroetfen. 4 3Rofe 14, 21 : 
So roofjr i(h lebe, fo foU alle Seit ber ^errlit^feit be§ .^erm ooU roerbcn. 
2)ie .^errli(hfeit unb ^^niajeftät beö >)erm ^ttbenlUofe ücrljüUt i2^iofe33j, 
^efaja i'^^l 6.1 unb ^oljanneö Dffb l im Wcfid)t gefeljen. 

„2)em aber, ber euc^ fann bclmtcp, otinc e^e^ler, unb [teilen «or bas 
^^Int^efidit feiner ^errlid^lcit unftrafUri) luu j.yre«ben, bem (^ott, öer allem 
im\c unitini .^„ictlaube^ fei Ql^ti unb ^jiajeftät, unb (iJtiwjalt unb ^iac^t, 
nun unb ju aOer Sraigleit. Xmen." (^ub. ^ 24. 25.) 



Sou (»Ott bem Sater. 

26. \t><t0 glaub|> bu, wenn bu t>rt(i}(}: glaube in (Bott t>ater/ 
bcn irttmÄd^tigcR/ Sd^^pfer t^immclo unb ber (Crbcnf 

)Da# btr ewige Dnter uitfer« ^enm 3«ftt CNifM» ber ^immet 
unb tSrbe^ famt allem, vom bartnncn ift, aue nid^rs cv^ffrn, 
au* ^i^f^^^r rrrch, bwr&i frinrti ewigen Hat unb r.^rfrbnnc^, erhc'ilt 
un^ rrc^icrcr, um feines 'dcbnca 3?^« CbrifVi iriUcn, mein <i>ctt 
un^ mein Darer fei, auf weld^en i<b alfc oertraue, 6a)i id) tiidjr 
5n)ciflc, er mtbc mid} mir allrt Hotburft (leibee unb ber 6ce(e 



%m9ß S«. 



107 



rerforgen, auch «Urft Hbrl, fo er mir in MrCfm 3«niitifrtb*^I 5"= 
fdiidt, mir 511 gut loendcn, dieweil er'6 ti>un i:anit ale ein all: 
m4cbtigrr (Bett, unb Aucb thun vM ale ein gctveticr t>«tfr. 

3r Oott fllaubfn — 01t ®ott BtaiAfn.*) Ilotbucft alles, vas »tt iuc 
6ti(Iuno unfrer 9lot an 8ei6 unb 6<elc bebürfen ; ober : alles, m% mt nötio ^aben 
unb bebürrfn ^nr unb €cdf. Sammectl^al bie dtbe att Stätte bev 
Oünbe unb bc* (*!cn^M. Ticmeil ^ Weil. 

%nttD. 'Bon &oit bem ^oter glaube iäi, bag et au(^ mein &oti uno uicm 
9olct fei, weld^em td) oeittttuen faO. 

A) 9Bcr iDitb ^ler unter 0ott bcm Sater oerfiAnbcn? fl»ioe 9ata mtfcrt 

h) Worum roirb er ber admäc^tiflc unb Stftöpfft .^immel^ unb bcc fStht ge< 
nonnt? iffleil er .'nimniol un^ ("^rbf, fantt nllem, roo^ - ref^ierd. 

c) Sie ift er öcm Ujott unb bem "iyaUt geworben? Um ieiuco cüt^ue« :^tu 
<l^rifh wiUai. 

i) nie foOjl btt i|m twrtiwteR? boft ifl^ nUkl ilveifle, et lotAt — mit 
|a gut menben. 

o> Vorauf prfmbcft btt bicft Setttaucn'if SBeil er cd t()iui lantt olA ein - »iil 
aii ein getreuer iBater. 

nn) ^SitdUftr^ leautitt mrl. 
9«i bem »q^kii (üloitien ^anbclt ei fi^ ^tec {uiiAilfl um bte «oemiffe 

A. ®ott ber Sater. 

J. Oiott Ijeifet i^ater, lueil er bcr ema,<! iinjcio Mcrrn ,^cfu 

S^rtjti ift. ($ö ift bcr allein lütt^rc i^ott, ber als imitier tn (itinito ^c)u 
bur(ft ben .'peilif^en (^eift nfoffc"^»aret ^at. @plj. 1, 3: Welobet fei Wott unb 
ber liJütei unferä^eiin 3^1 " ^ ^»^M'^i/ ^ei um gejegnet Ijat mit 
allerlfi geifilt^iem @egen in ^immlifdjen (BOtem biir^l S^riftum. ^o^. 17, 3: 
S>ai ifl baft emige Seben, ba| fie bi^ ^1 bu aSem nNi|icr ®ott btjl, imb 
ben btt gefanbt ffo^, ^efum Qfyp^xm, er tenneiu 

3. ®ott ifl bcr Soter ^efu O^nfii itu^t feit beffen aettl^« Mutt 
unb 9lenf(^roerbung, fonbem er ift fein ewiger $ater, b. i. oon @migleit 
^er, üor aller Äreatur, unb ber ©o^n QJotteS ift gicirf; cioigen 3BefenS wie 
ber <Bater. ^ol. 1, 15: '^m^r ift baä GbenMlb b. i. bie mUx^e öleirf)^ 
l)eit) bcö unftd^tbaren t*!iotteö, ba Crrftgcborne imd)t (5rfteri(^affene) oor 
allen Kreaturen. ^0^. 17, 5: Unb mm oerfläre miä), bu ^^?ater, mit ber 
Jllar^eit (.perrlic^feiti, bie id^ bei btr Ijatte, e^e bie 3Belt mar. 

*) 'übroeidicnb au^ uon bem Spracfeflebrauc^ feiner 3«»* t)at ber Rntcd)i'5mua 
bieüjorm; ,ic^ (itaube inöott,' um bamit öq?! ®cicnt(id)itc im Wloub»'n m betonen, 
bo^ man fein ^Uct tauen in ober auf (äott (c^e. ijnuad glauben, beiHt cnoad jür 
loaljr Mttn; an etwai ober an iemanb glauben, bei^t auf etnad obet auf jemanb 
Mmauen. 60 ift »in 9ott fllnnben' im allgemeinen i|I(i46d»eutettb mit »an Oott 
glauben*. (Sd fragte mid^ einmal iemanb: ®Iauben Sie auc^ an ben Teufel? 9{eitt, 
ontnortete U^; iOf gMe an (M; ober glaube, ba| cft einen Teufel giebt. 



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108 



B, ^er ?lflmnrfiiifl!c. 

1. bem auijiiiumtii (jjlüubeu&beitmitmö x\t bcr 1. iJlrtiltl tu^cuUidj 
5u überleben: '^6^ glaube in (Sott Spater, ben 9(Umä(^tigen, 3ö)bp\et 
^immell unb ber (foben/ wie eft oiu^ bie etfie unb bie ölicicn 9ta^Qbtn 
bcS ^cibetbevgec ftoic^istmift M^n. 3m ^DKttelalter, }. 9. in bem 3;attf« 
Ukmkidi, »el<|(8 bte ^fronten unb @a(^fen aUe^ten, muibe ^oam&^ttg" 
ülä Öigcniduiftötuort ju „^atcr", fpoter »ttibe e§ (tt „Stl^Öpfer* iejogen, 
mad jetjt allf^emein ber ^aU ift. 

*i. I^ic Slllmäc^tigfeit ift bie SXxah f^jottf-j, n>ctd)t' ov in feinen 
Si-Hifni offenbart. ,\er. .'Vj, 17: ^^crr, .'pai, du l^aft .sMmmcl unD (Srbe ge^ 
nuidit burc^ bcine f^ro^i itraft unb buid^ bcmen audgc|trerftcii %m, u«b 
i\t km Ding öov btr unmb(^U(^. 

3. Urfinuö. „(Glauben an (^att Den ilUmdd^tigcn ^ci^t: glauben an einen 
folgen 9ott, i. tDeI<^ nOeft, M er will ^ctoorbrineen tann, fa att<b baft, »tA 
er ni^t toiü, menn e« nicbt feinem Qefctt ttibeiftreitet, fo ba^ er Qbttftum in ben 
Job hieben fonnte, aber nicbt wollte; 2. tneldier alle? obnc idiraicripfoit biirt einen 
blofjen Wuxt DoQbringt; 8. mclcbcr allein Tla&it bat alle« mitten, unb ber Ur: 
l)ebec berjenigen Mraft ift, meiere in allen Mreoturen fi(^ ftnbet; 4, n>el4)ec au4l für 
mi4 ber ^Om&^itige ift, unb aüti au meinem $eil lenfen (ann unb mtH' 

4. Olenianuft. (Solt allmA^lig ift »erflehe baft er ni^t eine 
müßige, fimbem eine fräftige unb n)irtli(^e ober tätige ^[Imä^tigteit bat, alfo ba^, 
Rleid)tt)ie er burd) feine 'Jltlnuidit alli' Mrcatiircn crfcbaftcn bot, er fic au(ib mit feiner 
9}]Q(i)t, unb ßleid) al« mit leiner S^ani ert)altc, unb allcö burd) feine 'i^orfcbunfl 
oljo orbne, ban nicbtö geicbebe, benn bur(b ibn unb burt^ (eine Lrbnuug. ^oH toir 
unft beftIttU» folf^em mätbtigen unb oorfK^tigen Sotcr gans unb gar in too^rem 
(Stauben ergeben, In »etcbc« ^nb unb HIMt alle tm%t finb, nnb mel^t» (Sewalt 
niemanb lann Öiberftanb tbun. Xtemeil mir benn einen 9unb unb eroige ^er- 
föbnuna mit bem aUmä(btigen ®ott bttben, eft e/tmfi, baft Ceiner Areatur SRoibt 
unsi Kbaben lann. i<l 'is-s«»." 

C. «ttt @ibö))frr CttnmeM nnb ber trbe. 

1. &ott ^at .^immcl unb (ixte, famt ollem, roaä barinnen ift, aua 
nlM'^ erfd) äffen. ©(Raffen beifU: etroa^ <v,!o ni(!)ts, b. i. ohne t^or^ 
^anbenft'in eine^i Stoffes unb o^ne (^ebvaud) uon ^iBeria^ugen , burd; bcu 
blo&en ÜiUUen ^crüorbrinc^cn. ^ac^en bnc^eaen !)ei|t: etroaö au5 einem 
©toff unb mit ®erf^eu(^en oeiTcrtigen. Mo „fdjaneu " öon "Dtenfe^en gebraud^t 
mirb, bejie^t entineber auf ba§ geiftigr @ebiet ober auf bad Jerone» 
bringen iSnac^en) ctncS großen ffierfeS; unb m „moii^en'' von @ott ge« 
bram^ wixb, tjl cft in bem €inne oon 6d^affen gemeint $eBv. 11, 3 
(n. 0en. Qbevf.^: 2>un| ben ®UMhm (an bic Offenbarung Olotte«, anbei« 
fönnen mir leine (9emi||eU bacflbet erhalten) nerßel^en roir, ba^ bie ^elt 
burd^ (SotteS SBort zugerichtet ift; ba^ aOed, roaS man fteliet, auä ni<j(|t8 
geworben ift. 5Röm. 4, 17 : &ott ruft bem, ba§ n i d) t ift, bafe eö fei. 

2. Unter „.{■>immel unV» (rrbe, famt allem, miö barinnen ij!,* nerfte^cn 
mx bie qan^c ilktt, bte fid^tbarc unb bie unfic^tbare. 

3. .^immel i^im $ebräif(^en 1 ^JD^oje 1, 1: bie Gimmel; bebeutet in 



109 



ber Sd^iift ntc^t bloB öcn jidjtbaren iBolfent)immcl, ober ben 3lHllraum, m 
Toeldjem fid) bie .^a^Üofeu äßelttöiper »(Stentc* bemft\en, ben Sternenhimmel, 
fonbevn aud^ ben für un« unfi ditba ren iinenblidjen i aller .^immel 
Gimmel, 1 Äön. 8, 27) 3Uum, in »ütld^tin bie uüUc .>>err lid^teit Öottcö 
fi^i unuet^üHt jeigt unb in tpelt^em erfc^affene mne @et)teiv bie @ngel, in 
un5ä()l6af«n 6c^aien befmben. ®ott Jfü^ bo^c ber gcbaot^, b. t. 
^err ber ^eerf^^oren. 1 SRofe 32« 1. 2: <E« (eoegneten bem 34i!ob bie 
(Sngel OMtci, imb ba er fte fa^e^ fpraib er: eS fhib Oottd ^eere. f)ati. 

7, 10: "Xaufenb mal taufenb bienten il)m, unb jel^ntoufenb mal gel/ntaufenb 
ftanben vox i^m. l'uf. 2, 13: 9lfoba(b war ba bei bem dngel bie Wenge 
ber ^immUfrfjen ^»ecrfdjnren. 

2)ie 6r)d;affunfl bes unfidjtbaven .\^niimc!^ ift ber 6rf({)afiun() ber (irbe, 
mit bem Üuft= unb Stemcnljimmel, i)0iau6gi\]onqcn. 25ic 6ngel als Jöe^ 
meißner beöfelben jinb oon Öott als gute unD iiiue ©eifter erf (Raffen; aber 
ein Xeil berfelben ift oon (^ott abgefallen unb fo iDcrbeu gute (^ngel unb 
gefallene (Engel ober Zeufel, meiere m^t beftanben fti^ in ber 9Ba^b^t 
(3o^. 8, U), nnterff^ieben. 

n) S)ie guten ober ^eiligen (Engel (bag 9Bort „(Enge!" bebentet 
9ote, (Befanbler) ftnb reine @etfter, nelfbe im fleten Slnfd^auen unb ^ienfte 
(SJotteg fte^en. ^iat. 18, 10: eie fe^en allezeit bad ^ngefid)t meinet $aterd 
im .<?»iminel. ^].'f. 103, 20: feine Qmd, i()r ftarfen gelben, bie i^r feinen 
:Öefel)l auoridjtet. foldje crftrerft iiö) ihre '}\Mrfi'nmfnt nuf bie gan^e 
Srfjopfunq, iinb bie «Sdjrift tx>ei^ nidjtS oon einem iL^ilUii blIn^ll i^fatur-- 
hafte Vi. H l, 4: Du mad^cft beine (^ngel ju Sinben, unb Derne I len er 
jtuei|iainmen; Dgl. A^ebr. 1, 7. ^o^. 5, 4: Denn ein @ngel ful)r l)erül) 
3u feiner '^tit in ben Xeic^, unb betoegte basi 'Bafjev; ipelc^ei nun ber 
erfte, nac^bem baSSBaffer bemegt niar, ^ineinftieg, bernHirb gefunb. (^urcb 
ben (Engel »uibe jebeimal in bem @prubel bie ^Ihaft geimrft) 

^ngbefonbere nrirten bie 9ngel mu^ (BottegffiiDc unb 9efe^l ffir bag 
9let(b @otte§ auf @rben. 

1. ?)ei beffen ?Joranft alten — im geben ber GrjuHtter, ber 9tt4^ 
unb ber ^rop^eten; bei ber Wefetjgebung. 2Ipg. 7, 53. 

2. Sei beffen (Xrft^emung — »m t'eben ^efu; i*ul. 1, 2ü; l'uf. 2, 

8. 13; mat 4, 11; Z^o\). 1, 51; öuf. 22, 43; ^lat. 28, 2; ^pg. 1, 10; 
im V'eben ber ^ilpoftel, Äpg. 6, 19; b, 20 (^l^ilippuS; ; 12, 7 (Hi««»*); 
27, 2'A {X^a^inü). 

3. 3um Dienft unb <5(|u^ feiner lieb er — §ebr. 1,14: ©inb bie 
^ngel nid^t aUjumal bienftbore ^eifler, auggefanbt aum IDtenft um berer 
miOen, bie ererben foOen bie @eligfeit? $f. 91, 11. 12: (Er ^ak feinen 
(Engeln befoblcti aber bir, bab fie bi4 b ebbten auf aOen beincn SBcgen, 

baft fte bid^ auf ben J^önben tragen, unb bu beincn Jfufe nic^t an einen 
Stein ftofieft. Wat. 18, 10: Se^et ^u, ba^ i^r nid^t jemanb oon biefen 

kleinen (ntcfjt blof? Aiinber, fonbevn au^ nad) Ty 0 bie geringen (Gläubigen) 
revailuci. T .nii id} fage eud): ^Vue (Ingel im <Oimmel fe^en aUjett baö 
^nge|ic(|t memeö Katers im ^immeL 



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110 



4. Sei feiner o 1 1 cnbung — in Der ii^ieöertunft ü^rifti. -"Vhi 'if), 31 : 
2Benn aber beo 'ü)(en)d)en ®of|n fommen roirb in feiner .^ervlict)feit, unb 
flllc fieiluv: C^ngel mit i^m — . 24, 31 : (Sr lüirb fenben feine @ngel unö 
fie lueiöeii [ammeln (eine Sluäenuä^Ueu; unb 13^41: 3)eä 3Jienf(^eii 
@ol^n nritb feine ^gel fenben, unb fie wnben fammedt aus feinem 
9let(l^ alle tvgcrniffe unb bie ba untei^t t|un. 

h) S)ie (Öfen ober gefallenen dn^el. J&auiit tft ber Xeufet. 
i^M fBwt ftommt aud bem (Bnec^^ unb ^et|t f. o. a. ^erleumber.) dt 
Reifet aut^ Gatan ($iob, 2, 7; 9Rat. 4, 10) b. i. e^inb, ©iberfa^ier; 3ierfuc^er 
(SJtot. 4, 3); ^ürfi ber 3öelt (^ol). 14, 30); l^ügner, 35oter ber l^üge, unb 
mrber (^^o^. 8, 44); Sclial, b. i. ber SBerberber (2 .Uor. €, ir,>; ^erffäiKi 
(Dp. 12, 10); bie alte Schlanze (Offb. 20, 2). ^l^ad) ihm lycrbcn aud) 
bic böfen f^3eifter Teufel genannt. 3^re ^Qc^t roai bcfonöerö in ber 
ber Üiitfjünüeit beö So^neö @ottefl ouf @rben ent{\))tU; ugl. bic Öefeffenen. 
»ig ttnä enbe (Dffb. 20, 10) wirft ber leufel bem iKetdje Öotteö entgegen, 
inbem er beffen ®liebcr $um WaO nnb beffen ^einbe jur Sodl^eit reijt 
Sut 22, 31: S)er @atan ^ot euer begehret, bog er eud^ mod^e fiepten 
(nenoirren) nne (man) ben Setzen (auf ber Zenne mit ber SBurff^fel 
um^emrifft). 1 6, B, 9: ®eib nüchtern unb nnu^et, benn euer ffiibcr« 
fad^er ber !£eufel ße^et um^er loie ein brtiUenbev (beutegierißer) ?önie unb 
fu(^et, roeldjen er oerfd)Iinge. @p^. 6, 11: 2)ic liftiflen einlaufe be« 
Xeufel«. (?pf). 2, 2: Xev (Teufet, ber) fetn ÜÖerf I)at in ben .Hinbern 
be6 Un fllaubenä. 2 Xim. 2, 2G: ©ie ftnb »on beo XeufelÖ «Stiicf ge= 
fanqen 3(U feinem '21?iUen. 2 Hov. 4, 4: Söei weld^en ber täJott biefcr Seit 
ber Uugiaubigeu c^mne Dei ^ ienbt't. 

3)a< ®eri(|t über ben Z^fel »nb feine (fngel ift bie eioige ikx' 
bommniS. 2 $etr. 2, 4. 

4. 9)ie 6<$9i)fttn0 Rimmels unb ber <Srbe ober ber fid^tbaren 
9Belt. (Sine Mfle^unfi ber SBelt non felbfl auS m^t& tann ed nti^t geben; 
^ter gilt ba0 Stort: aud nid)t$ luirb nid^ts, nämltil^ mm felbft. ^ie SBelt 
ifl bur(^ ben aamäc^ttgen 'BiUen (^otted unb bur(^ baS 3Bort (^o^. 1, 1. 
2. 14), in weitem er ftc^ offenbart, ßefrf; äffen, unb ber biblifc^e 
3cf)örfunii^.Eier'irfit in 1 'ÜJfofe 1 u. 2 giebt itn§ nenfnüber allen Vermutungen 
ber t)eutigen :)(aturnnifenfc^aft Die einfodjfte unb itd;ci|te 'Jia^iricbt über bie 
(Sntftebunq ber JBelt *Jütr roerben faum fel)lgel)en, menn roir ibn auf eine 
Dffeui)aiuiii} (>)i)Utö an ^urüdful^ren, ba iDir 'ilnUange an beujelben 

bei ben ölteften 3?ölfern, ben Sobijlontem unb Äff^rern, fmben.*) 

*) @cmeinfam mit bem 3cböpfunö*bcrid)t ift biefen Sagen: ba6 tro<| aller 
"l^erbuntelung bocb eine O\ottl)cit ober eine flöttlicl)e .^rnf! e6 ift, auf molcbe hn Ie(jten 
Ü^ntnb bie ^tftedung bei Seit jurüd^efubri roiib, wenn aucb nic^t übcraU infolge 
eined tcböpferiffben Sttted; baft bie (Seftaltung unb Orbnung bed Seltganjen au^ 
bm 6bao«, ber formlofen unb unocotbnetm HllateTif« bcroorgebt; ba^ ein t^ortf^ritt 
ju ertennen ift Dom Unorganif4ien jum Organifcben, Don ber unbelebten jur belebten 
Xtialur, beffen 6<|»Ui| unb Krone ber SKenf^ bUbet. - Unterfcbeibenb ift: in 



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gmoe 96. 



III 



a) .Mm 3(nfan9" Reifet nic^t, alg Sott onfing, fonbcrn ofö bie 9Belt 
anfing; burd) bie Schöpfung l)at bic ^eit angefangen, unb mit ber @(^dpfuii0 
ift in betn 9tU ein begrcnstcv :Kaum entftanben. 

I») „3>ic 6rbe roar raufte unb Uer." ßJott Ijat juerft bie ^ioterie, 
ben cltcnftof f , in€ ^afcin gmifen, auä roeldjeui er in bem ©e^^^tageroerf 
bie äiieUtorper, unb bavuiuei befonbevä bie 6rbe, mit allem, ma^ bovin ip, 
Ui im flcHifte fc^öpferifc^ geftoltete. ^n unfeim 'l^lanctcnjQftcm ift bie ©tbe 
bcr gmimjle Jtdrpcv; bie Schöpfung berfelben ift aber fo genau Vf^ifnAm, 
»eil biefe Dffenbanmg eben für ibe« 9mo\jm gegeben tft iDC9|aIb fie aud^ 
in bem Sendet als ^ittelpunft ber 645pfung etfc^ni ^ bem ISeving^en 
aber m\ü ftd) (9ott aufg ^öc^fte oer^errli^en, unb baS baburd^ geftbeben, 
tioB ber Sol^n @otted auf ber geringen @rbe ^enf^i geworben ift. 

c": ^nf^ (^5ott bic 'iöelt fc^uf, l^nl feinen Pjrunb nit^t in einer au^er 
i^m liegend tn '(OtuHubigfeit, fonbern in feinem freien ^){at imö ihiiUen; 
ber 3»^*^/ roeldjem er fie fc^uf, ift feine (^Ijre unb ^i>erl)erilid]ung. 

d) ©Ott fd)uf bie ai^elt in fedjd „^agen". XiX^ ein 3d)üp(uug€tag 
ein 3^i^Qum von 24 iiuubcn geioefen fei, ift bannt nit^t auöfdjlie^lid; 
gefogt, unb wenn nrir unter einem foI(^en eine @<^öpfungdperiobe verftel^en, 
fo tfi bamit ber KUmocbt bed @(^öpferd nic^t baB (Seringfle vergeben. (SS mäte 
®ott au(b mdglii^ gewefen, »enn er gemoOt ffiHlte, bie ganje SBell big in« 
tleinfte fertig burc^ einen 9Binf betvoriurufen. 90, 4: ^ufenb ^abre finb 
vor bir, n>te ber S^ag, ber geftern oergangen ift^ unb wie eine 9la(^tma(|e. 

Die neue gcoIogif($c iüiffenfc^aft nimmt @ntn>idf(ungdpenoben oon 
■^alirtfcifenben in ber Jäußgeftaltung ber Grboberffädie nn. 9IIier aud) mit 
ben btöljengen (Jrgefaniffen ber geologifd^en (yovfdjitniU'ii iniiniu ber 'Sduiv^ungo^ 
berid)t ber 5}ibel I>infi(!(|tlicfi ber ^tei^enfoK^o bei i)er)d;iebenen i>lb|d)nitte 
uberein. Die 33 i bei fogt: S)ie lirbe roar luuft (b. i. formlos) unb leer, 
unb 5i«fteniiä bebedte bie ^lefe. 3)ie ©eologie fagt: 8(m Slnfung gab 
• cg wAtt 0fvge noib Kmlinente, fonbern ein 9Bellmeer bebedte gleid^mäßig 
bie (&rbe unb »ar wn einer biegten, unburc^bringlic^en tttmofpbSve bebetft 
— fHe Sibel fagt: ^arouf erf^en boi %twtmt. S>ie (B eologie: 
älUmä^lid) ^oben fid) onfangg unbi^eutenbe ^figel unb fumpfige Sftnbei^ 
^en au« bem aßeltnwere \emA. — ^te Sibel fogl: 5Dann fd^f ®ott 

ben Sagen mnd)t nd) bn^ ^fjQntaitifdjc, jumeilen in* Unfleljcucvlid)*' imb ^'Iben: 
teueilictie fd^meiienb, bcmcrtbar, mat^ieiiii W !£»arfteUung bei ^^iibel 6urdj ciite ^voß: 
artige iginfa4)b(it unb fla<btenibeit fi^ ouHei(bnet unb ott Seci^t, «an mik^te 
fogen: cincg Vugenicngen» barfteOt; fobonn Unb bie b«ibnif(bm lloftmogontcen 
ingleicf) Zl^eogonieen, in ben meiften fdOt mit ber 6ntfte^ung ber 28e(t au(b bie 6nt^ 
ftebunp ber 's^ötter .^ttfamnunt, ronl)Tcnb in bem ScböpfungSbcricht ber Sdjrifl e« 
Dou ilnianfl biö ju isnbc ba cioißt', anmä(^H0e, ^jcrfönlid^e O^ott ift, luddjer $»inimel 
lutb @rbe nic^t auä einer llmmterie, jonbim au» ntd^te erid)a)ien ^at; ber jelbit 
niibt Ott» bem 6toff enthebt unb ou* bem andft nl^t ber 6toff emoniert ober ber». 
oorgebt; ber über ber Seit ftet)t unb bocb in bev IBclt toifft: ber €<^fer, ni^t 
gefd^icben, aber bo(b untcrfcbiebeii oon ber @c^A|>fung. 



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112 



bic fßflaniCR. Xie (Scologie: darauf folgte eine unge^eiue SntioidlttnQ 
riefiger ^flongen, bie un§ noc^ olÄ @tfinto!)Ien ev^oUen finb. — ^ie Sibel 
fagt: 6rft na^))tx lie^ @ott 6onne unb 'Dtonb leuchten, ^ie ©eologie: 
^ie gleichmäßige ''Pertt'ilung biefer öieiüäd^fe über bie ganje (rrbe beroeifl, 
bafi btimalö ^ißärnu- uuti Sic^t anberä oevteilt waren aU je^t unb ipü^v: 
ft^emlic^ finn iBed^|el öcr 3«()re^jeiten ftattfanb. — 3)ie 33 i bei fogt: "Jlcd^ 
ben ^-^flan^en fciluf C^oU bie fyifdje unb 'l^ögel. Die Öeologie: 3(uf bie 
©teinloljleii^eii folgte bie 3^ '^^^ uiig«;ljtuvtri ^u^al^l lüimmelnben Saurier 
ober ^affertiere;*) gleichzeitig erf (feinen bie crften Suft6eioo|ner. — ^te 
fdihtl fogt: S)anii»inb(n btc merfü|igen Xicce gef (Raffen. S)teaieoIoQte: 
9Rtt ber iTcctbe etf(|etnen btc Sterfil|lcr unb ^«itgctieve. — a)t( 9ibe( 
fagt: (Srfl am @d^bift nntrbe ber Sifnfd^ gef(^ffeit. SHe «ScoUgie: <Sft 
fte^t unbebingt feft, ba^ jur 3^^^ 6teintot|ien , ber Saurier unb ber 
fireibef(hid)ten ber 3}lenf4 nod) nic^t auf Srben eiiftierte. — 2)ie (Geologie 
jief)t i^re Scftlüfye an^ ber Durc^forfdjung ber (Srbnnbe unb ben babei gc 
motzten ^unbcn, ol^ne in ben Icblofen Joffilicn ben Icbenbigcn OJott als 
Schöpfer ju finben. W(d folc^en Ic^rt unö aber bie ijeilige ^(^rift, bie 
Offenbarung (9otte^ im Icbcnbigen 3öort, i^n tcnncn. 

"I)ic £tui ti|itn unb bic brei legten Xagc ciui^iLdjin cmunbt'r. iUm 
erfteu id;u[ (|}ott baB l^ic^t, unb am otcvtenbie ^id^t{()rper, beugter« 
nen^tmmel; am )« eite n bie @il^etbung zroifc^en SBaffer oben (bie Sßolfen) unb 
IBaffer unten (^Rece) bueil^ ben Suft^immel, unb am ffinften bie §$f4|e 
unb 985gel, bte9Baffev« unb bie fiufttiere; ambritten ba9£anb unb 
bie ^flanjenroelt, unb am fe<^ften bieSanbticre unb ben ^enf<|en. 

f) ber ©djöpfung auf ber 6rbe ge^t bie Crbnung com Geringeren 
jum^ö^eren: erft baS^tineralreidi ((eblnfe .*Ptc»rpcr), bann bnö ^^lanjcn^ 
reid) (l'cbcn ot)ne freie 'Bciuegung), unb jule^t bas Xicrreidj^ (befeelte 
MürpcrV ätber roof)in (\d]oxi ber ^en\äf? 3)er Äönig Jyriebnd} 3öil(jelm IV. 
oon ^^.^reuBcn fani einmal m eine S(i)ule. Gr geigte feinen golbenen ^ing • 
mit einem ßbelftein am Jinger unb fragte: „^n roelc^cö ber brei 3laturs 
teilte geliert bie«?" — „3"* Wtnerattdf^/ war bie Mntroort Xann jog 
er eine Stpfelftne aus ber Xafd^e unb fragte: «SßoI;in gehört biet! 
«^ns $flans<nrri^/ cft ba. Unb inbcm er auf einen Sögel )<tgte: 
J^BMfin bicfer?'* — Sierreiilh/ riefen bie 5tinber. „%btt/ fragte 
ber Äönig weiter, „roo^in gehöre id)?" ^a warb juerft eine Stille; bann 
\)ob ein tleined ^Uläb^ien ben Ringer auf unb fagte mit geller @ttmmc: , 3nd 
.^limmelreid)!" Tn traten bem frommen .^onia bie X^räncn in bie 9lugen, 
er nal)m ba^ Ämb auf feine 'ilrmc unti fiif tc c^j. IJa, ber ^}JJenfd) gebort 
ni^lt ins Xicrreid), obiuol)l fein iicib mit bem beö iicreö riieleS (gemein l)at. 
(5r ^at fid) nidjt ettüa mit ber 3*'* einem Xicre eutwidelt, fonbem 
(^/üit I)at feinen l'eib bcfonberä gebilbet, ujaö er bei ben Bieren nidn geiljuii 
f^ai, unb ^at i^m feinen Obern eingehaucht, woburch ber ^tenfch eine be= 

*) „Souriet", b. i. (Sibec^icn, tft ber aooloRifdbe 9?ame ber 3uni leil riefen^ 
haften trotobilartigen Safferiiere, lucld^c im bibloc^eii c(t)i>PtunQi$berid)t ,8ee: 
ungebeuct' (Sutbrr: »fBalfiffhe*) genannt merbcn. 



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ua 



geiftete Seele erl)ii'U, unb roeil er gcfc^afjen i\t nad; biin iiilbe beä, ber im 
Gimmel luo^net^ bed^alb gehört n auö) inS ^immelreic^. 

3He 6cele beft ^llenfi^ unterfii^et ^ ^nämdf wm ber beft Xietti, ba| 
fie begeiftet ift, b. l btc geifiigen Senndgen bcfi S)en!eii««nb aSoSen« beli^i 
Site Setnunft, »dd^ ben Slenft^en mcfentU^ vom SIter untfcf^cibet, 
tjl bad ^^rmögen, geiftige, unb wenn fie vom .^eiligen ©eift erleui^M ift^ 
geijllid^e ^Jin^e '^u oerneI|men (ba^er ber 9Jame), b. i. erlennen. 

5. ^le aiümac^t (^3oUe5 befc!)rän!t fid) nid)t auf bie Schöpfung, 
fonbem jeigt fid; au* in ber (Jr^altung unb 'Kctiicrung bet äöelt, roaö 
mir unter bem 'i){amen ber SSorfc^ung*) äufamminfaftcn. (9ott ^at bie 
aüclt nirfit flcmad^t luie ein U^noerf, ba§ man aufjiel;t unb bann feine bestimmte 
^tit ablaufen lä|t, joubem mit beijelben Icbcnbigen Äliajt, mit lüeldjer er 
fie gefd^affen ^at, roirft er ununterbrochen }u i^rer Sri^altung unb Regierung. 
Jiutö) [einen ewigen 91 «t unb Sotfc^ung." ^ 9lat ®otted tfl 
ber tnrfprfingli(^e %Um, naäf ioeIi|eni er bte SBeft gema«^! ^at (SCpg. 15, 18), 
bie Sorfe^ung tfi bie foYt»%enbe SiinoirCluig ««f biefeIH ^e Sor« 
fe^ung ift alfo eine X^filigleit aUr ni^t (Hott felbft ; barum mu| 

ttiim oud| ni^i „Sorfe^ung* fagen» m man ben ^amm @)atteg feiner 
(S||re gcbraudjcn foll. 

a) ©Ott ertjolt bie ^^clt, b. i. ü)i)U nuidjt, öa^ alle^ öejc^affene befielt 
unb fortbaucrt, folanqe et roill; ober: et iüii£t burd) [eine allmäd^tige unb 
aUoe^enroactige Äraft, bup bie iö?elt fortbefte^t. ^^f. 148, 6: Gr ^ält fie 
unmei unb eroiglic^. J^ebc. 1, 3: iii (C^^riftud) tiägt alie 2)inge mit 
feinem fräfttgen %3ort. 

b) ®ott regiert bie SBctt, b. i. (Sott foitt aDe (^eigniffe unb tJer* 
Snberungen in ber SBeft fo, bo| oOeg enblid^ feinen givttli^en ^e<l erffiflt; 
ober : er oirft burc^ feine aDmS(|ttge unb aOgegenmftrtige ftraft, ba| aQeg in 
ber 3Bclt nad) feinem SBiUen fortge^ %\. 146, 6: @r orbnet fte, ba^ 
fie ntd)t anberd gelten müffen. ^ef. 46, 10, 11: ^ein 3lnf(I|lag befielet, 
unb i(f) tf)ue aüe^, rcaS mir (gefällt; roaS icf; fage, baä loffe irf) tommcn, 
unb 10.;':. id) benfp, baö tfjue ic^ auc^. illagl. :i3;er. 3, 37: ©er barf fagen, 
büß jüldjee ßejdjeije o^ne bcö .r^errn übefe^lV 

c) ©0 roenig alö bie Kräfte, incld^e @ott q!§ (Elemente in bie S^öpfung 
gelegt ^at, ouS [idj jclbei luirlen, fo roenig [teljcn bie Oieje^c, nac^i welchen 
ber gem&^nlic^e 2auf ber S)inge in ber Schöpfung erfolgt, bie fogenannten 
9laturgefe(e, auf fu| felber. @ott fte^t aU ber ®efe|geber Aber 
ben ®efe)en, bie er gegeben, unb Irin Stoturgefe^ !ann feiner StOmat^ 
@<^anten fe^^cn ober i^n ^inbern, menn er ben gemö^nlic^en Sauf \>ux^* 
breiigen unb ^u jeber 3^ ua<^ feinem äBiOen anberg mirlen miU, @ol<|eg 
Eingreifen ®otte6 nennen mir SEBunber, unb geJjt ba§ nirfit luqen bie 
^atur, fonbem über bie 5latui. ^^f. 147,5: llnfer >>err ift gro|, unb oon 
groler Alraft; unb ift unbegreiflich, roie er regieret. 

*) ^)iid)ti()cr ^ciM ci .^^ürfebunß', meil fte nii^t blo| ein 9)ot|e^ ober Sor< 

audl'ebm, jonbern jugieicb etne t^fttfocge i^L 

3: IttUmonn, ^ÜMlb. jlatM^. 8 



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114 



U. UJif ha% jii mtfitl^tn i% (6oü „tnnn (Sott nttö innn Vßtrr" fei. 

toafjren Glauben mu| mit bcr {jeiüin'cn, b. i. cjcuautn (iilcnntniö 
auc^ Das I)crjlid;e 5} ertrauen üetbunben fein. @S ift nic^t genug, ben roo^ren 
@ott }u glauben, b. i. gu glauben, ba^ er ift unb bie 9Beft erfc^affen })at, 
fonbom H ^ei|t: glaube in ober an ®ott b. l u$ |abe s» ein 
fcfIcB Settnuien. ibanim H anäf ntd^t: mc glauben, fonbcm: td^ 
glaube an ®ott, roeil jeber, ber feiig werben mX fttv baS "^Ivä^ Ser« 
trauen laben mu^: 3^ glaube, ba| @ott mein dJott unb mein^ater ift. 

1. @ott ijt in c^eraiffem Sinn rtUcr 'l^t c n f rfi f n ßMt unb Isakt, 
inbem ev ben ^enfdjen nac^ feinem ibUbe anfänglidj erfd^affen ^at unb 
olle ""l^fenfd^en erljält. Slber babei qef)t bie üon il}m abgefallene 9öelt bod^ 
verloren, unb es roevbcn nur öie jehg, bie 6I)nfto buvcf) ben luaf^ien ©lau^ 
ben eingeleibt werben unb burd) bie Grncueiung nad) \mxm Silbe wieber 
)ur Üinbfcl^aft G^otted fommen. ^^d) glaube, ba^ ber eroige Später 
imTerft l^erm '^c\u S^rifti — um feinet 6o|neiB ^efu (S^riftt niOen — 
mein ®ott unb mein Sater fei." (Ep|. 1, 5. 6: <Er |at unA verorbnel 
}ur Jttnbf(|aft gegen i|n felbjl, bur{^ ^fum <S|tifhtm, nadft bem 9Bo|U 
gefoQen feinet ffitUeng, ;u £obe feiner ^errltcien G5nabe, burt^ wtU^ er unS 
angenehm gemacht ^at in bem beliebten (^^rifto). 3o|. 20, 17: ^ fa|re 
ouf ju meinem 3>ater unb 5U cuerm 5lUtcr, vi meinem ®ott unb §u 
euerm ©Ott. 9löm. 8, 14: 9Beld)e ber Ojeift CSJotteö treibet, bie fmb 
®ottec> Hinber. 2 jlor. 6, 16. 18: ^d) will in il)nen n)oI)nen unb in 
ifjnen iDunbiln, unb roiH \l)X ©Ott fem — unb roiH euer 5Pater fein, 
unb il)x joUt meine «Sö^ne unb ^^Öc^ter fein, fpric^t ber aUmäc^tige ^crr. — 
Unfre ^eibnifc^en ^8oi fahren nannten il)ren oberften ©Ott (3öuotan) ^3111« 
voter"; unb e§ ift ^eute ebenfo fe^r ^eibnifd^er Unoerftanb, wenn man ben 
lebenbigen (Sott lebtg(t<| fflr fo einen SCSermeftfloater |ait; im eigentlif|en 
@ittne beft ffiortt ift er li^ berffiett, fmibem nur burc| unb in 6|ris 
flug ,»unfer unb mein Sater." 

2. ©erabe bie unermepit^c Siebe, bie ®ott unä in G^rifto enoiefen 
^at Csol). 'S, 16), eiitncft ein folc^eä 3Sertraucn, „bafe i(^ nid^t jmcifle". 
3)aö iintUi) gläubige SJcrtrauen fd^lie^t alle ßtreifot unb Ungeiüi|t)eit 
auä. %\l 118, 8: 68 ift gut auf ben §erm oertraiun. iKöm. 4, 20. 21: 
Slbra^am ,!\iü ei feite nic^t an ber iBerl)ei^ung ÖJottes buw^ Unglauben, 
fonbern warb itatt im @Iauben, unb gab öott bie (rf)re; unb luu^te 
auf« allergeroiffefte, ba|, loasJ 0ott oev^eifet, baä lann er mä) tljun. 

8, iKu^ bie Sorfe^ung ober ^Jfürforge, mX^e @ott feinen ftinbern gang 
bcfonberi ^imtiM, be^t in Sr Haltung unb Sllegierung. 

«) ®ott erhalt mt^, inbem er mi<| mit aOen SSebfirfniffen U9lot« 
burft") für Seib unb Seele oerforgt J)ie 9lotburft für ben fieib, l^aupt» 
fäd^Iic^ ^a^rung unb Äletbung, nennen mir baö tägliche Srot; bie ^otburft 
für bie See(e ift ba'^ "IBort f^otteö, ba5 39rot be<5 ^'ebcnö, unb bie l)immr 
lifc^cn (IJabcn. <'hi5 bem rechten 'l^crtrauen ju ©ott ermädjft unö bann bie 
rechte Sorgloju^fcit (^4>^il. 4, 6: Sorget ni^tä; 1 ^etr. 5, 7: benn t^r 
forget für cuc^) unb ©enugjamfett (1 Xim. 6, 6—6 : @d ift ein großer @e* 



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115 



loinn, imx ^oujcluj \\t utib lajjet fid; genägen; wtnn mix 5ta^rung unb 
j{Ieibun9 ^aben, fo laffet und genagen). (Sott |<rt l(o^ oorjeiten juv 
St^ttmig bcr eiemcn, wcrni cd ndti0 mar, ffiunber gd^an (für eiti)eliie 
me a* 9* «"b <EIia, unb fOr fem Sott nie in ber SBik^), 
fonbem fein Xrm tfl l^cute nod^ nt^t oeriür^t, ba^ er nic^t auä^ nninbcr(ar 
Reifen fönnte. 3(ber „alfo oertrouen, ba| xdf md)t jroeifle!" 

b) ©Ott regiert mid), inbcm er „aucf) atlcö Übel, ba§ er mir in 
biefem 'J^ammcrtr^al 3uf(j()i(ft, mir ju^ut Tocnbct." Wott orbnet unfrc ilört^e 
unb leult unfre i^c^ritte bur(^ gute unb bbfe Xogc ju bem ^'i-'l*^' ^"^B '^ir 
baDon bviuiiiu un)rer ©eelcn Sciiflteit. ^te guten Xage foUen unQ nicbt 
übermütig unb bie bi3)cn Xage nic^t oer^uyt machen ^ jonbern rou | ollen 
alfo oertrauen, ba^ roir ni^t jweifeln. Dbgleic^i wir ^^ergebung ber ^unoen 
^aben, rotib bie Me bo<| nic^t jum ^arabiefe, fonbem Uetbt aud^ für bie 
Itinber Mteft ein ^ummect^l, M bem fie fi^ levnrt fernen noil^ bem 
^rnmlifd^en SUmian, uitb bleiben fie btnin oomübet ni^ oecft^ont. Ibai 
Ubel, b, i oOerlei 9lot tmb Seib, ifl aber für fie nid^t eine Strafe ber 
8flnben, fonbem „3öf^t^9""Ö"/ b. i. ein ^jie^ungSmittel in ber J^anb öotte«; 
banim acvfi(f!t ihmn bQö llbcl, ba§ 33öfe, wm riJuten. (fin ^^cifpicl ift 
baö iL'cben ^o|'ept)(5. 1 "i^h'cfe 50, 2U: gcbüd)tet ccs bofc macffcn, aber 
©Ott gebadete €<6 gut ju mndjcn. i^cbr. 12, 11: X'lUe ^udjtigung, loenn fie 
bo tft, bünfct fie unä nicbt A-reubc, fonbem ^raurigfcit ,^u fein; aber bo = 
naü) jüiiö ut gtbta aiu' jiitD)amc J^^^)^ ©ercc^tigfcit benen, bie 
babtird^ geübet fmb. 9(pg. 14, 22: ißir rnüffen bur(§ oiele 2rübfal inS 
<Sotte9 ge^ 9tdm. 8, 88: 9Bit »ilfen ober, ba^ benen» bie Qlott 
lieben, aOe {Dinge jum 8eften bienen, bie bem Sorfa| bemfen {tnb. 

4. ttnfev Sectrauen giibibet M auf bie idlmail^ ®ottc9, bai er ba§ 
aUcS tl)un ta nn, unb auf feine treue Saterlt>be, n<t^ VH^tx er eS 
roill. !D{enf(^enl)üIfe ift unjuoerläf ftg ; man^ie fönnten Reifen, ober wollen 
nic^t; manti^c möchten Reifen, aber fönncn n\ä)i. @ott fann unb luill. 
Sur. 1, 37: 33ei Gott ift !cin ^ing unmöglich- «Pf. 103, mic fid? 
ein iNater über iUnbcr erbiutnct, fo erbarmet ftc^ ber .'nerr über bio, fo 
i^n fürdjten. ^c). 49, 15: .Hann aud^ ein SBeib iljreä Kinblein§ Dtigcjicn, 
fo roUi id) bo(^ beiner nic^t oergeffen. ^er. 31, 20: ^ft nid^t dpt^raim 
mein teurer 6o^ unb mein trouteS itinb? f)enn id^ gebente noc^ mo^l 
baran, mos i^m geriet |abe: bantm bri^t mir mein ^erg gegen i^n, 
ba| mi4 ftxm evbormen mtt|^ finm^ ber ^cir. 



^ ST. \l>ao vtv^tl^ bu burdy bic l^t-febung (Soticof 

]Die allm4(btigc unb gegenivAvrige Kraft <ShtM, öutd) tveldbe 

er ^initnel unb Crbe, famt allen Kreaturen, qltidf alB mit feinet 
^anb, nod) cr^It, unb alfo regieret, öaß Caub unb (ßrap, ^cgcn 
unb E?firrf, fruchtbare unb unfriicbtbare 3*^«/ tfiffen unb IrinPm, 
<ßefunM?eir unb KranH>eit, Kcidiium unb %tmut, unb allce nid)t 
von obngcft^br^ fonbem von feiner v^terlid)en ^anb unö 5ut:omnte, 

8* 



116 



iat». Sie SBorfe^ung @otted ift Mc Hcaft ®otte«, burd) mb^ fr qXU§ €^ 
W mb legiert. 

ft) ißod für eine Araft ift e«? ^ie aQmöc^tiee unb flegenroärtige ^raft ®oim. 

b) 3Pnranf crfltecft [\e ftd» ^ Suf iJaub unb ®rao ^>{cidit>(m unb ?Irmut. 

c) 'IBie regiert &ott \oiöiti unb allein anbere? 3)af> alled nietet tion o^ngefö^ic, 
fonbern — jutomme. 

L IQm tmtrt Icr Hotrekniiii Mtes )n 9er|lfl|(ii tfl. 

1. S>C( Stame ^at feinen Urfpnind in 1 3Rofe 22, 14 (nai| bem Ofounbtest): 

^er ^err roirb'8 oerfc^en, b, i. bafür fotgen. 2)ic i8orfef)uni^ (ober beffa: 
Jürfc^unö) @otted ift nlfo im roefcntlidjen bie göttlidje ^ürforgc für ©cgeu^ 
Toavt unb 3«fwnft, ^ic i<oi[cI;un(^ Öotte« bcruljt in feiner 3lUinad;t unb ^^Td - 
gcgentüurt. ^4if. 14: Du ^a[t einen geraaltigen !^(vm, ftarf ift beuu- .V)anb, 
unb 1)00) ift beine 9*ted)te. '3ef. 40, 26: 6ein Jiieimögen unb ftarfc Üraft i[t fo 
grofj, ba| nic^t an einem feljlen fann. 3«f. 46, 10: 9Jiein 91nfd)lan bc[lil)ct, 
unb id) t^ue alles, wai mir gefäUt. — ^pg. 17, 27. 28: (^r ift nid|t fern 
oon einem jeglichen nnter un<; benn in i|im leben, »eben unb jlnb loir. — 
ICHc Sorfe^ng ®otte9 Itonn ba$er, nwil fte biefelbe Araft \% iwc^ m^e 
(Skü bie SßeU eifc^affcn ^at, aU fbrtbauecnbe ©d^opfung besetc^net «erben. 

2. ^®\eiä) aU mit feiner ^anb" — roiQ fagen, ba| (Sott nid^ 
bto| Otts ber oon jenfeitd ber ftc^tbaren 3Belt burc^ fogenannte ^atur^ 
gefe^e unb 5laturfräftc ouf biefelbe cinroiift, fonbern pcrfönlid^ unb unmittels 
bar, fo ba^ er nic^t an jene 5?räfte unb (Üefe^e gebunbcn ift, fonbern [\6) jeber: 
l^eit fojufai^en freie i)anb behält. Jpiob 12, 10: Dufe in feiner ^anb ift bie 
Seele alles bcö, bao öa lebet. — ber 6(l[>rift wirb oft oon Sinti uiib 
^anb, Üluo^cn unb Dijicn Öotteö gercbet. !Wid^t aU ob ©Ott, weiter Seift 
ift, einein iiicnfc^en gleiche, ober alö ob bie ^JJiänner öiotteS oon Öott 
mcnfc^Uc^ geba(^t ptten, fonbern ei ftnb bot btlblic^e ^Sejetc^nungen für bie 
9Smad^ (Xvm tmb ^anb) wtb bie StUgegenrnort OKugm unb O^ren) ©otteS. 

II. IVomuf Uorfcljung (Rottes (tdi erfirccUt. 

1. ^ie 'Porfef)ung Ootte^, m<^ toel^er er bie ®elt erhält unb regiert, 
ecftrcdt ]\d) auf „alle ilreaturen", b. i. alleä, roa^ (üott gefc^affcn l;at, 
unb rooä im .^immel unb auf (^rben unb in ber ^ölle fid) befinbet. 
^f. 139, 8—10: .Ciimmel — ^Ötte — am öu|er[tcn 3Hcer. Sic umfaßt 
bas @rö^te toie bus» Mkinjit, ^üiol^i unb ^ii^elje aller (äefd)i)pfe. 'iluc^ buä 
Übel gehört in bie äk)rfe^ung @otte<. tCmoS 3, 6: 3ft and^ (in UngUht in 
bcv &M, bai ber ^ nid^t t^ue? ^ef. 45, 7: 5Der ba« Sid^ mcu^e, 
ustb fc^affe bie 9in|leniift; ber i^ ^rieben gebe uttb f(^affe baf Obel 
^ Hn ber ber fd(|eft alIcS t^ut. ^n aOem ift bas 3iel: ©otieS 
CS^re unb ^er^errlif^ung, fein "SUiiäf rnib bie Qefeligung feiner Studenpä^Iten. 

2. "iHian unterf4ieibet h) eine allgemeine ^orfcl)ung ©ottc§, bic ficf) 
auf bie ätt|ere Ö^i^fwK% be^ie^; b) eine befonbere, bie auf bie 



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I 



^nPSQt 27, 



117 



■]}(tn[d)en, uiib c) eine ganj befotibere ober genauefie, bie fid^ auf baö 
Stetd^ @otteä unb bie i^inber Rottes bejie^t. 

a) aUdemetne Sovfe^ung ®oVM, J^auh unb fStü^" ^f. 104: 
Gimmel — SBoIfen — 9Btnb — SRecr — Setter — Serfte — 9nsmicn 
— ®tQ§ unb @aat — SBcm unb 9rot — Gönne unb SRonb — Xog unb 
^ad^t —.SB. 39. 30: SerMrgfl bu bein ^fngefK^t, fo rrfi^redSen fie; bu 
nimmfl rocg t^ren Dbem, fo oerge^en fie unb werben roicber gu Staub. 2)u 
läffeft au§ bcincn Dbem, fo werben fie gefdiaffen, unb ocmeuerft bie (^cflalt 
ber Örbc. — „jHct^cn unb ^ürrc." ^cr. 5, 24: fda^t unä boch rcn .{lerrn, 
unfern 0ott, fürchten, ber im* ^rüfircgfn unb Spätregen (oon meieren beiben 
9üegen^eiten bie ?Vi^u(^tbarfeit beo xanb. > .Vianaan nbl^ing) ju rerfiter 3«'* 
giebt, unb unS bie (Icnte treuUd; uno jatjrlic^ behütet. — 

unb unfruchtbare l^a^re." ^of. 2, 21. 22: ^(^ mitt ben l^immcl ec^ 
^dren» unb ber Gimmel foff bie Q^e erldren; unb bie Qcbe foQ Siom, 9Roß 
unb Ol tdßittn (ba^ fte gegeben werben). 

b) 2)te befonbere fSorfe^ung ®oM betrifft: 

1. ^ie leiblichen Ser^filtniffe ber SRenfcl^en. „@ffen unb 
Xrinfen." ^Jf. 145, 15. 16: Mn Äugen warten auf bic^, unb bu giebft 
tfjnen Spcifc feiner 3eit; bu t^uft bctnc .fianb «itf, imb erfüUcft aClei, 
woö lebet, mit äßo^lgefnUen. 9Tp(i. 14, 17: &on ijat um com ,t>immel 
?Hcgen unb frud[|tbare i^tvten gegeben, unfre f)er^cn erfüllet mit Speife unb 
^rcubc. i^f. 104, 15: ber aöein erfreue bcs ^]JJcnjcf)en -Oerg, unb baä 
Srot beä "Uienfc^cn C^crj ftorfe. — „®efunbljeit unb Äranl^eif. 
^iob 5, 18: (Sr ©erlebet, unb oerbinbct; er jcrfc^mei^et, unb feine §ottb 
l^etlei 3 ÜRofe 15^ 86: ^ bin ber :&err, betn Wc^ — 9Sk bie Jtrttnf^eit 
bes (Stnaelnen^ fo flc|en Stne^ unb €etti|en unb Srnibfilogen in ber 
^onb Gottes. 3er. 14, 13: ^ niD jie mit bem Schwert, junger unb 
^eftilenj (©eueren ober anftecfenbe Jlranl|eilen) aufreiben. $f. 91, 6: @r 
errettet mic^ oor ber ^eftilen^, bie im gfinf^^n fc^Ieic^et, »or ber ©euc^e, 
bie im !D?ittag rcrbcr^^pt. 3tcic^tnm tmb ?rrmut." 1 Sam. 2, 7: 
X'cx derr mad)et arm unb ma^et reic^; er crmebriget unb er^ö^et, (53cis 
fpiele: .^iob, Äap. 1, 11; ©alomo, 1 Äön. 3, 13.) ©pr. 22, 2: iReic^e 
unb älrme müffen unterctnanber fein; ber .^crr l)Qt fte aüe gemacht. 

2. Xie GkDantcu unb 2lufd>läge ber 3)Unfc§en. ©pr. 21, 1: 
M RönxQi ^erj ifi in ber j^onb bcd ^erm, wie SJafferbdc^e; unb er 
neiget et, wo^in er nifl. 23, 10: ©er ^err ma^ ^u nickte ber Reiben 
9tat, unb oenbet bie ®eban!en ber SoHer. Bpae, 16, 9: ^eft SKenfc^ 
^ei) fd^Uigt feinen 9Beg an; aber ber $err allein giebt, bag er fortgel|e. 

3. 2)ic äußeren ®efcf)tcfe beS menfcl^lichen cfc^lcc^tä. Die 
SEBeltgefc^ic^te ift ni^t boä Söeltgerid^t, fonbern njotteä Gicridjte crfd^cinen 
in ber ffielt^cfcfjiffiti-. ^an. 2, 37 — 45 cnll)ält bie großen Umriffc bes qött- 
lid^en SBaltenö m ber Üüeltgef c^ic^te unb jcigt, roie öott oorgefel^en 
(nidit blof? üorl)crgefc^en, fonbern üorijeibcftimmt) Ijat bie .<^errfc^aft ber 
^eilLetd^e: 1. ba^ aff^rifc^ibab^lonifd^e (-JUbulabne^ar unb ^elfo^ac), 2. bad 



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118 



grüße V. 



mebift^sperft^e (^antift, 9^aioctttS wA tetS ober ff^nA), 3. boi 0rinl^(|« 

macebonifdje (9Clecanber), 4. bad römifc^e SReid^ (^guftuS) mit feiner Teilung 
in oft* unb roeftrömift^e« ; auf bem römifc^en jReid;e berufen au(^ bie heutigen 
9lci(^e tn ber T9elt mit ibrcn ©efc^cn unb if]rcr .Kultur (3^an. 2, 4;i), 5(pg. 17^ 
26: (vi Ott l)at qcinad)t, ba| Don eine tu xHlui alicv "i[Renfd)cn Öefc^lcc^ter 
(bic U>olter) auf iDcm ganjcn (5rbboben iDoiincn, unb ^at ^iel gcfe^t^ JU; 
oor ocrfe^cn (beftimmt), loie lanqc wno meit fif rooFinen foflcn. 

c) ^ie ganj befüaberc ^orfe^ung üioUcä be^iel^t }id^ au; buä Mtid) 
(Rottes unb bie jtinber ®otte8. 

1.311 ber Sletc^ggefc^ic^te. Qoit ber Berufung Slbra^amd, bcS 
6tommipaM, biii |lir SvSf&^ninQ bei Solfei auS 909plen; bte MwiiHmio 
bei Soltalebciii m ber SBilfle tmb bie Senluim beft @t(Mttkbcni m ftotiaaii. 
^Die Ii99pter^ Sabplonier, Slff^rcr, ^crfer, (3Jriccf)cn unb Sldmer, alä 3"^*'^"^ 
fftv 3^rael in ber ^onb be« ^errn. ^ann bic C^rft^einung feineö in 3i*rael oot= 
bereiteten ,<TDm<^rcif^§ vom .<^tmm?(. Tan. 2, 44: ^'^u ber ,^cit folrf)er ."Rnnif^e*) 
(im nntcn iHeid;) lüirD (^ott com .^Mmmel ein 5 n 1 c^r c i d) aufrichten, 
baö nimmermehr jcrftöret toirb; — eä mirb ciDighdjt bleiben. Unb ^aggoi 
roeiöfagt (2, 8): Sitte .<öeiben loiU iä) beioeflen; ba foll bann fommen aUcr 
Reiben Xroft. ^ux ßrfuUung bebient fic^ ©oti bea i^inifdjcn Ma^ts>, baö 
feine S3öllenn(tffen biiv^etnonber lofirfelt, unb feincS mächtigitcn ^errf(^erd, 
bei ^uguftud. (2uf. 2, 1.) 9lac^ bem eioigen Slot unb Sorfe^ung Rottes ge^t 
fettbem otu^ bieStttbrettung feines 9lei<|et in ber SKffion wt fii^; juecft 
nun ^exufalem aug in ^Ififümi, bomt in bie rdmifd^e jB&tU" (9^g. 17, 6: 
bie ben ganzen 3Belt{reid erregen), b. i ben SänberfreiS um bad mitteU&ts 
bifd^e ^D^eer, unb bann über bie ganje @rbe l^xn. 2)ie 9(u8breitung bed 
5tpni(^re!d)C5 (^iottfi erfolgt ncu^ bem ^clb,^ug§plan, roeld^cn ber Äönig ^pfii^ 
(3lpg. 1, 8) cntiüorfen l)at: ^fft werbet meine ^cugcn jein ju l^erujalem, 
unb in ganj fMibaa unb Bamaxxa, unb bis. an baä C5nbe ber (5rbc. 

2)ie 3Soiiti}ung Öotteö in @rlh*>^tung unb ^^ieyuiuiu^ feinesk Slei^eö 
bejie^t ftc^ auf beffen innere (rntioidlung (9te|ormation) unb beffen 
6(^u( gegen feine {^einbe Ouben, Reiben imb 9{amen($riften, ~ (S^riften« 
mfolipmgen in ben erflen :^ahr^unbecten unb in ber dtefocmoltonlgett — ), 
fowte auf beffen ff^lte^ii^e tBoIlenbung^ wie fte in ber Offenbarung beft 
^o^anned Doraudgefd^ilbert ifi. Dffb. 11, 15: (SB ftnb bte Sieid^e ber SBelt 
nnferd J^c^ unb feined (S^riftud gemorben, unb er roirb regieren oon ^ig: 
feit 3|u (Smigleit. Offb. 19, 6: ^oaelttiaf a>enn ber aam&^tige ®ott ^at 
bad ^eich eingenommen. 

2. ^n ben perfönlidjcn Jü^rungen bei M iiib er Wotte 0. 
oUen J^übrunqcn ift ju fpürcn: feib bte ©efcgneten beö .r->erm, ber 
.^imniel unb (irbe gemacht })Qt. O^f. 115, 15.) Unb cm >>aar oon eurem 
Raupte fön nic^t umfommen. (2uf. 21, 18.) @ott ift rcid) über alle, bie 

anrufen. (9tftm. 10, 12.) 5DaS (Bebet ift burc^ bie SJorfe^ung (Sottet 



9to4 bm Qhunbliit. 



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9noe ST. 



119 



nidjt auooc^diloncn ober überflüffic(, )onöern roir roerbcn Durd) biefc oielme^i; 
bnui ermuntert. 2)er gcfagt ^at; euer l^immlifd)cr 5ßater roeif;, bafe il)v beS aUeS 
bebur[et ( .Utat. 6,32), berfelbc ermahnt unä in berfelben 'öcrgprebigt : bittet, 
fo rcuD cu4) gegeben (7^ 7). Oiott jocgt für bie Seinen mit feinem ©c^uffe. 
€ac^. 2, 8: 9Ber ew| otttaftet, b<r toftet feinen (<9otted) STugapfel an« 
Ißf. 34, 8: S)€r @nge( bed $errn lagert ft(^ um bie ^n, fo i^n (ben ^erni) 
fain^tai, unb ^ttft ilnen oul 9Bo Ite (^brongt netben, ifl er auf i^n 
Slettung (eboc^t. Su!. 18, 7: Sollte @ott nic^t retten feine SluSernä^tten, 
bie i^m rufen Xüq unb !nac^t, unb foOte @ebulb borüber ^aben (fte 
ftedten laffen)'^ ^iob b, 19: 9(ud fec^d Xdibfalen roirb er bi(| erretten, unb 
in ^er ftebenten mirb bic^ fctn Obel rühren. — Beifpiete göttiid^er 
rung unb 3Jorjct)ung; Slbra^m, Sof^P^)' '33Jofe, 3)ooib, Daniel. — 

2)a8 il^erl) ältniä ber ^^orfe^ung (^otted j|um Söfen, jur 
6unbc. ©Ott ift md)i ber Url^eber beS iÖöfen, aber er regiert auä) bie 
Söfen; ber böfe ^Jl^ille ift beä ^knfdj^en, bie X^at aber, ob er eg auöfui^ren 
boif ober itu^t, fte^t tu ber ^anb Mtd. fbu^ bai 8öfe ^at Mottet 
Sorfel^ung ald ^titm in bot %wilk ber SBeftregierung eingerechnet, o^ne ba^ 
bie (üottlofen bobnn| eine Mff^iilblsttng loben. IRat 18, 7: ^ mu| )o 
Ärgernis fommen ; boil^ we^e bem SRenfc^en, burc^ meieren fttgermi (ommi 
©eifpiele: Parao; 2 "THo^e 7, 3: witt ^^aroo« ^erg oer^rten; 
9, 35. Simei; 2 ®am. 16, 10: iJa^t if)n fluchen; benn ber ;&err ^at ti 
i^m gel)ci^cn. ;^suba3; ,l;ofi. 17, 12: (Jd ift feiner oon x^nen uerloren, ofine 
baö oerlorene Eino, bajs btc 3cf)rift erfüllet roürbe. 2)ie Ätfu^u^ung @^rifti; 
2uf. 24, 46: Sllfo ift es gefdirieben, unb alfo mu^te Gfjriftus Leiben. 9Cpg. 4, 
27. 28 (n. gen. Überf.): Sal^rlid) ja, fic Ijabcn fic^ oerfammelt in biefer 
€tabt ui^et Deinen ^eiligen ^nect|t ^efum, wdc^en bu gefalbet ^aft, ^erobeö 
unb $0nHui $iEatu«, nrit ben Reiben unb bem Soli 3«rael, ju t^un aleS, 
vnA bctne ^b unb bein SRot )uoof befümmt |at, ba| gefc^d^en follle. 

aSHr ISmten fagen: 1. ®ott miilk nii|l boi 93fe (bte ©ftnbe), aber 
er lft|t ed ju (j. 9. 5tain); 2. er regiert ed, inbem er t^m Garanten 
fe^ <}. 8. bie ©ünbflut, ber 3;unn au Säbel, San^erib, ^er. 37, 29), unb 
inbem er Sünbc mit Sünbc fhroft (Wöm. 1, 24. 26) ober baS Söfe ber 
©ottlofen feinen Äinbem ^um guten locnbet (^ofcp^, 1 ^^ofe 50, ir». 20). 

4. 9ln f^JotteS Jlorfe^ung foUcn roir und auc^ nidjt irre madjen laffen 
burd> bie iiviliviuijmung, bü^ es i)\tt auf (Srben äu^erlidd ben 0ottlofen 
oft fo gut unb ben {frommen fd^lec^t gel|t. @8 (ommt barauf an, ma^ 
nixüiä) gut unb roirflic^ fc^lec^t, b. i. f(|äblid) ift. SDer (Erfolg unb baä 
0nbc mu| efi lehren unb Hör moi^en: ba§ SBo^lerge^en ber Mtlofen ma^t 
fie nur ft<|er unb fcfler in ber (SottfoftQfeit, unb baft Me ifl brt enrig^ 
Seiberben; boS Seiben ber Rommen Iclutett biefe, treibt fie immer me^r 
ju bem ^errn ^in, unb bad (^be ift bie eroige ^errlu|fett ^er fc^einbare 
Stbcrfpru(h in jener äBa^me^mung wirb einge^b erwogen unb geldjl im 
73. ^falm unb ^al. 3, 14—4, 2. 

5. JSil\o, ba^alUdni(|toon o^ngefä^c, fonbern oon feiner 



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rntprltdjcn ^anb uns jufommt." (^s (^ioht n->ebcr eine ,,^nturnott 
Tocnbigleit" noif ein „Ungefähr", toebcr ein „<Bd)id\(i[" ober „'^krliangnio" 
no(^ einen „3«f<in'', roclrfie i?(uobrücfc unb Segriffc nid|t m ber Sdjrift oor^ 
!ommen, fonbeni nuy buu alten .f">cibcntuni ftammen. llberall ^at bcr ^icrr 
feine „$anb" bobci; auc^ loo es ied|t „oon üI)!U5efäl}r'% b. i. mö)i ^erfacii 
gefülirt, erfc^eint. 2oi mit geiDorffit in ben 8d)o^, ahn €f fäUt, me bcr 
^enr totO. (6pr. 16, 38.) 2lcn Itittbem (Sottel lommt aOct )tt onS bcr 
^anb bd treuen Saterf, bfr et QUt imi t^nen m<tnl, au(| »enn e§ b&fc 
f^cinl. $Darum fonn ctn ftinb ®otte«, rocnn fi t|m At|erlk^ awi^ npd^ fo 
i<^Ic<l^t 9^1^, auf bte ffta/^i Sie de^*!? immer antmoiten: Öhiil 

Bntngli fagt in feinem ®Iaubcn«be{enntnid : M mt\h. baft biefrl f)ö4fte 
fBefen, meld)«* mein (äolt Ift, frei roalfet Aber bic panje 3öe(t, fo, baft fein JHot' 
fdjlufe md)t non irflcnb einein öcfc^opf abbannt; benn boä ift jener unöoPfontmenen 
menfd)nd)fn iiindbett etßen, ba§ fte fid} bei i^ren ^ej^iaffen oon einet Überlegung 
ober Don einem '^cifpiele leiten (ä^t. Ö^ott oict, ber wn Mftldt Hft bl (iotgtett 
oOeft mit einem einiiflcn OK« flbnfiebt« bot nUbt nfttlo tu Überlegen ober iTOenb 
et0o4 obiunarten; bcnn gleitb roeife, norfti^tig, gut u. f. m. leitet mib oibiiet et 
Wiabbängig nllc T'mc', bcnn fein ift alle«, wo« ba ifL" 

Clcüianuö. ,öin ©laubiger foQ auf<S anfrnrroifiefte bei licb überjeugt 
fein, ba& alle Xinge burdb @otte<3 ^erorbnung unb niä)i ül)ngefäbr, ober butc^ (M&d 
unb Unglfid jtcb jutragen unb gefdbeben, unb foQ hA\^\b ble Hugen feincft QemfltS 
in aOcn ^gm fttaä» auf Oott rUbten, mit bcm er einen 9mib buir olf nvf ben 
erften Urfprung unb Urfa^ oder ^inge. ^ied beieugct bie bcilige Scbrift. !«^ofepb 
fprifbt: 3l)r feib'ö nl(^t, bic Ibr mid) oerfouft bobt in ^tgpptcnlanb, fonnom hitrdi 
ben SDinen ®ottf4 bin icf) uor ciid» berpiefanM, bafi id) eiidj boS ?fbfn bciiüuluctc. 
%{[o bleibt aud) .t>iob mit (einen (^ebanfen nid)t b^nfl^n an ben übalbacrn, burcb 
bie Ibm fein ®vt gemuM mif, fonbem et finrld^l: (Bott bttt'ft genctoi, <Bott 
roieber gcnimtmen, ber 9lame beft ^ercn fei gebenebeiet — 3at 4, 16 : ^arum Ibr 
fttgen folll: So bet öerr mid unb roir leben, ttinllcn trir bie? ober ba9 tbun.' 

llri'inuö. „Die 3?orfcbun(< Wottcä ijl ber emific, DoUifl freie, unobönberlidje, 
meifejte unb gered)tefte 9Iat (^otteö, nacb toelcbem i^ott olle« (^ute in ollen 
f(bi)pfen wirft, bic 6ttnbcn aber gefdbeben lä^t, unb aOed (9ute unb IBöfe feiner 
Obre unb bcr IhilenDftbltcn j^l lenlt. 

.Tiefer 9lat QtotM ift nicbt nur ein SBiffen in ®ott, fonbern oucb ein wirf* 
famer ikfdiluf^ unb ^ille (^iotte«, baburcb er oon Croi^feit bcftimml bat, n?aS er 
felbft tbun luill unb loo« mit feinen ©erfen flcfrfiff) t foU, unb loaS et beldb^ofien 
bat, fubrt et äu icincr ^eit unO nad) {einer Crbnung aui.' 



* 18. Waa fikr Hu^en befommen wh bcv «frfenninl* ber S<böffKn0 

unb \:>ot'febun0 (Tiottee^ 

)Da0 n?ir in aller tDtöerto^rtigteit gröuIMg, in (Blöctfcitgtcir 
önnFbar, unb aufe 5uFönfti0c guter 5ui7crft(i)t 5U unferm getreuen 
<6oft unb Vüta fein foütn, ba$ une tdnc Hreatar von feiner 
€icbe fdicibtn wirb, Meweil alle Urearuren alfo in feiner ^^tib 
ftn^, fie fid) pfjnt feinen tPiUen audt nidift regen nod) bewegen 
E^nnen. 



Digitizcd by Lit.jv.'vi'^ 



121 



9Dibor»oärttn!cit = affc^, ma« unS juwiber (entgcßcn) tft unb un8 6«» 
unru^igt o6er leijt. ^lüdfeUgleit — oiel ®[üd, angene^jme Sebendoet^öltmife. 
Xufö jutanftige » im '^lid auf bic 3utunft. 

Vntm. Vitt hn Qcleimtirii bcr 64»Bpfuiia unb SBoifc^ung (BotM bclMmiuii 
ivif einen breifac^m 9tutm. 

ä) ©cl(i)e§ ift ber crfte'^ Tan wir in nllcc SIBiberttJärtiflfoit nebulbifl fein foflcR. 

b) ülV'ldicS i)t bcr jnetteV Xaf? mx in r^lildfelißfeit banfbnr fein follen. 

c) SBelcb«^ ift bet btiltc? %at roir aufs lutünfliße — fcbeiben roitb. 

d) Vorauf QTQnbtt ftt^ \olä)t ^Mtxfxäit'i SBcil aQe Kreaturen — betoeflen 
(ftnnm. 

^te <i(cttiiife C^rfenntnt S, bic wir min fon ber ©(^öpfunt^ unb *3^f>r- 
fe^ung (Rottes iicinoiuicn t)abcn, binnfl[t uns bin "«T^u^cn, bafe rcir babur^ 
im ^Iniiben, im i)erälid;cn 3^ci trüuen (^ott bcm i^atcr unb aUmäcfjtifien 
3diüiifcv hcifftigt unb (^cftdrlt mcrbcn. — (5S ift roebcr fad^ti^ noä) fotec^ctifct) 
ndjUi), um bicjcS gleid; l;iev cm |ui üUenuü bcmcrtcn, bei ber Se^anbs 
lung be« Äotc(^idmu«, [o oft c8 oorfommt, boä SBort „tRu^en" mit „Segen" 
}u Dertauf(^en. 6a<^(i(^ nic^t, toetl „^tu^en" unb „Segen'% nenn oiu| 
onwanbte, bc(( oevfi^tcbeiic begriffe ftnb. «9{tt|<n'' ober ©ootnii tfl bte 
^Ifome ^Ige bcr Crto mln ig» mna nir fie uenoenben, loA^rcnb »Segen" 
bic 9näbi(ie Stilung tttib Seitunn (Rottes ift, ba^ mir ouS ben oerfc^iebenen 
SJer^ältniffen, in bie er un§ ocrfc^t, '5lu^en jie^en. §ier roie in ben fpntcren 
bftrcffenb^n *?(ntnif>rtm bc«? ^tatcdii-JtTiuö !)cif^t f^'i nirfit: baf? (^5 Ott bieä ober 
baö an unö tfjuc, jonbevn „ba^ mi\ in ober fo fein foUcn", ba^ rair bicfcn 
ober jenen Weroinn au8 einer ©rfenntmo für unS ^ie^cn foOcn. Siber aud^ 
faled)ctifd) ift jene 5^ertauf(j(iunfl nid^t rcdjtfciiuu'n. 9l^cnn e« auc^ 
juläffig ift, einen ücviuanbttm Segriff jur Erläuterung unb jum befferen 
Sierfiänbnift ^ran^ujiefien, fo ift biefeS ^oä^ ^ier ni(^t ber ^ad, ba bem 
Umbe ber im tfiglic^eit 2e6en unb in Sufteten Ser^Altntffen voTfommenbe 
Ocgriff bet .,9hitc»*'* gettuftger unb ocrflflnblH^er ifl, ali bcr bcS «,6cgenS". 
IDitn^auS vtmafL\4i aber t§, wenn ber Jtated^et ben ftmbetn fagt: «ffiat 
bcr ftat(i|ilniuB ^icr 9iti(en nennt, bnfftr fagen wir Segen." — 

L 3tt IQi»rr»lrti$ltHt g«kitl% 
1. {Die Qrlenntnift ift, ba^ aw!^ in aller SBiberwfirttgICift ® oit no^ 

feiner Sorfe^ung feine $anb ^at; ber !)*tu$en, ben mir borauS gewinnen, 
ifl ber, bofe mir gebulbio; fein foDcn, olfo bic (9ebulb. 

.^»ebi. 10, 36: OUbulb aber ift cud) not, auf bafe i^r ben SBiQen 
0ottc§ tf)ut unb bic 'i^crljci^unj^ cmpfanc^ct. ?^a^. \, 2. :< 'kleine lieben 
©nibcr, actjtet co eitel (lauter) {^reube, mcnn i^r m mand^erlei lÄnfcc^tungen 
fallet, unb iuiffet, ba$ euer ©laube, fo er re(i|^tf(^ffen rechter ^rt) ift, 
Q^cbulb mirfet. 

8. 2)ie@ebulb, als bad ret^fte ^er^alten in ber ^ibermärtigleit 
(b. u in aOerlei Seib unb 9lol) bei ber Mmttnift ber $orfe^ung ©otted, beftef|t : 
n) ^ ber bemfitigcn Unter werf nng unter ®otteS ffiUIen. S)an. 
93: nuM^ eg, wie er will, — unb niemaib tonn feiner ^anb 



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122 



weh-en, noff m if)m fn<ipn: ?\^a§ mad^ff bu? 2 Sam. 15, 25. 2(5: ÜÜerbe 
id) ö^iiabe oor bem .vj)crnt tinocn, jo roirb er mid) roieber ^olen. Sprid^t er 
aber alfo: ^rf) |)Qbc nic^t Suft ju bir; fie^e, ^ter bin ic^. Qx tnat^e ei mit 
mir, njtf e^s if)m m ob Iqc fällt. 2 ©am. 16, 10: ila^t iljn flttd^en, benn 
ber ^eti i)ai es üjm gt'l)ci^en: fludje Daoib. 2Ber Um nun l'agcn: worum 
t^ufi bu alfo? 1 2^im. 6, 7: ^ir I)aben nic(|td in bie SQSelt gebracht; barum 
offenbar t|t loit neiben au(^ nichts ^inaudbringen. 

ber geUffcncn Ergebung in (Sirtfcl ffitOctt. $f. 39, 10: 
^ vM fd^o eigen, itrib meinen SRnnb ntc^t aufl^n; bu »ifft H wdfyl 
machen, ^^f. 73, 34: ^Dtt leile|l mi(| nadf beinern 9{at, unb nimmfl mt^ 
enblic^ mit (S^ren an. 2 j{or. 12, 8. 9: S)offl( t(| ben $erm brcimal 
geflel^et ^abc, ba^ er (be§ SatanS Gngcl) von mir meiere. Unb er ^u 
mir gefagt: ^'af; Vir an meines @nabe genügen, benn meine Stxaft i(t in 
ben S^^roac^en madUui. 

8. ^DoÄ Seben aui örben i[t für jebes Minb (^otteä eine Vcib et; jdjule. 
3n berfelben giebt eö brei .'illafitn. ^n ber erften fpri(^t man: .^^d) mu& 
bad leiben; aber — ,,bie rechte .*i>anb beö ^öd^ften lann alleö änbern." 
(^f. 77, 11.) ber jmetten fpri(^t man: ^ »iU boS gern le&cn; btmi 
«üi n»ei|, ba§ biefer 3eit Setben ber l^errlid^feil ntd^ wert ift, bie an unS 
foS geoffenboret «erben." (9iam. 8, la) 3n ber brüten ItUtffe fpfk|t man: 
^ freue mti^ b«SdbenS; benn i<| ^be barin ein @tege( meiner Stlnb» 
fcfiaft in e^rifto. (^ebr. 12, 5—9.) Slihn. 5, 3: SBir rühmen un8 ber 
Xrfibfale. 2 5tor. 4, 10: 2Bir tragen um aUe^ boA Sterben bed ^errn 
Jgeftt an imferm i'eibe. Sy^hv. 12, ^. 

4. Olenianuä. .^ie? brin^jet oüc llngebulb bnf: mir auf bte .^reoturcn 
feben, bie und jumibec (cnii^gen.i fuib, aber auf @ott je^cn toic ni^t, io bod) er 
felbft biei aHeö t\)ui, mti^n niddt unfer $einb, fonbcm unfcr Qatcr ilL Senn bie 
Infe^tuttgeii, ipomtt et unfetn (glauben fibt, moi finb fie onbeci benn SBcrliKttgr, 
bur^ me((be er geftenroärtig wirfet, ba^ na(b feiner 93cr^ft|ung oQe l^inge und jum 
beften biennt, bie nröf)te *>*cft'tnimcmi§ cbcnforoo!)! rtl5 bic üllcrpcrinofte. 2)e*balb 
foU ber flläiibige üJlenfd), nadjDeni er bic l'elire mn her 3»orfehunci Wotte>5 erfannt 
l)at, ntc^t mit feinen (^ebanten an beii Kreaturen, burdj btc er geplagt mirb, Rängen 
bleibeiv ober au^ ni^l in feinen Oebantoi fflt tmb fflt umgeben mit bcm, baf ibn 
f<bmei3t, fonbcm foDiel mebr fei» (Bemttt erbeben, vä betroibten bte Däterltd)e ^anb 
(Slotted, bamit (mit toeldjer) er gejücbtigt »irb, roel^ier oäterlidien i^anb %etra(btung 
Hhr Fraüiii ift, nflerlei ©ebiilb unb Sanftmut ben finbltc^en Cieräen cinjubrüden, 
tDouon luir fcböne 'i^orbilber ^oben an 3ofepbr an ^iob unb an i)aDi&." (Slld 
^^eiipieU oenoenben.) 

IL 3» •iftikreli§kett banlibftr. 

1. SHe <Sr(enntnift ifi, ba| mir nn« angenc^ SebenSoer|oltniffe 
nii^t Don un9 felbft oerfti^ffen tonnen, fonbem fte als au« ®otteS 4^nb 
^tnaune|men ^en; ber 9lu|en ift, ba| mir @ott bafür banfbar fein« 
foHen, alfo bic 3)antbarfeit. 1 ÜJlofe 32, 10: ^(^ bin ju gering aUcr 
Qarm|er)igleit unb oOer Xreue, bie bu an mir get^an ^afk; benn tc^ ^atte 



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^aae 28. 



12S 



md^t me^r, betm biefen @tab, ba id^ fiBer biefen Sotbon ging^ unb tntn bin 
ixon ^eere geworben. 1 X^eff. 6, 18: 6etb banibar m allen ^ngen^ 
benn bot ijl bev WSU ®otteft in (S^^ gef« an eud^. 

2. S>ie {Danl6av!ett^ att bte tet^ ®eftnnung in ber ©lüdffeltgfeit 
(b. i. in angenehmen 2eben§umjlänben) bei ber ©rienntnis ber SSorfe^und 
(iotted befte^t barin ^ ba| wir und ni^t überleben, fonbem bie unoerbtente 
@üte (^Ptte^ erfenncn, unb errodft im 2ohe unb Tiienfte (>?otted; 

a) mit ^erjen; "^^f. 138, 1: banfe bir von gatiÄcrn ^nr^en. 

b) '^iJhinb; Gpft. 5, '2f): Saget 2)Qnt aUqeit für afles (äioU unb bem 
SBotcr, in bem Juiiiuu unjcrö öerrn !^cfu (ibrifti. 

c) unb <!pänben; ^oj. 24^ 15. 24: ^d) abei utiD mein ^aud vollen 
bem ^ttcn bienen. Ili^ 8oR fpvad) ^u ^ofua : Sir wSm bem ^mn, 
unferm Qtott, bienen nnb fetner ^mme ge^orc^en. 9etf))iel: ber bonf« 
bare 6amariler« Snf. 17, 11—19. 

Sk. Oleiltanttf. «din onberer STu^en ift bie ^onfBarfeit, »cmi Ci 

wrtMncfift. Tenn ndf«, nin<* unS fllücffelig mac^t unb na* uiiftmn ^c^e^irfn begegnet, 
foüen iinv i."6ott aufd)icibi ti unb i^m büfür bonfen, fei, bolB lüii Oiotteä (Böte burd^ 
ber 'iRenid^en ^tenjt cnipnn&en, ober ed fei aud), bQf> und burd() anbere Kreaturen 
<Bott<ft i^aife toiberfdbft. tan olf» foQ «in gläubige^ ^cr^ bei jid^ fetbft gAcnten: 
Qcmiilid^ bei ^ ifi% b«c biefev SRenf^ OkmUcf mir jngendgt bat, beifelbe iH*» 
aii4» feer ben anbem jtreaturen feine ilraft 800^^ bat unb nod) giebt, ba^ fie 
fBerf^nipo fmb feiner ©ftte unb IJormher^infeit gegen mtc^. 3a audj fofcm, baft 
wir ni^t ein Xröpflein SafferS trtnfen, mlä)^ ntcbt eine l}o()ltbat ®otted 

1. 3>ie Qrtennlnift i|l, ba| ber ciDige unb nmierdnberli^t ®oU 
ni^t bIo| in ber (Segenwart fttr un« forgt, fonbem naäf feiner Sorfe^nng 
Ottd^ oQed, wad und in ^u^unft noc^ begegnen roirb, fc^on beftimmt unb 
georbnet ^at; ber 92u|en biefer @r!enntnid ift, ba| roir fftr bie ßutunft 

oon if)m bci«> ^^efte mit (^läitbiner Ojcrotfi^eit erwarten, womit wir ber Sorgen 
für bie ^>^u!unft ubcil^übeii iinb, alfo bie ^reubigfeit. ^f. 91, 9 — 12: 
25er .^err ift beine ^iipprfid^t, ber §ö^ftc ift beine HMf^^^jt. (|8 wirb 
bir fem Übelä bc^eflnca unb feine ^lage wiib ^u beiner J^üttc fi^ na^en. 
2)cun er ^at feinen ßngeln befohlen über bir — . 

2. %ix mcnf<bli<^ Xuge ift bie 3 u t u n f t in t)ttnfel ttnb Ungewiß 
^eit gel^aat ^Darüber foQen wir aber »eber nod^ gleid^ffUtig werben, 
fonbem ju ber 9)orfe^0 (9ottei gnie ^uoerftibt ^ben. S>tefe befiel : 

a) ^n i^uoerftditltibem 'Vertrauen. $f. 27, 1: 2)er ^err tfi mein 
£id)t unb mein §eil; oor wem foDlte i(^ midj fürchten? ^f. 91, 1. 2 : 9Ber 
unter bem Schirm beS ^öc^ften ft^et unb unter bem S<^atten bed 3(Umä(^tigen 
Hfibet, ber fpri^t ju bem .^erm: 3Rcinc ^"^^'■f'f^)^ unb meine 'ßnr(\, 
mcm (^ott, ouf ben iä) ^offe. ^^Jf. 31, 16: ^JJ^cint ,^eit ftc(;et in ^nncn 
J^änben. :;^er. 17, 7: ©efcgnet ift bei ^Jtftann, ber fit^ auf ben ^errn oer- 
lö^t, unb ber .*öerr feine ßwo^'ffit^t ift- 

b) 3n getr öfter Jpoffnung. ^f. 37, 5. 7; Scfie^l bem $erni beine 



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124 



dtoge 28. 



Scge, tntb ^offe auf i^n; er mtM mXjH ma^m. @n ^tte bcm ^cicn 
ttiib »arte auf t^n. ^ef. 30, 15: tDurd^ BüfLt^tm itnb ^offcn loci^ct i^v 

iMKI fCln. 

Seifpiel: ^ob unb bie ^mc&IcUer, 1 3Roff 18, 10—15. 

3. Die (Senil^eit biefer ^ct^^t c^e^t barauf, ba§, mag und in 
Sufunfi begegnen, mai ba itttH, roir bun^ ntc^tö oon ber Siebe @otteö 

(if^cf^iebcn irfrhen ^IRom. h ^^f) "^9: i/,rf) bin qen)t^, ba^ roeber Tf>b roc^ 
l't'bin - TücDer Mcncntoartiaes noc^ ,^ufünftifltc6 — nod) feine anDcre 
Aireatur, maß (fann) um fc^ciben von ber IMcbe Öottes, bie in Gbnfto ^eju 
ifl, unferm ^^crrn. ,"30^. 1, 7: Sei nur actroh unb feljr frcubig. 

4. Der öitunD foldicr (i}croi$^ai lui^t oaun, ba^ ^aUc Äreoiuren alfo 
in MM ^ftnb C]J2o(^t) ftnb, ba| fie fic(i o^ne feinen SBilbn ou^ ntd^t 
tfgen nod^ bcocgcn fitauien.'' Xnd^ ber firgfte ^^b ber ittnbcr ®ottef, ber 
€atttn, tÜ fßr fie glei^ einem ^unbe, ber an bie itelte gelegt ifl; er borf 
nic^t weiter, aU bie Itette reid^; er tonn »0^ bellen unb toben, aber er 
barf md)t beiden. ^o\). 10, 28: S^^( t^ncn (meinen Schafen) ba^ cn)tge 
Seben; unb fic roerben nimmermehr umfommen, unb niemanb mirb fte mir 
au# meiner .'öanb reip>en. '^yibm. 31: ^fl f^oH für itnci, wer mnn n>iber 
unö fein''? ^Köm. 16, 2u (n. gen. UberU: ^cr öott bcÄ ü^ebenö wirb icr* 
treten ben ©atan unter eure ^viifec in turpem. 

Seifpielc: Daniel in ber )(^i)wengrui>e, Don. 6, unb bie brei Scanner 
im {^euerofen, Dan. 3. 

5. Oleoianu«. ,6« ifk «in gut, gerut^igeS unb f^ÜtÜ ^exi monst einlSbiift 
mit fünftem fHut binfort oOeS Don ber ^onb (Sottcft inm bcftai er »artet, 
^enn biemeit hti SRenfcben fieben mit unjäbHgen (^efabten umgeben ift, bie und 
tflfllitb ben Job broben, fo loirb Dann aflererft baS ^etj oon aller ?In(ift unb ^urdjt, 
ja Qud) uon nücr Sorge befreit unb erlciitgt, wenn ibm {bcm (l^briftcn^ ba« 8i(bt 
ber ^-ßorii'^ung @oUe« bucd) bie @nabe bed ^eiligen @eifte^ im ^erjen aufgegangen 
Ht Turd» bicfc» St^t ertemt er unb ift t»erfi^^, ba| er in ben €(btt( imb 
6d)inn (Rotted aufgenommen unb mit ibm oerbunben, ben (Ingeln |tt l»erforgen be« 
foblcn, üon aller Mrfntiir'^n rAn^t'rt (^'ifvibi 'roi ifi, lln^ bafi ibm nid^tä ©ibcr^ 
Wärtiged oon ib">ii iiuitoben tann, nl-s forcrn 10 ni[, öer alle? regiert, buidi üe 
ibm jufcbirfen mü, unb al)o jufcbidet, ba^ i^m 3uni beften bienen foll. Tied ift 
ber Sunb, ben bie (!^Iäubtgen, bie mit 9Dtt bem €ii)öpfer Dctbunben ftnb, aucb mit 
ben AreotKim bfibciw bie obnc bei Bi^eA Siltai fttb ni^t fcflcn ober boocoen 
ftonen, oon welcbem 9unb ber fSropbet ^feo f(bön fcbreibt im 2. ^ap. ^erft 18.* 

ft. Der @Ioube an bie 3?orfef|ung 03ottc§ ift bic beftc „2e^cnSr 
t»erf icfteru rtq." (^r hat nidht^ \n ihm mit bem ^Iberglaubcn an ein bhubeö 
5serl}änflnty, bnn man nid)t entrinnen lann, fonbcrn ift im Gieflcnteil bie 
freubige Jpituiabe an Den „qetreuen f^ott unb 'iPater." (Sm fnlc^er ift ber 
aUmäd)tiflic (^Jott nur für feine Hinber in (i^rifto ^c\ii\ für bie ©ottlofen 
ift unb bleibt er ein uei^e^renbeö ^^euei, bem fte nx^t entrinnen. (2 33^. 

1, a— 10.) 



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Senge 19. 



125 



ißon ^on Hm &^u. 



A. Von ler ^ttfm (EI)rifK. o^r. 29—36.) 



** 29. U>arum tvivt btK Qc^n (0otte0 3cfu0/ ^ae til: ein 3cii0fiiAcl)er/ 

IDanim, 5af er un» frltg madjt von utirern 6Anöcn, un5 6a0 
bei teitiem ändern eitii0e 6eU0Nit 5tt fncbeit nocb su finden ift. 

Qinifie icocnb iDcI^e ober We fteciimfke. 

Vntro. Der Soi)n ®ottti roirb aud jioei (SrAnbcn Scfuft gcnantil. 

a) Selc^ed ift bet eifte (Slninb? Seil er mi feltg ntad^t Don unffm Sünben. 

b) %tl(titi i|t ber 4»eite @cuiib? SM( bei (einem Knbern - fiaben iit. 



3)er groeitc leil bed djriftUdjcn ölnubenä ^anbelt üon OJott bem 
iöolju unb unjri. i rlüjunö, oötv uon bcr "iJJcr f on uub uuu bciu üJerf 

@rI5ferd. :2(uf bie ^erfon beS (Srlöferd beaitljcu [id; bieXetiM: Unb 
in !^efuin G^nftum, f einen eingebomen 6o^n, unfern ^tvm, empfangen 
vom ^Hgen Ö^etfft, flebinren 9<m bee Sunafrau 9Ram; auf bai ffieet bct 
^rldfevd bte älnifel: Mitten unter ^onttuB Sßilatui, gcheuitgt, geflorben 
ttitb bcsniben, abgefttegen jur '^5Ke^ — auferftanben non ben ^oten, auf« 
gefahren gen ^tmmel^ fi^enb jur 9led^ten ©otted unb roieberfommenb ^um 
©eridjt, 'Mt .^'miunahmt oon „geboren oon bcr l^^un(?frau Wario" be3eid)nen 
bie elfteren fünf (gelitten — abgeftiegen jur i^öUe) bcn ©tonb ber (rr^ 
niebrigung, bie anbern uier (auferftanben — ju t'x^tm bie ^ebenbigen 
unb bte S^oten) ben @tanb ber (^r^otjung (S^rifti 

I. 9tr Haue 3rfM. 

1* l|l<tube* iß }u ergünaen vor «in ^efum (S^ftum." <Ebenfo 
wie an ®ott ben ^ater, foQen nix an ®ott ben 8oI)n glauben, roeit er mit 
bem 9?atcr gleiche« föefend unb gleid)er JperrUd^feit ift, unb joeil eö be« 
T>ater^ 9lUUe unb SBefe^I ift. 3o^. 14. 1 (n. gen. Uberf.): (iUaubet an 
©Ott, unb iilaubet au(^ an m'i^. % 11: Olaubet mir, bafj id) im ^-liater 
unb ber 'iUtei in mir ift. '^o\). 10, :}(): ^c^ unb ber 3?lotcr finb ein^. 
^0^. G, 39; 2)ao i\i ber ©ille beä, bcr mid} gefonbt \^ai, bu{i, iDet bcn 
@o^n fielet unb glaubet an i^n, ^abe bad emige ü^eben. !^o^. 5, 23: Stuf 
ba| fie oOe ben 6o|n e^ren, mie jte ben Qatct e^ren; loer ben ©o^n 
niil^ e^ ber e|rct au^ ben Sater wU^, ber iffn gefimbt 

8. 3(ftt* ^ ^cbrilif^en) mn ein dfter oorfonimeitber 9lanie 
(}. 9. bie beiben :^efud @ira(^), unb bebeutet Reifer, <^eilanb, ©eligma^ier, 
mMlxd^: „^e^ooa ift Reifer." ^ber ald ber 'JJame bed @ot»ned mted-^at 
er allein feine voUe ^öebeutung. ^t\üi ift bie griec^ifdje ^orm für ^Jofun. 
5)er (Sol)n ''Jhmd ift ein l^orbilb auf 'Jxefiif^ nfiiiefcn ; ,^ofita führte bn^ ^iiolf 
©otted auö ber ^Ufte Hanaaiu fu^ct baä ^if (^otteö aud 



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126 



bem GIcnb in fein Sieid^ unb in ben ;&immel, er tft bcr „^'»erjog (5j(nfüI)rcT) 
i^rer 6elicifc!t (A^ebr. 'J, iTi). ©pätcr fmben tuir ben 3Jamen ,jefuo (^?oI. 
4, 11) alä Den emcä t^c^ulfcn beö ittpoftels *:|^aulud; aber ber iBemanic 
^ber ba fieif?! ^ujluS" lo^t unS ocnnuten, baft er jenen qI§ JJube (»'-'i^liit 
«nb bell duöetn nad; feiner ^Jcfe^rung auijeriümmen ^at, ba nun niemanb 
me^r i^^efu^ ^ei^en fann ald ber iSot)n @otteä, ber aQein ber n>a^re ^efud ifl. 

8. ;^efuA ifi ber perfön[ic|e9laine beft l^etlanbet, ter aber auglei4) 
^mMtp auf fein fficrL €ir lottrbe i^m von ®ott bem Mer ftlmt vor 
feiner (Bebiut bnn| ben (Knud (9Rai 1, 21) unb bann bei ber Seft^nctbttng 
(Siif. 2, ai) oon ^fep^ gegeben« «Sefug von ^fta^astOi'' ourbe ber ^et: 
lanb vom 55oIfc genannt (^ot 81, 11; 26, 71; 2uf. 18, 37; 24, 19; 
3o^. 19); unter biefcm 9?amen roar er Gngeln (5JJrf. 16, C) unb Teufeln 
(!0lrf. 1, 24) befannt; ja, er felbft ^aX fi<^ na(^ feiner ^immelfal^tt no(^ fo 
genannt (^pg. 22, B). 

II. 3f|ii9 i|l 5c r lualirr Ärliamartirr. 

1. „(fr mad)t unä feiig üon unfern Sünben." 3Jiat. 1, 21: ®r 
roirb fein JAUt ielic^ machen oon i^ren 3ünbcn. T^ie Sünbc bat unfre 
crften (Altern um bie cjeliiiicit beä ^^ißiübiejeß gebrad;l unb bie ounbcn 
ftnb nod^ ber @runb ber Unfeligfeit bcS 'üRenjc^en. ^ejud aber '\\t ber 
wa^rc ^etknb, »eil er ntil^t oon 9Renf(^en, fonbem oon ®ott baju gemacht 
i{l 9f. 190, 8: Cr nirb ggrael erldfen oug aOen feinen 6finbcn. Snt, 
19, 10: S)eg SRcnfi^ 6o^n tfl gcfommen, gu fnd^ unb fefig ju mad^, 
bog oertoren ift. 1 %im. 1, 15: ^oA je geroi^Ud^ toa^r unb ein teuer 
rocrteg ffiort, ba| G^riftuS $5efu8 gefommen ift in bie 9öelt, bie ©ünber 
feiig 3u machen. 1 4, 14: 3Biv Ijaben (lefehen unb jcugen, ba| 
ber ajater ben Scl)n gejanbt ^at jum ^ ei lanb ber SBelt. 

2. Seligmadien (baä gric(^if(^e ©ort bebeutet: „erretten") Reifet: 
ben Sünbcr nad) i'exb unb Seele oon bcr©tf>ulb, ©träfe unb ^iadjt ber Sünbe 
befreien unb in bic (iiemeinidjuft jiiit öott uerfc^en. GJal. 3, 13: G^riftuö ^at 
unä erlöfet non bem %[u^ beS @efe^eS, ba er »atb ein ^ludf für 
und, auf ba^ ber 6egen 9bral^aml unter bie Reiben Urne in S^rifto 
3efu, unb nrir alfo ben oer|etteiifn ®ei{l empfingen burc^ ben (Blauben. 

8. ^u0 ma^t uns fclig bun^ feinen ®e^orfam, burd^ meldten er 
bie @elig!eit und ermorben ^at, unb burc^ feinen @eift, burc^ roeld^en er {te 
ung mitteilt ; ber SInfang gefc(|ie^t in biefem, bie $oQenbung im jutünftigen 
geben, .^u-br. 5, 9: er ooHenbet ift, ift er geroorben allen, bie i^m ge» 
^orfam finb, imi- Urfad) jur emigen ^Ugfeit (»örtlich ; ein Urj(U^er, b. i. 
Urheber, ber eroigen 6eligleit). 

4. ^Diejenigen, welche er fclig mac^t, fmb fein 3?oH. Urfnius. „^aö 
^If, roeld^ed ^efud feiig mac^t, ftnb bie Hus^enoa^Uen ober ©laubigen 
ade unb aSetn. (ür ift nur ber ^anb biefer, roeil er nur in biefen feinen 
3me(t erreicht. IDenn er ^at bef^Iojfen, eine (gemeine in biefem Seben )tt 
fammebi uMb fettg |u mad^, aber unter ber 9ibtngung, bo| fte feine 
SBo^tt^ot onnel^me unb i^m banibar fei'* (^r. 20.) 



127 



III. 3trn0 iß icr ris)i9e ita6 wllluminrnf drlt$mait)er. 

1. „Gö ift bei feinem Änbcrn einige (aud^ m(^t bie gCfingfle 
wirfUd^e) ©eligfeit gu [uc^en nod) finben," 

a) ^^efu5 ift unfer cinjiger |>eilanb. 2)enn naö) bem ^cußnis beS 
^eiligen (^iciftcö in bev Sctji tft ifl nur ein ^Ifittler, bal)er aud) nur ein 
^eilonb, uub bas ift ,o«^fuö. 1 Xim. 2, 5. G; ift ein &ott unb ein 
3}httler jroif^ien @ott unb ben ^}){enf(||en , nämlid) ber ^enfd^ (S^iiftuö 
i^efufi, ber ftc^ felbft gegeben ^at ffir ade sur @rlöfung. ;^o|. 3, 18: SScr 
iti^t an t^it glaubt^ ber f<^on gerii^; beim er glaubt nM|t an brn 
9tamcn beg ctngcbomen ^o^neg Rottes. SIpg. 4, 28: 45g i|l in feinem 
Stnbern ^eil^ i|l auc^ fein anbercr Stomc beti 9Renf(|cn gegeben, bartnnen 
miv f ollen feltg roerben. 

^) 2^\n^ aUc'm al6 ber So^n Oiotteö fann unfer @eIigmo(^er aud) nad^ 
bem ^fugtt'*^ beä .Sieiligen ('iieiftess im Gilten Xeftament fein, roonadj ®ott 
fclbft unb allein bao ^leil unb bie (^rlöfung jugefprodjen njirb. ^ef. 43^ 
11. 25: ^^d), ^d) bin bor Cierr, unb ift nuf^er mit fein J^eilanb. 
^d) tilge beuie Ubcrtuiungen um memettoiUen. ^ofea 13, 9: ^ein ^eil 
ftetfet allein bei mir. 

2. ^efud ift unfer oontommener ^eilanb, fo ba^ mit 
einen anbem au|er ober neben i^m )tt fufben brotic^. 

1^ €etncr (ltgenf<|aft mäf, ^ebr. 7, 24. 25: Xwm, ba| biefcr bleibet 
enigliil^, |at er ein uitoergfingIt(^eg ^riefiertttm; ba^er erau(b feiig 
modien («ccretten") lann noUtommen (n. gen, Oberf.)/ bie burc^ |u 
&ott fommen. 

I)) 3^er ^alil ber Sriöften nac^. 1. - - ' bie iserföljnung 

ffir un[ve ©ünben; nid)t allein ober für bie unfern, jonDern ou^ für ber 
ganzen SiJelt, (b. i. aller 'JJtenfc^cn in ber ganzen 5Belt bie burdj i^n 
feiig iverben). 3lpg. 13,48: HS luurben {\n %niwd)m\) gläubig, loie oiele 
t^rer (b. i. aUe, bie) jum ewigen Seben oerorbnet roaren. 

e) 2)er 9Renge ber Gflnben nac|. i ^o^. i, 7: SDog fbM ^efu G^rifti, 
beg ®o|ntg QkM, mtuäjik ung rein oon aUer 6llnbe. 

4) S)er SoObmimen^eit ber ®enugt^ttung nai^ fUm* S, 1: @q ift 
mm nid^tg Serba mm lic^ed an benen, bie in S^rifto ^efu fmb. 

«) ier ^e\t m^. .^ebr. 10, 14: 9Rit einem Opfer l^at er in (Swig« 
teil ooHenbet, bic geljeiliget tiierben. 

8. Olcüianu'S. ,3o oft id) tun '}Umcn ^cfu ^öre, foU ic^ an bie ganje 
6 eligfeit gebenfen, bie in bem 'Jkmcn ^cfu mir unb allen (Slöubigen Der^ei^ 
toirb, toie ber (Sngel felbft ben Flamen ^efiig bur^ bie ^rbei^ung, fo barbmen 
begriffen fft Rfiacei ba er fpri^t: S>enn er »iib fein Ootf feiig nuüben »on ibien 
Sflnben. €o »eiB i^» bol er auc^ m\6), ber i^ an i^n glaube unb ju feinem 
^olfe gebore, unb barum jum ÖficD !5f)rifti unb feine« 9)olfe§ getauft bin, feiig ge^ 
macbt bot burd) fein ^.^erbienft Don meinen 60nben, ba^ fie mir in l^toififoit uer- 
}ieben fmb, unb aucb burcf) feine JIraft oon ben übrigen oiinben, bic miä) bitrüben, 
cmicbigen »erbe, mib bag ciotge Sebcn, bag er bunb feinen (9rifl in mir angefangen, 
MUommen in mir offenbaren »leb, menn er erf<betncn mirb |n mtfier (Srlbfmig. 



128 



Ulfo glaube i^, ba^ aucb um meuictniiUen ber Bolfn 9otteS btefcn ^enü4)en Flamen 
3efiiS, ba» ifl 6eli0itta^ ftt^rr, auf baB er bie SBtobi^ f<M SRonunft in mehier 
unb (lOcr (^läiibißfn Seligfeit tpirfUcb unb mit ber %^)at bemeife. ©etreu ift ber« 
ber biL< n tjenlt^cn 9]amen defiiA fobrcl» unb ber e* oecl^leii bA<# ber antb'ft 
au4) t^un.' 



SO. QIUmU» teitn bic audr «n bcn einigen €eli9ni«i^ 3ef«iR # bic i|^ 
BcUgVeit unb i^il bei ben i^iliflCR/ bei il^nen felb(l/ o^er «nberei»« fuäftni 

ttciti: fcnöcm (tc Derlcudncn in öer Clwt öett einigen ^eligs 

macbrr unö ^^tlanb 3ffM»ii/ ob ftc ftd) fein gleicb rfibmcn. JDcnn 
cnttrf6cr 3ffuö "»«bf ^'^^ voUPommencr ^eifii^b fein mu0, ober bie 
öicfcn ^cilanö mit wahrem (Blaubcn atincbmcn, mu|Ten aUce in 
ibm l?abcn, öae 5U ibrcr öiligtcic uotinorcn ift. 

Sntro. Tifienin«'n, rnelAe ihre Seliflfcit unb .S>eU fa«i ben ^>eiliflen, bei fic^ 
felbft, ober aiiöciätuü lud^m, glauben uidji an ben einigen Seligmacbec 3«^)u4, 
fmtbeni oertaigncn ibn mit ber Xbot 

•} 9Bo btttfcH alfo bte, »el«^ an defum ufauben, 6e(ta(ett nid^t fu^en? 
Sie bÄrfcR tbre Sefigleil niibl bei ben ^Ugcn ober bei ft4 fetbfk ober onberitpo 

fuiben 

b) f.\m\m nid:t'' ^cil fie jonft ni^t »itiliib «1 bin einigen Sellflma^ 
^ium glauben, fünt). iu ihn oerlcuoncn 

c) %ic betseiieft bu bae (jntmeber mur. 3eiud mc|)t ein ooUtowmenci ^eilanb 
fein, ober bie biejen l^eiiaub — oonnöten i|t. 

1. @ä l^anbelt fvS) ^ier nic^t um Reiben, l^uben ober dürfen, bie ni^t 
an 3efum glauben, au(| nid^t um fol^e 9lamen(i(|riften, bie überhaupt nid^tö 
ODtt ,>'fii roifjen tooHen, fonbern um folc^e ßj^riften, bie v|n noc^ aU J^eis 
tanb ancrfennen, aber nic^t al§ einigen, b. i. ausfc^liejjlirficn Seligmac^er. 

2. ^ie§ ift ^unä(^ft unb im allgemeinen ber '^ali in ber römif(^j 
füttjüLi]d)eii .Htrc^e. 'JJ^an glaubt aud^ an ^ejum aii ben .^eilanb, aber 
man fu(^t fein ^eil nod) au^er i^m. 

*) 8ci ben 1^ eil igen, befonber» )»er :;;^ungfnm SRoria, ber ÜRutter M 
^tan, unb bei ben ^Sngcln, nSmltd^ in bereit gfilrbitle. «^^eilige" »erben 
in ber 6(^ft oOe (BUhibti^en genannt, n»elf|e in IS^rifio ^efu geheiligt finb; 
babet jlnb unb bleiben fie, folange fie im 5l"f(i^e tuanbeln, arme Sünber, 
bie ber @nabe 0otte« unb ber täglichen Vergebung iljver 3ünben bebürfen. 
Die „i^ eiligen" in ber rijmifc^en llirdi? finb nerftorbene 6l)riften, raelc^e 
ber ^^apft „^eili(i" f^cfprodien {)at; auä bem '-yerjtidinio biefcr „Jpeiligen" fmb 
bie ^Jiamen \m Halenber genommen, ©le roerben um t(;re ,"yürbitte bei G5ott 
antienifen tiuD inreljrt, inbem man ÖJebetc an fie rirfjtet unb fie buicf) ©elübbe, 
bie man »Ijnen t^ut, ju äciumnen fu£^t. Hiuii ^laubl buvd; ]ie unb il/ie 
„t^ürbitte" e^er bei ®ott ^r^örung ^u ^nben, aU wenn man ft(^ bireft an 
t^ wenbet Vber fowo^l bie ^tltgen 3(poftel att ani| bie Qngel ^abcn 



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3nift< 80. 



129 



folc^e SJere^i-ung oon fic^ abgeioiefen, unb Ü)Uria ftonb nic^t über il^rcm 
©o^nc (3of). 2, 4; 2Jiat. 12, 46—50), fonbcrn mar, wie jebcr anbere 
fünbigc <DJtn)d) ber (Sdöfung burd) if)n bebürftig. 9tlö bcr i^aiutmann 
Äorneliuö in (Itifavea (Slpg. 10, 25. 26) oor ^etruS nicbcrficl unb il)u jo 
oere^ren moltte, fprac^ biefer: @te^e auf, ic^ Mit auci) ein WUn\ö}. 
man m S^ftva bcti SCpoflebt ^auUft unb SafitaBaS gdtttti^e Set e^rung 
enoetfen »oOitc^ 2^f[en fit oor <Siitfe(f«n t^re Kleiber titib Mriecn untev 
bot Soll: ffitt ünb au<^ fterUi^e aRenf<|cn okid^mie t^. (»i^g. 14, 15.) 
Unb ald ü^^o^onned (Offb. S3, 8) oor einem G'ngel nteberftel, il^n an^ut 
beten, fprac^ biefet: Qk^t^u, t^e eS nid)t; benn bin betn ^it!ne(|t, 
unb beiner Srüber, bcr ^rop^cten, unb bercr, bie bo finiten bie Üliorte 
biefe-j ^i^iidifj; bete (jiott an. Tuiici^'^i tt^icii n>;r m ben (5'uangeUen, 
ba^, jo ojt einer üor ^cfu nicberpel Um aiijubeten, aljo aud) in ben klagen 
feiner ll^iebripfeit, er eä nid^t loe^rte, \ml i^m aU bem Bo^ne ®otie& \ol^ 
$erel)iun^ ^uiam. 

iH \\t mir ein SRUtlev aroif(^en @ott unb ben ^enfc^en (1 Xxttu 2,b) 
unb ein prfprec^er bei bem Sater (l ^o^. 2, l) — ^efud allein, ber 
Mottet eingebomev Bnffit unb tmfer Qniber iji 

5Da| bte Jftrbttte bcr QtiaubtQen auf @rbcn elioaS ^ilft, baS fagt 
bie 6<^ftft (boi lowinatfi^e Seib für il)re ^Toc^ter, mi 15, 22; ber 
.f^auptmann ju 5lapemaum für feinen Stne6)t, iJuf. 7, 3; 2 Kor. 1, 10. 11; 
3>üf. 1.')), aber bafe lüir 5>evftorbcnc um il)rc /\-ürbitte bei &oii an: 
rufen ]ollcn, fcafür ^aben lüir ui bcr Schrift loeber '-i^efcljl noc^ ^eifpiel. 
3^on bem iipoftel merbcn wir luoljl ermahnt (ßp^. G, 18), baji roir „für 
QÜe ^eiligen", b. i. gläubige (5l)riften, bitten foUen, ober nirgonbä roirb 
gefagt, ba^ uerjtorbene «^eiiigc fui uns bitten. — man in Söhnten 
no(| ber 9teformalionB|eit bie tSoangelifc^en mit tlBerrcbung unb mit @k»oIt 
in bie rdmif(^e Sixxd^t »ieber )ucfl(lbrin0en woUU, tarn ein eoangeIif(§er 
^d^ter auf ben ^el^of feinet fatl^olif(|en ®utfl|emi, um einen 9la<^la| 
ber Sanbpa^t ju erbitten, »eil er eine ^i^emte gehabt ^atte. <Sr nnuibte 

an ben Senoalter unb an ben ftommerbiener bed ^erm, nnirbe aber 
von beiben abgeroiefcn. ?öie er roeggel^en rooHtc, trat gerabe ber (ybeTmonn 
unter bie Xf^üt unb fragte il)n, mn^ er fuc^e. Da jagte it)m ber 'iiiann 
feine 9iot unb fein iöegeljren, unb ber freunblid^e ©utsberr erliefe i^m 
fofort bie ^ad^t für baö '^s^^^- wollte er aber bie ©elcgen^eit 

ergreifen, ben ^ann ju feiner Kircfje [)erübcrju,^iei)cn ; er jeigte i^m bie 
Silber oon ^eiligen, bie in ber ^aUe an ber ^anb fingen, unb erÜärte 
i^m, baS feien feine ^ärMttev bei ®ott. Semi ber ^äc^tcr cx^ an biefe 
lU^ menben wollte, bann tanne er felis »erben. S)er SRonn aber f(|titte(te 
ben ftopf unb fajj^e: ^obc foeben eine (trfa^ng gemad^, bie mi^ 
nt^ ba^u antreibt t(( bie ^hüU S^rer O^iener nad^fuc^te, mürbe 
id^ obgeroiefen; ba id|> mic^ aber an meinen ®utäl)errn bireft roanbte, roaren 
8ie fo gütig unb ^oben mir fofort meine Sitte gemährt, ^^on beti 'äciligcn 
loei^ \ö) aber oav ni(fH einmal, ob fte mic^ f|ören, wenn i(^ ii^nen rufe." 



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130 ^xm 



h) „Set t^nen (fi(^) fclbft." %d)t auf bie guten ÜBeife 

iiiik; oaft^^n, illinofiugeben, SBnüfo^vten unb aUerlcii{afteiuni;eii, burdj roeld^e 
man nad) bei iitljie ber vbmifd^en Hird^e bcn J^immel ober einen ^ö^eren 
^la^ tm Gimmel ftc^ foS oevbtcncn lihincn. S^ogegen fagt ©otttB 9ßort, 
9l$iii. 3, 88: @o galten wir ei nun, ba| bcr 9lenf<^ gerecht (unb feiig 
b. i errettet) loerbe o^nt beS ®cfc|eft 9Berie, allein bur«!^ ben (SUuben. 
ttnb ber im .^immel" ^öngt lebiglid^ oon bem SEBtOen unb SBo^k 

gefaUen @otte9 ab. ^at. 20, 20— 23 : ^aä Si^en }u meiner Steckten 
unb i'infen geben, flej^et mir nviß fonbem benen eft bereitet tft 
oon meinem 'Batcx. 

C' ,AHnb ei öTü 0." 3" i'^" ."öctlömittetn ber römifdjcn ,Uird^e gicljören 
aud) baö '3}icfiopfer unb öer 'ilbla|. Da© burdj beu ^^inefter bar; 
gebrachte "JÜie^opfer foß ni^t blo^ bencn, bie an btr li^cici ber ÜJieffe teiU 
nelj^men ober eine folc^e bejahen, gut fonunen, janbern auc^ anbern, für 
wellte man fann 3Reifett lefen (offen, ja fogar ben fßttfMmtn Cbie fog. 
Seelenmeffen), bamit fte um fo e^ aus bem glegfeuer in ben Gimmel 
tommen. — ^ad^ ber 2e^re ber r9mtf<|en Stit^ follen bie ^^Itgen" me^ 
gute SBerfe get^on ^aben, alä fie für ftc^ nötig gehabt bitten. ^arau8 fei 
ein Sdia^ ber ^terbtenfte ber ^ttigen entftanben, ben ber $apft gu üer^ 
roniten l)abe unb au8 n)eld)em er ben Seinigen jum @rfo^ if)rer fel)lenben 
iU'vbienfte unb jur 5Bergebung bev Sünben mitteilen föntif 2)aö c(efc^iel)t 
in beul füg. iJtbla^, ber ßrlaffung ber Sönben um bcs uberflüffigen 'l^cr: 
btenfteö ber „.^eiligen" roillen. (3(nfangli4l war Der äibla^ nur bie @r* 
lüjjuiiß bti iiidjlid^en Strafen.) 

G^iriftuä ift uns von ©Ott nic^t jum ,/J}k&opfer", bem fog. ^unblutigen 
Opfer", oorgeftedt, fonbem (fldm. 3, 25) }u einem (Snabenftu^l (@rlbfungä= 
mittel) burdb ben Glauben an fein tdlut; uitb bie Sergebung ber ©ftnben 
emfrf angen mir (9tdm. 3, 24) o^e eigenes ober onberer SBerbienft — auS 
(Botted @nabe — burc^ bie (Sriöfung, fo burd^ (^riflum ^efum gefd^e^ ifl. 

3. 9(bcr aud^ unter ben ©oangeltfd^en giebt efi uiele, bie bogegen 
oerfto^en, bo^ ber einige Seligmad^er ift. 

n) 'ÜNcr on ^t]üm glaubt unb biefcn (Glauben nur auf ben freien 
ffiiüen jurürffü^rt, mu| im legten üJrunbe aud^ bas, bap er burd^ ^^riftum 
feliq roirb, auf fic^ felbft aiurütf führen. ^Dagecien [teilt ber 9lpofte( i^auluö 
(i Äox. 1, 26 — ;il) aU einen ^iMd ber (i:nüül)lun9 (i^oUc» ijiu. auf bü^ 

vox i^m tetn ^leifc^ rü^me, b. i. bag (ein 3Kenf(^ ftc^ felbfl etmofl 3ur 
6elig!eit guf(^eiben fdnne. 

b) SBer an l^efum glaubt unb bur<l^ (BotteS ®mibe gef^ictt gemod^ tjl 
(2 %\m, 3, 17) jtt guten SBerlen, auf biefelben ober ft<| etmag gugute tl^ut, 
giebt ^efu nic^t bie @^re aU bem einigen 6eligma(^er. 2 itor. 3, 5. 6: 
2)a^ mir tüdjtig finb, ift üon Öott. 

<•) ffier an ^e^um glaubt, ahn \\)n nur für finen meifen i'ebvcr halt, 
burc^ beffen Sittenkijre man fuli einem fiümmeii lianirficn „ausbilben" 
tonnt, unb meint, ba^ er auf grunb feines! ehrbaren ^ik^anbelö ,,ben Gimmel" 



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131 



ftä^ 9tfAmt, bcr I^SIt im kfflen (Bnmb fi(| fet&ji für feinen ^cilanb uiib 
:^itm nur fftr wm fitpm^tt, aber ni^t ffkr ben dm^en €SeIi9mad^er^ 

buTc^ beffen Skrbienfl allein n>ir gereift unb feltg roerben. 9lom. 3, 20: 
Aein ^leifd^ mag (!ann) burc^ beS (3efe|e9 SBcif^ vor @ott gerecht fein. 

4. ^JlUe folc^c — in bcr römifdjcn wk m ber coangclifdirn .<?trd)C — 
ocrl euc^n mit bcr Tf)at ben einigen i5eligma(^er unb .vjeüanD ^ef um, 
„ob fic ]\d) lern flleid) rül^men." -Denn on S^fww glaub cn ^ei|t: i^m al& 
bcm .f>eilanb gnn^ unb allein ucitraucn. Olt?^- 2, 13: 3Jiein *3?oIf tljut 
eme jiöiefad^e ^cuubt', liiid;^ öie iebcubige uucUe ücilujjen fie; unb machen 
ilinen l|iec unb ba ouSge^mtene 9ninnen, bie bod) lö4inc^t ftnb unb tdii 
Saffer geben. 1 Aov. 1, 13: ^[t benn ^aulii9 fftr en^ oetceustgt? M 
5^ 4: ^Bt (S^nfhim nertofcn, bie i^ burd^ boB <Befe| geteilt raerben. 
»08t, fctb von ber (Snobe gefaUen. 

6. (KS giebt nur ^niei 9Rdg(i(^!eiten : ^entroeber mu^ l^efu^ nid^t ein 
»oDfommener ^eilanb fein/' — bem ttiberfpric^t aber bie Schrift; Stol 1, 
19, 20: eä ift bn^ ^21' oHgef allen (•\eTPefen, ba^ in i^m alle ^üHc rooJ)nen 
joütc, unb allee tiuch \lm oerföljnet roürbe ju »t)m felbft, eä fei auf (5'rbfn 
ober im i)immel. Damit, ba^ er ?^-rieben machte burc^ baö Ölut an jemem 
Äreuä burc^ fic^ felbft, - „ober bie, meldte biefen i^eilanb mit roalirem 
(Glauben annehmen, mflffen alles in i^m i^uben, luaö Ujrer oeli^liU 
«onnltten ifl/ — ^0^. 10, 11 : ^ bin getommen^ ba| fte bot 2e(en «nb 
wOc Ocnüge ^aben. ^ebr. 7, 25 (n. gen. OBerf.): S)a^er er ond^ noKs 
(ontmen felig nuid^en tonn, bie b«M^ i^ |tt ®ott fommen. 5Damit ^ aSeft 
ttttigff ((loffcn, oonn man fon|l no^ ^al mib Seligleit fu^ mdc^. 



.11. \r»aium i(l «r vTbriiluö, öaö ij^: ein C5ef«lbtcr, genannt ;f 

jTap er pon <ßorf ^pftl Parer perorönet, unb mit bem »^riligcn 
<5cift gcfalbet ift: 5U un^trm cbtxfttn Propheten uuö ^Lct^rcr^ der 
iune btn l^dmlidieft Kar ititb xautn UhutB 9on unfm M^fung 
vottF^mmltd» offmbaret; un5 5U unferm einigen ^a^enprfe^er, 

^er uns mir öem einigen 0pfer feines Ceibee erl5fet bat, un5 

in1mfr^ar mit feiner Sörbirrr rcr bnn Vattr rcrtritt; unö 5U 
unfertn civigen Kotitg, bcr unö mir feinem tPori und <6eifl regiert 
und bei öer erworbeiuii itrlofung fd)ii3cr und crl?ält. 

^eiorbnet beftimmt. ^etmlicb ~ oerborgen. ^oU{ömmli(^ doU< 
fMiok einig *> ehtjid. ^mmerbat jeberjeit. 

Vnl». See 6obn Oottti »ifb (Sl^rifnt«, b. L du ®efalbier, genminl, weil er 
|tt bxd tmtem gefolbt ift: bafi er 1. imfec ftetp^d« 8. nnfcc ^obetpdffler unb 
8. unfer XMi^ fei. 

«) SSon »Dem ift (5()riftii'^ opfnibt''' ?^on ®ott bem Sätet. 

b) äBomit tü tt aefalbtV Ml bem .^eili^en ®ei)t. 

c) ^o|u i^ er gefalbt? 6r ift oerorbnet unb gefalbt ju unferm oberften ^xo* 
Preten, iu unferm einigen ^o^enpriefter unb ju unferm etoigen Itönig. 

9» 



132 



81. 



®ie Dcnidbtet er fein propI)etifc()e3 91mt? dr l)at und ben ^eimli4»en 9)at 
— »oOfdimiilUI flfuffeitbor«!. 

e) Sßte Derrid^tet er fein ^o^epriefterli^ed ^mt? dt ^at un^ mit bem einigen 
Opfer feincft £ct6ca ei(öf«t uti^ ontcitt unft inuncrbor mit feinet Erbitte not bem 

IBater. 

f) 2Bie oerriddtet er fein tönigli^^eft %mt? 6r regiert uns mit letnem iBort 
iiab ®eift unb fci)ttfeet imb ec|ftlt mift Nt b«c iOtvAeam ttridfung. 



1. ^f)riftu§ fnu<s bem (>>rioc^if4icn) unb Mef fuiä (aus bem ,'nebräifd)cn) 
t^at biefelbe iötbeutuna, em tiJefalbter. @ä ift ber STmisname bes Jpei: 
lanbe^, mie l^fftiö jem perfönüd^er ^nme ift. ®(!^on Daniel roeiSfagt 
(9, 25. 26) oon „»il^ii|luö ('JJte)fiaö, bem Ojejaibten), bem ^jüiftcn". <5o 
loirb er bei feiner Q^eburt oon bem @ngel genannt^ fiut. 2, 11: %t:l^n ift 
tS^riftui l^crr. %U folc^ev nrisb er juerfl oon feinen Jüngern tdcaad, 

1. 41: 9Btr toben ben aReffitrt gefunden (mi^e» ifl 9erboImelf<H 
bcr (Befalbte). VIS fo^en belennt i|n ^ßetra^ im Olttu^en, 9Rat 16, 16: 
^ bift ^^riftuä, bed lebenbigen (BotteS 6o^n. Ob er ber ^effto« fei, 
mit bicfev ^va%c befc^äftigt fic^ bai ganje 93oIf, ^o^. 10, 24: öift bu 
<|l)nftud, \o [age eö un§ frei fjerauS. (5r felbft bcfennt fii^ al§ folc^en mit 
einem (5ib uor bem §o^enrat, 'JJi'at. 63, 64: f^c^ befdjroöre bid) bei bem 
lebenbigen öott, ba^ bu unö fageft, ob bu feift (S^riftuä, bev Soljn (Üotteo. 
i^el'uö fpratfi ju i()m: '2)u fagft e5 (b. i. icft fcfjroöre, ba^ ic^ (5f)ri|'tuä bin). 
Slud^ luid; jcmci ilufeii'ieljung be^tugt ei t« uor jemen Jüngern, baß er ber 
aReffiüß, (i^iiftuS, ift, £uf. 24, 26: Hlfo ift e« gef(^rieben, unb olfo mu^te 
(S^itflttd leiben, ui^ auferfte^en oon ben Xoten om brilten ^e. ^ovonf 
jielt olle fJvebtgt ber Spojiel, bem Solfe an beroetfcn, bo^ ber 
e^riftug, Sfpg. 9, 22. 

2. G^riftud ift oon @ott bem SNer oon @migfeit ^er jum @rl5fer 
oerorbnet b. t. oor^erbeftimmt. ©pr. 8, 23: ^d) (f priest bie eroige ffieU» 
Ijeit ober ba§ eroige Tiovt, ^ot). 1, 1. 4. 9) bin etngefett (oerorbnet, be* 
(ttmmt) oon (rmigfeit, uon Anfang uor ber (£rbe. 

3. dt ift oon Wott bem Sater «uialbt, b. i. au^gerüftet, mit bem 
Jl^eiligen ®eiftc. Silo 6o^n ®otttj ift er oon (Iroigfeit ein^ mit bem 
^eiligen C^etfte; iiud^ feiner 'JJknfc(^^eit ift er )id^tbai mit bem Jpeiligen 
Mße oon @ott bem SSoter gefalbt loorben, aU er fein ^Lmt antrat, bei 
ber ^aufe burc^ i^o^anneS im ^orban. ^o^. 1, 32. 34: ^o^onned ^eugte 
unb fprod^: ^ fo^, bo| ber @eiß terabfu|r, nrie eine 3;mtbe, oom ^tmmd, 
unb blieb auf t|m. Hub id^ fa$e e^ unb seugte, ba| biefer ifl ®ottci 
©o^n. — ß^riftuö felbft bejeugt cS, 2uf. A, 18: 3)er öJeift beS ^erm ift 
bei mir, ber^atben er mi^l gefalb et unb gefanbt ^at. ^ie ^poftel be^ 
jeugen eä. lUpg. l, 27: ^c\u^, welchen bu gcfalbet ^aft. 9tpg. 10, ;^h: 
SEBie (iiott benfelben IJefum oon ^ajaret^ gefalbct (jat mit Dem ^eiligen 
®eift unb Hraft ^ebr. 1, 9: ^n bem 6o^n (Rottes ^ei^ eä: Sarum t)at 



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133 



bi(^, 0 @ott (a^riftuS), gefalbet bem ®att (bcr Sftttr) mit bm Ol b« 
^reuben, über (me^r alö) bcine GJenoffcn. 

4. Ojcfalbte @otted ^ie|«n im %iUn Sunbe, toeil fie mit £)l 
intern 2tmte gcfolbt rourbcn: 

ft) bic ^rop^eten; g. 8. ßliffl (1 Ä5n. 19, 16). «Pf. 105, 15: 
%a\kt meine @efalbten ntc^t an, unb t^ut meinen ^ropl^eten fein Ü^eib. 
(„©efalbte" ift !>ier mit „^rop^cten" gleic^bebeutcnb.) 

Irie ^o^enpriefter. 8 Slofe 30, aO: Voioit unb feine @ö^ne 
(feine 92A4foIger) follfl bu falBcn^ urtb {te mir $ne|ieni meinen. 3 tDlofe 
8, 22: ^fe fioB baS @aIMI auf Xatoni 4^attfii iinb falUe i^n, bo| er 
(letvet^et mürbe. 

c) bie Aönige; g. @aul (1 @am. 10, 1), S)aotb (1 @<im. 16, 2. 

3. 13), ©ttlomo (1 Äon. 1, 39). 

5. ^Diefc Salbttnr^ r!efdf)aB mit CI, racldhecJ nitf ba<5 '«^aitpt au5(-ir.i;afjen 
rourbe. T^aö iji, mU roclrijcm man im "i^iorgenlanbe ben i'eib citmcb, um 
bie ©litDcr pefrf)meib!(i unb fräftig mad^en jur SIrbcit lüie ^um .Hampfe, 
mürbe alö ^iiuibiU bei ber ©olbunci ber ^ropl^ctcn, 4iüljenpric[ter unb 
Äönifli i^cbuuidjt. ^old)c ^Salbung öu^erli^) mit £1 foUte i^ncn eine S3er. 
ft<|erung fein, ba$ fte von ®ott i^em Xmte oibentlic^ berufen feien, 
unb ba| ®iilt fte mit ben ndtigen ®aben fctnei (SeifieS, beffen €innbi(b 
b(i9 Ol i^, beenobige unb )ur Mrii^tung beS 9(mtc9 tiU^tig mai^e. 

S^ri^ud ift nid^ mitOI/ bem 6tnnMtb, fonbem mit bem ^eiligen 
Reifte felbft fti^tbar bei feiner Xaufe gefalbt unb nic^t bur(^ ^enft^en, 
fonbem unmittelbar oon ®ott bem Sater. ^lot. 3, 17: @ine ©timme 
t>om ^>immpl herab fprac^: SDtcd ift mein lieber @o^n, an nelilem id^ äßo^U 
gefatten |)abe. 

II. J^ü9 brnfad)c Amt dttriflt. 

^DaS brcifac^e 31 mt, ju mclc^cm (if)rifiu§ von OJott bcm 3Jater »er» 
orbnet unb gejalbt ift, befte^t 1. in bcm in o^i h rtt f rf] en ober !^ef)ramt, 
2. in bem ^o^cpricfterlid^en ober l^erjoljnungsamt unb 3. in bm 
föntgltd&cn ober .t>errfd)atnnt. 5n bemfelbcn l^üt fid) bie Ifjätigfcit bed 
^cilanbeä nid;t bio^ n)ai)reub {eines ^icfenö auf C^rben ooU^ogen, jonbem 
fte bouert nad^ biefen btet Seiten |in noc^ fort. 

A. Se8 propljtHfi^t ober Sebromt. 

1 . 1!5ic r 0 p f) c t e n bc6 1 1 c n '>i< u n b e s5 roaren iDJänner, meldte uns 
mittelbar von L^iott berufen unb Dom .v^etligen ©eift geleitet marcn, um bem 
^olFe Ootteö 'Buf;c xn prcbigcn, ^^jotte(Jbicn^^ unb SBanbcl ju reformieren, 
ücrbor(i|ene unb ^uhiuftigc 3)inge ju offenbaren unb bcfonber§ non bem ^u- 
funftigeu .^icilanb ju meiäfagen. ^ur Beglaubigung lijrer omoiau^ i^atte 
i^nen (9ott bfe Itraft gegeben, ^tii^^m unb SBunber gu t^un. ^cr. 1, 7: 
^u foBfl gelen, nwlin %^ bid^ fenbe, unb prebigen, woA i<| bir ^|e. 
2 1, 21: ijl no^ nie eine SBeilfogung au8 menfd^lid^em SBiOcn 
^ocgebrad^ fonbem bie l^eiliflen Stenfd^en ®otteS ^aben gerebft, getrieben 



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134 



non bem 5> tili gen OJeift. 2öunbci unb ^d^tn al»j Beglaubigung bei 
göttlidjcn Senbung: 2 lDio|€ 3, 12 (für mo\e felbft) u. 4, 5. 8 (für bas 330«). 

2. (E^rifiud ift bcr 0011 aXoje (ö «Wofc 18^ 15) oer^eiBene ^rop^et 

tiefer mitb er wm Oott bem Soicf be^eic^net, 3R«t 17, 5: 3)en foDi 
il^ ^9fen; von bem Solf erkmtt, 3o$. 6, 14: ifl »a|fSt^ ber ^jhrop^, 
bcr ht bte ffiett lommcit fi»0; imb oon ben ffyt^idn betoimt, Xpg. 3^ S2: 
SRofe Jiot ijefagt ben $^ätem : @inen ^rop^eten mirb eud) ber .^err, euer 
®cti, crroedten oud euren Srübem^ gleidd^ie mid^, ben foUt i^r ^ören. 

;*). (5hr!ftu?? ift tmfcr oberftfr ^^ropfiet unb ?oF)rer, n^eil er i!n§ 
ben lituiiUc^eu (oerborgenen) ^Hat unö ilUUcn (iiottcö ibcn nicmanb aus jic^ 
felbjt roiffen !onnte) oon unfrer Seligfoit fba^ roi: allem burt^ ^>fum 
Sljriftum fönnen felifl werben) o o I H o iiuit l ic^ geoffk ubaret hat. ^ol. 
i, 26: ^ad GJc^eimnis, öa» imbci^en geioejen i|t oon bcr iüeU l^ei, unb 
OM ben 3^cn ^r, ift nun g^uncnbaret feinen ^eiligen. ^Ckiburc^ fie^t er 
ftber aKcn ^rop^eten, 

A) S)ie ^xopt^tttn l^aben ben ^etmltd^ Slot ®otteS nur ftfiitmeife, 
foiriel tl^en von (Bott fic^ebcn mar, geoffoibatt S)an. 12, 9: ®e^ ^in, 
^niel^ benn eS ifi oerborgen unb oerfleQeU, bÜ auf bte Ic^te S^^^- ^<>^« 
13, 17: 33iele ^rop^eten ^aben bege!|ret — unb ^abcn e« nxd^t gefe^en unb 
nicfit (gehöret. (5f)riftii9 aber ^at alleS oerfünbet. ^of). 1, IH; l^er 
emgeborne '3ol)n, tci m bcs isoterö SdiP^ ift, ber l^at ea uns mifunbet. 
^0^. 15, 15: ä(Ue0/ roaä ^abe oon meinem ^ter gehöret, l^abe id^ euc^ 
!unb get^an. 

b) 211U' ■j.Uopljetcn l)abm aufCS^tiftum gciütisjagt. :2lpg. 10,43: 
Scn biefem geugen aQe $rop§eten. 

«) Stile $rop|cten ^aben burd^ (^I/riftum geroeUfagt. 1 ^ßetr. 
1, 11 : S)er ®et^ Qfyn^, ber in i^nen mar. 

4. (S^riftud §at fein prop^ettf d^ed ober Se^ramt auigertd^tet: 

a) Xunb feine Se^re; er ^at bag @efej^ gelehrt (Sergprebigt, 3){at. 
5—7), ©ufee geprebigt unb bttö Sleit^ Ootte« oerfünbet (HJltt. 1, 15). 
^om ^etcf) ©ottcS ^ot er meiften^ in C^Ieid^nif f en fterebet, in roelc^en 
er ben Stoff auö ber ©^»öpfung ^Voer bem ÜJienfdjcnlibcn genommen ^at, 
um boä äßefen imb bte ®e^eimnn)c beS .^immelreidjö crflären, v 8. 
3Jlat. 13, 25 unb ^nl 15. iiniljrenb baö 3lcic§ ©ottes ben Jüngern 
baburd) follte beutlic^ gemacht merben, follte ed ben Ungläubigen baburd^ 
9erf(^Ioffen fein. 9Rotl3,ll: (luc^ ift gegeben, ba^ i^r bot ®e^etmnift beft 
^immelrcid^ vemetmel; bicfen aber ifl eft nic^t gegeben. SB. 12—16.) 

b) Me Sempelretnigund, am Xnfang f^ine« $rop|ctcns 
amtt, 3o^. 2, 13—17, unb am ISnbe beftfelben, mal 21, 11—13. 

c) 25urc^ feine ©eiöfagungen oon ber ^^tij'^ng S^rufoIemÄ, bem 
0nbe bcr Seit unb ber ^ufunft beö ^Heid)eQ Wottcö. "JJlal 24. 

t\ 2)urc^ feinen äBttnbel. ^o^. 4, :U: '^dj ttyic ben Üöillen beä, 
ba und) iicfonbt !>at. ^o^. 8, 12: 3d> bin baö iiit^t ber 3Bclt. ^r>. 46: 
aBeid^er unter eud^ fann mic^ einer @unbe jeil^enlf @o ii^ eu(^ aber bte 



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3cag( 8t 



135 



2ßa^rl}cit fage, warum glaubet i^r mir nic^t? 1 ^etr. 2, 21: (El^riftuä |at 
um ein *i}orbiIb getafjcn, bafe i^c foüt nad^folgen feinen ^wfeftflP^P"- 

e) 3)ur(^ feine "iffi unber^ loeldde jugleid) ^ur '-Bfdrtubigitna feiner gijtti 
liefen ©€nbung bienten. 2Rat. 11, 2 — G: 3)a ^^o^onncö uji Oieiaiigniö bie 
SBerfe (S^rifti ^örte — . ^ie Slinben feigen unb bi€ Säumen ge^en, bie 
Vudfä^igen »ctbcn tdn itnb bte Timibm ^Öfcn^ bte ftc^en auf. ^o^. 
U, 11: ©loubct mir boi^ um ber fficvle niKen. (10,26.38.) 3oM,2: 
SRttfler, nrir imlfcn, ba| bu fnfk ein Se|icr wm (Sott getommen; bcnn irics 
manb tann bie3ei(^en t^un, biebtt tl^uft, es fei benn(9ott mit i^m. £ttt 
34, 19: l^efuä oon ^)uiv^ret^, meld^er toavcm^rop^et, mÖ(^tig von 3^^aten 
unb Sorten. Die 'Bunber G^rifti waren: 1. i?rnnfcnl^eilungcn aller 
2(rt (nUerlct 2m&ic unb Äran{l)eiten im "^oU, IRat. 1, ^3; unb bie oom 
Xeufel überwältigt waren, bie !Öe[effenen, 2{pg. 10, 88) entwcber burc^ 33e; 
rü^rung, 5. 33. bei ben 5(u3f öligen, 'Mai. 8, 3; ober burd) fein blofeeS 
3Bort, S3. bei bem blmben ikrtimäuö, ^irf. 11, 52; ober in bie '^vnt, 
j. 'S. bei bcr Xoc^ter bcd !ananöif(^en '^eibeö, '3lai. 15, 28. 2. Zoten-. 
evmetfungen, oon iocli|eR M in ben (Soangelten btei (endetet werben: 
bc9 9atniB Xd^ledetn, boA foeben geftorben nmr^ 9Rot 9, 18; ber ^fing-. 
Ung )tt ^ftm, ben man f<l^on su ®rabe tntg, 2ut 7^ 13; Sojanii in 
9et^ariten, ber bereits vier 2:age im ®rabe lag, Qo^. 11, 39. 3. ÜJlajeflätS« 
»unb er. 30^. 2, 11: 6r offenbarte feine §errli(|feit, b. i. feine gHat^t 
über bic 6e|öpfung, 8. bie Serroonblung oon SBaffer in 2Bein ju jtana 
Qq\). 2, 1 — 10), bie 6peifung ber Taufenbe in ^'cr '^hfta mit wenig 
SrotenC3Rat. 14, 14—21; mxl 8, 1—9), ber (>3ang auf bem iiiücr m<xt 
14, 25), bie Stillung beä Stürmet (^rf. 4, 39), bie '43erflu(^ung bc: Acuien= 
baumcö (^Rat. 21, 19) — baaet^cn bat (5f)riftuö nie ein Sc^auwunber getfian 
unb bie }olc|ed begehrten, ben iataii (JJiat. 4, 5 — 7) unb bie ^^anjuet 
(!D{r!. 8, 11. 12), emftlic^ bamii abgewiefen. 

f ) onS (Snbe ber fMt bim^ bod oon eingefe^te Se^ramt. 
9Rat 28^ 19: |tn unb lel^fet aSe WiStt, Sut. 10, 16: Wkt fu(^ 
|0tet, ber |ftret mi(|. 2 Itor. 5, 20: Wx Itnb Sotfd^after an iSfyn^ etatt. 
6p^. 4, 11 : (Sk ffoi etli^e au Sfiofleln gefegt, etlid^e aber }tt $rop|eten, 
etlii^ |u ^ongeli^en, etli(|e jn Rieten unb IBe^rem. 

B. M |i|i|iffieVefli4e ober ScrfUnungimil. 

1. S)er tßrieflter Smt im 9(Iten $)unbe war, ju opfern unb ba§ ^o(! 
oor ©Ott jtt oertreten, ^cr 0 1| eprt efter (oberflc ^efter) fiatte ofle ^a^re 

einmal am großen TNerföi^ntage, nac^bcm er ^uoor für feine eigenen 
'^^ttntien geopfert, baS Opfer für bie Sünben be§ ciatv^m 33olfe(J ju bringen, 
unb mit beö Opfetd 33Iut ging er in baö 31Uerl)eiltgite, baö er allein bc^ 
treten burfte, um mit bem Ölut ben ÖJnabenftu^l (ben Decfel ber UJunbeöi 
labe) ju befprengen. (3 3}lofe 16.) '^xmt tiug ber J^ol^epriefter auf feiner 
Sruft bad Urim unb Xtjummim („£ic^t unb iRe^i") aU ^ruftfc^ilb ober 
»ISmttf^ilbbitt'' non (Boib unb tSbelfteinen (2 SRofe 28, 15—30), auf 
nek^em bie Manien ber jmdlf ©tftmme ^fßsa^ gefc^rieben nutren, ba| er 



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1S6 



„trage baS 9tmt bcr Ainbcr ^Srael auf jeinem J^crjen oor bem C^crrn ttfles 
geit" unb i^rer fürbittenb üov bem $crm gcbenfe. Csnolid; Ijatte bcr 
^o^ephefter baS 9$ol! mit aufgehobenen ^änben (3 ^fe 9^ 22) f egnen. 
(^er Sesen Slavons, 4 9lofe 6, 22—27.) 

2. G^riftuä ift ber ^o^epricller beS Sleuen ^unbed, auf ben 
bcr ^o^epriefter beS 9It^ 9ttnb<S ein Sorbilb mar. ^c(r. 3, 1 : 3tt^mtk 
walrr M unb ^o^cnprieflai, ben wir bcfennen, ^^efu G^rifti. 

^1^. l: IDiemetl vsit einen 0ro|ett ^o|enpftcf]ter |aben, ^t^vm, ben 
6ol^n ®otteS — . fein to^cpnepecKd^ 9(mt ouft: 

m) ^vbm er uns mit bem einigen Opfer fcineä 2eihei erlöfet ^ot. 
^cbr. 10, 10: einmal fle|(f)ehen butcf) baä Dpfcr bcS üetbe« 3«fw ^^firifti. 
ßp^. 5, 2: (S^riftuS ^at ftdj fctbft bargcgebcn für itnS, jur @abc unb 
Opfer, &oti ju einem füfeen (3ierud). 1 ^'ctr. ?, 24 : 'lMd)cv unfre 6önben 
felbft geopfert ^j-it in feinem iJeibe auf bem .^olj (^bem Mreit^e). 

b) 3nbem er und immerbar (attejeit) mit feiner <)üvbitte por bem 
aSater oertritt. (2)aö ^o^cpriefterlidje ©ebet, ^ol). 17.) 2uf. 23, 34: sBater, 
oergieb i^nen — . 1 ^of), 2, 1: Unb ob jemanb fünbiget, fo baben mir 
einen ^Jürjpcet^er bei bem iJater, !^efum G^riftum, ber gectd^i x\i. ^Rbm. 
B, 34: 9Ber »tll ocvbammenl (5^ri[tu8 ift l^ier, — meld^er ift jur SHec^ten 
&9M unb vertritt iinS. ^ebr. 7, 25: <lr tebet tmmerbar unb bittet fttr 
fte (bie er feiig mat^t). 

e) ^bem er bie Seinen fegnet. @ctn @egen tfl m<l^t eine bto|e 
9n»M^ng^ fonbem eine ntrllic^e Mitteilung beft ®ttten. üRrf. 10, 16: 
ßr legte bie J&änbc auf fie (bie Äinblein) unb fcgnctc fie. üuf. 24, 50: 
ör ^ob bie §änbe auf unb fcgnete fte (bic jünger). Sp^. l, 3: ßJclobet 
fei — , ber un^ qofegnet mit allerlei geiftlic^em @egett in ^immltff^en 
©ütern burdj ü^riftum. 

ricöinnu-? mar alfo im uniünnbelbarcn JKat Öotteö bcicftlofffn unb 

inü bem ^iD (^ottcä beftätiet, bafi ßbriftu^ nacb üoübta<^tcm Cpfer feinen i'cib unb 
feine 6eele, bie ec in (^inigfeit ber ^erfon an ftd) genommen bot, an wtlöitn untre 
Sflttben ooQlonnnen gefhraft unb beiol^It ünb, »or bem UnecTubt bei Qotcrt obtie 
Unterlal eijeigetc, auf bem ^bfon ber iDlajeftät ®oUe§ in bcr :&öH auf baB bo9 
^fanb, nämlidi Ghiiili Vi'ib unb Jcdr, baran nnüc itmbcn geftraft ftnb, aflc 
Huflcnblicfe for öotte?' ^itngeft^lt ctiiiinnc. llnmöfllid) alni inorc cS, bofi er fönntc 
mit bem l'eib unb ber «Seele, baraui alle unfre 6&nben geiuorfen waren, an bem 
Xbcon ®ottel erfibeinen, wenn fie ni(bt baran in (Stoigleit gebabt unb begabU 
wdffH. (^r. 10, U. 14.)' 

,5)er anbcre 9?uöcn ijt, bab mir unb unfer (^fbet, aud) aQe*, mcA mir haben, 
flcbfiünct iff biircb bn-^ Tpfer ?ber Vciben l^brifti, unb mir nunmehr bm <öctc 
Ilgen (Seift, ben er un?i mit feinem Dufer am Mrcu^ erworben, cnu'fanflcn bnbcn 
burd) ben (glauben an ibn, fo folgt, bab und unfre Unmürbtgtett nidjt meijr oon 
bem Vngeftcbte ®ott(S abfcbceden bmn, fonbem bab mir mit wabrem Vertrauen 
auf bab Opfer (Sbrifii in Oott treten mbgen« und felbfi unb unfer Met famt 
aOem, moA »ir bobcn, ibm aufzuopfern ju einem moblßcfdUioen f)attlii|ifer, »eil 
cft aufornmcn übecgoffen unb gcbetttgt ift mit bem uoblrietbcnbett Opfer 3efu 



1S7 



&i)TifH, unb qUo teilt et imd feine pneftetli^K ^fttbi^tctt mit. (i $ett. 2, 5. 
9. 10: SRöm. 12, I.) 

3. G^riftuS ift ^o^crpriefter beg !Reuen Sunbed %t'6fitt als 
ber bcS Wien SunbdL dergleichen ms (etbc. 

«)^cr^ol^epricflefb<9 Htten 8tmbeft wov em ffinbigcr 3Rcnf(|^ 
ber juecfk ffir feine eigenen 6&nben opfern nui|le, — Sl^rt^ttS, bcr Qdf 
(ige (SotteS, war \db^ o^ne 0finbe. 4^e6r. 7, 27: 'Jim nic^t täglich not 
Wäse, im jenen ^o^enprtefleni, juerjl für eigene Sänben Opfer t^un. 

b) ^ener ^at ein ^ier geopfert — S^riftuft fid^ felbfl. ^e6i. 
13, 12: @r hetlinte ba«i ''l'olf bnrd) fein Hqfne? ^Bliit. 

o c n e r pung m baä ubijdje ^Uertjeiligfte — Ci t) r t ft u 6 in hai 
I^immhidit. ncbr. 12: @r ift butc^ fein eigenes isBIut einmal in bad 
^eilige cuuu'ivi'nv'n- 

d) '^enec mu^te bas Dpfei uUc ^u^rc roieber^olen — ti^n[tua „ift 
einmal geopfert, wegjune^men oieler ©ftnben." (^ebr. 9, 28.) 

e) ^ener ^at blo^ fär bfe 6fiiibcn l^taeU geopfert — S^riftuS 
ift bie Scrfd^mtno fOr ber gangen Sett 6anben (aSer SRenfd^en, bie in ber 
gangen Seit imb ju aQer ^ni burd^ t^n f oQen feltg »erben). 1 3o^. 2, 2. 

f) ^ener mar ein fterblic^er !iRenfch unb ^atte 9{a(^f olger in feinem 
Xmte — (Sl^rifkug lebet croig unb l^at eine eroiac Grlöfunc^ erfunben; 
barum ift er unfer einiger ^o^erprieflcr. ^cbr. 7, 21. 23. 24: SDu bift 
ein '»Prifftor croiglidf) na^ bcr 2Bt'ife Wcld^ifcbefä. C^]. 110, 4.) ^cncr 
finb oicte, bie "^rieftet würben, barum, bafi fte ber Xob nicf)t bleiben lief?; 
biefer aber barum, bn^ er bleibet eroiglic^, ^at er ein unoergänglK^eä 
^rieftertum. (^ebr. 7, 24.) 

C. ^ae fönigüc^e otier ^enfd^eramt. 

1. @in 5lonic( ift ein .Cierrfcftcr oon ©otteS ©nnben, ueld^ein ein 
Steidd gel^ört, in öem er lerne Unterttjanen burd^ öefe^c regiert unb baä er 
gegen ^inbe mit ben SBaffen oerteibigt. 

2. (SE|riftu3 ift unfer eroiger ftonig. 

a) Sßon ®ott cingefe^t. ^f. 2, 6: ^c^ ijabe meinen Jldnig (S^ffatm) 
eingef e||t auf meinem ^eiligen 8erg 

b) <Sr ^at ein ^eic^, bag „Stömgreic^ ©otted" ober bog „j^gnigretc^ 
ber fiimmel". 3o^. 18, 36. 37: ^ein ditxd) ift nid^ oon biefer 5BeIt 
(nach 31rt ber irbifc^en SReic^e). ^a fprac^ ^ilatud ju i^m: 6o bift bu 
benno(h ein JÜönifl? >fii^ nntroortete: ^u facjft e§, id^ bin ein Äönig. 

(Ex Ijat feinen Moiiuvjtl)ron befttegen bei feiner .^•)immclfaf)rt unb 
feine ^Kcgierung protlamicrt. 'JJtat. 28, 18: ^J!)iir ift gegeben nlle Wciualt 
im ."oimmel unb auf ©rben. @pb. 1/ 20 -22: Wott ^at i^n gtff^i fetner 
Steckten im ^^immel, über alle ^ürftentümci, (^Jeioalt, SÖiac^t, J^erijtijüii 
ttttb aQeg, mag genannt merben mag, — nnb f^ai alle ^inge unter feine 
§ü|e get^an. 

4L) @etne Untertbanen ftnb feine ©Unbigen. $f. 110, 3: SZai^ 
beinern @icg nrirb bhr bein ^If willig opfern in |eUigem 6(hmu(f. tSp^. 



138 



tfta^t 31. 



1, 22: (^ott ^at i^n Qe\d^ gum ^aupt ber @emeitte Übet aUc$, ba 

ift i'ein iieib. 

e) i)ie ©renken fcined 9leic^ed ftnb bie @nben ber 6rbe. 9(pg. 1,8: 
9i« 4in ba« iSaU ber Mc. 93, 1: 5Der ^err ift jtönig — unb ^at 
ein 9lei<| an^m%tn, fo weit bte ffiett ift 

f) (St ^allgett SRe^rer beS aiet^S^ bat er eroBett m<^t mit 

ber ©etoatt beS BäfnnM, fonbem mit bcm üBort fetneä DtunbeS. ^cf. 

60, 5: ^onn wirft bu beine li?uft fefjen, roenn fic^ bie 9Wengc am JUm ,ut 
bir befcf)rt unb bie ^3)tQ(^t ber Reiben gu bir fommt. Sipg. 2, 47: 2)er 
c^-^err tf}Qt tjinju tägtic^, bie bn feü?^ tüurbcn, \\i ber f^emfine. r^fh. 7, 9: 
©ie^e, eine gro^c Sd^ax, toelc^e niemanb ,3;a^len fonnte, aus allen .'»peiben 
unb 93ölfern unb Bptad^en. Mat 28, 19 : öe^et tyn unb lehret alle :i>oUer. 
Igef. 53, 12: ^aiuni roiH ic^ i§m oielc j^ur Seute geben, unb er jolt bie 
@tar!en gum staube ^aben. 

2)ic3)auer feiner ^errft^aft ift eroig. «Pf. 93, 2: bcm an fielet 
bein 6tu^l (X^ron) feft; bu bift eroig. Stitl,d3: (St mtxb ein Aömg fein 
über bas ^aus ^foH (boS neue Israel) eioiglic^, iinb feines Stäm^mi^ 
roirD lein Qnbe fein. DffB. 12, 15: (St mirb regieren Mn ^ Mg« 

feit; 17, 14: benn er ein ^err aOer ^ercen unb Xim% dOer ft^nige. 
8. ©ein föniglic^ed 3lmt oerroaltct G^riftuS in breifac^cr ffieifc: 
«) (ix regiert un§ 1. mit feinem 2Bort (öefe^ unb ßoangelium), in 
roe^em er feinen Üöillfn cffrnbait. (Die Scrgprebigt ift baS ^HeiA§flefe^.) 
$f. 110, 2: 2)er .^)crr iüuü Dao 3^P^'-''^ feined ^eic^cs fenbcn auö i^ion. 
3o^. 14, 23: 2Bev mirf) liebet, ber roirb mein 59ort galten. Z-^ebr. 4, 12: 
Taö SBort 0ottc§ ift ein 'J(i^ter ber ©cbanfen unb 5innc beö A^erjenö. 

2. legiert er uiiö mit feinem (^eift, burd^ welchen er uns bie Äraft ^ui (Ir^ 
füQung feines ^iQend gieM. '^|. 143, 10: l^e^re mic^ tl^un nac^ beinem 
fBo^IgefaUen, bemt bu btfl mein (Bott; betn guter ®eift fü^re mid^ auf 
ebner 9a^n. 3ol^. 16, 13: ffierni ober jener, ber <Betft ber SSa^r^ett 
fommen wirb, ber mttb eud| in alle Sa^r^ leiten* 

b) @r f (^ü^t und bei ber erroorbenen @rlöfung gegen bie ^einbe, meiere 
uns biefelbe rauben wollen, b. i. ben ^Teufel, bie 2Belt unb unfer eigen 
^leifc^. ^^^f. 110, 2: C^errfc^e unter bcinen ^einben. (Seine ^einbe ftnb 
auc^ unfre j^einbe.) dibm. 16, 20: (Sr roirb bcn Satan unter eure aü^c 
treten in fur;;cm. "-Tllat, 16, IH: 2)ic ^Pforten ber .f'^bllc follen fie (meine 
(Gemeine) nidjt ubcripaltiflen. ^sol). 10, 28: ^Jliemanb roirb fie (meine 
^^d^afe) mir auä meinet ^anb reiben. 

0) (Sr erhält unä, ba er und innerlich ftetd bie itraft erneuert unb 
um vor bem SbfaS benralirt. $f. 71, 16: ^ä) ge^e einher in ber Kraft beft 
^erm {)erm. i^ief. 40, 31 : S)te auf ben ^erm Marren, fricgen neue Straft 
9l&m. 8, 37: ^n bem aOen fibenoinben mir meit um bei wiflen, ber uns 
geliebet ^at. 1 Rov. l, 8 : @c roirb eu(^ feft behalten bis anS 4itibe. 

4. 3}om jldnigreidi 6^rifti fagt Oleoianud: 

•(Sin Üdnigfciib ift eine fol#e 9Ugiecung eines ^Ued, ba eine Herfen alt bas 



Scfttie SS* 



139 



.^ourt tft, roclcfse^ mit SBciä^cit, 9lat unb 6tät!e üortrenÜA boqnbt ift, auf bo^ bic 
Untcrtt)anen bciielbtacn ^eid^eit unb anberer ©oben genießen unb in gutem ^rieben 
felig unter folgern Raupte Ubm mögen. Vul biefem ^oIkr mir Sbibihine iu 9a* 
ftOtm, »ai brt 91ei<^ ^%x\fk% fa, iiftmU4: et tfl eine fol^e 9le||ietini0 bcS 9oIlel 
(BiytteA, ba ein $aupt tfi, nämticb (S^riftuS, ein ^ert unb Sd^öpfet aQer jlreatuien, 
unb an feinet Dlenfcbbeit mit 9Beidbeit/ JHat, 9Jla^t unb nllen ©aben oortreffliA, 
mebr benn n(!p (^nfie( \mo DJfenf(J)en, begaJiet. 3Belcf)e-!s Mannt iniriftus alfo feine 
Untert^anen cegieit, auä) in öiefem Ceben, bo^ ci burd) bic '4>ci'bigt leineä tjeiligen 
Omuigeliiiiiift «ab bie ftcofi feines beiligen (Beiflet bie enigc 6ell0leU in oOer Sut* 
cnnftbllcn $eqen anrietet, inbeni er üe feDfl cinocrlcibt bini^ bin QHnubcn unb 
bad B^ugnid bec ^linen Saufe, i^ncn oud ®naben bie @anbe nicbt lute^net, fie 
töglid) Don Sünben retniaet, tt)pt)net in itjnen unb reßicret ibrc i^erjen mit feinem 
beiligen (^^ein unh braudjt bfl',u ^]f)?ittcl hie iUehipit be* 6)>angelium^ unb 
ben®ebiauc^ bec t^eiUgen c a ( t u in e n i c unb djiiitltc^e Strafe ober 9u6iu<j()t, 
ttttf ba^ Rc in bid<nt 9tlbm felig im ^ectn leben, unb ^ebc ^oben mit <M unb 
enbli<b in Metcit in iralUommenet |>ei(ii|lett mit i^rem itbnig leben unb regieien. 

ift bad ^eidb Gbrifti, mtiditi in biefem Seben onfondcn unb lune^men foll in 
einem iebcn (^Aubigen ^ecien.' 

III. Der )lu|en 5e9 breifadirn JVuttes C^rifH. 

1. ?^affen wir gufammen, m<\^ (5!)riftii§ nacf) feinem ^^rrifaLfjcn 3lmt 
für iin^ qetfjon f)at: qIö 'l'rcpfid hat n ben !3Bcg ber Seligku m jcinem 
fic^ratnt uns Qt^iCiat ; ab .V)ül)eipnefter f)at er bie Scfigfcit burd] feinen 
®el^üitain in feinem l\erfbf)nunci5amt unö ertuorben; als Mbniß eignet er 
bie @elig!eit na^l feiner (Ir^bi^ung in feinem .l^errfc^eramt unä ^u. 

8. 5Dcm entf priest, wtA ^i^iiftuö nac^ feinem breif a(^en Vmt in unft 
l^ut: bun^ fciii pvopl^etif^ imt wtxb unfer SScvfIanb cfleuf^; bwn^ 
fein ^o^rieflcitunt »nb unfer (Bemiffcn gefKIU; buv(^ feine fbntgltf^ 
l^enrfd^ft »ttb unfer SBitle oe^li^t. 



* 82. YDaium rrirO bu iiber ein »Tbrifl genannt:^ 

iDaß i* tuvd) 6cn (Bfaubcn ein (F>(icö Cbriftt unö alfo feiner 
Salbung teili^aftig bin, auf öaf tcb feinen Hamen beFenne, micb 
If^m 5u einem lebenMoen JDanPo^fer Mrftellc, uttb mir freiem <0e« 
ivijTen in Mefcm (leben tviöer 6{in6e utt6 Cenfel fVreitr, utiö fftr* 
nocb in twi^Uit mit ifm übtt alle Emmten Iftrtfdtt. 

Üntro. ^df werbe barum ein (Ebrift. b. i. ein ®cfalbtcr, genonnt, weil icb bcr 
6albunfl (5Hrini, nämlici feinet .^»eiliflcn (Reifte?, tcilboftig bin unb ibm in einem 
prapbetifcbcn, pricftcrlidien unb tbnigiicben timte biene. 

a) 3Bte mirft bu genannt? 6tn Sbcift- 

b) fBoburd) bift bu ein ®lieb Gbrifti? Xurc^ ben @Iaubrn. 

«) SM beMeft bu unter ber Golbuns 3>ie aRittettung feincK OelÜe». 
d) ÜMc neni^teft bn bcin mrop^if ^ SImtl Mui^, bab (S|rifK ffomen 
bcfcnne« 



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140 



Scage 33. 



e) ^le uetrid)tf(t bu teilt prieftedic^e«^ fbnt? ^aburc^, bai^ tc^ mic^ Q.^n\io 
tu eimnt blaibiieii SkmlopNt borflcQe. 

f) 9Bie oemcbteft bu beiii Uitieltc^ed «mt? ^abiif4« ba| nit ftde» de* 
Uiffcn in biefent Cebcn roibcr Sünbe unb Icufcl ftrcite. 

g) ®a4 l)aft bu bei fol^er «udridHuna beine* Cbrifttnamt* für bic 3uhmft 
|U tmaxttn i ^ema^i in dmielctt mit ^ctfto übet alle Hieatuceit ku^i^t* 



I. IJom dfiriRfiinanuii unb oom Ctiridrüftonb. 

Urfmuö. „^ier roirb mdjt flcfrngt: 'iKarum bifi bu ctn (iijrtft :' 
fonbern bie t^rage lautet: ^arum trirtt aber bu ein (S^nft genannt? ^cnn 
ntnn fxac^t: ®antm bift bu ein Gbnft? fo fragt man, roarum ber Wcnfc^ 
(bei Wtjragtt) uutei bicfe^ 93olt, buö man (iijriftcn nennet, cje^oie. ^uf 
bicfc ^xa^t loärbe rec^t geantwortet: ^arum, ba^ er in $|viftum glaube 
unb in feinen 9lamen (jetauft fei. Stenn biefed gehöret ba$u, ba^ er ft(^ 
mit 9Ba^c^ einen S^riflen ffli^nien tdnne. S)er StMIfiSamU aber ^ot 
aum etlUlii, manint ber So^n ®olteS werbe ^Irifluft, b. l ein (lies 
falbter, genannt ; auf ba^ bie ^ugenb lerne, waS ftlr Se^re unb ^roft t^ncn 
biefer 92ame gebe, unb roaä in <Sl^ri[tum glauben ^n^t. ^eil ober aud^ mir 
Gbi^Utfn, b. i. f^efalbtc, genannt locrben, fo ipirb ju beffe^cw "^^crftanb 
ber üorl^ergefjcnttcn Vclirc tuciter gefragt, rtidit Ttinrum lüir unter bic (Ge- 
meint unb TNilti PCI (if)ri[ti gehören, fonbern roarum loir, bic wir in ^l^rtftum 
glauben unb ijtiauft finb, btefen 9?onien tragen, baf? luir auc^ ISljriften ober 
@efalbte ^ci^cn. 2(uf bicfe ?yragc ift feine anbere Slntrooit als: ba^ bie ©läu= 
bigen burc^ i^ren (glauben ^lieber biefed ©efalbten werben, oon welchem 
att il^rem ^aupt bie Salbung, b. i. bie ®nitbe beS ^(igen @eifted auf fie 
flic|t, alfo ba| fte bur(^ fein ^rop^etenamt, tßrie{lectttm nnb itdntgrett^ ge« 
le^rct^ erUfet, regieret 0ef<^t, unb fle }u ^rop^n, ^Heftern 
unb Jtfinigen gemacht werben, bie feinen iRamen belmnen unb preifen, fi(^ 
i^m 5um ^onfopfer burcb i^r gan^e^ Scben barfteUen, unb bun^ feine jtraft 
wtber bie @ünbe unb Xeufel in biefem Seben ftreiten unb fiegeu, unb 
na«^ mit i^m in @niigteit über alle Kreaturen ^errf(^en." 

1. G^n|tuö nannte bie Seinen „.junger", ^5*r^""be" unb „trüber". 
3ob. 13, 35: Daron roirb jebermann erfenncn, bafe i^r meine jünger 
feib — . 3ob- 15/ [ei^ meine Ji^eunbe. ^ol), 20, 17: QJe^c aber 

l|in JU meinen örubern unb fage i^nen — . 

8. XKe erften ^{)>^if^<^n nannten fi^i felbft .»^fingcr", b. i. @(^fl1er, 
n&mli(^ (Slrtftt @(|tt(er, ober «9 r Aber' (unb «ecbroeftem") ober ^^et« 
lige^, b. i. ®e^ltgte, von ber 9BeIt au^efimbert unb ^ur @eGgteit be» 
ftimnit. 9lpg. 6, 7 : '2)ie ^al^l ber l^^ttger warb fe^r gra| |U ^jjerufalem. 
aipg. 9, 30: Ta baö bic 53rüber erfuhren — . ^of. 2, 15: oo aber ein 
99ntber obci 3ci)mefter bloft (bebürftig) w&ie (£p^. 6, 18: ^t fietft 
für aUe ^eiligen. 



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t^afle 82. 



141 



8. 3u äntioc^ien in Mleinafien lam juerft ber %amc Gfjriften ober 
„G^riftioncr", b. t, 9InI)änc;er G^nfti^ oU ©<^impfname auf, rcie man 
bie ^Reformierten aucfi ^töingliancr unb Galuiniftcn nennt. 3)ie (Jhriftcn 
felbft ^oben im ^inbiitf auf i^i- Ijeididjcs .^>aupt Üljiiiiuä, ben ^cxin uUer 
Herren unb Aönig aller jlönige, biefen Flamen alg ^^rcnnamen ftcti gefaUen 
[äffen. 9lpg. 11, 26: 3)ie l^üngcr würben am erftm )u SCntto^ten (S^rtfüen 
genomit. — Htt !Rome Attnft" tommt in bcn apoflolifi|<ti Onefm im« 
1 fktr. 4, 10 9or. 

4. »$|rtfl* cBcnfo »te 6|nfiuS ein ®(falte, aU mit bem 
pidi^en (Seift, meli^cr oui^ ber ®ctfl (SdnlK ifi, crfttltt. OkiL 4, 6: SeU 
i^r benn ^inber feib, ^at ®oit gefanbt brn ©eijl feines 6o^ned in 
eure ^er^en. 2 Stot, i, 21. 22: Qiott ift e^, ber und befeftigt l)at famt 

eu(i^i in dl)nftum unb un§ t^efalbet - unb in unfre i^er^en bnö 'i^fonb, 
ben Gieift, gegeben ^at l3o(). 2, 20; :^r ^abt bie Salbung von bem, 
ber lieilig ift. 

5. Tiie Xaufe allein inadit noc^ m4)t bie lebenbic^e .^utieböriflfeit ju 
(Sljrij'to Quä, fonbern man rairo ieiner Salbung teill^aftig^ locnn man „burc^ 
ben W lau ben ein Wlieb Ül)ri[ti ift". ^ie ^. taufe ift nur für bic ein 
^uubi-ä)iegt.'i^ iut:ld;i' bur4) toa^cen (glauben (il)vi|lü ttnuerleibt imb unb 
itmi ®naben(ttnbe ge^dcen. Wlxl 16, 16: 9Bet ba glaubet unb getauft 
vM, ber wirb felig; mer afecr nic^t glaubet, ber wirb oetbammt werben 
(obglei<l^ er getauft ift). Sie bie lebenbigen Sieben am äBeinftotf (SSoH^ 15) 
aOe oott einem 6a^ unb aQe lebenbigen ©lieber eineftSeibeft oon einem 
Slut burd^floffen roerben, fo bie lebenbigen 6^riften etile von einem ®ei^ 
b. i. bem ^eiligen ®eift, bem ©eifte ß^rifti. dpi). 3, 17: ß^riftum 
mobnen biirdb ben (>Uaitben in cuern §cr,^en. 1 ^or. 12, 27: ^^r aber 
l'eib bei Üeib iS^nfti, unb Öliebei, ein jeßlic^er mä) feinem Xeil. @p^. 
5, 30: $lMr ftnb ©lieber feined )Üeibeä, bon feinem t^leift^ unb oon 
feinem ©ebein. 

6. Öemeinfom mit ßl)rifto ift bic ©albung, b. i. ein unb berfelb? 
^eilige öeift. 1 iCoi. 6, 17: 9Ber bem ^erm anfanget, ber ift mit il)m 
ein ©eift. Unterfc^ieben finb mir in ber ©olbung be« föeiftes oon 
(E^rifto nac^ bem 9Ro| bedfelben, inbem er benfelben obne 3Ra^ (^o^. 3, 34), 
wir aber benfelben uon i^m 15, 26) unb ein jeglicher in bem ^a|e, 
alfl bem l^errn gef&Ot, empfangen. (1 Jlor. 12, 11; <i|i|. 4, 7.) 

7. Statt Utttfrf(|eibct @(^ein<^ri|ten unb wa^re 6 Triften. 

n) €i$ein4iriften fmb folc^e, bie (nac^ 2 S^tm. 3, 5) ben @(^ein 
eines gottfeligeu SSefenS ^aben, aber feine Straft oerleugnen. 

b) SDvt wahren <5^ri|len mfiffen in Striflo fein unb in feinem 
Silbe, no«^ fBort unb Sanbet, erfdjicinen. 2 aiim. 2, 19: ^ fe{te 
®ninb ©otteS befielt unb %at biefed Siegel: ^er ^en tennet bie ©einen; 
unb: @d trete ab oon ber llngered^tigieit (©Onbe), wer ben 91 amen 
S^rtftt nennt (t^ betennt unb tr^t). 



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142 



8. OUOtanud. »(Mltiften necben mit genannt üarunt, ba| wir glauben an 
(E^riftum auf fctneR 9tamen getauft finb, unb e6cii bcrÖtaiiir an 66riftum ift 
bie 6albun0, Uc »tc oon <l|riflo emi>faitflen (oBm unb bic (ei unf UM in 

grctgfcit, »ie ^o^anned lehret. (1 ^, 27.) 9Rit welcher Salbung roif bunb 
Gtiriftum, imfcm lieben 0ott, gcfiilbt finb ju .^tftnigen, ^ticftem iinb ?t^or:rn nTS 
©lieber o^rifti be* ^>crm, hie ba 0emcin)d)oft böbe« an ben geiftUc^en Waben ibrc« 
i^aupte^ 6bnftud« nac^ bcm 'Mixip, baä @ott »eig, ba& fte/ einem jeben infonbecbeit^ 
unb b<m oanien Selbe bcvtis^bienUcb Hnb. (^b- ; 4, lt.) ^e^baU» foOen »ir 
btcfen bcnrfidbm Bumumh, ba^ »w (Sbtil^ flcnannt wetben lub aii4 flnb, be« 
beuten, bob »ir uämlicb nid)t mebr im SRetdb beS leufelS, fonbern im 9ieicb ^\fiM 
fmb, bnf, er un^ burdi brn Qiiauben iiob boftBcuftnift bec bnliflcn Saufe mit feinem 
btiUgen 0ei)te geialbt t|üt.' 

llriinuä, ,'Oiur bcr äußern Srftbcinung nac^ fmb thniuit, lueiiti' ,iLtaurt 
fmb, unter ber 8<^at bet 'üeruienen fid) befinben unb ben djriitlidjen (»Jlouben be» 
tennen, aber obne »obrbafte Setebrung fmb; baft ftnb bie Scbeincbriften, l^eucbler 
unb fRoubbnficn. fkm bicfen niib gefagt: Siele ünb bcnifcn, aber nKnige finb, 
audenoöbtet. (Wat. 20, 16.) üRat. 7, fl: GS werben nid)t oUe, bie ju mir fagen: 
^crr, ^err, in ba9 ."^iniTTielreicb tomme«. — SBobre Gbriften fmb, roeldje nid)t 
blnf< fli'tauFt ünb iinb bic l'cbre Pbrifti bcfennen, fonbern au(b mit bem wabren 
©laubcn begabt jmb und öenjelbcu m ^ruc^ten ber iBu^e erzeigen; ober bie, W€l(be 
bunb bw QMmibcn »ItfD^ OHcber ebtifti unb feinet 6albttng teilbaftig finb. Wk 
matten (Sbnfien ei awb in ber Aubem <frfd^inungr ba cb ^i|t: Söffet tm 
Si(bt leucbten oor ben beuten (Wat. 5, 16); jeige mir beinon (Blauben mit (wörtli(b: 
au§) beincn fBcrfen 2, i*^': «ber nidbt oQc, bie äufeerlic^ olö Gbriften erfcbeinen, 
fmb au4 roabre ^briften, ba ju ualcn rairb gefaxt toerbcn: fiobc cudi noA nie 
ertannt. ('Dlat. 2a.) ^ier (in uniut (5rage; i)i nur uon ben loabien ^bnüen, 
ni4t «Bet bon ben Scbeindbriften, bif SIdie.' 

II. Um bcm ^reiftäici "XwX Iff C|ri|lni. 

^urd) bie c:albung (>^rijti, bu mir rm^fangai, werben mir ni^t blo| mit 
feiner $erfon nminigt, fonbern auc^ ju einem bem feintgen entfpre(i)enben 
bimfad^n 9nUe berufen« gu beffcn Xtidric^tung ber ^eilige @eift uns tüchtig 
m«^ biird^ feine (Soben. IDtefer tanigl^, ynellcrlHlc tmb pisf^^ctift^ 
Senif ifl aitfgefycoi^ in l $etr. 2, 9: 3ljf feib bat aiilcmi&|ttf Oef^Ieilt, 
bad 1 5 ni gliche $ rieft er tum, bad fH^ilige SßoXl, bad Solf be« (Sigentumt^ 
ba| il)r (ald ^rop^eten) oertünbigen fottt bie ^ugenben beS, ber eu^ 
berufen ffat von ber grinfItemuK ju feinem mtnberbaren 

A. M 9t|f«Rt. 

„2)afe feinen 9lamen befennc." 

I. {Den üinmen €^rifti befennen ^ei|t (im engem 6inn), obr {ebcr« 
mann erllfttcn^ ba| tö^ an ^efum (S|riftum ntt meinen eittigcn Seßgmo^cr 
gUnibe unb mit £db tmb 6eele, im Seben unb im sterben, fein eigen bin. 
IDicfeft 9)efenntni9 aber fe^t voraus bie rechte @r!enntnis unb wtib 
bemö^rt burd) einen ^eiligen S anbei unb burd^ bie 3(uS6reitung unb 
SSerteibtgung ber gbttlt^ Sia^r^ctt. 5Der ffianbel im <8etfte G^rifti 



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Siaiie 32. 



143 



tf( auc^ olS ein iLUfiunen bi'6 "Ofornenö (5l)ii[ti uu uHiteven Sinn aufjuiafjcn. 
9Rat. 10^32: äi^ei nudt L elennet uor ben 3)icnjd;Liv, ten roill id) bcfcnnen 
oor meinem ^imnilifdjtii i^atcr. 9t5m. 10, 10: So mon von .{icrjen glaubt, 
|o wirb man ötudjt; unb fo man mit bcm %nbe betenntt, )o wuo 
man fclig. 1 $etr. 2, 12: ^^ü^ret einen guten SB anbei unter benJ^etben, 
auf ba| bie, welche oon euc^ afterreben/ eure guten 9Becte fe^ unb (Bott 
preifen. U %jm* 2, ä: 9Bad bu uon mir ge^dret ^eL% befielt treuen Stenfi^en, 
bie ba tfittttg flnb autl^ anbere gu teuren. 

t, ^ad (Segcnteil von befennen i|^ oerleugnen, b. l in Vbrebe fteOen, 
ba| man 3«fw»w ß^riftum fenne unb an i^n glaube, cnttocber um einen 
Att^li«^ !Rac^teil oon fic^ ob^ ober einen äu^erlid)en Vorteil fid; baburd) 
jujumenbcn, au6 'IJJenfdienfurc^t ober am llicnfd)enocf(il!if(feit. 'iicrlcugnet 
roirb aiic^ ber i)iame (i^rifti, raenn man benjclben jiuar im ^Jiunbe fül}rt, 
il)m aber Une!)rc ma(^t bur(^ einen un9öttli(^en SBanbel. 2Wat. 10, .'{.J : ii^cr 
mi(ft aber t»ev leugnet oor ben 5Wenfc^en, ben roiQ JJd) auc^ oerleuguen 
oor meinem ^immlifrfjen ""i^atei-. — ßin ^öeifpiel \\i %ttxVif^ im J^ofe beä 
J^o^enprieftciä, ^JJiat. 2G, 69—75. ^^etruä ging fjinauS unb meinte bitterlit^." 
^er^lid^e ::8u^e oor 0^ unb SRenfc^en ift ber eingige Seg fttr ben, nieder 
oerleuflnet ^at, um von bem gfall »ieber oufsufte^en. 

8. UrfittuB. .Unfer prop^ctif^e« Imt ifl: ®ott unb feinen StOctt fed)t 
ettenncn, S. ba9 t«4)t (Sttonnle mit Xrcue, SRut unb 9cbatrti(bl(tl bcfonuen.' 

4. Oleoianiü. .(5bnftit9 beb&U boft Sebramt unb bie jlraft bed ^eiligen 
fVriftc? nidit für fidj olicin, fonbem teilet Cv feinem ßtinvn l'cib, meltfeet ift feine 
Kudje, mit, uibcm et einem jeglichen ^lieö ben Siiüen jeinei ^i^oterö offenbaret, 
unb )ie oUo ju $ropbeten mad^t/ — tnbem er au4 oon ben ©laubigen, n^ieiDo^l 
fie boft dffentli(be ^rebigtamt bei Sorte» unb ber 6olranicnte nid^t fahren, benno^ 
nrifl, bob fie tnfofcnt boB inn9ibetif<be ober fiebramt ftben, erfHiib» bab fit mit einem 
attfTid)ttQcn. öM(i4)cn IMcnntniS beS roabren (Staubend ®ott preifen ; jweitenB 
autti ilir (^unTibc (bie ßanje gamtlie^ unterweifen; unb britten'? ein if^tM• feinrn 
Diäd^lten im .perrn evbaue, fo oft e8 bie ©clcflen^cit giebt unb mößlid) ift, bod) 
obne 3(>^i><>^n0 Ordnung, bie @oU emuuU in feiner Hird^e bi^t aufgerichtet. 
2)ab aber oQe OUubioen unb i^re JHnber biefer geiftlicben, prop^etifcben Salbung 
tbrc* ^oNpte» Sbrifhii Idlbafttg feien, unb eben unB unb unfern itSnbem, Ue mir 
in biefen legten 3eiten (eben, oerbeilen fei, ift burd) bie ^poftel bcDfttigt mit biefen 
Sorten: l^a^ \\\, baS burd) ben ^l'ropbeten 3oel ^thM\\ ift: Unb e« foD gefcbcben 
tn ben legten iagen, i'pridit i^mti, id^ roitl au^picfuni dou iiuinem ©eift auf alle* 
Gieiid), unb eure 8ö^ne unb lochtet foUen ncidiagen, unb eure Jünglinge foQen 
©eftcbte feben, unb eure tlleften foUen Xrftume unb ouf meine Unecbte unb 
auf mciue SRAgbe »ü i* benfelbigcn Sagen meinen Oeifi auigieben« uUb He 
foden QdBfagen u. f. w. (Upg. 2, 16-21; 3oeI 2, 18.) §icr bebenfe nun ein 
jeber (Slaubige, ob er felbft famt feinen Äinbern unb feinem (^efinbe 
biefeS ©egenti ©otteä, b?n C^ott ^ipfe^ iiinern 3eiteu uerbeif5cn bat, teilhaftig fei, 
unb rufe Q^ott an um jolc^eä grobe iiefd^ent, fo loirb txi i^m geben unü mebren, 
bab er eub1i4 bicft feiige Qmbe mit ben Seinen erreiibt bam <9ott fprtcbt: (M 
fon gef^cben« bab »er ben Stemm bei l^erm anrufen toixb, ber loirb feiig »erben. 
(3oel % »: SUhn. 10, 18.) 34» unb bie SRelnen rufen ben 9Iamen beg ^crm oon 



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144 



3ca0e 81. 



^erjen an, lagt niu mein @eDiflen, bed^alb tonbtn toir f«lig loerbeiu d^ettcu ift 
bnr« bcr cd ocrtiei^ ^at, ba »irb*« aud) t^un.' 

„^a^ mi^ a^ti^o }U einem lebenbigen ^anlopfer 

barfteUe." 

1. (S^riftuö l)at alö .f)ol)erprie[tcr jcin l'cben pm cu^nopjcr hir 
mid^ in bcn Xob gegeben; bafüv foU idj mein tfleifd^ töten unb mcm 
ganzes üeben jum SDanlopjev feiner (5^re meinen. 1 ^ctr. 2, 5: 
öouet tüä) gum ^eiligen ^rieftcrtum, ju opfern geiftlid^e Cpjcr, bic 
(iott angenehm fmb, burc^ ^efum (S^rifhim. SUdm. 12, 1: ^ä) ermahne 
mi, liebe Sifiber, bun^ bte 8ann^erjtgteit ®otteS (um ber in Um Opfer 
S^ftt etfo^tenen 9«rm^3i0!ett IBotteft oiHen), ba| i^t eure Set b et be» 
gebet (b. t. bavfIeUet ober barbrincict) jum Opfer, bad ba lebenbig, 
leilig unb ®ott rool^lgefäUtg fei, roei^ed fei euer pemftnftiger (BotteSbienfl. 

2. @ol4ie ^anfopfer finb: 

«I üöUigc Eingabe bc^ A^cr^en? mit allen feinen ^ünfd^en unb 
5feiguugen. 1 'JJiofe 22, 2: Wott ipiadj ju ^ilbruljam: ^imm ^\aat, beinen 
einigen Sof)n, ben bu lieb Ijaft, unb gelje (jin in bao £^anb 9Jioria, unb 
opfere iljn bafclbft juni 'sBronbopfcr auf einem ^erqe, bcn ic^ bir fagen 
roerbc. — Untev einem :Bilbe (Salnino, auf meldjcm a ein ^)er5 in ber 
J^anb f)ält, fte^t fein 'iUort: ,,:^c^ bringe mein blutenbeö ^er^ @ott gum 
Opfer bat;" 

b) ®ebei $f. 119, 106: lüa| bir gefallen, $err, bafl »iOige 
Opfet meincft WunbeS. ^ebr, 13, 15: €o loffel uns nun opfern bun^ 
t|tt (^ftetf) M 2ob Opfer (Sott aOesett; bftft ift, bie 9n4t ber Sippen, 
bie feinen 9tamen betennen. 

c) Liebesgaben unb Sßo^lt^ätigteit. ^^il. 4, 18 nennt $au(u8 
bic tl^m au§ 'i^hilippi gefanbten i?iet>e<?qnben „ein anqcne^mes Opfer, &oti 
qpfäflin". ^ebr. 13, lü: 'll^of]I^lU^ttn unb mitguteiUn oergeffet nt^ft, benn 
folC^e Dpfer gefallen ®oU molil. 

S. Urfinud. .Unfer i^rieiteramt üc|U*l)t borin, baij m\t Wott looblflcfälliflc 
unb burd) baö Cpfei (i^ciiti geheiligte Danfopjec bacbringcn, namUct) a) und 
felbfl, Mbcm »ir ben ölten fllenf^ in unft tstm imb unfte Otteber <Bolt iu 
ffiaffcn ber <toeibti0teit binoeben; b)ttnfte <9ebete; e) nnfre Slmofen; il)baft 
SJefcnntni« be§ GoanRelium?' 01?(im 15, 18: |U opfern baö (^unnRelhim 
©otteö, b. i. ben .{reiben }u oertünbißcni; c bie l^rtraflunß üon Ärouj unb 
Sei ben, bie @ott uns iuf4)idt C^^ii. 'i, i< : ob icb jcbon geopfert »erbe über bem 
Cpfer unb (BottcBbtenft eureS OMaiibenft, fo freue id) micb: 2 Shn. 4, 6: i(b »etbe 
fibon flcopfcrt, unb bie 3<it netneft l[bf(beibettS ifl ooi^aiiben).* 

4. $auptfä(^Iic^ auf bie 6teOe 1 3, 9. 10: ^^r feib ba« 
föniglic^e ^jirieftertum — bie i^r ©otteg ^oll feib," grünbet fid^ 
bie fie^re oon bem allgemeinen ^rieftertum ber mabren (S^riften. 
Ttarunter ift ju üerfte^n, bnf? mv feiner menf^ili^ien ^riefter al3 ^^cr- 
mtltkr gn)if(||en uns unb @ott bebürfen, nie im Sttten ä5unbe, fonbem in 



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V 



%tm »«• 145 

(S^rij'to freien 3ugaitg |tt Otott ^o^. @p^. 2 , 18 : ^urc^ i^n (6I|nftum) 

i^abm mit bcn Bwö*»"?? ^"'^ SSater. T)em toiberfpric^t einerfeitS bie Qm-- 
ri^tung einer ^^nefterfctjaft (.^ierart^ie i in bcm ""^^apfttum na(^ bem 5?orbiIb 
beft altteftamentUc^en ^rie)ter: unb Xicoitentumö, unb anberfetto hat ber 
mobernc ,/|>roteftanti§mu6", nadi trclcfirm alle (yniuinDci(lu ohnt Unter: 
f(^ieb, audd bic ungläubigen unD unhid)li(^en, gUndjtö Jiec^t Ijabcii ^uv 'JOiit: 
nivhing (et bcr SefteQung ber ün^Iic^en Organe unb bei ber ^irc^enleitung, 
lein Stec^t^ fic^ barauf berufen. 

„^af; i(^ mit freiem OiciDijfen in biefem lieben roiber 
Sünbe unb Xeuf el ftreite, unb Ijernac^ in (^loigteit mü i^l^ 11)10 
Aber alte itreaturen ^errfc^e." 

1. Unterf trieben wirb bie SluSübung unferS ilönigdamteS nad) ^eit 
unb Xrt: a) in biefem Sebei^— ftreiten unb b)|etnoc^ in (Siuig^ 
feit — ^ervfd^cn. / 

S« Jtönig fül|rt gerechte Striege gegen feine ^einbe; nac^ unferm 
löiii0tti|en (S^nfieiibentfe tftmp feit wie loiber tinfre bitterfleii geinbe: 

•) bie @ttnbe, bie imi imcber «mterjo^ miM^te. Sttam. 6, 12. 13: 
®o (a|t itun bie Sünbe nic^t ^errf(^en in euerm fterblid^ Seibe, i^r 
®e^orfam ju leiften in feinen üiüften, — fonbern begebet eure ©lieber ©Ott 
\n ®afffn ber f^crfditigfcit. 1 Xim. 1, IH (n. aen. ttberf.): T)ieä Gebot 
befet)lc ic^ bii, bdij bu fämpfcft ben guU'u .\Uimpf. 1 Äor. 9, 27: ^(^ 
betäube (raörtlid^i l'djlaije mit ber ^^auft) meinen iieib unb i^äijmc il)n. 

b) bie iöelt, bie unö roeiien unferS Setenntniffes 6hvi[lo anfeintut 
ober uns jid; ^inüberjieljen luiü. 2 Xim. 2, 3: fieibe Did; (luörtlic^: 
leibe Ungemach» alt ein guter Streiter ^efu (S^rifti. 2 ftor. 6, 7: m 
Soffeit ber ®eve(^tig!eit jut Sichten unb |ur Sinfen. 9töm. 12, 2: 
@teBet eiulb tii<i^t btefev SBelft gbi^ (mottt ni^t i^re @Qnben unb Z^or« 
Ivetten mit), 

e) ben Xeufel, ber und mit Slnfec^tungen aller %tt iu\t^, um unt 

}u ^aU ju bringen; bolb reijt unb locft er, roobei er fic^ au(^ in einen 
(Jngel beS 2i<^td ücrfteUen tann ft? ,^rr. 11, 14), ober er brof)t unb fc^recft. 
@pl), 6, 11. 12: 3iel)et an ben .^^unndj öiotteä, baf? tfir bctteljen fönnet 
gegen bie liftigen einlaufe beö XiuicU, Denn löii ^aben mrtit mit ^yleifc^ 
unb ^Hlut ^u fämpfen, fonbern mit ben böfen ©elftem unter bem ^immeL 
^ül. 4, 7: Üiiib er [teilet bem Xeufel^ fo (liefet er oon euc^. 1 ^etr. 5, 8. 9. 

8. 6tictler, ber mit gefeffelten ^änben wtb ^yü^en tämpfen moflle, 
»flibc ni<l^ auftric^ten; ba^er mflffen mir att<^ »mit freiem Öemiffen" 
ftrdten, nenn mir ficgen motten, I08 oon ben %<^ln ber 6finbe unb 
^ulb, b. i mir mäffen SSergebung ber Sdnbcn ^abcn, bomit mir fttafi 
nnb 3Rut pm Itampf ^aben. 

4. ^er Aampf mtt| mit ben reii^ SB äffen unb in ber reiften 
Sßeife gefäbrt merben. 



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146 



a) X)ie äi$af f enrüftunc; eineil €fcretterft 3^fu S^rifti ift befc^rieben 
®p^. 6, 10—18. 3)ie Sc^u^j ober ^erteibigungSn) offen ftnb 3Öaf)rhftt, 
®ere^tigfeit, triebe, Ölaube unb .r->fil^getDi|l^eit; bic lim^- ober :Hn;^vtt)ö^ 
rooffc ift bae äöort ©oUc»; 9d)u^ unb Xru^ bient baä gläubif^c ( icbet. 

b^ 6§ ift ein geiftlicfier Äampf, ber unö ocrorbnet ift, barum rnuf^ a 
uuä) gc i jU id;eno eife geiuljrt lutiDui. 2 siox. 10, '<S. 4; Cb roir luoljl 
im ^(etfd^ loanbeln, ftreiten roir bod^ nid^t f leif(^li(^ernieif e. 2 Ztm. 
2, 5: €o ienumb au^ (ftmpfel, »irfe er bo4» nic^t getronet, er tftai|ife beim 
tt^U 1 ftor, 9, 26: ^ feilte alfo, ftii^t als ber in bie Suft fhctd^et 
(blo^e :guft^iebe ma^en, o^ne etneit Q^m ju treffen). 

5. 9la(^ ben vielen ©icoen^ bie ben xual^xm (S^riftcn in biefen jtämpfen 
bei aUer eigenen Olnmad^t burd) (Botted @nabe gefdjientt roerben, folgt 
jult'^t ber Xriiimp!): „in (fnni^fcit mit (5!)nf(o iiber alle .Kreaturen tu 
lerrjc^en." Stur roer tu C^hiiito ^ier gelüuipft Jjnt, luiib bort mit i^m 
^errfd^en, b. i. on feiner Jpenlidifttt teilnehmt n 2 Xim. 2, 12: Bulben 
nix (Ungemac^ im Äompfe), \o lüeiöeii mir mit ^errfc^en. Dffb. 3, 21: 
i{Ber überiDtnbet^ bem toill geben mit mir auf meinem Stu^l (X(|ron) 
5u ft^en. 3u biefer ^errfd^aft geljört mdf bte XeibM^nie ber nw^ven 
<S^ri{toi om jüngften <8erii|t Ober bie 9BeIt ber gottlofcn äRenfd^ nnb 
ber gefallenen Qngel 1 ftor. 6, 2. 3: SSKffet i^ ni^t^ bft| bie ^eiligen 
bie Seit rillten ncxben? SBiffet i^r nid^t^ b«^ n»ir aber bte 9n%tl 
richten loerben? 

6. ^ie ^errf(^aft mit S^rifto wirb eine viel ^ö^ere unb umfaffenbere 
fein, als bie anfang« bem 9bam von &9U ttber bte (Srbe gegebene, 
1 9Rofe 1, 28. 



Urfinu». ,5)er Jlufeen biefed fiebrftOrfS (mm breifiK^cn Umt be^ L^briftcn) 
i|t ffbt ffcoh' 1. 3wni Jroft, bn^ mir burd) ben Glauben Ci^rifto anflefüßt nnb 
roie bie ©lieber bem Raupte, jo ba^ tote beftänbig oon ibm geleitet, regiert unb 
belebt »erben, unb ba^ er unfi bur4i bie SRitteilung feiner Salbung ®ott unb 
feinem Sotcr su ^Wf^ttm, ^riiflecn unb Itftmgm mo^t fHei Ifk nabtli^ «nt 
unaudfpred)[i(^e Sflrbe ber ßbriften. 2. 3ur ÜRabnung. ^enn bo »ir QÜe 
yoliTiT unb "^Jrofhctcn ©ottevi ftn^, fo füllen roir hr'biilb ibn bcft^tnbiß üerbfrrlidjen; 
ha toxi 4^rtefter )iub, )o foücn roit unö itati^ unb ^ar ilim unn lebonbipon Cpfer 
borbringen; ba mh Itönige fmb, fo foüen wir tapier tampten gegen oie (jembe, 
bamit »ir mit i^m becri^^en.' 



* 3S, XDavum ^cij^t tv (ESottce cingeboinei' ^ofyn, fo bod) wiv «ud» 

Hlnbtr (Rotte ö finbf 

jLarutn, 6a0 it^^riftua aUein öer eivige^ uatürlid)c öo^rn (ßcttee 
t^, Wir aber um feinettoilleti aite <0itaben su Uinbent HhtttB an* 
0enommett dnb. 

9t«tfifli<b — ber 9latur, bem Sefen luUb« mefenbaft^ mtiHitb, b. L alfo 
gleiten SBefenS mit bem Sater. 



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147 



Uiilü). ^\üi a\iu\im mtii titx eingebüoie ^o\in @ottc9 genannt, totii er aiieui 
bcr cioige 60^ <ftotlcfl dok Statut ilt. 

SBIf futb oki tvif Mnto 9ottc«? SBiv fttfb mn <S^clfti »ilkn auft Onttbcn 
|u Jtinbeni Ostlff aimmoniincn. 



3Eft (^^riftu§ bem 5ßefcn nad) @ott gleid), fo ift er roa^ter 
33 Rubelt alfo oon brr »a^ven @oU^eit ^e[u S^rijtt. 

1. 3Jät bem Slu^brucf „Sofjn ©otteS" roirb baä göttliche SBer* 
^ältniS tmferS ^eilanbeä ^q\u (5()rifti be^ei^inet. 9Benn mit von gött« 
litten S)mgcR mcnfc^lic^ reben, fo famt MeS nuv in annä^embcr Ser« 
glei(|ung mit vm^Uitm iBer^ältnijfen gefc^e^en, »eil cS Us mtnfd^Ii^eii 
Stnai^e an ben «dUtg entfpfc^beii Suftbrttcfen fe|lt« um baft (SIMtU^e 
aagemein iierflNitiUic^ Stt moi^cn. S)cr @o!|n etneS ^enf(^en H bot Sefcn 
bed 33aterd, non bem er abftammt. 80 roiQ au(^ bie ^Sejeic^nung „@o^it 
Q5otfeg" ba§ befagen, ba| ^efud 6^n{]tu« ba8 9Be|en ©otteft ^at unb bem^ 
na&i f^rtt i[t, 2)Qbet ift jcbod^ alle p)eit= unb 9lanc^orbnung, roie folt^e ba3 
S^cr^altniä eineä menf4Hi4)en tSolinco ^u feinem ^j^nter mit fic^ brint^t, «uä« 
gefdjloffen. G§ ift unb bleibt für unö im nrunbf an gbttlidjeö Web^im; 
niö Qud) in ber Offenbarung, büö mv mit unjeim T'enten nid;t eujrunben 
unb in äBorte nid^t fa)jen tonnen, ^f. 139, 6: '2^eld)ee i^rfenntntd ift mir 
)U ounberlt«^ (ipunbcrbar) unb l^odf, ic^ fann et nti^t begreifen. 

2. (S^fi^B nftib in bev @(|)rift ber 6o|tt ®oiteB genannt 

n) ®ott felbfl ticmit t^n feinen 6o^m 9Rr!. 1, U: S)a gefM ^ 
Stimme nom Gimmel: S)tt Hfl mein Keber ®o^n, an bem ic^ ^ol^b 
gefoflen fyxbt. 9Rr!. 9, 7: @ine Stimme fiel (!am) auf bcr IBoUe unb 
fpra(|: 2)a§ ift mein lieber ©o^n, ben follt i§r ^ören. 

b) T)er Teufel fennt unb anertennt i^n al« ©otted @o^n. 3Kai4, 
3. 6: Sift bu (^jotteS öo^n 

«) Seine ;ijüng er erfenncn unb bifnmen ilju alö (>)otte8 ©ol^n. ^ob- 
1, 49: 9lot^onael ontioortete unb fpiidjt il)m: iKabbi, bu bift ®otteö 
60 ^n. )Blai. 16, 16. ^imon ^etruä antiuortete unb fpra^: SDu bift G^riftuä, 
bcS lebenbigen ®otte§ @o^n. ^o^. 11, 27: SRart^ia fpric^t i^m: 
^err^ ja, ic^ glaube^ ba| bu bift (S^riftud, ber6o|n®otte0^ berinbii 
SBell gefommen ifl. 

d) S|ri^ttS felbft nemtt fi(| (SottcS 6o^tt. 3o^. 3, 16 (ftnb SSrnte 
d^ri^): ilfo ^at ©ott bieffielt gelicbet, ba^ er feinen eingebomen 6ol^n 
gab. 3ob. 10, 36: 3)orum, btt| i(^ fage: bin öJotted ©obn. mi 
u, 62: !;^efu3 aber fprncb (auf bie Sefd^örung M ^ol^en|)ne(tetft, ob er 
^otte^ SoI)n fei): :^\d) bin'S. — 

^ie 3"ben erfannten xeä)t roo^l, roaä eä bt^cuten l^at, menn 5l^u5 
@ott feinen '^^ater unb bamit fic^ ©otteä Sobrt nt-nnt. ^soh. 5, 18: ^)arum 
trachteten t^m bie ^uben nun otel mel^r nat^, Da^ fie i^u tuteten, baß er 

10* 



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148 



ni(^ aOctn ben 6a6bat^ Mff, fonbem f<i0le oni^, ®ott fei fein eigener 
SßttUt (n. 0cn. Übevf.) unb fti( fct(fl ®oit sUt^. (S^L ^1^. 

10, 33.) Unb ebenfo ber ^o^epriefter ^aip^aS auf bie eiblid^e Scrfid^erung 
3efu, ba^ er ©ottcö So^n fei. 3Jlrt. 14, 63. 64: 2)o jerrife ber ^o^e-- 
prirftcr feinen ^Horf unb fprad; : '^^r f)abt ge^ijtt bie ©otteftläftening , b. i. 
ba$ er fid^ (^ott gl cid) gcftelit i)at 

^Ijriftuö ift bcr einc^cbornc So^n (>3otte^, b. ^. cv ift i^on (*5ott 
geboren, nic^t gefdiaffcn, unb i^voax ol6 bei ein^ioe fcmeö 'iluienö, aufeer 
i^m fem anbcrer, baljii (i^riftuö quc^ allein ber ooljn (Rottes in biefcm 
einzigen 3(nne ^ei^t. „8o^n (SotteS" tft fiu; i^n ni^^t etraa blo^ ein be: 
fottbetS audjeic^nenber S^üeC als SRenfc^^ fonbentate bcr ein0ebotne6o]^n 
&om ifl auf« genintefle fein09iai4l^ciaBefciiBwf^äItiii«beiei<|net ®d^n 
in bef ffieiftfagung tßf. S, 7: SXr ^e«r ^ot }u mir gefagt: 5Du mein 
@o()n, l)eute I)abe ic^ bi(^ gejeuget. ^J). 1, 14: ^adSBort warb^fc| — 
eine ^errtid^tett ate bed eingebornen So^neS oom Sater 1 ^ol). 4, 9: 
C^ott feinen eingebomen So^n gefanbt \)<xi in bie flielt. Äol. 1, 15: 
3)er (^rftgeborne vov alliii Kreaturen. (J)ier fte{)t im fdiaifen (:>iegenfa^ 
gebornc qeqenüber ben Kreaturen, b. i. allem t^efd}af fenen, unb oor 
ber Sc^bi [uii;i iii aud) uov bem '^Infamj bcr ^tit, olj'o oon @n>ig!eit.) 

4. Ül^iiiiUö 1)1 ölt eiüige •c.vijxi Oiotted. 

•) er if» c« oon Umi^tü ^er. 3ol). 1, 1. 2 (n. gen. Überf.): 
Unfang roor bag iKBort/ unb boftSort war bei^ott unb badSBprt mar 
©Ott ^adfelbige war im »nfang bei ®ott (^aS »9Borr wirb ber 
eol)n Rottes genannt weil ber Sater bim$ i|n fiil^ offenbart, tgt. fß. 18. 
^m iHnfang", b. t. olA bie 9klt anfing unb oor^er nO(^ nt(^td Q^e« 
fc^offenc^ üor^anbcn mar. ®a „war* ber ©o^n ©otte« ; er roarbnic^t 
mit bem üinfang aller ^'mQ,t. Unb er „mar ®ott" alfo pöttüdien SBefenÄ 
öon (iiDigteit ^er.) 1 ^o\). 1, 1. 2: 1)aö ba uom Jinfang luar — vom 3i5ort 
beö Äebenä — wir oerlünbigen euc^ baö i'ebcn, ba^ eroig ift b. i. '^(]ni 
ß^riftuö, ÜJolteä ©o^n, ber von fid) felbft jeugt; ;"^d) bin baß hieben, ;i>o|^. 
14, 6). Äol. 1, 17: @r ift uor uUeni unb es befttl^a aüeä in i^m. 

b) Qx ift eft audd in @roig!eit. J^ebr. 13, 8: ^efud (E^riftud, gefteiit 
unb leute unb ancl in Swigteit berfelbe. Offb. 22, 13: ^6) bin baS9 
unb baft ber Anfang unb bat 9nbe^ ber ISrflle unb ber Se^te. 
(<^entti4 Mi unb boi Omega", wie ber erfle unb ber Ie|te 9«^* 
ftabe beS gried^ifc^en 3(I|i^bet3 ^ei^en.) 

5. e^riftu« ift ber „noturli4)C" ©o^n Öotteä, b. i. (Öott bem 3Jater 
glei^l nad) bem ®efcn CJJatur) unb nndi ber Jperrlid){eit. GS ift erleid); 
bcbeutenb mit bem iluabruct „eitiicn" m 3ibm. Ö, 32: SBelc^cr auc^ feineö 
eigenen 3oI)neo nid)t Ijat üer|(^onet. ^oi). 5, 26 (®orte (5f)rifti): 'üBie 
ber Später bas l'chen l)at in il)m felbft (alö ber Urfprung feiner felbft), alfo 
(gleid^ uilpiuaglid;; i;at er bem 8ol)ne gegeben bas £eben tjubeu m i^m 
felbft. ^0^. 10, 30: ^(^ unb ber Sater ftnb ein«, ^ol). 14, 9. 11: 9Ber 
mi^ fielet, ber flehet ben SSatcr. (Klaubet mir, ba^ ic^ im Öater uMb ber 



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149 



Satcr in mir i[t. kol 2, 9; il^m wohnet bie ganje ^üUe ber 
QJottl^eit leibl)aftig. 

6. 2)ie Öott^cit (i^rifti erhellt bcutlic^ barauS, ba| in ber ^eiligen 
Sd^fi bcm @rIÖfer beigelegt oesbcn: 

ft) (Setlltd^c Flamen. 3n ber Ser^et^ttno ^ef. 9, 6 (n. gen. ttiterf.): 
Uns tfl em Atitb gctoven, ein ©o^n tfl ttiii eegeben — unb nr l^|it: 
aunber«9Iat, ®oii*$eIb, Mg^SSoter, ^ebe .prft. ^o^ 20, 28: X^omaä 
antwortete unb ]prtt^ )U i^m (alfo niti^t wie bei unS „mein ®ottI " ein 
bloßer 2(udruf ber 5?crrounbcrung i[t): 2Rein unb mein 6ott. ^Ipg. 
20, 28: l^ic (Memeinc öotte§, rodele er (ber ©o^n GJotteö, ugl. Cffb. 5, 9) 
bur^ fein elc^cne9 iMut enoorben ^ot 9löm. 9, 5: (S^riftuö, ber ba ift Wott 
über a\ie%, gelobet in (Jraigfeit 1 3o^. 5, 20: 2öir iDifjen abei, ba^ ber 
Bohn (SJotteS getommen ift, — ; biefer ift ber iüat)r^ü|tigc @ott unb 
bn^ eiüige i^eben. Dffb. 1, 8 (n. gen. Überf.): 3«^ bin bo« 2t unb boS 
fpric^t ber ^ er v (Sott (^efus (S^riftud), bct i|l imb ber nHir unb ber 
Ibmmt^ ber 8tlmäc^tige. 

Sefuft ff^rifhiB nrisb von ben X^iofteln mit SorlteBc «ber ^err"* 
genannt^ tmb mit bemfdben Snlbmct geben fte ben 92amen ®olte8 
„^»e^ooaV' in ben Stellen wteber, n>ctt|e fie aud bem ^ebraifrfien inS 
®rie<^tfc^e übertragen, — wie e« au^ bie Septuaginta (bie 70 „35olmetf(^er" 
rocitfie int 3. rirtfirhtnbert tior (5hrifto xn ?(lrrnnbnen nitf 'T^eronftalten beö 
Äönißö ^^itolcmnuö 'lUjtlarelpljus Das ^iUte ieftament am bem J^ebräifd^en 
ins ©riec^ifc^e übcrfe^tcn,) fd)on get^an I^attcn — , unb bejic()cn ^^^e^ooa^" 
o^ne loeiteres auf O'liriftu?. 

b) C^) ü 1 1 1 1 c ü U f 0 iii m t u I] e u t n ober (Jigeni'd/af ten. 1 1 ro i [ i c n - 
^eit. 1^ 46: ®^e benn ^^ilippuä bid^ rief, ba bu unter bem ?^eigcns 
bäum mareft, fa^ ic| bid^: 2, 25: ^cfuft mujjte, m 9Renf(^en mar; 
91/ 17: tßetntt fpro^ ^ t^m: ^err, bu met^t alle {Dinge. — ÜIU 
gegenmart SRai 38, 20: 0ie|e, td^ bin bei eud^ äffe Bift an 
ber 3BeIt @nbe. 18, 20: 2)0 jmei ober brei nerfammeß finb in meinem 
9?amen, ba bin id^ mitten unter i^nen. — 5nimacf)t. ^at. 11,27: 
äUe 3)inge fmb mir übergeben pon meinem 3?ater. ^o^. 5, 1 7 : ^^liein i>ater 
roirfet hit^im unb id) roirfc oud) ir. i. in aletc^er ®eif£ loie ber 3]ater; 
fo ^aben es aud) bie ^"'^i'^fi" bamalö ocrftanben, rote ba^s ^olgenbe jcigt. 
Ä 28, IH: "iDJir ift qeqeben nlle Wem alt im ^immtl uub auf ©rben. 
Hol. 1, IG. 17: 2)uid/ i^ii lit alles gejc^ailen, baä im Gimmel unb auf 
Srben ift, bag Sichtbare unb ba8 Unftd^bare — unb @r ift por affem, unb 
eSbefte^etallei in i|m. — Olmigleit 5Rid^a5, 1: Unb bu i6etE)(e^em, 
— ans bir foff mir ber fommcn, ber in ^jßxaü ^err fei, melc^eS KuSgang 
von Httfang unb osn <S»i gleit |er gemefcn ift. !^o^ 8, 58: tS^ 
Xbra^am warb, bin ^6). ^ol). 17, 5: Unb nun oerfläre mid), bu^Joter, 
bei bir felbft mit ber j^Iar^eit, bie id^ bei bir l^atte, e^e bie ^elt mar. 
^ Unüeränberlic^feit. .^ebr. 13, 8: 3«!»* ß^rifttt», geflem unb ^eute 
unb au(^ m (^nigteU berfelbe. 



150 



Ötage 33. 



o) ®dttlt<i^e Serie. 1. 5Dte 643pfun0 unb <Blrl(aUitng bev 
Seit ^o|. 1, 3: seile ^tnge ftnb burc^ badfelbe (baft fBoit, b. Iben 

6o^n ®otted) gemacht, unb o^ne badfelbe ift nichts gemacht, ioa9 gemalt 
tft. .^eBr. 1 3: er (e^riftuä) trägt (b. i. cvl)äli) olle 2>in0e mit feinem 
Iräftigen ffiort. — 2. ^ie C?rit5ä^lun0. ^o^. 15, Iß: ^rf) Ijabc ciicJ) 
frnjäl)Iet unb gefegt (beftimmt), bafe i^r I)ingc^ct unb %m6)t banget, 
unb eure ^ruc^t bleibe. S(pg. 9, 15: tiefer ift mir ein auäcxroä^lteä 
3^ü^tJeug, bafe er meinen }^amen trogc Dor bcn .Reiben. — 3)ie odjöpf ung 
beä neuen bebend im ^tn\6)in. ^o^. 6, 47: ^a^rlic^, wai^xlidi, tc^ 
fage eui|: 9Ber an miä) glaubt, bec ^at baft eiPtge Seben. — 4. IDte 
Wttlifi, 6aiibeit )u »ergeben. Wrt 9, 7. 10: ffier ftnni 6flnbe vet^ 
fiebcit, benit alciit ®ott? — Vuf ba| i^r aber imffcl, ba| bes fRenfd^en 
So^n^ac^t l^abe, im vergeben bte@ftnben auf drben, f^nm^ ^ 
bcm ®ic^tbrticf)igen ~. - 5. Äuf erroecfung b er 2;oten. 3o^. 5,21.28.29: 
®ie ber 5?ater bie Toten auferraerfct unb mac^t fie lebenbig, alfo au^ ber 
<So^n mai^t UbenbifT, rocldie er roill. (5ä fommt bie Stnnbe, in TOfCcfipr 
QÜe, bu' m ben ©robern luib, roerben feine Stimme ^oren, unb roerben 
^€njori]Lf)en — . 6. Das^^alten beä äßeltgericltä. ^o^. 5, 22: 2llle9 
®eric^t ^ot ber iBater bem So^ne gegeben. 3Ipg. 10,42: (Sx ift oeroibnet 
oon ®ott ein Slid^ter ber Sebenbtgen unb ber Xoten. 

d) 0bttlt(^e @^re. ^ol). 5, 28: Stuf ba^ fte oOe ben So^n e^ren, 
»ie fie ben Sater e^. Ser ben6o^ nu^t e^ret ber e|ret ben Soter 
nic^t, ber t|n oefanbt |ai ^cbr. 1, 3: üt fftd ^ gcfeffl pt ber Siedeten 
ber ^ajeftät in ber ^ö^e. Sie ®ott audfc^lie^H^ julommettbe (E^re 
ift bie ber 3Inbetung; fte fommt ouc^ G^rifto, bem Gol^ne @otted ju. 2ul 
24, 52: ©ie (feine ^ünfl^^) beteten iljn an (als er gen .ftimmcl ful^r). 
9Ipg. 7, 58: Sterfinmi^ rief an unb fprod); .'perr ^t\ü, nimm meiner? l^eift 
auf! Cffb. 5, H, 9: (g>te fielen nieber nor bcm Samm (bcm cr^ö^ten 
(i^nfiuä). i^ebr. 1,6: 68 foHen i^n (G^nftuö) aüe (Jngel ©ottea anbeten. 

7. äl^enn C^qriftuä fic^ fclbft unter ben Soter fteUt, ^o^. 14, 18: ^cr 
^ater ift größer benn id^; ^rf. 13, 32: oon bem Xage aber unb ber 
Gtanbe (bei Sßeltgeric^td roei^ ntentonb, aii4 ber 6o^n nt<)t, fonbem 
allein ber Saler; — fo tfi folget barauft in oerjite|cn, ba| ber €o|n ®otM 
bei fetner SRenf^erbnng feiner $ittl(ii|en ^eirlt^leit fi^ entflu^crt ^at unb 
freimtllio, )ur ^ludric^tung be8 @rl9fttni|ft»er!eg, gel^orfam gcmorben ift, b. i. 
bem ^ter fid^ unterfteHt unb uniergeorbnet ^at. ^iRur f<^einbar fann aU 
Slb^ngigfeit unb Untcrorbnung aufgefaßt roerben, roenn Gfjriftuö ^o^. 
5, 19. yO fagt, bo^ ber So^n Tittbtö oon fid) felbft tbun fi:innc, alo mas er 
\\ti)t Den ''Satn lijun, unb ba^ il)m ber "^I^nter nliee i^€\(\e, roas er t^ue G§ 
beruht OiesS Dtclmehr auf ber (Jinl^cit beo iüttena unb Crmtgfett beo 3^lUüt'n9, 
roaä au§ bem ^a^Irt^dlcn ftc^enbcn 3Bort ^u edenncn ift; bcnn roaä ber 
t^ut, i>aä t^ut aud) ber @o^n, roie au(^ ^ 21 bie 6elbs 

flftnbigfeit bet einheitlichen SUeni bezeugt: SKe ber Mer bie aieten 
aufenoeill, alfo aud^ ber B^n ma^t Cebenbig, »efd^e tt will 




151 



II. IDartttii mir äintn (gottrs liei^cn. 

1. Ittitber ®«ttci letlen nie, tBtU|e gelauft fmb unb an Sefum 

G^ijfaiiii, ben 6o^n (Rottes, atö i^ren einigen SelignuM^ von ^erjen 
glouben. :;30^. i, 12: S5te oiele i^n ober aufnahmen, benen gob er 3Äa(^t 

WottP^ fvinbcr \\i TOerbfn , bi? an ffincn -Tlfamcn (^[aitbrn. (?p^. 1, 5: 
(fr f)nt iiiKi lu'vorrinct (tDorthd) : „inn'tievbeittmmt") ^ur Äinbfd)Qft gegen 
i^m jelbft, öurth otMum (il^nftum, nai^ bem ®o^Igefaffen feinet 38iIIcn8, 
ju 2oU feiner fiinlidnn f'inabe. 0Jöl. 3, 26. 27: :3^r feib alle @ottc§ 
Äinber butdj ben t^jlauben an C^riftum i^jejum. öenn rote »iele euer ge- 
touft ftnb, bie ^aben G^riftum angezogen. Sldm. 8, 16: ^erfelbe (ber ^eilige) 
(Sktfl giebt 3eugntS unferm @eifie, ba^ tok Dottel Jtinter ^nb. 

2. ^er ^eilanb nennt feine Gläubigen feine Srflber unb St^roeflem, 
8lfo (Sotteft ftinbec 3, 34: 9tor (Sotteft StOcn t^t, ber iflmein 
Svttbet ttrib meine S^ioeflet. 3o|. SO, 17: ®e§e ^in )tt meinen 
8v&betn uf^ foge t^cn: ^ fo^ auf an meinem Soter unb jn cucrm 
Soter, meinem ®ott unb gu euerm ®ott. 

3. Stber eS ifl ein Unterfd)ieb sroif(^en bem 6o^n (^Jotteä, ^cfu 
ß^rifto, unb ben Ätnbcrn öotteä, feinen ©laubigen, roeld)e barin be^ 
ffef)t bo^ er ber ewige, natürlid^e, b. t. »eienftgUic^ @o|n ®otteft iß, 
ivä^renb roir 

a) oon ^JZatur 5linber beö ^omä fmb, b. i. um ber Sünbc lüiHen bem 
Oierichte unb eroiqen 2obe oerfallcn, ßp^. 2, 3: mir (bie Äinber (^iottco) roaren 
anä) Kmbec beä ^otni Don ^atur glet((^rote bie anbecn bie Ungläubigen^; 
nnb eifi bun^ bie SBiebetgcburt (Skrtlift Ütinber »erben -Slftni. 8, 14: 
wd^ ber 9etfl Ootteft treibt bie |tnb (Sotteft Ittnber), tnbem nir 

b) anft (Bnnben, dpi. 1, 4: mte Oott nnft (onft Knaben) ermft^Iet 
|ot bin4 benfelben ((S|ri^m), e|e ber ®elt ®ninb geleftt mar, ba| mir 
foQten fein ^lig unb unftrof[i(^ cor i^m in ber Siebe, 

c) unb um G^rifli roilten gu Itinbem @otted angenommen ftnb. 
SCboptiüfinbfr neben bem Sofin bf§ >3aitfe^ (5pf). 1, R: i?obe feiner 
^errtiiiien öinabe, burd^ meiere er unö angenel)m flemadjt in bnn (/ieUebten 
((i^nftuä). 2 Äor. 6, 17. 18: !t)arum gc^rt auö von il)nen unb jonbert eud) 
ab, fpric^t ber 5perr, unb rüf)ret fein Unreines on, fo roill idj eud) anneljmen, 
unb euer ÜJatcr fem, uiiD il^i joUt mtiiic ooljne unb löc^tcr fein, |ptid)t ber 
aDina(^tige ^err. ^ebr. 2, 11 : Qt (S^riftuä) fc^ämet fic^ ni(^t, fte (bie 
(SUttbigen) feine Srflber ^u ^ei|en. 

4. IDie INnb^eit fUt in ber «Bett für bie ftlfliKlii^fie ^ «nb baft 
lieUtd^fie Ser^&ttntft beft Sebenft; man finget unb faget: o fe% o fetig, ein 
Itinb no(^ }n fein! {Der fetigfte @tanb auf (Srben ifl aber: burt^ ben 
i^bmben an ^e^, ben 6o!;n 05otleS, ein Äinb C^otted gu fein; benn 
bae bleibt man in (5migteit. Diefe Hinbfc^aft bringt mit [id) 

«) ben <?inbeöfinn, IT^at 5, 9; felig ftnb bie griebfertigen, 
benn fie werben Q^QtUi iimber feigen; 



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152 



b) bas Äinbeöiec^t, in aUea iiuUegen üor ben ^jlntet treten; 
Stönu 8, 15: i^r ^obt einen ÜKblt^en @eift empfangen, burc^ roe^en mit 
rufen: Wa, (telbev Qater! 

e) oie llinbeS|ttil^t, ^e6c. 12, 6. 7: weU^ ber Keb ^ttt, ben 
Sfit^tiget er; er flSupä if<^Ugl) aber einen ictltil^ Sol^n, ben er aufnimmt 
Bo t|r bie 3üd^tigung erbulbet, fo erbietet ftc^ C^ott cu& als 5^inbem; 
benn wo ift ein Bol^n, ben ber $ater nic^t gttc^tiget? :3)ie d^^f^ung 0e< 

di bu 5(inbcc ltefae, 1 ^ol>. 4/ 19: £af|et und i^n lieben, benn 
er ^at um erft geliebt; 

e) baö 5ltnbc§crbe, btc eroige ©eligfeü unb ^errlic^ifeit, ffibm. 8, 17: 
fmb roit benn ilinbci, jo \mr> mit auc^ Örben, nämli(^ ®otttö ürben 
nnb SRiterben Gt^nfti; fo nrir anberl mit leiben, auf ba^ »ir au(^ mit ^ur 
^errlid^leil erhoben merben. 

S. OIei»ianu«. ,^o| <Sott unt feine Itinber nennt, ift niAt ein 6(o^ 
9lome ober Z'M, fonbem binoeil »ir roabte Olicber bes 6obned (9otte9 finb, fo 
hnb?n mx au(ft roa^re (^cmdnfdjflft mit ihm, mcpm roclAer ©emrtnf^iaft umarmt 
mixt ber ('^rff.;icbornc unter rirlen 5Prut)cm. cKom. H, 2'.».^ Unb itrar, ]q bi« 9Iti: 
nabme eine* fremben Binbeö an )tinbei»)tatt nid^t nur ein bloi^cr yiome ober lüd 
ift, fonbem eine fol^e flnnabme an Kiabeiftftatt, burd) netdbe ibm umfonft mitgeteilt 
nirb »o^aftis alle (Scce^olett unb Bnt^t 1« nben unb oOrt tu be^, mü 
oon bcm, ber an iRinbedftatt angenommen binterlaflen mirb, ali nenn ed fein 
nntfirficf5c<5 !ci(icn?^) t^inb roärr, ho-- oif? feinem ^teil'f^l unb ^lut 'ßcborcn rodre : 
)o muH la üielmcljr bic bcftlid?« Üinbjdjaft, bamit @ott un4 burcb ben ftTiMidjcn 
@eitt i'etnem €o^n einoerleibt l)at, ba& mir nun bur<b feinen ®eift regiert unO lebcnDig 
gcmodM toitben, ni(bt nur ein bloßer Slame ober tilel fein, fonbem mufi alle (Sebflbr 
unb Öcre^tidbit ber IRnbf^aft mit ^ bringen, alfo ba| »ir oOe# oub Qtoaben 
mit (5t)ri|tn C^ohi gemein bnben, al§ Grbcn öotte« unb ÜRiterben 3efu Sbrifti. 
i?Rbm. 8, 17.) 2)arum i'fchct 1 3ol). 1, 4: TOa« njir ßefeben unb piebörct bnben, 
baö Dcrtünbigen roir cud), auf bof; nitrh ihr (^fmeinfcbaft babt mit unä, unb unfre 
®emeinfcbait fei mit bem '-Bater uno jcinem ^obn ^ju (S^rifto. Unb bie« fct^reibe 
t(b eu(b/ auf ba^ eure Breube oolllommen fei.* 



♦ 34* Warum nennefl bu il>n unfern ^errnf 

JDaf er une mit Ceti? unb ^rclr iv^n ber *^üti5c unb aue 
etiler (Gewalt bea tcufele, nicht mii (f^olö o6er Silber, fonbem 
mir feinem feuern Blut, ihm ^um ifigmium erl6fct unb erFt;ufr bat. 

ilntm. C^riftuS mirb barum unler 4,)e(r genannt, loeti er und mit i^eib unb 
Seele ftc^ jum Eigentum cttauft bot. 

a) Oooon bat (Sbrtftn« un« crlftfct? Son ber 6flnbc unb anft aller OcnNdt 
beg Zeufet^ 

tj mit bat QbtiM nn« erldfet? 9Hdftt mitOtolb obcrSUber, fonbem mit 

feinem teucrn ^^(ut. 

c) SBojU bat Sbrntu^ und crfauft? roir mit ^eib unb ceclc fein (sigentum 
feien. 



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153 



I. UJooon Cijrißus uns nlöftt Ijat. 

ßrlöfen ift fooiel alö loSmot^en, befreien, befonber« loSfaufcn. 5Benn 
H ^ier ^lei^t: „firf) ^um Eigentum ertöfet unt» erfnrift", fo ift ba^ ferne 
'routpto(^ie, fonbern fo ju oerfteljcn; üt)nftuö l)tn un^ tion ber 3üntr lod: 
qt'fauft, (ibov n\d)t, bafe roir unä jclbft ange^)üren ober fonft jemanb an^etmi 
\aücn, |onba-n er hat imi bomit für fic§ ^um Eigentum erlauft. 

1. Jtad; b€in Oitfe^ 'JJiofcy fontac einem ^remben. Der in Äanaan 
»o^te, ein oerarmter ^öraelit ftc^ ald Aneckt <BtUm' «nfttiafen. ^erfelBe 
l^nte oBer f<l(«n vor bem ^jiuAtU ober <ErIo|ja^r (bcm ie 50. ^a^r , in 
wd^m aOe 6ICa9eii 0|ne (Eittgftt fr^ »inben, lolgetoufk »abeit, tmb H 
nwr fein 9«ttber »ber fonfl ber nAd^lle StnBermanbte »eififlHl^, bid in 
t^n, roenn er möfi felbfl fooiel fic^ enoatb, um |tij^ bamit Io|)ttlaiifieii. 
3 9Rofe 2b, 

2. 93on 9{atur fmb roir aOe oer armt unb oetfd^ulbet burc^ bic Sünbe. 
9lom. 23: @ic ftnb aUjumal ©änber, unb mangeln bed ättu^med (ber 
®ere(^tigfeit , bcn fie an ®ott l^aben foüten. l^eöFialb fmb n>ir oerfauft 
unter bie Sünbe tmb bnburcf) r^efoTTtmen in bic (^eroalt bes Hrhrber« b?rfeI6fn, 
be« ^eufeU, beä ^rcmben. diom. 1, 14: bm unter bic 2unbp oers 
fouft. 9löm. 17: 5lne(^te (BlXuntn) ber ©tinbe. ii>u lönnen 
uns oor ÜJott in biefer Äned^tfc^aft nicf)tä uerbiencn, roomu toir unö fclbft 
lodfauften. 9{öm. 3, 12: ^a ift mc^t, ber @uted t^ue, au(^ nid^t einer. 
%vai lein menfc^Iic^er Srnbe r ober irgenb ein ®enf 4 «ermog unfi Iol> 
infonfen. 49, 8. 9: ftorn bot^ ein 9 ruber niemanb erldfcn dodrtfn^: 
„(otfoufen" aus ber 6IIat>erei), no«^ QMi iemoiib oerfd^en; benn H foftet 
3tt viel, i^ €leeU ju erI5fen, ba^ er ed mu^ loffen anflehen en^igKi^. Z)amit 
»tr ober nid^t eroig in ber Ann^tfd^ft bleiben, ift ber @o^n ®otted 'in^enft^ 
b. i unfer trüber geworben, um im§ Io§,^ufauf cn. 1 2;im. 2, 5. 6: 
(58 ift ein öott unb ein 9RittIer jroifctcrt f^Jott unb ben IT^nfc^ten, nämlidj 
bfr ^enjd^ (i^riftuö ^efu«, ber fic^ feibft gegeben Ijat fui alle utr (^x- 
löfung (roörtlicb: „jum Söfegelb"; fo ^ie| baö Selb, roeldjed aum Soä^ 
iaufen oon ©flaoen bes(ablt tüurbeu 

8. ßfirtftus t}at unö erlofct unb erlauft non ber Sünbe. 
at >I?on ber Sc^ulb ber Sünbe. Äol. 2, 14: 2ln roeldjem roir ^abcn 
bie Cirlülung buid) fein Ölut, nämlid) bic Vergebung ber ounben. 

b) Son ber ^errf(^oft ber Sfinbe. W>m. 6, 14: 2)ic @ünbe roirb 
mi|t berrf<^en fönnen ftber eu(^; ftntemol i^r nt^t unter bem®efe( feib, 
folgern unter ber (8nabe. 

c) Son ber 6trofe ber6&nbe, b. i. bem 3:obe: 1. omtber S^obei* 
fur^t, $ebr. 2, 15: er erlöfete bie, fo bun^ $ur(^t bed ^obeg im 
ganzen Scben Anec^ fein nuigten; 2. oon bem geiftlic^en 3^obe, 1 

'Ä, 14: mir miffen, ba^ roir ou« bem Tobe in baö 2eben gefommen fmb, 
benn tüir Ueben bic iöriiber; 3. oon bem eroigen lobe, ^ol). 8, 51: fo 
iemanb mein SEßort roirb galten, ber roirb ben ^ob nt(^t \t\^ eroißlicii 



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^ÜQt 84. 



ftim. b, 9: wir werben Vittdi i^n behalten toeclieit wtt bcm 

eotgoi Scfbammnil), nail^bem »ir btird^ fein 9M gerM^ geniotbcn finb. 

4. (S(rt|lhii ^ot uns erldfet unb «cfouft ouS ber ®ciDo(i bei 3:ettf eli. 
{DumI bte 6finbe fmb mir nid^t bei ^Ceufelfi (Eigentum geioorben , fonbem 
nur unter feine @en>alt gefommen; @ott bleibt ber eigentliche 9<ft|i^enr 
über alle ^enfc^en. ^orum ^at G^riftud au^ fein Söfegelb nic^t an ben 
Teufel be^aMt, fonbem an Wott f^pfi, 5, um beffen (^eretf^tif^feit , b. i. 
fcineiri :Hec^töa nfpruc^, genug 511 ttjun, unb ift Dabei felbft tn bie bJeioalt, 
nic^t m bad (Eigentum, bed Xeufeb cttgeben tuotDen, Tucii)alb biejer i^n 
felbft ntc^t befialtcn fonnte. 2uf. 22, 03: ^ieö ift eure Stunbe unb bie 
^JJiüd^l Dct jnii'tein lö. ^ol). 30: (^ö lommt ber ^wf* biefer SBelt, 
unb f^at nii^ti (fein (Stgentumdred^t) an mir. ^5r. 2, 14: "Sla^hm 
nun bie Atnber unb 9Iut ^aben, ift er ((Siyriftud) U glcu^ermalcn 
ietl|iifH0 gevorben, auf bii| er bttn^ ben %9h bte SRai^t nAl^me bem, ber 
bei Sbbci <9e»alt %at, bai ifl bem XeufeL 

II. iDonut Cl)ri|lu9 uns rrluf^et t)Qt. 

1. Sei ber ?o5faufung oon Sflaocn bcftanb baö göfegele m Silber 
ober Wolb. labei bnnbelte e^ fid^ um eine nu|erlid)e ^tnet^tfc^aft 
unb jeitlidje Avclint. ;Hci bei (filöfwng oon ber i£üuDe über Ijanbelt eS 
fid^ borum, ba^ ^tib uud i^eele befreit werben unb criouft für bie @n)ig« 
feit, nrai mit oerg ftng liebem €H(ber ober ®otb m<|t gefc^e^en lann. 
Xud^ ift ber SBert einer einjigen ÜRenfc^enfeeU fo gro^, ba^ ffir fie 
mit aOem ®oIb mtb 6tlber ber ganten Qelt ni^ lann be}a^lt werben. 
9Rat le, 26: 9BaS ^filfe eg bem 9Renf(^en, menn er bte ganae fBelt 
gewönne, unb nä^me boidd Sd^aben an feiner Seele? Ober n>a8 !ann ber 
^enf(h geben, bamit er feine @eele roieber löfe? (äSörtlid^: ober mag 
iann ber Wenfd] aM .^laufprciS für feine Seele qpben?» 

2. OJad) t(m jliatfc^lu^ ber barmber.^igen Siebe (^ottcö jo^^f "nß fonnte 
bas l'ofegelD nur befte^en in bem Ölute feineä Sobne<v, b. i. in ber ooiligen 
Eingabe feines Sebent bis ^um geTOttltfamen blutigen Xobe. 2)aS ^ölut 
Gljrifti ift „teuer' genannt, lueil e& einen fo grofjen 3Bcrt ^at, ba^ eS 
genügt jur fio4Yaufung oller )ur «^rei^ ber jUnber ©otteg tn ber gan$en 
9BeSt unb |tt aScr 3eit enoä^ften Seelen. WM* 90, 28: M SRenf^en 
6o|n ifl nu^t gefommen, ba^ er fid^ btenen laffe, fonbem ba| er biene 
unb gebe fein Beben pt einer (SrlAfung (mdrtlid^: gu einem BÖfegelb) für 
9)iele. SIRat. 26, 2»: ^ad ift mein Stut beg 9{euen Sieftamentd, roel^eS 
oergoffen wirb fiir 'i>iele, jur Vergebung ber Sünben. Gp^. 1, 7: 2ln 
»eld^em nm finficn bie (ivlofung burd) fein ^Blut. 1 l^^iv. 1, 18. 19: 
®iffet, OUR \t)v nic^t mit ncrgängUc^em «Silber ober tüolb erlofet irooitlw^: 
loägefaufti fcib Don cuerm etteln nid)tiqeni ©anbei natf) üäterlid^er 3Beifc 
icon ber Cfrbfünbe unb ben Trnflidicn 3iinben ; fonbem mit bem teucrn 
5ilute ß^rifti, ala emea unfdjulctigen unb unbeflcdten fiammcS. Offb.5,9: 
2>u bift cmürget, unb |aft uns (Sott erlauft mit beincm 9Iui 



3w 



155 



III. ^o}n dliriflufi uns erkauft t^ai. 

1. 2tne biejenigen 3JJenft^en, welche G^riftuä mit feinem teuem 35Iut er: 
löfet unb erfntift ^(\\, fmb bamtt fein ontum unb er ift tl^r .^crr fleroorben. 
2Iit. 2, 14: 2)er )tc^ \db\t für uno aeafben [)at, auf baft er unö eclofetc 
(n)5rtli(^: loSfaufte) oon aller Ungerec^tigftit, unb reinigte i^m felbft ein 
93oIf ,3; um (XI gen tum, baä fleißig wöre ju guten Söerfen. Hpg. 2, 36: 
©0 roiffc nun baä ganje $au8 3*^«^ 8«n>ife, bo| ®ott bicjeu 

i^r getreuitiget l^abt, ju emem ^errti iin^ G^rift gemocht ^oi 

2. (S^rifti Eigentum fmb o(fo bte loa^r^aft ©laubigen, unb tuit 
boniu loctni lok mtebecgfbocen ftnb burd^ bcit ^etitgctt (Seifig Umm wir 
t|A »unfetn ^ctm" nennen. (Spfy. 1, 13. 14: 5Dun^ oeI^<R 

bft i^v gUuBtei, «ccjtejielt notben fctb mit bem ^eiligen <8eifl bet Ser* 
Teilung, welcher ijl baS !Pfanb unfern @rbed ju unfrer @rlöfung, ba| mir 
fein Eigentum mürben, )tt Sobe fetner ^errlic^feit. 1 Stot. 12, 3: 9ltes 
iRttnb fann :^efum einen ^errn ^ei|en, o^ne burd^ ben ^eiligen @eifl. 
8. 9(U Eigentum unferd^errn foUen mir und (emeifen, inbem mit 
«) mit 2eib unb ©eele i^n e^ren; 1 ,^or, ^, 20: if)r feib teuer er^ 
fnuft; barum fo pretfet @ott an eucnn iiiibi unb in euerm @eifte, 
meldje finb ®otte^ ((Eigentum) ; 

b) mit ijreuben i^m gel) ord}en; 2uf. 1, 74. 75: ba^ rair, erldfet auö 
ber l^anb unfrer 5^nbe, i^m bienten o^ne Juidit un[a 2eben lang, m 
^eilig!eit unb ©erec^tigteit, bie i^m gefällig ift; JJ^at. 7, 21: tS merben 
ni(^t atle, bte }tt mir fagen: ^err, ^err! in bttl |^mme(rei($ lommen, 
fonbem bie ben SBillen t^nn meines ^ert im Gimmel; 

€) bemfittgnnter fetnenMOenuntbettsen; l$etr.5,6: fobemtttiget 
nun unter bie gemattige ^anb @otted, ba^ er eud^ er^i)^e gu feiner 
3eit; 2 @am. 15, 26: er mad^e eg mit mir, loie eä il)m mobIgeföUt; 

^ \hm aii§fcfi(ief!(ic^ biencn; 1 ,^or. 7, 23: i^r feib teuer erlauft; 
roerbet nic^t ber Hienfdjen ^^nccf]tc; 2 'i^ctr. 2, 1: werben unter eiirf) 
fein f a lf(^}e l'ef)rer, bie neben tuiful^ren oerbcrblidje 'Seftcn (Spaltungen), 
unb ücrU'ugnen ben .fierrn, ber fic erfnuft ^ot; ^ubä 5B. 4: bie fmb gottlos, 
unb ^ieljen bie OJnabe uu)eiö Oiüttes uut JJlutmiDen, unb oerleugnen ®ott 
unb unfern ^»erm 3^fum G^riftum, ben einigen .£-)cr i j djer. 

4. (S^tiftuä 1(1 üud^ öer (Jrb^err ber et ben. ^If. 82, 8: 3)u bift 
Grb^ert Aber aKe Reiben, ^o^. 11, 51. 52 : ^efuo foUte fterbcn für bad 
Wl, nnb nt^ fttr bag Solf aOetn, fonbem bo| er bte (ottftenöä^tten)^ 
Itinber (Üottci, bte serftteuet »ovcn, 5ttfammenbrä<|te. Cffb. 7, 9. 10: 
^bm«4 fal^e t4 unb fte^e, eine gro|e @<^r, niel(|e niemanb §a^Ien tonnte, 
aui allen Reiben unb 3?öl fern unb @pra(|en, oor bem ©tuf|l (Z^ron) 

^ ftefjenb unb oor bem Samm ((S^riftuö), anget^an mit neigen Äleibern, unb 
•ipftfmpn in ifnen §änben, fd^riccn mit grüner Stimme unb fprat^en: ^eil 
fei bem, ber auf bem Stu^l fi^t, unferrn Öott, unb bem i^^ imm! 

5. (S^riftuS ift ber.&err über alUi, audd über bie Ungläubigen unb 



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156 



%taQit 34. 



feine gretnbe, »enngleic^ fte i^n ab ben ^9ttn nid^t fennen itnb fic^ i^m 
itU^ ttittenocrfen »00eit SuL 19, 19: Str wollen nti^l, ba|t biefer Ober 
uns ^errf(|e. 1 Stttt, i&, '25: (Sr mtt| «ber ^crr^en, bl« ba^ er äffe 

feine ^nbe unter feine 9a|e lege. $^il. 2, 10: in bem Flamen 3«!» 
ft(^ beugen foQen aller berer jtnie, bie im Gimmel unb auf @rben unb 

unter bcr Grbc (in ber .TyöUe) fmb, (alfo fon>ol|l bic, rocicfie e§ mit Jyreuben 
a!5 bie, luelc^c eö mit 3ci^)n<'?ntff(f)en tfitm); unb alle 3unqen bcfcnnen 
joUen, ba^ ^ejud S^riftu^ ber ^err \n, (^^re (äoüti bei 'iiaUxü, 



Her }tt)eifad)e <3tand (E^^ri^. 30— 52.) 



1. Sluf grunb bed St^riftroorte« ^^il. 2, 6—11 reben mir oon einem 
ameifac^en @tanb Gl^rifti, bem Stottbe ber (Srntebrigung unb bem 
€Steitbe ber ^Sr^ö^ung. G^rtjltii mti|te erntebrigt toeiben, um uni bie 
Settgleit |n er« erben, unb niu|te er^i>|et »erben, um um bte crmflrben« 
Geligteit }tt)ueignen. Su!. 24, 26: ^u^tc ni(|t (S^fhii fot(|eS leiben 
unb HU feiner ^er.rlit^feit eingebt 3löm. i, 25. J^ebr. 2, 7—10. 

2. Der Stnnb ber @rni cbrin a 6I)rifti jerfäHt in fünf (Btuf cn: 
1. feine '^HJenftfiroerbung, 2. fein :iiei^en, 3. fein sterben, 4. fein Begräbnis 
5. feui x'tbiteic\en jur .^öUe. ^er ^tnnb ber @r^5^ung G^rifti umfaßt 
oier Ätufen: 1. feine l'Iuferfte^ung, 2. feine Himmelfahrt, 3. fein @t(en jur 
Steddlen ©otteä, 4. feine Sieberfunft jum ©eric^t. 

3. 3m Stlten ^eftament war biefer jroeifac^e @tanb beS @rlöferd 
fddon gemeidfagt, Qef. 53. >•) Qx fc^ie^t auf nrie eine SBurjel (richtiger: 
»ie ein 2lurjelf(||o|) aui.b&rrfm 6rbrei<| — ^otte leine ®eflatt noc^ @<|dnc 

— mar ber aOeroerad^tetfte unb univertefle, ooQer €<^mer}en unb Äraid^ 

— mar geplagt, gemartert, oenounbet, ^erfc^lagen, geftraft. h) ^(ber bamt 
mirb er in bie Sänge leben — wirb feine guft fe^en unb bie '^üüe ^aben — 
mirb oiele gered)t machen — mirb eine gro^e iRenue )ttr Seute unb bte 
Starten ,^um ^"Haitbc ^jaben (mörtlitf) : nehmen). 

4. vim Iccuen ieftament roirb ber jnjeifac^e ctanD (j^n|n oon rem 
SIpoftel ^I^auluö batgcfteUt m "^^il. 2, 6—11. .-O C^r entäußerte fidi iclbft 
iemci ijottUdjen @eftalt unb .^errlid)feit, bic et üon (itoigfeit bei bem i^ater 
Ijattc Qo^). 17, 5) — na^m i^nec^tdgeftalt an — warb gleit^ wie ein anberer 
3Renfii — erniebrigte fic^ felbfl — oarb getjorfam bid um 3^be am 
Areuj. b) Darum ^ i^n ^ott er^9|ct — unbi^m einen Flamen Aber 
aOe Jtmm negeben — ba| in bem Flamen l^llefu ft<| oHe Aniee beugen — 
unb aSe ^ ^ ben ^erm beKemten foKen. 



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%ca^ 35. 



157 



* Sft, tD«» ^|ty er cmpfansen ifl oon bcm <$clli0cii (Bci(l/ geboren 

au0 ItlÄi'tfl t>er Jungfrau? 

Daß 6fr ewige Sohn (Dottel, feer wabrcr unb ewiger (Bett 
\fk unb bleibet, wallte menfä}lid)c llatur au0 bem Sletfcb uti5 Vflut 
6rr 3ungfrAu tHfada, but(to tPirfung öee <0rifi^^ ftti üdi 

genommen bat, auf 6a0 er Ait<b ber mbre Barne ^oi50 fti, rdtieit 
a^^rni tn allem gleidb, auegenommen 66iidf. 
6aine S/iiüib^. ^ ^ladbfomme 3)aöib«. 

Äntro. ^er 'Jfrttfel oon bcr empfanfliti« unb ®ebutl (St^tt^i l)e(KiiibeÜ hai Q^t> 

•) 9Ber ift eiii|»fonfleii wtto geborm »on bcr 3ini0fnnt SRoria? ^ eartge 

6obn ®otte«. 

ti) ^£.iad i)t unb bleibt er aiMlft nii4) fetaifr SRcnf^iDeebttiig? de ifl unb (fetU 

»a^ret unb eioigec ®ott. 

c) Sotier bot er feine menf (bliebe 'üatm angenommen? SluS bem ^leifcb unb 
SBlut ber Jungfrau ^ana, 

d) aSie iÜ bas gefdbebm? te4 fKitun« be« ^eiltgeii OeifiM. 

e) fBarum bat er maffen oon ber Jungfrau ftaria flcbomi «erben? t^amlt 
er ber mohre Snnte c^Jnftfommrl Tanibo ici 

f) Snrum nuiBte er em roa^rcr iroitfUcbcr) JJicnil) loerbcii ? ^Damit et feinen 
SBrftbem Iben ^enicbenj in allem glei(b fei, aufgenommen bie 6ttnbe. 



L DDic bcr So|)h (Rottes Ülcnfct) CKUiorJieit ifi. 

1, S)er ewige 6obn 3ottrt (ftebe su i^r. 33) ift unb bleibt ttu^ in 
unb nacb fetner ^enfc^wecbnnj) xoafjtm unb ennger ®ott; bcnn bie 
emigteit ge^ {u feinem gdfttlu^ SEBefen unb Um miß untcrbroc^ 
nwiben. ®al 4: ®ott fanbte feinen So^n (als folgen, ber f(^on 
toor). 1/ ®ort n»arb ^leifcb, (na^m bie 'JDIenfcbbeit an, 
o^ne felbft aufzuboren ; benn) mir faben feine ^crrlicbfeit aU beS ein: 
gcbornen 6of)ne6 oom 5^ater. i-^öm. 5- '}lm bcn 3$ätem fommt 
^riftuä \)cx nad) bem Jleiftb, ber ba (siott \\t über alleö. 1 ^Ifo, 5, 20: 
Dieser (Ü'bnjtuö) ift ber roobr^aftige Giott. 1 Xim. 3, 16: (5)ott ift 
geoffenbaret im ?Vlfif(b- ^o^- 3" i^"* (^l^iMlö) wül^net öie ijanje 
f^Ue bei (Üottbcit leibbaftig. Jpebr. 1, 10—12: ^Du (Gbriftuö) ^t oon 
Unfang biedrbe gegränbet — bu »hrfl bleiben — bu bift berfetle--. 

2, Sknn ein Itftntgdfo^n fetnel Solctg @^U)^ f reimillig unb mil 
fetncd Sater« (KnoUligsing vcrUi^ rnib in ein fernes lüaiib {ic|t, bort geringe 
fined^Heiber anlegt unb Itnecbtdbienft t|ttt: fo bleibt er bod^, mer er i|l, 
ber 5t5nigefobn, unb bebält fein Slecbt an ben Aönigflt^on. So ^at auö) 
Q,\ixi\tu^ ben Gimmel unb bie ^errlicbfeit feined ilJaterS (feine göttlicbe 
„öeftalt") t>er(affen unb l^at ,Sncä)Uc\(^ii-\H" (in ffmcr "OjfcnfdiTOerbung) an- 
genommen, o^ne ba^ er bamit aufgeljort Ijot, Dm Oiüttcefohn ^u fem, 
unb obne baß er fein gotlUctjes lüiefen ttufgetFbeu ijat. dv \)\dt „@ott 
gletd) fein" nidjt für einen „SKaub", b. i. eö imi nidjtö, baß er an ficb 
geci)jen, jit^ angeiua(it Ijutte, fonbem es loar fein ^ed^t. feiner diüd: 
tebr in ben ^tnmiel, bei feiner Himmelfahrt, f^at ber itönigSfo^n ben ^önigg« 



uiyiiizcü üy LiOOQle 



158 



t^ron befiiet^en, „jur :jHecf)tm bcr ^JJtajeftät in bcr J^öfje", ber öJotleäfo^n 
j\ugleic^ aber aud) a!?. bcr '}J{enf(^enfo^n^ ba er ftdj ber ;^eit ffiner Ane(^tös 
gcftolt unb fetneö Knedjtsbienfte^ auf @rbcn nid)t ju fc^amcn ^at. 

8. ^cr eiDtgc ©o^n f^iotteö ift 'JJienfc^ gcroorben, 

«) al€ bic 3«*t etfulUt roar, ßJal. 4, 4, b. i. alä bic ^cu gdommen 
mr^ n)€l(^e in allgemeinen Umriffen bur(^ bie ^ciöfagungen im ^Uen 
Zefloiiiciit bejeic^nel »ar. 

1. 1 9Rofe 49, 10: ^ nricb M 3ei)ter (bk OrO^rerfi^aft) «onguba 
(bem Stamm) nit^t cntmenbct «erben (mdttlit^: ntc^ »eU^, itftmlü^ fOr 
immer) (tS ba| ber ^elb («drtlub: ber, bem ei gebühret, b. i. ber, nieder 
aus bem Glomm i^uba fornmenb, ber eigentliche unb bauer!)afte t^^rer fein 
wirb,) fomtne. — 2)afe bicfe ÜUeiSfagung in Gljrifto erfüllt ift, roirb Dffb. 
5, 5 be^fijt^t, 100 er genannt loirb „ber übroe (ogl. 1 iDtofe 49, 9 !), bcr ba ift 
oom C5icic^lt''i^t ^uba." (5t)riftu6 (geboren tuurbe, mar bie 3«t btt, in luelc^er 
bie iJül^rerfdiaft in ^örael auä) öuijerltd) fiu uamer oon ^wbo geroid^en mav; 
bie JRömer maren bie Ober^erren be8 Sanbeä geroorben, b€t jübifd^e Sd^attens 
fönig i^erobe^ roar ein ^bumöer, ein ^kc^tomme @bomd, b. i. @faud^ unb ba« 
fiat^ würbe ber ftoattid^ SSoIfSgemeinf c^aft ^draeU für immer ein Me gema<|L 

3. S)antel 9, 24. 95: eiebgig iBac^en finb bcfümmt Ober bei» 
f&M, unb Uber beine ^eilige @labt, fo mirb bem übertreten genieß (n»drtlt<^: 
fo nrirb baS Übertreten abget^an), unb bie Silnbe ^ugeftegelt, unb bie 
SRiffet^at oerfd^nct, unb bie eroige ©erec^tigfeit gebracht, unb bie ©eftc^te 
unb 20eiSfagungen jugefiegelt, unb bad ^Uer^eiligfte gefalbt roerben. 6o 
roiffe nun unb merfe: SBon ber ^eit an, fo rtu^qefjet ber Scfcl^I, ba^ l^erufalem 
foU roieberum gebauet TOerbcn, biö auf Ci lu nlum um ©runbtest: SÜSieffiod, 
b. i. ben Öefalbten), ben Jyürften, finb jieben 'li^oc^en unb .weiunbfec^.iiig 
SBoc^en, fo roerben bie öaffen unb 'JÖiauern roiebcr gebauet tüeiben, löieiöoljl 
in iümmerli^icr — ^ie 70 äBoc^en, oon roel^en ber ßngcl (üabriel 
SU Daniel r^et, fmb nid^t ali SBm^en von 7 ^agen, fonbem aU ^a^r^ 
n»0(^en, b. t. att 3<i^^i»e von je 7 ^a^ren oerfte^en unb bie gan^e 
3eit betrAgt 70 X 7 » 490 3a^. 9ie^mcn mir nun all ben Sefe^l, ber 
au^el|t, bag (Sbift bei itdnig« aTrinfali^a (Vrlamei Songtmanug) an, ins 
folge beffen baä jerflörte ^^«»fftlcm „lümmerlic^" roieber aufgebaut rourbc, 
fo fällt ber ^ufbrud^ beS Qiva mit ben '^n'oen in bad i^a^r 457 o. ^^r. 
((f^ra 7, H. 9), unb ba§ ©nbe ber 70 ^^nfirroodjcn in baä ^al)t 33 n. 6I)r., 
m roeldieni burd^ ben Xob (iljnfti „bie öünbe jugefiegelt, bie 'J)iiffetl)at 
ocn'olint't unb eroige (iJerec^tigieit gebracfit" ift. — 35erfcl6e ßngel, @ abriet, 
lucldjei bem 'I)anicl bie ■^c'ü oerfunbuit, mann bie (Trlöfung forntuen joli, 
{ünbigt aud>, als bte ^tii eijuUet lyeiueu fuüie, bcr aJlaria bie ©ebuvt beö 
Qrlbferg an. (:^ui. l, 25.) — (S^riftuS felbft beaie^t ftt^ (iStat U. 15) 
auf biefe SetSfagung S)anieli (9, 26. 27) unb »etfi auf bercn nbOige 6r« 
flllhing in ber 3ttlUnft ^ 

3. ^oggat 2, 7. 8: @o fi»rU^t ber ^err 3ebao(^: <Ss ip noil^ ein 
fleittci ba|in (wörtKtt: no4 einmal, unb no«^ um ein fleinei, fo miQ 



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169 



id^ — bofe !5c^ fMmmel unt> Grbe, unbbaS 3Jlccr «nb brt^^ Trocfenc berocgcn 
roetbe. alle Reiben loill id) bewegen; bn foü bann fommen affer 
^>etben Xroft (n)5rtU(^: {ö)tli(^eä (^iut). — ®tc)e iöeioegung bcr Jpeiben 
\t^m mix in bcm römifcften ^Keic^e, baö jur '^cit bet ©cburt G^riftt alle 
5Uijlfer ber bamalö facfannten unb [ogeuannteii „Seit" in fid^ jufarruiit'n= 
\d)lo^ unb bur(^ ^j^erpflan^ung burd^einanber rofirfelte. @ine inncrli^^e 
»egung ging hniä) bat Mäf, tnbcm man bd atteii ®&ttcrglau6ni8 
bififfig »av, fo bo^ fogar bk fv^'P^ bniffÜeii lad^tei^ unb man fid^ 
noi^ einem inneni ^att feinte; eine Au|ctlu|e ^9eniegung mürbe, mentgficns 
tetlmetfe, btitd^ jenes ©ebot bei Itatfert Xugufhil, ba^ ^alte Seit gl* 
fi^t^ct roürbe", herbeigeführt. 

4. 9KQlea(hi 3, 1 u. 4, 5: Sie^e, id> roill meinen Sngel (93oten) 
fcnben, ber oor mir ficr bcn 9Beg bereiten foU; unb bolb tnirb fommen ^u 
fernem Xempcl ber ^err . Siehe, iä) roiU eud) fenben ben '|.Nrovf)Pten 
(Slia, e^e bcnn ba tomme ber grof^e unb fd)recflid)c 2ag beo Jnerrn (ber 
%aq„ b. i. bie Wnfunft (lf>"fti (idojei uno feine 2üiebcrfun[t alä ^iidiler 
in prophetijcher ^^^eripeltioe aU ^ufammenfallenb gefc^aut). — (S^riftu^ \db\t 
tdUttl von ^ohaimei bem Stofier: ^ ill ISIioi, bec ba foO jufünftig fein. 
(3RaL 11, 14.) 9Iat 17, IS: fage eu(^: Sita« ift fi^on getommen. 
f)a oerfltonben bte S&nger, ba| er von ^o^annet bem ZAnfer t^nen 0e* 
rebct ^atte. 

5. (S^riftud felbft erflörte im ^inblid auf bie äBeidfagungen be9 
^Uen XeftamenteS unb auf bie „^ei^tn ber ^eit" bei feinem Stuftreten: ^ie 
3etl ift erfüllet, unb ba^i )Hcii1] f^btteö ift (jerbeigefommcn. ''JDirf. 1, 15.) 
2ßttt. 16, 3: Könnet i^r benn nic^t auä) bie .^fic^f" biefer 3eit beurteilen"^ 

b) ^Der eroige ©o^n QJotteä ift 'DJienfc^ geroorben, inbem er roa^re 
mfnf(hli(he 9itatur quö ber ^unfl f ro" ^-J^aria an )id) i.]cnomnm\ l)at. ©eine 
(Üeburt »on einer i^ungfrau xoai geioeisiagt :^c\. 1, 14: oie^e, eine 

fr au ifi fc^manger unb roirb einen ©o^n gebaren, ben mirb fte li^i^en 
^j^mmoroiel ib. t. (Sott mti uni). S)ie« ift erffiOt nac^ bcm SBoitbei (Sn^ett 
®abvtel^ Sttt 1, 31: €ie^, bu miffl fd^monger mecben im Setbe unb einen 
6o|tt eebaten, be» Stome foOjl bn ^cfni |ei|en. £ut. 1, 26: 2)ie 
l^ungfrau ^ie^ ^arta. Suf. 2, 7: Unb fte gebar i^ren erften So^n. 
^abur(h, ba^ (S^riftud oon einem ^eibe geboren mürbe, ift aud) bie im 
^arabie« gegebene Ser^eifeung erfüllt ! lUofe r^, ir>: ^esi 32 c i b c § 3ome 
foU bir (ber 8(f)lan(^e, b i. bem Xtu\ti, ben Hopj jertreien. ®al. 4, 4; 
(Geboren oon cmcm 'iiuMbe. 

c) @m 1) f a n q f n u o in '.^eiligen öeift. 

1. Üiuna )t'lb|t roar nidjt junbloS, aber fie luai im 0)lauben geheiligt. 
2ut. 1, 45: Selig bift bu, bie bu geglaubet {|<^ft. 3!Bei( aber ber ^lofer 
felbft o^ne 6fi»be fein mu{}te, fo mu|te er oud^ o^ne @ttnbe geboren 
merben. {Damm mui^ er empfangen oom ^tigen ®et{k, b. i. er »nrbe 
aXenfdl bur atirfung beg ^eiligen <Seifleg^ €e^r mii^ {tnb ^cr bte 
bciben Xnifprfid^e bei 9po|le(S ^lul Slpg. 13, 93: Suf fl)ooibg Samen 



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160 



^at ©Ott gejcugt Sefww; unb 9iÖm. 1,3: ®ottf§ So^n, bcr (ipbnren ift 
oon bem ©amen ^^aoib^ na 6) bem JUifc^. Tic OJIenfditüerbinta beS 
Sol)neS (Rottes ipar nuflleid) ein ii^crf ber Scf)öpfermad)t besi brcieinigen 
@otteg, unb io ift er auc^ öev ^lueiu ilDum geivoiben. Öuf. 1, 35: 
^Dcr J^eilige WeiH luirb über bic(> fommen — , barum üud> iiu'j ^eilige, 
baS oon bir geboren nisb, ntib IBottcd <So^n genannt loetrben, Set ber 
Ittnbigung bcs <ln0<U tm SRona bem Sofep^ „wctettut% b. l mto(t^ unb 
c|c ev fte »^m^tte% b. t. jur Q^e na|m, Janb ft^'», ba| {le ((^npmigcr 
vm oom ^eiligen (Steift" mal l, 18.) l^ofep^ moSte anffingU^ 
bei^att mi^ am nehmen, aber bcr @nge( befahl i^m im Traume, fte 
3U ft<| SU nehmen, mit bcr (^rtlämng: „benn bad in i^r geboten ift, boB 
ifl 9 on b e nt >> c i l i n e n (>i c i ft." f ^)Mt. 1 , 20. > 

2. 3o)^P^ "^'^^^ i'^^r v3^f" „tut er" genannt; v üüu Hiiuia, 2uf. 
2, 48: S)ein liÜater unb id} haben bid; mit oc^mer^en gejuc^l : n : feine 
Altern: 3?. 51 : er hku Uinen untert^an. I)at ben Sinn, oaf; ^ofept) 
iiba otjuö m jemei Aiinbijeu Dätcclic^e 'jtutorität Ijütte, bif d)m von Wott 
|elb[t gegeben niar^ unb ^efuft ttbte fid^ bei i^m im ©e^orfam („untert^an '>. 

Son ben Silben würbe »gehalten fOr einen @o^n ^of^p^^" 
.SuL 3, 9dK 6, 42: 3fl bicfer Sefu« m<^ ^ofepl^« ^^n, beftShitef 
unb aRiilter nir tenncn? ^ied gefi^a^ au4 na(| bem göttli«^ 9lat unb 
SSorfe^ung, bamit :^efud nic^t a(d une^elit^ bei bem ^Ite erfi^etne, »oft 
t|9n feine ^irffamfcit uoQftänbig unmöglich gemault ^ätte. 

3. öotl ^üt nic^t einen "JJJcnfd[)cn ^^efu9 qcfcftaffcn, mit rocld^em fi(^ 
ber eroige 5ol)nWotteö oeicinigt i)ätU, jonbern bcr eroige 3o!m 05oUeÄ 
ging in bie iJienjdj^eit em, inbem er menfdilic^e SRatuv nn jtd) naf)m. 
ffiie ift ba6 möglid)? ©o l^at and) '^}la\\a gtjiaa.t, unb fic Ijat vom (jngel 
bie Slntrooit edjulten: :öei Oiott i]i kin ^Cing unmogUdj. v^uf. 1, 37. Xie 
(Geburt unb 'Benfc^nierbung bed ©o^ned @otteä ifl eine wunberbare, ift 

* bai ffittnber aUe« Sunbcv, unb bleibt a Tim*3, 16 io9rtIi(^:) 
onertannt gro^e ®e^eimni4: (Sott im ff^ei^^", wt bem mir un9 
auf* tieffic beugen nnb anbeten. 

^r ben Unterricht ber ^ugenb genfigt bie Srflärung: ba^ bie 
Jungfrau "Flavia bie Butter :3<^fu ift unb ba^ S^riftnlt auf @rben leinen 
menf(^li(^en 93ater ^atte; ba§ (^ott aUein fein Sater war unb ^ofcp^/ 
iMann bcr IWoria, fein Pflegevater. 

d) Xer So^n (^^otteS ^at wa^re menf ^lic^e 'JUtur an [vSf genommen. 
6r Ijat nic^t etroa blo^ f^um 8(^ein menf(^lic^e ©eftalt angenommen, ober 
ift fidjitbar geroüc^)tu roic bie @ngel bei i^rer (jridjcinung vox ^Jicnfc^en, 
jüiibcni luuibe ein roirUic^er 'JJknfc^ mä) 2eib unb 6cele. roirb bed^alb 
nic^t ^eined", fonbern „M ^enfc^en @o^n" genannt, meil er old (Bottcft 
Soi^n bie fRenfc^^eit an fic^ gencmtmcn, bamit er att wa^r <Bott unb 
magrer 9Renf(h unfer rei^tcr einiger Slittler fein tonnte, ^ebr. 2, 14: 
9{ad^bem nun bie ^tnber i^Ieif(^ unb Slut ^aben, ift er ed glei(^ers 
ma|cn teilhaftig geworben, ^ebr. 10, 5: ^en £cib h<tf^ bu (0ott^ 



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161 



nir (€^ri[to) {«(rnitct. 1 1, 1. 2: i)ai ba von Sfnfan^ nwr (bal 
ttoit, ifr mcnf^cwpfbenc €ol^ Oottel), boB »nr 0el|5ret laben, boA otr 
gefelcn |aben mit unfern 3tugen unb unfere ^änbe betaftet ^aben. 
Sul. 24, 39 (au(^ nad^ feiner 9(uferfte|liltg}: ^^let mic^, unb fe^et; bcrni 
ein ©eift ^at nicfjt {^leifd^ unb ^öeiti, wk ifir fcfnt, brtf, ic^ I/abc. — 
®ie roi^tig bie l'e^rc unb ©rfenntmö lon ner roa^ccn ^JJienfd;{)cit (it)ri|"ti 
ift, feljen roir auö 1 ^o^. 4, 1 — 3, roonad) cä „falfd^c ^ropl^eten" finb, 
roeld^e Tiirfjt befennen , bafj vscfu§ G^riftus ift „in bag Jvleifcö t^efornmen", 
b. i. bai) öei eiütge oo^n Ojütteö lualjre men|d^Ui^e jiütui Ijai an fid^ ge« 
nommen; ba8 ift ^ber ©eift be8 ffiiberc^riftl'' — 1 %m. 2, 5: (g« ift ein 
®ott ein 9tt Itter an>if<l<>t ®^ unb ben 3Renf<^en, nämUc^ bev 
9Renfd) S|ri{fati ^uft. 

4. SRente» fagt (Sonb IV, S- 200) )u 9)öm. u, 9: ,9»c meafibli^e 
9latur (um beren ßrbfbunfl unb ^-l?ett)etrli(^unfl jur 'J'emiditung be« JReicbeä ber 
t^infterntö unb .^um i^reife öottc^i unb feine<^ So^ncä 3u t^un roar), bic burcb 
bad fd){ecbtc lU'rbalton eined l&teni cb^n ibre Übte unb SBUrbe Dedoren butte, tonnte 

hm ^e(bte nicbt anberft toieber in biefer 6bte unb fBflrbe aelangen, aU burtb 
einen ütenf^en. IDut^ einen SRenf^en mtc bie Wenfilbteit ber 6ftnbe nnb 
bem Zobe untcrrofirfig getootben; burd) einen llßenf(^en fodte fte erlöft, ju Qb^ 
re^ltigteit unb Öeben erboben roctbert Turd) bi - Sitnfte eine« OTenft^en war 
über oUeWenfcben bte Serbommm«» flctommen, burdi öie ^erccbtiflfeit eine^ ÜJlenidjen 
loUte über alle bie iHecbtfertigung be^ tebeni fummen. 2)ui(b ben Ungeborjam eined 
9lenf(ben naren oiele Sünber eeroorben, burdb ben ®ebocfam eined SRenfcben 
foOten viele Oeccdbte »erben. (Belobet fdöott bee getecbl ift in alten feinen 
Scoen unb beiHe in all feinem ^bun. {mm. 5, 11-21.*) - %üt9lü^ 
fommen ^bam3 befanben ftd) im 3tnnbe ^fr SünbUitfcit unb 5tetbU(bfett. Unter 
ben Sünbern ber (5rbe raat niddt cincv, ba aiutatt unb im Slamen beä oerfuntenen 
®ef(bledt)t9 auftreten, in Sadben ber 'J}kn)4)ljii[ mit ®ott b<inbe(n, bie Scbulb unb 
6cbanbe, bic an tbr b^ftete, bejobten unb tili^ca, ben grolen Sb^entompf für r>e 
anllftni)if«n, Die ftbwnfien wib beiMIcn ^Tttfunnen fOr fie ikbecnebmoi nnb befleben, 
ftbletbted Verbauen mit beiligem Serbalten, Ungeborfam mit (9e|offam, 6ünbe mit 
(Seredbtißfeit be?nbtcn nnb ßut modifn lonnte. Unb to märe bie 9lenf(bbeit in ihrem 
titenb, in 8ünDe unb loo gebliebiu, unb bütte nie bte .^errfcbaft, baS foniplicbc 
SRaieftdtdcecbl beS 'Mhtfi y^ottes, toieber erlangt, bätte fidb ni(bt ber ^err ber 
^crtli^feit felbft, 3efni fibriftuft, mit oöaiger dntäulerung fetner edtttitbcn 
^crr[i<|»teit ibier crbaima^ onBcnonunen» fie m ertdfen. ür nobm ficb vUbt ^ 
ber ÜRenfcbbeit on, fonbem er nabm bte 9Renfd)beit felbift, bie menfdbUdbe Slatnr 
an. %ii ein }» eilet Vbam (am er in bie äBelL" 

II. Umm ler Mfä Mtn Jb«M InSMW) ffmrlai iH. 

A. 3ttf ba| €t ber ma|v< 6ome (9la<|ri»mnie) IDaoib« fei." 
1. Qkm |«tte ne«|ct|eiw ba| bor <MMar ein 9b4fommc f(bra|aml 
(1 aRofe IB), ottl btm etamm guba (1 Stofe 49, 10) imb «u« bem 

*) 5)er Hpoftel $au(ud fteüt m t»ie|em äbid^nitt bfn „cini-n" JJlenidun unt» 
^loab (^b^ftud bem .einen' 2Reni(ben unb Sünber 'Äbam gegenubet. iiicntcn 
betrat bei beiben ben SRenfcben. 



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162 



©efd^lec^tc 3)a©ib8 (2 8am. 7, 12 ff., ^ef. ü. 7; 11, 1. 10; 3er. 
23, 5.6; 33,16. 16) fem toerbc. t^on ben beiben Stammtafeln 6l>riiH 
nad) feiner menfrfilic^cn ^^erfunft ge[)t bie bei X'ufa« (3, 2H -38) ^urüef bid 
Quf !?Ibam, um ifjn aU „bes 'iDtenfc^en So|in" nadi^umetün ; bat^et^en geljt 
bie bei DiuUi^auio von I)UDib aud, i^n aiö ^/Davibs ^^oi^n" bui^uiteUen. 
3Rat. 1, 1: ^eft ifk b<lB 8i4 von bcr ©ebuit ^efu 6|rtfii, ber ba ift 
ein 6o^n S>aotbS, bei ^n^iits Sftro^S. SCitf bie Xbfhunntung S^nfti 
OM SDaotb Uiien bM tr^mflel |M|e«aknii^i ^elruft, 1^.2^30: a)a| 
bie ^rud^t fetiter £eiiben (ein 92ai|tomnie ^Do»ib<) foQte mf feine« 
etu^I (^^ron) ft^n. $autu8, »pg. 13, 23: ^v» btcfe« (^aoibd) 
Samen ^at &ott, tok er oer^ei^en ^at, gejeugt 3'fum, bem 3$oIf ^^rael 
^um ,f>eilanb; 9löm. 1, '.V. ber cteboren ift oon bem Samen 2>atiib§, nadf 
bem Alfifd). 3Jlit 53ev^{)iini^ auf ;>f, 11, 1. 10 lOuD Cffb. ^ot). T-», 5 
CE^riftuö Don einem ber Jl lüften lun bem Xj^ron, unb 22, 16 oon i^m felbft 
ab „bie ^JiSur^el ^aoibö' be^eidintt. 

2. Jälg t5iH''|iu6 jjtböuii lüuibe, wat bic ©rroortutiä bes i>olfeo auf 
ben 9cri|ei|enen ^eilanb rege (£ut. 2, 38: ade^ bie auf bie ^rlöfuu^ 
^Senifalem nntrleten), urtb war (ei fetnem Auftreten bwr(| bie norangegongene 
9nibj0k bed Xfiufeei no^ s^NS^; ^ geUnfi(||len nctx bem Solfe bie 
SSerlei^img unb O^ei^mmg bei ^Idfeii ctli »6o|n {Daoibi." SRot. 
12, 23: %Uti Sßolt entfet^te ftc^ unb jprad^: ^ biefer nid)t ^aoibl 6o|n? 
^{at. 21, 9: ^Doi Qott aber f#ne unb ffwoi^: ^ofianna bem 6o|ne 
S)aoib6! 

3. "jJiaria mar eine (£rbt ödster auä bem 03efd)(rd]tc T^auibö, 
roeldjem auä) ^^ofepf) angehörte. ^eS^ttlb mußten beibe bei bei ^c^ö^ung 
md) Setblebem, bem (iJef(^le(^t#orte, ge^en. 2uf. 2, 3—5: 9liit baf; er fid^ 
fc^Q^en liepc mit 3Jiaria, feinem oettrouten (ueilobten) äi>tibe. JJiuua 
ald ^ofcp^d Verlobte I^atte ft(^ nic^t au(^ müffen fc^ä^en laffen, wenn fte 
niilt eine Mtoc^ter geraefen »Are unb ali fol(^e einen 3roeig ber t^amilie 
3)ambi tqwttfentieft ^e. 

«Seinen 9rflbern (ben Statf^cn) in allem gleit^.* ^civ. 
2, 17. 18: 2)o^er mn|le er aOerbinge (in jeber ^Sejie^ung) f einen ^rttb ern 
glei^ »erben, auf ba| er barm^er^ig würbe, unb ein treuer ^o^erp rieft er 
oor ©Ott, .^u t>prfcif}npn bte Sünbe be^ 5^olf<5. T*cnn barinnen er gelitten 
^at unb üeriud)! ift, tann er Reifen bcnen, bie oerfu(!^t werben, '»^^il. 2, 7: 
(Sx roarb gleic^) roie ein anberer 3Renf(^, unb an ©ebärben (in feiner 
gonjen 2eibltcbfeit) ali ein ^enfdb erfunben. 

1. ii^c ijt geboren rote ein aiiberes i)ienf(^en{inb. 2u!. 2, 7: 6ie 
gebar i^en erften eo|n unb »i^tte in SBtnbeln nnb legte i^n in 
eine Arifipe. 

2. Ohr entmidelte p4 ^ ^ ^ ^ ^ nienf(^li<|cr 

SBeife. Su!. 2, 40: ^aS ittnb wuc^d, unb warb ftort im ©eift, ooOer 
SBeia^eit. 46: @r fa^ unter bett£e|rern, ba| er i^nen au^5rte unb 
fie fragte. 9S. 52: ^cfui na^m gu on Sßei«|eit, äUter unb <Snabe bei 



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163 



©Ott unb ben JJicnjdjen. 2tu(^ ber "lOienjc^ ^t\ü^ mu^e „bie Bdjnft lernen", 
U\)xi, roaS i^m „ber Sßaitv gegeben" |at. ^ebr. b, 8: SSienol^I et 
Ootttft 6o^tt vor, 1^ er bo<| an bcm, bai er litt, ©e^orfam gelernt 

SUciif en (4, Ml): «Qi bat im (MmAm gfttanibelt «nb ni^t im &^vam, bat 
ben Olauben bei bem er^ ttntecrid^t feiner SRuttec floria angefangen, ibn 
in oOen, auöi ben brüdenbften, irretna^enbften Sagen bed Sebent feftgebaltm , unb 

tbn in ^m !i*Hiife(ten l^iinPHbcitcTi, fifofn^ftcnt aQm Uftigen Xnt&ufen htA 2cufeli, 
oon (Sott unö Dienic^cn uerlauen, am i^reuK Dollenbet/ 

3. (Sv war ber 3ier[ud)ung gugänplid^, unb mufete gegen fte an* 
(aiupfcn. Tlat. 4,1: inub Zs<^\ü% mm (M\t (bem ^eilij^en ©eift) in bie 
Süfte geführt, ouf ba| er vom Xeufel oerjuc^t loürbe. ^ebr. 2, 18: 
^Darinnen er 0elitten ^at unb oerfu(^t tfi, tann er l^elfen benen, bie «er* 
fttd^ »erben. 

4. <Sr ^tte menf4|U<|e8ebftrfniffe, er a| unb tran! »nb ft^Iief. 

9Rat. 11, 19: ^ed 'JRenfc^en Bo\)n ift gdbmmen^ iffet unb trinfet. 
Diot 8, 24: Unb er f(|lief (bei bem Sturm auf bem IDteer). m/^ 

feiner 2lufer[tel)ung Ijat er f^egefTen unb getrunfcn; 9tpg. 10, 41: bie TOtr mit 
i|)m gegeben unb tiptrunfen t)aben, nac^bem er auferftanben tft ron ben "toten. 

5. @r empfanö men)d)li(^e ©(^woc^^cit, if)n hungerte unb bürftete, 
er ermübete. ''lUot. 4, 2: Da er t^ier^tg !!tQge unb oicrjig '»OJäc^te gefoftet 
^atte, l}ungeile \i)n. iJ^al. 21, 18: ^IS er beä 'D^orgensi mieber in bie 
€tabt ging, hungerte t^n. 19, 28: Mid^ bürftet. ^o^. 4. 6: 
nun ^efuS mfibe xoat, fe^te er ftc^ auf ben Srunnen (bei ©ic^ar). 

ft. (Ss ^atte menfd^lic^e ^mpfinbungen, er freute fiö^, nrar bange 
unb bctrtkbt, ergrimmte unb meinte. Sn!. 10, 31: 3^ ber 6tunbe freute 
fid( ^fud im @ei{ie. 2ul 12, 50: mu^ mic^ auoor taufen laffen mit 
einer Xaufe (fein l^eiben); unb mie i{l mir fo bange, bü fie ooUenbet 
roerbe. Wat. 26, :{7. 38: Gr fing an ju trauern unb ju jagen. Unb 
^efuö fprac^ ^u i^nen: 'JJieine Seele i[t betrübt biö an ben ^ob. ^o\). 
11, 33: @r ergrimmete im Öeift unb betrübte )ic^ felbft; ^5, 35: unb 
3efu gingen bie 3lugen über (er rcetnte). iiul. 19, 41 : 2Ilö er na^e f^injus 
tarn, fa^ er bie <3tabt (^erufalem) an, unb meinte über jie. ^ebr. 5, 7: 
<Sr in ben 2^agen feineft §Ieif(^eS @ebet unb ^le^en mit ftarfem @ef(^rei 
unb Zoranen geopfert ^ SBir lefen in ber ©d^rift biefe brei Utal, b<i| 
e^fhii gemeint, icboi^ mrgenb, boft ^ 0eUi^ ^obt, Xbcr fminbli«! ifl er 
gemefcn. 

7. ^ mar fterbli(^. WlaX. 27, 50: ^efuS fc^rie abermal lottt^ unb 
oerf(^ieb. ^o^. 19, 33. 34: 3ie fa^en, ba| er fd^on geftorben mar; 
ber 5!ne(^^fne(^te einer öffnete feine @ettc mit einem 6|ieer, unb alBbalb 

ging JÜlut unti i\:uifiev (jcrauS. 

C „Stuögeuömmen bie Sünbe," 

1. ^er Sohn C^Jotte^ mu'^k Hu-n^d) tut'vbcu, batiiit er jur Srldfung 
ber <8ünber bte «otraje bei ounbe tvagen unb tutd^ xicibtii uno ot^iben 
für bie 6finben ber SBelt genug t^n bmnte. Ott na§m ba^er unfer t^leifc^ 

n* 



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164 



unb an ft<^, nie baSfelbe ift in feiner B^roadit^tit, infolge ber 
eilil^e, SUtan. 8, 3: S)at beut <Bffe| immöglic^ roac (nämli(|| erlöfen)^ 
— ftntemat et bim| boS S^^fi^ 0cf4iDfi4$ct »av, — baS ^iol (Kett itiib 
fanbtc fchim®a|ii in bcv 8e^a(t be<fflitbn4^enBfleif<i^eS(iDMlt(^: 

in bcr f ^nlicfifeit bed t^Ieifc^c^ ber Sünbe) unb Mibamntte bie Sfinbc im 
t^Idfd) buvc^ 3imbe (n. b. G)runbte;t: al§ ein 6ünbo|>fet, unb oerbammte 
bie Sünbe im i^letfcfi, b. i. ftrafte bic 3ünbe an bem Wenfd) qni>orbenen 
©o^n). 2 Siox. 5, 21: (^r (Wotl) l)Qt ben, ber Don fcmti 3ünbe 
mu|te^ für uni jur 6ünb( gemacht, auf ba| toir mürben in it^in bie ^« 
xt^i\%Uit, bie oor ©Ott gilt. 

2. 3Benn ber So^n Oottcä aud) bie 3JJenfc^l^eit in ihrem burrf) bie 
3ünbe j^efd^roäd^ten 3"fto"be an \\d} genommen ^ot, fo ^at ei bamil büd) 
nic^t anä) bie 8ünbe fell>]t an fic^ genommen. Qv ift „empfangen oom 
^eiligen @eift'' ttnbbanim o^neQrbfdnbcttnb o^ne@rbf djulb geboren. 
Qnb obwohl er aU vMifym 9llenf(| bor ISerfuc^ung jugänglic^ n>ar, ^at er 
ftc boi^ fibeniMinbcn imb t|l banim ou^ o^ne vir fliege ^ttnbe. ^cbr. 
1, 26: 0inen fol(!^en ^o^enpriefier foOtcn (intt|tcn) mir ^(cn, ber bo wke 
l()eilig, unf4iulbig^ unbefledt, oon ben Sftnbern abgefonbert, 
unb l)i)F)er, benn ber Gimmel ift. ^ebr. 4, 15 : ^Der oerfudjt ift aflent^alben, 
glei(^tDie roir, boc^ oljne Oiinbe. 1 ^o\). 3, T); ^hr Tnifjet, bafi er ift 
erf(^ienen, auf ba& er unfre @itnben negne^me, unb ift feine ^ünbe 
in i^m. 

3. ^em aber, ruelc^em roeber Sünbe noc^ 6(^ulb innenioi^inte, ^at ü)ott 
al€ bem Bürgen unb Mittler olle unfre ©unbenfcftulb aufqeU£?t unb 
jluge rechnet; unb er ^ot |ie geuageu unb biefe ta\t an 5;ei6 unb oeele 
f(^n>er empfunben oon feiner Empfängnis an bid gu feinem ^obe am itreuj. 
3ef. &3; ^0^. 1; fRrf. 34; Stil 22, 44; SRttt. 27^ 46; ^cbr. Ö, 7. 

UI. m ketl» Ktttttrnt i« CttiM. 

1. G^rifto, bem 9lenfc^ gei m ub cB Ci t BtHfut Miel iiaicrf(|eibcii mir 
nac^ feiner imb feiner 9Rtnf($^ eine gdttltt^euiibeine menfi|< 
Ii<^e9latttr, weUtcaber in i|m )u einer tperfvnneretmflt finb; fiefinb 
unterfi^i^/ rnib bod^ ni^t gefd^cben, mnwrmif^^ imb bod^ nic|^ getrennt 

2. Bipingit »,%n 6o()n ®otte«, ®ott oon (Sott, bat bie menf(b(i(ibe 9{otur 
fo angenommen, bo& bie göttlidjc nid^t oerloren ober in bie mcnid^Uc^e üemanbelt 
ift, fonbcrn beibe finb in tbm too^r^aft, cipcntUd^ unb roei'entlic^, tmb \wax fo, ba^ 
er feiner Statur na(b nid^tS eingebüßt bot, aUo um nicbtd mmtgei )oat)r^att, 
etgentiid; uud toefentU(b ®ott ift; bie menftbltdbe 9lotur aber ift ntdjt fo in bie 
gflttn^e 9lalKr lOeigegandcn, bo| er niibl »abe|aft ctgentH^ anb ncfenfOfb 9lmf(b 
fein fodte, auAgaunntnen bie 9}eigung )u fflnbigen, unb »iefem er ®ott tfi, ift er 
c5 mit bem95ater unb bem .^scUiflen iMi\Q fo, bafe er alle? bcftnt, n>a8 jum *lBekn 
unb 3ur ßiflcntümlidjfcit öei inenidili.tin "J^atur flebört, unb rocgen bct ^eteiniöung 
mit bcc göttlicbeu Statur i^m nietete auß«c bcc Sun&t^atugteit genommen ift. 2)aber 
finb bie 6igenf(boften Mer 9tat«fB in oOm 9Ubcn unb ^onblungen bewrl }u 



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165 



fjulceii, ba^ ein frontmcc Sinn leicht ectennt, toai t)tx einen oba anöern ^atut bei: 
}u(eflen ifl, obgtei(b man fagen nml» feaft bem cimii WftuS jufomme." 

8. fXü 9li«betl&nbif((e 9U«beiii»etenntnU, VfHM 19. ,^iefe 
beiben 9latuten ftnb fo jufammcn beteintgt unb oetbunben einer ^erfon, bafi 
n? niAt einmal but(b feinen Job bnben getrennt werben tönnen. 9Baft ($||hftuö 
baticc jeineiu Sätet im Sterben anempial)!, ba» mar in ber X^at ber menf4>Ii<^e 
O^eift, bec jeiiten Seib oeclieb (£ut. 23, 46; 3Rat. 27, öO); aber unterbeifen blieb 
Me flattrig 9latuc imner «il bct mmf^U^ wuSt im <lfabe nectuiibai: fo ba| 
Mc ®ottbeit fdbfl bonatt ni^t nemget in ibm war, olö bo et nodb ein Ali^ mt, 
obgleidb r«e Rtb für hirje 3<it »lidbt jeigte. Xedbolb bctcnnen mir , bafi fr ronbrfr 
®ott unb wahrer flenfcib ift; »obrer ®ott, bamit et burtb feine 5Tuutt Den iob 
beftepe uno wahret Wen)(b, bamit er in bec S(bnKubbeit feine« i^Ui)d)eö rät und 
ben ioö erlitte.' 

4. Ot<»Unii<. .Sine pttibnU^t Seicinimi ift eine fol^c 9ctMiibwis 

gmeier ungleicben Statuten, ba^ Tte bcibt eine Mon maäim, Mfo 8eib unb 

Swte im Wcnfc^en fmb imglcidic 'l?ntiirrn ; bcnn Poib fann man greifen vwh 
feben, bie 6eele aber niAt; ber Veib »irb oerrounbct unb itubt, bie 6eelc aber 
nicbt IC, unb finb bo<^ bermaßen miteinanber oerbunben, baß beibe, Seib unb Seele, 
jum Sefcn dnc« Stenfiben gebörc«. Sie «Hut lutb 6eei< ein SRenfib ift« 
•Ho i|l Hott wib 9lcnf4 (in Q^fUhii, mie Me dM^K^t Bt^ oOcmege n^t bo 
(annt bat. Hu» biefm mixb bcflo (eitibter au oerfteben fein baSfenige, fo un« 
Wottcä 2Bort lebret pon ber perfönlidben SSeteinieunfi beibcr ^ttaturcn in Öbrifto, 
toa^ fie fei, nämlicb eine joldjc Serbinbung »rteier unplcic^cn 9lQturen, b. i. ber 
göttliiben unb menfd^li^en Slotur in dbtifto, bat;, obtcbon bie eine, nämlicb bie 
flSttUibe« ^trnmii unb ttcbe cif^affen bat unb ift obne Infong, bie onbew ober, 
nteß4 Me menf^tt^^ ift unb bleibt nfMcn mib bot ibivn Snfong. Die eine 
ift a0ma*tici, benn Tic ift wabrcr ®ott; bic anbete ober nidbt. 5)enn bie Streatur, 
nämlid) t)tc OTenfcbbeit Cbrifti, ift nh^t Der S(böpfet, unb Rnb nic^t jtoei ^Qmdib« 
tige, fonbern em Ullmäcbtißcr. niurooljl jro« 9taturcn ftnb. Tiic eine, nämltcb bic 
gdttU(be, iit unenblid) , tonn mit feinem Ott umgeben ober umfc^rieben »erben ; 
Me anbete ift nt^t nncnbtt^» fonbern bat tbre oemiffe enbti<be Oti^bet, i|f ^ou|it, 
ibte Vtrme, Sruft, Seinem f^%e, alle mit ibren Orten unterfcbieben. fS^tml^l, foge 
idi, bicfc beiben 5?Qturen ibro KioTibpre Urt unb (^ipcnlijnftpn f)n!'en: jcbocb finb 
Tie bfrrttaf^cn ^ufammen oerbunben, bafe fie beibe, eine foroolU als bie nnbere, pc 
bi)itn ^um Seien unb ber Subftan^ biefer ^erfon, nämlicb (^btifti- ^Dtit ^etrud 
unb ^aulud obet ift (Sott nii|t petf önli(b Dexeinigt; benn obf^o» bie ®ottbctt 
in i^ncn mobnet, fo ift fie bo4 >i<bi mit i^ncn olfo oeibnnben, ba| He jn $etri 
unb iJauli Men gebbte, ba^ man fagen fönnle, ®ott unb $ettu8 ift eine ^erfon, 
ober biefer JPlenfdj, 'l?etruä, ift ®ott, roic man von i^hrifto red)t f^n^ Diefe 8e» 
fcbreibung ber perioniicfi'.n Bereinigung ift aui ber (^muir-ngniä (^firiüi ab)unebmett< 
^enn bamalö ijt bic pccjonUd^e ^Bereinigung ooiitommen geid^etjen unb ift bonoib 
Mne onbeie twifbnli^e Sereinigung bec beiben Statuten in (Sbri^o gemotbcn.* 

ö. Uffinnb» in bem oon il^m oeifafttcn »QetennlniS ber SCbeoloflen ($10* 
fefforen) unb Hirtbenbiener (1?aftoren) au ^eibelberg*. »I^ad 9Bort iRenfcb ^ti^tt 
eine ^erfon, bie menffftliAe 9ktur in ibrem SSefen J)ai, [\c l:\abc pMdi neben biefer 
audb eine anbcre '3lQtur, toxe ber ÜWenfcb C^briftu§ and) bic göttlicbe bat, ober biefe 
nur oUein, loie bie anbetn 3Ren|cben. Über hai ^iott SRcnf^beit ober men)d)> 
li^e natnt begreift ni^t beibe ober me^r 9lotnicn« fonbern nur biefe einige 9latnT, 
bie am ncnf^Ii^em 8eib mib Me bcflett Xlfo owb boft IBoct 9ott feilet 



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166 



^a^t 36. 



fiae fcrfon, Ut <M ifi, ^. i. fl»ttli(^ 9Uilur in fl4 |at, fic f«l jugM (taxt« 

anb<red, tote bie anbete ^ecfon ber (SotH^cit bev emige @o^n, audf jugleid) ÜJlenfd^ 
ifl, ober fei allem ®ott, wie ber J^ater unb ber fieilifle ®cip. Uber bQ«i ©ort 
®ott^eit ^eifeet iinh benreift nid)tä me^r benn aUein göttlictio ^atur unb ^fen. 
Itkirum fann man redit unb mit SBo^r^eit fagen: ®ott ift 3)Untd^, diott ^at ge< 
litten unb ift für un9 Qeftotben, auferftanben unb gen ;^immel gefaxten. SB&ie 
aber nU^I mtkt, ha man foflcn tooDte: 9ie Otott^t ifl Mmf4 obec aRoif^ldt, 
^ot gelitten, ift geftotben, auferftanben, gen i^immel gefahren. Ulfo ift audb wabr, 
bcfi ber OTtiid) l^hriltn?^ f^on ift; ift ober ni(f)t ronhr , bnf^ bie iKenfdibeit ßbrifti 
®ott fei. Unb öorl^alfacn ift auc^ roa^r, ba|5 bct llic:\i(i) (ib"ftu!> allmäditiß, aU: 
Dtffenb, aUent^altien ift, unb aUeA toiifct, maS bie (^iott^eit mittet. aber bie 
Vtöif^^t 6^rifti oOmib^ttfl, aOioiffenb, allenthalben fei, inl «BfA »irte, uaA bit 
Ootl^ wiclet, tH fo wmis na^, all ba na^ ift, ba| bie 9Rcnf4^i 0ott fei." 



M» \l>«a für nu^eti (cTömmil bu au^ ber ^IBgcn KmvfSiiBiiif iin^ 

CaO er unffr Ulttrler ift un5 mit feiner Unfcbul^ unb voll- 
Fommenen ^eiligteit meine &ünbt, tMinmn td) btti empfangen, 
tot (ßottee ?(ngeitd)t bebecCet. 



1. DIeoianud giebt einen breifac^en )lui^tn ber „^eiligen (Sniß 
pfängnis unb ©eburt a^riftt'' an. 

»<Si1iti4/ ba| er «nfer einifler unb iDo^ter SRittler ifl in aHen Idingen, bie »tv 
bei Oott SU oetTt(jbten baben, aU ber nidbt aUein einer, fonbem beiber Staturen, 
nftmlid^ menfdjlidbcr unb nottlicfior, tcilfin?ti0 ift 0al. 3, 20: (fin IRittIcr ijt nidbt 
eine« SRittler. i Inn. 2, 5: Q,i ift ein Qiott unb ein SRtttlec flsif^ 

®ott unb ben üRenftben, ber iD{enf(b (Sbnftuä 3efud. 

,3n>eitenS, ba^ er ein folcber 9RittI«r ift, in bem erftlidb bie göttlicbe Siebe, 
wel^ ftbertciffi j^nunel unb Gebe, toefentüib ifl, «iib in biefem ^en peefftnOrf^ 
wobnet, melcbed eine wabre brüberUc^e Siebe unb £reue }u und bat. 3ob- U 
Sie er botte geliebet bie Seinrn (i'eine SOnfiec aU feine 9efiber), bie in bee 9Mt 
nmten, fo liebte er fte b\A an? (*nbe. 

.Dritten«, Daß er audj ein folcber SRittler ift, beffen Seib unb 6eele in ber 
Gmiifängnift i;oIUoninien gebdligt ftnb: erftUc^, auf bob er ein leineS, beiltged 
Opfinr »lieber m meinem nnfte f flnbli^ Gmnftaonis mmmc^ geflraft nnb beiabft 
ift, famt beren t$rü(bten, unb mir alfo oon bemfelben fretgefl^nHl^en füib , nid^t bais 
feine @rb>itnbe mebr In vm% fei, fonberri bnf? nc n\d)\ juperccfirtft rr<irb. l)ana(b 
au(^, baf; er tiurdb bie Ärnft uimi Dollfommnicn .t?eiliflfeit bicfen unfern bcflecften 
Seib unb Seele aliQetiiad^ (aliuiabltc^j beüigct, bi& ba| et un«^ enbütb fon uufier 
onflcbotnen 6cu^ gonj unb gat eittlcbi0et, unb mit bemfelben öligen ®eift, ndt 
neI4cm baft emige Wott, nämtt^ ber 6o(n, feinen 8cib nnb 6ee(e in SRnlteilcib 
hat gebeiliget, oud) unfre 92atur jum ^benbilb ®otted enblidb Qu^ ®naben doD> 
tommen roirb emcuent. ^>ebr. 2, 11 : Sintemal fie aOc öon (5inem fommen; beibe, 
ber ba beiliget unb bie ba flebeiligct roetben. .^ebr. 7, 26: Ginen foltben ^oben« 
priefter foUten (mußten) roir boben, ber ba märe beiliß/ unf(bulbie, unbefledt, oon 
ben 6attbecit obecfonbect* 



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Stade ii« 



167 



2. Ucfinuö. „^er 37u|en ber ^eiligen «jmpfängnid unb ®eburt 6(>nfti tft 
ein iioeifaij^er: 1. %it Seftätluiig bed (Stauben«, ba^ btefec bet WtiUx 
fei; % bee Zxtft, ba| »tt bm^ Mcfen WMn twr <9att oen^ »cAcil tk 

64I«Mol0^n0 ift: iBit! nidit ein SRUtler giotftlen ®ott unb bm SRenfd^en fetn 

fann, ber ntc^t Wbft 3Renfd) tnäre,, her nt<^t ftcrecfjt märe, bcr ni*t rini? tnrtrc mit 
bem eroiflen ©ort Oob- b. i. roa^rer unb roejenbafter ®ott unb ÜRenfc^, unb 
imftanbe, bte cciooibene driofung und ju erhalten. J^ebr. ? « 26 : @tntn folcben 



B. Viin )em lOetbe ^t^fiu &u 37—02.) 



Da0 er an Ceib unb Serif bie gan3e ^tit feinee Cebene auf 
(Erben, f^^t1^frl!d) aber am ftnbt beefelben, ben '^om (Bettes wiber 
bie Bun6c bt:e> gan5cn mcnfcblicben (ßefdblcdjtö gctröcfen hnt, auf 
ba# er mit feinem €.eiben/ ale mit bem einigen öübnopfer, unfern . c h'^' 
€eib titib 6cele v0n ber ewigen t^erbammnU» cvl^fete, uiib uii6 ' 
<ltoctc0 teftbe, <0crc4rH0teU unb ewige« (eben erwArbe, 

Sonberlidb — befonbeiSw 6ft|nopfet »=» Oplct |t» SecfA^mmo bcr 

6ünbcn Por Wntt. 

^ntra. (5bnltu$ hat gelitten, b. i. ben ^otn @oUed loibet bie Sünbe bed 

mcnf4)I(cben ©efctik^t« getragen. 

ft) ffiotan |«t Q^riftud gelitten? Kn 8ett 6eele. , 

h) 9Baim M er gftitlen? !&ie flonie fcHiei 2eBeR» ouf Chbcn, fbnberlU^ 

OicK om (^be bedfelben. 

c) 2Baä bot et pelittfTt ? 6r bot ben S^rn (^oHt?- rotbet — ßetrdßen. 

d) So|tt (Kit er gelitten? 9uf bo^ et mit feinem Reiben — etoftrbe. 

I. Das beiden (i\\x\fi\. 

1. 3um ©rlöfungdmerte ^^rifti gehört fein Seben, Seiben unb Sterben. 

2!)ie5S TOirb ^ufammengefa^t unter baci ÖeibtMi: benn 1. mar ber^wecf 
fctnet Dienji^iucrbttng, baf^ er unö hxivä) |em Reiben unb Stetben erlöfte^ 
unb 2. rcar fein gonjeö ^eben ein JSeiben, bad anfing mit feiner Geburt 
unb mit feinem 2^obe enbigte. 

Oleoionuft. .%uf imei 2)inge jcbauet ber ©laube in ber ®efd)i4te bed 
SebenS <SbiifU. Qrftli^, bnb bie Ikifon ber serbeifcne ^Imib fein nml, mit 
ber ftd^ aQe4 ba4 bat jugetragen, bad ®ott burdb feine $rop^eten Don ibt gen)eÜ« 
fonf hat, unb boju mit folAen Sunberui^en f'cftätinet iali bn finb , bie 53Imbon 
febrnb rnocben, bie Joten Quferroecf rn :c.i, trclitc iDcber öec 6ücnn, noifi fetT^e aiihcrc 
jlreatuc tonn na^Ü^m. i)ied mu|& man toobi uor älugen baben in bec \^t- 
f^bi^te btl ftbenl CbiifH. M anbete, boA ber Olaube anf^auet unb fi^ in* 
etoncl, in Seben ßtirifti ift bie untertbSnige flcbmcfome 6miebrigung, bie ber ^ecr 
^brifiud in unfrer ?Derfon (an unfrer ©tatt unb in unferm J^teifcb unb Slut) brm 
SBoter erjetget burcb fein ßon^cQ Ceben. Tenn roieroobl unfre Seliflfcit uornebmlicb 
bem (äk^orfom ^ugeicbrieben roirb, ben (St)riitud im Xoh erzeigt i)at, mirb bod^ ber 



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168 



Örage 37. 



flBv^ teil tUM <niM4Mfen, er bin^ fiin qtmgA 2Aai chie Stec^lSecliatt 

vnb unfer 6(tnb getraQen bot n)te ber f^ioftet $auIuS bie gonje untert^änige 6t* 
mebriflunß fie« 6o()neft öom ^Infanß bis ani ©nbc hciirifffn , er fpri^t: C^r bnt 
ftd) fe(b(t erntebri^t uttb ift bem ^tec ge^orfam iDorb«n bii |um Xob« ja jum Xob 

2. e^rijhift ^at gelitten: 

ft) am Setbe. 22^ 15—17: -jl«^ Hn auAgefc^üttct wie Söffet; 
oOe meitieOcbeine ^(cn mgeKtteniict; mctti^^ev) ifl in mctncmScibe 
nie }erf(^mo(jett(t 9Ba<|f. SRetne strafte finb vcrtKwfnet wie ein 6<^en, 
unb meine 3unge Hebet on meinem ®iittmen;^1ie |cAen meine {^ftnbe 

t)) an ber @eele. Wied, 26, 38; 'Jteine 6eele ift bctntbi bii an 
ben Xob. 

c) bte c^an ^c 3eit feincö icbcnS auf (?rbcn. ^ef, 53, 23; iix ^atte 
kme (^eftait noc^ oc^öne; nir fa^en li^n, aber ba rcar (eine ©eftalt, bie 
iml gefallen I^Ate; er war ber aQeroera^tetfte unb nntoevtefte, ooUer 
G^merjen nnb ftranl|eti 

befmiberB («,fottbertii|/ b. i in flon} befonberft ^^em aia|e) am 
@nbe bedfelben. Stot 27, 46. 50: ^fuS ft^rie taut unb fprad^: Wtem 
&ott, mein ®ott, roarum ^afl bn mi<l^ oerlaffen! SIber 3efii4 f^m 
abermald laut, unb oerft^ieb. 

^. 1>t>fe^ ift mi§ ber £ebenil« unb £eibeni§ef <bid^te (S^rifti im 
einzelnen nadjjuroetien. 

A. ^ic ganje ^eit femeä fiebenS. 

ai ^5u fieibe: 1. bie ÖJeburt im Stalle, 2uf. 2, 7: unb legte i^ 
in eine llrippe; 2. bie ^^luc^t nad^ !2(g9pten (bie Seji^roerben ber Steife), 
3kot 3, U: ^ofep^ na^m bot Hinblein nnb feine SHiittcr au fid^, bei ber 
fUt^, nnb entviii^ mul tgpptenlaitb; 3. I^nnger, S)ttrft unb Or» 
mabnng, ÜRoL A, 2: ba er Qefoftel ^olte, fjßmgttU t|n; 4, 7: 0teb 
mir lu hrtnfen; % 6: ba nun ^efus mübe war non ber Sleife; 4. %v 
mnt, £uf. 0, 5«: be§ ^enf<^en So^n ^jat ni<^t, ba er fein^aupt Einlege. 

b) 2In ber Seele: 1. bie Jicrfuddung burc^ ben Teufel, VloL 
4, 1: ba^ er Pom Xeufel »erfitcf}! tDürbe; 2. ber .^of? feiner fveinbe, 
.^ebr. 12, 3: bei ein folc^es äütberfprec^en oon ben öiinbern erbulbet ^at; 
er rourbe gcjc^mü^t aU ein pfref^er unb 3Beinfäufer (^at. 11, 19), ein 
Öotteäläjterer (3JIat. 9, 3), ein Ämö bes XeufelS ('MaL 12, 24); auß jemn: 
iBaterftabt ^lajoret^ oerftolen (Su(. 4, 29); mfolgt (37lat 21,46); mit ber 
eteinigung bebro^t (^o^. 8,59); 3. bielBanfelmtttigtett beft Solle« 
^1^. 6, 14 nnb 7, 2(9; 4. ber Rleinglanbe feiner^ftnger (fRat.8,26; 
9Rrf. 8, 83); 5. 6<^mers über bie 9Rai|t bcft %vM an ben 9Renf<|en 
(3o|. 11, 33. 35); B. Sangt gleit nor tetncm Seiben (Suf. 12, 60). 

B. 9(m @nbe feine« gebend. 

"?[m Seibe: 1. <2c^roei| roie 5^Uit§trorfen (IHif. 22, Iii; er 
rcirto f\efcjfelt (r^ol). 18, 12); 3. lötrb ms ^ngenc^t gefpieen uno mit 
Rauften gefc^Ugen {Mot. 26,67); 4. »irb gegeißelt unb mit dornen 



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Svt0e BT. 



169 



gelrönt (^al 27, 2«. 29); 5. muft [elbft jcm .HreuA trafen Qo^. 19, 17); 
6. irirb an^Äreuj genagelt (^o^. 19^ 18 ; 20, 25. 27) ; 7. leibet bcenncnbcn 
Dürft Qo^. 19, 28); 8. \tixbt eines qualin)ncna;obe8 (^ot 27, 50). 

h) %n Ut 6c elf : L fem ftampf in ®etl|femane 0IRat. 36, 87; 2ttL 
32, 44); 3. bc« ^iibaS Scnttt (Stii 33,48); 8. wn aDen gangem wv< 
Ittfldt (^tL 14, 60); 4. 9011 ^cttttS MrIcii0net (811I. 33, 61); 6. M 
falf^c deti0ml wiber i^n ^Rai. 26, 60) ; 6. 93 e r f p 0 1 1 u ti § Vttn^ bie Sttie^i-. 
fne^te (Wat. 27, 39); 7, ba« itveuaige! bed mtti (IRoi 15, 14); 
8. ber ^oI|n ber ^encie unterm Amu} (DM. 16, 39. 30); 9. »on ^ott 

ÜCrlitfffn (gT?at. 27, 

Jöei ber iÜc^anblung im Unter r i cb t ift beachten, ba^ nic^t bie gan,J|c 
2fiben§(iefc6i(fite Ijicr ouSfitMict? ^eranqeu^ien unb befprodirn roerbe, fonbern 
man jid) auf bie angeful^iten ^4^untte be)c^iait{e, tt)dä)e am ber biblijd^en &t- 
|(^i(^te bei ben jtatec^ismusfc^ttlem al« Betamit oocttuögefe^t roetbcR btofen. 

II. Ufr <f)[iu\^ ht% €fi5rn9 dirifli. 

1. 9{td^t eigi'uc 6unbe m(J^ ^^c^ulb i)t bei (5^nfto ber C^runb bed £eis 
bcRi, fonibem ^ber Born ®otte< (vgl. ^. 10: i, 2) mber bie @tnbe 
beA ganzen menf (^Ii(^en ®e\ö)U6ft9f, b. 1. bie geretl^ Strafe bei 
^bc6 unb ber SMammiitl, wü^ QhH ttber bie SRenf ^^cit (»bai nienf^ 
Ud^ (BtjäfU^i" ober bie menfi^Iii^e Statur, in meb^ bie Sfinbe ftc^ fort* 
|»flmigt) ttm ber @ünbe wiUen verfängt ^at ^ef. 53, 4 — 6: ^ütmafft, er 
trug unfre Aront^eit (roörtUci): Arant^etten) unb lub auf ft(^ unfre Sd^merjen. 
583ir nhn fiielten ifjn für ben (TOÖrtüdh : für C^itien), ber (um ei(\ener (3änbc 
roillen) geplagt (geftraft) unb ron Oiott t^fjt^ldgen unb gemartert roärc. 
Stber er ift um unf r er ilfi ff et ^ ü i e n iDiilcn (oon unjern 3Jhf|ct!jnten) oer* 
rounbet uno um (oon) unfrer Sünben lüiUen gef(^logen. Die 3 träfe 
lag auf i^m, auf ba^ roir {Rieben Ratten (roortlid^: unfre Strafe }um 
^fiicbcR lüg auf il^m), urtb bttrc^ feine SBvnben finb mt ge^dUi Sir 
gingen «Üe in ber ^rre, »te G<^ttfc, ein jeglti^ fa^ auf feinen fBeg; aber 
ber ^err warf unfer aller Gfinbe auf i^n. S. 11: <Sr trügt 
t^re @ftnben (b* i- ^ ^ü^t fte 'bntdf @rbulbung ber (Strafe nnb i|iit 
bamit ber oerle^ten ®ere(i>tig!eit Rottes für bie Wenf(^en genug), ^a^ 
biefe ?Bci§fagung in (5t)riitü frfitQt ift, bezeugt ber ^Tpoftel "l^ftrü? fl ^I^etr. 
2, 24): 2öel(^er unfre Sunben jelbft geopfert t)at an \i:incm Vcibc auf bem 
^olg (njörtlicf): f)inau|iictcügen ^at in feinem :iieibe ouf baä ^olj b. u ba* 
Itreu}) — ; buid) unidico 3\iunben i^r feib beil geworben. 

2. „2)ie ounben beö ganzen menjc^lic^en 0 e f h t s. ' ^ol). 
1, 29: @ie^e, baö ift @otted Samm, roeld^eä ber Seit Sünbe trägt 
1 3ob* 2, 2: ^erfelbe ift bie Serföl^nung für unfre €llnben, nii^ aOein 
aber fftr unfre, fonbern att(| für ber gan|en IBelt (@änbe). 

3. ^a| OP^fiui bie eonbe ber 9Beb bnn^ fem Seiben tragen foOte, 
beruht auf bem 91 at unb Saiden @otted. 9(pg. 3, 33: 5E>enf^lben, 
nac^bem er aud bebac^tem 91 at unb :Oorfe^ung ©otted ergeben (wörts 
li(b: ^ingegcbcA) »ar, ^abt i^r genommen bunb bie ^önbe bec Ungeraden, 



170 



Sxage 87 



unb i^n ange[)eftet unb ermücget. 1 Stot. 15, 3: ^aj^ (S^riftuö geftorben 
ifk fBat tinfre Gfinben, nac^ ber 64ivift (^ef. 53). 

III. I^rr 3ittfdi {'fi5cn5 C|)n|}t. 

1. 5Der ;3foed beö l^eibcns (5l?ii[tt roar unfrc ßrlöfung oon ber 
©titibc unö i^rer ©träfe, unb befjcn (Jrretc^ung mar bcr Xob (SI)rifti, 
«nfc^lic^Ut^i feine« Seiben«, ein Dp fett ob. «3)a| et mit feinem Seiben, 
ald mit bem einigen Sül^nopfer, unfern iBeib unb (Seele von bec 
ctDigen SBabmtniiiii cvlöfete/' b. i loimac^te, lodfaufte, befreite, ^ef. 
53/ 10: IBfitn «r fein Scbcit |um 6i^ttIbopfer (6<lnbopfer, ©Ol^nopfer) 
0e0(beii ^ — . !Ra«t. 5^ 10: 9Mr fU^ (Stott 9crfStiiet binr^ bot %oh 
feine« ba wit nod^ Sctiibe (m bcr €flilbc) »OKCli. 1 Jtov. 6^ 7: 
SShr ^aben au(^ ein DfterUimiii^ btti tfl 6^flu<, ffit un« neopfett. 

2. ^er Dp feraltar war ba« jtreuj auf ©olgat^a. ^a« Opfer 
G^rifti roar ein f^rnnbopffr; er nmrbe a^orfert „nuf bem ^^üIt^", bct«; 
^cuer, baö t^n oerje^rte, mar au&er ber i£onnetui[ut, tn roeldfer et bcn 
%aQ über ^inß, unb bem 8ranb in feinen 2Üunbt'n, ber ben ^ob ^erbeu 
führte, baä ^euer beä ^otnei ©otteö über bie <5ünbe bed menfc^lic^n 
©efd^lec^tcä, bcr auf i^m lag. 

3. ß^rifti Opfer roar ein f reiro iiiig eä. '^ol). 10, 18: 9hemanb 
mmmt mein Seben oon mir, fonbem \^ (äffe e« oon mir fclber. Wlai. 
36, 57: Ober metnefl bu, bo^ idj nic^t lihmte meinen Qolec bftlen, ba^ er 
mir |uf#iilie m«^ benn gmälf Sc9tonen (Snflel? ^1^. b, %: ISfynfMl 1^ 
fi4 feUfl bar^egebcn für nne, gur QMt nnb Ofifer, ®ott gu einem 
fft|en®eru(^ (bcr „füBe" b. i. ©ott angenehme „(^eru^" be« Opfer« 6l|rifii 
»ar fein freiwilliger (^e^otfam). ^utd^ bie freiroittige Übernahme be« Opfer:: 
tobe« fte^t ß^rifti Opfer ^oc^ über aßen üorbilblicfjen Opfern be"- "Gilten *Sunbe8. 

4. 2)0« Opfer (S^rifti gefc^aij für uno, b. i. nid)t blo& unö ju gut, 
fonbem an unfrer Statt, cä ift alfo ein fteUoertretenb eä. 'DJtat. 
20, 28 : 3)a& er gebe fein l'cben ju einer Grlöfung für (an Statt) oiete. 
2 itor. 5, 14: Bo @iner für aUe geftorben ift, fo fmb fie alle ge)ioiben. 
1 2im. 2, 6: Sev ftc^ fetbft für oOe gegeben (ttt 

ft. (S^rtfht« M mar an fetner menf^ti^en 9liitiir selttten, wobei t|n 
feine oiMtli^ie Statur nnterfUMiie. 1 $clr. 2, 84: 9h feinem Seibe — . 
^ebr. 10, 10: IDur^ ba« Opfer bei £eibee ^efu @^nftl 

UrftnuS. „9Ji(ftt nacb bcibcn ^Raturen, unb nid^t na^ feiner ®ottt)eit, fonbem 
nur nacb feiner mcnfc^Ucbcn 9latur bat (Ib'iftu« e<^Ii^t^"' an 6eele unb ^eib. l^cnn 
bie 05ttli(be ??atur i(t unroanbelbar, tann nitbt leiben, ift unfterblicb unb ba« ^cben 
felbft, loelcbed nitbt fterben tann. @r bat aber olfo nadd feiner ÜRenf^b^t gelitten, 
boft er bimb feinen Zob nnb Seiboi gcnn« getlon bat ffiv bie nnenneftli<ben &Mbm 
ber fDi^enftben. Tie gött(i(be 9latur ober untecilA|te fei« 9Renf<bbeit in ben Si^rnttym, 
unb rief Tic ba ]\t peftorben mar, in^- wirüd. 1 ^etr. 3, 18: ©briftu'^ ift ge? 

tötet tuid) öcm t^leifd), aber IcLuiiöh) ncmacbt natb bfm ©eilt 1 'Betr. 4, I: 
Üboitud bat im dUifd^ tun um geiuten. ^ot). 2, 19: ^cec^ct öieicn ^cnu)ei deinen 
8eib), unb am biiUfn W wiO i^ i|n auftt(btett. dob- lo, 18: ^ babe 9la4t 



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171 



mein itbm ju Ui\\tn, unb cd ilRad^t roiebcr nehmen. 2)iefe Sporte iMSHUpen, 
bd| Ottficr bOR Steifte (b. t. bcr IRm^^ett) nod) ibie aidictt 9Iatttf <S|rifle 
»01« Bettle itl4> «entNR fßi unb fleliorbeii t|t' 

6. ^ad Opfer G^riflt war ein einmaliges, ed gilt für oDe Seiten 
wib reifet mit feiner SEBirfung hinein in bie ©mi^lcil. ^b(. 9, 12: ^unl^ 
fein eigenc§ Wut ifl er ptnmni in baS v^cifif^c ?inf|eqan(^en unb fjat etne 
eroige ßrlöfung erfunbcn (b. i. erlangt unb juftanbe (i,cbrQ(^t). öcbr. 
7, 25: ^al^er er aud) [cUg machen lann immetbar (moitltc^: oonfornmen), 
bie bur^ i^n ?iu GJott fommen, unb lebet immerbai, uuö bittet für unö.*) 
S^rifti Opfer gilt aud^ für bie ©laubigen beä ü^lten Sunbed, bie 
«mr ttm Übten, biefe burc^ bte Xieropfer (^ebr. 10, 4), roeld^e 
nur SovbilbCT auf boi etmge Opfer (Sfyn% am jCten^e io«eii, foiibem im 
(Sloubett an 9<f ^ei|(ne <Srlbfuitg in IS^nflo QcKQebnng bcc @flnbcn ev« 
hielten. 9töm. 3, 25: SBeld^ ®oit ^ot oorgefteQt ju einem @nabenftu^( 
(3>edtcl ber SunbeSlabe), burd^ ben @louben in feinem (an fein) BM, 
bomit er bie G5erec^tigfeit, bie oor i^m gilt, barbiete, in bem, bafe er Sünbe 
oerf^tebt, n»eldf)c bt§ nn^er geblieben roar unter «^öttlic^er @ebulb (n. gen. 
Überf. : jum .^Kauife feiner ÜJerec^tigteit , roegen ber ^tad^fid^it mit ben 
©ünben, TOcldje oorl^in gef^a^en unter göttlicher ®ebulb — nämitrf) bafe 
Üiott ite nidjt am ^enf(|en felbft ftrafte, fonbern baö Xieropfet ün\al), — ); 
auf ba^ er ju biefen Reiten burböte bie ©erec^tigfeit, bie oor i^m giU (n. 
9cn. Itberj. : ^um Qeioeife feiner ISerec^tigfeit in je|^iger ßeit ^ n»o er bie 
6flnbe an bem ^enf^ (E^viflul ^eftift ^eflrafl |at auf bo| er oHetn 
gern^ fei, unb gere^ moi^ ben, ber ba tft bei ®Iaubenft an ^cft»"* 

IV. ttx Untjcii öfö ttxbtns Christ. 

I)iefer ÜJu^en ift evn jroiefad^er: 1. bafe üiinituS bur(^) fem Seiben 
uns on 2eib unb ©eelc oon ber eroigen Serbammnt^ erlöset unb 2. un8 
Rottes ®nabe, ©ecec^tigfeit unb erotgea iieben crmoiben l^at. i^x ^at 
ni^t blo^ ben größten @(^bcn oon uns abgeroenbet, fonbern au(| bie 
größte tto^K^at nnS ^ugewenbei 

1. <Sr ^at uni erUfet wn bcr enriften gei b a m mni» unb bamtft bie« 
fette oon un« abgewenbet, unb |mor ffir Seib unb Seele, ba wir an 
fieib unb Seele @ünber finb unb er an Seib unb 6eele für uns gelitten 
unb bie Strafe getragen I|at. ®al 3, 13 : G^riftuS l^at unS erlöfet (mörtli(§: 
lo*(iefauft) oon bem %i\xd) (b. i. ber Strafe) beä Wefet^e«?, ba er roarb ein 
^Vluc^ (geftraft) für uns. Gpf). 1, 7: %n rocidjem roir tiaben bie ©rlöfung 
bur^i fem ^lut, nämtic(y bie '^ergeb ung ber «^unben. 1 ^or. 15, 55. 57: 

*) 6eit (SbriM bot einmalige Opfer ornKkeua fftt a0e3etten gebracht bat, 
^ebt es ttttd» für Gbeiften (ebien anbem ,111 tor' meblr wcSboIb bte icformiiile JKnbe 

ebenfo nie bie 5tir<be ber erften ^abrbunberte einen ^itav im ^aufe beS ^erm ntcbt 

fmnf, fonbern nur einen Xtfdi hat nir ^>fi?r bc3 b- ^bcnbrnohf'?» , n»o(d>e^ (Sbtiftud 
au4) n\ä)t an einem llkar, fonbecit an einem Xifcb eingefelt unb mit leinen Jüngern 
gcboUen bat. 



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172 



mo tfl bem eto^cll ^öOe, wo ift bei» 6119? ®rtt alcr 1<i SDonf, 
ber imi bfti ^ieg gegeben ^ol bur«^ unfetn ^evrn Sefum ciriftum. 
2* er ^ un< eviDorbcR, «Ifo }tt0ebvo4|t: 

a) Rottes @nabe, b. t. ©otteS Sollgefanen an bent bun^ S^rifti 
9Iut gereint0tfn @finber. 9löm. 5, 2: ^urt^ rocb^ loir auc^ einen 311» 
gang fiaJ^en im (^lauBen btefer (^nabe, bttrinnen roir flehen. 

b) Öerec^tigf eit, mbcm mir um bcs ^I^etbienfteö (i^rifti TütUcn burc^ 
ben ®Iauben oor ®ott gerecht roerben. 2 Äor. 5, 21: 3luf baf? imv mürben 
in i^m bie ©crec^tigfeit, bic oor Sott flilt (tDörtlic^: bie Oiercditit^feit 
(yottMi, b. i, bo§ roir gerecht louiben huid) bie C^eiec^tigfeit, tuelc^e i^oti 
{elbft bur(^ bte Eingabe feineft So^ned unS berettet ^at unb jurec^net). 

e) Ümi^t^ 8eben, bai nii^ erft nac^ bem S^obe beginnl, fmbcm 
\i^9n jjtl^, fobalb wir »tcbcrgebotcn fliib, nrie tebci Sebcn mit ber (Seburt 
beginnt, ^o^ 3, 14. 15: SBie !D7ofe in ber SBAfte eine et^Iange erbötet 

alfo mu| beS ^IRenfc^en ®o^n (om itreu)») er^ö^et roerben, auf ba| 
ttHe, bte an \hn c^huhm, nic^t ocrloren roerben (b. i. umfommen), fonbem 
bo8 eroige i't ben tjaben. 1 ^o^. 4, 9: @ott ^at ffinen ctngcbomcn @obn 
gefanbt in bie äBelt, baß roir burc^ i^n leben füllen. 

^ie brei ©tücfe: ©otteö ©nabe, ®erec^tigfeit unb eroiges Seben ftnb 
gufammengcfalt m öer ©teile 9löm. 5, 21: 2luf ba^, glcic^rotc bie ©ünbc 
ge^err)(!^et ^ot 5U bem ^obe, olfo au(^ ^errfc^e bie @nabe bucc^ bie @e« 
rec^tigleit 5um ewigen Sebcn, bur(| ^efum G^rift, unfern ^erm. 

38. XtDarum \}At er unter bem 2lid)tcr pontio piiato gelitten f 

Tluf t>a$ er unrct}ui6ig unter btm weltlicbeti Kicbter vers 
lammet wüttt unb une bamit von btm firengett Urteil (Bottts, 
bM Aber una ergeben foUte, erledigte. 

Sctbammt MMtleUt. atltbigen » befreien. 

»ntu. (Sbeifbtft bot unicc ^onünft WM tclttlcn, bomit er wOcr bCM well* 

a) ©IC i|t (l^ti)tuä DerurteiU tnorbon ^ Unf^ulbiß. 

b) SBarum foOte er Dor bem onentlu^en ©erid^t oerurteilt roerben. ä(uf bo^ 
(c banil mm bem ftrengen Urteil QMteft, boi Uber iwd geben (ergeben) fottte, 
cricbtgle (Mieite). 

I. Da0 Ciiri^ns frlbß unfd)uldtg geittUa l^iit. 

1. ^ontiuS *=J?iIatuss, ber römtfd^e Sanbpficger, roar bcr oberfte 
füiferlid^e Beamte unb 3Ridjter im jübifcfien ?anbc unb burfte allein ein 
^obcÄurteil ooUjie^en laffen, roatjrenb Die oberfte jübilc^e 'iJe^ijrbe bcs 
Golfes, ber ^o^erat^ ba^u ferne ^a6)t me^r b^tte, feit bad Sanb ben 
Stömem gehörte. 

8. ^ai 6i)riftu8 bur<b ^ilatui wntrtetlt würbe, ift ein gefd^ic^t^ 
li^e< 3cugnid für bie CrfftOung ber ffieidfagung l HRofe 49, 10: 81 
wirb baft von 3uba entwcnbct werben, bi6 ba| ber l^elb fontme; 



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3ni0fi 88. 



173 



foroie ein 3^ugnid fär bie Erfüllung bet ^oratidfagung felbft, 2üt 
18, S'i. 83: 2)c§ !D?enfdjen Sofjn roirb übcrontroortft rrerben bfn ^>eibcn; 
unb LI tDiiü Dfrfpottit, utib gejc^mä^ unb ooipeiet toerbetii itnb fie loecben 
l^n geißeln unb toten, 

3. ß^riftuö \oüit nid^t ^«imltdj über im 2lufiauf bcs isolfeä oon Jemen 
^inben getötet, fonbern oon bem orbentlit^en 9li(^ter öffentlich oerurteilt 
«mbcti, «n^ snar oon fiiifm 4^«ibcn, nai^bcm i^n btc ^ 
^u^tn 0111$ sunt ^be »enicteilt Ratten. 9|ig. 4, 27: l^crobei imb ^mtn 
Hu« IMIatui, mit bot l^tiben unb bem WH 3itatL 

4. 3)ur(l^ bie ^^anblung oor bem »elili^cn, b. i. rec^ftltgen 
(Bericht foQte bie Unfc^ulb ^^rif^ 1MU| to^U^x er o()ne eigene @ünbe unb 
B^nlb ben ^ob erlitt, bargctfinn erben. 3"'^''"'^^ oer^ört ^^iilatu« 
6!)riftum , einmal im ''Hi(^tl)QUö (ieincm ^]^ala)"t) unb ^emod) oor ben 
Cbeiften unb bem l^olte. 3" oevidiitbiian ^UJolcn begeugt '^lilatuS 
bie Unicbulb (ibrifti oor bem ^olU, QuiVtbLtn nod) einmal burcft "J^entfimg 
üu\ bää gleic^^ Uiteil Ded ^eiobeä, unb ubeibieö buic^ bie itjtnbolijc^e 
$anb(ung beS ^änbemafc^end, alfo im gangen fünfmal; baneben erfc^cint 
mv^ bas ttvtcU fciiKr tBoHtit ^bia ffkooilo. 9toi 97. fM 93. ^o^. 
18 u. 19. 

ft. S)te Xiraficl Itgoi nt 0cnt(^ botouf all «n ||ef4|U|tIt(^ d^tt0nt8, 
ba| S^riftu« oor ^Uotiil Deftanben (!lf>g. 3, 13. 14; 13, 28) unb baft er 
unfd^ulbig verurteilt mürbe. 1 Xxm. 6, 13: 'Bor 6^«^ i^e^, bcr tnilcr 
$oiitto ^tloto beifüget ffolk ein gntei SelenntntA. 

II. l^aS Clirtflns für m fcrKrttUt »itki i% 

1. i>or bem nieUUdjen ^Rit^ter ift bie Unfc^ulb S^rifti erlannt unb 
ertlärt, unb boä^ i)t ei üiiuiuhU luorben. Die meu^d^Iid^^ii '^eioeggrunbe 
waren ba< fUnnifd^e ^Drängen feiner ^einbe nnb bie jc^roanfenbe Haltung 
bei tpUotHi^ welcher feine abfe^ung fttrt^tetc (^o^. 19, 12); auc^ ^atte er 
ein bdfel Oeioiffen wegen moni|er Otenoltt^aten (Sul. 13, 1) unb (ifelb> 
eiyreffungcn. Sber ber (e^te ®runb (au^ ben ^iiben nerbnvgen« 9Epg. 
8, 17: i($ n»et^ ba| i^r ei ani Unmiffen^eit get^an Ifobt, mit au^ eure 
Oberften) mar ber üTtat unD SBiUe @otted, bai Aber ben unfc^ulbigen 
Sürßen ba^^ ftrenge Urteil jum Xobe ergeben foßte, ba§ er für un^ m 
empfangen ^atte. ^anun tnii^te audf baö 2iobeäurteil burc^ bie von (^jott 
oerotbnete Dbrigteit auögeipioc^en roerben. ^o^. 19, 11 : Xsu lintteft feine 
SJkc^t über mic^, roenn fie bir nic^t luaie von oben l^aab {von &oit) 
gegeben. Xro^bem bleibt bie Serf(|ulbung ber Verurteilung auf benf ^ilatui, 
mit bem SBolter fbnnte er mtlfyl feine ;^änbe, aber m^t fein ®en>iffen rein 
«äfften (SRnt 97, 24); nnb auf bem Sotle, mdd^ei rief: 6ein 8(ut fomme 
Aber uni urib über unfre JtitAcr (S. 9&). 

2. 2>ur^ bie 93erurteilung (Sf^rifti oor bem meltlic^en ^ic^ter, ber feine 
Unff^ulb bezeugte, ftnb mir um fo gemiffer, ba^ @t)riftud nic^t fftr 
eigene, fonbern fflr unfere @ftnben gelitten ^ot unb uni banit «oon 



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174 



bem ftrfTtf^en Urteil (^otte#, ba^ über unS ge^n follte, erlebigtp." 2 Äor. 
5,21: (^Jott i)at ben, ber oon feiner Sünbe töufete, für unS jur 
@uube gemad)t (ben Unfd)ulbi(;en für unö ©cf)ulbige im (»Jeric^t, bur(^ 
ben mit (Hottcö 'ilutoritat bt-ffcibetcn Stid^ter - ^Jtöm. 13, 1 — uet; 
urteilt), üu\ \>af> idu würben in itjm öie öierec^tigfeit, bie oov ®ott gilt. 
SRöm. 8, 1 : @o i{l mni itii|kl iBerboinmn^fl an Unm, bie in (S^rifto 
^efu fmb. 3o|. 5« 34: ®er mcht ttoft ^dfd tirtb glonbet Um, ber mi^ 
gefiimbt l^ot, b(v ^ bas ctoigr S»bm, unb fommt nti^t in bat Hlc» 
zi^t, fonbevn ift vom 3:obe aum 8eben ^nbitfil^ gebran^m. 

S. Oleoianu«. »Vuf QloK mul man feben» bec baft tttttlt fpri^t bunb bcn 

ORunb $ilati. $enn ba« ®eri(tt ift ®otted. (2 (5!)ron. 19, n.) a^riftu« ^ie^ 
nieben auf @rben öot ®tx\<i}\ geftellet wirb alS ein Übcltljäter, roirb etDor^otte* 
{^erit&t Rcftent, beloben mit beinen unb meinen unb ber ßonjcn SöeU fcünben baf. 
et: i)ad Ucteil unfret Serbammniö unb otraie über ficb geben Ue|e. i)enti bierucil 
»tr i^oc bot ÜK^teiHhibt OlotM flcRtOt netbcn Mib bofettü boS Urteil bee Sei» 
bannnnid empfaben foOten, aber ^b^iftuS unfsc Serbannnnift auf üib flenrnnmen 
bot, fo muüte fr flleii^ ali in unfrer ^perfon Dor ®erid)t fleftellt unb öon (Sott 
felbi't burcb beii Siebter ^ilatum, ber bo(b oid ein anbcred geba(bt (näntli^ ibn 
lodjulaffen), jum lobe oerbammt unb oenirteilt luerben. ^ec dtu^en aber ift, 
no(bbent unfre 6ünben einmal oon ®ott felbft, fo buccb ^^^ilattim tai Urteil fället, 
na^ bMbftrr Strenge be* ddltlliben Äe^ü eexbommt unb geMt nocben Tinb an 
bem 6obn (^otteft, ba6 roir nun um berfelben unfrer Sünben rolUen nicbt oor bem 
JRi^lerftul]! (^M^^i iwr ^Hecbt (t'or ba« (^efeij) ßcftellf, bcn-n :lRed)enfd)oft ni (icben, 
Diel roenipci unbanimt uieitien foLk-n 'Wnn fof! n&fT öie (Gemüter ju ©Ott felbi't 
eib^ben, bec iJielcö (^ericbte^^ ^4>i^aHi>ent tit uiiD tae Urteil toiber feinen 6obn fpcicbt' 



89* 3(1 ce etwa« mcl>r/ b«g er ifl gefreujiget worben/ benn f> er eine« 

anbem Coben geilorben wSnt 

3a: 6rnn öaburtf) bin id) flcwif , ba0 rr 6ir rertnalebriung, 
bit auf mir lag, auf ffch gclabeii (^Abe* bicwcil ^er Co6 bee 

Rreu5C6 uoti (Bott pcrflucbr war. 

^Bermalebeiung =- iUvflud)unfl, b. i. Ölucb ober icbroere Strafe, 
ttntv. ^1 (^riftue getreu^igt »otben, ift mebr, alö nenn er eine« anbem 
tobed seftocbcn n»Afe^ 

•) fBoft ffls einen XrofI iibAltfk bu bamm ? 3>obtti4 bin i^ tenil, bnb — 

gelaben babe. 

h) fi}ünm bift bu bitrd) ben itrcuseötob llbnfti fleroife, ba| er Mnen SliMb «uf 
jiib genommen bat V ^wonl ber %oi> — oerflucbet »ar. 



1* (LißitM m$x^ ei« üniii fit um, 

1. @§ rcare unbenfbav, unb »or ntt^ nic^t nac^ bem 9lat unb StOen 
Qtottrd, ba| g^riftud „eines anbern ^obeB", b. i. infolge von StvanU 
^t ober ^(!ter^fchttiädhe, peftorben mortv dt mu^te, bn er bn? Crfer für 
unfre SUnben fein feUte unb nac^ ütotied Drbnung unb (^eie|^ o^ne ^iut* 



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175 



Offgielen leine :iserge]toii0 bcr @äiiben gff«^^ <^ebc 9^ 29), eM gewatt« 
famen XobeS fterben. 

2. Unter aOcn ^bcitarUn uab Seibcdftrafen »ar ber Aveu^eitob 

ber ^örtefte. 

a) (5r roar ber fcfemer^^aftefle unb fc^cerflic^lte ^ob, inbem bcr 
©etreujigte von ben {uiditbarjten ^d;utei^en in feinen Ojliebern unb an 
ben tnnem Körperteilen langfam aufgene(»en unb oom t^ieberbranb oerje^rt 
imnbe, «ft^mb bie Geele bie fiit[e^lid^fteii OttaUn oulfloiib. 22^ 15: 
34 ^ aufificfd^flttct nie Soffcr, aOemeiiwOebeitic ^abcn m jcrtremiel; 
mein ^et) tfl tn meinem Setbe wie geffi^molsenei 9Ba<^ 

b) @r roar ber oerä(!(^t[ic^fte; nur SHaoen, 9ufcfl|m ttttb€ira|cn» 
ratibcr (roie bie beiben mit S^rifto ©ebeiiiigten) würben am Rveni ^n» 
(?eri(f)tet. '^ef. '.]: (fr ronv ber Qllerfleracfitetfte unb unnjcrtefte — ; 
tr u ai fo »erachtet, ba| man baft <^nge)i(^ por i()m oerbarg; boriun (^ben 
wir i^n nichts geachtet. 

c) (Sv roar Don@ott Devtluci>t; es lüci etu idoniDeier {^{uc^ barüuf, 
ba biefer Xob bie äufierfte ©träfe luai fui eine tubeöiuuiDt^e cünbe. 5 ^iJioje 
21, 28: @in ©e^entter ift bei @ott oerfluc^t ^ef. 53, 4: Sir hielten 
i^n fär bei^ ber oon (Sott gejc^kgen vni gemartert nfee. 

3. Stm| Un Stew^tUti^ ÖSfsi^ iß bie SeiBf agung evfaUt. 

n) S)te BßeiAfagttng in bem Sorbtib ber ehernen 6«^Unge^ 4 SRofe 
Sl, 6—9. Die auf einem ^fal^l er^ö^te eherne Schlange, beren gUnbiger 
äfnbltcf biejcnigen Ijeilte, roel^e oon ben feurigen 8d^Iangen gebiffen roaren, trug 
bie Öeftrtit ber (eMcrn. So ift auö) 6!)rifht^ jn ber ©eftnlt be«? [ünb- 
lic^en gleifdjes" (iKöm. H, 3) an baö Äreuj crfiöM, uut? mit i^n un 
@lauben anfielt, ftirbt ni^t an bem alten Sdilani^cnbip (1 ^Mo\c 3) unb 
an ben folgen ber Sünbe im ?5lt'M<^- ^flfe bie e^tine ©Allonge ein 3?or = 
bilb auf i^n roar, ^at ß^riftuä felbjt bezeugt, '^o\), 3, 14. 15: iine 3Jlofe 
in becStflf eineSc^^lange er^ö^et ^at, alfo mu| bei 9tenfi|ni ®o(n 
eilö^el mceben, auf bo^ alle, bie an i^ glauben, ni«^ nerloctn »erben 
(iimlbmmen), fonbem boi enrige Seben ^ben. 

b) a)ie aBeiifagnng S^rifti felbft, 3Rai 20, 19: — )u geißeln unb au 
f reusigen. 3o^. 18, 31. 32: Da fprac^en bie ^uben ju i^m (^ilatuft): Sßir 
bürfen niemanb täten (b. i. I)inric^ten, bie ^od^fte Strafgeroalt roar i^nen oon 
ben ^)iömem genommen unb auf biefe übergegangen); auf ba| erfüllet 
mürbe ba§ 3öort ^efu, n)tid}t'3 er fagte, ba er beutete, roeldje^ Tobeä er 
fterben rourbe (ndmlid) bcö Mvcuu^tübce, roel(f)er bie ^ärtcfte ^^obtöftnife bei 
ben 9lömem roar). I^o^annes l^ut Dabei onenbai jened 9Bort ^efu tm i(uge, 
bWN^ meUj^eS er (^o^. 3, 14. 15) auf biefen 2;ob § inbeutete. 

i. SRoMrbig ift bie Prägung (Sotteg in ber Senntdlnng ^efu 
)ttm Ükeiiiett^. 

8of bem geißli^en (0eri#t beg SoUeg ggroel »ntbe er ber Ootteg« 

Uft er ung,bed grölten ^rbred^enS roiber bag ® e f e ^ @ otteg, angeklagt, 
unb oboobl bie Xngfogen ber falf^ Sangen ntt^ ftimmicn, alfo Mn- 



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176 



trotte 



^etpeiö ber Bd^ul'b txhxad^t mav, ^utn T o b e oerurteilt. ^ut>en \ag,tn. 
gu ^ilatuS: ®ir ^abfit ein @eff<|, unb nadi bem (^Jefe^ fotl er ft erben; 
benn er Ijut )id) felfaft ju Q^ottee väolju gemacht, (o'^^- ^ i ^^^4) ^^"^ 
@efe| ftanb auf ber ©otteSl&fftcning bie @traf( bn Steinigung, 3 3Rofe 
24, 16: ffieU^ bei ^erm 9laiiifii (Aflnrt, ber foQ bei Xobcl ftecben, bie 
ean^e Gemeine foO i^ peinigen. 2He[e (omite nod^ botae^ 
ffbftrfl nwiben^ baji ber Se^nam bei OtepeiKiifteii an eineii 9«iim ober einen 
$fa^( |tt befonberer ®i|huh^ aufgehängt nmrbe; 

S>a nun bie ^en btefe ^inriibtnng ni<^ 9oOsie|en burflen, 9or bem 
»eltli^en akr bie S^ltonino bei .®ottei ber ^uben" iein @runb 
nat, einen inm iobe ju oer urteilen, fo Hagen bie Oberften be$ Boltei 

3cfum vot bem ^iltttu« be« f(^roerften roeltlid^en ??crbre*enS, ber 
SRebellion, an. ^if. If), 12: 2Öag ropnt tf)r benn, baf? ic^ t^ue bem, 
ben i^r befc^ulbiflct, er fei ein Äönig berauben. 3"^- ^l'^l^t^ä 
fpra(^ )U i^m: 58ift bu ber ^uben Mbnig? (5PgI. aud) bie Hberjdjnft 
über bem 5^:euJ, wd6)i bie „Urfa(^e be« ^^obeö" angab, Hiut. 27, 37.» 
CbgUi(^ aus bem 3$erl)ör bie Uufc^ulb ^e(u ^eroorge^t, fo roirb er bod^^ 
ipie wn bem geiftlic^en Oern^t oll (üattei 6o^n, von bem wtlU 
(i^en (SM^ ali Sthn\% Z^vatH jum Xobe oerurtettt. IDie Strafe 
fftr 9ufrfl|ier uNir after hn ben 9idmem ber Strengeitob. 9tit ber fkt 
biefe§ ^obeä, ber Sr^ö^ung an bem 9fal^( bei ^reugei, fällt bann aiu( 
bie äu^erfte (Strafe bei @efe^i ^tofei gegen bie Qtotteil&iteicr aufammen^ 
wonadf ber ©eftetnigte noc^ ge^enlt »urbe. 

6. 9la(^ Q)ottei 9lat unb 9BtlIen foUte ^efui am ftreuje fierben , aber 
bie i^n ani itreuj bta^^, trugen bie if^rer Sünbe. ^ilatui 

enbete burd) Selbftmorb in ber ^^^erbannunt^, bic ba Ratfer über ihn per! 
jj^öngte, alä bie ;^uben it(n bei biefem roegen jemer Ungeredjtigfciten luii 
Hat^ten. ^)ie 3"i>^Tt Rotten gegen ^Vfum gefc^rieen: ffleq, mtc^ mit bem, 
treu^ige il^n! Qo^. 19, 15.) iÖti Der 'Belagerung ^eiujulems buic^ bte 
Börner (im ^a^r 70 n. G^r.) entroic^en ^uben in großer ^af^l, oom junger 
gelrieben, oui ber @tabt tni rimif<|e Sager. 2ittti lie| fie fämtlit^ an« 
gefifiti ber Stabt f reujtgen, rnib oft fingen an 600 vor ben 9Sanem am 
€^anbt»f o^L Seruf alem f elbft nmcbe noi^ ber droberung gfinili^ s^rftiwt 
unb ba§ itXt n>egge»ef|t in aUe Sanbe. @d mar ein Itaq bei 3omi unb 
ber £)ffenbaning bei geregten Oteri^tei (Sott ei. (Slim. 2, 6.) 

iL ])ttrd) Ctrifii ättu^M ifl hn Jiu^ m» gcnomouit. 

1. S)er itreujeStob mar «,90n®ott oerflu(^t^ inbem er bem 2obe bei 
9(uf Höngens bei ben ^uben entfprac^. 5 ^ofe 21, 22. 23: 9Benn jemanb 

eine Sünbe getl^an fjat, bie be§ 5tobe§ roürbip ift, unb wirb alfo qe. 
tötet, bafe man i^n an ein Jpolj {^fa^I ober 'Baum) Ränget (n. gen. Ubevi, : 
unb n>ub getötet, unb bu i{)n an ein .jpolj j^öngeft): fo foU [ein l^eic^nani 
ni(^ über 'Jjacj^t on bem J^olj bleiben, fonbem {oUjt i^n beejelben Xagei be« 



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177 



gtQkn, benn ein©c^cnlter ift »erflu(^t bci®ott; auf bofe bu bcin 
Sanb iri(^ otnmvrinigeft bai bir bcr ^err^ bem ®ott, giebt gum ISrbc. 

8. @I)nftuä ift utifd^utbig^ l^at aber fteiwilltfi bcn oün (Sott 
oerfluc^ten itreujeStob auf |ti| genommen unb bamit «bte Setmole« 
beiung (b. i. ben 9lu(^, bie f^nerfie Strafe fflT bie ©unbc), bie auf 
mir lag, auf {t<j() gelabert" unb von mir ^tnroeggenommen. Xeffen [oU id) 
burd^ bcn Äreujeötob (5{)rifti geroi^ gcmadjt trcrben. (^Jal. 3, 13: (il)riftu8 
^nf nne^ erlöset (loSqefauft) von bem ^^^lurf) beö (iJefe^eä (bae bie <Sünbc 
r.m bcm lobe ftvaft), ba er warb ein ^lüö) für unä; benn cS ftclict 
geic^neben: ^^fluc^t ift jebermann, ber am .^ol^ Ränget. (5 ^ofc 21, 23.) 
fiol. 2, 14: liot aua^ttUgct bie .^anbfd;nft (bie S(|ulDuviunbe), fo 
miber unä mar, - - unb ^at fte aug bem ÜJlittel (^inioeg) get{)an, unb an 
baft $txtui geheftet, ^ebr. IS, 2: ^ erbulbcte bai Jtreu) unb achtete 
ber @((attbe nit^ 18, 19. 13: 3<ftt9 W selitten äugen oor bem 3;^or; 
fo laffet und nun |u i^m ^tnausge^en, au|er bem Säger, unb feine 
Gd^mad^ trogen. 

S. ^ad Jtreu} mar bie I/öd^fie Sd^mad^; in @^rifto ift e3 jur 
l^öd^ften 6l^re fienjotbcn, fo bafi bie SJerfünbigung ber ©rlöfung bur^l 
^cfum (Sf)riftum baö ©ort Dom Äreuj genannt wirb. 1 .^or. 1, 18: 
2)aö äi^ort üom Mrcuj tft eine l:{)or^cit bcncn, bie ücrloren uunbcn; unö 
aber, bie rcir lelic] werben, ift c^i eine ©otteSfraft; 2, 2: ^">d) l|ielt mid^ 
iüd;t bnfür, ba^ id) etrooS n)ü|te unter eu(^, ohne allein ^efum 6l|riftum, 
ben © efveuj igten, — 2)aä öufeerlic^e Äreuj ift in bcr 6l)riftenl^cit 
foroo^l 5u berät Gpmbot ali anö) einem abergl&tbifd^en ^e\^(n gemacht 
morbm. 

4. OIcDianu^ .(EbtiM ift toabt^oftio fftr mi ein ^ud^ unb^ecmaU« 
beiung geroorben am ^reu}, nicbt allein Dor ben iNenfd^en, fonbcrn an^ Dor ®ott, 
wie ber .^eilige (Seift (®öt. 3, 13"; rebet. C^riftuS ift für m\i eine i'crmfllebeiune 
geworben, unb beweifet eS ber Slpoftel au6 bem iOlunb ©otte^', ^er »icinpl !)nt (5 9Rofe 
21, 28): 3}erflud)t ift jebermonn, ber am ^ol^e ^ängt. @ewiMi(b. ^ott wu^te wo^t, 
ba er ba« fagtt, »eU^e« ZobeS fein 6obn fleiten foO!^ ja ber Zob bcs jhcuget 
(bcn er ba oe(iltt(|te) uar f^on (Sbrifto in bem ewigen 9)at ®otteS oerorbnet, mte 
?lpn. 4, 28 311 fcl)t'n Terin bnrin ftcf)et alle iinfre .C^offnutig, in bem fteftft bie 
ßöttlid}c Cicbe geflcn i;n--, l>a& er wo^rbaftifl unb nic^t im Schein feinen ^oxn au<^- 
gefd^üttet bat auf )citun 8obn unb i^n wa^r^at'ug oermalebeiet, auf ba| er unö 
ni(^t bürfte (mQ^te) wa^r^aftig ocnnolcbeten, fonbern bagegen (^at er) und mit feiner 
taebcittttg (€egnwtg, im (Bcgenfo^ lu .SetmalMmg', Qctfimbung) unb (ikiobe 
crfAQet. ^^a, alfo wabrbaftig ift 6l|rtftud far mi oermalebeiet worben (auf ba6 
wir gewi& waren, bafe nicftt ju un-S wärbe n^fnat iTrr>a'n pnr brni ifmnüen c^^cridjt: 
(^ebet bin, ifir T^ermalcbeitcn, inä cioißc ^t\uxl BaR, ntenn Obriituc) nid)t uifllei^J 
wahrer ^oit gcwejen wäre, b^tte er mflflen in ^tsiglcit unter ber ^ermalebeiung 
oerfinlen wib bleiben, anft »elcber er unft au gut entronnen ift. — ^em @of)ne 
(^ttr» ift €A aber ni^l f<bin<lb(i^ (gereift ibm nidt )ur 64anbeK bol er fftr uns 
ein t)lu<b unb Sermalebeiung ®otted geworben ift; benn mir glauben, baiGbriftu« 
eine frembe, nömlicb unfre SBcrmalebeiung auf fi^ genommen unb fletrnfien bobe, 
mit welcher %\^at er feinen böcbften ®ebocfam gegen Qöott ben ^^^oter unb feine ooO« 
Z^cltmann, ^tü>tib. fiotc^. |2 



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Stooe 40. 



tommene Siebe gegen un$ »iciget t^at. ^a|u audt l^at er feine gutUid^e "Müäii 
off cnknct inbcm n wiffc QennolcMiiitgr Mc er ottf fi^ flciionmm» flknmiiibat 
lud» ottftoditiet ^t* 



^arum, ba^ von wegen 5er (ßerecbtigFeit un5 tPat?rbeit 
(Porree nicbr cmtn^ fftr »nfnrr 6Aii^e m5d)ff btsfil)\n vmUn, 
bintt ^urd» ^ Zpb bts 6o|ync0 <0ottc8. 

tliitiD. (S^fhi« kat bantm fterben nfiffen, weil ni^ otibeii fflr «nfre 6ttiibe 

tonnte be}al)let »erbot» ato burd^ ben Xob bed 6o^ne0 @otM. 

'Barum fonnte fflr un^rc rünbe tti^t onbetft bcio^Iet Dxrbcn? SBcaen bec 
®ere(()tiBteit unb ^abct)<it ®otU3. 



1. 9l^<u( <9otfcft ®ered^tt0!eit mu|le ^er€$&nbcv bei Xo'M ftorben. 
Seil mm <S|riM fi(| f&v uni, b. i an unfrer @tiitt, bem Qknäfiit ®otteft 
borgellellt ^at^ fo mu^te biefed ^Re6)t &ottei au(^ an i^m ausgeführt roerben 
unb et mii^e be6 lobcS fterbcn^ alfo für unä bic Strafe beja^len, b. i 

bie 8üf)n(* Iriftcn 1 WiO^ 2, 17: SBelc^es Xqc^cS bu baoon ijfeft, wirft bu 
bcd Xobeö fteibcn. äiöm. 6, 23: 2)er ^ob ift ber Sünbe eolb (löc^ 
ja^lung). ?Röm. 1, 32 (n. gen. tlbcrf ): 6ie roiffcn Öotteö 3icc^t, bafe, 
bie foldjcä t^un, be^ Tob es routoig finb. Wat. 20, 28: ^eS ^enfcf)en 
Sof)n ift gefommeiv baß er fein ;^ebcn (in ben Xob) gebe ju einer (irlojung 
(iiüfegelb, b. i. Seao^ilung) für »iele. Söm. 5, 8: G^riftuä ift für unä 
geftorben, ba flrir iumI^ @finbct mcm* 

2. Oleoianul^ .(S^tifht« %at ben 2ob kiben vftffciw auf ba| er bem fle« 
tt^ten Urteil ®otteS Aber unfre 6ftnben eenug tbftte. Unb biemeil bie 6iliibe 
burdb bad Urteil ©otted jweicrlei OTadjt über un« befornmoTt Ijat: erftlidb, un4 jum 
ewigen 2ob bringen; unb jioeitend, ba§ ftc in wni IRacbt b^tte au berrfdben, in 
und }u wüten, aui einer 6ünbe in bie anbere mi treiben unb baS jaar aui 
bem geregten Urteil ®otteS, melcber Sünben mit 6ünben ftraft: fo ^at Sbriftud, 
inbcm er bem Urteil Oottei mit feinem Sob ein boOtommen Oenttee (letban, bcibcrict 
Tlaä)t ber Sünbe genommen, baB nun ni^tS SerbammlidbeS mebr ift in benen, bie 
in Phiftn liiib. rMm. ^, M 8ubem QU(6, bafs bio 6ünbe nlc^t md}x in ^m (^läu- 
bigen tonn bcnrld^f», luic juuor; barum tbut ber "ilpoftel Ijinju: bic nicbt nad) bem 
t^leiid) wanbeln, fonbem nadj bem ®eift. Seibce faiiet ber Slpoftel iufammen. 
(2 Äor. 5, 15; JRöm. l, 18. 21; 6, 6. 7; l 3ob. 3, 8.)* 

II. IDegm b(t lUalrlieit (Min* 

^a| ber 60^11 (üotteS für unfre (Sünbe fterben foUte, ift im Sllteti 
a^eftament oon ©Ott geroeiSfagt in älUrt unb äJorbilb; unb um ber 
SBa^rljeit ©otteä roillcn mu^tc bieg aud) erfüllet werben, ^ef. 5:^, 10: 
^et lö^rx rcolltc i^n alfo |er((^lageiu SixiL 24, 26: a)U|U ni(|t 
e^nftud joU^ Uiben? 



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^ittge 40. 



179 



•) :3m SBort 18, 6. 6: ^ umfitigeit mt<| bei 3; ob ei Saitbe 
mib bte 9a4e Seltatt erfc^ntften m«^; ber ^dOe Sanbe (ivdftlit^: SBe^) 

umfingen mi^, unb bcä S^obcd Stritfc ü6enoäIti((ten mid^. "i^f. 22, 16: 
legeft mic^ in bed ^obei &taub. ^ef. 53, 8: Sr ifl aui bem Sanbe 

b« fiebenbigen njeggcriffcn. 

b) iBorbilb. 3^ie Opferung ofaafS, 1 ^jJiofc 22; alle Dpfcr 
(.«•^ebr. 9, 9—14), bcfonbcrä bao Cpfcr am großen äierfo^ntage (^ebr. 
10, 12. 14); btt» DftcrUmm (1 Äor. 5, 7). 

III. ür wn CI)H|hi« lytKorbnt? 

1. ^ic Straft bc§ lobed (S^rifti etroeift fi(^ nur an bcn Stuöevtpuljlten, 
ben roaljt^aft Ojluubigen. 

2. iattu^*), nacb ben 6cbriften bcft Urrmu«: .Soft fagt bie 6(&riftt «n 
riniodt Stellfn beilt ei» baf) Gbnfhti geftorben fei fftr «fU unb Fttr bie ganie 

Seit. 1 3ob. 2, 2: ni^t oGein für unfrc Sönbm, fonbcrn and) für ber ßanjcn 
®flt. 4)ebr. 2. Ii: ^af. er Pon («ottr? (Snabcn für aüe ben Iib fdnudtc. 2 jffor. 
f), 15: 6r ift t»onim rür qUc eeilorbcu — , 1 Jim. 2, 6: 3^cr \\<S) »clblt flegeben 
bat für ade jur 6rlöfunfl. — ^aflegen fliebt ed nt(bt roenifle Stellen, in wctcben 
gefagt toicb, ba& C^bciftud geftoxben fei, gebetet, fid) bingegebcn bobe k. nur fflr 
Diele/ fflr ble ttttgcraablteii, fflc fein Solt fttt Me Oemeine, fttr feine G^afe tc., 
ttitb nidit für btc 2Bett, für bie Ungläubigen 2C. ^ob. n, 9: 3d| bitte für fte, 
unb bitte nW für bie SBelt, fonbern für bie, bie bu mir geflcbcu ^nft, benn fie fmb 
bcin, b. i. blot; für bie ?l«§crtt)Qf)(tcn. OTat. 20, 28: - utr Ijrlöfund für »icle. 
^JÜ'^at. 1. 21: (In loiib fein l^oU feltg madjcn oon ibren 6ünben. IDiat. 2a, 28: Daö 
ift meiit 9tttt bei fleuen Scftomenti, nel^ei oergoffeii »ntb fflr otele, ^ur 8er» 
gebung ber €ftnbcn. .&ebr. 9, 28 : Sbriftud ift einnuit geoufcrt, »cgtuncbmcn Sicler 
6ftnbcn. 3ef. 63, ll: SPlein Äne^t, ber ©credjte, wirb uiclc gerecbt mocben; benn 
er tTftpt if)re Sflnben. (^b. f», 25: ßbriftuS bat geliebei bie ©enieine unb bat fid) 
felbit für fte rte(ieben. - ffiie nunV SBiberfpricbt bi^nn bie 6(brift fid) fclbft? 
jieinediücgö. i^ö giebt aber bin amci (^rvägungen. 

«) »dinige legen bie allgemeinen Vuifpvfl4e aui wn ber ®efamtbeil 
ber ©laubigen ober Don ollen, »clc^e (glauben, »eil bie ^erbeibungen bed 6Dan« 
gelium'^ rit^cTitüd; auf alle, roelcbc glauben, bcjieben, unb ronl bic Sdirift bic-- 
jelben bit unb ba out bie üUaubigen bcf(brantt. ;}ol). 3, 16. ^uj baü lilU* ^ic an 
ibn glauben, nidjt uerloreu loerben. 9ibm. 3, 22: ^ie (^ere4)tigleit tomnit buict) ben 
Ölaubeit an Sefum (Ebrift iu allen unb auf alle, bte ba glauben. Ilpg. lo, 4S: ^ab 
but^ feinen 9lamen aQe» bie on i(it glauben» Setgebmig ber Sanbcn emiifangen f aKcn. 
€o legt aud) 'SmbroftuS (ber Itirtbenoater, geft. 397, in feinem $u(b de voc. 
gent. I, 3) au§: ,Xaä 33olf 0otte8 befifjt feine J^ülle unb rcieiuobl ein ßrofieT Jeil 
ber SRenf^en bie (.^nabc bo4 (Trlolcr* entiücber nid)t Qd)tet ober jurüdErooln, lo ift 
bO(b in ben ^udenoaöUen unb '^oibecbeftiinnuen unb oon bei jan^^cn iillgcmcins 
bett Untecf<biebenm eine gemiffe befonbere lllgemeinbeit ju feben, fo bab ani 
ber ganzen IBett bie gonie 9B«tt befreit «ab mti aOen tWenf^en atte 9Renf(beii etlifl 

*) ^aoib l^ttrcuö Uuiimfiert a\i<i .^J^Jdngler"), non ©eburt ein Sdjleftor luie 
UcHuufS, mar feit l69o ^^^rof. ber Ib^oloßic m Jpeibelberg unb gab 159» bav g;i)be 
tate(betif(be SBcrt UrfiNi becoui. 

12* 



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180 



^coge 41. 



erli^cincn K.' ^itf biete fflcifc bt\k\)t hin ©ibcrfpru4. Tonn atlo 03laubi[icn fmb 
iene 3}ie(e, fitib baS $o(f, bie l^emeine, bie 64)afc, bie Siudeciväi^lUn, bte ii\)tx\to 
(9e0<(cnen, für »eld^e Cljriltud fic^ ba^ingegeben t)at. 

b) .IKnbcce tinterfiiftelbeit «ne Ocnuflfamfeit tmb ctm ®tf (famlelt bei 
iobed (E^nfti: für aDe 9R(nf(^en fei ba$ Cpfer (S^rifti flenuflfani, o^er ni^t fflr 
aUe/ fonbern nur fflr bie ?lu§cnoäl>Ucn ober ©läubiflcn mirffam.' 

3. Cleoianu-S. „"iBir h\Un im-5 nic^t tDunberu, ba& ailcin bic ätuiäcnoaliUm, 
unb biefc iuägeianU, teilhaben au bem 'Befeu be^ ®nabenbunbed. ^enn für bie 
i^irc^e ober für aQe %uier»dbtt«i auf bem Srbboben, unb für [\e allein, M ftcif) 
WüftM bablimceiteR. ^enii fttt fie allcitt UtM er uitb tritt «r in! 9lUte(; fie 
aOelii l^gt IT. Oob- 1% lo-si; lo, 15. 26.)* 

4. Sampe*) erllärt Ttcid (©e^eimnid bed (SHuibendmbrt I, S. 185 ff.) bo^in, 
bnfe ,ber ctflcntlic^c 3wed d^irifti in feinem ®ef)orföm nur ßwefen, wm fftr bie 
?luöerrT»äMt?n ßenuß ju tl)un.* Unter anbcron (^rünbcn fül)rt er aud) an: 
,'3>ai £i)K0eli} iauc{^ blutigen ®et)orjiutio war all^utoitlid^, aU ba& e« \)ätU tonnen 
umfonfl bejahtet lonbnt. Oft loaie abei umfonft bQoblet, warn et ffkf eine ciniioe 
Seele w&re bargewogm iporben, o^nc ba& biefelbe »ItTti^ ouf ben Stcicten bed 
SJerberbfn« follto Io§pcniad)i fein, ticfi^racioe, roenn f« häWc foflen für aQe 
3Renf(^en gebracht mcrben, ba bie mcijtcn feinen ?lu|jcn baoon gelobt ^Men. — 
SBie tonnte ^^ftuS für aUc iU2enf4)cn [terben, ba \ä)on Diele in ber $erbantmni4 
lagen^ benen wirflid^ (tt)atfäc^Iid)) alle i^offnung jum fieben abgef4)nitten mar? — 
aR&ffen tohr ni^t no^ i»50lger bcfTm flbcfieiiot »erben, »cmi »ir auf bi« ®orte 
feine« Ijoljcpriefterlicften ®ebete« ad)t geben? 3o!). 17, 9 ^eif,t cS: ^d) bitte nid^t 
für bic 2Bclt, fonbern für bie, bie bu mir ßefjeben f)i\n Ti-er nnb biefc ©egcbenen 
anberd, ali bie im "Mt bc8 Srieben« ju leincm 'i^olf beinmmt waren? ?Bie beiitUd) 
finb fie unterf4)ieben uon ber SOelt, für welche er niö)t einmal bitten luolltc! (^eroiß, 
wofflT tMtt iii^t eifistaf bittfii M, bafür gebenll imin no4» btfl neniger Idbeit. 
^cnn \ft iDdt ellDoft mebt, fftt icmanb }u leibcii atf %n bitten. — 3it bemfelben 
Met« mlöjii, meil ti unmittelbar Dor feinem Seiben auf bem Seg nac^ ©etMemane 
fletfjon, Mv.i^ bariim ben i^\md bemfelben om tiarften fonn offenbaren, fd)IieH ber 
.^•jfilnnb ttjutlic^ jemanb au*, iiiinilid) :,lluba^^; f^^ ift feiner fon ibnen verloren, bcnn 
nur bae Jiiinb b«ö iBetöcrbcno, auf ba$ bie cdjiiu eiiuUct iwütbc, ^^ol). i<, 12, 3Bcr 
barf faecn, bab bec den ^cfitil fAv Subal gelitten, ba er i^ felbcr tierfocen 
onmerft? $at er abcc nlcbt cimnal für ben aud feinen Jüngern leiben rooQen, ber 
litm Serberben gefegt war: mie niel lucnißer für bie aud bem übrigen Raufen ber 
ültoif^en, bie ein »ett geringered $oae4)t empfangen ba^en?' 



41. Yl?«nim tf> ci' begraben worben^ 
^amir 5U beseugcn, ^$ tt walftlfafti^ geflorbeti fei. 
ffia^rbaftto »irflicb. 

9n1». S>ai ScgrAbni« (S^rilti bqcugt, ba^ er loabrbaftig gcftorbcn ift. 



*) ^riebricb übolf Sampe, geb. iä»3 in ^>etmoib, geft. 1729 aU '4^rof. ber 
^beologie nnb $aftor in Sremen. 



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181 



I. Das jSegräbnts Cl|ri|li aU 3engnt9 für feineu Cob. 

^ie @etreu}igten Idingen oft (änger alä einen Xüq, bis ber ^ob eintrat, 
93ei bcn '^u'bcn mußten bie Qn8 ^olj ©c^icnlten am ^Il ciiti bp(S Taq« bcr 
.V)inrid)tung nad) bcm C^Jcfe^ (5 SWofe 21, 23) abgenommen roerbcn, ba^cr 
rourben beu (^efreu^gten, roetc^e noc^ lebten, bie Seine mit .Heulen jers 
fc^mettert, um bcn Xob I)evbei5Utüf)ven. ^e[uö war um brei Ulir nad^mittagä 
oerfd^ieben (Diat. 27, 46), unb alo ba^ci" gegen 2lbcnb auf bie i^uie ber 
!^uben, bag ben Gk^freu^igten bie :3cine gebrochen unb fie abgenommen 
loerben mö^iten, '^ilatud ^ieju ben 9efe|l gab, brachen bie itriegftfRe^te 
ben bciben bte 9etne, ^efu ober m^t, ba fie fa^n^ b<t| er fd^ott 

geflorben war. Xuf ben €|»eerfH(^ einet ItrtegSfnei^tt in Sefu @<ite f[o| 
Siut unb 3Ba{fer ^erauS, ein ßcic^en bed eingetretenen ^obeS. (^o^. 19, 
31—35.) @o Ratten fi(^ bie 5lrieggfnec^te burc^ ben :?lugenfd^ein unb burc^ 
btc ^robc überjeugt; e§ rourbc auc^ burd^ ben |)Quptmann ber Sad)e oor 
^ilatu« behmbct CTfM. 15, 44. 45), bafi ^efuS mirflid) tpt war, unb nun 
burftc er burd) v^cl^^pi) »on Strimat^ia unb "OJitobemuo begraben to erben. 

feinem '-Begräbnis Ijaben mir nlfo, mit ben üorangc^enben, ein oier« 
fac^e^ ^Pwgniö feineä m i r f l i d) e n 1 o b c s. 5)q« btcfcr f cftgcftellt rourbe, 
ift iDid^lig, lücii babuic^ bie i/hmaljuic cmei blüiicri £I^niiiadjt ober eineä 
®<$eintobe8 audgefd^Ioffen ift. (S^riftuS mu^e aber raa^r^aftig, b. i. 
mklxii), gefiotben fein, menn bie (^löfung ooabräc^t unb bie IKuferfte^ung 
ein $emofge|en cm bem ^obe jum £eben fein fottte. 1 Siox, Ib, 4: ^a| er 
begraben fei — nad^ ber @d^rtft ^ef. 58, 9 (n. gen. Qberf.): 9Ran U-- 
flimmte i^m unter öJottIcfen (mit ben anbem ^ingeri^icten) fein Segräbni«; 
aber bei bem SReic^en (3ofep^ oon Strimat^ia) wor er nat^ feinem ^obe. - 
9fl§3^wgniä für ficf) !)atte ^cfuö auf fein Segväbnt?^ I)ingcbcutet, 'Iliat. 
VJ, 40: (''5Ieir!iuno ooiuvj raar brei 2oge unb brei ^}indjtc in bcö äl^ilfi)d)ca 
!ÜQud^, ülfo iDirö beä Dicnfc^en <3o^n brei Xagc unb brei l)iüc^te mitten 
in ber 6rbe fein. @benfo in bem (^3leid)niä ^ob. 12,24: 6ö fei benn, 
ba^ (b. i. »enn nidjt) baö Sei^cnforn in bie (irbc faUe unb erfterbc, fo 
bleibt eS oHetn; mo eS aber erftirbt, fo bringt eS viele ^rü(^te. 

II. Der tln^en, ben mir ane bem ßegröbnis C^rißi empfangen. 
1. 2(uö bem Segrobnis G^rifti empfangen mir einen groeifac^cn 5iu^en: 
•) bie !IRa^nung, bag mir mit i^m begraben fein foQen geiftli^er« 
roeife, b. i. oerfentt in fein .^eil unb nbaeftftieben v>üi\ Sünbe unb 
333clt. diöm. 6, 4: ©o ftnb mir je mit il)m begraben burd) bie Xaufe 
in ben 3:ob, auf bafe, gleid)iote (5briftn§ ift oufecroectct Don bcn Xotcn, al[o 
auc^ mir in einem neuen i'ebeu luant In lolim. 

b) ben Xroft, ba^ burc^ fein iöcgiabaiy uns biü ^jui^^ ^ox bem 
€lrabe gen0ntmen unb unfre ®rabe9ru^e geheiligt ift. ^efud nmrbe in 
ein »neues" ®rab gelegt, „barinnen niemanb je gelegt mar", (^ot 27, fiO; 
Sttt. 33, S3.) '^b 11, 13: a)ie ^bfle (bo« Qvnb) ift mein ^attt, unb in 
ber ^inßemig iß mein 8ett gema«^. ^f. 6, 6; 3:obe gebeutet man 



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182 



^Ü^t 41. 



bctncr nu^t; loet miK btr in ber (im ®tabt) banfon? 9Bcr ein (Stilb 
mttüfytU, mar nac^ bent 0l(fe( (4 Stofe 19, 16. 18) |teben Siige unrein. 
Cffb. 14, 13: @elt0 finb bie Xotcn, bic in bem (krm fterben, von nun 

an: ja ber @eifit fpri^t fi^ ru^en von i^ §(rBeit. 

2. Dlcüiarin^. ,Ter crftc ^Jiutjcn, bm luir tarani haben, ift bic ^cftätiflung 
unfetö (»ilQubcn^J, bafi roir nict)t ^iiocifcln foQcn, racil tSbriftu^j für im:- (^cHorbcn unb 
begtaboi ift, bafe er fxif bennabcn fttc und cmtebrigt ^at, ba^ tocber iob nod) 
gcdbittft und fc()oben mäßen, meil beft Sötern 3oni raabrbaftig gefttüt ift. ^mn 
(ltei^»ic bie UnoefHUniofett auf bem SRim aufflcbftrt unb fHQ »mb, fobalb 3onaf 
(ber ein Sorbiß) Sbrifti gemorben Ül} an^geioorfen unb oom Salfifcb oetfcblungen 
ttjflr, nf''n bot aud) Ctjril'tu"^ vttnir nP^^öt ("""^ ^'^'i' 3^1)1 ber lobcnbißcn 
5D]cnfd)cn au^pcrDttct unb im Mor; ber L^rbc neloßt tocrben fofl, auf ba^ et un* 
bm 'Mtev Derföbnte unb bae UngctDiUer ieineö ,*^onteö ittUtr. 

,99ie biefcr 9lu|«n bicnt |ur Stättung unfer« Glaubend unb SectrauenS ju 
(»Ott, bab mir bat nSierlt^e, necfabntc ttn <l^otteS befK> bcffer ecfeben Umncn. alfe 
bient ber anberc jur wabwn 55cllcrung unfcrä Sebfi^. $Denn ßWcferoic Gbriftu«, bet 
Siinbe gcftorben, im (Mrabe niI)ot, dlfo foOcn rcir aucb iii ^raH ^:r '"^'iiiiiinf^aft, 
bie wir mit (5{)rtfto l)abcn, e^ bafür l)Qlten, bofs unfor nltcr Kionic^ famt C^ljtlltü pet- 
gtaben fei« butc^ bcn glauben an ibn unb bur(^ ba$ 3^"iini^ bec ^eiligen ^aufe, bo^, 
noibbcm mifcr Oiemiffen nunmebr burc^ ^bnftum jur 9)u^e gebraut, mit hinfort feiern 
bon unfern noiinen bftfen ffierten unb Oott fein SBett mit un« laficn t»ecri4»ttn, 
unb ba^ mir alfo ben eroigen Sabbatb (3efud war bcn Sabbatb über im ®rabe 
pcicflcn) f)icnieben in unfern (Seroiffeti anfangen, bi-? bafe er im eroigen Sebcn doO* 
tommen rocrbe, ba rcir mit {5t)riitci in bie croifle ^Hulie eingehen werben.* 

3. 2)ie ©eftaitung Der Jotcn (^efd)a^ m ben ältcftcn ^(iicn burc^ 
bo« Segraben in bie (Jrbe ober 3i£i)e^en in Örüftcn. 5)aä erfte ^Begröbniä, 
oan »eifern bie Schrift berichtet, ift bal Crbbegräbni« SCbra^mB in ber ^ö^le 
SRac^pelo^, 1 9Rofe S3. 9ti((t bIo| ^rael, fonbem am^ bie ättefken Mtm- 
nölter, bie 9ab9(onier, ICff^rier unb i^^irtev begruben Sloten. S)aS 9u 
graben tonnen mir gemififermagen aU ®otteS jDrbnung ^erUiten att9 bem 
SS^orte an 3(bam: Du fo&fl mteber gu ($rbe erben (roörtlic^: jur @rbe 
$urü(f fe^ren), baoon bu genommen bift ; unb auä bem 2!üort @ottc« an Stbra^ 
^am, 1 IJiofe If», 15: fpflft faTiren bcincn 5>ätern mit ^veubcn, unb in 
gutem ?riter beavabcn moiben. 5 'JJiofe 34, fi: f^ott begrub ben •'jH^ofe im 
2;^al, im i:anDc bei Dioabiter. ®aS 5?er brennen ber i^cidjname ift erft 
fpäter im ^eibentum aufgenommen, äöenn mon je^t in ber (5briftenf)eit biefen 
S3rauc^ einführen mb^U, fo gcfdfjicfjt cü doh ciua ocik, lueld^e mit bem 
e^riftcnglaubcn nic^t bIo§ gebrod^en I|at, fonbem, bemugt ober unbemu^t, 
in ^nbfilaft |U bemfelben fte^t. 3)ie Oemegung ift im legten @lrunbe gegen 
bie Se^te von ber ftuferfte^ung ber Xoten gerichtet %n {t(^ ifl eg ffir 
ben aUmäc^ttgen ®ott glel^ ben neuen Seib avA bem ^oub ber SSeroefung 
ober auä ber 2(fc^c ber Serbrcnuitttg ^er;^uftcUen. 9Bd blieben aud^ fonft bic 
un^ätiligcn gjlärti)rer, welche auf bem 6(|eiter^aufen ftarben? Slbei» ein 
gläubiger Ci()nft mirb um jener ^einbfc^aft mitten, unb nm be4 willen, ba^ 
6l^riftu§ bao Wrab ge^eiligct ^at, nie ^uqeben, ba^ fein üeic^nam einmal 
oerbrannt roerbe, fonbem barauf ^alten^ ba^ er begraben merbe. 



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4. burd) bie ©rabedru^e (S^rifti baS ®tah für ben gläubigen 
ß^riiten geheiligt ift, fo ift eine „(Sinroeitjung" von 6fx\\tl\6)tn Totcn^öfcn 
ehe ü6erf[iiffi(^e Geremonie. (I§ fann nur ein 3Ut ber nbetgattc bcö 'ißla^eä 
5u bem hrd)Uc^en üicbraitc^ ftotifinben, »od am geeignctften gelegentlich Ux 
erflen Öeei-bigimii (itfii}u'l^t. 

(5ine „(^ in[c(]iiun(V' bfr l'cicfjen ift nacfi reformierten (^run^in^en 
oöüig un)ttuti)aft, ba ,^um i^mpfang eiiun Bcgnunq für ben iVuiiidun 
notnjenbic; alö Organ bic Seele gehört, luddjc in bem idcEdjnam nic^t üitlji 
oorljanben ift. 2)ief€ ^(iinfegnung" ift m ber ganzen eoangelijdjen ilirdje 
nu^ flcnefen, bis fte in biefem l^a^r^unM in bev (ut^erifc^en Rxv^t auf« 
gdommen ifl unb fU^ au<^ ^te unb ba in nfomied« Accife enigff(^K<^'n 
^ — 0benfo ^at eine Formel me: ,,bcr fgmbt Gottci ni^ QBcr biefem 
©rabe" gar leinen Sinn, meil bcr ^ebe (üotteS ein geifiltt^eft @ut ift, 
bad nic^t einet <^f(|oOe ^uteil roerben !ann. - eine @mpfe^Iung 
ber abgefd^iebenen 6eele in bie ©nabe &Qtt€i ift nic^t am $la^e, ba fte 
nieber ber bcei r^Uäitbif^fn no(!) ber bcö Ungläubigen etnia^ nü^t. „93Sie bu 
glflubft, fo Icbft bu, unP loie fo ftirbft bu. Üöie bu flirbft, fo fö^rft 

bu, unb n)ol)in bu fä^rft, ba faleibft bu/' ift em alte^ 5\)ort. - Die 9Irt 
bct i}cutigen „Sei d^enr eben", roel(^e ^dufig eine 9Jadjal)mung ber alten 
^eibmf(^|en fiobrebeu auf bie "iUerftorbcncn finb unb unter baö Movt beö 
allen ^einric^ "Binailer (in feinen „@rqui(fftunben") fallen: ^Seic^ent^ 
i^ügenrebe", lannte bic alte icfcnmiicvte Jttn^e nii^t unb ebcnfonentg baA 
Ait^lic^e (Hepffinge bei ^ecrbigungcn; au<l^ bie alte <|rifilid(c ^tcd^ ou|!e 
ntd^ti von 9bimen unb Mngen auf ben Särgen, oel^e jnr Slotenfeier be9 
bamaligen ^eibentunift geödeten. 

Ittttpf&()if4e ffirdienotbnung oon 1M8: ,Qei ben Segräbni« foOen 

ndc paptfttftfjen mh abirnlftuHfdjcn (^iTCTrtanicn oemitAen werben. Wir foflcn aber 
untre ^^erftorbencn ct)ritct) (mit i^bicn unö pcbübrlid) -lur Srbc beftatten mit ioId)cn 
3)ienften, fo mi, bie no(b im ilcbcii jmb, ju gerei(ben luoßcn. — 0» be« 
Sei^eniwebigten (unb Oeabrebcn) foO ber Liener (Der ^rebiger) fub übrige« (b. b- 
flbermä|iee9> Sobcng entbalttn. (S4 foOen aber bie t^itbigten ober SetmabnMngen 
(®ra&reben) Domebmlidb babin gerichtet werben, bag biejeniflen, fo bie Seicbe be* 
gleiten, batauft oerfte^ien, »ie fic (^riftlicb leben unb feligUib gerben mdgen.' 



* 4S» XOtü benn C^fhin fikr und geflorben ij>, wie foNimt'», b4# wir 

«ttdj^ (lerbcn mttifcnf 

U|ifer nidrt eine BesAblttng fftv utifere 0iltt^en, 

fonöerti nur eine %hltttbm% bcr Sftnben, unö Cing^ng 5nm 
ewigen tleiyen. 

Vntn). Dur^ ben Zob (SbfiÜi iü nnfer Gteiien ctmaA anbeut genwrbrn, alg 
e» iwn 9IatnT ift. 



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184 



grase i% 



Qaft Ifl bun^ e^rifti tob ber tob beft a^rilUdi flenorben? 

1. ^ ift nt4)t eine 9c)a^Iun0 fttt bie 6ftnbcn, fonbem 

2. nur eine '^Ibftcrbunfl bcr Sünbcn unb 

3. ein Eingang }um eniBcn Seben. 



I. Unfer Cob tfi ketiic dUafe fnr He dütibr. 

1. 2)er 3Job bcä 'üJlcnjd^en ift uon (5ott al3 Strafe für bie ©ünbe 
»Ott Stnfang an gefetjt. 1 9.^!ofc 1, 17: äüelt^cä Xa^ti bu baoon iffcft, roirft 
bu TobeS fterben. 3töm. 6, 23: ^^er "Tob ift bct 3ünbc Selb 
(5öe:ial)hing). 1 5?or. 15, 56: ^cr 3tadjel beß ^lobcö (tüa°. bem Jobe 
©c^merj unb SBitterfeit giebt unb bas eigcntlid; iLölute ift) ift bie «ünbe. 
^ebr. 9, 27: 6d ift bem "iDicnfdjcn gefegt einmal jterbcn, banadj aber 
baä ©eric^t. ^a^ für ben 6ünber ber jettlic^c 2ob eine ::23e^a^Iung^ 
b. i. eine @teafe ber 6finbe, ifi unb bod^ int^t bamit aOcS be^o^It, b. i. 
abgemadit ift, fonbem ba| berfelBe fttv il^n ntnr ber Zugang jum &^t\^t 
m unb pm cioigett Sobe, bas tf^ ed^ wA bem mitfirlt<|en 9tenfi|en ben 
^<|vecten oor bem Xobe einflößt unb ba| fle »biietl^ f^utd^t bei ^lobeft 
im ganj^en Seben flned^te fein muffen". 

2. 5ür bie ©läub igen, für roclt^c G^riftuä gcftorbcn ift unb bie in 
t[)m leben, ift baä 93erF|ciltni§ ;;iim .^citlic^cn Xobc (um bicfen nur 
Ijanbclt c3 fic^ ^ier) ein anberes gcioorben. Ütüd) bem ^iat unb 'il*illcn 
(iiotteä bleibt ber Xo'D aU @nbe beö Sebent auf (frbcn bc[tcl)en. 1 Kor. 
15, 26: T»er Ic^te ^^cinb, it)eld)er nufflcf)oben roirb {oenudjtet roirb bei ber 
Ä'bcrfuiift (il/rifti), ift ber Xob. 2IBeiI (5l;n[tuä buid) feinen Xob öoU. 
fdmmlic^ für aUt meine ©itoiben bcjaljlet ^at/banim ifl mein Xob n^t 
me^r eine Seja^Iung fär meine €lhiben; »eil t<l^ Sevgebung ber 6ftnbett 
in S^rijlo ITabe, fo flcrbe ii^ nid^ in meinen 6flnben. S)omit ift bem 
3^be ber @ta(|«l unb bie 3Ra^ genommen, fo ba| au^ bie %iix^ bei 
Xobeä in meinem ^er^en fein lann. ^ebr. 2, 14: (S^riftuS ^at bur<^ 
ben (feinen) Xob bie "iWad^t genommen bem, ber ^Tobeö (9cmoIt ^at, baft 
ift bem Xeufcl, unb erlöfetc bic, fo burc^ g^urd)* bcö Tcbef? im ßanjen 
Seben ^m6)tc f<nn mußten. 2 Xim. 1, 10: Ü^xilm ^at bem Xobe 
bie ^U(||t genommen. 

II. Unfer Col iß Hnt nöUige Brfreinn) von ber MnU. 

1. ^er VfMtftrfK Tob ift eine 5BoliiItbat für bie ©laubigen. Iienn er 
mad^t ein (inbc aUci aulicreu unb uuitien 'JJot unb allem (SIenbe, bdö fie 
in bem Seibe btefed XobeS ^ier auf @rben j|u tragen ^aben. S>a9 
(9egentei(, ndmlic^ ^ier in biefem ^ammert^al ber ©tnbe unb il^re« QICenbeS 
bis auf bie Seit, ba Gimmel unb 6ibe erneuert merben, bleiben su mfiffen, 
mftfbe für fte bie f^eifle, taum }u ertn^enbe Saft fein. 91dm. 7, 24: 
^fS) elenber ^Jenf(^, rocr roirb mic^ erlöfen uonbemSeibc bicfc§ XobeS? 
3c| baute Otott burc^ ^efum (Sfycifi, unfern ^erm. Stnberfett« iß c9 m/^ 



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Siage 42. 



185 



nidfit mci(^Iicf?, bif Aerrlic^Ieit bcä eroigen 2ebcn§ in biefem 2ctbc bc§ 
Xobeä bei'i^cn; öenn ^-fcifc^ unb ^lut fbnnen baö ilitui) (^Jotteö nic^t 
mrben; auc^ wirb baö 2]lernjc§lid) e nic^t erben baö Unoenncslid^e. 
(1 Äflr. 15, 50.) 2 Äov. 4, 10: ÜBir trac^en aUejcit ba§ Sterben unferö 
J^erm ^t\ü an unferm ücibe, auf buji uuc^ baö i^eben unjerö ^etrn ^efu 
an unferm Seibe offenbar loevbe. 

2. seitliche Sob ift für Vw (Blftubigcit eine !((fierbuno ber 
6&iiben. 

•) 2lt»^ ben }cit&d^ ^b, b. t. buvc^ bic @i|eibtttt0 von Setb unb 

©ecle, wirb bie 6cele bc8 ©laubigen oöllig unb fßr immer befreit oon 
bem ^Icift^e, in welchem bie ©ünbc roo^nct. (9löm. 7, 18.) SRöm. 6, 7: 
SBer geftorbcn ber ift gercc^tferttflt (freigefprocficn, befreit) Don ber 
<Sünbe. .^cbr. i, V>: ©er ju feiner (flottes) ^Rul)c ^efommen ift, ber 
ru^ct aud) von [einen ©etfen (l|ört auf von feinen fünblidjen ^öerfcn). 

b) ^urd^ ben jeitlidien ^^ob roerben wii- oöUig befreit von ber ©unbe, 
unb bctfelbe lüirb bamu jUölt^iti^ anS ber fingen g ^um cid igen 
Seben, ^wv ^errlic^en tyrei^eit ber Itinber (BotUi. (9töm. 8, 21.) ^o^. 
h, 24: SBer mein 9Bovt |5ret unb glaubet bem, ber mid^ gefanbt ^at, bet 
bat baft ewige Seben, unb fommt nii^t ins ^ert^t, fonbern er ifl oom 
i obe sum 2 eben binbunboebrungen. i^l^ IS, 26: SBo i(b bin, ba 
fott mein 2)iener aud^ fein. 2 Äor. 5, 1 : 2Bir roiffcn ober, fo unfer irbifd^eS 
^aud biefer §ütte (unfer fterblidjer £eib im !iobe) jerbrod^en roirb, roir 
einen $au ^aben t^on f^^ott erbauet, ein ^oud, nit^t mit ^änben gemai^t, 
\>ai enitg ift, im .^imme!. 

3. ^er seitliche ^ob ift bem Oilnubic^en für ben 2eib ein 6d()Iaf 
3ol^. 11, 11; Üajarus, unfer %eunb fd)(äft. 1 Äor. 18, 20: ^on benen, 
bie üü j laufen, ^ür bie SctU ift ber i>erlujt biefeö 2eibeö ein (i)cn)uin. 
$^iL 1, 21: {Denn (S^riftuS ift mein £eben unb (fo ift) Sterben mein 
®emtnn. 5Dftntm febnt ^ ber S^Uubige nad^ bem Xobe, 2 ftov. 5, 2: 
fBtr f ebnen und naib unfrer Sebaufung, bie vom Gimmel ifl, unb uns 
«erlangt, bab mir bnmit ftbcrlleibet werben (bnrib bag Kug^ieben beg 
Xobedleibes), unb bat Suft jum Sterben, $^il. 1, 23: ^ ^abe £uft ab-. 
jufc^eiben unb bei (Jfirifto ^u fein, meld^eä quc^ niel bc|fer märe. S>er Xob 

für ben OJIäubigen burcfi ß^rifti ^ob ein 6teg (^enjorben, bem er mit 
^reubigfcit entgegengeht unb burrf) ben er triump^ierenb ^inburdjgcl)!. 
1 Äor. 15, 55. 57: 2)er 2; ob ift oerfc^jlungm in ben Sieg, ^ob, wo ift 
bein Stad^el? ^»ötle, roo ift bein ©ieg? (^ott aber fei ^anf, ber unä ben 
Sieg gegeben l^at buidj unfern ^errn '^(\um Oljnitum. Slpg. 7, 55. 58: 
Sni @tepl)anttg VoQ ^eiligen ©eifteS mar, fa^ er (angeftc^td feinet Xobeg) 
auf gen Gimmel, unb fa^ bie .^errlic^feit ®otteg unb ^t\vim fte^en aur 
ffte^im (Betteg, unb ft>rad^: BiiUft, i(b febe ben l^immel offen, unb beg 
^enfc^en Bo^n )ur 9le<bten ®otteg fliegen. Unb 6tei>^anng rief an unb 
f|ira(b: ^err l^efu, nimm meinen ®eift auf! 



186 



4S. XM MPonmicn wir mc^r für Hu^cn üw Hm Opfer uitt Cob 

«m Steil); 

^AÜ ötttd» fein« Uraft unfer alter VTTenfdj mit ihm gcPreustgct, 
getötet unb begraben wirb, auf ba^ bit bifcn dufte bce Sleifdiee 
ntd)t mebr iti um regieren, fonöem öa$ wir um felbft ilj^ni sur 

J)önPfaguritT aiifcpfrrn. 

linier iltcr ilfcnidi = un|rc nnßcbornc jünblic^e "Mrt. 

-ilnm. ^In anbrcr '3tu|eti bed Dpferd unb Xobcä (S^iiftt ift bic Hbftet&ung 
unierö alten 3Renfct)en. 

•) neffen jlraft gef^ie^t hwk WMunt^ 9wÖt bie Straft G^rifti. 

h) üDorin Befielt fol^ ilifler^inmf rntfer öfter 9Rfnf<4 mit i^ym 9c 
(feujiflct ßctötet unb beflrabcn wirb. 

c) 3&ie roirb ber alte 'Ulcntrh in Mi fletreil^igt, fletdtft unb begraben? 
^uc<b/ bob bie bdfen Säfte — aujoplern. 



I. 10116 bae ^Ibllcrbfn bc9 oltm Mtnfd^tn brbcutft. 

1. I)er erfte 9^u§en, bcn von auö bem Opfer unb Xob (S^rifti am 
Äreuj befommcn, ift bie ^L'ciqebung «nfrev Sünbcn, für bic er bamit befahlt 
Ijnt, unb bie vüiiu^c iüefteiung oon ber @änbe im Xobe. 2)üö beruht auf 
bec ^ed)tf ertigung, bie er unS enoorbcn @cin Dpfev unb Zot 
am fireuj ^at aber aud^ noil^ einen 9lti|cn für unfer Seben auf Men, 
tnbem es unfve ^eiUDung tndU, beren erflefl Gtfld bie übilerbung 
bei alten SRenfd^en ift 

Urfinu«. ,©q8 beifet glouben, ba| G^rifhi« geftotben ift? (S« bcifet glauben, 
baf> (5l)riftii§ nid)l blo^ bie größten 6<bmeraen, fonbcm auA bcn tot felbft erlitten 
i)at; unb ba^ er burc^ )cin Sterben mir cnoorbcn tiot ^crficbuno brr 6flnbeti unb 
ietföbnung mit (Sott, unb bentjufolge aud) ben ^cilitjtit üjein, meldtet ein neues 
2äm in nrir onfAiigt, bab icb ein Sempet d^otteft werbe unb cnblic^ baS ettige 
9eben erlange, in roelcbem ®ott cmigfid) oon mir gepriefen werben foH* 

2. 2öie in G^rifto unfer SSer^ältniä gum Xobe ein anbereS wirb, fo 
wirb auc^ unfer Sebcn felbft ein anbereS. Sie ftdf) burc^ G'ljrifii Tob unfer 
3lob in 9eben oerroanbclt, fo foQ unfer natftrUd^eä, fiinbltcfic^? l'eben in ben 
'Xo'b gegeben loerben. ^cr „alte "iUienfti^" ift mc^t etioa ber Üeib, unb 
ben ölten D?enfd[|en in ben Xob geben, Reifet nic^t etroo burd^ ^oflen unb 
Äofteiungen bem 2cibe i^ufe^cn; fonbem „unfer alter SJlenfd^' ift uujrc an- 
gebome fünblic^e 3(rt, bie 'JZeigung ^ur @Ünbe unb bie Sege^ung berfelben. 
Unb oor a&em finb « bie fogenanniia Sieblinfift« ober 6(^oMftnben, 
b. i. befonbeve Steigungen 3U mam|erlei Vrt 9on 6ftnbe, |. 9. jnr Sfige, 
gn 30m unb iiim 0eii, pu Untn^l n. bgL (Sp^. 4,22 : @o leget 
nun oon euc^ ah, na<| bem vorigen Sanbel, ben alten IRenf4|en, ber 
burt^ Süfte in ^^n» oerberbet. 

Ü^. Unfer alter 'Pfcnfcf) foU unb fann ntcfit etiua Mofi äuf;erltd!) abgelegt 
meiben tote ein dioi, {onbern, ba er mit uns innerlich oenoa(|jen tft, [0 



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große 48, 



187 



I5nnen toir mtr ton^ fein« Xbjker&ung, bte oon unfrer @ette burdi bie 
3lbtötung mu^ ben3irft werben, »on t^m frei werben. 3" roeWer 'Steife 
btejes gctftlid) (ic^c^iclicn foH, tüirb burc^ bcn f^inttiei^ auf (5f)rifti Xob an* 
gebeutet: „gcfreu^iget, getötet unb begraben luerben." 'l^Mt biefcn 
3ßorten rebet bie ©c^tift oon ber Slbfterbung bes alten ^enid)en in bcn 
(gläubigen. 

«) ® elreu^igt. 9löm, S, 6: ®ir roiifcn, bafe unfcr alter ^Jenfcf) 
fanU if)m (Gfjrifto) c^e!reuM(^t ift, auf bafe bcr fünblidje Ücib aufljütc, 
büß wir ^mfoit bei ^ünbe nidjt bienen. üial. 5, 24: äüeld^e ober 6||rifto 
angehören, bie Iveusigen i^r %U'\]^ famt bcn Sftjken itnb Segterbcn. 

S)er ItrctijeStob tjit bcr f^meralic^fte Sob. @o an^ geiftlit^er» 
»etfe beim flbfterben bcft alten SRcnfc^ SRoi 18, 8: 60 bcine ^anb 
0bcr bein |ftt| bic^ ärgert (b. i. bir beftänbig ^nla% jur Sünbe linb 
^^inbcrniö jur Seligfeit ift), fo ^aue i^n ab unb wirf iJ|n oon bir; unb fo 
bidj bcti! 5Iugc ärgert, fo reifi c§ au§ unb roirf cS oon bir. ^0^. 12, 25: 
3ßer fein i^eben auf bieder Süelt l) äff et (mit alleni ßn^ft baran ßicbt), 
ber wirb cä erfjaltcn jum ewigen i^cben. i'uf. 14, 26: So jemanb ^u mir 
fontmt, unb f) äff et nid)t feinen i^ter, '?3iuttev, ®db, .(?inber, ©rtiber, 
©^tiieiti-rn (^giebt fic nic^t ocUig auf, tuenn jic il;n oon bcr 3Zod^folge ^efu 
abmatten woQen), aud) ba^iu fein eigen 2eben (bad er ^in^ugeben bereit 
fein mu|), ber lami nii^t mein ^nger metben. 

Sbet Jtveii|eltob war «ai^ ber f<^ma(|oollfte t£ob, unb fo muf jeber, 
ber in (S^rifto Qefu leben wiO, bereit fein^ bie Sd^mai^ bcft jtteujeA (^rifK 
auf ft(^ ju nehmen, bie i^m oon feiten ber ^elt unb i^ren Itinbem reid^li<| 
jiiteil wirb. 2uf. 21, 17: ^hv roerbct gc^affet iein oon jebermann, um 
Tnt'inc<5 "ülamcnä roiHen. ®al. B, 14: 2)urd] mrlcf^en ?nir bie 5^elt (jcfreujigt 
i)t unb ic^ bcr Ehielt. 1 Äor. 4, 13: äüir finb 'tcti (gcod^tet) olö ein 
^luif ber ®elt unb ^cgopfer (3(u8fef)rid)t) aller i'eute. 3lpg. 5, 41: 
6ie gingen aber frül)lid) uon bcS 9lat8 Slagefic^t, ba^ fic würbig geworben 
waren, um feines ((5l;tifti) '^^imenä wiQen Bä^ma^ ju leiben. 

b) ©etötet. Äol. 3, ö. 8. U: tötet nun eure ©lieber, bic auf 
@rben finb, ^urerei, Qntetnigfeit, fc^änblic^e Brunft, böfe Suft unb ben 
(Seij; leget aOeS ab oon eu^, ben ^m, ®nmm, SoS^eit, SSjierung, fd^anb» 
bare SBorte au« euerm SRunbe; (fi0et nu^ untcietnanber; jie^et ben alten 
IRenfd^en mit feinen SBevfen auf. mm, 6, 11: galtet ewb bafftr^ 
baft il^ ber Sünbe geftorben feib. 

e) begraben. 9t9m. 6,4: @oftnb mir ja mitt^m begraben bun^ 

bie Xaufe in ben ^tob, auf ba^ — mir in einem neuen 2eben wanbeln. 
Siol 2, 12: ^fir feib mit i^m begraben burc^ bie ^aufe, in ml^m i^r 
au<l^ auferftanben feib burc^ ben Glauben, ben Q^ott wirtet. 

4. ©tirb (am alten 3J?enfc^en), e^e bu fttrbjl (ben jeitli(^en 3lob), 
bamit bu ntd^t flirbfl (ben emigen 2;ob), menn bu fitrbft (ben jeit» 
2ob). 



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188 



9ia0« 48. 



II. UOte Mr Abftcrbunri aitcit illcnf£t)rn grff^ieljt. 

1. Unfer alter ^«tf«^ tfi mit (S^rifto geftorbcn, wie bie Schrift 

lef)rt; berfclbc foH nun auc^ in un§ ftcrben. Die Slbftcibung qcfcf^ic^t 
burd) bie^btotunt^ bcö alten lUienfc^en. 2)iefe fönnen juir aber nur au§: 
richten „burd) Die iUüft bcis Opfer« unb 'itobed Übrifti", «tnb 
roie burc^ bie naturlidje Weburt bie ©ünbe auf unS übtnc^ef^aui^cii ift, 
fo gc^t burc^ bie 0eiftIid)c (®teber=) (5Jeburt bie Kraft bes 2obeö Ü^rifti 
^ur Überroinbung ber 3ünbe in unferm d'Ui^ä) auf unä über. 

2. Die böfen iiujte bcs j^kifc^cö regen fic^ audj luo^l in ben ©icber; 
(tebornen^ aber fie burfen in i^nen nidE^t regieren, b. t. niäft bie Cber« 
l)anb 9eiomn«iu 919m. 6, 12, U: 6o la^t nun W Sünbe ntd^t |erri(^en 
iii fuerm fterblid^ 2ei(e, i^r Oel^orfam Iciften in fciiuti Sfijien. {Denn 
bie 6flnbe wiib nid^t ^ecrfd^en !9nnen Aber eud^; {internal i^r 
unter bem ®efe^/ f pnbem unter ber ®nabe feib. 

S. ffiic foOen uns felbfl d^ciflo aufopfern, b. l aus S)anlbarfeit 
baffir, baB er ffir uns ft<| felbjl im 2^be geopfert ^at, ben atten 9Renf(l^ 
tötend bie mberbte 9(rt in unS je langer je me^r bämpfen unb revtilgen. 
^f. 51, 19: 25ie Opfer, bie ®ott gefallen, ftnb ein geängfteter C^cift (fin 

buf?ferti(\er Sinn). ?flöin. f', 13: begebet nid)t ber (Sünbc enre Oiliebcr 
'A^affen ber Ungcrec^tigfcU ; fonbern begebet eudj felbft (bringet eud) 
felbft bar) Ciott, aU bie ba aui ben Xoten lebenbtg gemacht morbcn finb, 
unb eure ^lieber C^iott ^u ffinffen ber (^Jercc^tigteit (mit roel^ien i^r ftreitcn 
jüüt gegeu Dte Ungt'u'd)tu}[cii, t». i. bie Sünbe). 

4. „5lkö I)ei^t baä: ber öünbe unb ber Sl^elt abgeftorben fein?" l^iit 
bieier <}rage trat oor^eiten einmal ein Jüngling einem alten erfahrenen 
S^rtfien. 'S>a fagte ber MUti „Ge^e ^inauS auf ben itirc^^of unb rufe bie 
3;oten, ba^ fie au0 ben (SrAbem ^erauS |n bir lommen.'* {Der Jüngling 
Mnouttberte fti^ ber Siebe, aber er ging l^tn unb t^ot alfo. Unb er fam 
»ieber )tt bem SHten unb fagte: „^ie Xoten moUen ntd^t fommen." — 
^So ge^e noc^maU ^in", fpcod^ ber Stlte, „rufe fte unb lobe fte babei, 
ma^e i^nen ou(^ SUerfprec^ungen." STudl) bieS t^at ber Jüngling unb fam 
pntcf mit ben 39ortrn: ,,1>'\e Toten looHen nit^t fommen." T^n fyrad) 
ber 9Ute; „(iie^e \\m Drittenmal unb rufe fie, fc^elte fie bübei unb bro^c 
il)neR.'" 2)er ^""^^»"n ^h^^^ roiibtr mit benfelben SBorten: 
„(ys ^ilft alleä nitfitö; bie Toten wollen nidjt lommen." — „6o lerne 
Don biefen ^oteu , jprad) ber (^rciS, „mad baä fftü^t, in S^rifto ber 
Gfinbe unb SBelt abgeftorbcn unb begraben fein: ber 6timme ber Sftnbe 
unb ber SBett be^rrlii^ niberfte^en unb »eber burd^ Soben unb SodRnt 
noib buril 8<|etten unb ^ol^en ^ bewegen laffen, t^r )» folgen." 

5. OteoianuS. .(SbHftuS bat mit feinem Zobe ber 6flnbe ibve JtcafI ger 

nommen, ba& [ic in ben gläubigen, bie bed XobeS (S^rifti tetlboftig »erben, er* 
fterbcn muft. Xiefe abfterbunß ber <Sflnbc gefc^iebt nicbt auf einmal, fonbern 
Don iag }u %a% le mebr unb mc^r loirb ber 6anbe i^re Araft in und genommen, 



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189 



nadibem Mc .Cfrnft bei Jobcö (5l)rifti bur^ ben ^eitipen ®eift bei unä QiißelcQt roirb 
uuo toiriet, tiiä ba^ unier lieben )U bem ^obe nuljct. ^Idbann l()inbert ber Xob 
nUlftt bic 9I6flei(ttR0 ber 6flitbc in vM, fonbcnt fifbert bicf^e« btaoetl ®ott den 
bcn |allt(^en Zoh ald ein SBerl^o baju Brauchet, ba§ vnfte oerbcrbte SIrt ganj 
unb ßnr aboelcßt roerbe, rocldjeS jwar in alle ^Boßc fein muf?, ebe bct ßeib ein^ 
9(1)0 ju ber eroigen ^crtUcbfcit. 5)cnn, tt)ic ber -Hpoltol faßt (l Mor. ift, 50\ ^leHclb 
unb $lut tonnen bad 9tei(^ ®oUed nicbt bcfit^cu, ba^ i% folange i^leifc^ unb iölut 
feine oerberbte ^rt unb IRatur ni^t oon fid) gelegt l)at' 



JDad id) in meinen b^cbflen ^Cnfe<bmti0en verftcbert fei^ mein 
^err (tbrtfliie babc mid) bur&t feine unftii6fpred)lid)e 2(ngfJ, 
@d)mer$cn imt> ödircrfcn, ^ic rr and) an feiner @eele, "Rreiij 
unfc 5uvcr crlirrcn, ron 6cr b(5Uifrt)cn ^Cngfl unb Pein crlofct. 

?Intro. Turcb f'^inc minuälprcdjlicbe Seelenangft om Äreuj ^at 6b"ftul un« 
»on bec ^öaildb^n ^ngjt unb '^exn befreiet. 



IDarnm Ct)riflne tut frlver 3f(le W %W\f^t yrin erlitteii l^at. 

1. 2)08 äöort §5nc (im ^cbräif{^cn „erfieol", im ©riet^iic^en „.f>abeS"; 
baS beutfc^c «^öUe" fommt oon ^el ober ^>eUe, ber ©Ötttn bei Unterwelt 
in bem germanifc^en ®5tterglauben) ^at oerf(^tebene SSebeutung. 

Urfinuft nimmt bic bfct folgenbcn an: 

*) (9f ab. 1 9Rofe 42, 38: ^ rniibtt meine grauen ^aore mit 
^ergelcib in bte ©rube (6(|e9l) bringen. 1 St&vu % 9: bu feine 

fjrauen ^oore mit S3Iut hinunter in bie 5 II e (dJrab) bringeft. 

')) ^ei Ort ber ^iserbnmmtcn. ^}Jlot. 11,27: Unb bu ÄapentQum, 
bie bu bift crljoben biö an ben Gimmel, bu roirft hic^ in bie A>öIIe fiin- 
untev geflogen raerben. Suf. 16, 23: §115 er (ber reid)« SDiann nac^ bem 
Xobe) nun in ber ^ijlle unb in ber Dual xoax. 

c),^öllifd^c 2lng)t unb Sdjmcrsien. %\. 116, TJ: Stricfe bco 
Xobeö l)atten mi(^ umfongen, unb Singft ber ^öUe ^atte mid^ ö'^^'^^öffen; 
ii| tarn in Jammer nnb 9iet 30, 4: ^err, bu ^aft meine @ecle aus 
ber ^öUe gefü^ret. 86, 13: ^aft meine 6eele errettet auB ber 
tiefen ^(Ue. 1 @am. 2, 6: 2)er ^err fttlret in bie ^dlle unb nricber 
gerauft. 

2. Da (S^rijblft uni nic^t blo^ am Seibe, fonbern auc^ on ber @eele 
von ber enrigen SSerbammnid erlöfen foUte, fo mu|te er nt(^t blo^ fterben, 

fonbern nu(fi an feiner ©eele bie f)ä([ifdf}e ^vein , bie Strafe fih- unfrc 
Sünben leiben. 2)iefeö i[t nicht an öem Crt iDct 'Iserbammten (5ejcf)ef)en, 
fonbern bei {einem Sterben; ,,meui ^en (^^n[tui^ ^at mi^i burc^ feine un« 



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190 



i^age 44. 



audfprec^Ii(|e 9(ngfi, ^c^ntcsgeii unb &^näm, bte tt au«^ an f einer 
SttU, m Stttu^t unb inoor erlitten, oon bcr |dUif<^en Xngft unb 
$etn cridft'' 

a) „3u9or'', in @et^femane, ba er »trauerte unb jagte" unb feine 
^6eele betrttbt bi« in ben Xob" n>ar (!Dlot. 26, 37. 38), ba ,,er mit bem 

Sobe rong", unb „fein St^weife warb wie 53Iut§tropfen" (l'ut. 22, 41). 

b) „3[m Mreuj", ba er rief: „^Jicin Ü5ott, mein Wott, loarum ^aft 
bu mic^ perlafjen!" (ÜRat. 27, 46) — ba it)m fein ißater baö ©efu^l feiner 
9iö^e unb öemeinfc^aft entgo^ unb CSliriftuö ben Sc^reden unb bie 5ängft 

bcrer empfanb, tuelc^c oon (3ott in bic Syöili uciitoHcn fmb. 

3. ^oburc^, ba| ß^riM am ^reu^ unb ^uoor bie ^öQifc^e ^n er« 
litten l}at, ift 

a) bie 33er^eifeu:uj crfuUt ^ü\. 13, 14; '^d) miH fie erlöfen auii öcr 
^öUe (raörtli(^: oud ber ^öQe @eroalt) unb vom %ohc erretten. Zo'b, 
if^ »iO btr ein ®ift fein; ^öUe, tc^ roiS btr eine ^eftilenj fein. 

b) ^be ic^ einen fu^ecn %xo^ in meinen ^4fini ICttfec|tttn0en, nne 
foI<l^e }. 9. 3v^M an ber (Srldfung unb Geltgfdt burt^ G^rtftum finb. 
$f. 42, 7. 8.: «Wein @ott, betrübt ift meine Seele in mir. 3)eine fluten 
raufd^en bu^, ba^ i|ier eine ^tefe unb ba eine ^Tiefe braufen; alle beine 
©afferroogen unb '^Jellen ge^en über mid). ^^ef. 49: S)er J^err Ijcii mxd) 
uerlaffen, bcr Jperr Ijat meiner oergeffen. 1 Xf)e)i. 1, 10: loarten 
feined tSo^neä oom iöinimel, loeldjcn er aiifenoecfet ^at oon ben Xotcn, 
i^efum, ber unö dou bem jutünftuun ,^orn erlöft i)at. 1 Hör. 
15, 5ä. o7: SDer 3;ob ift oerfc^lungen lu ben ^ieg. %oh, wo ift bem 
@ta(^el ^ ^öUe, m ift bein @ieg? <Botl aber fei ^ant, ber und ben 
Steg gegeben ^at bun^ unfern $erm ^efunt d^rtftum. 

4. CleoianusJ. ,2)ie 6umnia Der üdac üoii bcr ilbjagct (iljtiiti jut ^oUe 
ift Mefe, ba^ eft Donndtcn gemefen ift, ba& fid) G^riftui in bie oUerftu&erfte 
9lot unb 6d^niad^ eraiebiiflct, erftti(b, inbem feine flbttlitbe flatut ib«e Ihaft 

nicbt ef^eißet, au? boß er nid^t oUein am Seib, fonbern au(b an ber Seele bie 
Scbmerjen be« iobed, al* bcr Don ®otl uerlaffm wäre, füblte. Broei''^"^ 
aud), inbem basfclbiflc ^Bort ober bie oött(id)e 'Juitur rubele unb bie ![ncn»*!:i-it 
ni<bt aläbolb luicocc icbtui)ii) machte, foaberii iie$ ben Selb oon ber cccic 
bi§ an ben brttten Zag getrennt, in ber (icioatt bet %9M, oU mftre 
6b<i1^ui g&niHib auftgcrottet unb oertitgL ^Ifo \d), bat (Sbriftu« 
für uns ffüi'n mm äuücrften crnicbrißct lücrbi-n, auf baf> luir poKiif- ^tiürcii, bafi 
nicbt allein unire -tceleu von ben Sdimerjcu bcö IübC'5 crlofi't üncn; jonbcrn audj, 
baü oUe cd)mad} oon unfern Morpern, bariii fie btö jur Ui)iaubmd (^uterfte^ung) 
liegen, burcb (Ebrifti ^erbienft unb Kraft binioeggenomm« »itb, unangefeben, ba^ 
fie eine B<it lang in ber (Srbe, aM awnn fie wm Sob gar fibenounben «Seen, 
bcbalten werben (1 .«or. 15, 54. 55). 

."lic (Gläubigen l)aben aud biefer ^iijxc ben 9^u^cn, erftli(|, bafe unfcr 
Vertrauen befto fcfter Itcbt auf bic Siebe ©ültC'!' in bcr (^cnugtbuung ^^ciu i:i)rifti, 
ie tiefet ftd) (ibriftud jür uns m uUe ^ng|t crniebtiBt uub je teurci il^n uuire 
6fttglett geftanben bat. %n anbere SlugöC ber auf bem oorigcu folgt, ift, ba& 



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^OÜt 44. 



191 



lote nk|t oOciit in ben ()öd)ften Sc^merjen bei 2di(f« ftttbem 0»^ tat bei ^dc^ßen 
Inoll ber 6Mle niib bcA likioiffeiift, an<b niber bie adetfc^Derfte IbifnbtiiiiQ bcc 

8n)tti€iflung gemiflen unb R^nt kroft ^a&en in bm Sc^ecjm (S^rifti , birtoeil 
»ir »iffen, bofe fein ®cwiffen junt ^ödjften ift ßcängftigt »orben, auf bofe unfrc 
©miffen burd) bicfcn .^o^enpticftct unb SRittler jur fyrei^cit roieber gebrodjt, triebe 
unb iRube in li^m Ratten (J^ebr. 4, 9; % 40, 18). ü)ei bcttte 9]u^en i)t, bag 
Ottilb imf« 8(Hf4 rubct in bcr ^offnnno (Kpg. S6. ITK* 

ft. Sntvin. (®«nfer JtatecbtSmu«.) «^elc^en 6inn bnt ber Bufab* Vb* 
eeftiegen jut i&ölle? Xafe er (l^Eiriftitg) n\ä)t blof? ben natütUebcn Job erlitten 
t)at, roelcfier in ber Irennung oon ieib unb Seele beftc^t, fonbcrn autft bic SAnierien 
be^ S^Dbid, iuie ^etruS ed nennt. Untec bieiem ^jluSbnut aber »erftelje tc^ bie rur^t« 
bare ^ng)t, uon ber feine Seele ergriffen mürbe.' 

IL Urfinui. «bficioen (Sbrilkt )ut ^Slle bcbentet i. bie U4fkm 
Dualen, Sng^e nnb Scbnterjen, toelcbe 6bnftud an feiner 6ee(e gelitten t)at« nie 
Tic bir 'I'erbammtcTi erfahren tcilo in bicfcTn tnl? in ionfTn 9c!^'r!, Taninter 
»irb aud) bie oroi tc, iiui^eri'te (SAinod) begruien, mit roclc^er Ü^n)tu<5 roabrcnb 
feines ganzen Selben^ überhäuft rourbe. i)a^ bied burcb ^bgeftiegen lut ipbQe 
bebeutet merbe, lebren bie S^sniffe ber 6^rift: Ungft ber ^5[U bat mitb ergriffen 
($f. 11«, 3): 9ei ^ fttbtt Innob m ^dUe mib f&btt »tcbet bcmuft (i Stsuu 6). 

.Daf (S^riftud aber fotd)oS babe leiben ntdffen unb n)irfli^ gelitten bobe, virb 
burcfi b'V^felbo 3c»U1"i* T'iri: ? beftätiQl: ^Inpn ber .f>Plle büt mid) ergriffen; maS 
öon (. Inifto in ber 'i^^lon Xuüibä ßcfaflt louö. -De^flleicben : ^er f)crr luoflte iljn 
lerjc^iagen mit 64)U)a(b^eit (3ef. ü3, 10). ^^etiilbt ift meine oeele bii in ben lob 
(SRat 26, 38). (SbcnfA fpvcibcn bafttc mtcb bie S^reden nnb Onalen int ®Oftcn 
Oetbfenan«, ba er 9tut f<bttibt<; bcnn ber ^err warf alle unfie Übertretungen 
auf ibn (^ef. 63, o). ^orum rief ec anft: SRetn OotV mein vantm ttaft bn 
mi(b nettafienl (9Rat. -n, u:\ 

,Wix fiflljen und auf folgenbeu ®runb: i. (Sbtiftud mu^te nic^t bloß unfern 
£eib, fonbem au(b unfre @eele erfaufen. Siaber mubte ec nicbt nur am £eibe, 
fonbcrn onib on bei 6ecle Idben. s. <Sr ntnble im! non ben flneficn luib Ouolcn 
ber ^ÖHe befreien. Slfo mu|te er biefe felbft ecfa^rat. ^ie« gefcbab t)or feinem 
lobe, über ni(tt am 2ctbe; benn beffen Seiben rooren nur äufeerlidj. Sllfo litt et 
ten? iSc^jmerjeu an Der Seele. — C^S ift bober unjtoeifelbaft, bof? burdi biefen ^rtilel 
übgcitiegen jur ^öUe bie innerU4)cn Scelenleiben ioUen be^eici^net tuerOin.' 

7. tflil»itti ^nnnittft (ein entf^icben anticaloinifUf^fr Sntberonec im 16. 
9ttbrbvnb«rt, fagt in feinen Jlate<bitmttfl|iiebi||ten, 1594): .$ie i&bllenfabtt bnt 
fub mit ber Seele ^(^rifti begeben, ba fte no^ in ibrem ?eibe mx, im ©arten 
am Clberß unb am Wreuj, ba er bie rctbten boUijcben Sdjreden an feiner Seele 
bat crtat)ren muiieii, a[i i^m bie gonje üai't ber Sünbe bei ganzen menfd)li(ben 
®ef(ble4)td auf leinem bilden, ia auf feiner ^eiligen Seele log, ba er fagte: Steine 
Me ifl bcttabt bii in ben Zob, nnb fftmpftc mit ber bbllif<ben Vngft, alfo bob 
ibm bieielbige aucf) ben blutigen Sd)n)eib au« fehlen beitigen ^bem trieb, »ie er 
benn ^>ema<b au<b »on ©runb feinc«^ .^lecjenä \m bitterer .^^öOcnquat unb ÜI^nrtiT 
f(brie: ^fflein Öott, 'mein Wott, rcorum bnÜ bu iiuA uerlailen! 3)a but «r iimbr^ 
bafttg bie Scbreden ber ^ölk gerü^lt, unb aUe (jiutcu be^ ^orneft ©ottee rauj^itcn 
bnmnO über feinem ^aupt bin. non biefer t>öUe, b. u non biefer ^öQifcbcn 
IM mib B^nSm, ift eiocntliib bet 6|mt4 bei l^aUni x» netflebenr nl« nom 
9lcHiol 0cfa8t «iib, 9f. Vtwlt bet ^ftOe bot mi^ gctioflim.* 



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192 



8. 2)ic 3Iuffa|funn , ^af^ Obr^uts bie 'iiugit bcv nn ferner <Seclc, 

unb nid)t nac^ feinem ^obc m bem Ort ber ^.^erbatnmten, jonbcrn bei feinem 
fieibcn in 0)etl)femane unb am Äreu^ empfunben \)at, ift un^^roeifclfiaft bic 
ric^itigc; benn mit feinem lobe wax ba^ ßrlöfungsujeii uulienbei {^oi). VJ, 
30: ift wtiktad)t). Kber baS ge^i)rt eigentli^i jur 37. t^rage« von 
QfynfA Selben, »er Ijot fonberlic^ am <Snbe feine« Men« bcn ®otteB 
»tber bie Sflnbe be< ganzen menfi^Iu^en ®cf(^Ie(^t9 getnften.'' 5Der SuS« 
bruct .»abgcfitegen sut l^ftlle* folgt aber na(^: gellorben unb Begraben, 
unb njcift and) barauf f)in, roo bie ©ccle G^rifti na^ bem Tobe blieb, 
toälirenb fein lüetb im &xaht lag. ^ei^t aud) nicgenb^ ba| ($^nfiuft aufs 
erftanbcn ift qu§ bem l'obc, fonbern '■tu'? bcn Xoten". 

!>. '?yaö in ber beutfdjcn ^-iibeiubcrfelung mit „.<>bllc" rotcberflec^ebcn 
vi't — Sc^eol, .^abcä — ^ot im ßirunbtcft balb bie 'i^cbeutung öirab, balb 
Ort ober Dual ber 3Jcrbammtcn, balb bebeutet cä bie !IotenJDelt b. i. 
bie (Defamtljett ber aus bem irbifd^en :^e&en '^Ibgefc^iebenen, rcclc^c luieber 
in 6cK0e unb SSetbammte getrennt fmb. 6l)n[tui bleibt im Xobe, b. l trn 
Sobc^ftanb, folange £eib unb ®eele gefc^ieben ftnb. 

10. IBte nnr uns bie S^otenwett 5n beulen ^aben, tfft aus bem 
®Iet<|nis vom retd^en SRann unb bem armen SajaruS (Sut. 16, 19—^1) 
erft(|tli(^, mobei feft)u(|alten ift, ba^ bem $ilblid)en in ben @Ieid^niffen beS 
^erm feine ^!^'!)antafteen , fonbern ftetg t^atfäc^Iic^e $erl)ältniff€ )u grunbe 
liegen. ^Die nuö biefem Seben 3Ibgefd)tcbcnfn bcfinben fid) an jtüei von ein^ 
anber obllig getrennten Crten. 93. 26: (iö ift jroifdjen unö unb eu^ 
eine grofee Kluft (unubcrfteiglid^e 2;rcnnung) befeftigt, ba&, bie bn njollten 
ron Rinnen f)inobfa^ren eud>, fönncn n\d)t, unb auc^ nidjt von bannen 
uns» i^eiuberful^rcn. %ui bem iUusbiud „Ijinab falzten" unb auä 23. 23, 
mo ber reid^ie ÜKann »feine S(ugen aufhob unb Slbra^am fal| oon ferne", 
gel)t ^eroor, ba^ ber Ort ber Seligen in ber ^ ö ^ e (im „Gimmel", roo^tn 
bie Zeitigen (Sngel bet iSajaruft 6eele gebraclt) unb ber Ort ber ^« 
bammten in ber ^iefe (ber ^^üe", wo aad^ bie gefallenen (Engel ftil^ 
befinben, 9)tai 26, 41) i|i SDie Schrift fpritlit nid)t bIo| vom Gimmel im 
oUgetnrincn, fonbern auc^ von „§tmmeln". ^aulud „roarb entjüdt biö 
in bcn Glitten ^immcl". (2 5?or. 12, 2.) {5J)iiftu§ fagt : ^n meine« 5]lnter§ 
J^aufe fmb üiele 3\>ohnungen. Qol). 14, 2.) 2)er Ort ber Seligen, 
roo bie (iilaubigen be& .Ulten ibunbeö bie $Ruf)e unb (irquicfung beö croigen 
i'ebcnS genoffen, n)irb „odjo^ Slbral^amö" genannt, rocil bei i^m, bem 
ÜJatti ber ©laubigen, bitjienigcn feiner lJiact|fommen „perfommelt" würben (»er 
marb oerfammelt feinem Sott"), bie jum ewigen Sdben »eroibnct »tren, 
2)0^ ift an^ bie Seele (S^rifti, als eines So^neS Slbra^amS na<| bem 
gfletfc^, im 3;obe gegangen, wo ^e au^ in bcn ^finben feines ^immltf c^en 
SaterS »ar, in bie er fle (feinen menf(^Ii(^en »©eift*, Suf. 23, 46) befohlen 
^atte, alg er am 5treu3e oerf4|ieb. darauf jiett au^ bad SS^ort an ben 
gläubigen ed)ä(^er : „^eutc wirft bu mit mir im ^arabief c fein." (2ul. 
23, AH.) bem I)öcf)flen .f)tmmcl ber .v>crr(idi{eit, auf ben X^ron ber 
^iaiejtät ift (S^riftuS erft burc^ feine Himmelfahrt txl^dljH, 



L.iyui<.LU Oy VjOOQle 



Stage 45. 



193 



Son einer JBaa^lU^ oto einem .r^fen»^, «rie bie tdmtfcle fiim^e 

le^rt, iDetg bte ®c^ft lASfiM, elenfomenig )m9n, bll| S^riftug, tüte bie 
Iut^erif(^c Äir^ie le^rt, unmittelbar vor feiner ©rfc^einung aU 9luferftanbener 

mit Seib unb Seele nn 'Den Crt ber ^?crbammten gegangen fei, um boit 

feinen 2;riunu'b ubm- .^>dL1o unö 2)cufcl ft'tern. 

11. Sifliliuä (iöilcöof öon iapfuä im 5 'MUh-^. .6^ Üel)t Mt, bafe 
unfer ^err ^efu€ (S^riftuft in ber fediften 6tunbe getceu^igt rourbe unb am felben 
^age 3ur Sottniocit ^ingeeangen ift, am felben 2age im ®Yab gelegen, am fettoi 
Zage ju bem SUhtber gcfi^oiben ^t: ^ciite wiifl bn mit mir im $aiabiefc fein. 
Gctn Seib war babet om fetben ^age nid^t im ^mabiefe ober tn ber totenmeft, 
fonbem la^ ^nMt im Oco^e. Slic 6ccle war u&^renb breiec Zage in bei Zoten* 
mit, ni(&t im i^habe." 

12. (julgenttu« C^tjc^of Don Studpe im 6. xla^r^.): ,Dte loabre ilkn](^i)eit 
bet 6ebmi (AoHM vm ttcber gonj im Ötabc nodb gan} in ber Zotemodt, foiÄeni 
im QMbt lag ber tote Gbtiltatg feinem »irt(i(!ben ^letf^ no^, ber 6cele no^ ifl 
^btiftuS )ur ^oten»e(t bingegangen. ^erfelben @eele nad) ift er Don bort gu 
feinem ?eib, melcben er im ®rQbc gelaffen botte, jurüdgefebrt. 9]ad) feiner (Botffieit 
aber, rocld)c roebfr an etnem Ort fcftgebaltfn notb bur^) eine Scbronfe eindi diloiim 
roitb, mal u %ani im Scabe mit bem 3leif4)(« gan^ in ber Xotentodt mit bn 
6eele.' 

13. S^inflli .9Bdre (5l)riftu3 niiftt geftorben unb begraben, »er mürbe 
glauben , bofi er ein irnhrcr ^Picnjcb fei? I^aber b^ben bic Qpoftolifd)en T^älcx m 
@Qmbo[um binjugefügt: abßeftieflen jur Untcrroelt. ^iefc^ iiu^brude« bebicnen fie 
fiäi als einer Umf(breibung, um ben »a^ren iob ju be^eidtnen. Xcnn in ber 
ttnlmoelt fein, bei&t gef (bieben fein aiig bem URenf^Icben, unü jeigt an, ba| bie 
StrafI feiner Mfnng au^ big inr Untenwlt g^brnngen fei.' 

14* Oleoianul Seine @eele rubtenidbt im ®rab, ging au(b nicbt um auf 
©rbcn, fonbern fcbnlb Ttc non ibrem Ceib gef;!bi(ben, ift fic bobin ßefabren, bn bie 
Seelen ^or i [aubtgen, bic Don ibrem Seib aufgcldfet finb« in ber ^eube unb Selig* 
leit leben, namiidi im ^Wrobie^.' 

15. ^cr gro^c (ptesb^tenanifcbe) Si)eftnun)te[>itatecbidmuf^. ,^ie <lr< 
nicbrigung ISbrißi na4 bem Zobe bellanb borin, ba| er begraben nmtb« unb im 
3uftanb ber Zoten nnb nnter ber (Senalt bei Zobeg big lum britten Zage 
blieb, mnft Qnbenvftrts mobt mit bicfot IBoriett anigcbrfidt nnb betei^net ift: 
abgefiiegen }ttc ^öllc." 



* 45. XOm nüQct uno bte ^ufei-^e^ung €^d^tf 

iSrftltd): h(it er bur<b feine 2Cuferflrbung bcn Cob ftbenvunbett, 
6a# er «tiff bct (ßcrecf^tigPeir, Mc er utiP biirct) feinet! lob cr= 
worbcn bat, fhnmc tcilhafricf madicn. ^um anbcrn: werben wir 
aud) fe^unbcr burtl? feine Ürafi erwecfft 5U einem neuen Heben. 
Sunt britten: ifl itite bie ^uferftebung Cbrif^i ein gciviffee pfanb 
imfcm fcligcn ttufnrfle^iitig. 

$fanb ober llntaffanb ifl ein 0cgmftanb, ben man fcmonb glebt ober oon 
femmtb erbAlt |nr Scrfi^emng cind 8«cf)«f4Mi* 



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%neß 46. 



%nUv. 1^on bcr ^lufcrftcliunfl (5l)rtfti befommen wir einen breifot^en 9lufeen- 
Ri lii'cldpc>J iü bcr crüe Üluljen ^ (irftlid) tiot et — tcilt)aftiö mad^en. 

b) ^elc^e« t)t bei aroeiteV ^um anbeni meiben loir — neuen fieben. 

c) Sfl^c» ifl bcr Mtte? 3iini britteii \ft un» — fcligm «uferflcbung. 



1. S>te Vttferfte^ung (Sl^rtftt befielt barm, ba| feine €eele, wm 
SSater verUdct, mit bem Seibe ftd^ mieber imcmtflte, »obun^ biefer belebt 
imb aw$ oecllftit nnitbe, unb t{t alfo S^nlhi« (ebenbig unb ^enlti| aus 
bem ®vabc j^ccoocdegangen. 

2. S)er Setb, mit ipel^m G^fiffaii aufcrflanben, tfl berfelbe, bec am 
Äreuj getötet unb tebloS itn GJrabe gelegen roor, ober nun o^ne Sc^roac^^eit 
unb @terblid)feit beS t^letfc^ed. ^o^. 20, 87: Stei^^e beinen ^^inger ^er unb 
fiel)e meine ;^änbe; unb reicfip beinp .^nnb fier, unb Ic^c fie in meine 
Seite (bie ©eitenrounbe burd^ bcn Spccrftidi). iiuf. 24, 39 — 40; Offb. 
1, 4H: wor tot, unb fiefie idj bin lebenbig von ^roi^feit ^u 
(Jroigleit. ^){bm, G, H: Sßir roiffen, ba[? (5bnftu§, von ben loten erroedt, 
^infon ntdjt ttn bt; ber lob roirb ^infint n\d)t ubcv tbn tienidjen. 

8. ^ie i}lufeiilel)ung (5l}rifti i[t ein ih?crt beä brcicinit^cn (^iotteä. 
^er iBater ^at it)n au [er tue dt. SIpg. 2, 32: Xte[en ^efum ^at (^ott 
aufetmedt. SUIm. 6, 4: 6^n)tug ift aufenoedt von ben 3lotcn bmc^ bie 
{>err[i(|feit bcS SSaterd. ^ebr. 13, SO: ®ott aber beS Sfriebenft von 
ben Xoten auioeffl^ ben giofien 4^rlen ber ®(^afe. ~ (S^flud auf > 
erftanben bur(§ bie straft feinet @olt^ett als bed Sonnet, ^o^. 8, 19: 
Sred^et biefeti Stempel (meinen Scib), unb am britten Xagc roitt i<| i^n auf* 
nö)ten. ^o\). 10, 18: ^d) Jjabe eS (mein l'eben) ÜJlac^t ju laffen, unb l^abc 
e?* '^Jla^t rciebcr ju nehmen. — Xurc^ ben J&eilic^cn ©ei^t offenbart 
fic^ immer bie göttliche ^ebenomadji. ^ob, G, C3: 2^er C^cift ift e§, ber ba 
lebenbig mad^t. 9li)m. 10; S)er (^eift bes, ber ^efum oon ben Xoten 
ouferiuedet l^at. 

4. (5t)riftu8 ift am britten Tage nuferftanbcn; nicf)t friifjcr, bamit fem 
roirihd)« Tob beroiefen luiuDc, nia;t ipater, ba am britten Tage bie i>cr- 
wefung bcö Seic^nam« beginnt 3o^. 11, 39 oon fiajaruS: er ftinfet ft^on 
(Qcvoefungdgeruc^), benn er ifl oter 2;agc gelegen (im ®rabe). ^efu Seib 
aber foOte nii^t nerwefen. SCpg. 13, 35. 37: 6r (>er ^lige @eift burt^ 
S)airib, $f. 16, 10) fpri(^t: 3)u »trft nii^t gugeben, bo| bein ^ctliocr bie 
ScnDefung fe^e. ^en aber @ott auferroe(ft ^at (^efud), ber ^at bie SSev« 
wefung ni(^t gefe^en (fein Seib tfl nii^t in ^^erroefung übergegangen), 
^efu i^Hb ift mdn rerroefet, fonbem er tfl oenoanbelt, b. t. ner^errlii^t, M 
bem (i^rube l^eruorgegangen. 

'>. 5?üfe (5!)nftuö von bcn Trtcn n^dfirhaftif^ unb leibhaftig oufers 
ftanbcn, ift oon ber grö|ten iiUu^tigiett; benn barauf beruht unfer ganger 



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195 



S^riftcnglaube, unfere Seligttit uiib baö eioige £e6cn. 1 Rot. Ib, 17— Ii): 
Sil QfynfM ni^t auferftanben, fo ift euer @(att(e eilel (umfonft), fo fetb 
i§r iuh| m niem ©ftnben; fo ^nb au<| bte, fo in iSfynfto (int glauben an 
t^n) cnif<^Iafen ftnb, vcvloien; — fo ftnb loiv bie cUnbeißcn unter allen 
9Ienf^en (ba mix in bicfcm fieben aOe« ffir @d^bcn ai|ten unb btan 
geben um (S^iifli »tllen^ bami(^ abcv nti^M aU ben 5Cob {u ematten 
Ratten). 

^ Die Slufeiftc^ung a^ri^ ifl auf» befke bejeugt 3eu(}m{fe für 

biejeiben : 

a'' ^Sie tpar Dornet oprfünbet, foiuohl im IHltt^n leüamcnt burdj 
(5[)inii[>3 i'elbft. 1 jRor. 15, 4: (i:v n't üu[ci)tanbcn am tnitten Tage nad^ 
bei odjrift. 'sJSf. IG, 10: 2)u \mi\i »ueme ©eele nid^t m bei .nulle (unter 
ber QJemnlt bed Xobed) (afjen, unb nic^t jugeben, ba^ bein ^eiliger oerroefe. 
^ef. 53, 8: ift Ott! ber 9(ngft uifb (Seric^t genommen; n»r wiS feind 
Stbcn» Sftngc auftr^cn? Sorbtlbcr waren im KIten Ounbe: S)ie Kitts 
f&l^g 9{oa|S M bcm ftafUn (1 SRofe 8, 16), Sfaaft iDpferung (1 9Rofc 
22, 4. 12), 3ofep^» (Srlö^ung ouft bcm Iterfer (i "^ofe 41^ 37 %), bie 
blü^enbc »tute 9laron8 (4 «Wo|e 17, 1—11), Sona («Wat. 12, 40) tt. a. — 
^^riftuö [elbfl ^ot feinen Süngeni ju brei ücrfc^iebcnen ^^alen e8 oorauS 
gefagt, ba^ er am britten 2^agc auferftefien trerbe: WlaL 16, 21; 17, 23; 
20, ly, loojiu no(^ fein SBort ^o!}. 2, 19 fommt. 

^) 5)ic erfolgte ^ufcrftetjung (5J)rifti ift bezeugt: 

1. \£)uvd) jeinc Jeinbe. (Sie raupen von ber 'jiorfjerl'agung ber Ütuf: 
erfie^ung burc^ (S^riftud unb befürchteten btefelbe. 3)lat 27, 63. 64. 9(ber 
tro| 3tein, ^cgci nnb ^ftter <9L 65. 66) ift er ouferftanben. S)te ^fiter, 
bie ^bnifi^en Aviegiltted^, ocrlUnbetett aOeS, mtä gcfcNI^ mar, mutzen 
aber 9on ben ^uben }ur Sttge cctaufl. (9Rat SS, 11—15.) 

2. ^urc^ bie (Sngel. SRai S8, 6: 9s ifl ouferflanben, nie er gefagt 
|ai (Suf. 24, 23.) 

3. ^urc^ feine Grfc^einung oor ben ^üngcrinnen. — 
^er-SJUria «üiagbolena, ;^oI). 20, 11—18. — Slnbercn grauen, '^ßlat 
28, !♦. 10. — ^em ^^^etcuä, iiiuf. 24, 34; 1 Äor. 15, 5. - ^en ^mmaus. 
jüniu'tn, i'uf. LU, IH— 35. — 2)en ;^süngern o^nc Ktomao om ^i'fbenb 
be;j iiiu|ei)ieljun^6ia9eö, ^üIj. 20, lU — 25, adjt Xagt baiauy ötu ^un^eni 
famt %ffOma&, 31 26—29. — 2im See Liberia«, 3o|. 21, 1—14. — 
S»f bem 9ergc in ®altIAa, SRot 38, 16; 1 Aor. 15, 6 (gefe^en oon 
meir benn ffinf^unbcrft 9rflbem aitf einmal^ beten no^ oicU leben, — um 
bo» 3a^r 57 n. 6^1;). — S)cm gafobui, 8raber beg ^^cim, l Stvt, 
15, 7. — 3ule^t ben elf Slpofteln auf bem Clberg bei ber {Himmelfahrt, 
aJirt. 16, 19; 2ul 24, 50; ^ 1, 4—9. 

^er 3IuferftQnbene erfc^ien in üerflnrter l'cib Itdjfeit. Gr i|t unb 
trinft, nic^t roeil er ber ^ia^ruiu^ btbuvfte, fonbem um feine ii^ünger 
über^^eugen, bo^ er leibtiaftig auferftanben ift. (iJuf. 24, 39 — 43; ^ilpg. 
10, 41.) @r tritt pli^^ltd) muten unter jeine !^ünger, aucl^ bei oerjc^loijenen 

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ttykm; fSac feinen oevIUvten Sittb U^t fem ti^if^eS ^mbcmtS. 
(3o^. 20, 21. 26.) 

31 aö^ feiner .^tmmelfa^rt ift ß^riftuö erfd^ienen bem Step^anu§ 
7, 50), bem ^^Uulus (i)(p9. 3. 5; 1 J?or. 15,8), bem ^o^anncö 
(iDffb. 1, 1- — 18), unb ^luac in feiner ocrflärten menfdilidjen !iidbli^feit. 

4. 5)urc^ bie jünger, roeldje feine äi^orte, öap er am briMen ^age 
fluferfte^en roerbe, teils nid)t nefa^t (2uf. 18, ;i 4), teils nercieffcn b'^tten 
(2uf. 24, 21); loelc^e bie örfctjeinuii^eii btü ^ujeiiiaubciieii ntd/t eiiDürtctcn 
unb babei erfci^ralen (Sul. 24, 37), ja |um teil an feinet roirflic^en 9(uf« 
erfte^ung noi) jroeifeUen Qo^. 20, 25; fRit 16, 14). SBenn biefe jünger 
bomt aus PoKcr tÜcrjeugung unb Orfft^n^ bie Sluferltetinig (S^iiflt «er« 
fOnbigen imb baf&r in ben ^b ffiSj/m, fo fu^ fie gewil intoeibiM^tige 
3^0cn* 

5. Shit^ bie $ eiligen be§ '2([ten Sunbe«, n)el(^e nac^ ber Stuferjle^ung 
€^nfti aus i^ren @täbem in bte @tabt ^enifaiem tarnen unb PieUn er« 
fi^iencn. Wat. 27, 52. 53. 

6. S)ur(^ bt'ö er^ö^ten .'peilanbeä eigenes ^eugnis, Dffb. l, 18: ^(^ 
n>ar tot, unb fie^e, i<^ bin lebenbiq »on ©roigfeit ju Cfroigfeit. 

7. ^urd^ bie ätuöbreituug uub ben ^eftanb feines» dtett^ee auf @rben, 
bot leinen loten/ fonbecn einen lebenbigen König ^aben nni|. Wlat 28, 
IB. SO: Wt iji gegeben aDe (Sevalt im Gimmel unb auf Men. ttnb 
fieH ^ ^ ^ ^ olle ^oge, big an bev SBett ISnbe. 

7. Oleoianul. .SMb glaube, ba| ber ^eilige ®otte«, 3cfu» Qbrifhif, bicnKil 
feine 3Rcnf(!^()eit mit ber flöttlic^cn ?Ratur pcrfönlitb oereinißt war, unb er an ftcb 
felbft rein war oon allen Sünbcn, unb oud) unfrc Sünben, bic er auf r«d) Benommen, 
DoQfommen bejablt l)at, nidjt ^at tonnen Dom Xob, fo aDein bur4) bie Sflnbe in 
bie SBelt getommen war, behalten »erben (Hpg. 2, 24), unb berwegen, wie ed ®ott 
luvoT McoTbnd unb gdocigfogt batte, om btUten Sage »Idxr aufetfloiiben fei Doa 
ben !loten in ein unfterblic^cg fieben, unb fiib alfo mit bet 2bat eqcigt bttbe att 
ein QbeciDtiibec bec 6ibibm iiitb bcA Xobeg.' 

II. ])er brnfad^e ila^eti Ut MfttMm^ ^t^rifti 

A« %n cf|b 9i|en t|l unfve SMitfeeUfRug* 

1. S^rifiud ^at burc^ feinen ^b fttr unfre Sünben beja^It unb ung 
baburc^ bie ©erec^tigf eit erworben. Der SCob ^otte bonim feine 

''}]'acf;it, ilin ^tt finltpn, roeil C^firiftu'^ ofinc Züti'dc Tr»ar. .<öebr. 7, 27: @inen 
fold)en ^ü^enprtefter mußten mir l)abcn, bem nic^t iaglic^ not lüäre, ^nerft 
für eigene (Sünbe Opfer ju tljun. ®ärc ß^riftuö im ©rabf (]ililicben, 
fo ^ätte fein Xob unö nicbts (?cnü^t. 1 Mor. 15, 17: 9!ft 6^rt|tu9 n\d)i 
auferftanben , fo feiö li^i md) m euern Sünben. feine l^uferfteljung 

aber ^at er fid^ alg ben @o§n @otted enoiefen, ber nic^t für f4, fonbem 
fftrimi bie ^ulb gefü^nt ^at, olfo felbft ni^t bem t^obe Per^aftet ift. 
Mn. 1/4: <Sr tfl fiAflig(u( ermiefen ein eo^ ^otleg. 9t9m. 4, 25: 
®ptt |Qt unfern ^erm ^m tt^rifhtm oufecnietfct von ben t:olcn, wcl4|cr 



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197 



ift um unf rer @ünbe roiUen ba^m gegeben unb um unfrer ©erec^tigs 
leit toiHen aiferroecft. 

2. 2)Qäu mu^te er auferfte^en, ba^ er un8 ber erworbenen ©crec^tigfeU, 
b. i ber Vergebung ber ©ftnben, Umt teilhaftig m a e n unb tirir in 
feiner Suferfte^ung bafOr ein %mSx^ Stegel ^aben. 2 %m, 1, 10: Unfer 
^eiCoiA 3efu« ^^rifhii, |at bem Xobe bie Wi^ genfimmen unb baS Igeben 
unb unoergänglid)ed SBefen an ba§ gebrad^t. Dffb. 3, 7: M fogt 
ber ^eilige, ber SBa^r^afttge, ber ba l)at ben ©(^lüjfel 2>aoib8, ber auf? 
t^ut, unb nicmanb fc^tie^ct ju, ber ^ufcfiliefU, unb nit'mnnb thnt auf. 

3. OleDinnu^: .Ter crfte ^lu^cn ift, t>aB bie "•iluiL-rttoliutui L^^rtjti wv^ citi 
geroiffe« 3««0iud ijt, ba^ unä ÖJott fo ßete^jt bölt oor feinen klugen, al« ber ictb 
(E^rifti roor, ba er aufi aOen unfern @ünben auferftanben ift oon ben Zoten, »elcbeö 
6t. $on(ttg Icbict: 6o (Sbrifhi« niilbt mifecftonben märe, fo vftiet ibt no4 in «uem 
6ünben. (i Äor. 15, 17.) Dorau« folflt, bafe, bieweil GbriftuS auferftanben ift, 
bie W!!n!bi0cn nl^t mcbr in ihren rfinbeii fmb; nicfjt bafe feine cfmbe mcbr in 
i{)iun ici , ionbern i>a\\ He i^uen oerjic^cu ift unD nid)t jugerct^net loirb. 2)enn 
biciseU i:,^[i|tuä nicbt in feinen« fonbem in ollen unfern 6anben, hü in unfer (^rab, 
0cflinb«i ift, jebod) auft benfetben aOcn unfern Sünben auferfte^et, fo mub folgen, 
bab ttidbt eine »on oOen unfcm 6flnben, bie f ftmtlitb auf ben fieib GlrifU fieMocfen 
waren, übrig geblieben fei, bie nicbt DoQfommen geftraft unb be^ablt märe. 6onft 
bätte (Sbriftu$ nid^t fönncn auferftel)en, benn »0 niMb eine 6anbe fibrig ifi, ba ifl 
niKb ber 3olb ber 8unbc, nämlid) ber ^ob.' 

B. !^rr iiieite fttt|en iü nnfre ^ebenbigmaibviig nnb Heiligung. 

1. Tob unb ^fuferffe^ung S^rifli fmb fein bIo|?cr '*^?rüu'f^ ^brr '^icc^ts^ 
[lanbii, auf ben nur unä nu^erüd) berufen fönntcn; fonbem rocnn (ifjnftuS 
uns bcv Wercditüifitt, ber ^tudjt [cineö XobeS unb feiner Sluferfte^ung, teil; 
Ijaftig innd;t, [o muffen roir bie .straft berfelben innerlich erfahren unb 
eö gereidjt uiiö biefelbe ju unjrcr gctitlid^eu :2Au(er)tehung^ wir werben 
^e^t", b. i. hier in biefem Seben, auft bem @ünbenleben enoedt ^u einem 
neuen geben. ®a6 gefc^ieht burc^ bie Sebenbigmac^ung ober fflieber« 
geburt im {^eiligen <9ei{l unb unfre Heiligung, aber nit^tanft uni felbet, 
fonbem „burd^ feine (Obrifti) ftraft*. 9Bie bie Sbflerbting bcS alten 
3Renf(hen (^v. 43, I, l) bur^i bie Äraft beä 3:obe« (S^nfti crf*e 
Stüd unfrer Heiligung ift, fo ift bie ^nuecfung beä neuen ^JRen^fSftn, beg 
neuen l'ebenä in unö, burd) bi? Äraft feiner 9(iif erftchunq bae zweite 
■^md unfrer .vieUigung. diom. 6, 4. 6: ©o fmö luir je mit ti^nfto be^ 
graben burc^ bie Xaufe unb ben 2ob, auf bafe, loic (S^nft"*^ 'ft aufenrecfet 
üon ben Xoten, alfo foden auä) mir in einem neuen x^^eben manbeln. 
itol. 2^ 12. 13: £)a luir tot roaren in 3ünbin, l)at &ott unü famt 6^^1)11) 
lebenbig gema(|t, unb ^ai ung famt t|m oufenoeett unb famt i^m in 
bag |immttf<|e SBcfcn nerfe^t, in (S^^ ^u. 2 St9t, 6, 17: ^ft 
iemanb in (S^f^, fo ifl er eine neue Jlreatur <9tettf<i^bpfmig); bot IKtte 
ift oergangen, fte^e, eg ifl allcg neu norben. $|it. 8, ^14. 

2. rieöianu«. ,l5er anbere 9lu|jen ift bie gebenbigmacbung. ^enn 
gleu^nie ^bnftud« ba er oon ben Zoten aufenoedt »irb, geregt unb freigefiwo^en 



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198 



grage 45. 



wifb Mii oOeit iinf«m 6ilnben (t Zint. 8, 16), «nb mitb juglri^ mit b8<tibiß ge« 
mad^t bunft bie j?roft ®otted ; alfo toer bunb biefelbige jtraft <9otM einen toabien 

®Iauben an ^cfum Pbriflum befommt (benn bcr 6tQutie fomntt oon cbmöcrfclbcn 
flTO^en .^röft G'^otte^. bcr, mit meldier er ^efum üon Den loten auferwedt'», ber ift 
frei un^ ficree^t gciprocben in L^ljrifto oon allen feinen 6ünl>en, unb ift ftimt Cbrifto 
f(^on iebenbig gemacht }um ewigen Seben. (^^. 2, 4—10.) Saju foiumt, baB mir 
au9 bev HufeMunn iSbtifH gevil fhib, hd mir in bem mittn <8Imiben, bcn 
mit bunb feine iltaft betommen babenr iveeben beftftnbig bleiben unb bebarten 
bis an« 6nbe, unb nid)t oon ^firifto abfollen werben. T'enn (ileidbwic ßbnftuä 
nidjt ntebr ftirbt, fonbern lebt in einem foI(ben fieben, wcldie* in i^m nimmernicbt 
tann aur^öteii ober ^erftört werben (!Höni. 10), olfo bie burc^ ben (Einüben 
dbtifto einoerleibt ftnb, bie belommen aud ibm ein geiftlicb^d ^eben, mlä^ii ber 
<9cift abtifK, ber »nftletdb in iSbtiito unb in ibnen tDoint, in i^nen loirfet, »eTAe« 
Seben nimmermebr banatb, ja anäi ni(bt, menn flleid^ Seib unb Seele Mitcinanber 
fd)cib>'n, 'nnn nii?;idofd)t werben. {1 l^cfr. !, 3. ."v. ; ®al. 90.) Ticmeil benn 
bad Ücben L^tjnin m bcn Gläubigen nnn.^ni^icn ift, weldjcä lieben ß^rifti bie Uxt 
unb 92atur bat, ta$ ti nimmermehr auftjoren tonn« fo foUen Tie auäf geioib fein, 
bab er'i lut SsWommenbeit fübren »ttb.' 

C. %n biitte 9hi|en ifi nnfte J0«|erT(i4nng. 

1. 2Bie 6^nftud im 2obe unfer !öürge war, bcr für unä bie 6(^ulb 
bega^It I)Qt, fo ift feine Sfuferfle^unc; für uns baä *ipf anb, b. i. bie geroiffc 
5Berfid)erung , ba^ aud^ unfer 2eib, menn er ticrctnft bem ^eitlic^cn "xobe 
oerfäUt, burdj bie Äraft feiner ^uferfte^uncj am Dem otaube roieber ^er^ 
neftedt unb ocrbeiTlic^t wirb, roie ß^riftuö mit feinem uernarten l^eibe auf- 
erftanben ifl vün ben Xoten. ^o^. 11, 25.26; 34> Sluferftc^ung 
unb bad ^eben. äBer an mic^ glaubet, ber nirb leben, ob er gleich fifirbe. 
1 Her* 15, sa 31: 9htn aber ift G^rifhtB auferftanben unb ber Srftling 
geworben unter benen, bie b« fd^Iafen (entfi^Iafen finb); fintemol bur«^ einen 
9Ienf(|en ber ^b unb bur^i einen tRenf<^en bie Huferftel^ttttg ber 
!£oten fommi G^riftud ^eigt bcr @rft(tng oon ben Xoten, unb bad ^at 
bie 53ebeutung: roie in bem Sllten Sunb burd) bic Oott bargebradjte unb 
aoheiliflitc erftc '^rufi^t beä ^elbe^ bie übrigen ^rüc^te bcr (rrntf alle flcl)einiU 
lüurben (5 "3)?ofc 26) , h mujjcn au(b alle (Ulieber (itjnfti ^ur ewigen 
.J^crrlic^lcit auferftebcn, weil t^r ^aupt, G^rifiuö, als ber @rftling ^errlid^ 
auferftonben ift. 

2. giebt am (Snbe bcr 3öclt eine ^weifadje Ü( uf ciftc^ung, eine 
jum ewigen Seben, bad ift bic feligc 3(ufcrftc^ung, unb eine }um ©erid^ 
ober ewigen 3;obe (l^o^. 5, 39). %n ber feUgen leibltd^en Suf» 
erfte^ung wirb aber nur ber teil ^aben, welker |ter f^n getfltU^ erwedt 
ifl 3u bem neuen £eben unb m bemfelben wanbeli 9ldm. 8, 11: ^erfclbe, 
bcr S^riftum oon ben 2!oten aufenoecft ^at, roirb eure ftcrblidien Selber 
lebenbig maä^m, um bcS mtUcn, bnf^ fein (^Jeift in eud) wohnet. 

8. ClcoiQnuö. Ter brittc 9^utjen ift, .biif, Die ^iluferftcbungi ^bnfti un§ 
ein gewifjed '.^fanb \\t, bab unire Seicbnome aucb werben auferfteb^n jum ewigen 
Seben. Denn bieweil nicbt allein unfre Seelen, fonbern au(b unfre Jliörper ©lieber 



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199 



(S^rilti fmb 1 f^ox. <5, 3b\ C'5 aber bcm 'iiiib iX^tifti )d)mft^li(ö (jur SAmad^'^ 
ro&tt, icitie (^lieber allezeit in tülc^m ®eftan{ (in b£t iBenoefung) laifen, jo mii^ 
folfien, ba^ burc^ benfelben ®ettt, ber bcn Sril Q^fK aiifenp«dt ^at »on k<ii £otnt, 
iial bcr au^ in iwffnii Scib ttoM# unftc Sci^nan« m hm Zot«t w(xb<ii auf* 

enoedt »erben (SHtou 8, ll)r ttlt^ por ßleicIiförmiA (gtei^^Beftalten bem ^err[id)en 

^.'fibc {^hr'i]\\ mit Donfommmcnt 6ien Ober bie Sflnbc ttnb ben Job, unb tio(T-- 
fommcncr ©ercc^tigfctt unb Mlarl)cit. 3, -21. ) Xerl)alben ift uns idjon bic 

fco^Udlje idtge ^iuferft(t)ung unferd ^l^Mi^«:^ unD iolgenbc Unftcrblid^lmi uon &ött 
ittetfan»^ iiüwm er imjmi SRtttfrt »on ben Sotm oiifemedt \)ai (2 ^im. i, lo.)' 



4e. YMe iHrflelKi^ »U/ b4| er ifl 0cii ^imiBct gefA^rcnf 

JDa0 Cl;rifht6 vor ben ICugett feiner 3^n9er tft von btv Crbe 
aiifgiebobcn gen ^immd, un6 utie 5u gut bafelbfi tfl, bie er 
wiebettommt/ su ritbten bie (ebenbigen unb bie Cofcn. 

Untw. Öt)ri)tu« ifi oon ber (Srbe aufflc^oben pen .^immel. 

Bie ifl (S^sifhift goi ^tmmcl flffa(^cen? 6i(^t&ar, ooi ben Xvocii feiner 

jünger. 

b) SBaS traben rotr oon feiner ^immelfa|)rt? 6r tft und gut im Gimmel, 
e) 9Bie longe »ttb er im ^rnmet Iblbenf OÜ ba| er «iebcvtommt, 
ri<^ten bie Qebenbigen unb bie Zoten. 



Urfinu^ .Ter Hatecfti^mii'^ frnfit bicr ni(^t4 mcljr, benii nur, rote bie (^cM^icfitf 
ber $immei?a^n Cit)ri|ti oeciul^en fei, ober roa& ba bcifee: g«n .v^imntei [a^rcn. 
fDaft aber btr 9itt|en unb Zroft fei, bcn mir baraul boben, unb lu mei^ier ^m* 
Kdbleil mb SRojeflU GbriM binauf in ben ^inmut «efabren fei, oirb in bcn 
folgenben ^agen unb in bem ^rtifel ttm 6ioen (^hrifti jur Sichten 9otM crllArt." 

1. 'i'facfi ff'inev ?rufcrfte^im(^ t)erfcf)rte ("^firiftiiö mit feinen ^!inq?m 
noc^ H)dt)rcnti iMcr;iiT Iii gen, mbcm er it)ncn \)ie unb ba crfc^icn unb 
fid) mit iljnen unterrcbctc uom :){eid)c Ü)otte&. 3lpfl. 1, 3: 9BeIc[)en (ben 
^pc|ieln) er fi^ m&i feinem Vctben lebenbiß erjeit^t ^atte, burd> mandierlei 
@ni)ei jungen ^ unb lie^ fic^ feigen unter i^nen oierjig Xage lang, unb 
rebele mit i^nen vm SVci^ ®otM. — S>en nterjig iogen in ber 9Bfifle 
bei bem Antritt feinet (Srlftfcmmtd entfprcf^en biefe vierzig Xäge am B^ln^ 
beAfelben ouf dtben, unb bie ^Iflnger mar bicfet gettmetfe Um^onu mit 
bem 3(uferftanbenen, im Unterf<i^ieb oon bem vorder täglif^en, eine Sßots 
bereitung auf bie ^nt, mann fie ben in ben Gimmel (Sr^b^n nid^t me|r 
mit bem fctblid^en ^tuge fe^en werben. . 

2. 6I)nftuö ift in ben .fiimme! aufgenommen. 
Urfinu«. .Unter J^immel »erfte^ bie Scferift breiertoi : 

,a) ^en Suft> ober Soltenbimmel. 'JHaL 6, 26: ^d^auct bie ^ogel an 
unter bem ^immd. 

Um ttber ober 6ternenbimmcl. 8# 4: t>enn i<b werbe feben bie 
Gimmel, beiner Ringer ÜBert, bcn SRonb unb bie €teme, bie bu berciteft (Spb. 



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200 



4, 10: dr ift aut^eia^ien übte aik ^immei ^ubei bte für Hi mtn\^iiäit äuge 
fic^tlKirm ^iMMdifftuac). 

,t) Ort Ut 6e(ieeii (bot ^li^leiMiteMd), mU|c» tÜ icn» tn* 

ttmt^iidiUe, Ud|)tDoQfte, prAc^tige 9{aum au^er unb Übti biefer ®<(t unb bteffm 
ri(fttt»aren f>inimcl, bte SBohnunp dottrt, ber ©nflel unb bcr foüftm ^T1?cn^'4?n, barn 
Oott uiunttielbar unb ()err(id) ndi offenbart in alle öroipfcu unö nd) mitteilt bm 
feligm (higein unb ÜRenfc^en, too bereitet ift bei ii^o^iiit^ unjret oeligfeit mU 
d^flo nitb bm bnU0cn 9eiflcaL Qam gefagt micb« 1mi| 9alt i« bicfem ^knmd 
tooi)ne, fo ifl bM nit^t }U oerfte^, aU mftrbe er m ifflctib cfaMR Sfanui n» 
f.ijloiien , fonbem Weil er fi(^ bafelftfl am meiften offenbart unb feine ^»frrlic&teit 
ben feliecn (fnflelit unb Wmft^en mitgeteilt wirb. 6r rotrb in ber SArift genannt 
bie jufünftige SBelt, ber neue Gimmel, baö neue 3«tufolem :c. fielet .'Dimmd i't 
ni(^t aUentljafben, fonbem in ber ^bi^t, oon ber 6rbe unb oon ber J^oUe geidjteütn. 
3ii btcfcn ^iimii«C ifl «ia cuMUt (f Mn. ii.) 9mi biefcm ^unwf ifl ber 
Reißet <Mft iin^ ^Qfl« ^fingften ßefomtnen. (t(pg. 2, 2.) $auluö iwntt 
Pen britfcn .f»tninu"'(, "-' ,^?or. 12, 2.) Ttifer .'i^irnTTtrl tft ntidi f]!"'" '^r, iß' gemeint. 
3n bufin >>immel olfo, b. i. in ben .<?immi[ ber c.lsgen, i|t L^^nnu^ aufflcfal)rcn ; 
bajelöli »jt er, unb oon ba rotrb er »iiöertomnu'it nai) bcm ^cugni* ber Sd>rifl. 

JMt tnü ober beft^alb, ba6 mir ben Ort mntn, aoinn (S^riftud aufgefahren 
tli: 1. bawlt feftfte^/ ba| er cm toabnr (»IrtU^) 9lcnf4 fei« imb ba^ er ni^l 
berf(^n)unben (oufgelöft), fonbem geblieben fei unb bleiben »erbe für intmerbar äin 
Wol)rer SWenft^ im .^immel; 2. bamit roir müßten, roo^in mir unfrc (^cbanfctt ;u 
ricbtcn haben, unb too roir iljn fu^en foUten (jtol. 3, i) unb ber Öö^enbienn ci': 
mieben roerbe; 3. bo^ mit unfre ^eimat »übten, in roelc^e uni (it^riftuS einführen 
ivixb imb in ivir mit G^fto »obnen wetben." 

8. S^riftud ift na^ feiner menf(!^ü(|ett 9latur nt ben Gimmel cm« 
gegangen, mit bemfelbcn 8etb^ mit »cU^ er Stenfc^ gemwcbm mar, auf 
Mcn gelebt unb gfitticn Ifok, geflorben unb oufecflanben t|l, unb ber nun 
vSnig vec^tt^t tji ©onft Ratten feine länger i^n nii^ !önnen fe^en 
gen Gimmel fahren, ^rf. 16, 19: ^er J^err, na<|bcm er mit i^nen (ben 
^imt^crn) qerebft f)titte, roarb er nufgeljobcn gm ^immeL 2uf. 24, 51: 

t^cfdjßh, ba « fie fegnetc, fc^ieb er oon i^nen unb ful)r auf gen 
A^immel. 5!ipg. 1, 9, 10: 3)tt er foldie« gffogt, max'O ex auf9ef)obert },U' 
feljenb^ (fo ta^ c& bie Cllünfler fa^en), unb eine ffiolfe nal)m i^n auf 
Düi i^cen ilugen »eg. Unb aU fte i^m nac^fal^en gen ^immel 
fa^renb — . 

Jtaö) feiner göttlid^en ftatur mar unb bttcbC^rifiud aud^ nac^ feiner 
fRenf(l|merlMni0 aOent^atben, alfo mn^ im ^tmmet. 3, 13 ((l|iifluft 
jpnd^t }u 9ti{Äemuft): 9liemanb fähret gen ^tmmel^ benn ber vom Gimmel 
^emieber gefommen ift, nftmfi«^ bc« SRenfc^en Sofyn, ber im (Gimmel ifl 

iüH ber @o|n @otted). 

4. Seugniffe fftr bie Himmelfahrt (E^tifti. 

a Tie SÖciäfagung im Gilten Xeftament: I. SBort, ^f. 47, 6: 
(iioU fahret auf mit '^aitcfi^n, nn^ ber .^err mit ^eEer ^ofaune. Sßf. 
68, 19: 2)u fatft in bie ^o^c gefahren, unb haft baS ®efängm€ gei 
fangen (AoL 1, 13; 2, 15), bu ^aft @aben empfangen für bie "SJUnid^m, 



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* 



201 

aud^ bie Slbhünniqen , bafe ©Ott ber ^nr bafelbft roo^ne. 2. ^sn Sor: 
bilbcrn: .f^enod) il ^ofe 5, 24), eiia (2 Hön. 2, 11), bem §o^en^ 
p rieftet, ber \m fliitg ($ebr. 9, 24). 

b) G^riftud ^at fte felbft voraudgefagt. ^o^. 3, 13: SHentonb fahret 
%9n l^immel^ att befi Slcnft^en Go^n. ^o^. 16, 38: 34> oom 
Mar auigesitiigen unb gelommcit in bie SBelt; nricbcnim «erlaffe id( bie 
Seit unb ge^e gum Satef. ^o^ 30, 17: ®e|c )tt mcincii Qrfibcim 
nnb fofte t^nen: ^df fa^ve auf meinciii ^ter unb )u eucvm SSatet, gu 
metnem @ott unb gu euerm @ott. 

c) ©eine ^wn^cr. ^pct. 2, :VA ("Uetruä): (?r ift nun burc^ bie '1?ed^tc 
©otte« cr^ö^ct. ßp^. 4, 10: 'Der hinunter (oom .^)immel auf bie erbe) 
gefaliren ift, bad ift berfelbe. ber aufgefahren ift über alle .vSimmel. 
1 ^etr. 3, 24: Gr ift jur ^Hedjten ©otteiS in ben Gimmel gefal^ren. 

d) (Seine fpäteren @rf (j|)einungen oom Gimmel l^er, bem Ste: 
ptiamiB (Xpg. 7, 55), bem fkntlitf (3(pg. 9, 3; 18, 9), bem So^anncS 
(Dffb. 1, 7 ff.). 

•) S)te 9ttft0te{ittitg be* ^eiligen ®eiflcs, ioel(|en (SfynftuA oom 
$ater ^u jcnben feinen Jüngern oertieigen ^atte (^^l* 36). SC|»9. 3, 3: 
m Oefd^al^ fd^neU ein Traufen vom^tmmel. 

5. 6^rijhi§ ift „nn§ (tut* gen Gimmel gefahren, ^oh. 14, 3 (n. 

aen. nf>pr?.': ?Vlenn irfj ^ingeJje, eucf) bie Statte ju bereiten, fo inill id) nud^ 
luiebeifoTinneii. i^ol). 16, 7: ;>ffi fnac ntd) bie 5öa^r^cit: t|"t eucf) ßut, 
ba| ic^ l)ingel)e. ^enn fo id) nid)t hingehe, fo fommt ber Xröfter nic(|t ju 
eut^. 6o id) aber f)ingehe, n>iü ic^ if)n :(u eud) fenben. 

6. G^riftuö bleibt im Gimmel, biä ju feiner iBieberfunft am jüngftcn 
^oge. Äpg. 21 (n. gen. Übcrf.i: ©eldjen (b. i. (Ebrifttmn muß ber 
^immel einnehmen (aufnehmen), bid auf bie ^<e\t, ba guved^tgebvad^t (eifüHt) 
werbe aOeft, woB <iott geriet l^üt bur^ ben ^nb aller feiner fettigen 
^Mpleten, mm b«r 9BeIt an. 9^at. 34, 30: XUbann werben fte fe^en 
fommen beft 9Rfnf<^en 6o^n in benffioQen bef Rimmels, miigrofter 
Äraft unb .§errli(^feit. Äol. 3, 1: Suchet, moS broben ift, ba (S^riftuä 
ift, fi^enb iü ber ^ec^ten ©otted. ^^il. 3, 30: Unfer tBanbel (roörtüc^: 
'7^ürgerred)t, .f^etmat) ift im .^immel, oon bannen mir aud^ warten bcft 
i|peilanbe£i ^Vfu (5f)rifti, beö ^^cxvn. 

7. 2)a| roir ben in ben A>immel ediöfiti'n .'•öctlanb ni(S)t fel)cn, mac^t 
unö ni^t irre, fonbern übt unö im CäJlauben. ^o^. 20, 29: 6elig finb, bic 
ntrfit feben, unb bod) glauben. 2 Äor. 5, 7: 3)enn lüir roanbeln im 
(»iiaubm, uii& iiidjt im od)auen. 1 ^etr. 1, 7. 8: 3Öenn nun gtoffen: 
baret wirb ^e\ui Sljriftud, meieren if^r nic^t gefe^en unb bod^ Ke( ^abt, 
unb nun an i^ glaubet, wiewohl il)r i^n nic^t fe^et, fo werbet il^r 
freuen mit unauSfinm^Iid|er unb l^errlic^er Sfrenbe. 

8. OleoianuA. sloube: G^^rtflu« Ifl aufoefabren in ben 

Gimmel, b, f. k( filottbe, ban Gbriftu«, ber nacb feiner ©ottboit nllejcit im 
^famMl war, nod^bem er oOeft auf drben ooUbrad^t ^t, mA i^m aufecUgt wor. 



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202 



47. 48. 



unb oiicui^ lim iang feine ^^ünger »on jeinec rca^cen ^uferftd^ung unh bem :hcic^ 
®Dtle8 gelehrt, mit banfet^igen fdRcm nm^ren binr eine 6ubftani ift mit 
unfern 8eii (bec auil bmftlbeii 6t0f| bcflebt nie unfer 8eib), ben er anoenommen 
^at auft ber Subfian} vbcm ^Ieif<l^ unb ^lut) brr Jungfrau Waria, hex am 57reua 
flel)on0en, geftorben unb bcßroben ift, unb ber unfterblid^) ouferftonbcn ift, baf> er, 
faßc id), mit bomiclben feinem ronbren 2eib famt feiner mcnfd)li(^|cn 
3eelc Don biefei (^rbe l)inaufgefa|)ren fei in ben Gimmel, ba aller 
®tAubieen Qo^miiig ifH nad^ biefem Seben. (3o(. 14» i.)' 



47. 2^ bcnn C^^riiht» nid^t bei und bte um Utnbc ber XOtlt, wie er une 

verbeißen baii 

dbriKus ift ivaljrcr ITlcnfcb uti6 ivabrcr (3ou: nud) feiner 
menfdUidKn Hatur i(l er jcgunö nicbt auf l£r6cti, aber mda 
feiner (Bottbeit, UTajeMt, (Bt1a^e unb <0eift weid)et er nimmer 
von un0. 

4«. Werben aber mit ber Weife bit jwei Haturen in vihriilc nicht Vdit* 
einanber getrennt/ fo bie nienfd^bcit ni(f)t überall i|>/ 6a Oie 

<0otti^it 1(1 f 

111 it iitci)ten/ benn weil bk dhtüftit unbegreiflicb, unb allen 
falben gegenwärtig t^, mu^ folgen, ba$ fU wbl üttflerbAlb 
ibrer angenommenen HTcnfcbbcit, unb bennodb mdhte bcftc iveniger 
aucb in ^erfelben tfl, unb perf(&nU(b mit ibr vereinigt bietbet. 



{Die bciben ^fragen 47 unb 48 ^onbetn von bem Ser^Itntft ber beiben 
9laturen in (S^riftP, ber gttttitiben unb ber menf^Iiibfli» nod^ fetner ®rs 

I)ö^ung in ben Gimmel unb be^iiefien ft^ ouf ben Untcrf^ieb ,^iüifd)cn ber 
lut^erifc^en unb ber reformierten Air(^e in biefer Se^re. ^ie lut^ertfc^e jtird^e 
leiert, ba^ mit ber (frf)5^ung (5!jrifH ^ur -Redjten (^iottc^ fpinfr menf djitdicn 
9latur alle eiQtiijd^üften ber göttlidjen, alfo audi Die 'ilUgegeniDart (ober 
^Slllent^albcn^eit ' ) mitgeteilt fei, njomit bann beroiejen werben foQ, bap 
beim 2tbenbmal^l Veib unb iülut CSljniti naö) i^rer ©ubftanj im Jörot unb 
Sein naö) ber ^onfefration norl^anben feien, ^an folgert: bie 3ie<l^te 
®otteS ifl flbemD, — Sb^M W ^ ^ SRenfc^^eit gu biefer 
SRed^ten, — bartnn feine SRenf^^ fibcrdl. ^efen @d^Iub wetfl 11 r« 
ftnnft fe^r tveffenb ott nnriil^tig na^: ^S>iemetl bie 92eRfi||ctk iSfyn^ 
m(|t bie Siedle ber Jtritft Rottes felbft ift, fonbern ^u ber ^lec^ten ^(et, 
unb bo(|i nid^t alled, mag jur 9ied()tcn @otteä ft^et, überall fein mu|. ^enn 
(5f)riftu« ft|et jur 9{cd)tcn ©ottcS unb führet fein föniglidi ?rmt narf) bciber 
'»Jiaturcn ^frt unb (Sigcnfcfeaft: nac^ feiner Öottlieit a(fo, Dafi er an allen 
Drten gcgcnroärtig ift; nad) feiner '!)Jicnfc^^eit alfo, bofe er ju einer ^c\{ an 
nidf)t mcl)r alä einem Drt ift, unb bennocb ein .^err aller Kreaturen bleibet, 
ber alleö erhalt uno regieret öurc^ bie iiraft feiner CJott^eit." 



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SrOgC 47. 48. 



203 



3Q3ir müffen bei biefcn ^Jragcn immer bebenfcn, ba^ unfer "^Jenten unb 
unfvc (Spradbe bcn ©djranfen ber @nblid)feit imteriüorfen ift, uiiti unS 
ciwiad) an bud galten, luad unb n)ie loeit es Citou m jctncm ^^oti geoffen^ 
baret ^ot 

1. 6(ri|hi« tfl wa^m ®ott unb »a^m SRenfc^. S>aB ift in ber 
€kl^nft burd^we^ bezeugt tmb wir mai|en mit biefcr (foläinlnis vollen 
C^fl, fDOmit ottt^ bie Ser^eilung beS ^erm: »®ie|e, iil bin bei eud^ aOfe 
Sage bis an ber ^elt @nbe" (SRoL 38, 20) wof)\ befielt. @r ift roa^rer 
&ott unb ald foI(^er ifl er oor^ nȊ|)renb unb na^ feinem Seben auf 
(Arbeit ol|ne Scfiranfon, nfjmitcfj feinem göttlichen ®efen; 
ipal)rer ^ienjc^ ijat er m i einer 'iDIenfcf)io erbung einen bcid^roinUcn 
(räumlid) be^renjten) !i'cib angenommen, unb ba er aud^ nac^ jeiner @r* 
böbuna uir ^Kecbten Wotteö im .fSimmcI magrer ^cnfd^ bleibt, fo bleibt 
and) Die jut Dtatur eines n)irnic^en menfd^ liefen :^eibeä gehörige Uigen^ 
fd^aft ber röumlic^en 33efc^ränfung. 

2. 0r ifl bemnod^ nac^ feiner menf<|li^en ffMux je|t ni^it mclr 
ottf drben. 9Rat. 26, 11: l^bt aOeaett itm bei tu^, mi(| aber 
l^abt i^r nid^t allezeit, ^o^. 16, 28: !^c^ bin oom $ater ausgegangen 
unb gefornmen in bie ^dt; mieberum oerlaffe \df bie ^elt unb ge^e 
jum 'JBüter. .^ebr. 8, 4: 3öenn er nun auf Grben niore, fo roöre 
er md)t ^^riefter. ^ol). 17, 24: 5?ater, id> n»iU, bafe, wo id) bin (im 
J^immei), and) bie bei mir [cien, bie bu mir gegeben f)a\t äßenn (S^riftuö 
nad^ feiner 'DJienfcf)!!»'!! aUcnt^alben märe, fo brauchten bie, roelcfie nacfi bem 
Xobc in feint; .yeuiidjfeit fommen foüen, ben Drt nidjt ju oeianbern, 
fonbern fönnten Ijier auf ©rben oerflärt werben. 

8. aber md) feiner (Sott^eit, 'JKajeft&t, Otnobe unb Qkifl neid^el er 
nimmer non unA. 

ft) 6eine 9Ra)eftat, b. i. feine Slraft unb l^errlit^leit, offenbart er in 

und, ba^ mir i^n ertennen, tfin über aHed lieben, bie ^ett unb i^re 
^errlicbfcit für nic^tö ad^ten, bie Jöett (1 3o^. b, 4) unb ben Teufel 
(1 ^ol). 2, 14) übtrirtnben, unb alleS oermdgen bur(^ i^n aBein, ber 

und mächtig mudjt 4, 13). 

b) ^IJiit feiner (^nabe trägt er unä beftönbtg unb ocr|id^ert uns in 
unferm .<3ernen feiner l'iebe, obmobl mir toalid^ noä) fünbigen. ^ob- 14, 23: 
äüer mid^ iicbet, ber roirb mein lisoil IjaUen, unb mein SSater tutrb lijri 
lieben, unb vir »erben ju i^m !ommen unb SBo^nung bei i^m 
mad^en. 

«) 9Ril feinem ®eifk mirlt er brSfÜg in un6, er^AIt M in lebenbiger 
dkmeinfc^aft mit fi^ unb trdftet uni aOeaeit 3o|. 14, 18: ^ nriO 

ni(^t 3Baifen loffen, idf !omme )u eu(^(in bem uerl)ei^enen ^eiligen 
(ä^eifk). ^at. 18, 20: 3öo jmci ober brei »erfammelt fmb in meinem 

^rtmpn, ba bin id) mitten unter ifjneti. 0al. 4, C: f\)ott I)*-;t ne* 
fanbt bcn Weift feinet So bneä in eure .v^er^en, bei jc^retet: ^ibba, 
lieber )&ater! 2 jlor. 3, lö: 'Mit roerben oertlort in baefelbe ^ilb (beä 



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204 



9nge 47. 48. 



^nxn), von mm ^lar^eit bei' anbecn^ als oom^eccn^ ber ber 
®eift ift. 

4. ^uf bicfe ^IBetfe werben bte jiuei ^i)2atucen in (S^n[to nic^t ge^ 
trennt, fo n)eniQ bicfelben roä^wnb hH ^tnUBenS beft ^«lanb« getccntli 
loaccn, ba er burc^ feine ^imme(fa{|rt für [eine menfc^Uc^e Ülatuv nur 
ben Ort geivcc^felt, btc iScbe mit bem ^mmel oertaufd^t ffot gfflr feine 
göttltd^e 9^tur gilt ba^er, mo8 von (Sott gefaxt i|it, 1 ft&n. 8, 25: S)er 
^immcl unb aQer ^mmel c^immel oermögen ntc^t umfaffen; 
aier oon feiner menf(^ liefen "^Hatuv, nai von i{)m gefagt ift 3(pg. 3^ 21 
(n. Ilberf.): 2öcl(l()en (Cf)viftum) mufe bfr .C^iminel einnef)men 
(cinfdjiicycn) bia auf bic ^tit, ba ,^urecf)t gcbradjt (erfüllt, f)cri^e[tcllt> rocrbc 
aüeö, wm Öott gcrcbet ^at burd) ben OJiunb aller feiner l)eiltgen '^.Vtcipljeten, 
oon ber 2öelt an (alfo biä feiner äBiebcrfunft am tsnbe bcr Xagc:. 

5. 3" biefer Selirc ftimmt bie reformierte Äirc^e burd^auS mit ber 
^irc^e ber erften ^aljrljunbcrtc ufaerein, roüljrenb bie 2e^re oon ber „SlUcnti 
^albenijeit" (Ubiquitäti ber menfc^lic^en 'Jktur ^^rifti eine neue £e^re ift, 
bie in ber S^v'xft feinen <9ninb ^ot @s feien ^ier folgenbe {wet 
3eu9niffe M ItivtlcnoatevS KuguftinuS CBif($of su ^m^f %^ 430) 
nngeffi^. 

a) ,9104 feiner SRaieliftt, nu^ feiner Sorfebuno, no4 feiner muuift* 

fpred^Iic^en ®nabe wirb crfftUt, roa§ oon itim gefagt ift: 8te^e, bin bei eud| 
alle Tan? bi« an ber ??e!t (^nbc ^3]ac^ bcm ^Ictfd) aber, locld^c^ baS 2Bort 
vbor 3oIin i^^iofte^J) anflonomnicn i)at, nndi hem, ron-? öon ber i^iinafrau gcbpren ift, 
iiact) iueici)cm et ooii ben 3ubeu er^rinen n)uri)e, nac^ loeldiem cc an^ Mreu| gc: 
heftet, na4 rotlö^m er oom Üreujc abgenonnncn, na^ loef^^ er in Seinen gcbaOt, 
micb nd^em er inA (Brab fieUnt, natb tteUbem er in b:r 'ilufcrftebund erf^ienen 
ift, merbet ibr ibn nicbt immer bei eud) baben. 3Barum? SBeit er na(b 
feiner leibli^cn ©egcnioart in feinem engem tmb roeitcm ^ünflerfreife oier,tfl 
la^e lan^ Derfebrte, flen .^immel gefabren t|t, loobin ite i\)m nacbfaben, aber nic^t 
nad)fol0ten, unb nicbt ^ter ift. Dort ift er, ba er fi^t pr 9tc(bten ®otted, unb 
bier tfl er, ba er mit feiner SRajcftftt niibt oon uns wei<bt Ober: no^ ber 
@eflentoart ber SRofeftät (b. i. ber ©ottbeitl iverben toir (Sbtiftum immer boben; 
oon ber ©egenroort bc§ i^Ieifie^ (b. t. ber ^^J'cufdjhrit^ nilt, wa^ \\\ hrn r^ünpiern 
opfopt hat: Wxd) aber roorbct üiv nid)t immer Ijabcii. ^cnn öie d^jomcinc ^atle 
ibn nacö oci ©egenioort be« öletftbeti wenifle Jage, jeßt aber bat fie ibn im Glauben 
unb ftebt ibn ni^t mit ben Vugen.' (Augustinus, traet. fiO in Job.) 

h) .^obe feinen Bneifel boran, bofi ber 9Renf4 3eftt« (Ebeif^uft ie|t an 
bem Ort fei, odn bannen er fommen mirb, unb fei ehigebent nHbbalte fef) an bem 
^etenntniä, bap er auferftanben ift oon ben loten, aufgefabren flon fvimmel, «nb 
fitjet jur ^>^f*t.'n bc^ 2^aterd, unb nir^enb anber^ roober alö üon öüri berfommen 
wirb, 3u rid}teu btc ^ebenbigen unb bie ^oten, unb alfo iommen wirb na<b bem 
3eu0m< bec (^gelroorte (^g. i, 1 1), nie er gefeben »erben ift in ben ^mmef 
fabten, boA iH, in biefer 6nb1iani nnb QMiolt bc* ^leif^eH, nelcbem er jmar 
bie Unfterblicbteit gegeben, ober bie 9Iatur barum nicbt genommen bot 92a(b biefer 
(Seftalt foU man nicbt meinen, baB er oKentbalben auSgegoffen fei. Tenn 
mir müffen un4 (»aten« ba^ toir bie Q)ottbeit bed !]Renf(ben ni^i in ber Seife auf- 



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205 



foffcn, baf> mir bie 9SBirtlid)tf it beS fieiln* nnt'bebcn. l)enn «4 folgt nicbt, 
baft, ma-j in ©ott fei. allentholben fei irie öou, benn mi^ oon im^S faßt bie 
•Bc^nft, üai> mit m \i)m iebm, aebtn unb \\nh, unb bod) finb tou nic|)t aUent: 
Mm »ie 0ott. lOcr aabct« tH biefcr aPtcnf^ «S^rifiu«) in (Bott, te oud^ bcr 
Öott (bie (Settel) in bcn 9Renf(^en (ßljrifto) in befonbmr unb eigeRtttffai<^ 
IBeife ift ; benn beibe, ®ott unb tKenfdö/ unb eine *|3erfon, unb bribc ein 3efu* 
G^riftud, ber allenthalben ift nad) bein, ba^ er @ott tft, im Gimmel aber 
ift er naii bcni, baß er ÜRenf^ i}t. Die^ ift ba$ 9e(enntui& ber dbrtftlidten 
jlic4)e md) bem einfachen Serftänbntd ber ^rtitel bed (briftli(ben oHauben».' 
(Attf «stiaat »d Dardunm, Epist 57.) 



* 49. XDae nüQct un» bie i^fmmclfabrt ChrifK^ 

iCrftlid?: ^aji er im ^immel^ vor v^cm Üngcudtic fi inr0 t>atera^ 
unfcr Särfpred)er ifl. 5um andern: 6a0 tott nnfrr 8Ieifcb im 
Gimmel 5u einem jtcbern Pfanö bAben^ ^a6 er, ale bad ^aupt, 

uns, fcim (Bltcbcr, au* 511 udi trcrbe hinauf iiel^meti. 3>w»n 
brittcn: öaß er uns feitirn (Bfifr 511111 (Begenpfatid herab reir5er, 
öurdi irclcbc? Kraft tt?!r nicbcn, iraa ^ro^fn lit , bei <Xbri|tu0 ifl» 
(i^enö 5ur Kccbtcn cBcrrce, unö nicbr, ^a6 auf iJv^cii if^. 

t5unprccl)C[ ^ jemanD, bcc einen anoccn uemut ^cm 'ilntoalt, mie )ol<ber 
beute no4 in bct G^eij .t^arfpmh' ^ftth ober bcc filr einen onbem tlmtA ec> 
bittet $f anb — ein (Scoenftanb, ben man inr Serii4<nni0 eine» 8ecfpt«!bflt# 

giebt. ©cpenpfanb ein l^ecionftant» , loelcben man Pen bem anbern baßeflcn 
jur 3}erfid)erun0 feine* 'i'aipre^i'rn? orbält. ('i'ergleicöe bie :Hinfle, lueliie ^rant 
unb Bräutigam emanber ^cbm at-:> ^eid}t>n unt> ^erfidbening bed gegenfeitig ge* 
gebenen $erfprecben§ beftänbigcr cbeliAer 2tebe unb Xrcuc.) Unfer ^leif^ — unfre 
nunfibli^ nalur« »eldie Gbrifliii bei feiner 9tcnf4»eitono onoenontmen unb oui| 
im .^immel b^Uen bat. 

Äntn». 3Jon ber CiiiKrnrlfnhrt G^rifti haben itnr einen brcifa(ben 9Ju^en, 

n\ ®eld)e8 ift ber crite iiiu()en? 5)a& er im ^»immel — 5örfPrech<if Ut. 

b) Sel^ed ift ber ^roeite 'Jtu^en? Ta| »ir unfer $leif(f| — binauf ne()men. 

0) iBel^ ift ber briltc 9ttt|«? er mt9 — ^erabfcnbct. 



I. €l)ril]iiG ülo iinfff Jurlpirriiri- im tlitnmrl. 

1. Gfiriftuö rertntt uns oor bem 31ngefid)t beö ^ütetö, inbem er 
für bie üJlauInaen, n)cld)e i^m cingcleibt finb, alfo mit t^m einen i'eib 
ausmachen, Ijtnipnit auf bie Wcredhtiqfeit, bie er fiir Tie crirorben bat unb 
mit loel^ier i^te vSuuöcu uoi i>ein ünflejic^te (iioltea bcDcdt juib. .yebr. 
9^ 24: G^riftud tfl ttit^t eingegangen in bofi^eiUge^ fo mit^änben gemacht 
ift^ fonbeni m ben Gimmel felbft, um ^u erfd^einen oor bem Xngefiibt 
Üottcft für vnft. Stitan. 8, 34: 9kr mU ocibammenf S^rifhiS ^ier, 
nwU^er gur Bieteten @otted unb vertritt und. 1 2, 1: Ob 
jemonb (oon ben Gläubigen) fünbt0et, fo b^en »ir einen ^flrfpeetboc 
bei bem Sater, l^um (Sbnflum. 



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206 



^ge 49. 



2. ^uf feine ^üv\\>va^e , toelc^e fid) au? fein Cptcv luitnt t, lucröcn 
Qud) unfre (lebete, bie in feinem '3^ameu gefc^cticn, vom Isaier erhört. 
.<>ebr. 7, 2't: Gr lebet immerbor unb bittet für fie (bie £eini(^en.) 9[o^. 
14^ 13: ^liiag i^i bitten roecbet in meinem 3^amen, bad roiU id^ tl^un, auf 
ba| ber Sater gee^ret iwvbe hi bem €o^e. 

3. Oleuianu£^. .Dieiocil ii^iijUid hüt<ä) fein ciflcn $(ut bineingebet m bad 
:&eiügtnii, bot nidbt mit ^ttben flemadbt ift, in ben Gimmel felbfl, ift'i dne fle* 
ariffe ttberseugung, ober bamit wirb bie ÜBelt geroaltig aberjeiigl, ba^ bint^ <Sbnfluft 
luwege gebraut fei bie eroige ©cretbtigfeit, wie Daniel (9, 24) bot gcroeidfaget. 
Sobattn ift nidit n!!?in bn? ein 3«U0"i^ unfrer 0crccbttgfcit , bafe (5briftud ctnmol 
in hödm .^eili^tum eingegangen i|t, {on&crn anä), bab er baielbft bleibet unb 
erfcbetnet oot bem $atet obne Unterlag in unferm Flamen, ift eine immerwäbrenbe 
SolUicbniH) tuib QoOHiedime ober Sortoano wnfrer 0ctc4tiiifeit ; nwil er nftmti^ 
in Äraft feine« einigen Opfer«, bamit er in ßwigteit unfre Sünben on feinem fietbe 
abgetilget, geregt erftbcimt obne Unterlal oor bau nngeTubtc ISottei». (^ebr. 9, 24.)* 

IT. Cljnßi ^Uifd) als iinfcr Ißfanh im Gimmel. 

1. S^riftuft tfl mil unferm $Ietf(^, b. i. mit feiner menfc^Iic^en 
Ü)Utur^ bie er von unS angenommen Ijat unb auc^ in i^rer ilerflärung 
noäj mit unä teilt, in ben .nimmel erlib{)t. 9fl6 unfcr ;8ür(\c, bcr [\d) 
\ä)on oor (iirunblepng bcr 5l^elt für bie 3tugerjuäl)lten bcni 'isater bärge: 
fteUt ^at, ift er wie in baö Seiben unb ben ^ob, fo nuc^ in ben Ji)immel 
unb bie ^ertlid^fcit eingegangen, ^^ttmu '^0, 21 (n. gen. Uberf.): ©ein 
$errli<i^er roirb (bem (^teif^ie nac^) aud i^m (bem Solfe) fein unb fein 
^errfc^er nrii^ ouS feiner SRtlte ^orsorgetien, unb ic^ »eibe i^n }tt mir 
tommen lajfen itnb er wirb fic^ mir na^en. ffier ift ber, melt^er mit 
feinem ^eijen 9ftrgc mar, ba| er f«| gu mir nal^? fpn(^t ber ^err. 
Xlarin ^aben mir bie $erf ic^erung, ba^ nic^t blog unfre Seele ^ fonbern 
mäf unfre oertlörte j^etbUi^feit einft ber emigen 8eligfeit mirb teil^ftig 
werben. 2)icfc ^serfidiening mirb baburc^ noö) beftävft, ba^ rcir in unauf- 
Idölidjer Scbcnögemeinfdjaft (daupt unb ©lieber) nut ii)m fte^en. „iioffet 
oud) ein ^aupt fein ÖJlieb, roelc^c!^ ea nid)t nadj fid; ^\cl)t^" ^oi). 12, 32: 
fBenn id) crbijl^et fein luerbe üon ber (irbe, fo luiLI id) fie alle (bte an mic^ 
glauben) mir jieijen, ^olj. 14, 3 (n. gen. Uberf.): iücnn idj l/mge^e, 
werbe euc^ bie Stätte bereiten; miU »iebertommen unb tüöi) mir 
nehmen, ouf ba^ i^r feib, mo i(^ bin. 2, 6: (Sott ung fami 
i|m (G^rtfto) aufermetft unb famt t^m in bog ^immUf<^e SEBefen (bag 
nnv jej^t bem (Seifte naii^ beft^, bag ung ober bei ber SBidkcrtunft (S^rifti 
Ietbli(^ unb nöUig ju teil merben mirb) oerfe^, in 6^rifto ^efu (und ald 
©lieber bem Raupte angefügt), ^^il 20: Unfer äBanbel (mörtit<^: 
unfer ^flrgcrtalt) ift im ^immeÜ 

8. Oleotanug. Ihinl) feine ^immelfabTt Mt Wftug bag btmmKfd^ 

ßrbgut Don allen fcinm 5?rflbfrn wegen (im 9iamen nller feiner JBrflber, b. i. feinet 
(gläubigen) etngeuommen, bab mit mm ^hfti ^leiftb, »eUbeg unfer dlüffb ift» 



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^cage so. 



207 



im i^immel )u etnem ftc^cm $fanb ^aben, bal er, ol8 bad ^aupt, und, feine 
® lieber, aud^ fidf) ipetbe (hinauf ne^meH, n»ie et oet^i^ ^at Oo^. 14, 2. 3; 

17, 24.' 

III. Cbrißi (6t\fi als C!^rc(tnpfan5 Mf dxttn. 

1. 9Bie (E^rifti §Ieif(^, unfre menfc^lic^e Statut, im Gimmel, fo ift 
6F)rifti OJcift auf ßrben, bcr fifütt^e f^5eift in unfern ,^n\m, e\m T^tr^ 
fi(^erunn imferer eroigen ^eligfeit m Glmito, ^urcf) bas ^*^eupini5ä öes 
^ctliqen (Mftjteä (9l5m. 8, 16. 17) roerben roir cö inne, bo^ roir i^inber 
föoitiö \iub @rben bc§ wigen Scbcnä, 3)iiterbcn ^efu Gbrifti finb, ber ba§ 
ßrbe bereit» für unö in dmpjang genommen unb angetreten ^at. 2lp0. 
2, 33: ytnn er ((S^riftud) bur(^ bie 9lec^te ©otted erl^ö^et ift, unb em^ 
pfangen ^at bie 9kr^ei|ung bed ^eiligen @eifte0 90m Sater, |at er att<* 
ge 9 offen bici, M fe^et iiiib ^5»t (bcn ^etltgcn (Beifl unb feine 
&ahm), 2 ilor. 1, 21. 22: ®M tfl el, bcr in unffe^eiaen bai $fanb, 
ben <9et{l sieben ^ot. dv^. l, 37: ^un^ ben ^cittsen ®eift fetb ib? 
oerfiegelt (aU burd^ ein Siegel uerfic^ert unb geroife gemocht), roeld^er ift bo« 
^fanb unferS ßrbco. 2)urc^ ben .r-^eiligen G)eift ift unfer lieben mit 
GbriftP verborgen in (äJott; roenn aber (äl^nftuö unfer Scben trirb Pom 
^imnul otfenbar merben, bonn njerbcn roir aud) offenbar roerbcn mit i^m 
in ber ^errlic^feit {Stol. S, 3. 4); bafür bärgt unä aU OJegenpfanb ber 
J&eiligc @eip. «©ie roanbeln auf Grben unb leben im Gimmel." %\. 39, 13: 

bin beibed, bein ^ilgrim (auf (Srben) unb bein )iöüvger (im Gimmel). 

2. Sie ®abe bes ^eiligen Reifte«, be0 Okifleft beft etbdbten Q^n\m, 
ift uni ni((t hlo^ ein (9eQen))fanb )uv IBeiju^ening, fonbern fo0 unt aui^ 
eine SRabnung unb einS(nt«ieb fein, ba|ioit buni^ feine ^aft ^imm« 
Iif(^ gefinnt feien. Stol Z, 1. 2: @tt(^el, oaft brobcn (im Gimmel) 
ift, ba (F^riftu§ ift, fiftenb $u ber Siedeten (SotteS; trad^tct nat^ bem, bo9 
broben ift, unb nic^t nac^ bem, n)a§ auf (Srben ift. '3D^iot. 6, 21: 3Bo euer 
Sc^a^ (euer (Mut) ift, ba ift aud) euer ^ftj. „^idi bod ^er^e ba ^in» 
ein, roo \\)t eroig roünfddt fein." 

3. Oleoianud. ,(S^n|tuö bat und binroieberum ein anberee ©egenpfanb 
(gegen bem $fanb unferd ^letfcbeS im Gimmel), roelcded er nicbt oon uni (rote 
fein $bif<b) fonbem »om Soler empfangen bat, beeabgefoabt, namlicb feinen ^i< 
liflcn (Beift, ba^ berfelbe in unfenn ii^cib unb unfrer @ee(e foüe loobnen, unb ali 
ein iinjertrennlicbeä ®anb fein jioifdjcn ^cT^ ^oupf, ba* im XVimmel ift, im^ uni, 
feinen (L^licöcrn, bie stuf ixrben fnib, unb unö Derlicbcrte alä ein 'iJJfaubldjülinpi 
i^anbgelb, ald ^eifit^crung für einen abgefcbloffenen Mauf) bed eroigen (Srbgut« im 
i^imnet/ 



* M« tOacum wirb bl*i)ii8*f<9t/ baf er |iQc |ur 'Mjun <0otic»f 

10 a$ CbrifkiM barnm gen Gimmel gefn^nn ifl, b(t$ er ftd» 
bafelbft ersetze ale bae ^aupt feiltet (briftUfben Eircbe, ^ttv(b 
weldK0 ber Daser oUe« regieret. 



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20B 



Untw. (ibn|tu4 etjeiflt il* üit leiner ^imnteUa^rt ol» bae ^j^aupt i'ciner 
4)nft[i(j|)en Aird^e und ald bec Ji^etr über aUeä. 

a) tu« »a* entxQt ft4} ß^riftud im ^immdl? VII Im» ^aupt feinet ^nfU 

b) Qa< gcf4ie(t biu4 t^f tegtnt bct Safer aOei. 



I. IHM Ut iftitj» )«t Hnttm d^ottn bc^entct. 

1. Utfinu«. ,M 6i|eit }iit neckten OotM ifi }ii unterf^eiben Dom Vitf« 
fabten gen Gimmel: ba« eine (aim o^ne ba« anbere ttic^t ftaltftnbcR^ babcv ift beUwi 

nid)t einerlei. Der %it'M com 6i^m jur Steckten ®ottM unterfc(>eibet f»(|> öom 
DOT^erfle^enben in breifacber 2Bci»f i ijj wirb in bcmfclbcn 3»oed ber ^Immcl^ 
fo^Tt erft&rt; benn (^briftud i)t bes^t^alb ^en ^immfi'Qefa^ten, bamit er fil^e }ur 
Siebten ®otted. 2. ^briftuS Hlct ficftAnbig ^ur 9te<jbteit ®oUcS; aber nur einmal 
ift et B<n gefallen, s. 0» fabren auib bic <Siiee( onf q/m Gimmel, «Hb 

aiUb mit toerben gen Gimmel fahren ; aber roeber Tie nocb mir merben jur 9le(!bteit 
bd Soter« ft^fti- •C'^cbr. i, 13: 3u rocldiem (Snycl ober bot er (Wottl tcrnal? oc- 
faflt: 6e^e bid) ju meiner fleAtcn, bi»J ic^ Icoe beinf ?>einbe :,mu cc^jemcl bunor 
t^ü^? 92o(|| Diel weniger ^at er biei^ gejagt ugcno einem lD2enf(^^ (ib^Mium 

aUSflCRMlIltCII» 

8* 2)a9 St^ }itr 9le(^km einefi anbem ifl von alttn d^Un ^ eine 
(S^Tenbeieuguno. Xuc^ |cute »um einen» bem nian 0^fe cnoeifen 
niQ, )tt fetner ^lec^ten ft^^en ober ge^en. 

n) 3>ie \)ö(S)\U menfc^Uclie S^reneitDeifunc^ aber ift t^, roenn ein Röm% 
jemanb feiner 5Jed>ten fiticn ^ei^t, ^at^fc&a nac^ 6aIomo§ ^f)von- 
befteigun^ ju ibm fommt, ging er il)r entgegen, unb al€ er fid) eben auf 
jetnen Xijron fe^te, roaib bcö ÄönigS "33^utter ein otul^l gefegt, ba^ fie fic^ 
fe^e jju feiner ^)ied)ten (1 Kon. 2, 19). 2)ie :üJiuttet ber 6Ö^ne be« 
3ebebäuä bittet ben ^erm: Sa| biefe meine jmci @ö^ne ft^en in beinern 
9lei(|e (ber ^errlic^feit), einen beiner fMgUn ben anbem 3» beiner 
Sinlen (IRot. 20, 21). 

Ii) {Die ^rop^en beft tllten unb bi« bleuen Zeflamentc« fe^en m 
i^ien ®eft(^ten @ott auf einem ^^ron im Gimmel fi^en. ^(Adn. 

19: ^(Sfa fprac^: ^c^ fa^ ben ^erm ft^en ouf feinem 6tu^l (X^ron) 
unb alle€ ^imniltftf)c yiccr (btc (5"naet) neben tbm ftcficn. <>, t: ^dj 
fa^ ben öerr'n fi^en auf einem f}o^n unb criiabcncn i;tuhl, Zfib. 7, 10 
{möüiiäf): ^eil {et unferm ber auf bem 6tu()l fi^t^ unb bem idamm 
(ß^rifto). 

n 2^ie jHed^te, b. i. bie redete ^anb, loirb im geiuül^nlit^en hieben 
bei ^mkn oorge^ogen, weil nrir M meifle mit i^r audric^ten unb fie bei« 
fialb lUltbr al« bie Sinle üt M SRe^ bei ItönigS ifi ei, in meiner er 
bot Bepter 

Urfinue. »SBenn »on berdtedbten ®otte« gerebet roirb« fo ift baft m ntcntcb* 

lid^en iPerijdItniffen berpenrtmmen luic bie S^rifl aud) oon anbem menfc^lid^en 
(^liebem in bciup auf &oU reoet. (5^ wirö baburd) jrocierlei bcjoidjnct: l Tie 
bd(b)te ®eroalt unb Alraft ober bie ^ilmai^t i^otUi. ii», 16: %it 'Jicd^tt bca 



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209 



.fjerrit ifl et^ö^t; bie iHec^tf bcj ^)ctrn behält ben 6ic8. 2 g)?ofe 15, i«: .f>en, 
beine Tcd)te i^anb tbut große !ä[Bunber; beine redete ^anb ^at bic i^einbe jerfc^tagen. 
2. Xte i)ö<^[te SDfirbe unb 6^ce ober bU ilaiefUt ®o tieft. Xiefed leitete tft 
ffin gcmdnt' 

d) S)oS ®i|en iuv Siebten Rottes t|i e^rifto oer^et^en. $f. 

HO, 1: ^er ^err ^at gefogl )« metncm ^erm: 6e^e bic^ i^u meiner 
Mtdfim, bis beine O^einbe gum @<^emel beinev Srftfte (fo baft |te ate 
til)erTOHnt>en oor it)m liegen). 

tii)r;|tuä \db\t \)ai eö oorau§aefn(^t. ^ht. 26, 64: xj^oii nun an 
roirb iv idieljen, ba^ il)r fe^en loeröet bes ii)ienjd>en ©o^n ji^en jur 
Siechten bei Aiiajt (ßottH). 

S)ie Stpofiel beaeugeit eB, 3Rfi 16, 19: 9t »otb aufgehoben unb 
ft^et )ttt 9fte<$ten^anb ®ottc«. 9^9.2,34-^6: ^amb ift ni(i^t gen 
^iimnet gefallen. <Sr {prii^t aber: S>er ^err |at gefagt ik f. n. (H^f. 110, 1.) 
@o niffe nun bafl gani« ^auS ^itatl gentft, ba| ®ott biefen ^efum, 
ben i|r getreugigt ^abt, 5U einem ^erm unb G^rift gemacht i)at (bie '^cr: 
l)ci§ung on ^Dacib burc^ bie Gctiö^ung ß^rifti erfüllt ^at). .^ebr. 8, 1; (Sr 
fi^jet ju ber ^edjtcn, auf bem ©tu|l ber 'J)iaieftöt tm Gimmel. 

©tep^anuö Ijat ß^riflum jur SRed^ten ©otteS cjcfc^aut. 9lpg. 7, 55: 
©ie^e, i(^ )el)e ben ."oimmel offen unb beei "l^ienfcftcn Sohn ,^ur Sf^edBten 
©otteö \td)en (,b. i. aufgcjlanben, um feuKU treuen ,Ur.cd)t empfdiiiifn j. 

3. ^ad 6i(en bebeutet ouc^ eine 9tu^e nad; tici iHrbeit. ^ei- Mu't)c 
@otted beg ^aM no^ bem IBefle ber ©d^öpfung entfpric^ ba8 @t^en 
$|nfti aur ^tec^ten ®otteft nad) bem IBkdt ber Örldfung. 

4. 5Die Himmelfahrt Q\)n\ü mar feine 2!|ronbefteigung, baft Si^en ^ur 
9le<^ (Botlei beseti^net feine dlegteruns. 

5, OleoianuS. .So plauben toit, baft Gb^ithtö nicbt oOcUi boamt gen 
Himmel gefabren in feiner men|d)Iid)en 9Iatur, ba& er bafelbft, loie au^ bie 6nge(, 
in croiflcr Selififeit lebe, fonbcrn bof; er fi^ bofclbft im Gimmel fc^e ju ber !l^ed)ten 
®otte4, bad ift, ftcb bafelbjt an bem i^ron ®otted erjeigte ali ber Mönin ber bei' 
liuen Sngel unb feltgen SJlenfdben, unb als bad ^awpt feiner (^ciftlictien ^ird^e, 
biiiA ttcl^ ber Qater alleft regieret. UDeUbe tBftibe »eit aOcr Qngcl tinb oaberer 
Jheatinen IBflibe ftftectrtffL Hebe, i, iS; 9f. iio, i.' 

II. Woranf liüi hit iUijicinng Ct)ri|H cifUtdit. 

A. (>^n|tud erzeigt (b. i. enoei[t) fic^ iunä(^ft ald bad H<^upt fetner 
c()rift liefen jlird)e. 

1. 6r regiert bie Kivd^e, welche fein Seib ift, luie üom ^aupt ttu8 bie 
menfd)lic^en (^lieber burch äkrftanb unb 'iUiEen regiert werben. iStoL 1, 18: 
^hnftuft ift bad ^uupt be6 Seibeft, nämlich ber €tem eine (ber Stinte). 
@ph. 1, 32. 33: ®atft |at (Shriftum gefegt jum Haupt ber Gemeine 
Aber aOei, meldte ba tfl fein Seib. 

2. Oleoianue. ,^erhatben ift bie Erhöhung (Ibrifli in feinem Jl&nigici4 bie 
6infc|ung in bi: ho&Me (5i)rc, bafi bieler OlriftuS, fo juDor mit einer 2)omenfrone 
getrönet, r.unmetjr örtcntlid) im Hiuimel OOS allen ängdn unb fetigen ÜRenfthcn in 



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210 



^ö(!^ften 2xätU erf^eint ali ein ^önig ttt dtn^tUdim Htrd^e unb alft bad ^u^t 
aOec dngel ittb IhilcnD&^tten, auf baB er mm bmuioi »id häftig» ia ftlUR ffiMi 
%väkmSSflkn vMU, Um ba er iiod^ attf 4lcb«it mit foiMiii M (et i^m uwt» 

bie 6eUg{eit in t^en anrichte unb täglich förbere burd) ben ^ienfi fdser Jtircbe, 

nad) ber rrbnntif^, bte tr tfjt in jcincm SBorte I)üt Dorßcfdjricben, unb bnrd) bie 
Araft letned l^eifteS« mit xodöitt er in feiner ^ir^K regieren unb berfeU>en bei> 
»oljnen roin/ 

8. Der römi)d)e 'stapft behauptet, er fei baä „ud)t6arc Oberhaupt 
ber ftirdjc", ber , Statthalter ©otte«'' unb „©tellDcrtreter ^^c)u Gfjrifti" auf 
(irben. lir beruft )iö) ba(ui auf baä SBort (Sl)rifti an ^4ieiruö; „'Xu i)ift 
^etruS, unb auf biefen {Reifen roiU \^ bauen meine @emeine, unb bte 
$fott<ii ber l^öOc foOen fie irit^ ObenoSftigen. Hstb nHa bk bcft 
^mutfbetd^ 64^Iftffet geben. 9Sci, bu otif Qibeit btitben nnrft foO 
tttti^ tm ^tmmet gebuitbeii fein; unb oOeB, nai bu ottf (Siben Idfcn mx% 
foH audi im l^tmmel Io8 fein." (^at. 16, 18. 19.) io ^etruS in ^om 
fpoter ^ifc^of gemefen fei, fo fei btcfe äkf^eiBun( oud^ auf feine Sla^folger, 
bte fümifc^en ^opfle, ftbeigfgangen. 

{Darauf ift ju entgegnen: 1. ^ bem $etru§ auf fein 0itteS SefenntnÜ 
f)!n perfön li(^ gegebene SJer^eifeung tft om erftcn ^fingfttage erfüllt, n>o 
bie (Gemeine ^cfu Gfirifti, bie dfiriftlidie .^irdip, auf bic $rebigt bed gelfen= 
ntanneä juerft gebaut rourbe une t)injuget^an lourben bei breitaufenb ©eelen 
(9lpg. 2, 41). 2. 3)ie 6(f(Iäf feigen) alt aber l^at ber A?crr nad) feiner 
äluferfte^ung ben onbem Jüngern cbenfo rcie bem ^etruö gegeben, (ü bdjj 
berfelbe barin por i^nen nic^tä oorauo fjatte. ^o^. 20, 22. 23: 2)a er baS 
fagte, blici er fte an unb fprid^t ju t^nen: 9{e^met ^in ben ^eiligen ©eift; 
mtH^m t^r bie @finben edaffet, benen ftitb ite erfoffen; imb w^U^ t^r 
fie bel^altet, benen ftnb fie bi^ften. S. 5Da| $etettl Stf^of in ftm 
geroefen fei, ift mä)i im geringften na(^;iun)cifen, fonbern nur eine fpäter 
entftanbene Sage. 4. ©ogar wenn ^etruä in Uom nixtli^ ba« ©ifd^ofä* 
omt t>erfef)cn fiätte froaa Triebt ju bem Hpoftelamt gehört), fo mürben bie 
S^h|d}i3fc in i}{üm fcodi nur 3^ac^f olger be<5 ^ctni«? ?^ifd)of fein, ni(t)t 
aber feiner iUpofteltüuiDe unb einer bamit iievbmiDciun perfbnlic^cn 
^u^ei(^nung. 5. ^ie j^irc^e bebarf luebei euied fid/tbaren Dberl^aupteä, 
»eil i^r unftc^tbared ^oupt (SKat. 28, 20) feine immerroö^venbe (liegen« 
mart otif Men i^r nerl^ei^en ^at, nod) lann ein fünbiger Wtatf^ bie 
tö<tfle (Benali ®ottc8 att fein ©teOoertreter auf vermatten. (QrifittS 
^ot 9i»r feinem ^ngang pm Soter fclbft feine GteltneTtreUng auf 
6rben beftimmt, bie fein unmittelbare^ 2Sir!en ni(^t att§f<I^Iie|t, fmbem ein« 
ft^Iiefet. 3)er ^eilige ©eift ift allein ber „©tatt^cltcr (^ottc«" unb 
„(Stfrirertretcr (5Vifli" attf Grben. '^so'^)- 1'^, IC- iBatrr bitten, 

unb er foH cuä) einen ü n b e r n 2;rijfter (an meiner Statt) geben, bafj er bei 
eud^ bleibe en>i[^Ud). ^o\). 16, 14: SEBenn jener, ber öjeift ber äüa^rs 
l^cit, fornnun tuufc, berfelbe wirb mid^ oerllären; benn von bem ^( einen 
wirb er ed nehmen, unb tud^ t>eiluubigen. 



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Scoflc 61. 



211 



B. S)ttfd^ (S^rifiut all bot ^aupt ber t^rifllic^en S(\x^t xt^xtvi %tx 
Safer alle«. 

1. 3iir aUct^ten ®9M üht a^rifhid auäf bie aßeltre^icvttn^ unb 
ba« SBeltgerid^t. 3Kat.28, 18: 3Kir ift gegeben alle © c ro o 1 1 (^errfc^er. 
gcroalt) im Gimmel unt nuf Srben. ^ebr. 1, 3: Gr (gl^nftud) tragt oUe 
^inge mit feinem traftigen SBort (mit fetner 3)iQ^t unb Storfe, fo baf^, 
iDOiS er fpric^it ober gebietet, aläbolb gefc^efjen mu^), .^ebr. 2, 7. 8: iJitt 
^ret§ unb ß^te ^aft bu ifjn (Gbriftum) gefrönet unb Iia[: ihn (^efe^t über 
bie 9Berte bcmer i^cnbc, aUea l)aft bu unterget^an fctnen ^ü^en. 
(£p^. 1, 20—91: ®ott ^at i^n gefe^ gu feiner ^tänim im Gimmel, über 
oSe prftentfimer, QkmtlU, Vta^t, ^m\6)a\i, unbaltef, waiQenannt 
weTben mag, ti^t aSem tn bicferSBdIr fmibcm om^ itt bev }idßnftiQen, 
imb ^at alle ^inge tmtcr fcHie p^e get^aiu — ^o^. 5, 22: ^er Mer 

lucmonb, fonbem allcl ® triebt (SüilMtKiimalt) ^ «r bcm 6o|tte 
ficgeben. 

2. C?^ ift eine rec§t tböritf^te 5Rebc, bie man oon UnglÖubif^en I)ört: 
,.5Cenn {5!in|tuL> bie 2ßeU regiere, fo fei ®ott ber Spater ouf bie ^ideibjuc^t 
(büö ^atcntetl) gcKtjt." — „^(^ unb ber 3?Qter fmb cinS." (3o^. 10, 30.) 
3)te|€ü iliiört ti^nftt ^jilt in feiner ©miebngung mie m feiner Gr^ö^ung. 
(^r ^atte fic^ bem '^aitt unttriuorfen, unb fie »aren unb blieben bo(|i eind; 
Oolt mar in (S^rifto wib oerfö^nte bie 9Be& mit i^m felber (2 jtor. 5, 19). 
Der SBater ^ot t^n mm er^ft^t aii ferner M^Hm, i|m alle QkmXt gegeben 
im Gimmel wib auf Uei^ imb fie bleiben eins; inbem ber 09ttei 
aKeS regiect mib bie IBeU bin<$ il(n on^ tum 0ett bem Salcr rcgiol 



51. W«6 nuQtt un0 öte ^cvviidifm unfere ^auptcö vCbri(>if 

^^rftlid)! 6a6 er 6urcb fcirifn f^ciligen (ßeift iti uns, feine 
(Glieder, bie ^immltfctjcn <^aben au^gieft. JDatiAcb; öa^ er und 
mit fefttcf 6e»Mi(t ivibet aQe SHnbe fc^üget unb er^It. 

XmiD. 6iten (Ebriftt jur !Re<bten (Mil btinst ual dncii iwdfa^ 

a) mi^ti ift bei elfte 9Iueen? 2)ab er bni^ ffincR $cili«m M — auSgtt^ 

b) Ül ber itteile 9bi|eR? M ec mA mit — fMit wib ei^ 



I. Die i)iminli|'rt]cn (Sahen. 

1. Dbwo^l (i^nfhi§ für imfre Slugcn unjidjlbar ift, fo bcftcM büd) 
jroifc^en ibm unb fernen ÜiUebem, ben ©laubigen, bie tnnicifto (*Jemeins 
fc^aft, roelc^e burdb ben ^)eiligen ©eift, ber in G^rifto unb in unö ift, 
oennittelt wirb. •^eilige (iieift ijt baä toiuglid^e @nabengeic^eni, roelc^e^ 
er nad^ feinem Eingang gum ^oicr oni feiner ^errlic^feit ju fenben oer« 
^ei|en I^at, ba^ bun^ beffen Oaben intb Itvftfte ^ier fc|on bie Ikr^errlid^ung 

14* 



^12 



feiiMT ®(ttb<r unt» 9leid|Sgenoffen begonnen onbe. 3lpg. 2, 39: 9htn er 
bur^ bte Sted^te (Bdttei ev^d^ tft unb em^f an^cn ^ bte Serl^etlttno bei 
^eiligen ®eifteil vom ^ater, hat er auSgegoffen bieg, baft t^r fe|et 
unb ^öret. Sp^. 4, 8: (h ift aiifgefa|ven in bte ^Üfft, uiib |<it ben 

3Ren|d^en ©abcn gegeben. 

2. 2)ie @aben bed .i^eiUgen ©eifteS fmb jmeierlet. 

ai 3ruf!crorbcntIid)o für aiitVror'Pcntlicfjc '^fiihabctt unb ^,crtfn, 
roie 'li^etQfagen, in 3"'^9C^ {nidjteilerntcn fremöcn 3prüd)cn) reben uniD 
SBunDer oerric^ten. ^Dicfe ©oben inavcn m bcr 2lpo)teIjeit veic^Iid) oorbflnbcn 
iinb toerben gegen ba§ ©nbe TDiebcrfel)ren. „be6 Piloubcns 3"'ifcf)cnj 
jo^ren" jinb fie jroar nic^t ganj exlo\d)en, aber nur fcUiii. i'iiL 16, 17. 18: 
3>ie 3^i(i^n# ^ fo^S^^n loöben benen, bie ba glouben (aljo niöft blo^ 
ben Xpofleln, fonbern ben GIftubtgen tnlgenietii)^ finb bie: in meinem 
9{amen »erben fie Teufel austreiben, mit neuen jungen rtben, 6(|Can0en 
vertreiben, unb fo fie etmaS %btl\^ti Xmttn, roirb ed i^ncn nti^t fc^aben, 
auf bie Äranfen rocrben fie bie ^^önbe legen, fo roirb fS beffcr mit i^ncn 
werben, ^ie (SrfüUung fe^en mir ). IB. in Kpg. 16, 18, 2, 4. 11; 10, 46; 
28, 5. 8; 1 ftor. 12, 4—11. 

b) Oröentltd)c — bie jebcm (Staubigen ju feinem Jpeile nötig fmb; 
(irfenntnio, (glaube, Vicbc, .^^ün'tmng u. a. @o!. f), 22: fJie ^vnidit 
beö ©eii'tcö i)t ifiebe, gieube, {j-riebe, @ebulb, ^wunölidjieit, (iiutigfett, 
®laube, (Sanftmut, iteufc^^eit. 

3. Oleoianuö. Xec erfte ^Jlu^m i\t, ,baB ber ^ater burcb leinen anbern, 
bom burcb btefen Sbriftum tmb um fctnettoiQeR ben ^tflot Oetfl gitbt reeleret unb 
mo4<t bie ttuScmabtten lebenbiß burc^ bie ^rrbidt feinet beißocn ßDongelium« 

unb flrafl feine? §ci!infn ®eifte«5, nn^ jieret nidjt aüein bie (;nn',e Äir(^e mit 
tnancbetlet ©oben, fonbern aucb flicbt rin.m jcben ©lieb fo oiel @aben, als 3ur 
ti^re unb Glorie ttü ^aupteS, }uc (Erbauung be^ ganzen \inbt&, unb 3U be^felbigen 
0ttfbn ^ nnb Seligtcit genug unb fo ild er, btr itbnig felbft, in iebem 
®Iieb itt feiner Obre nnb drbaimna ber anbcm Meber »itfen »iO, nie er fogt 
3ob. 15, 10: bobe eu(b gefetjt, bofe ibr ixrucbt brinßet. 3icrbalben trogt ein 
jebc« ®Iicb fo oiel, ali ber will, bafe eS trogen fofl, ber c^s ßcfe^it Ijat. itcin ®Ueb 
ober Idfst er o^nc notroenbige Waben ui feinem f^eil, unb leine« gonj leer bleiben, 
bafa ii niäit ^u &otiti i2,\)un unb iijü^ltüijd hti Seibed ((Eb"ft>) etlicb^nnaj^cii 
bfenen foOte.* 

II. Her ^immlird)( S(t|ttf}. 

1. „?rcinbe ringsum," ^Jeinbe von v.mcn unb non aufeen — beifet eö 
auf ßiben füi einen jeben, ber von .'öei^en an ben ^errn ^efum glaubt 
unb i^n mit SBort unb äBanbel belennt. 2ut. 21, 17: ^i^x roerbet ge^a|t 
fein oon jeb ermann um meine! 92ttmen9 miSen. 

8. Kber mir ^aben ein mS^tiged ^aupt im Gimmel, baS feine ©lieber 
auf erben fti^fi^l unb er^ü 

n) (Begcn ba» eigene Bflcifd^. 9t9m. 6, 14: 9>k 6ftnbe nriib nic^t 
lerrfd^en Ibnncn aber eui|. 



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%tm dl* 213 

bi ©egen bic 3Belt. ^o^. 16, 3/: 3n bcr 5B«tt ^a6t i^r Sdigft; aber 
feib getroft, ic^ f)abe bie ®clt übeirounben. 

r) 05cacn ben Satan. 3iüm. 16^ 20; @r wUb bcn <3otan unter 
eure ^ujic vertreten in furjcm. 

d) (i^egen ben Sob. 1 jlor. 15/ 26: ^er le^te §etnb/ bec auf« 
gehoben mirb, ift ber Xob. 

5. @o memg att bas ^aupt im Gimmel, Bunen btefe ^feinbe feine 
(Slieber <mf Men ftbeeiDältigeit. 1 $etr. 1, 5: »eibet aui (So tieft 
^}Jla(^t bur(^ ben ®Iau6en bewahret gur ^eligfett, roelt^e juberettet ift, 
ba^ fte offenboi: toerbe ju ber legten ^nt, in welcher il^r eu(^ freuen roeibct, 
bie i|r je^t eine f leine ^cit — roo cä fein fofl — traurig feib in mancijcrlei 
Slnfed)tunc|cn. ^\ol). 10, 28: ^rf) (^ebe iljnen ba?i eroine Seben, unb ne 
roerben nimmermehr umtmmen, unb niemanb Q)trb jie aud meiner 
^anb reiben. 

4. OleuianuS. ju>eite '}lü^m \it .bie ^cfd^irmung ber ^irc^e toiber aOe 
i^einbe, miber bie 6ünbe, baft $teif4. bie lEDelt, tlgranncn, unfaubere ©eifter unb 
ibre bctmlUben unb 5ff entlU^ IBer|||eu0e, weUbe aHefantt bcr btemttf^e Qotct Seinbe 
(SbnM nennt, unb bcweifct aud) mit täplii^en ßrcmpeln feine (Bemalt, fic ju IBoben 
JU ftürjen. — Hub in Summa, b;: r?niMn? ('Mubcr fmb rr^ir, ('^lieber, foßc id), feinet 
etacnen 9eibe4, Diel ßoinillrr, alä bcinc ^onb ein ©lieb an ^:mem Ccibe i|t. ©oldiem 
.Hontße alle bic ^inbcmii)c, bie und in ber ganjen Seit jUitubcc fmb, unter feine (5ü^c 
get^an finb, hal fie wA nic^t fc^aben Sinnen; \a, ba^ au<b aOer itinige, ^aiftcn 
unb ^emn Monten unb 9totf4Utge but^ feine ikmilt «tgef angcn, noOfftbet ober 
jerbrod^m roerben, unb er fte aQe babin regiert baf> fte }u feiner 6bre unb ju feiner 
(^fäubtßen SeliRfcit bienen müffen f(5pb- l 2l-23\ Tcrbalbm fann ben ©Wu» 
biflen roeber 00m Teufel nod) einiacr u> eantr etwaä roiberfabren, o^ne bie ^eioiQigung 
be* ^ertn 3efu viljnjti, ber im .vjimmcl ii^ei öec ;Hed)tcti bc^ ®ater8/ 

6. ^eifpiel aui bem Seben {^riebri4)d bed {frommen oon ber 
^\a\^ bei fBioM bei {^bclberger jtntef^iBmui. S)er ltotei|tSmuft war in 
ber $fttl) Immt emuefft^, o!« ^ nim aOen Getten gfctnbft^afl geoen ben 
Iturfitrfien cr^ob, bcfmibeift oon feinen bit^ccifc^n ^itfftrften unb beren 
%\itoloQm. @r würbe oor ^aifer unb 9let(^ oerüagt unb eS mar barauf 
abgefe^en, in ^erbinbung mit ben fatbolifcben dürften i^n feiner .*oerrf(baft 
für uerluftig erflaren; ja man fpracb baocn, ba^ eä ibm ben Äopf foften 
fÖnne. Seinem Söruber "Hidjirb, ^er il)m bicö mitteilte, fdiricb ^vricbrid) öa* 
molä: „^(b fteljc memeTu Itebtn unb getreuen i^atei im .'pimmcl m tröfti 
lieber .yoffnung, feine SlLliuad)t merbe nndj ju einem ©erfgeug gebroutbcn, 
feinen ^Kamen im I^eiligtu dlaid) beutfdjer 9iation in bicfen legten Reiten 
5ffcnlli(^ nic^t oOetn mit beut 92imb, fonbem mä^ mit ber ^^at 5U be* 
fennen. — Sbtd^ meifi ii^, bob er fo i^ b«| er armel, ein* 
fflitigea (ttttgele^i) Dlfinnlein mo^I ev|aftctt Imtn, unb gemilli^ burc^ 
feinen .^eiligen @eift erhalten merbe^ ob eft am| ba^in gelangen follte, ba| 
eft ^ittt Zofiten mft|te, melcbed, bn eS meinem ®ott unb '^ater im Gimmel 
alfo qefiete, micb folc^en G^ren gebraueben, idb feiner SlUmacbt nimmer 
genugjam bonlen iönnte, mebec ^ier ^eitlit^ bort in (^igleit." %lA 



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214 



er auf bem balb folgcnbcn 3teid)ßtoß 1566 rom fatftoltf^cn Äaifer auf» 
geforbert rourbe, feinen <Ptotec^t?mu8 unb anbcrc reformierte Ginric^tungen m 
feinem IBonbe rciebet ab^ufc^affcn, trUaiie ci voi bei ganjcn äJerfammlung: 
Jf&Q» bie Sleligion anlangt, ba^ id^ biefelbe dnbem tttd» abfc^affen fodte, 
fo tpcmielbe ba^ in Oaotffens* unb OIoiiBenftfa«^ nt^t ine|nr att 
einen ^ennt anccbnne, bcr ein (^en aOcr lernen unb ein alter 
JMhrige ift nnb foge ber^alben, ba| eS nt(^ um eine Aoppe Hott 
(b. i. feinen j^opf) ju t^un ifi, fortbem bo| et bie ®eele unb berfelben 
©eligleit belanget, bie I|ab von meinem $emt unb ^etlanb (S^nfto in 
SBefeM (ift mir pph ihm onbefoMen), Bin nu* i(i)u!bta unb er^ötif^, iFjm 
bifftlbe ju beroa^ien; öarum !ann (iurer Äa»ferh(l)en ^Jicjeftät ic^ mc^t ju* 
gejteijen, ba^ ©ie, jonlDcrn allein fiJott, ber fie gefc^affen, barüber )u gebieten 
l^iaben. Selangenb meinen Haied|tSmu8, fo bcfenne ic^ mid^ ju bemfelben. 
@8 ift auc^ berfelbe am 5lanb€ mit ^^nbamenten (©rünbcn) ber ^eiligen 
@(^rift (ben 6(^riftfteUen) benna|fn otmicnt (bewaffnet), ba^ er «num* 
8e|lo|en bleiben foS/ nnb »icb meinet SSer^offenS mit OottcB ^ülfe no<^ 
IlSfkger nnum^efbien bleiben. Übrigen« getebfle ul^ mi<^ bet, ba| mein 
^err unb ^eilanb ^t\vii §|riftu8 mir famt allen feinen 
(BUubifien bie fo gemiffe SSer^ei^ung ^eti^an^ bo^ aOeS, »oB 
i(^ um '^piner Cfire ober ^7?amen§ rotUen rfrlieren roerbe, mir in jener ®elt 
^unbertfälUg foU erftaitet roerben. J:i)ue bamU Gurer Äoiferlici^en ^ajeftöt 
mid^ untertbanigft }u (Knaben befehlen (empfehlen)." — Wii Siecht fagte 
fpdter 59oquimt?i in feiner ^eicficnpictii^t auf ben Äiirfmiien: „2Benn e8 bei 
bem 3Jiarti^nuni auf oie (yerec^ucjfeu Dei oadje, auf bte «Seelenfttmmung 
wib bie freubige SBereitmilligfeit }um Seiben ontommt, bann bürfen mir 
biefen ^enrlic^en jhirfftrflen }u ben SRSrtiyreni (S|rifK ret^nen." Obmo^I ber 
ftnifcr, mti^bem ber Anrf&rfl oom 9tei<|ltag obgcceifl mar, Anlerte, man 
mftffe «,bai ttngeiiefer oertilgen", mäste mon bod^ ni^^ mulisen 
Seienner etmaS f(a unternehmen. 2)er ^err ^ur Siechten bei Sater8 tm 
Gimmel, ber i^m bie l^immlif^en @aben be8 ®lauben8 unb beS 
^eugenmuteä (^et^eben Statte, ^ielt auc^ feine .f>önb über i!?n, ba^ er 
«mit feiner gemalt miber alle $einbe {(^üj^e unb erhalte". 



* 52. XOm trd^ct 6icb bit tPiebcrFunft CbrifK^ ticbten bie 4cbcn6t0cn 

unb bfe Z^uni 

iDa0 i<b in aller Crftbfal nnb Dorfölgung mit anfgeriibretem 
^u^te eben bee XfcbteM, ber üdb snnor bem (ßetidbu (SwtB fftt 

mtd} bargeflellet, unb alle lOermalebeiung von mir btntveggenommen 

hat, au9 bem '^"^"ifl getvt^rrtg bin, ba% er alle fettic unb meine 
ijcinöe in bk cw!C(e Pcrbammnie werfe, micti aber, famr allen "Kues 
etwhhlttn, 5U ficb in öic bimmlifcbe Steuöc unö ^errlicb^eit nebme. 

iCcrmolcbeiung — Slucb* Strafe bct 6ünbe. 

%ntto. C^^iifti ä&iebectunft ^m ®ert(bt ift mir au8 brei ®tilttben ttöftUc^. 



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215 



a) ®eI4e« ift bcr er}te Q^runb? iäi in aUec Irükfal - geiDäctio bin. 

b) ^(<^e4 ift ber ^meite ®cuiib? ^aj} ec alle (eine — merfe. 

c) Sel^ed ift bei britte ®mnb? et mi^ famt ttOm AiknoA^lm — 
lutntf. 



I. Bü9 ttlfltqfiidit iinb bft Ridjtfr. 

1. ■Jl'ic fidi C^f]n[tU9 burd) fetne \Minmclialjil im i m m e l cc^eic^t hat 
ttl« baö .'giaupt feiner Gemeine iniD aU .^lerr über alleö, fo roirt» 
er ftA m feiner 9öiebcr?unft ah bcibeS crjcic^en auf Örben, fic^tbar 
vox beri Üugen bcr ^anjen Üi^elt, beier, bic aüd^ leben unb berer, bie f4ion 
$eflor(en ftnb imb bann wkUv oufenoeift netben. 

8. (S(|ri[tu«i tmrb toiebecCommen alü ^ic^ter über bie Sebenbigen 
unb bie Xoten. XO, 42: |«t und geboten gu prebigen bem 
Soff imb SU ^ugen^ bo| er ((S^njliil) ocrocbnel oon (9ott cm 9lt((ter 
ber Sebenbigen unb bev Xoten. 

•) @r iDitb tommcn au« bem l^immet. 9lat. 26, 64: ncKbet 
fe^cit bei !IRenf(^en @o^n {ommeii m ben 9BoIfen be« ^tmmeU. ^pg. 
1, 11: 5Dtefet S^fud/ welcher oon eu^ ift aufgenommen gen ^immet^ 
nrirb fommeri, roie iFir if)n ciefeliert fiaft (^en ,^immcl fahren. 

h) (^r lüirb fommen m fciiuin uerflarten i'cibc, ^crrlic^ unb lual^rs 
neljmbar, ?Dlat. 25, 31: ®enn Des jJienfc^en So^n tommcn roirb in feiner 
^err lief) feit, unb alle ^eiligen Snctel mit ifjm, bann mirb er fi^en auf 
bem otu^l (i^ron) feiner Jperrlid^teit. 1 i^eff. A, 16: ^r felbft, ber ^err 
((S^riftu«) »iib mit emem {^elbgefc^iei oitb Stimme bf6 iSrgengel« unb 
mit ber fßofaune QhM ^einiebetfommeii vom 4^immet ^o^. 19, 37: 
@ie »erben fe^cn, in »cb^en fie ^tfi9^tn ^aben. .(ffiie 33^omafi bie 
SBunbenmale beft ^tvm an feinem oerflftitcn Setbe gcfe^ ^ot, fo mtib 
audf aOe SkU an jenem %mt i^n baran erf ennen.) 

* 8. <S^vtftuS iDirb bad @eri(|t galten, 
ft) Über alle 3Jtenf(^cn, bie Sebenbigen unb bie Xotcn. ^oi). 5, 22: 
2ll[e5 0cri(^t §at ber ^i^oter bem So^ne gegeben. 3tpö. 17, 31: (Sr ^at 
cmm Xag gefc^, ouf roclct)en er ricfjtcn rrtU bcn .Hreiö beö GrbbobcnS 
(ben Crbfreiö, b. i. alle, bie auf (Ärben roo^nen) mit Öerec^tigfcit. ^JJiat. 
25, 32: (?ä werben cor i^m (6^riftu8) alle Golfer oerfammelt merben; 
unb er wirb fie oon «inanber fc^eiben (fid;len unb richten), gteidj alö cm 
^irt bie @d^afe pon ben Sdtfen f (Reibet. Offb. 20, 12. 13: ^d) fal) bie 
^oten, beibe gro| unb fletn, fielen oor @lott. — Unb boi 9leer gab bie 
Solen, bie botimten maren, unb ber 2:ob unb bic ^ftHc gaben bic 3;otcn, 
bie borinncn nmien; uiib ^ nnirben gerid^tet, ein ieglii^cr na^ feinen 
Serfen. 

b) aGBa« gerichtet wirb. 1. 2)ie ©cbanfen. 1 Äor. 4, 6: ©er 

wirb an§ Öic^t bringen (am Tag, be§ CJeridjtä), ma§ im J^inftern »erborgen 
i% unb ben ^3tat ber ^cr|en olfenbaren. 2. S)ie SSioxit, Mut, 12, 36; 



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216 



9nflc 51 



^c^ faqc cuif) ahn, bap bie "Uitnuton muiicn :)ied:icnid)af: iiebcn am jungitcn 
@€rtd)t oon einem jeglidien unnu^en (ö. i. ieic^ttertigen, anftoßigenj 2öortc, 
boä fie qcrebet haben. 3. ^ie 55crfe. 2 5tor. 5, 10: 3Sir muffen oUe 
Offenbar iö«;iOcii dih Dem jitc^ieiituf)l ^efu *iljiifu, auj öa^ ein jegiic^er 
empfange, nac^bem er ge^aitbett ^at, ed fei gut ober bdfe. 

c) 'i^onac^ baS Uneil ft(!^ richtet. 1. 1>\t Reiben werben nad) bem 
dkfe^ in i^fcm ^eraen^ bem (Stekoiffen, gerii^tei necbeit 9l9ai. 9, 13. 15. 
2. S)te Sttben im^ bem <8cfe| SRofe«. Suf. 16^ 29: 6ie ^en 9tofe itnb 
bie ^rop^eten; Ia| fie biefelben |5ceiu Stdm. 2, 13: Seli^ am ®efc| 
gefflifbiget f^ahtn, bie toerben bitnl^ M @efe^ oerurteih toerbeiu 3. S)en 
9lamen(^riften roirb baö Goangelium, boS ftc geljört unb itit^t angenommen 
^aben^ jum Q)end|t. ^o^. S, 3>i. 9Ber bem Sohne nidit glaubet, ber mirb 
bad Seben nid^t fe^en, fonbctn ber ^oxn ©ottee bleibet iiber i^m. $^o^. 
12, 48: 2Ber midj ©erachtet, unb nimmt meine ©orte ni^it auf, ber ^at 
fdion, ber ihn ri(i)tet; bad SBott, toeU^ed ic^ gerebet ()abe, mirb t^n eichten 
am juu^(ten iage, 

d) ^;a3 (^eridjt loirb genau fein unD bem 'Ktditer bleibt auc^ feine 
^eimlid^e i^unöt ueiboigcn. Cp. 20, 12: ^d) \ai) bie loien, bcibe gro^ unb 
Hein, ^en V6x ®ott; imb bie 6ü(l^er mürben aufgetlian, — itnb bie Xoleii 
mitben gerichtet nac^ ber Schrift in ben 8fl(|em, mdf i^ren fBevten. — 

ber Gfinben ber ^Ufienb imrb geba^ toerben, wo nic^t bie Se^ 
fe^rung unb ^Sergebtmg ntulgefolgt ifL ^b. 13, 1: Bo freue bi(^, Jüngling, 
in beiner ^)[iigenb, unb lai bein ^er^ guter ^tnge fein in beiner ^ugenb. 
X^ue, n>tt« bein $erj gelüftet unb beinen Äugen geföüt, unb miffe, baft 
bid) ©Ott um bieö nlk^s mirb oor f?ieri(f)t füf)ren. I^anim bftrt TflPtb, 
$f. 25, 7; @ebente nu^t ber 6änben metner ^ugenb unb metner Uber* 
tretung. 

ei 3)aä (!!)end)t wirb burdjaue gerecht unb un;unteujdi jitn. 1 'IVtr. 
1, 17: ör richtet ofjne ^nfeben ber ^^Berfot^, nac^ eiino iniliduu .^lUrt. 
Dffb, 6, 15 — 17: Xie Könige auf eiDeu, uüd bic Cberften (bie l;ol}en glaube), 
unb bie ^auptleute (bie i^o^en ^Beamten), unb bie Sleic^en, unb bie (9e* 
maltigen (bie anbere i^jeute unter Tt^ laben, 5Dienft|erren, f^abrü^erren u. a,), 
unb alle ihte<j^te (IDtenjkletttc unb Arbeiter) unb aSe ffreten (Sfkrger« unb 
9atter<Iettte) «crbargen ftt^ in ben Itläften unb ^Ifen ber Oerge; unb 
fprac^en gu ben bergen unb ^Ifen: ^aüct auf und, unb oerberget und vor 
bem ^ngefic^t bed, ber auf bem Stu^l ft^t, unb Dor bem ^oxn bed Sammei. 
25enn es ift gefommen ber grofee ^iog feineä 3oi^w^' «"^ 
fielen? (guf. 23, 30.) 9tpg. 17, 31 : (St toiü ti^itn ben Ärei« bcd (Srbbobenö 
(ben (Jrbfrciö) mit (*iirreditigfeit. 

4. SSorbilbcr beö (^ierid)tei über bie 2ßelt: 1. bic väünbflut(l ^JJiofc 
6 — 7); 2. ber Unterc^anq ber :?lg9pter im Sdjiljmeer (2 ^ofe 14); 3. bie 
3erfti)rung oon ^oborn unb C^omorrlja (I iDiofe 19); 4. bie ^crftörung 
^erufalemg im ^o^r 70 n. (SI|r. (^iat. 24; 2ut. 21). 



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Sroge 52. 



217 



II. D«« martm Itr C^liublgct auf b«« <lcrfd)t. 

1. ^)er lag beS äöeltgcric^tS ^al etroaÄ ©d^recf Hefte e ui;i tbcnfo baä 
ffi arten auf benjelben, um fo mc^r alä niemonb locij^, loann er fommt. 
^oel 2, 11: ^er 2ag bed $errn (ber (^eric^tötag) ift gro^ unb fe^r er« 
\^itd\%^, mts Um t|it leiben (ertragen)? ^&r. 10, 37: (Sin f(ire<ts 
[id^es SB arten beS Oenc^td unb be« gctiemfets. — 9Rai 24, 36: Son 
bem %Q% ober unb ber ®tinibe mti^ niemanb. 

2. !EHe SIBeU glaubt nubt barmt unb entpfinbct biefe &9indtn ntc^ 

1 3Rofe 19, 14: @g roor ibnen (ben (Sibamen Sol») läc^erlid). ^at. 
24, 38. 39: ©leicferoic fie waren in ben ^^agen oor ber Sünbflut; fie afeen, 
fie Iranffn. ilc freicten imb ficf) freiprt bi«? nti ben Taa^, ba "?2oaI> 
in bic 3lrd)e eiiu^ing; unb fie achteten eo nidjt, biö bie Sünbflut tarn, 
unb nahm fie alle ba^in; alfo toirb auc^ fein bie 3^nft bed ^tenfc^en« 
fernes (,^um (iiendjt). 

3. ^ür bie gläubigen aber ift baö harten ni(^t \^tiäli^, fonbern 
tröftlic^. 

a) ^eim brr 9ti<|ter tfl eben berfclbe SE^riftug, ber ft(^ }uoor bem 
fRmiftt Rottes ffir fie baKgefieat, i^re SOnbcn getragen unb {le bamtt 90tt 
bem SrM unb ber @lrafe ber 6flnbe befreit b^t, fo bab Ite bte SSergebung 
aller tbrer Sftnben iiaUn, nid|t me^r gerichtet unb oenirietlt roerben. ^ob. 

b, 24: 3ßer mein ^ort tjöret unb glaubet bem, ber mic^ gefanbt l^at, ber 
tommt nicftt in ba« ^Ux\d)i, fonbern ift oom 2^obc gum 2eben ^inbur(b< 
Hebrungen. 3, 18: 2öer an i|n glaubt, ber mirb ntiJit gerichtet. 

b) biefer 3BeIt ijaben fte inel Xrübf al unb 'Verfolgung ju leiben. 
9Ipg. 14, 22: 9Bir müffen burd) indc 'Jrübfale inä ^ei^ ®otte« ge^en. 

2 2im. 3, 12: iiUe, bic gottfelig leben lüoUcn m G^rifto müffen ißcr^ 
folgung leiben. — fol^er Xrtibfal unb Verfolgung gereift il|nen ber 
^inblUt auf bie 9Biä»crtunft ^drifti jum QJeric^t gum Xroft; benn biefe 
nieb ein «dütgeft ^be alen IBibemMgiettcn ma<ben. {Darum marften fie 
biefeft XogeS mit aufgeeiibietem Raupte, b. t. mit fieiibiger 3ttoeKft(bL Sit 
21, 28: SBenn btefeS anfängt )u gefd^elien, fo fe^et auf unb b^bet eure 
^ftu|>ter auf, bavum, bab ft^ «vre Qrldfung nabei 

4. 2(ucf) ben .?ttnbem ©otteS ift, roie eS bei bem So^ne ©otted in ben 
3;agen feine« gleifdjeä ber ^ott »ar («Krf. 13, 32), ber Xog be« ©eric^t« 
unb ber oölligen Grlöfung oerborgen, unb ba f*on ^a^r^unberte barüber 
j^mgcgangeu finb, fo ficlit eö quö, alö ob oiott bic i^cr^ei^ung t)cr^iel)e. 
2 ^etr. 3, 9: 2)er $err üer^iel)et nic^t bie .Inrbei^ung, roie eä etliche für 
einen 33erjug atzten; fonbern er ^at Öebulb mit unö, unb roill nirfit, bu^ 
jemanb (oon feinen Studenoä^lten) cerloren roerbe, fonbern ba^ )id) jeber^^ 
mann (jeber berfelben) jur Su^e le^re. 

^rum ecmabnt ber ^ecr bie ®etnen, Dlai25, 18: 9Ba<bet; benn 
ibr miffet webcr not^ 6tunbe, in wel(ber bcS SRenfcbcn €obn fernen 
mirb. ^ai Sßoiten mul jugletib ein SBaiben fein. «(HemArtig fein" i^ 



218 



mc^i al§ 2üartm; e% jtc^ bereit Ijalicii, im ölauberi imb 2ebfn fo 

ftel^en^ man jebc Stunbe mit ^yreubig{ett betn plö^Uc^ ecfc^einenben 
fÜfitt entgegen ge^en faim. SRat. 34, 44: {Datum feib oti^ bexeti; 
beim bef 9lenf<^ 6o|n »tvb fornnifii |tt etncr 6liiflbe, ba ci ni«^ 
mctiiel. 1 3oi. 8, 28: Unb mm, Ittnblem, bleibet bei i|m, auf bag, 
wetm er (^eoffenbaret mib, mir ^reubigfeit ^aben unb ntc^t Rauben 
oeiben oor i^m in feiner 3u fünft (bei feiner SBieberfunft). 1^0^.4,17: 
{Daran ift bie Siebe oöllig bei un8, auf ba^ rotr eine ^r c übt gfeit |aben 
(im Taaf be<? (^erid^t^; benn glcic^irote Gr ift, fo fmb aud^ mir in biefer 
^2J€lt. tie 3B(!rnun3 unb 3}ia^nung WiaL 24, 40—51. 

5. SBenn une. anä) Xag unb 6tunbe ber ffiiebcriunft €^rifti oerborgen 
fmb, fo ftnb uns boct) Sorjeid^en fut öas Jper annagen berfelben gegeben, 
unb toir foUen auf bie 3ei(^en ber 3eit a<i^ten. (aRot. 16, 3; 24, 3.) 

tt) 9Rai24,14: 01 nrixb geprebigt »ecben boi1S9aitgcCtttm vom 
9lei4 in ber ^anaen aBelt, ju einem ^eitsnü Aber olle Sdlkv (olf o nii|t 
)ur Qel^^nmg aOer !B5Iler unb oSer etni^tnen ®Iicbcr); wib borni 
wirb baS @nbe tommen. 

b) 2 ^^cff. 2, 3: @r fommt nic^t, cS fei benn, bafe guoor ber 
Abfall fomme, unb neofffnbaret roerbe ber ^enf^l ber Sünbe tmb ba3 
,^mb be4 5?erberbfno (Per 5Hntid)nft). 2 ^etr. 3, 7: iüiffet, önjj tu bcn 
legten Ia(^cn lommen roerben 6pötter (in ber öemeine (£^rifti jelbft), 
bie nac^ if?ren eigenen Süften manbeln. 

c) Tlüi. 24, 21. 22: (£d roirb aldbonn i^ine gro^e Xrübfal fein, 
ald nic^t gemefen ift von 9(nfang ber SBkU bid^er, unb aU au(^ ni($t fein 
nricb; unb mo biefe Xage nic^t wibben nert&rjt, fo mfiibe fein iRcn\^ 
feltg; ober um ber SCuiermft^Uen miOen onben bie Xa^ oeelftiget 

i) fRat. 24, 29. 30: Salb aber »4 bev 2rfibfa( berfelben ^it »erben 
6onne unb ÜRonb ben Schein oerlieren, unb bie @terne merben vom 
^tmmel faUen, unb bie jträfte ber Gimmel irerben ft(^ bemegen. Unb aU^ 
bnnn roirb erfcf)einen ba§ 3^^^^" M'i cnftbenf of)neS (feine leib: 
!)ottc Lhfc^einung) im Gimmel (b. i. in ben i&^oUen beS ^immeld ober am 
^immel). 

m. Die CrUrnii »er mxti^tB Hx^ U» #eri4l. 

1. {Die S^rftbfale nnb Verfolgungen, meiere ben itinbcni ®otte9 auf 
tfirben »iberfa^ren, rü^ oon ber 3f(inbf<^aft ber SBctt- gegen €^riftum 

Um Slrifli miflen »erben fie ge^aft unb ongefeinbet, 
»ft^renb fie felbft ber @nna|nung be« apoftdl, 9iöm. 12, 18, nac^ju» 
tommen trachten: 3ft ei mbglii^, fo oiel an cud^ i|l/ fo ^bt mit allen 
Slenfc^en pfrie^fT^ 

2. ^ic Jctnbc (i^nftt fmb nun nicht blof; bie, roelcfje i^n offen mit 
SSBort unb ^t^at pennerfen unb laftern, fonbern aud) fol(^e, bie bei ber 
Äenntni« be8 ^cangeliumä in ber fleifc^lid^en (^efinnunt^ beharren, roelc^e 
nac^ ^Ibm. 8, 7 cme {yembjd^aft roibec &oit ift, unb eben{aüd }üid;ie, bie 



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219 



gefc^medt ^ahm Das ^üüa,e ^ort WotteS, aber abfoücn, unb i^ncn \dbft 
ben Bof^n ^otte^ roiebmnn frtu^tj^cn, §ebr. 6, 6. ^tefe „feine ^einbe" 
mth (ii)n]tus bei iemei; ^ii^teberfunft in bte eroige ^rbammniS werfen. 
SRttt 25, 41: S)aim «rieb er fa^en benen jui Sin^n: ©e^ oen »ur, 
i|9 Serfluc^ten, tn b«0 eroige ^euer (bie ^dOc imb Ouol)/ bot bcititd 
bem 3;dtfel ttnb fetneti iti^iäxu S ^IMf. 1, 8—10: 9l«|e (ffamfcnbc 
SSergettung) nriib flcgelcK Uber bic, fi» ®0tt ni^i evieitnen, imb Aber 
bie^ fo nid^t ge^orfam ftnb bem Evangelium unfevt ^itm ^cfu Gb^ifü/ 
welfbe »erben $ein leiben, bad enige Serbcvbe n — tuenn er {ommeit 
TTiirb — , 19, ."57: Sie rocrben [el)fn, tn meieren fie geftodicn hnhtn. 

Dp. 20, 10: Xt'ufel (ber ölte böfe ^einb), ber fie »etfü^tte, warb 
geworfen in ben feungen ^fu^l (bic eroige Dual). 

3. Slüe biefe ^«nbc (S^rifti ftnb au(^ bu' ,Tcinbe bcS G^rtften, 
ber m Saljitjeit oon Gl^rifto feinen ^J^amen tragt unb ben Lliamen (i^ri^ 
Mtfmi, unb um biefeS 9{ameiii «nQen ge^a§t wirb. 3o^. 15, 18—21: 3>ter 
»dl i|v nUlt 9on ber Seit feib, foiibcm i^ ^abe euc^ 9011 ber Sdt er« 
»ft^Ic^ bacttm Raffet euib bte SBeft. — 9ber bot allel »erben fie tuäf 
ifym um meines Slamens niDen. 1 ^ßdr. 4, 4. 5: t>aB befrembet fte, 
ba| i^r nid^t mit i^nen laufet in baSfelbe »ftfte, unorbentlid^e SBefen, unb 
läfiern (feinben eut^ on); weld^e werben SRed^enfc^aft geben bem fb. l 
%ur ^)!e(f)?nf(fiaft ne^or^en werben oon bcm), ber beieil |u rii^ten bie 
fiebenbigen unb bie ioten. 

„3(ne feine unb meine ^inbe" fmb ttlfo ein unb biefelben ^er* 
fönen. Anbete ^einbe lann ein 5tinb ©otted nid^t ^aben, mnn eg fi(| 
|ölt nac^ bem ffiort imb Oktjl feines ^mnOxldfot SaterS, 3Rot 5, 38—48; 
Sföm. 13, 17—21; 9tot b, 22—84. 

4. ^ ^r0jl, wcl(ber in bem ®eru|le S^rifK Über „alle feine nnb 
meine ^tM^" Itegt, beflebt nic^t etwa in einer fleifd^Iic^en @(^abenfreube 
an beren SktbommtttS^ fonbern in ber ft(^em 9(udft(^t, ba^ bie ©läubigen 
bamit für immer »on i^ren thrängem unb 3?erfoIgcm erlöft, b. i. befreit 
werben. ?nf. 21, 28: §ebct eure J^äuptcr auf, barum ba^ ftd^ eure Qv- 
löfung na^et. 3)ag ift bic (irlofung ©on aUem Obel, luogu auc^ jene ^einbe 
gel^i)ren; bie Griöfung oon ber ©ünbe ift fcbon am Hrai^ ooHbracbt. 2 Xfieff. 
1, 6: 9?ac^bein eS red^t ifl bei @ott, öcigeUen Xrübjal benen, bie 
eud) Xrübfal anlegen (zufügen), ^u^ aber, bie i|r ^rübfal leibet, ffiu^t 
mit uns, »enn mm ber SefuS »txb geoffenbaret »erben nom 4H»»<t* 

IV. 1IU HcfterdUtiiii »tit ^ drillt 

IDie ißer^errlic^ung erftre(ft ft(^ ni^t blo^ auf bie ftinber ®otteS, 
fonbern mtdft auf bie 6(^öpfung (Softes. 

A. ^ leiilit^e SerfläntTig Der Pinbcr iSottt», 
1. ^ie ßrlöfunct ber i?( u 3 1 r m a I) 1 1 en rairö burcl> bie SBieberlunft 
g^njtt 3ur ::^oUen))ung gebracht, weil bann auc§ ber 2tib wieber^erge^St 



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220 



unb mit bec ^tk ucreinigt loirb, {o ba^ nun bei gan^e Jjieufd) nad) 2tib 
ttitb €ede bie ewige ^reube genieß S)te SCudCKWä^lten ftnb biejenigen, 
»eli^e ®ott iui(^ feinem ewigen Slot unb SBiSen mit bem roa^ren iHmtbtn 
begnabigt md» um ewigen Seben es|<IIt S>ie ISefbammten enqifangen im 

®evtd)t, loaS fte mit i^ren Sflnben oerbient ^oBen, bie Sugenoä^Iten ober 

aH ©nabengcf (^enf baS croige 2cBen. StÖm. 6, 23: 3)cr 2ob ift ber 
8ünbe @olb; aber bie @abe (trortltd^: bie @nabengabe) (Rottes ift baS 
eiöigc Scben in G^rifto !^cfu, itrt^erm .*^errn. ^ol). 14, 3: JJc^ roiU 
wieberfommen unb cudd gu mir neJjmen, auf bajj il^r jei^, tdo ic^ bin. 

2. iSei ber 3ßieberhmft Gfirifti roerben ;uerft bie Semigen, bic bi§ 
ba^tn entid;lüfen imo, auf tt \Lti)cn, unb bonud; lueröen juglei^l mit t()nen 
bie 3ur 3eit noöf Sebenben ^ur ^errlic^feit oencanbelt roerben. 1 ^^ejf. 
4t, 16—18: ^ ^ten in €^rifto (bie im ®(attben an (S^riflitm gefiorben 
finb) toerben aufettlc|en jtictfl; banat^ mir, bie mir leben unb fkber« 
bleiben, meeben }ttg(ei<| mit benfelben (ingevttilt meiben in ben 9BoIIen, 
bem ^emt entgegen in ber Suft^ unb roerben alfo bei bem ^erm fein aOe« 
jeit. So tröftet eu(^ nun mit biejen SEBorten untereinanber. 1 J!or. 15, 53: 

Toten roerben aufer^ei^en, unb mir (bic Sebenben) werben ner« 
roanbcU roerben. 

3. 2)ie roafjren ©laubigen roerben nad) bei iserlj^iyung nxdjt im Öcnc^t 
foinintn, b. i. nic^t gerid^tet unb PcrurteiU roerben. 2(ber bod) roerben fie 
»or bem :Hic^tec|'tu^l ^^rifti crfc^einen, bamit wie bie iiierfe ber ©ott^ 
lofen fo and) i§re Serie, bie in ®0tt gettfan fmb, offenbar werben, nii^t 
au t^rcr, fonbem allein ju t^reg ^aufilei <S^flti SSei^errUi^ung, unb ba| 
öffentlit^, wie jenen bie oerbiente Strafe, i^nen ber Sol^n oug ®naben oom 
geregten 9lid^ter ingefproc^en werbe. 2 5tor. 5, 10: Sir mfiffen alle 
offenbar weiben vor bem 9hd^terftu^I G^rifti. Wlat 25, 34: ^er ^önig 
wirb fagen ju benen feiner Siechten : Äommet Ijer, i^r (^Jefegneten meines 
S?atcr«i, ererbet bas l'Keicfi (ber Seligfcit unb .f»errlid}tcit), öaS euc^ be* 
reitet (baö eud), ben ^^IitoLiuialiUen, beftimmt) ift üon lUnbeginn ber 2Belt. 
2 ^im. 4, 8: öinfort iit um bctiutciU bio Mrone bei öerec^tigteit (bie üoÜ- 
fontmene oeligfeit), roeldje mir ber .perr an jenem Xage^ bei geredjte 
^i^ter, geben roirb; nic^t mir aber aSein, fonbem ou^ aQen, bie feine 
^fc^einung lieb I|aben (ft(^ nac^ feiner SBiclbUfunft fernen). 

4. ^e bret (SlUid^tttff e SRot 35 laitbeln ntcbt 99n bem (äkcic^t Ober 
bie gan^e SBett, fonbent mm ber 6<^eibung |wif<l^ ben wabten unb ben 
@i^ng(äubigen. (S^rt{iug wirb rieten, b. i trennen bie, welche bIo| 
äu^erlid) feinen 92amen tragen, oon benen, roeldie i^m roal}ri)aft ein< 
gepflanzt unb mit feinem ©eifte npfalbt fmb, feinen 3(u§ent)al)lten. 

a) ison ben ge^n 3"J^9fr'»wen/ 3^iat' ^r», l W. Xcv Unterfdjicb 
tfl ber lebcnbige unb ber tote CUaube, Rampen, bie äußern Wcfa^ie, 
^aben fie aüe je^n, aber £1, ben ^eiligen Öcift, ^aben nur bie fünf fingen 
i^ungfrauen. Ubec bem 9Barten auf ben Bräutigam ,,entf erliefen fie alle". 
SIbcr ali er lommt ba Idnnen nur bie »nugen", roelc^e bag £il, bie Salbung 



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221 



bc§ .f^eilit^fTi WcifteS empfangen, alfo febfnbic^en ©lauben Ratten, tF)m ent^ 
gegen unb jui ^oc^jeit etngef)fn; t^u „t^jöh^iten'' abec Ratten nur Rampen 
o^tie C\, einen ©lauben of)ne Hraft. 

b) ^ison ben y ertrauten 3fnt^^«rn, aJiat. 25, 14—30. 2)er CÜrunb 
ber 8(^eibung ift t)iev bie Xreue unb Untreue im Seben. 9ta^ bem 
SRol ber ®itQbengabe unb bcr Xreue m ber XvbcU »trb ber (ünabenlo^n 
geoeben; bte, weU^c bte Qnabengobe oevmitet ^abeti« ob fte gUiii^ unter bie 
Jtw4iftt^ bei ^erm auf tSiben SQil^It toutben, »erben oermorifen. 

e) Son ben 6d)afen unb 33ö(fen, ÜKat. 25, 31 — 46. ^ier wirb ge* 
fc^icben na(^ ber @infaU in ber bienenben £iebe^ bie au(^ beö gertnfsjlen 
^liebf'^ C^hri*'ti ficfi annimmt, i>J)ne auf l'Dl)n 31t rc(f)nen; bie 5flbftfü(fiti(^fn, 
bie fem ^iluge für ben JQexxn in feinen geringen ^örübem ^aben^ werben 
perroorfen. 

5. 9(ud> bie S(u€crn)tt^Uen ober roafjrcn ^^Hä^tblnen aialjrcn, rocnn 
aud} mö)t an i^rei ^^eiion, boc^ an i^ren ^rbtuen fui ttuö (^otted 
ctoMi tiom (9cri<(t 6te fie^ Uam auf bem einzigen <inii^/ welker 
iß Sefud S^riftoi; abcf ber ber SBiebertunft Qfyn^ nrifb*f fiar nutt^, 
»oft bovon tiittgl unb »ad nit^t taugt. 1 itor. 3, 10—15: (S)ie ^feuermtobe 
ber (BUhibtgen.) SBirb lemonbeB ffier! (g(ei(^ ^oCj, |)cu unb @t0)ipelh) 
nerbrenncn (als untouglid^ jum Sau für bie @n)igleit fi^i erroeifen), fo 
»irb er be8©d;aben leiben (feine S^rc baoon ^abcn); er felbft aber wirb 
feiig werben, fo hod), alö burc^ä treuer (|o baf; feine ^erfe unb ^frbciten 
ba^infaHen, n)äl)renb er felbft für feine ^4-^erfon bie iSeligfcit nidjt ocrliert). 

6. OleDianud. Uxiilti oon ber Steberfunft 6I)rifli bient |u mebrer 
Seftätigung unferi 0Ia»bmA. S)ettn tttncK @bn)tud im ^immd ju bcc 9Uitm 
bei SttterS fi|ct/ nnb alfo feine t&nlgll<be Qk»aft unb fein Oeri^t ftbet ctfHi^» Me 
Seinen ju befdjirmen, baf) er fle hoät mittlenDcile unter bem Äreuj ut^ oielerfel 
übetbrang ber 5etnbe, bie ftbnnen ©ünben in i^nen \« bftmttfen, behält; ^moiten* 
ttuc^ bic Wottloien bcrmaf?en jiu bcjroiniicn unb iu [trafen, bafi er t>odt mittlcrroeile 
in bieiem \iibin oid ungel'tiait lu^t, f«ine ^ebulb unb ^angmiltigteit on i^nen 
bnodfen. Senoeecn, auf bo| toir Ri<bt bunb bat Ikbrige (Tlenb unb Krem, bamnter 
uns ebrifhtS in bicfem Seben aur llbftrrbung ber Sünben unb fo |u unferm heften 
ballen rrin, mntt werben, ober au(^ ju fcfir unr her C^iMtlofrn ^J^roticn tinb Arcd]!)i:it 
un* füiilitcn, 10 roül er, bap roir uni'ic >)ciicn unb r»aiuitor auTt)eben ioUcn unb 
erwarten leiner teligen ^utunft, bcr nic^l allezeit geftattcn tuirb, ba^ bie ©ottlofen 
Qaoaft an feinen OlAubiBcn ftben, fonbcm loann fte am ttenigften baian benten, 
noibe an ibncn ncbmcn, unb bie Seinen oellfoinnen «netten unb alle SbKftncn oon 
Ibien Vugm obwif^en vlTb. 9ef. 96, lO; 1 feto. 9, 18-16/ 

B. Sit iftctftniii ber C4i|fta|* 

1. 2)nn| bie Sftnbe ifi nic^t blo| fiber ben Wenf^en, fonbem tiber 

bie gan5e irbifd^e ^diöpfung ^Iu(^ unb Serberben getommcn. 1 SRofe 

3, 17: ^^erflu(i|t fei ber ^cfer um beinetmiOfen. 

2. 2Bie ber 'Wenfcb, fo feufjt aucf> bie Schöpfung unter bem ^lu^ 
unb le^nt fic^ nad) öer (irlofung. iKöm. 8, 19—22; ängftli($e 
Marren ber Ureatur (ber 6(||(jpfung) martet auf bie iü||enbarung (bie 



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222 



Sollcnbung ber Ktnöer @otte8. ©internal bic .?^vcatur untenuarTeu ;ft bcr 
(SiteUeit (bcr ^yerflänqUt^feit) ~. ^Denn auc| b»e Mreatui frei roeröen wirb 
oon bem ^ienft bes oergänglic^en äßefeuä, ju ber ^etrlid^en (^ei^eit ber 
jtinber @otte8. ^enn tDirtoiffen^ ba^ alle j{ r e a t u r (bie gan^e 6#pfun9) 
feinet fic^ mit itnS unb ftngftet fic^ no(^ tamcKbor. 

8. 9Rit bcr StUbCfllinft 6|rt|K nitb aiic| bic ganje ^^öpfung 
ettieueTt mibcn. 2 ^dr. 3, 10. 13: 9m (bcc Stebeiluiift) beS 
^erm werben bie Gimmel |fit|C|en mit großem Arad^, bie (Elemente 
(Stoffe) ber !£ßelt aber meibw 9or |M1^ }etf#melaeit, unb bie @rbe unb 
bie ???er!e barinnen werben verbrennen. 9Btr njcrten aber eines neuen 
^immi'U unb einer neuen (Srbe, nat^ [einer Ser^et^ung, in wel^Kn 
®ere<l^tigtot mo^net. 

3)ie ffiiebertunft (ilinfti ifl nadi alle bem für bic Hinber ©otted, 
bie Sluderwä^lten, mäft fc^edtic^, fonbe tu tröfiliii^ {Mai trö^t hi^" 
tt. f. to.). iH fpri(|t, ber fo^e« seugit: ^a, \6f tomm bdb. %vm, 
ia l0mm, 4^ecr ^efu! (Offb. 22^ 90.) 



Son (»Ott Dem ^eiligm Oeift. 



** 58, glaubeil bu vom iSeiUgen (ßdfti 

ftrftlid): ba$ tt gleicb ewiger (ßott mit 5em X>ater unb 6obn 
ifk. 5um anöern: öa| er «udb mir gegeben iit, mi*, burd) einen 
ttjabren (Blaubeti. (tbrifli iini» aller feiner*) tPoblrbarcn tcilbaftig 
madjr, niicb triftet, uni> bei mir bleiben wivi> biö in itivigfcit. 

nnt». 8om ^eiligen Seift ßlaube id) etn Sn^eifac^^ed. 

a) aßeli^ei ift baS erfte? er gteic^ etoiger ®ott mit bem Sater «nb 
6obn ift 

b) IBctt^e^ i[t bas gneite? er oud) mir gegeben ifL 

p") TBaS luutt ber ^icUige ©et^t bei bir''' (^r madit miA bitr* einen roabren 
QJlnubcn i^hviüi unD oOer feiner {(S^rifti) 5ä>ot)ltbaten teiltjafttß unb tröffet miA. 
d) ^le lange mirb et bei bir bleiben? 6r toirb bei mir bleiben bid in Umigfeit. 



1. Urfinud. „^er ^eilige @eift ift bie britte ^erfon ber wahren 
«ib eitrigen (Dott^eit, vom fSater t»om 6o^ne auSge^enb, bem Salcr 
unb bem Go^nc gleich emig an SBcfen imb Sigenfc^aften, welc^ von bcibcn 



*) ^ loteint fiiben %tit: »ut ma par Taram fidem Chiieti at omoiom 
ajoB banafidoiom partac^Hun flaciat." 



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223 



gcfanbt toirb in bic ^erjen ber 2Iu8enDQ^Ucn, um fie jum erotgen Sebcn nt 
^eiligen." 1 Äor. 2, 11. 12: Wemanb voti^, roaS in ®ott ift, o^ne ber nt 
@otteS. 2ßir ober babett nii^t empfangen ben ©eift ber 2öelt, fonbcrn ben 
®eift aus &oti, ba^ rotr roijlen {önnen^ na% unä oon @ott gegeben ift. 

1 5lor. 12, 11: 3)ied aUed (bie oerfc^iebenen Gräfte) wirft berfelBe einige 
®eifit^ unb tfilt einem ieglit^cn 6cinei gu, na^ bcjn cv wUI. ^o^. 3, 8: 
Ser SBHib (» €»eifl) Bttfet, »o er wUI^ — olf« ei» icgliiHr^ ber atü 
beut ©eift geboren i% 

2. 3)er ^eilige 0eifl ift nic|t eine blofee Äraft ober ßigcnfc^aft 
Rottes, no(^ weniger eine (Beftnnung im einzelnen !Dtenf(^en ober eine %n' 
f^auitna ricn f^öttfirficn ^irto|cn, n>ie fie ju bicfer ober jpnfr 3<'it ""tff ben 
d^riften ^errjc^enb iit (iiias man io ben „Oieift ber i^iemembe" nennt), foTibcrn 
er ift in bem einigen göttlichen iBefcn eine ^erfon nne ber Hiatcx unb ber 
6oI)n, unb ^ei^t i}e'\\\c^, mil er, qöttlicficn ffiefen« unb unterfc^ieben oom 
mcnidjlit^cn öei[te, l)inhg ift unb IjcUig mad^t.') 

3. 2)er ^eilige (Seift roirb ^ber SrÖfter" genannt, ^oraflet f. o. q. 
advocatue, b. l bcr )u ^ülfc E|erbeigerufene, ber 8eiftanb. 6l)riftuö fpiid^t 
im Gimmel alft unfer ^ürfprec^eT für unl (t^ürfprac^e), ber ^eilige @eift 
fl»ftc|t in unfcm l^er^en ali bcr Strdffter su »nl CBu^rod^e b. i S^oP). 

"Sie ftCTfdnli^tctt bcft ^eiligen (BcifM cr|dlt aud ^olsenbcm: 

a) (St niiKb in ber ec^rift mit unb ne(en bem ä^ater unb bcm 6o|n 
gleic^ermeife genannt. ü)Jat. 28, 19 (n. gen. ttberf.): 3l"bem i^r fie taufet 
in (auf) ben !Ramen bc? ^^ntrrS itnb be§ ScljtifS intb be^ ."neilincn f^riftcS. 

2 Äor. 1.3, 17: a)ie (iJnabe beä ^txxn ^i\u ^x\\t\ unb bic iiiebc (äiottcÄ 
unb bte (Bcmeinf(^aft beS ^eiligen ©eifteS fei mit eud) allen. 

b) ©ei ber Stftöpfung roirb er com Spater (ber fprid^t) unb oom 
Sol^n (bcm 2Üort) unieijd/uben. 1 Üiojt* 1, 2; Xtr ©eift (Üotteg fd^imebte 
Aber ben ffiaffetn. Ubenfo bei ber Xaufe (S^rifti, wo ber ^eilige @eift 
in ftt^am Qtcflalt eefideinl. ffUA,S,t6: ^o^anned fa^ ben (Bn\^®oM, 
8lei(^ oli eine Xaube ^nabfa|fen nnb Aber ^frnn tommcn. 

c) ^er J&eilige @eift ift felbfItMtig; ^ ^omnA <JM l, 35: ber 
^eiltoe ®eift wirb über bid) fommen), er Ikibt (3o(|. Ii, 17: er bleibt bei 
eud^), er jeugt Qo\). 15, 26: ber wirb jeugen uon mir), er ftraft (3o^. IG, 8: 
ber roirb bic 5ßelt ftvafen), er le^rt unb erinnert {^oi). 14, 26), er bittet 
für uns (^ibm. 8, 26: bcr C^eift felbft vertritt und mit unoudfpre(^U4iem 
6euf?(en). 1 Äor. 12, 11: 5)ie# nfle^ niirfet berfelbe einige ©eift unb teilt 
einem jegli(^cn fcineS gu, nad; bem {mt) et idiU. 

«I) ®er ^eilige ®eift ift ber einjige waljre ©telloertreter ^efu (S^rifti 
4Uf (Stben nad| feiner ^immelfo^rt. d^riftud |at i^n oer^ei^en ali ben 
i,a nb er n" Xti^tt, b. i SeiflaiÄ an feiner (bei in ben Gimmel er^b^en 



*) Xie beibCB Don .(9eift' abgeleiteten ßigenfci^aftSmMei; Qciflio unb geiftlidb. 

roerben !)fiufi9 OfTtrr*fdt. C^Wilttfl fiUt von dkm, mai boi IRenf ^^engelli, 
gei^lt^« »ad ben (ikift (Sotteö unb jeine Q^^tt betriüt. 



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224 



«nb fflv uns unfic^tbaren ^eilmibeS) @tatt (^o^. 14, 16; 16, 13. 14). 2)er 
l^eiltge (Steift f priest ben Jüngern unb befiehlt i^nen. (SIpg. 8, 29; 
10!, 19; 11, 19; 13, 2; 16, 7.) 

4. SBcim bev ^eilige (Betjl bie britte ^nfon bell einigen gotUi<^ 
SBcfeni geitanttt ivi^, fo foO bamit nt^t ein Stangtinterftlieb bejei^met 
werben, fonbem weil er ausgebt oom ^ater unb vom @o^n; er ift beni 
SatCT unb bem @ol^ne glet(^. l^o^. 16, 13—15: dt (ber ^eilige ©eifit) 
roirb eucf) in alle äüal^rljeit leiten; üon bcm "üJi einen roirb er e§ nehmen; 
qUc6, roae öer 3]ater ^ot, baä ift mein. ®inu nad) ^sol). 14, 23 ber 
Sater unb ber ®ol)n in bas Jper^ ber (yiäubigeii tommen unb äUo^nung 
bttrin mQ(^en, fo gejci^iei)! fao im ei Ii gen Weift. 

^ie @ottl)eit bed ^eiligen (^eifted, gleicf) bem ^ter unb bem t^of^ne, 
n>irb bezeugt bur(^: 

«) 5)ie göttlidjen 9?anicn, bie i^m bei9ele(^t luerben. 9lpg. 5, 3. 4: 
^etruö fprot^: ^^fnania, marum ^at ber Satan betn .r->crj erfüllet, bafj bu 
bem ^eiligen öieift lögeft; — bu ^oft nic^t 'Uicnjc^cn, fonbern ©ott ge^ 
logen. 2 $etr. i, 21: 3)te ^eiligen iRenft^en ^aben gerebet, getrieben von 
bem ^igen ®ei|i; unb 2 2im. 3, 16: aOe @dMft ^^n ®ott eingegeben, 
tfk nfi|e — . 

b) «Die g9ttlt(ben tBoUlommen^eiUn, bie er beitf^t. 1 Kor. 2, 10: 

^ ©eift (3ottee) erforfc^et alle ^inge, ai4 bie Siefen ber ©ott^eit; 
3, 16: wijfet i^r ni(^t, ba^ i^r Rottes Tempel feib unb ber &cift 3otte6 
in fn* mofinct'-? 40, 13: ®er unterrichtet ben ÖJeift bc« ^€tm, Itnb 

mid^n iiiüUvbcx untorroeifct i^n"? (i^gl. dlöm. 11, 33. 34.) 

2)ie gottluiien Üüerfr, loelc^e er ocmc^tct. ^f, 33, 6: *I^er 
^immel ift burdj baä 2öort btö vuim geinadjt, unb alleö fein |>eer burd) 
ben Weift feines gjlunbe«. yiwb M, 4: !J)er (De ift ©otte« ^at miä) 
gemad^t unb £)bem be^ ^Umäd^tigen ^at nur tai Ü^eben gegeben. 3lpg. 
20, 28: @o ^abt nun od^ nnf bie gange ^erbe, unter »eitler (n. gen. 
ttbecf.) tud) ber ^eilige @eifi gefegt ^at gu ^ijc^öfen (Sluffe^em). 1 Stot. 
19, 11: S)ic6 aOe» (Mfte unb SEunber) wirft berfelbe einige ^fl. 

i) SMe gi^ttli(|e C^re, bie i|m )U9cfpro(|en wirb. ^Hvt 12, 32: 
SEBer etnnd rebet (läftert) miber ben ^eiligen (Beift, bem wirb ei nic^t oers 
geben, weber in biefer noc^ in jener SBelt. 1 ^etr. 4, 14: S>er ®eifl, ber 
ein ©eift ber ^errlid^teit unb @otted ift, ru^et auf eu(!^. 

5. ^er ^eilige ©eift ift gleich en)ig mit bem Spater unb bem@obne, 
aber fein 2?ev^altni§ ju ber fficlt ift md) ^cn hpiben öfluS^nltunc^ett 
CÜfonomteen) Öotteö im »Ulten unb ^)Ieucn iöunöe, burd) welche er baö ^»eil 
ben toeineii bereitet unb jufü^rt, ein oerfc^iebeneö. @r wirft im 3llten 
8unbe yonuhmlidö als (^eift ber Offenbarung be§ ©iOcnö WotteS — im 
OJeje^ — , Ulli» öei ^utuuftigcu ütlbfung — in ben ihJeiöfagungen unb ^Jer; 
^ei^ungen; burd^ baS @efe| nrirlt er 28u^e gum geben unb buni| bie SJer» 
^ei^ung oerfiegeb er ben gl&ibigen OunbeSgenoffen bie JKnbfc^aft. 9ber 



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Sfcoge 53. 



225 



bie DoHe Entfaltung feiner Äraft wirb erfl für bie 3ufunft oerfünbigt. 
32, 15: ^iö fo lange, ba^ über unö oudgeß offen werbe ber ©eift au§ 
ber ^■)bl)e; 44, 3: "^ä) luill meinen ®eift auf beincn Samen gießen unb 
meinen 3eQcn auf beine 'JJad^fommen. .t)ef. 36, 27 : ,^d) roill meinen ©eift 
in tuL^ geben, l^i^el 3, 1 ff.; Tiad) bicfcm loili id; uus^jießcn meinen 
®eifit flBer oOc« ^leifc^ — . ^n biefem Sinne ift auc^ ba« äBort auf» 
{uMen ^0^, 7, 89: ^er ^eilige OJeift mar noc^ ni(^t ba, benn i^cfiiS nratr 
noi^ m«|t mUM. 3ta^ Sluferfle^ung im^ Himmelfahrt mitb bet 
^eilige @eift «auSgcgoffen* (entfaltet er feine 9oOe jtraft) aU ber ®cifit 
ber Heiligung im !Retten 9unbe. ^Tpg. 2, 16: ^ag ift eä, baS bufd^ 
ben ^rop^eten ^oel auMt flefagt ift. (^oel 1, 1 ff.) ä(pB* 1/ 4. 5 
unb 2, 33. 

6. 2)em r-ieiligen (^eift werben nad) feinen Süirfungen oerfc^iebene öe* 

jeid^nungen flegeben; er wirb genannt: 

ft) 2)er (^eift ber Kinbf rf)aft. 9löm. 8, 15: ^^r ^abt einen finblid^en 
©eift (n. gen. ilfacrf. „ben (*Jeift ber Äinbft^aft") empfangen. 

h> ein ^fonb unb ©ier?el. ßp^. 1, 13. 14: 3^r feib uerftcnelt 
luorbcn mit bem .dciliqen 05eift ber ÜJer^ei^ung, wel^ier ift bad ^fanb unferö 
(ifbtö unjrer (Irlofutig. 

e) Der ^Iröftcr, b. i. ^Beiftanb. 3o^. 14, 26: ^er Xvöjter, ber 
^eilige @eift. 

d) Der a»eift ber aßa^r^eii U, 17: Der ®eift brr 9Bahr|ett, 
wellten bie S3e[t nic^t !ann empfangen. 

e) ^er PJcift ber Salbung. 1 ^ol). 2, 20: 3^r Ifaht bie Salbung 
(^rfenntnid ber SBoI^r^ett unb Seben in ber SEtta^t^^eit) 9on bem, ber heilig 
ift, unb miffet afleä. 

f) l^cv 05eift ber ("-inabe unb bcä@ebetö. Sacf). 12, 10: Uber baä 
§auä ^auibei unb über bie Bürger von l^enifalem will iä) ami}\e\im ben 
®eift ber Wnabe unb bc€ i^thm. ?Röm. 8, 26: ^cx (M\t l)ilft unfrer 
S(f)roa(^^eit auf; benn mir roiffen nicfit, wai mir beten foüen, roie ürfi'ö qe^ 
büljret. 2)er ^eilige (iieift ift ber redete Öetmcifter, ber uns rujcn leistet : 
miw, Geber Skiter. (Stom. 6, 15.) 

9) Der ®eift ber ^errlit^leit. 1 tßetr. 4, U: Der ®eifl, ber e'm 
(Beifk ber i^errlic^feit ifl. 

7. Olettiannl. »3m crftm Zeit (ber SlrtUel bei ij^Tiftlit^en Olaubenft) ift 

ßflebret raorben oon ®ott bem $atec unb ber 6(böpfung, unb wie er o«^ lauter 

fiiebe geßcn \mi, bie er ju Äinbern anflcnommcn ^nt , allc§ erfdjaffen imb nod) et^ 
Ijölt; im nnbern, roi' ber Sobn mm 'i^imx in Die 'Jin-It gefanbt, 'iD?onid) flemortcn, 
auf Arbeit Qudgcitdjtet ^abe, luad )U unjerer «seligfeit Donnöten war, unb nun im 
^immeC oon nnfertaxgen eif^dne, bift er tviebertommt pm Qkriibt ^ornit ober 
bie Siebe Rottes be« 9)aler« unb bie Onabe unfcrl ^rrm 3eftt dbrifti in nnfce 
.fteru'n eingebrücft mcrbe, fo ßiebt un-> ber "Süter bur4> ben Sobn hri .r^ejs 
iu.m Gkift, ber mi ber Sarmber^igtrit be« fkiterft unb bet ®nabe ^^efu (^rifti 
tcilt^aitifi macbt.' 

X % if cnti«, ^dMI. ftfMi. 15 



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226 



SeOSC öS, 



II. Das ^mt hit UHrhnnQcn k9 ^rtlti^cn (Ocijicä. 

1. 9?ad)bcm ber So^n (^otteä un§ bo€ >>m 1 burrfi bic G"rlö[img cti 
»orbcn imb bereitet l)at, cicinct un§ ber ^eilige ©eift baöfelbc ju, 
ma4lt uno Deäfclbcn t€iUjaftig, mad^l um ^eil unb Zeitig; feine Xl)äü%- 
feit tfl baä ÜBcrl ber Heiligung. 1 Äor. 6, 11: '^\)r fcib obgeiöafdjen, 
i^r feib geheiligt, i^r feib gerecht geworben burd^ bcn Siemen beS ^crrn 
Seftt ttitb btiTd^ bcn <9ei[t unferft Rottes. 

reformierte Jttn^e tebet IteBer von ber gttciSittt^S att »on ber 

Aneignung bed $etÖ, weil bie Heiligung im legten ®ninbe nid^ bot Sßevl 
be0 9ienf<|eii, fonbem ®otte< be« {^etlisen ©eifte« ift. $^iL 2, 13. O^oit 
ifl eft, ber in eu<$ »triet belbeS» bad 9B ollen unb ba9 93oIKbrin0en, na^ 
feinem aSöof)Igefallen. 2)ie ©rmaljnung beö Xpoftelft $e(r. 12, 14: 
jaget na^ (feib mit @ifer bcbac^t barauf) ber |»eiltgung, ol^ne welche toitb 
nieiminb ben ^crm fel)en, begießt fi(| auf bie Übung in ber -Heiligung, 
b. i, bic (^ottfeligEeit. 1 3:im. 4, 7 (n. gen. Ubcrf.); Übe t>i^ felbft jur 
©ottfeligfeit. 

2. 2Bie ß^riftuö {%v. ZI), fo Ijat nutf) ber .Vicilige Weift ein breifact)eä 
3lmt: 1. ein «Strafamt 2. ein Seljr nmt, 3. ein Xroftamt. ^y^ol). 16, 7— l.'J. 

a) 2}cr ^eilige ©eift [uaft, b. t. (wörtlich :) er überfül;rt bie ijiscit, 
ben natürlichen Ü)kn)(hen, oon ber Sünbc („ba^ fie iiid^t glauben an 
mv^", benn bafi ift feit ber Offenbarung (Sotted in (S^rifto bie größte 
€tinbe), von ber ©ere^tigfett, (ba| oor ©Ott feine anbere gilt, aH bie 
<£|rifhi8 bur([^ feinen ^ngang in ben 3^ob unb in bie ^cmrliil^feit befi Soteid 
erworben ^at) unb oon bem 6erid)t (mit meld^em er bcn @rbfrei§ richten 
roirb unb von bem nur ber befreit ift, meldder an ben glaubt, ber ben 
dürften biefer ?9ett überiininben ^at). 'S>uxöf baS @trafamt mirft ber ^eilige 
@eift Sufie unb ^efei)rung. 

(?r Iel}rt bic C3Iäubi(^en, inbcm er i[)nen bic (?r?eiintni§ unb baS 
5Ber[tänbnio ber (^öttlic^K^ Si>a^rl^cU öffnet unb fi« barin pon Btufe 
etufe fotbeil. It), V2. 13. 

c) @r tröftet fie, inbcm ii an jteUc bcs unjidjlbarcn, in ben .s)immcl 
erteilten ^eilanbeö i^uen fühlbar na^e ift unb i^nen in aUcm beiftel^t. ^o\). 
16, 6. 7. 

S. Urfinuft. SImt beS ^eiligen ®ct)ted ift bie Heiligung, »clc^e tm« 

mittelbar bunb ibn felbft oom 9ater «nb oom 6i»^n geioirtt wirb, loeSbatb er bei 

®cift ber ^eilißung genannt »oirb. 3)ic uomeljmftcn 6tüde biefcS %mM fmb : 
htiiten, n)id>ergebärcn, mit C^hrifto unb (^ott uerctnigen, (eiten, tidftm unb bifeftigm." 

4. ^cr >"icilige Weift roivft teils unmittelbar, — er fann nu(^ in 
bciii Mer.^en etnco llicnfdjcn ^S. .'•Reiben), ber fern von ben ^^eftameuten 
Der iHTl^ci^ung unb oI)ne Kenntnis ber Offenbarung ift, bie Scf)nfuc^t nad) 
ßrlöfung ermecfen ("iU'ifpiel: ber Herfenncifter ^l>I)ilippt ntit feiner '^rage: 
9Üaü muji \d) ti^un, ba|j id; felig weröc^j; tetlo mittelbar burc^ bic ge« 
orbneten ®nabenmittel beS Sorten unb ber l^eiligen ©aframente. ^dm. 



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,3tüöe 53. 



227 



10, 17: @o fommt ituii ber ®Iau&e M b<r ^bigt, baft ^rebtgen aber 

burcf) ba§ ©ort ©ottcä. 

ifötr bürfcn unb foden au^l um ben ^eiligen @eift bitten. Suf. 11^ 13: 
3Bic tticlme^r roirb ber ^ater im Gimmel ben .^eiligen ©eift geben benen, 
bie it)n barutn bitten, ?Ibcr flud} biefcS Sitten fann n\ä)t au§ unö fclber 
lommen, fonb vn mu^ von il)m in ben ^erjen angeregt unb oor bem $«Uer 
im .f>immel unUiiiüljt lucrben (9löm. 8, 26). 

5. I)aö ijeiljäUniö beä J^eiligen (üeiftes jur ©eelc beS 3Ken[d)cn ift ein 
burd^cmS perfönlic^ed; er mu^ »auc^ mir gegeben" fein: nur ba^ mo er 
in ein $erj gefommen \% faim er fein Slmt auSti<|teit. ®al. 4, 6: SSeil 
i^ benn jtinber (®otte8) feib, ^at @ott gefanbt ben ®ctfl fetncS @o^ne& 
in eure ^erjen. 

6. ^er ^eilige ®eift roirfet im ^erjen ben ^ma^ren ^^lauben", 
burc^ welchen er un§ „(Et)rifti teilhaftig mac^t", fo ba^ (E^viftug unfev 
eigen roirb. dlöm. <»; ^wpr (?^nfti Weift nidit f)at, bcv ift nicfjt fein. 

7. "^^n C hrift 0 lücibcu imv and) a 1 1 e y feiner ihJ o l) 1 1 () a t e n , b. i. 
ber innoicbung Der Sünben, ber (^Jcrcd)tii]tcit unb beö eroigeu ^ebenil, „teil- 
^oftic^ gcmad)t" bind) ben »eiligen Oknft. 2)er 6tufcnf(an(^, auf roelc^em 
berfelbc foldjeö gerobt)nliä^ iüuü unD ben man ^^cilsoibnung" nennt, 
ift folgenber. 

*) 3>ie 9etiifung. 9Bir mitcrfd^iben: 1. eine allgemeine, b. t. 
fofem boS 9Boit allen SKenft^en «erfttnbigt wirb; Spg. 17, 80: nun aber 
gebietet er allen 9Renf<i^en an aOen ^ben 8u|e t^un; SRat. 24, 14: 

ed nirb geprebigt roerben bad ^oangelium vom Steid; in ber ganj^en 
SBelt; unb 2. eine fräftige ober wirtfame, rocidje fic^ an ben 3(u§= 
eriP(if)ltcn crroeift; ^^^üit '20, 16: t>tcte ftnb bcmfcn, aber ifcniqi' finb 
auöevn) a l) lt. ^^ol). G, ;{7, 1 1 : lUUed, luaä mir mein 'iSatet gicbt, öaö 
fommt mir; co fann niemanb ju mir fommcn, co fei benn, baf^ il)n ^ie^c 
ber Sater, ber mid) (^efanbl bat. 2 ^I)cff. 2, la. 14: aber foUen öott 
banicn allezeit um eud;, geliebte i^iiibei in bem ^errn, ba^ end) ©Ott er^ 
w&kUi ^at 9on Stnfang ^uv ;SeIig!cit, m ber Heiligung bed (Seiftet, unb 
im ®Iauben ber Sa^rtieit, barcin er eud^ berufen l^ot burcb unfer (foan« 
gelium, ivm berrli(|en (Eigentum unfetil ^erm ^efn (S^rifti. 2 Sim. 1, 
9. 10: ^cr uns feiig genta<bt unb berufen mit einem |eiligen ^Jtuf, nic^t 
nad) unfern SBerfen, fonbem nad^ feinem (n. gen. Uberf. „befonbern") 
'^orfa^ unb ©nabe, bic und gegeben ift in &^n\to Igcfu oor ber 
^eit ber ^il^clt. 

''^ ^ic Cirleudjtung, burd; meldte Der .'ödlige ^Jcifl bie redete oelbft: 
(3ünbcn:)(^r{enntmo unb bie rc^te (^otteö=(:jpeil6i)Üifenntni§ m bem .^erjen 
beS Sünbera roirft. (jp^. 1, 17. 18: ©Ott gebe cud) ben (>>ei|i ber äiJeiö= 
I|eit unb bev Cffcubaiung ^u feiner felbft ^rfenntntS, unb erleut^tete 
Sugen eures SevftänbniffeS, ba^ i^ ernennen mdget, web^e ba fei bte 
Hoffnung euY«< identfft. 

e) ^er Glaube, b. L bie Araft, melf^e ber ^eilige ®eift im ^crjen 

15* 



226 



bed ^ünbere luirft, bamit er bic 3Bo^U^aten C^riftt, bie i^m bargeboten 
werben, and) ei (greifen unb ju eigen mad)cn fann. 1 Äor. 12, 2: 9?ie* 
manb fann ^cjum einen J^errn Reißen oljue buic^ ben ^eiligen (iieift. 
2 ^e^. 3, 2: 5D«r ®Uttbc tft nic^t jebermaim« 2)ing. 2, 8: 3(u9 
<inabfn feib i^r feltg geworben butd^ ben Glauben; unb basjclbige nic^t 
M tw^, ®otUS ®ab< tfi CS. 

d) ^ Sted^tfertigung unb ^eiligunf). ^ui4 ben na^ ®otte0 
(3nabe oom ^eiligen (Beift gemirften @Iau6en wirb ber Sünber teilhaftig 
ber SSergebung ber <Sünben, ber (^erec^tigfeit unb J^eiligfeit vov (Siott, 
roorin ber Anfang bcö neuen Sebenä, bic 'i0ieber(iiet)urt, befteljt. ))iöm. 
5, 1: '}iun toir bcnn jinb gerecht roorben X)mä) ben (^)Iauben, i'o l)aben 
roir triebe mit (^iott burc^ unii'tn ^erm !3efum (Sljujtuin. Jlöm. 1, 17: 
2^er ©cvedbte niiib feine« (flloubenS leben. 1 ^^Jetr. 1, 1. 2: Xen er^ 
iiialjitai f^u'iiiDliiißcn, nad) ber iBeriel)uug (^or^crbeitimmung) Gottea beS 
$ater§, burc^ bie Heiligung beS ©eifted (b. t. bie Heiligung, roelc^e 
ber Zeitige ©etfl mirft). @)aL 5, 22. 24: S>te f^ruc^t be< ® elfte« ifk 
Siebe, g^eube, S^riebe, ©ebulb, ^reunblt^ifeit, ©atigfett ®Umbe, 6qnftmut, 
Acuf^l^ett. Sßeld^e aber ISfynfto ange|ören^ bie Irnistgen t^r f^Ietfcb famt 
ben lauften unb Segierben. 

e) 2)ie SJerficgelung. ^er §eilige öeift „tröftet mid> unb mirb 
bei mir Meißen in (?n)t(\(cit/' b. i. er ma6)t micft ber ^Im^f-fnift 
©otteö genn'ß, fd)ü^t mid) gegen alle Wemalt be6 'Sntans unb bciüal>rt 
mid) nur ewigen Seligteit unb Jperrlidjfcit, luoburd) beiuiift löirb, ba^ id) 
im Ölaubcn lul;airc. 'Mm. 8, 14. IC: ^ddfe ber Öeift Rottes treibt, 
bie finb Öottcä Äinbcr. Xerfelbc Oieift giebt 3cugniä unferni üJeift, baf? 
wir ®otteft IKnber ftnb. 9l9m. B, 28-~30: ®ir wiffen aber, ba^ benen, 
bie (ä^ott lieben, alle 5Dtnge jum beften bienen, bie na^ bem Sorfa^ 
(ber ®nabe) berufen fino. S)enn wet(^ er ((Dott ber äkiter) gum oer« 
fe^en (oor^crbeftimmt) ^at, bie ^ot er ouc^ oerorbnet, ba^ fie gleid) fein 
foQten bem ßbenbilbe feines 3of)neö, auf ba^ berfelbc ber Grftgeborne fei 
unter oiclen SBrübern. 2Öeld)e er aber trerorbnet f)at, bie hai er aud) be; 
rufen; roeld)e er aber berufen i)at, bie l)at er aud) gerecht gemad^t; roeldic 
ei aber gereift gemadjt, bie \)at er auc^ l^errlic^ geniadit. (5pf). 4, HO: 33e: 
trübet nic^t ben .f) eil igen (^5eift ®otte§, bamit (burd; lücld^en) il^r »er« 
fie gel t feib auf ben Xcij tei (rrlofung (ber Söieberfunft G^rifti). 

8. ^er Studem)äl)lte, bad jlinb Qioited, ift burd^ ben Jpeiligen (^eift 
feiner ®elig!eit gemifi. iKtt Oleoianufl im Sterben lag, trat fein 9ml8« 
genoffe Sllfteb {u ^eran unb f)»rai|: JBieber Sruber! ^^r feib o^ne 
^meifel (Sum @eligfeit in <S^riflo gleii^wie t^r bie anbem gele^rct 
^abt?" ^a (egte ber 6lerbcnbe bie ^anb aufs .r^er^ unb fagte: „Certls- 
•imus!" b. i. «Gans gewill" fDol «Mir OlcoianS Ic^ted SBart 

9. Oleoianud. .^n 6uninia: $er i&ei(i(;e (^eift tft bad einige %anh, burcb 
coelcbe-'- ('»hriftu* in un^S iinh loir in ihm bleiben, wh, wie bie dithe bem ©einftod 
eingektbet, Araft unb l'ebeu ouö bem Seinftod betomntt, alfo fmb »ir (M^rifto burc^ 



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9tm u> 



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cJöiflc Vebcn nu-i ihm befonimen.' — 

»ffioöer eiUniten wir, bap wir bcn i>ciliflcn &ei\t \)aben<! %ui 
fetnft SirCund. %tm flleii^ie bu bcn tBinb iii(6t fie^efl, fonbeni empfinbcft 
feilte Sirtuitg» olfo nrttb au4 ber ^eilige ®eift burd) feine IBirhino ertannt. Sie 

uorne^mften Sirfunocn bc^ .t^eitioen (Seifted ftnb biefe. (Srf)H(^ ba4 gläubige 
(^cbet, finblidio Sni^iiHctit unli Seutjcn 311 unferm bimmlifd)en 33oter. (9iöm. 
H, 15. 26.) — ift bor .^>Qn ber Sünben unb ßicbe jur ®crcd)tifls 

{cit, hi\4> i|t ber otreit iDtbec bie 8ünbe, eine geiuiilc tln^eigung, ba& bei Tltni^ 
bcn J^eiligen Qkifi ^at. Smn ^leif^ unb 9(ut M unft bot nidit (teoffenbArt; bo| 
»ir ber 6finbe Siberftanb tt)un, biemeil i^re (bed gleitc^ed unb tBIute») 9Irt ift, in 
alTcn Sünben fort3ufal)rcn/ fonbcm (5ott roivft'S burd) feinen .'nnli(ien ©eift, mic 
St. ''Cnulu* lehret oKöin. 7, 5>. ^;erbQlbon ioll un« ber Streit mihex bie übrigen 
(bie und nod) antlebenben) Sünben, bie un^ betrüben, nxdit oeriagt madien, fonbern 
eben Urfac^e baraud nehmen, und mibec bie 6ftnbe, bie unft ein ^leleib über baö 
anbete bringt, }tt tröüen, bieneit ber 6tretl in unft eint oetoiffe Vn^eigung ifl, ba| 
mir ben i^eiligen ®eift ^aben. ^aben roir ben ^eiligen ®ei|l, fo fdU» »ir ® Hebet 
l^^rifti, bffjon nonftimmene ©rrccfitifitcit, bie er unS mit feinem lobe cnnorbcn ^nt, 
befleibet ur^ brbcrft uov bcni iintieriAte (^oftc-j bie übrigen Slnfec^tungen unb 
Sünben, mit bcncn roir ftreitcn, üiio, baß fic @ott Weber feigen mä) beren in (Stoi^- 
fett G^^cnten niQ. SOcln ba| toit mit XMlktm ®Ionben fortfahren in biefem geift* 
(i<ben ettctt, fo loitb nni ber 6ie0 nitbt fehlen, nie ber Kpoftel t^Iuft fogl - 
JHöm. T, ii>. 20. 24. ib unb befcblio&l bcn Jroft olfo: 2o ift nun nxä^U Set« 
bnmmlid)c>3 an benen, bi« in (5hrifto 3cfu fmb, bie ntcfit nai) iieni i\loifdi lonnbeln, 
fonbern nad) bcm C^ciit, b. i. bie in ihrem 9eben ben cünb^'n be^5 l^lei)d)e<s 1öiber= 
ftanb t^un bur(^ ben ®cijt (äotled. — Xrittene finb ^Utiuiiücn bcd jpeiligen (^ei)teö 
baft Setenntnlft 6<|rifti unb feiner fBaHeit/ auf ba6 (SMfhtft gecljret »erbe; 
f)antfa0nnft unb .Hoffnung ouf bie ^ülfe bed .^erm. ^Ie9 ftnb getniffe Vn» 
jciflungen, baf, ber Weift (Sotteä in eine« IRenftitien J^crjcn n)oI)net. (JHöm. 10, 9. 
10; 1 Äor. 12, 3; Init). 18-21.) ünblid), bofe bie «Soffnuni^ ein fnldie» S^erf 
bc'j .{ieili(ien 6eiitev iei, bnraud ein jeber fchliefien fanii, t-ciY, er fei ein Äinb Oiotted 
utib ber ciuigcn ^cligteit, unb alio aud) bcn Unblid^cu (^eilt unb '^fanbid)tUing 
(Untetpfanb) ber Seßslelt höbe, ift ab|unehmen auft ben f^Anen QerbeiNngen »ie 
5f. 2, 12: Selig fmb QÜe, bie ouf i^tt (d^tiftum) Ijoffen; unb JRöm. r>, 1-5/ 

10. 2Qmbrcd)t 2Ri)fera§*) fi^nt von ber ei lii^ung: ,5;ie .{^ eilißung 
tü bie nu§flcooffene ^nabc be* ^eiligen (SJeittC'5, meldte eine roaijrliaft 
überzeugte Seele tn ber Sieber geburt empfangt, roenn ftc in bcm ®eifte iijrcö 
GemiUeS erneuert nirb (dpi). 4, 23. 2 t) unb bie Siebe ®otted audgegoffen ift burd) 
ben öligen Oeift. (SUm. 5, 5.) ^eg heiBt fonft an<b ber neue 9ttenf4 , ber er> 
neuerte Icil u. brgf. Xemnac^ ift bie -Heiligung itjrent Scfeu mÖ) bie Suft unb 
Siebe |ur ^iigtcit, bad 6euf}en, Sitten unb begehren, beiiig iu fein. Sie ift ber 



*) % feiner Sd»rift: .(Jmpf inöunocn u nb tsrfnl) r ungen ber frommen 
auf bcm Scgc nac^ bem .pinuucl' Xcr iöerfaijcr roor fein ©eleljrtet, ober 
ein etlen^teter unb bcgnabigtcr (Sbrift, reic^ Ott firtenntnig unb Grfa^ning. Gr war 
ein (Sllieb ber reformierten (Sknuinbe ju SRIbbcIburg in ^oQanb im Dorigen Sohr« 
bunbert. Seine Sd)rtft mürbe mi bem ^oUanbif^en ing Seutftbe flbetfebt nnb 
ift eineg unftet beften reformtcrten (MauungdbiMter. 



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230 



grofic 54. 



lüleberflcbürue leil, bec neue uiiöcnctiye jjuiiid}, bet in t^'auluö lüür, tuouon er be: 
ieuflt: i(6 ttabt Sufi oit ftottü (Btfej} nadb bcm imocnbifloi SRcnfd^en (9iöm. 7, 28). 
3>a0e(ten (tritt bcr in t^m no^ flbfig sebUcbene, »rrtotlciK, umDubcteeboni? {eil 

beftänbig (S, 14—23). ^ie$ ift baö Sefcn bcr ^etUgunQ, unb ci wirb in adoi 
?I?ifbcr(^otioniPn tiefunbt'n. Xcnn (Mott roitlt in ifjnen neben tfircm tjcn 9?fltur Oer: 
borboru'u lotl aud) ein ("■huibentoil, hai ift bio l'ui't, tiio Viot>o unb ba* '■Ik'rlangen 
mdi .pcili^tcit, ja ba:» 3euücn, bitten unb t5lel)en, um l)eilig ju \<m, loeU^cd bec 
ftnfang ber J&ciUounß fclbft ift/ — 

.Son ber i^eittgunfl bAnet ob: bte Oerubiftiiiiii brt (Smiffoit^ bie ^vnibifl* 
foit JU ®ott, brr ®muft be^ göttUcben ^rieben« unb ber Sorfcbmad ber erotgen 
oeünfeit, wie 3o^anne4 bejeugt: 5!inblein, fo unS unfer .f»cr? nic^t ücrbiimmt, fo 
haben mir omc fyreubigteit ni (^ott. (1 ^ob- 21. i penaucr unb crnl'tlutcr rin 
'■Begnabtgtec uoc (3ott toanbelt, je tueitei u in bei i^etleugnung leinec ieibft, ber 
IBelt uitb fltMtttc fortgebt unb in ber Heiligung .zunimmt : bc^ me^ Slube unb 
6übtefdt f^^medt er in feinem (^briftcntum unb in bem Umgang «itlftottin dbriffa». 
SBorin nun bie f^citipnn liinficbtlid) ihrer ?lU'5übung beftebe, roirb einem jeben, 
ben bor .v>orr mit feinem nottlid)en 'i'idito crleudjtct hat, ixix gcnftnc bcfannt fein, 
niiinlid^ in einer geroiffen^attcn ^eobad)tung aller 4>fiid)ten foroobl gegen («iott mic 
aucb geo<'n fi^ f^^^f* unb beii 9läcbften, unb in einer oorftcbtigen Sermctbung alle» 
beffen, m% @fliibc ift, uo< ®ott in fetiMm Sort« oerboten bot, unb oUei beffen, 
toai uns jur Sünbc reijen !ann; 3o^anne« bringt fte in brei klaffen, unb nennt 
fie Wuiienluft, .^^li'if iio^Inn unb boftiirtivU'6 ?cben (1 'i, l'"» . 3n bicfen r"tiic!en 
fut üben, unb hivar üon .^cr^ien, nid)t nliem nad^ öem iluHern, fonbern huupt; 
fädjli^ nad) bem Snn^Mtn, nac^ allen Mrdften ber Seele, gemiffenbaft, freimiüig, be^ 
jifittbtg, obne ttuinobme, treu unb oor bem llngeficbtc Oottet oO fein Xf^m 
unb Soffen einri^ten, b«< bei|t berdeiltgung no^jogen unb fie fu^ |u ooth 
enbctt in bec i^nribt <9otteft.* 



54. XDa& gUubcfl öu von bcr t)eiH9en aUgcmeincn cbrifHic^cn Äifd>ef 

fcMfcbrc, ficb tUH aut^cnvi^bfrc (Pcmeinc 511m nvigeti hieben, öurd) 
feinen <J}ei\t unb Wen, in i£,mi^hii öce tpabren (Blaubcne, i>on 
tZCnbrginn 6er tOtlt hi» atia Cttte wrfammle, fcb&gc unb ttf^tt, 
unb bafi id) 6rrfclbcn ein IcWttM^e« (^ttt^ Mii/ unb ewig Heibcn 
werbe« 

?(ntn). ^e oDgenteine «brtfiti^ iKt(be ift bie ouft bem ganzen menf(blicben 
ü)ef(bled)t }um cmigen Seben oukcwftblt« unb im not^ren ®(ouben ucreinigte 

©emeine. 

a) 2öcr öeti'animcti bicic ^icmeine? 2)er cobn ©otle«. 

b) S)obun^ oetFffinmelt er |te? feinen Oeifi unb ffiort. 

e) Sann oerfammett er fie? 9)on Kttbeginn ber SBelt bi« on« (Snbe. 
d) 5Da« tbut er no(b ntcbr an feiner ©cmeine? ßr fcf)üfet unb erbält fte. 
0) ©nnn fann bir foldjcs ;um iroft gereiAen'^* Senn i(b loeil, bob t(b «iti 
lebenbigeä (9Ueb biefer (Gemeine bin unb ewig bleiben werbe. 



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(5ö ift 5u bead^ten, bafe eö in öem ©loui ' iiobefenntnio nid^t (jei^t: „id^ 
qlaitbc an (ober in) eine ^eiUgc allgemeine cijviftUd^e mk Reifet: 

id; erlaube an (ober in) &ott ICatcr — ©Ott 3of)n — ©Ott .«peiligen ©eift 
,^d) glaube eine |. a. t^r. jtirdjie" ^et^t: ic^ glaube^ ba^ eine d^riflUil^ 
Xirc^e ift, unb «on beifelben glaube ba| {te tt. f. m. SiefelB« Se« 
beitiung ^ot au(^ bte f^ffung ber fMgenben BtMt bed britten Xrtüeld. 

glaube an" be|eii|net bag peffonlii^e ^rdaltnift be» IRcnf^en }u 
03ott, oon %esitn ju^erfon; Jd) glaube einen ic." = id) glaube« ba^K." 
bejeic^nct ba^ Über^eugifein oon einer Sad^e, bejro. baä 3?ertrauen j^u ber« 
felbcn. 3)er -Vicilii^c ©cift ift bie ^crfon; in bfr ÄirdPje I)at er baö bc^ 
fonborc ^clb feiner 'ilUrffamfcit; bie Wcmein|d)att bcr .{"»eiligen, i>ergebung 
ber Sünben, X'luferftebiing be<S Jleifi^eä unb baä eroige lieben finb bie 
©üter, loelAc er in bcrfelben mitteilt, ^sd) glaube an ben ^eiligen ©cift, 
unb in i^m bin tii; oev ©üter getui^, bie ic^ glaube. 



T. \^on bem üamtii nnb IDrfrn ber ct)ri|lUd)tit ftird)t. 

1. „Äirc^e" bebeutrt mhn-itnnlidi b'><5 „.<>au§ be5 .^crm" unb bejeid)net 
bie ©tättc ber 'i^erfammhuu] einer (iljnftengemeinbc; im meitcren Sinne 
bc^ei(f)nct e^ bann bie Öemeinbc felbft unb ben 35er b an b einer 'iln^a^l 
oon Öcmeinben, im loeiteften Sinne bie ('>)ef amtfjcit ber d)riftlid)en ^)e: 
meinben ob#v bie ©emeine beö ^errn. („Öemeine" ift bie frii^cre, 
»@emembe" bie heutige ^orm in bec beutf(^cn 8pra(^e; erftere gebrauchen 
mt nod^ fftr bte @efamt^eit, leitete ffir bie Ginjelgemeinbe.) 

2. 2)ie ^xi\tUd)e itirc^e f|at i^ren Flamen 9on S^riftuS unb ifl 
»bte sunt emigen Seben augetmft^Ite gemeine." S)ie dr« 
n)&|Iung tß ber gbtlltd^e ®runb, auf »eU^em bie tlRitgltebfd^aft beruht, 
unb bag eioige Seben i^r Gnb^neA (Sine 92oie in ber offigieUen 
XttSgabebeg ^eibelberger ilatedjiSmuä oon 1619 fagt: „^a§ ^örtlein ^aug« 
ermäMfe" geiget ben llnterfrfiieb ^niifrf)en ber äuf5erlid)en ftd^tbarcn S^'ixd^e, 
m iDeld;er fromme unb '-ööie unteremanber ycrnnfd)t finb, unb ^imfd|)en 
Der unfic^tbaren S{\xd)c (5I)riftt, ju roclc^er cigentlid) unb allein bie au§- 
cnüäblten, red(>tgläubigen unb gottfeligen "']3Jcnfd)en ßclj(>ren." ^on le^teren 
uUtiii alfü, loaä m bec Slntiöort bcs Mated^iöniuä gcfagt mirb. 

l, 4. 10: ©Ott ber ':Bater ^at unä erroä^Ut in (S^rifto, e^e ber ^elt 
®mttb gelegt mt, ba| wir foQten fein Zeitig unb unfträflic^ oor i^m in 
bev Siebe: auf ba| aOe ^inge jufammen unter ein^M^I^ mfaffei würben 
in G^rifto, beibeS, bag im Gimmel unb auf iSrben ift, but^ i^n ((S^riftum) 
felbft. ^of}. 10, 27. 28: ÜJleine ed)afc ^ören meine Stimme, unb gd^tenne 
fie, unb fie folgen mir, unb '^ä) gebe i^nen baä cioigc £eben. 

3. '3?ie d^rift(id)e Sl'nd)c f)eiftt „eine", b. i. eine einzige, roeil ifjvc 
©lieber „in Ciinigteit beö n)a()cen ©laubcns" unb beö ©eiftcä fo 
genau oerbunben finb, baft fie einen ^eib auämacben. ^p^. 4« a— 6: 



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232 



groge 54. 



6etb fleißig galten bte @inigteit im ©eift, burc^ baS 93anb beS 
^ebcnt. Sin Sctb iinb ein ®ä% wie i^r au(^ berufen feib auf eincrlet 
Hoffnung «itaft OentfB. <5tn ein ©(auie, eine Slaufe, ein (Hott 
urib Sater aOer, ber ba ifl fi(er aJU, unb buv^ aOe unb in äffen. (9t. ri^ 
?o§art be§ @runbie{tefi; ju oerftel^en tjl: in und ober eu(| aUen.) ^te 
@inigfeit bed roa^ren (Blaubend ber nanjen G^rtften^eit l^at i^ren Slud^ 
brud in bcm allen Äircfienftemeinfdjaftcn t^cmcinfamen, bem allgemeinen 
ober fogen. opoftolifcf)en Wlaubenöbefenutniö. 

4. 2)ie Huc^e Ijci^t „Ijcilic^", roeil fie burd^ G^rifti 5^lut unb ©eift 
(^efieili^ ift, b. i. um bcä 5^crbicn[tcö (J^rifti roillfn vor f^ott alg DoHfommen 
l;eiluj unb ijcitdjt lUi^tjeljcn l|t unb burd^ ben ^eiligen öeift erneuert roirb, 
ba^ fie fid^ eined I^eiligen Seben« unb iEBanbeld befleißigte unb alfo oon 
®ott unb f&r (Sott «on ber 9Bett audgefonbert ift. 1 Aor. 8, 17: S)er 
3:enipe( @»ott(9 ifi j^eilig, unb ber feib i^. $f. 99^ 5: (eiUefeU ifl 
bie ^inU beined ^oufeft eioiglid^. 

5. ^ie ^ird^e niirb „allgemein" genannt, neil fte ^Auft bem ganzen 
menf(^Ii(^en &e]6)Ud)i" gefommelt roirb unb roeber an ein S3olf ober 
fianb, not^ on 3cit unb Ort ober ©tnnb, f^k'fdileLfl unb Lebensalter i\cbunbcn 
ift. 5Wr(. 16, 15: @el)et l)m \n alle iJBclt unb ^jrebigct baä (soangelium 
aller Ärcntur (allen JBblfevn). Cffb. 5, 9: 3)u ((F^riftuö) bift erwürget, 
unb ^oft unö &ott erlouft mit beinern Slut nuö allerlei (9efrf)lccfjt, 
unb ^un^en, unb S3oU, unb Jpeiben. 1 Hot. 1, 2: S^ei t^ieiiieine 
(Rottes 5u ilorint^, f amt ttOen benen, bte anrufen ben 9{amen nnferi ^erm 
^fu (S^rijÜ^ an allen i^ren unb unfern Orten. ®al. 3, 28: ^ifv ifi 
Idn 3ube noi| (Srie^e, ^icr i|l lein ^ed^t (6lbi«e) no^ SN^/ ^ ^f^ 
iein 9Rann noc^ 38et6; benn i^r feib aUgumoI (Siner in Sl^rifto ^t\\x. 

•) 3)er Sli|, ber nacfi ber ©ünbflut burd^ neue gemeinfamc Sünben in 
bem menf(^Iic^en ©efc^lerfil: rntftanbcn ifi (1 3Rofe 11, 1—9), bie 3er- 
ircnminq ittib birau3 folgenbe 5«^'"^f«J)'^ft ber SJölfer auf (rrben, i[t btird) 
bie ^luQßicpung beö ^eiligen C^cifteö om ^^>fingftfcfl€ für aUc roa^rc Ämber 
©ottesf öuf erben befettiat. 2(pg. 2, 1-11. 17. 21. 

b) S)cr 'iRamc „aU^enicm" ift nic^t {o ju oerfle^cn, alö foÜle öie 6)xC\i- 
Iid)e jlirc^e bie jog. „^eltreligion" fein unb ate foUten aSe etnielnen 
ÜRenfd^en in bicfelbe aufjjenommen merben. Sgl. Sut 12, 32; 9tai 7, 14; 
Sui 18, 8; IRat 8i, U (su einem ^eugnii Aber aOe SS&Ihr). 

6. Xnbere 91 amen ber ilir^e al« ber «auSmoablten (Semeinbe^ jtnb: 
bad ^Önigreiil (Sotted ober G^rifii; baS Himmelreich (vgl. bie ©leic^niffe 
in mat. IS), ber ü^eib (S^rifti (©p^. 4, 11. 12), ©otteä J&au8 (1 Tim. 
3, 15: 1 ^^etr. 2, 5), Tempel (1 .<lor. 17; 2 ^fjcff. 2, 4> ©tabt unb 
3ion (X>cbr. 12, 22), ajolf unb ^ouöpenoilen ((Sp^. 2, 19—22), i^erbe 
(3rpg. 20, 28; 1 ^;?ctr. 5, 2. 3), bie Sraut G^rifti (5(0^. 3, 29; Offb. 21, 9). 

7. Die 'Jhin^biiv Qcr Aionfeffion, '}[vt. 7. „<J^ie boilipe cljrifHid^e Mirdjc ift 
bte '^^ifammlung aller Gläubigen, bei tucldjcn ia^ (Suatigelium rctn geprebigt unb 
bie i}cUigen Satramenle laut bcft (SoanecUl gereift »erben.' 



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288 



S. (Foloin. Die ÄirAc ift ,bie 3^iTfamnthtnfl bov .^eUigen unb bic Wiitter 
ber ©läufai^eti.' — „3Bo immer ba$ ©ort Umtor ftnirebiflt wirb uiib bic 

Soframente gcmöft ber 6infc|unfl ßbrilti oerwaltct rocrbcn, ba i|t o^nc allen 3>öiHfel 
iigenb eine jlird^c ©otted." — aKgcnteiite ftit^e ift riiK 9Rengf ooii 
9Riiif<^, auft aUen Qöltem oefammell; ndätt TAumlt^ lerfkteut tfi, unb M in 
birfelbcn ©ü^rfteit ber flöilÜcften Cc^rc ftborcinftimmt unb burij^ ba* Sanb bcrfelbcn 
(5ottcSuerel)run(j ücroinißt ift. Unter biciVr racrbcn alle bcfonbercn i^irAen 
(.^irchdiflemeinbcn), toelct}c in Stäbteu unb 2)5rK'rn nad) bcm tBcbürfni« bei menfii: 
liefen t^crbiUtnific eingcridjtet fmb, io iufnmmenßilaiu , bap eine jcbc berfclben ben 
ftmtn tnb ba« fCnfe^en einer ^irc^c mit 9te(i)t bertM.* 

II. CtjriM i|i ^fld ^in^f i^au)(t drr llird)e. 

1. (5I)riftu8 ift ber einige @runb, auf welchem bie Äir*c ftel)t. 
1 5ior. 8, 11: (?incn anbern f^5rnnb hm niem<inb tcaon, au^er bem, ber 
gelegt ift, n?eld)er ift ^efuö (Sljnftuä. — trr ift bei eumu" r^erc, roelcfjem 
bie Äird^e gei^ört. Slpg. 20, 28: 3)ie ©emeine ©otteS, loeldjc er burrf) fein 
eigene« S9!ut erroorben '^at Dffb 5, 9). — 6r ift bas einige 
J^Qupt, bas bie Äirc^e regit it, Gpl). 1, 22. 23: ÖJott ^at i^n gefe^jt jum 
iaupt ber ®meini Aber alles, loetd^e ba ift fein Seib, nfimlt^ bie ^QSU 
beft, ber aQel in aOem erf&Qet (unb ju beif en SBoOKommenlcit unb ^enrln|' 
Irit bie J^irt^e j^tnanfornmen folÖ< 4, 15: Saffet unS nMt^fen in aOen 
etatfen an bem, ber bag ;^oupt ift, 6^nftu3. 1 2, 9: ^^r feib bad 
auSerroä^Ite ©ef^Icc^t, baä föni(;Iicf)c ^rieftertum, baS ^eilige 5Bolf, 
ba§ Tsolf beö (!igentunt§. Tit. 2, 13: 3Bir rrarten auf btc felige .^offnunq 
unb (Sr)c^einung ber ^errlic^lett bed großen (^otted unb unferi ^eilanbeö 
Öefu (i^rifli. 

2. ^ie XliätigUit (S|n{ii an ber ^irc^e unb für biefelbe ift eine 

jjueijadje: 

a) ($r „oerfammelt" unb oereinigt bie ouftenoa^Iien bliebet ber 
Stirere ^u feiner ®emeinf(^aft. ^cr. 31,3: ^abebic^ je unb je geliebet, 
barum ^abe if^ btt^ mir geiogen aui lauter (Bitte. (5p^. 4, 11. 12: 
dr ^at ettii^e §u Spofteln gefe^, etlid^e aber }tt !ßrop^cten, etUi^ ju @oans 
geliften (für bie Reiben), eilige ju Birten unb Se^rem (in ben 6l)riftenj 
gemeinbcn), ba^ bie ^eiligen zugerichtet roerbcn ;^um ^er! bes Kmted, baburc^) 
ber 2eib (Sl^rifti fbic S\\r&ir) erbnnet nicrbc. '^m ber fammclnbeu 
T^^ätinffit Gfjrifti c^eI)ort bcjonbcrö aud^ bie Ülrbcit ber 'JJiijftou; unb mnn 
auch ber :üefef)l bcö \^errn ^tat. 28, 19 .^«näc^ft ben 3lpofteln o|alt, fo ift 
bic Jtird^c bod) cbcnfo luie l)infic^tlid) ber ^^.Uebi(^t in bor (^iemeinbe an&i ber 
3Serfünbigung bcö (SuangeliumS untn ^udcu unb «iTieiben in il}r (irbc ge= 
treten. 49, 6: @d ift ein @eringed, ba| bu mein itnec^t bift, bie 
@t5mmc l^atobi oufattrt<fiten unb M Serwa^rlofete in ^drael mieber* 
jttbrtngen, fonbem t<l^ ^abe bi(^ sum ^d^t ber Reiben gema<l^, ba| 
btt feifft mein ^1 bis an ber SBelt (Snbe. ^ie Senbung ber SlpofteT 
ge^t unmittelbar oon bem ^errn ouS (SRot. 38 unb 2(pg. 9); bann aber 
wirb M äBert, ba« mir «»^Sttffton" nennen, non ber (Herne inbe, auf 9fns 



234 



Ssagf 54. 



re^g beS J^eilipen OJeiftcS, in bic genommen, imb von ^rntuHiiien, 
njo juerft bcv ß^riitennairic entfiauDcn t|'t, merben ouc^ juet|i tioten auds 
gefanbt ^ur ^tfinbigung bed C^uangcUumft unter ^uben unb Reiben 

b) et 4^ülit unb et^air bie Sfyc^ gcQen aDc gfdnbf^oft ber 
fBMX tmb aOe 9Ra^ ber ^nflemU. 110* 3: $errf<|e unter beinen 
§einben. Wlat IB, 18: 9)u bifl %ttmi, unb auf btefen greifen (ben 
baju erronfjlten unb ben 6o§n ©otteS betennenben $etrud, ogl. ^pg. 2, 

14 u. 41) rotU id) bauen meine (^icmeine unb bie '^^forten (v^tlb für bie 
Stärfe einer ^ycftuna, al|o bic ":)J{iirf)t) ber .»iiöUe foUcn fie md)t ubLimnltTiien, 
3)tat. 28, 20: 6icl)e, irfj bin bei eud) alle biö an ber McU (i'nbe. 

^ie lUittcl, bind) uieldie C5!)ii[tu^ [oldjcd mirlt, ftnb .Je in (^kift 
unb äöoct." Du (iJeift fteljt uumn, bean butd^ benfelbeu i^vdn er fein 
SBort, unb o^ne benfe(6ett fnnn bft* 9Bort nni^d mtSrit^ten. Xm ^fingftfeft 
Sel^ bte Kuegie^ung bed ®eifkcB wcan unb i^r folgt bmut bie SSerÜlnbigung 
bei Smrtei. 

•) ^uri| feinen (Beifl. 3o|. 6, 68: IDer Qlei^ t|l eS, ber ba UUx(ti% 

ma^t, baä gteifd^ ift fein nü^e. TJic 2Ö orte, bie ^d^ rcbe, bie fmb (Stift 
unb rmb Seben. »pg. 16, 14: 2)er C^err t^ot ber S^bitt boft ^ev) auf, 
bog fie barnnf Qcf)t Ijatte, roaä oon ^auluä c^ereb^'t yvnrh. 

b) ^urd) fein ii>ort. 3 Tbeff. 2, 14: Xarcin er eudj iunufLn I)at 
burc^ unfer (in an gel tum, jum Ijcrrlic^en (Eigentum unferö ^crrn ^efu 
ef}rifti. CMm. 15, IS— 20.) ^f. 68, 12: 2)er ^crr gtebt baä SSort mit 
ijru|ien 3djaicii liüangiiijten. 

4. S^riftud t^ut folc^eS „oon Anbeginn ber SBelt btf tut 
tSnbe." 2)er 9au unb bie Sammlung M fidnigreicl« (SMftt in ber 9Belt 
beginnt fofort, noc^bem bie @ünbe in bie föelt gefommen ift, mit ber 
erften Ser^ei^ung im ^ßorabteft, 1 '^o\t 3, 15; fe^t fic^ fort im SCQen 
©unb 1 ^ictr. 1, 10. 11: ber ©eift (Sirifti, roelc^er in ben ^^irop^cten (be» 
5(. 'B.) lonr; .fiebr. 11, bcfonbers 3?. 39. unb oollcnbct fid) im Lienen 
^Punb, Jäpg. 2, 42: fie blieben aber beftiinbig in ber Slpoftel Üel^re, unb m 
ber ©emcinfcfiaft unb im ^rotbredien unb im @ebet. — S§ gilt oom 
iRönigreid) (Sljrifti im Gilten unb im '3Jeuen ^unbe, wa9 '^ef. 59, 21 gefngt 
i)t; ^c^ mac^e )ol(^€U SÜunb mu iljucn, jpnc^t ber Jperr: mein ©eift, ber 
bei bir ift, unb meine Sorte, bie m beinen SRunb gelegt ^abe, foQen 
oon betnem 9Runbe ni<i^t n»ei<^ , nod^ oon bem ^nbe beinci @amen0 
unb Hinbetiinber, fpridjt ber ^err, nonnunon biSinOlmigteit. 

III. Ilon kn d^lit^tnt ber &tr4)c. 

1. Tie yiird)e ift ein 2 ei b (Organismus); (Sf)rtftu§ ift baS .r^aupt, bic 
(Sljriftcn finb bic (^lieber, dpi). 4, 15. Ifi: ^ae .^)nupt lU (5l)n[tud, auö 
n?cld)cm du m^e Seit jufam mengefüget, unb ein (?)lieb am anbem 
banget , buid; aöc ©elcnfc: baburcb eins bem anbem ^vanbretdjung tl)ut, 
nac^ bem iöerk eines je^lid^eu üilieües in feinem ^JJlofee, unb machet, ba| 



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235 



ber 2c\h roädifrf ni fnner felbft ^üefferung. l Ror. 12, 27: ^^t feib bct 
^ib (i^rifti, unl) ("Hteocr, ein jeglicher nad) fernem 2eil. 

3. @ö (^iebt reif(^ubene (^lieber ber Üu(^e: tote^ l^eu(^lenfc^e unb 
roalire ober „lebenbigC. 

a) 2 Ott ölicbcv finb fold^e (Sänften, loeld^e bcc geoffenbarten Sol^r^eit 
gleidi^ültig gcgcnübcrfte^en, ober otid^ eitlen «.©lautoi" ^aben, aber nur im 
SloTp i ^a!. 2, 17: S)er Qllmibe, wenn er ni^t 9Ber!e |at (fti^ im Seben 
unb fflanbel ecget^t), iß er tot an i^m felbcr. Op. 3^ 1: ^aft ben 
3lamm, ba| bu lebcft, unb bift toi 

b) ^euii^Ierif (^e ©lieber ftnb foU|e 6^rtften, bie ben ^!Ramen beS 
.^errn im 9JIunbe führen unb »on „(SrfenntniS" unb „Srfiil)vuit9" ^u rcben 
roiffen, aber mit bcr Sütibc nirfit evnftlid^ c^ebrodjcn Jiaben. "^^Jnt. 1, '21 : (?§ 
trerben nic^t alie, bie ju mir fngcn: .V>crr, A^crrl in baä yMtuinelretd) tommcn, 
l'onb'. vn Die ben 3öiQen tf)un meincä 'iMitcrö im .s^immcl. 2 2m. 3, 5: 3)ie 
bu t)aben ben Schein eineä gottfeligen SBefenö, aber feine Äroft oerleugnen fic. 

üalDin. .Unter bot ©liebem ber (ft^tbaren) ^tidl^e giebt ci Diele ^cud^ler, 
wel^e niibtft von Gbrtfh» boben olft ben 9lamcn unb ben @(bein; eS finb ebtTfÜ^* 
tifle, ®ei}ioe, ^Reibifc^e, Scbmabfü^Hge, einige uon unreinem IBanbel, roelcbe jui 
3eit n^'^iilbet toorbcn, fei ei »eil He nod) ntd)t burcb ein otbontlidjLsS ^^erfnbrcn 
übcrfübrt werben (onnen, fei ei weil bie Kir^icn^ucbt ni(bt immer mit ber ni)tiflen 
Strenge gebanbbabt roirb.* 

c) ^ie wahren ober „(eSenbioett'' ©lieber jinb bie SuMnoS^lten« 
.^eiligen unb beliebten ®okte0, wtl^e ben lebenbigen unb wahren ®(attben 
im ^erjen l^aben unb im Seben feine %t1käfi9 bringen. (Sal. 5« 6: ^n 
<^ri{to ttutr ber glaube, ber bun^ bie Siebe ii^&iH ^ol. 
3, 12—14: ©0 jicl^d nun an oU bi-: ^fu: riDä^lten (^5ottc3, ^eilige unb 
(beliebte, ^er}tt(|ed Erbarmen, gfreunblic^feit, :Cemut, Sanftmut^ @ebulb; 
unb ncvtra(^e einer ben nnbern, unb rcrg^^ot ctidi tmtcr einander — ; über 
aHeS aber jicljet an bic l'icbc, bie ba ift bao 'öanX) bcr ^.^oUfommenljeit 

fi. läian unterfd)cibet eine fiditbare unb eine unfid)tbare ,Hird)e. 

A. 2)ie fidjtbare .Üirdjc. i^r flel)örcn alle, bie auf ben "ilianien 
bea breieinigen (^otte>> getauft ftnb unb ftd) nod) nid}t offen Don il|r loä: 
gejagt ^aben ober oon i^r ausgeflogen fmb. ^te fid^tbare Aird^ ober bie 
wt^riflen^eit" ift in oerfc^iebene grijgere ober fletnere (Bemeinfd^aften gefpalten; 
erfh»e feilen jttn^en", Id^iut v6ellen.^ 

1. ^e ^irc^en ftnb: ^ie römlf<^sfat^oUf(^e, meiere ben $op|t 
gum Oberhaupt mit bem ©i$ in 9lom ^at; bie grie(^ifd;s!atl) olifc^e, 
bereu Oberhaupt teilö ber ^^Jatriarc^ in Äonftantinopel, teilö bcr Äoifer oon 
Jlu^lanb fmb; bie lut^erifdje, rcelc^c nad) Sutl)cr [xti) nennt, unb bie 
reformierte 5?ir(^e, meiere ben ^Jiamen beibehalten I)at, ben urfprüngltc^ 
oUe iiircfien ber 9tef o r tn a t ion füMen, unb bie mit bcm iiollercn Üiamen 
„bie nurij (^ottcä iffiort reformierte Äir^e" ^ei^t. ^^iv nennen unä 
ntc^t 3"^i"Ö^iQ"«'^ nic^t (ialuiniften. (1 Äor. 1, 12. 13.) „^teformicrt" 
l)ei^t mieber^ergefteUt, erneuert^ nftmlid) nac^ @otte8 9Bort^ itnb nur ber ifk 
ein re(^ter Steformierier, ber ni<|t bloft bie Se^re ber reformierten i^v^t 



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236 



54. 



üU bic GrfenntniS bcr Sa^r^nt jur ®otlfcltfl!eit (^Äi 1, 1) teilt, fonbcrn 
üudf (Jp^. 4, 23 erneuert ift im (%ift fcineö ©cmütd. — Die lut^e^ 
rifd^e unb V\e n'fprmiertr .?ttrcf)c ffctimi auf beut f^Jrunb be§ GuaugeliumS, 
unb haben Miuni aud) ben i^cmeinianicn "!)iaiiien „(riumgclifd^c", itnb 
^mav fojüoljl m der Union cilo au^crljalb berfelben. ^öeibe foUen mit cin^ 
anber ^Vricbe galten, nad) bein 'Äort Srbra^amS ut Sot: ^'icbcv, la|i aicfjt 
3an! fein ^niijd^en mti uub bir^ unb ^tuifc^cn meinen unb beinen ^uten; 
benn mir flnt» ©ejbrfiber." (1 IDlof. 13, 8.) @t( foOen bie S^rc t^rc« 
ftönt0d ^fu9 gern ein f am loa^rcn: »9Ew aU bie oon einem flamme, 
flehen aiu^ für einen SRann" (Binjenborf); unb ben 0etnben beft (Soan* 
geliums gemeinfamroe^ccn: «©ettennt matf<^ieren unb oereint fd^Iooen* 
(3RoU{e), ober nidjt auf einanber fc^lagen. ®ien>riben oiul^ «.^roteftanlen" 
acnonnt, rochen tarnen fie erhielten auf bem !Rcirf)3ta(t Speyer im ^al)r 
152'.), als fte, bic Iutl)cvifd)en unb bie reformierten 8tanbe beö beutfdjen %i(i^§, 
(^enieinfani (^egen bie iiergeiuaUigunfl beo Ci:üant-;e(iumö burdi bie n^eltUdje M<id)t 
piotei'tierten, b. i. J^ermaljrung einlegten. SB a ^ r e 'l^voteftanten ftnb baljer nur 
bie, welche für, aber iiidit bie, melcfie geqcn ba^j (iinininelunn proteftiercn. 
2)ie ßüantjelifc^en nehmen für i\d) mit ^){ed)t in i'infpvuc^, baß fic bie apofto: 
lifd^e ilirt^e vteber^ergcfteUt ^aben unb bie {^age beft romif«^en Oegnerd: 
wo VMx benn beine Jtird^ wt ber Sieformation ? tarn man ^etroft mit ber 
®eoenfra0e abfertigen: mo mar benn bein ®e|l<i^t biefen IDlorgen, bu 
bic^ gemafi^en ^atteft? — ^ie reformierte Jtin^e ja^ c. 60 IRillionen 
^itglieber. 

2. ^ie (genannten .^ird)en ()eifecn nucb Äonf ef fionen, b. i. 'i^cfcnnt: 
niffc, nad) ben Unter)ffitf^rit in il}ren i^eljren uub (^inrid|tungcn. 1 .Hör. 
3, 12: ^inen nnbem Wrunb fann jroar niemanb Ic(\en, aufier bem, ber 
gelegt ift, meldier ift ,Vm"uci (5F)nftu3. So aber jcinanb auf biefen (Mrunb 
bauet (^iolb, iillni, (ibclftciuc, .^olj, §eu, Stoppeln, fo mirb eine© jeg^ 
Itdden ^Berf offenbar werben, ber Xag mirb e9 ftnr machen, ^e Jtenn« 
2 eichen ber magren S^t^e ftnb: 1. ba| Rottes Sßort lauter unb rein 
oerf&nbtgt, 2. bie €^a(ramente ber @infe|nng bes Qmn ttäfi ver« 
waltet unb 3. bie Ariftlii^e ^u^i (itir^enau^l^t) gefibt wirb. 9Rat. 28, 19: 
®eM |in unb lehret (1) aDe Hölter unb taufet (2) fte in ben Tanten 
beä 'I^aterS unb beä So^ncd unb bed ^eiligen ®eifted; unb lehret fie 
galten (3) alles, ina'? (d) eud) t>efoJ)lcn habe. 

3. 3)ie öorneI)mften 'üetenntniffe ber reformierten A{ irc^c finb: 
©er Reibet bcrfl er M ated)iömuö (15B3>, ber öcnf c r Ma ted)i^ muä (oon 
ßaloin 1541),baö f d;ottifd)c (löe'.O) büö f ranjijfifc^e (1561), bao nieber^ 
länbif4>e (15Ü2 bus eugüjd^c (1562)*),baS jmeite f c^iocijieviit^c (1566), 
OtlaubenftbelenntnÜ unb bie 5Dorbre<^ter Seft^Iüffe (1619). 

4. Sieben ben ^S^t^" bcftel)t eine SrnjabI oon fog. «Setten* (®es 
metnfd&aften, bie fi^ oon jenen abgetrennt ^aben), von m^m am ja^I» 

*) $ie angUtanif (be ober bifd)öfli(^e «ifllif4)e jiiird^e gebort ibrem QelenntntA 
naib |tt ben reformierten Alr^. 



237 



reieftften bie ?J7etf}obiften unb bte ^apttften fmb, Uit>t au& 't>^ »formierten 
itirc^e {)erDorgegangcn. 

B. ^ic unft<^tbarc Äirc^c ift in bcr ndjtbQven cinctiidjloffen; ju 
i^r gcljorcn uüc lebenbißcn tuaijnii ölicbcr (). oben 2, c), foiüül;l bie !|ier 
auf (Srben no(^ roaUen nid au(^ bie \6)on ba^eim fmb hei bem J^erm. @al. 
4, S6: 5DaS :3cru[a(em, ba8 )»ro(en ifk, M tft bie ^^reie, bie ift unfer aSer 
9Rutter. Offb. 31, 2: Unb id^, So^anneft, fa^ bie f^Itoe 6tabt, bas neue 
Scntfakm, von (Sott aus bem Gimmel lenibfa^ren, zubereitet att eine ^e« 
f(^mü(!te $raut i|rem ^iU^anne. 

4. Wan unterf4ieibet eine ftreitenbe unb eine triump^ierenbe 
Äirc^e. Die ftreitenbe ift bic, rocicfie I)ier in biefcr 5ödt gec^cn ^[e\\(!^, 
98clt unb Teufel unter bcr ^abne Ü'Ijrifti fdmpft. (Spl). 6, 10—12: 3"^«^*^ 
meine trüber, jcib [tart in bem .'i>crrn, unb in ber ^iad)t feiner Starte, 
biiR ifjr beftel)en tonnet ^eiien bie liftigen Anlaufe beö Teufeln. Tie trium = 
pl}ierenbe j^irc^e ift bie, ipeld^c je^t fc^on im Gimmel mit ben ^eiligen 
Ingeln fro^Iodet unb nac^ ber Sluferfteljuni^ einen ooUen !£riump|) feiern 
»ttb. ^ot). 7, 9—17: (Sine gro^e 6c^ar, roeld^e niemonb jäl^Ien tonnte, 
(oa aQen Reiben, unb SSöItom, unb Bpvo^, vor bem @tu^l fte^enb unb 
wt bem fiamm, anget^an mit met|en üleibem unb ^Imen in i^ren ^änben. 

5. ^2an fann auc^ einen bjreifadjen Unterfd^ieb mad^en nac^ bem ^or* 
biib be§ altteftamentlid^en ^empeU: •) im ^or^of finb bie noc^ Un« 
befeljrten, b) im |>eili(ien bie 2l'iebertU"'lionH'n, bic hier no(f) im cyiauben 
manbeln, unb t ) bie iNoUenbeten, bte im ^immel aU bem ä(Uecl[)eiUgften bad 
tlngefid^t Rottes fcijauen. 

6. 2)ie .<i?auptfra(^e ift nun: 2Bie ftcfieft bu ,^ur Äird)e unb n)cld)en 
%to\t tjaft bu Daun, ba[j cy emc juiii emigen ficbcn ouäcrmäI)Üc Gemeine 
(jiebt? ^6) glaube, ,,ba^ ic^ berfelben ein Iebenbt9ed @lieb bin 
unb e»t0 bleiben werbe." t^i ein lebenbiged ©lieb berfelben 
bin unb emig bleiben »erbe, beruht nic^t auf meinem SSoOen unb 
meiner Alraft, fonbem auf ber freien @nabe unb ber Sreue ®otted in G^rifto 
3cfu. ep^. 2, 8—10; 20—22: 21 uö önaben fcib i^r feiig geworben 
burc^ ben Glauben; unb badjelbe nidit aus euc^, Glottes &abe ift es; 
— bcnn lüir fmb fein ^öerf, ctcfcljaffen in (5f)rifto ^cfu ju guten ^iöerten, 
ju uicld)em uncs (^iott ^uoorbereitet Ijat. 1 Mor. 1, 8. 9: ^efuö 
6f)riitu5 unvb cud) r<-'ft behalten bi§ nn8 Gnbe, baf? i^r unfträ^id) 
feib auf bcu Xatj unfeiö §evrn oef" C5I)rifti; benn 0ott ift treu, burd) 
n)el4)en il)r berufen feib jur ©emein)d)aft feiueö So^neS ^t\ü Gljvifti, uuferä 
0erm. :^o^. 10, 28: gebe itinen boS emige fieben, unb fte tMriMn 
nimmermehr umfommcn, unb niemanb mirb fie mit au« m einer 
^nnb teilen. $f. 23, 6: (Sute« unb Sarmhcrsigfeit werben mir folgen 
meinSeben Ian((ttnbi(^ merbe bleiben im ^aufe bed^errn immerbat. 

7. Da^ man ju ben 9luict»A^lten @otted, ben lebenbigen ($)Uebem 
ber ^\xd)c o^d)öxi, erfennt man: an bem (^3 lau ben {Mvl. IG, 16: mer ba 
glaubet unb getauft wirb, ber wirb feiig werben), an einem gottfeügen 



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238 



Stage 54. 



98 anbei (2 Xim. 2, 18: IDcr fefle Okunb (Sfotteft (eflcH ^ W Me* 

Siegel: ber ^nx fennet bte Sctnen, itnb ed trete ab ooit bcr ttngere(|ttg« 
feit, wer ben 3^amcn be« ^errn nennt) unb an bcm innem 3f"fl"'ö beS 
.^icilii^cn ®eifte§ (?Höm. 8, IC: l^erfelk Weift giebt3eu9ni6 unfcnn Weift, 
baB mir Wotteö ilinber (inb). Und) bie lebenbigen ©lieber ber üirt^e l)aben 
geil iljviy Vt'ben«? auf (jrben mit ber Sünbe fompfen, unb fallen roo^t 
aud^ in jc^iueie s^ünben (roie 2)apib unb 'jjetiuä); aber ber erroedft 
fie immer roieber jur Su^e unb ftärft i^nen ben Wlaubcu, bofe fie be: 
^atren. &ti. 22, 32: ^d^ ^abe für bic^ gebeten, bag betn ®tattle m^k 
ottfldre. 9Rat 22, 24: ^| 9«f&|id »ecbcn in ben ido cH 

8. Urftnui». ,9Ba9 alfo: i(b (^laubo eine bcilige allgemeine Kircbe? 
lici^ : iilimlion, bafi innner peroefm fd, fei vmb fein tuorbe t-inc fodti' Mintc in ber 
^eU unb in ber »i^tbaren ^innfanimlunn ber .Uiictie immer teien einige inalnhaft 
SBete()Tte, unb bai> idj unter bercn 3al)l iei; fobann and), ba(i td) ein lei^cnbige« 
bei unliibfbdteii unb fitbibaten Aircbe fei unb min bleibm locibe.' 

9» OlCDtanud. ^er ^rtifel Don ber MUgett alloanetiiMi Hinb« .begreift bie 
Srucbt unb ba* aHeiflerftüdf, ireUte«? ©ott mit iide bem, bad jUDor in ben Slrtifeln 
ift flemelbet worben, hat jitiueöe oebradU; ndmlid) baf; ber Tmtor ni!>> *)3ann(ier}iB= 
feit ben So^n gcfanbt t)at ; baB bet coljti öe^oriamlirfi alK'>3, tuaö in bm ^Irtifcln 
gemelbet, ausgerichtet; ba^ ber ^eilige ®eift Der^etßen unb gegeben tuiib, ift alled 
nm bicfci 9Rei{lerVrfliicS niflen %u tbun semefcitr ba| 9olt au« bcm flonien ntcnfib* 
R<bCR 0<f4I(4t rt4) ein neues ^olf, weldjeS er guuor au$®naben ern&blt, 
fd)n»~fri !ui(I, burd) bie ^rcbigt feine?' SDortcS unb bie «Stimme feinet 3ofme-5, unb 
übciidjiiu-nfllicber bcnn uioor biefem T>olf bie Sc^Q^e unb ben IHetrf)tum feiner ®nabe 
mitteilen jum 'l)reio Kincc l)ariid|jen ©nabe. (vlpl). 1, 0.) Ui\o ban bieö iDieiitcrftücl 
ber neuen Schöpfung ber Sda^ locit Abectreffen foK bo« eifle 9Reifterftäd (Ätüti, 
ii&mli<b bie ccfte Sifiip^ bei Aenfiben im $arabicd. (1 ffoc. 16, 44-40.) Unb 
loiQ {t4> ®ott mit biefem ^olf in (^ro igtet t Derlobeti, ba^ fie nid^t mebr uon 
i^m f ollen abfallen. (5cr. ^2, 40.) — «Diefer itirdje ober hei SBolfe? ©otte? 
®lieb glaube id), baB id) and) fet unb eroig bleiben merbe (^^ofj. J<>, 2H\ biciucil idj 
an ß^riftum glaube unb auf ieinen Jiamen getauft bin, unb uertrofte mid) ber 'iin- 
bei|ttn0> 9Ser ba filaubet unb fletftuft »ttb, ber foD feßg tDerben. M fllaube 
unb bin getauft; fo folget, bal i<b foO fetig »erben. 3)ftft unb Idn anberet; benn 
GbriftuS ^at'$ alfo oerbeiben." 

10. 3?on ber öe^arrung ber .v'")e'Jincn, b. i. ber Gläubigen, 
^rage 53 fc^lic^t: „^ä) glaube, ba| ber ^»ciUge ÖJeijt bei mir bleiben 
roirb bis in Groigfcit"; unb ?rfage 54 fd^lief^l: „^d) glaube, baf? i^ 
ein ©lieb ber auöerroaijUcn Öiemeine bin unb eiuig bleiben 
mcrbe." ^n jenem 6o^ ift bic eine 6eite ber fiel)re von ber ^e^arrung 
bet (Sttnbigcn au<oebifldl, nftmli(| bie Senal^rung bun^ ben ^eiligen 
(Seift, meiert nie gftnali«^ ober fflr immer oon ben 9uSennfi^Iten meiert 
tmb in bem fmeiten bie anbere @eite, nfimlid^ bie babuti!^ geoittte 
Sem Artung unb ^eUigeoil^eü 

a) Urfinu^. «Tie ^uSerwftbllen, iDenn fte einmal mirtlid) 5ur (Gemeine ber 
^eiliacn binsuft^rttn rmb, tonnen yioar icitmeiUg obfoOcn, o&er ntematt t^ben 



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SHMoe 64. 239 

fte üon bedeiben gdniUii unb id^UcHlid) qu§. 91id)t pön^Iic^, trcil fie niemaU bcrort 
abfallen, baß fu S^itibe Q^otted unb bei ilird^e luaucii, nxäii fd^Uet>Uct), weil fte 
nu^t tu bau ttbfall de^amn, fonbem fi(^erU4) jule^i Tic^ ju« arieber ft^roi. 
9ef. 4Sr s: %at jeifloiene 9lo|r »isb ec nuftt ^i^buäiai unb baft glininenbe So^t 
wirb er nidit ouälöfd^cn. 3ol). 10, 28: SWeinc 6(^)afe wirb nicmanb auS meiner 
■t^anb teilen. ^lüle Verworfenen unb .^euct)ltT aber roerbcn ((tlicfeUc^ von bcr ®cj 
meino nii^frficlbcn unb mit ben ©aben, loeld^e Tie büttcu, perüeren fic nud) bic 
Ü)aben, locid^e fte }u fabelt fc^tenetu 1 ^ol). i, 19: @te ftnb üuii uns ausgegangen, 
wüX 1l< ni^t boit Hilft natm. ^oui loAren fie bon im» o«Dcfai, fo wfticn fif 
{(benfaltt Bei tmft eeblitbeit' 

b) ^ai 93rcmif(^e JKiniftetiuni (fämtUcbe ^rebiget) lagt in bcm .<9e-. 
Jenntni*' üon 1595: ,3lQc bte, fo burd) roQf)rfn ©laubcn Gbnfto einücrleibct 
unb ße^ciliflet fmb mit bem ®eifte ber Sinbfdjaft Giotte«, unb Pcrficgelt mit bent 
.^eiligen (ätifle, aU mit bem ^^fanb i^red (scbeS, bis auf beu ^ag bei drlöfung, 
foOm fottobl ibver SefkAnbiftfdl (Monungi) im 0(oub«i, unb »om fie etioa 
faUen, ber gnäbigen S^erjettjung i()teT Sfinben unb enblidier Stebnaitfrid^tung obei 
5^cfo!)nin0, al* au* brr av\\\en .f)errlictiffit in (5^ri[tü flcroife fein. — 2Denn aber 
bic Siueemä^Ucn ßroblid) i'ünbigen, laben fie bamit (Rottes ^om unb bie SJcd 
bammnid auf ficb, baS ift, fte ecjilxncn &on in unb mit fo((Den fcl)n)ecen Sftnben 
heftig, unb fooieC an i^nen ifl, mad^en fie fic^ ber enioen SobaimmiiS f^ulblfl, 
bonmuii fie ou4 vecberbcn mflbttn^ »enn i^itcn @ott bie Gftnbe gnied^ncte, unb fie 
nic^t Wieberum bui^ bte SuBe aufrichtete, roie folc^ed bie Klagen ber ^eiligen in 
bem ^l^altev benennen. — 01e;d^nnib( ober faOen bie Slii^crnviblten in fol(^)en ibren 
J^iillen nii^t gor (ganj) au'S ber *putb unb IMebc ©otteS, bamit er fie ßon ©roigfeit gcliebet 
\)at, sedieren nic^t gar ben @cift ber itinbf(!baft# ben ©laubcn unb bie (Imeuerung. 
Obttobf bie nirllf^e straft foldjet (9abett <ine Qtüt lang in i^en necUewt unb 
niibt ecau0et (fi^tb» tnih\ bi« fie €krtt in unb burtb vabve Qu|e loitbenim ^« 
Dorbringt. 2Bie bie (ebenbi^e Kraft in ben ?i1umen be4 SBinterd, ober bcr 9)rrftanb, 
®efi(f)t «nb (rmpfinbung in bcr C^nrnndit beä !l)ienfd)en, bcr 6onnfnfd^cin imfor 
ben biden 2i}oUen unb Unocmittcr uerlieret, abtv ^it feiner ^c\t »pieber KiriT* 
bri^t. — Unb (ann biefer ^aubei mdjt tlucer unb bcutUd^ec gemacht lucrben, als 
»cm» man boft Olei^piis oon Jtinbem nnb 9tkm immeibar oot ilugen koL ton 
»eil bie ©laubigen auScrwäblte Ainbcr OotteS Bub unb ®ott ibr Spater tflt in (Sfdfto 
etoiglidi, fo ffinbiflen Rc nud) loic 5!tnbcr, nid)t »ieS^nbc, unb ei gebet ibnen au^ 
mit ®ott, ihrem '-l^ntcr, roie ben Minbcm, wenn fie tbrcn SJater burd) Ungeljorfcm 
etjümen. i^i bleibt bie finblicbc IMebc in ibnen (obn>ol)l ber Hugenfc^ein onbcrd 
ift), bie fK^ in ber 3ü(btigung wicberum eräuget, ba Tic ftcd cor bem jornigen Später 
unter feine 91ute bemfttigen, unb in flemtffer Bu^rfi^t lu bem bAterli^en ^en 
©nabe bitten unb erlangen, tllfo fallen bic .ricilißen in ibren Süllen nimmermebr 
Don ©Ott gän^lid) ab, ßernten nid)t boui, baf? He Wolt boffen, feine geinbe werben, 
ober tbm ju 'Jroi; fünbipcn, fonbetn enüncbcr au* Unwiffenbett ober au« S^wacb' 
beit h«i nic^t ganj, fonbern nad^ bem %U\\Ö), ni(t)t Don ganzem Serien, 

fonbem mit einem aBiberfprecden beS <Skmiffcn9/ 



^te Seigre ber reformiedcn 5lirc^e mt ber ®nabett»a|I (ber 92ame 
nad^ 'Si'öm, 11, 5) ift in bem ^eibelberger jlatec^idmud ebenforoenig ald in 
bem dJenfer ffntcdiiämuä GoloinS in einer befonbcrn e^^ragc be^anbelt, 
ba bie beiben ^atedj^iimen in erftcr £inie £e^cbü(^er för bie ^ugenb fein 



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240 



Stofle (4. 



fotlen unl) ilue l^cr.ujcr für bicfcn ^xütd mit gutem ^^rbac^t nad) Per 
Untedcheibiinq bce ^po^kiö Don ^JJJil^ für Minber unb flürfer ©peijc \ut 
bie 'iioUfümmenen (.^ebr. 5, 13. 14) richteten. Xa^ fie übet eine ©runb^ 
toa^r^eit beS ^eibelberger j^atec^idmud felbft bilbet, ift unjroeifelliaft^ ba 
eine gonje Slngo^I »on gragen beöfclben (1, 8, 20, 26, 28, 52, 53, 54 
unb 65) f onfi gar m^t in bem Sinne Ut SScrfaff er nat^ eigenen 6ii^fitn 
verfVottben meiben fonn. 9ui^ be^oiibcItUrfinH^ in feinen Srlftuterungcn 
$m StoUäji^ma biefei Se^rjifttf fc^r etnge^enb im 3(nfc^lu| an ^rage 54 
von ber Uder aalten" ©emetne, worin i^m bie 3lud(eger beSfelben 
fett 300 3al)ren gefolgt fmb. DIcotanud fi^n mit feinem (ej^ten SBort 
„Certissimus" noc^ angeft(^t§ beä Xobc^ bu^u belannt. 

3ln ber fic^re ron ber ©nabentünM (b. t. üon bcr ^fima^t ber ©r 
toaljlung unb ber ^lllmacijt ber ßnabe) fmb bie Sief ormatoren einig ge: 
roefen, mit 21uöna^me von n i^aöfo unb in feiner fpäteren 3«it ^JJtelanc^t^on, 
ofinc boR baburc^ beren bvüberli(f)eS Ser^ältniö |u ßaloin fucftört rourbe, 
lüuö uud/ unö äum iJotbilb bienen foß. Qm ^rieben ^at unö ©Ott be: 
rufen, l Äor. 7, 15.) 

1. UciiiiuS (welcbei mit daUin barin ganj übereinftimmt). ,^ie $t&be« 
ftination (^otbcv^efHnmung ober (BnabemoobO unteTf^fibet üil^ Mn ber 8or> 
fel)ung nie bie Sri oon ber Gattung. 9eni bie S^orfcbung ift ber 9iatfd)Iu| ®otteft 

öbtT alle Ärcaturm , Mi- ^^iMljciIieftimmung aber über bic erlofcnbeii SDicnüten 
unb C^nßel. ^te 'i^ort}erbeitimmunQ ift baber ber troiße, flt'rccbtofle unb '.I^n^^lTIbeti 
liebe ^Qtf4)tu^ (Bottc^, bie SUlcnicben fc^affen, ibrcn ^a(I in bic cunoe unb ben 
dvigtn 2ob jujulaffen, feinen 6obn jum €flt|nopfer ini «^leif^ ^u fcnben, ctUclbe 
bunb ben ^ligen <9ei|l unb bM 3Dort um bcft URUthtft »iQcn in mab»m Olauben 
unb ^etebrung |u erretten, burcb bcnfelben um feinetoillen gerecbt ju machen, lur 
^errlid)fi.'it flufjuermecfm unb ibnen baS emigc ßebcn ju fAcnfcn; ctlicbe aber in 
ber 3ünbe unb im lobe ju laffen, oufiuerroecten junt (^^cridjt unb in bie eipifle 
^erbammnid ue'rfto^iin. Stefe Srtlaruu^ ber '^rabeiuuatlou ecitredt fid) ntcbt 
auf bie Gngel fonbent nur auf bie Slenf^en« loell eben bin oon ber Gdftfung beft 
!Dlcnfi|(n g^^anbclt mttb. 

.Die beiben Steile ber ^räbeftinotion fmb bie (srmöblung unb bie Ser< 
lui'rfiinn. 1^^^' (^nuAblunß ift ber Cioifle unb unabcinberliie !}2Qtfd)(u| (^Ottc§, 
nacb iöcld)em er beldiloilen l)Qt, aui ©noben etlid]C ut '^brifto jiu befcljrcn, in 
®[aube unb ^u^e ju bewahren unb burcb ^4 f(lb)t it)uen baS erotge Seben 
f(benten. ^te Scriecrfung ift ber eroige utib unaMlnbetlt^e ülatfcblu^ @otteö, 
naib ndütan er bef^tolfen bat, etli<be no(b feinem gereibteficn Urteil in ber Gflnbe 
SU laffcn, üe mit 9Unbbcit )u ftrafcn unb, meil ßbrifti nicbt tcilt)afti0 gemacbt, eroig 
}M ncrbnmnien. '^a^ hcxbei Sottet *T|Qffif)hif^ ift, bcroeifcn biete unb äbnlidie 
6ptü{§e: >Wi ineifi, roeld)e id) etwnbict bobc Qok- - 1^^- W^'^ '^^ bie r^tmbe 
gegeben oor ber 3««* ber ©elt U iim. 1, 9). ör erbarmt ficb, loeticn er roiU 
(1X9m. 9, 15). 9ta4 bem 9lat unb fBiOen QtotteB ift bie dnoäblung unb bie Ser> 
mcr^ erfolgt ; bcibeS tft Sef^Iul (Mwt), unb aioar ein emiger, idcU in Oott 
nicbtd 9leue4, fonbecn alled oon (Stpigtiit ber ift, unb bie 6(I)nft ftar unb beutlt(^ 
vint, ba^ ('i^ott un3 uon Groigfeit, ober t»or ©runblegung ber 'Jinlt, errodblt bobe. 
*Mtii er aber uud erroäbit, bemnacb oerroirft er bie anbern. Dad jetgt fcbon baft 



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241 



IBort ^tM%lm'; htm um« envW baft »lib iiit SectoMfuim bei flifbfm 

.'Jcr 9?u^cn bcr S^bre ncn ber Träbeftination i)"t: 1. Ta^ ©Ott auM<ftlicHic(> 
btc 6^re gegeben merbe; lüaä ^aft bu, bas> bu nic^t empfangen l)a)t (l Äor. 4, 7). 
2. mir einen feften unb gerottlcn Xroft ^aben. liefen Xroft ni erben rair ^aben, 
nenn nix an bem, »ad ^ier gelehrt »icb, nt^it jweifeln, unb am meiften« nenn 
dn jcbec. von im« baton fcfl^&tt, baft ber 9lstNblii| Qlotldl omt bec <lrU^fitii(| bct 
^udermd^TteR bitr(^au§ unobänbetlic^ ift unb cbenfo, baS er frlbft ju ber 3abl ber 
?tu§errotll)lten gehöre , näinlict) q(S Icbcnbige^ 03Iieb ber unn((|tbaren $&tdit, ttnb 
bo^er oud) nientn!«? ücb fdifiben iTJerbe oon ber ,<^ird)e ber .f»ei[igen.* — 

*-Bcmerfen*njcrt i)t, roie Urfinu« m bcr i^tuliuimfl eine* *3riefe§/) in welchem 
er bie Se^re oon ber ®nobenn>at)l audfü^rlid) beipric^t, ftd^ äußert. .64 fd^eint 
mit nic^t, nie bu f(^reibft, ber bec djriftlicben Seigre ber fd^ioierigfte p fein, 
»cUbcr wn ber t^tAbcjitiiatioii koMt, fofcrn »iv bic beilifle 64rift nut Mm 
obst Vorurteile, obnc Stibenf^aft unb mit bem emftcn Streben , ®ott nid^t 
unfern ^l^bnntQricen um5UQeftQlten, fonbern ran il)m felbft über i^n felbft su lernen 
unb alle Cjljre il)m l'elbü ni geben, unb Don nni weg il)m felbft un-5 ^u^utpenben. 
6o ift mir oieied leidet gciDorben, toai fc^wierig ju fem legten, )o iaugi tc^ mn 
Um fCnfebcn bcr 9RcRf(|ai abhängig nar, ioel<be mebüt ftc^ felbft nocb mi(^ för» 
bcrtcR. Qicbt (ein 6tfttf ber (eiligen Scijre, fiber meldte« mebf 
€tef(en in ben propbetifd!)en nie apoftoIif(^en 6(!()riften finben, 
aU gerabe öon ber 35orfebung, bcr Grroä^) lung, bem freien SBillen, 
fo ba^ id) ini(b nunbere, nie gelehrte unb (l^rifiUcbe SRäiutet barin ni^t oornärti^ 
tommen. 

mZ^m, U)üi> iöi gctljun ^abc; idii ^abe einmal bem einzigen S^id, um aQed, 
UNI* aber biefen '(unft foroobl in ben Vudfpra(^eR att in ben OeifpieUn bcr 6dfttifl 
cnlbotten ift }u f ammeln, m emiigen ttnb in Mtgiridben» bic 9iicl »om ccftcn 

SWofe« bi« jur Cffenborung ^obonni« ouf« forgfültigfte burcfegelefen.**» SllS id^ 
bied getban batte, fab i(b tettd, teitS oerroünfcbte id) jenen SBuft oon ^2lbbanbtungen 
unb ^un)t Pon 2.rugf(b(üffen, nel^ie oeigebend biefem $Ii( (ber Set)re oon ber ©naben« 
nablj entgegengefteUt nerben. ($u baft ja ie|t in Italien 2Ru|e bo^u.) Sogar manche 
Ontgefianlc botten leine Slule, bieS tu fHnm, foafi ^tten fie fi4» «c»i| ni^t fo »erint. 
2)ad ober bafte immer feft, wai \ä) oorbin emöbnt babe. (^lämlicb nie er felbft eS 
gemacbt.; fflcnn nicbt foglei(b bir oUeö flar unb beMtürb mirb, lo Inn bic^ baburdb 
nic^t üerrDivren, fonbern überbenfe (i(!e4 forgfam unb cvnHiidj \n beinem ^cr3en, 
inbem ou ^ott um ^ciitanb uurutii unD bic ^runblage [citl^dUft, nelcbe bei ben 
^tommen au|et allet S^age ftebt: bab ni<bt bu, fonbetn^ott bei Uv^cbct 
beincit ganzen getieft unb aüeil beffen fei« toai btt bifk« l^nlt uab 
®uted tbuft, ti fei groB ober gering. So nirft bu ni^t mit irgenb neld^ 
(Sefabr für bein ©eniffen ober ^eil irren , aucb nenn bu nicbt aßc Änoten babci 
ouflöfen unb entninen tannft, nie bu roUnj^ttett- ^ad ä&iffen blöbet auf, bte l'iebe 
aber erbaut/ 



*) i)ie|e[ iuteinijtb gefdl^riebene ^lief (an 3atob iDIonau, einen iBreölauer ^aixi- 
im) finbct 94 in beut Vit^g ber Explication« c«Mdi«ticM. 

**) 9eeea bot Qnbe beft IMcfcS »etbcn eo 9e)veiSfMlcR oui bem Wien unb 
so «tti bem 9Iencn itftamcnt oiifeffD^tt 



242 



Sragt 64. 



©egen ben @c^(u& biefed lateinifdi (tefc^mbenen ^xitUi finbet fic^ ber befannte 

"?lu--5lpriKii Urftn^T itbfr fcinr ^ctI'?qoiüifi!iLnt in beittidbcr 3prn(fic: „^Bolltc bO(^ 
ntctt l)imbcrttaulenb Sß^Ucn ncbnuii, ba^ id) io irai uon meinem (^^rtfto fein fodU. 
unö nid)t ba{? (gut, beftimmt mincii, ob ict) fein luare ober n\ä)t/ 

2. OleotanuS. ,34) glaube eine ^eiltee aOeemeine Rixdit, toeil &ott alle, 
MmU^ er 0011 ilnfang an ben ^eiligen dloukii gegeben, o^ne meld^oi Bicmatf 
fenuMb Iis »aM^ <ifiib bei 60(1111 Dottel war, banim aCfo Mcbcnft W» vtll 

er fte Dorber umfonft na(b einem unwanbelbaren 9{otf(btu^ enoäblt unb feinem 
So^ne i^e^H (^hrifto floacben bnt. i^ob. 17, 9.) 9ladbbem er benn aud) mid^ mit 
bem atlcrlidluvtiu uilauiun boutcnff hat, fo fliaubc id), boft auä) xi) am ®naben 
auderioä^lt, an (einen 8oi)n gcict)cnU om unb tiarum nidji oecloren geben funn. 
Scn» Mb bal QMimeliiim fttitt er ben umoonbelbiKen 9totf(b(u| feiner dnp&b^ung 
an§, inbcm er bitrd^ bie ^tebigt ober IBebienunn bei Sorte« al« bun| bai fRitiet 
ben ^eiligen Oeift giebt, Welcber ben ©tauben, roann unb in rocli^^en er roitt, wiiH, 
b. b* in allen 6nDäbIt?n unb in ibnen allein ju ber 3cit, welcbe ibm put bünft/ — 
,tie OueHe unfern .yeilö iü jener ewige unroonbelbarc 5Hatfd)!u^ ffiotteS. baft 
er uns, nämli^l bieienigen, mtl^t er mit bem ®lauben ju befcbentcn üeic^ioiien l^attc, 
in feinem eingebonten 6obii iU itinbem onncbme; bie onbem aber, loeUben er ben 
®(auben ni^t in fleben bef(btefTen batte, burcb fein gerc^M Oetidbt ftrafe. Seibcft 
nbfr tfiut er ;u feiner 6b«, nomlid) ^um ^rei« feiner unenbticben 'SBarmberjigteit 
an bmm, roeldje er rettet, unb feinet geretbtcn boien, )i>el(be er 0ece4tcr> 

nioBen mit bem ewigen SSerbcrben ftraft. 

,2)er erfte Stuften ber Srttäblung ift ber, ba$ unfer ©laube ein gunboment 
bat net^ fefter It, nU baA gonie Qcllgebftube^ nAmli^ ben «nioanbeibaten 9tat^ 
fcblu^ Rottes obne aDe SBd^tngung Don Sciftungcn unfcrfcitd. ^er ^»eite Stuften 
ber Sebre üon ber (Jrroäblung beftcbt bnrin, ba{; aller iRubm ®ott gegeben 9eÄe, 
uns ober riiAt? ol^ bie ^Scldjämung. ii', 62 fi? ; 36, 82.)" - 

•2Ber nun gläubig ift, ber ift au^) au^emabU» benn bie Sdbrift bezeuget, baH 
alle unb jebe »obren (Bl^ubigcn nnlcroabU fmb i»or tttoigleit ^un ewigen Seben. 
($f. 1, 9Mni. 8, tS. SO. Qpb. 1/11. 18.) IDerbolben aucb utber bie oOer» 
f(bn)erfte Slnfecbtung, ob bu auScr^abtt fetft, mu^t bu ni(bt in ben 9)at dlotted bin- 
ounnf^rcn, fonbcm mufet an bem ©ort balten, tocld)t9 ^ufa^t, baft alle (^l&u- 
bigen auS @naben au^enodbU feien jum emigen Seben, unb bo^ bie glöubig fmb, 
bie junger unb ^urft baben naib ber @ere(btigleit. SBie man benn bunb bie bret 
SDirlnnflen GbtifK in nni (i. bot Bcufinii be» öligen 9eifiei# bie Sfttung beft 
olten 9leni\tfii, i bie Ccbenbipmadjuna beft ®eifteS ober bie Suferftebung be« neuen 
^enfcficn) alo ctaiieln binauffdircilcn !ann, barauS ju f^blif^'", bofe, bieweil wir 
bii '^LUiiung iM)ntu in uni fjobcn lou' fAroad] [k un* ancfa bunft'i, wir au^ bie 
Ur|a«^c ber Sirtung, namlid) lib"ltum, burd^ ben (äJlaulitn benften. ^oben wir 
ben Olauben, fo fintt »ir an4 nulemNIblt: benn ber IBIaube (einen all nur ben 
XttServAbtten QMtcf gegeben nrtrb. (Sit 1, l.)' 

S. 2tttbet (treibt in ber Mfton feinen Zob »ieberboll gebrudtenSorrebe sam 
diSmerbrief in bejug auf bie in bemfelben entbaltene 2^re oon ber ©nabenroabl: 
„Um 9. 10. unb 11. .«apitel leferet "?^flulu9 oon ber ewiflen "i^crfebung ©otte«, 
babet urfprünplid) fleußt, mer ßlaubcn ober nicbt ßlauben foü, öon 
Silnben I0& ober nicbt loö werben tanu, bamit ti ja gar oud unfern 
IHKnbeu genommen unb aüilu in OolM gefMtt fei, bal vir fromm werben. 
Unb boi ift an^ auf! aüeiMf^ ^n« loir ünb fo fdbma^ unb ungeoii bai 



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243 



nenn bei une ftänbe, lofltbe Midi ntc^t ein ÜRenft^ felig, ber teufet närbe fie 
flcrcif^ nl!e üBcrtnältigen. Uber nun f^ott Rcroi^ i)t, boB tlnn feine Sierfe^unfl nitfit 
fehlet, nod) jemanb tbm webrert fatin, liaben mit nocb Hoffnung roibcr bie 6unbc. 
^ llbcr ^ier ift ben örcülcrn unb Ijoc^ja^renben (Seiftern ein 2Rcl iu ftedcn, bie 
il^ 9eiflaiib m ecftm bier^^er führen, unk •tm anheben, jumt ben ttbenmb 
fidttU^ec Secfe^uns }tt focf^M« unb oeceebli^ bontU fUi^ teCOflimetit, o( ftc Dec« 
foben finb. ^ie meiften ftdft bann felbft ftürjen, ba| ftc entrocber Derjagen ober ftdb 
fclbft in bie freie St^anje ftbloßcn. — 5)u aber fotflc bicfcr ^iftel in biefet Orb 
nunß, befümmere bic^ jupor mit (5bnfto unb bcm ÖDangelio, baft bu beinc Sünbe 
unb (eine ü^uabe ertcnnft. ^anad) mit bcr cünbe ftreiteft, toie bier baS 1. 2. 3. 
4. 5. 6. 7. a. topitel gelebret Soften. 9aniii(, »enn bu in ba9 8. J^apitel fommcn 
BtR, unter ba<& itreu} unb Seiben, ba§ wirb bi(( red)t lebten bie ^etfobung int 9. 
10. unb 11. ÄQpitel, roie troftlidi i'ei. I^enn nfmc l'cihcn, .^^rcit; iinb 2obc3n5te 
fonn man bie 5Berfel)un0 nidjt ot)iie öcbüben unb Ijeimlic^cn ^^^om roibcr 0\ott 
bonbeln. ^arum mu^ ^bani pDor mobl tot fein, e^e er bieie ^inge leibe unb ben 
flotten SBein tefaifc. Saium fieb bicb für, bag bu nid)t Sein trinleft, toenn b» no^ 
ein Gftii^Gna bifk. (Sin« iegti^e Seb» i(f 9tni 3<cl vrtk 9Uttr/ 

4. Bwinffli- flicbt lein onbewb Opfer sur Serfdbnmm bec 6flnben alS 
(S^riftuS, ift fein anbere^ Unterpfanb bcr fiottlicben ®üte unb ®nabe geniiffor unb 
ift fein onberer ^Jlame, in bem roir fr(i(^ werbrn foüm, ^efu (Sbriftt .iTicr fällt 
alfo weg foroohl bie l'^edjtfcrtigung unb ©enufltl)uunB burdb unfre 5Bcrfe, qIö qu^ 
aUet .^eiligen ^ciioi^nung unb ISSertretung bei ber ©üte unb ^^arm^cr^igfeit @otteä; 
benn iicr tfl ein nOciniaet VKttler ^wifcben Otott unb bin fOtenf^ai/ (ii^fhifl 
Oott unb IRenfdft. feiet niec unb bleibet feft bie g&ttlidbe ßruftblung; 
benn bie et ei»ftblet bat loor ©nmblegung ber SDelt (6pb. i, *\ W er fo erwählt, 
boft er fte bur* feinen Sobn aufgenommen bot: benn wie er gütig unb bflmibcr|ig 
ift, fo ift er oud^ b^il'O unb geredet. ?ln öden feinen ^ßcrfen merft mau 'Jnrm- 
berjigteil unb (^erecbttuEifit, beibeö aud) on ber ^rroui^lung; @üte ift e^, ^u er* 
»ft|i«n, ttel<b( er will, Oete^ttalcit aber, bie Ginftllten in feine ItinbfM auf* 
nebmen unb ücb oereintgcn bnt^ feinen Sobnr ber ein Opfer geworben iH, ber 
86ttlt(ben ®ere(btigfeit für un§ genug ^n tbun.' 

5. Sutber (in foinci ^dmH ,üom unfreien 2Bi[len*). „^inci Tinar nötigen 
boju, ba^ foldjciJ ber (^nabcnroalil) (leprebißt raerbe. 3uer)t baj; unier 6tolj 
gebeugt »erbe unb mir bie (änobe ©otte« ertennen, fobann ber (briftlicbc Glaube. 
(SrfM: Oott ^ot feine Onobe nur ben ®ebemfltigten, b. b. benen, bie an fid) felbft 
nenveifeln, lugefogt. Otftnblldb fi(b bemfttigen fann aber ein 3Renf<b erji bann, 
nenn er weil, bal fein ^til nidbt abbängt oon eigener ^raft, SRat, 6ifer, IffiiUe ober 
SBerf, fonbem lebigli* t>on bcm 3?orfa^, SRat, 2Bille unb 3Berf eined MnbcTn, nämlicb 
Sottet aflein. 6o lanßc nämlidi ein ÜJIen'di ber 5)tcinuna ift. er tonne aitcb nur 
ba& üUeigcrmgite ju feinem i&eile beitragen, im i^eriraueu aui jidj leliJtt bcljarcl 
unb ni^t gänglitb an fi«b oeqoeifelt, beugt er fub nt(bt Por isioH, fonbem ninnnt 
{t(b Ort unb 3eit ober irgenb ein SGBerC wt, babur^ er eabli^ j/m Siel gelange« 
ober bofft ober rofinfcbt menigften«, ba& eS i^m fo gelinge. SBer aber nidjt im 
geringften 3weifelt, baft unfer i&eil au§fcblief>licb in bcm SBidcn P5otte3 ficbc, ber 
oerjmeifelt gdnjlicb on ftd) felbft, erwäblt f»d) ni^t«, fonbem erwartet, baf> Wott m 
ibm wirlc. ^er i^ ber näcbfte bei ber ®nabe, ba^ et felig werbe. Xaber mu^ jene 
Sebce (nmi bcr OnobcmpabÖ um ber UnSenollbOcn »iOen oerHInbigt »eiben, bomit 
fiCr onf biefc ükife lut tatftttgnng unb (btennlnift i^ SK^gfeit gefübrt, felig 

16» 



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244 



SniQc 04. 



4 



werben. Tie ütriflen iinbcrftrebcn biefcr Tcmütiflunfl, ja mc tiorbomtnen e3, bafe 
foldS>« 8eritt)ciflunn an \\d) felbft 0clcl)rt iDcrbe, unb rooQcn, biip man itjnen boc^ 
ein tUm tomig iueeiu^e, bo^ fie felbü Decmöc^ien. ^iefe bleiben im ^erjen )toI| 
imb Oegnet ber IMbe (Sottet. M ift, nie gefagt, bcr eine Onmb» baft bit 
SMMmncn Me Qhnibe OotM in SDcntut fvfeitiicii, f u4«n uiib oniM^mn. 

,$eT anbete ®runb ift ber, ba^ ber ®Iaube e^ ju t^un ^at mit unft^tbaren 
^Dingen. "Samit ber ©toube fintlhnbe, ntufj alleS, roa? Wegenftanb beSfelben ift, 
Dcrborgen fein. 6* lann aber mvai niii)t liefcr nfrborgcn fein, alft unter bem 
augent4)cmli(^ett (S^egcnteil. 6o (^ott, loenn et un^ kbcnbig mac()en loiU, tötet ec 
> liiii; idUI et mH tc^tfcttioeii, ma^t et m% )u S^lbtoen; toill er unA gimi ^tarnnel 
faxten» ^ftt er iniS jur ^öde. @o oerbirgt ®ott feine ewige ®Üte unb ^arm^erjigfeit 
unter ewigem Bot"/ ^''"c ©ercc^itipfeit unter Ungereditigfeil. ift bie ^ö*ftf rtii^e 
be< ©ln«bfn§ : ßlauben, ba^ ber ®ott barnil)eriiß ift, bec \o wenige lelig mod)t unb 
fo Diele Derbammt; glauben, ba| ber ®ott geredet ift, weither nocb feinem ^BiUen 
und mit 9lotwenbig(eit |u ^erbaimnungSw&rbigen maSii, fo ba^ ed i^t'm, aU babe 
ci^ mit dtalimil lu tÄcn, ein Oobloefallcii m ben Seiben bet SerloTcmn vnb 
bfene e^er gel^aftt ali geliebt }u werben. SDenn idi atfo butd) bie ißemunft be« 
greifen fönnfc, rote berfclbe Öolt barrttbenio unb iTcrecfit ift, roeld^cr fo ^ro^n So^tl 
unb Ungerec^tigfcit jeißt, fo bätte ic^ ben Ölauben nic^t nötig. 3Beil nun ober ba* 
ni^lt begriffen werben tann« fo bietet efl ^legen^eit, ben ©lauben |u üben, wenn 
foldi^e« geprebigt unb Detfeteltet wiib, Vk, vctnt (M I5tct, ber (Nonbe fl4 barln 
flbetr im Sabe bal 8e6ai au fcbcH." 

6. Gatoin. (Jnst. Ilf, 23 im !(u$}ug.) .(S^riftu^ oerlangt, ba| wir an i()n 
glauben foQen, unb bocfe fafit er roirbcr, bon niemanb ju x^m tommen fonne, e§ 
fei ibm bcnn »on feinem i-atcr geßeben. 5)orin ließt fein SBiberfprnd), 'onbom 
bucct) bie 4^rebigt joUen bte ^rwä^lten )um glauben berufen werben uno bie iir= 
tamlnift bet Sorberbefttmmmie ^ttcft foll Tie abholten, felbft \\)xt^ (MoiiBeRf 
}u rühmen, unb anhatten, Oott bie Obre }tt gibcii. SoUl« man ober um ber ®ott> 
lofen unb ^tudiln wiDen bie SOo^rl^eit ®otted oon ber ©nobentoo^I, roefi^e bett 
©loubißen wiffen beilfam unb nötifl ijlt, oerf^weißcn? Sie muf?, roie aucli 
Suguftinud fagt, gelehrt merbcn, bamit roer O^ren ^at i\c ju boren, He böre. 5)iefe 
Obren f)ot man aber nur, wenn man \it empfangen l)at Don bem, ber fie geben 
»eibeilen |at. SDct M^eObre» ni^l em|»faiigen bermas immerbin biefeSrbte 
berwetfen; wer fte ober empfangen ^ot, ber oeme^me biefelbe unb gebraui|)e fte 
jum ^c^'en. Tenti rote mnn btc putm 'Jüa-fi' rrcbificn rnuf?, bnmil (Sott geehrt 
werbe, fo muß auct) btc Q;nabcnpal)l gci^rebigt werben, ba^ wer Obren b^t üo. 
bören, bie (gnobe @ottti unb niiii ^4 Mbft rü^me. 

•Sobei Ibmml ei mtOrB^ bnrouf an, ba& biefe Sebre nt(bt mit UnDcrftonb g^- 
itiebea »eibc Q» mftie cliie fbi^maibitt fletlebclbeit» »oDIe einer imler feine Bu« 
börer bineinrufen : %txm tbr nid)t glaubet, fo lommt cft bober, bo^ ibr berelt# oon 
(Sott jum ewigen Jobc oerbnmmt feib; ober: i^r werbet boc^i nicbt glauben, rocil 
ibr oenoorfen feib. 9]Qd) ^huniltmud follte folcben 5)]cnidien bie Mnnjel verboten 
werben, ^er Ißrebiger ^at bie ü|jenbarung Q^ottcö ^u oertunbigen, unb (Sott 
ift e», »ebber bwr^ bie ^Ictbiat cm ben ^er^en nrtrlt wie tmb mo er miH, mb 
rann bem träftigen 3ug fein SRenf^ nibcifltaben, fo weiii0 ott fi4 einer nui freiem 
SSillen jum f^uton fobtcn fann." 

7. i}riebr. übolf ^ampe.*) »SEBem bad 6U0el ^einer (Ir»&bittn0 Oar 



L.iyui<.LU Oy VjOOQle 



3v0O€ 54. 



245 



in feiner Sce(c m?\Qt ift, her inifi nt roM babei feiner '■?crr'Tidiiim0 jur urtauf- 
tjörUdjcn ^anfbartoit erinnern unb mit ^aulu8 ouÄbrcit^n; i'^UMoiuM fei ®ott 
unb ber $atec unietd ipernt 3ef u d^rtfti, ber uiu ccraa^i^t \)at. ((Ipl). 
1, 3. 4.) ^ettit »ie fann bie (Scö^e biefet 9Boi)lt^at genuo tt^etbiulftt loerbeii/ ba^ 
b<r 4^ BtU ber fBefcHigiuiQ imfeit ^1% fo fecf^Afttgt Ifk flCtMfcn» e^e dva« 
toar? — bal er eine fo gro^ Selieteit I)at noUen benen beftimmen, in benen er 
ni^tö ctH T'^fuc^roiirbipfeit Pf>rni!4<ab ^ — baf^ er fo Diele OJlillionen ^)Qt rooDen öorbei* 
geiHn« bte nic^t aroei wacen otö »ir, ia bie me()r nal&rUct)e ^one^te tfättm auU 
jcigen fönnen al« roir? 

.Sollen roir aber m ben 'i^flic^ten unfrer 3)ant5arfcu iur lüic^e unaudfpre^i- 
liö)t Sol)It()at iml M^t abtn, |d mfiffcn mir Oott fdto )tim Qrtfpiel nehmen. 
1^ er im« cnoA^tet i» fritem ffigentimi, fo mflffen loir au^ ta unfam (Kgai* 
tum ccMMl^Ien. 6TWät)let eudb Mute, Melli^em i(r bienen mollet: 16 
ober urb mein ^au* >uöllen bem >f>errT! bienen. Ci^o'. 24, 15.) .fiat er 
unö in feiner "TPnM a[l:n i'ern'orfenen uorgejoßen, roa* ift b;[li!un, n[* bnfe wir i^n 
allen j^icaiu ICH Dorj^teijcn ^ ^ül er in feinem ^riebendrat ben OüUfommeniten SSeoeU 
feiler Siebe gegeben, fo nml UDifl aOeS, woi im im« ift, ju fctncr MtAnbiflen 9iAt 
»icber attgefeiiert »ecbeit. 3)cnii weit eatfemt boft bie 8e^ oon ber OnoAUmm 
foOte SoTflloftßfeit uerurfad)en, ift fte inelmel^c ber häftigfte Sporn }ttr ^eil^lbtt 
Unb ni(tt8 ift fdftli^er. oI« roenn öotteä 5tinbrr foldie 5äfterung ber ®egner mit 
ber %\}ai 5U wiberfepien bofleifson. ;Unen idl^'i aber fcnnen nur Ströme bc* 
Xrofted oud bicjer 'Baijr^etl, mcijr aie aus ugcnt cuiec anöern, fliegen. 'JRän bc: 
f^ttlbiflt imft« wir fftbrten eine troÜIofe 2^tt, tok f 4rAnllen bie dimbe <Bo«le9 ein. 
Iber toeit gefel)lt! Ser ift fparfomer: ber wenigem eine unf^Iborc Serfid^erunft 
ber nllerberrfichften 'fleiditftmfr mitteilt ober ber mefjreren eine nngewiffe .^offnunfl 
foleljer (Büter giebt, ron öenen fic noä) immer ju jweifeln baben, ob fie audj femolö 
biefelben empfangen merbenV %ai Ift Innen bamit geholfen, bie nie }um dieid^ 
Ootteft gelangen, bal man eine 3eitlang i^nen bat etugebilbet, fte lönnten boju 
einflebenf 

»dnbeffen ift es anberfeit« fo roeit baoon, ba^ bie Se^re ber ßnoAbfung ben 

fiinöern (9ottc§ follte troftlo^ fein, baf? fte oiclmebr obne biefelbe leinen feften ®runb 
einige* Irofteo Ijobcn tonnen, ^enn roenn feine ßrwä^lung ift, fo lann feine 
(s)crctBl^eit ber 6eiigteit fein. See aber in 'ilnfet)ung feiner Seligteit nod) unoen}iB 
ift, nai (ann ber doa 2roft tabmen? 0 i^r ^.Bunbeögenoifen ®otte«, laffet euc^ 
boi nid^t ncbmen, ba« eu^ fo biet Zbvftnen lofkct, ba« <n4 fo oief 6lftrle in oUen 
^erfucbungen giebt! ^enn mo man in biefem Seben babin getommen ift, roie Diele 
WIniibtgc aefüiTiTTten ftnb unb ein fcber niQf)rl)Qftc ^brift burdb bie @nabe (?otte«S 
(ommen (ann, biip man femer ijrnjäljlunß geroifi ift, ba iff fdjon ber ^Infvinr? he* 
Jpimmclö in bcm (äcmincn, ba b«ftt e8 mit ooUem SRedjt: Soljl beni U^oUe, 
hai f i<b ber ^ecr jum Grbe ernäblet bat. (W. 33, 12.1 Sobf bem« ben 
bu ttmWtH unb in bit Uffcft (9f. 66. ».) Srenet endb, bob eure 
9lamen im ^immet gef(bri€ben finb. {2\xl lo. 20.) 

.Ta nnb alle Q3ef*itlbiaitnqen bc« ®cn)iffen8 aufgehoben. 3)enn »er will 
bie !iluäern)dl)lten i^ottcö bc) djulbißen? (^IRoni h, 33 1 — Da ift ber 
Änfldger ber 33rüber auf eroig ftumm gemacht. Satnnaö itano Dem .t»ot)cnprie|ter 
^ofua |ur 9}e(!hten, ba^ er ibm wiberftdnbe. Slber wie bef4)ämt mu^te er abjieben, 
ba Ibm ber ^ ben Slolfiblttl ber GmAblnng oorbiclt Der ^err fd^rltc bt4, 
bieb cb« 6atan, ber ^nt fd^ette bidb, ber Sernfnlem erioftbict bot 



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246 



{ßa^. z, 1. 2.) — %tt Gimmel ift oor Oen (gebeten ber Kuftermcü^Uen offen. Sie 
itU^t oatin ditiit, afU ®atet bcA ftoiaen Scftameiitei OottaA |u forbcm» 
fonbem He vtffm «n^ oitf beffen SeflänMotett, ba| fte lerne Qe^Ibitte {U ffttd^cn 

(a6en. Sollte ®ott nit^t dit6)t t^un feinen ^uderniäÜten, bie XaQ 
unb ^lac^t ju i^m rufen? fage eud), er roirb fte fcbnell retten. 
(Üuf. 18, 7. 8.) — ©erben [\t t'*on bmcb mancherlei Sc^roac&fjeitcn oon i^rcr öer= 
änbctlicben O^nma^t übec^eugu v^utteS Snabe nac^ bleiern ^oifa^ in fic gelegt 
bat, bleibt tnbcffeR inoccAnbernA* 8* iii «nmdelf^, ba| bie fluftecvft^ttcii 
rennen oerfftbrt merben. (Ttat 24, 24.) — ^BUoiele Xtflbfale in bemduniKK* 
t^al biefcd 2cbcn8 ibnen ^uitopen, mir roiffen, bafe bencn, bie 0ott liefen, 
alle ^inge )um @uten mitnirten, bie nai^ bem Socfab becuten 
finb. (Möm. 8, 28.) 

,^a, ®ott »tcb ni(bt eber aufböien, mit j ein er .^raft fte }U unterftüben, bift 
fein ganjed ^eftament in iitü> an ibnen toirb erfüllt fein, bif ber Zeftammtiito^er 
in bft taitfüiieii dnigteit nicb auftlicfem» noH in ber Detgonflenen (Sioioleit ift wx» 
orbnet roorben. werben oUe Siegel bed ^iaiei (KotteS aufßebro<ben fein uilb 
ber Scblu^ in ben ©oUen gel)ort werben: kommet her, i^r (^efegneten 
meinet ^aterg, ererbet bad9lei(b/ baä eu(b bereitet ift Don Slnbegtnn 
ber Seit. O^ot. 25, 34.)* 



** 5S* tPai verfiel ^ttc<^ bie iScmeinfdyafk ber ^lisenf 

itrfdid»** ba$ alle unb fcbe <0l4ttbige ale (^lieber an bem ^nvn 
Cbtiflo unb allen feinen Sdn^r^rn iwb (Pabrn (ßpmcinfchitfr babrn. 
5«m anbcrn: 6a0 ein fcv^cr, feine cPaben su llug unb ^cil der 
anbern (Büeber tviUig unb mit ^i^^uben ansulegcn, fidt fdtulbi^ 
wifffn fcU. 

^ui(b bici^ciueinji^ait bei ^eiligen ^ unter bet ®emeinf(baft ber 
i^eiligen. In et»oB 9enieinf^aft (aben — bann teil^oben. Snieocn » 
«moeitbcn. 614 f d^utbig »iffen — »iffen, bsft man ba|u imqifn^tet ift. 

flntto. Xie ®emeinf(baft bec ^eiUflen ift eine (Bemeinfibaft aOer OIAnbtucn 

mit (5t)riffo unb untereinanber, 

a) 'Kie haben bie ©lüubigen ö)cmcini(ftait an (it)ri)to >' ili^i feine ©lieber boben 
fie an bem ^errn (Ebrifto unb allen feinen S(bät(en unb ®aben ©emeinfcbaft. 

b) SDorin beftebt bie ®emeinf(baft ber ®i&ubigen untereinonbec? 3)arin, bab 
ein jeber — nrtffen f oQ. 



^it ber „QJetneinf (^af t ber ^eiltoen" ifl nic^t bie Airc^e felbfi, oon 
weld^er ber oortge 9(rtt!el ge^anbett ^at, gemeint/ fonbem es ijk boninter 
)u Oerzen, in welkem 8er^&Uni0 bte lebenbigen ®ltebec einerfeit0 
S^fl» «Ü t^ccm (Raupte unb anberfeitd au ben lebenbigen 9litglicbem 

fte^en. Sllä @ lieber |abcn fte ein 9(ed|t an aQed, mai (E^riftuS burc^ 
feine 3Kenfc^roetbung fÄr fie erworben ^ot, alg ^itglieber ^aben fie 
*Pfli(^ten a,v(\en alle, ^^ie mit i^nen hur(f) baö iölut (_^!]ri[ti erlöft unb 
bun^ einen wai^ien (glauben i^m eingeletbt finb. ^ai ikx^öünii 6^rtfk)/ 



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Sniflc 55* 



bein Maupt (Gpf). 5, 23), unb ju ben onbem QJliebcrn i[t ju Dergleichen ber 
föutergemeinfdiaft, rot^e groilt^ien 'Mann unb grau in ber e^cli^en ©e* 
meinfc^aft befteF)t. 

„^eilige" fmb nic^t bie blo^ äu^evlid^en @)(tebfr ber Rixä^t, md} 
nic^t bie gemachten ober eiAaditen fog. ^eiligen beS ^opfttumi, nod^ foU^e, 
bie [\(^ felbft oermeffen^ ba^ fie fromm »Sren^ unb bie anbcm oero^tm 
(Stti 18, 9), fonbem btc wa|t|afk «®Uttbi|(ett^ bie in (S^rifio oon ber 
SEBelt auiBgefonbert imb burc^ ben @ei{l ®otted wiebergeboren ftnb. ^iefe 
werben an vielen SteOen ber @(^rift (s. 9. itoLd, 12 ^ 1, 1; 6, 18; 
$^iL 1, 1) »^eilige^ genannt. 

I. Die d^emetnr^ofl an C^rißo nn5 feinen $i^ä^tn — nä txift 

fibr m. 

1. 2)ie ÖlQubini'n finb G^rtfti „©lieber". (Bpf). b, 30: ffiir fmb 
©lieber feines i6tihto, uoii [einem ^Ux]^ unb feinem Gebein. 6ie fmb 
babur(^ aud^ «^Iteber^ b, i. oeibnnben, untereinanbcr. li^b*l#3: 
— auf ba| auch i^r mit uns (Semeinfchaft i^abet, unb unfre ®emetnf(haft 
fei mit bem SSater unb mit feinem 6o|ne 3ef u G^rifio. 

2. Jlllt unb iebe^Ulnbige*, b. i. bie dtefamt^eit unb jeber einzelne 
für ft(h; ber Seft^ unb (Senul ber ©nabengüter foroie bie Verpflichtung ber 
gp(;enfevtigen l^icbe fommt allen inSgemein unb jebem indbefonbere (für feine 
^l.ier[on) 511. ;^eber ©taubioic, aud) ber, welcher erfi einen 2lnfanft bcS 
©laubenä i)at, befi^t an iS^xi\to oollcn 3(ntcil; jcbcr f Huubtcje, ob er öicl 
ober mnia, fein eigen nennt, ift nach bem Ma)^ jemer Gräfte gegen bie 
anbem W lieb er ocrpflii^tet. 

3. ^ie (äemcinfchaft an iii)xi\to, M perfönliche ©laubendoerhältniS 
^u ihm, ift ber fSnaulb, ttug meli^em wir ^mt^ unb SCnteil an feinen 6<|S^n 
unb ®aben (a6en. 2, 19: <5^tu8 ifl bas l^aupt, auf welchem ber 
gange 2eib (bie ®fidier) burdh ®efenle nnb ^en ^anbreic^ung em)»fAngt, 
unb aneinanbcr fii| erhalt, unb alfo wft4fk )ttr gottlichen @rö^e. 9töm. 8, 32: 
Welcher (@oti) auch feines eigenen ®ohne§ nicht oerfchonet h^t, fonbem 
f]at ibn fflr uns aUe ba^in gegeben: wie fottte er uns mit ihm ni<jht alles 
jchenfcn 

aj Ci^rifti „B6)d^t", b. i. aUeö, roaä G^rifti eigen ift, gehören aucf) 
feinen ©laubigen. 1 .^or. 3, 20: (5§ ift alleä euer, ©ein ^Hater (^oh- 
20, 17), feine 2iebe (^o^j. 17, 23— 26j, fein 3Zame (Dffb. 3, 12), fem 3}er* 
bienft-(9löm. 4, 24), fein (Srbe, fein Gimmel unb feine ^errlichteit (SRöm. 
8^ 17; 3oh. J2, 26; 17, 24), finb unfcr. 

b) SIhnfH tfiBahtn" ftn^: Vergebung ber GAnben, ®ere(^tigleit nnb 
ewiges Sehen. (Spk- U 3: ®etobet fei «Sott ber Sater unferS ^^mn 
3efu 6h"fti/ ber un8 gefegnct hat mit allerlei geifllichem ©egert unb f^mm-^ 
lifd^en ©ütern bur<h (Shriftum. ^oh. 1, 16: 3(ug feiner (Ghnfti) O^i^Qe 
haben mir alle genommen rsinabe um Rnnbc ff ine ©nabe um bie onbere 
b. i. bie ganje ^Uüi ber (^nabengaben Rottes m (^h^^)* 



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248 



9nge 55. 



4. Da« tft ffir uni ein grolcr %to\t, ba^ vir armen Sünber einen 
fo rei(^en ^errn unb an ollen feinen ©t^ä^en teil ^aben. 2 Äor. 8^ 9: 
£b ?r ((5I)nftu§) luobl rcid) tft, warb er bixl|^ arm um cttrctnnUen, auf baft 

i^r Dur(^ feine Slrmut reid) tpürbet. 

5. 2(uö bem 2Inred)t, baö roir an 6I)riftuS unb ^einrrt 'icfiänrn haben, 
folgt für unö aber aui} bie '•i.^ f l i * t , je länt^er je mel^r unä ganj unb gar 
mit 2eib unb 6eelc i^m ^injurttbcii. 1 Äor. 3, 23: SltteS ift euer; i^r 
aber fcib (^^rifti. 2 %\m. 2, 11. 12: 6terben mir mit, fo merben mir 
mit leben; bulbcn mir mit^ fo merben mir mit ^errfc^en. 

II. Die ttmtiiMaft nit «to •linM^en — ftr m eine JltlMiiii$. 

1. „Qin jeber" foU fid^ fc^ulötg roiffen, b. ]). mifjen, baß er uerpflic^tet 
ift gegen bte anbem Ölieber, unb foK banac^ ^anbcbt <9al. 3, 28: DÖm 
i^r feib adgumat einer in (S^rifio ^u. 1 Aor. 13, 26: ®o ein ®It^ 
leibet, fo Uiben alle ® lieber mit. 

2. »Gaben'' ift aOei, »ai mir |aben, imb »erben mir bobur^ erinnert, 
ba| mir ni<tlS oon unl fettfl be{t(en, fonbem aQeft von <9ott imi segeben 
ifL 1 Itor. 4, 7: SBaft ^afl bi|, baS bu ni^t empfangen ^afl? 

S. tDte ®abcn finb leiblt(|e unb geiftUt^e. 

a) Seiblid^e. 9{öm. 12, 13: ^e^met eu(^ ber ^eiligen !Rotburft an. 
3ef. 58, 7: SBric^ bem hungrigen bein örot unb bie, fo im (Slenb fmb, 
fü^re in bad $au9; fo bu einen nadenb fte{|eft, fo ilctbe i^n. {MoL 

25, 35. 36.) 

h) ©eiftlic^c. 1 ^^cff. 5, 11: (5rmal)net euch untereinander unb 
bauet cinanber, 1 ^Eot). 5, 16: 3o jemanb ftel^ct \iimn iiiubei funbigen, 
eine 6ünb€ uic^t jum Xobe, ber mag bitten, fo mirb er geben (burd^ bie 
Ifarbitte) bog i^ben benen, bie ba fftnbtgen. 

4. ©eine Gaben foO ein jeber „ju 9}u| unb ^ei( ber anbern ©lieber 
anlegen" b. i onmcnben. SBot ®ott einem jj^en gegeben ^ot, im SeibKd^en 
mie im OeifKii^en, |at er gegeben nid^ bIo| dum eigenen Oef^i unb &ttm^ 
fonbem ba| man bamit au^ bem Sntber biene unb ^Ife. ^eS gef<l|ic|t 

im allgemeinen babur(!^, ba§ jeber feinen 9erttf getreuli^ oudrid^tet, bann 
aber auc^, ba§ man ben anbem ©liebern, nad^ bem eS il^re 3loi erforbert 
unb bad eigen? "'T^ovmögen ba^u int ftanbe ift, mitteilt, 2 Äor. 8, 14 (n. o?n. 
Uberf.): Bo btene .^u biefer ^ett euer Überflufi i^rem "ijDJangel, auf ba& auc^ 
it|r Ubevfluf? ^ernac^ biene euerm SWangel, unb QJleic^Iieit roeibe; ^. 2, 3: 
roicroohl fic (bie ßfjriften in 5Wacebonien) fe^r arm roaicn, fjaben fie boc^ 
reid^liL^ gegeben in aller (rinfältigleil ; benn nad^ allem Skrmbgen unb über 
Sßermdgen maien fte felbft miUig, unb fle^eten unS mit oielem (Stmal^nen, 
bab wir aufnahmen bieSBo^tt^at unb Gern einfd^aft ber J^anbreie^ung, 
bie ba gef^ie|ct ben ^eiligen. 

ft. (Sg foD gef<^e|en »millig unb mit ^reuben' b. i. 

a) tti(^ aus 3ii^<><^d< 2 Kor. 9, 7 (n. gen. Uberf.): diu i^Uiäftt, mie 



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249 



{em ^ix^ vtjn treibt, nxd^t mit UnroiUcn ober auS ^roangi benn einen 
frö^Iid^en ©ebet hat ©ott lie&. 

bj md|t au3 unlautern ^eiue9ijiunD<;n, lou bie ^^Ijarifäer traten, bte 
bcQ^ialb t^ren So^n ba^in f)otten.. ^at. 6, 3: SSenn admofen giebft, fa 
la^ beinc Hn!e $anb nid|t mijlen, oa9 bie tt^U auf ba| bctn Ulmofm 
ocrbotgen fei. 

e) fonbcm auf Siele, wet(^e boiOanb ber Irftbevlit^cn ® cm ein« 
ft^aft ift 5{oL 3, 14: Über aOeS a^^^^i 2Uht, bie ba ifl baft 

Qonb ber ^ollfommen^eit. &al 6, 10: Saffet und @uted t^un an jeber^ 
mann, aHermeift aber on beg @Uttbeti« ®cnoffen. (S)te l^ofun^ beS 
®uftat»^9rbolf^5^ercin3.) 

6. 3u »Diffcn, maö luir allen Wlnitbtf^en jc^ulbifl finb, bann liegt ftetS 
eine nötige ^aljnunq für imo, bie löic oon !Ratuc fo tief in bcr Sclbft= 
fud)t fterfen unb biejclbe {o \<i)mx überroinben. ^^il. 2, 4: 6in jeglicher 
felje nic^t auf bad 6eine, fonbem auf bad, bad beä 3(nbcrn ift. 

Setfpiel«. Die erfte (S^riftengemeinbe in 3<ifuf<tt<w. Slpg. 2, 
44. 45: SKDe aber, bie fiüubig waren senotben, waren bei einanber, unb 
Rieften alle ^Dinge gemein (gemeinf am); i^re <9fiter unb ^abe ner» 
tauften fte, unb teilten fie aud unter alle, noc^ bem (ü)la|e aU) jeber* 
mann not roar; 4,32—37. (S§ roar feine Oojialbemofratie, fonbem (^rifts 
lid^erSojialiömus: a) jcbem ftanb eS frei, feine ®üter ju nerfaufen 
ober ba§ erlöfte (^5elb bef)aUcn, ^fpg. 5, 4 ; Ii) ben ärmeren (Bemeinbe- 
gltebem nntrbc je nacf) ber öebürfti^fcit mitgeteilt, 2, 45. 25er Untericl)icl) 
§ioij(^cn einem (5l)riftcii unb einem Sojialbemofraten lä^t fid^ furj barin 
auSbrüdten, ba^ ber (5l)ri[t fa^t: „ffiaö mein ift, ift bein," unb ber (Sozial: 
bemohat jagt: „2iJaö bcin ift, ift mein". — ^ie üicbeögaben ber 
apoftoUfc^en 0emcinben, roetc^e ber Hpoftel ^aulud fammelte. Stpg. 11, 29; 
9ldm. 15, 38. ^ Dof gemein f(^aftsleben ber erftot d^riften, uon 
melden bie Reiben befomtten: 6e^t, wie ^ben Ite einanber fo lieb! 



* tD«o gloubcfl btt vcn tHrscbttttB ber Qttnbenf 

1Da| <0orr, um ber <i$fnu||t|»utttt(| Cl^ri^ willcit, aller meiner 
6ÜT1^en, aucb 6er fAnMid»en Vrt, mir ber id) mein €eben lang 5U 

ftrcitcn habe, nimmcrmcbr gebenPeti will, fcnöern mir bit <6errd)« 
tigFrir Ci^rtfti aue (ßnabeit fcbenCet, ba$ tcb in^ (0erid?r nimmer« 

mehr fcU Pemmen. 

%n\n. 'l^on ber 'Übergebung ber Sünbcu glaube ic^, bo& ^ott meiner öiinbcn 
nimmermehr gebenten tuiU, fonbem mir bie ®ere(btiflteit Cbrifti fdjentet. 

a) 9BaTum »iS Oott bciRer Gflnben nid^t mebr gebenkn? Um ber ©enug« 
tbttune 6briftt »iQeR. 

b) mtlä)n 6flttben »10 er nt^t mebr «ebenten? ftOec meiner 6flRbett - ju 
^ten bobe. 



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250 



Scofie 66. 



c) äBad fftr 92u|en ^aft bu au0 bec Sergebune ber Sftnben? id) xni 
(Beriet nimmemie^ foO tornmoi. 



5)ie brei folgenben ^rtilel (oon fecr Ergebung ber Sünben, ber Äufs 
etfte^ung beS ^(eifc^eä unb bem etoigen £eben) ^anbeln con ben ^ol^(: 
traten 6^ rifti, bie mur att Ic6enbigc (SIteber ber 5lirc^e empfangen. 

CIeotanu9. übrigen Slrtitel be6 ©(aubettS begteifrn in ftc^ unb cr> 
ftAieii im« att6bfAdIi4 bU SBo^ttbttten, bie G^Tiftu« but^ bie StcoH bei 

(iflen (^dfted feiner Airc^e, ba$ ifi allen ®Iäubiflen, mitteilt, ^ie 3BobU^aten (S^rifÜ 
ober unb p.iif ;;n3eierlci 2Bcfle \\i bcbcrtffn; a'itr.i) foinct bie 'Pcrttjitna (b^rfelben) ait> 
langt, bie roir in biefcin yefi,ii ^aben uno barin irnr iteljcn (:Höm. 5, i. 2); jmcitenS, 
foniel belangt bie oolKonuncnc SiicBung (®enu6), bic toic %mih im 3uranftigen 
2Aen empfangen werben. $ie Sefttjung bec 9Dol^(t^aten G^rifti in biefem Seben 
Miflebe i4 olfo: glei^ letn ^dl nuMoIb ber Jüi^c ift Mc ber 8eili Obviftt 
tft, alfo aucb alle bie, fo roa^re unb Icbonbiße (^lieber berfenwn fUib, beben jcftt 
unb befi&en bic roo^rc Jfligfcit, rocl^c 6cUgtcit mir gan} begreifen in ber ^er» 
gcbunn ber Sftnben, roie ber ilpoflel ^ulu§ ?R5m. 4, 7. 8 bciüeifct au8 iM'- 32, 
1. 2: ccitg fmb bic, toeic^en i^ce Ungere(^Ugteai'n »ergeben finb, unb tocl^en t^re 
6fliibcn bcbedtt Unb. 6((i0 ifl ber SPtonn, loelcbcm <Sott (eine Gftnbe ^ureiM*" 

1. jfein SRenfc^ fann ft(^ felbft ober einem anbem bie @ilnben tpcr» 
geben, oiit^ bie S&k^ unb 5EMener vMI/t; btefe fBnnen bie Sergebnng 
ber €finbcn ben QUhtbigen nur oerUnbigen unb 5uft(^m. „^ott" aOein 

fonn ©ünbcn oergeben. 2)orin Ratten bie St^riftgele^rten, 3)lrf. 2, 7, ret^t; 
ober beä 3J?enfc^en So^n, al§ ber ©o^n ©otteS, ^at oucfi -^^l^djt bic ©unben 
üergeben, in. ■;>,e[. 43, i'5 : "cfi. icb tilge beine Ubertretungen um 
meinetmillcn, unö getcnfc Dciiui ounben ntc^t. 

2. Senil alle Sünben, aucii bic n^'iU'n Dienfrf)en, finb (^egen öott be^ 
gangen, toeil fie llbenietungen icinc;) OJcfe^eä finb. 'iPi. 51, 6: bir 
ttlUin l^abc ic^ gefiDitiigt unb ubeL oor bir get^an. 

3. 2)cr (Mruni» aber, auf loeldjcn bin öott bie Sünben oerpiebt, ift 
bie „® c u u 9 1 ^ u u n g (S ^ n jt i ' . ^ui bic (Gläubigen beö ällten ^unbeö luax 
H ba§ Beoorfte^enbe, für bie ©laubigen be6 9leucn tSunbcS ift eA boi ooH« 
brachte Opfer 6^rifti am $tm^ bun^ »elc^ed i^ 6ftnben gefü^nt n»erben. 
9i6m. 3, 85: er 6finbe oeigicbt, mU^ hU anlevo gebfieben nniv 
nnAcr gMtlii^ dtebulb. 1 tßetr. 9, 24: fBelc^er ((S^rtfhtä) unfre ©ünben 
felbft geopfert ^at an feinem i'eibe aufbem^^olj. @p^. 1, 7: 3tn loelcbem 
(C^^rtftuj») wir ^aben bie (Srlöfung bur(^ fein Slut, nämlid^ bie SBergebung 
bcr®flnben, noi^ bem äletdj^tum feiner ®nabe. 

11. Daö iHali i^ti ilcrgciiung. 

1. *?Ilfe Sünben", bie r^ro^en unb bie fleincn, oJ)ne 3luöna^me, 
oergiebt (äott ben CiiJiaubiaen. ^enn bie ©ünbe »iber ben ^eiligen &ti\t 



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251 



f^at. 12, .■■il) !ann von Vfn mafirhaft (*5(änbiacn, ben ^hi^ierroäl^Iten, nicft 
begangen »erben, roeil ber .f'^tnltne (^^Jeift m tt)nen lebt unb regiert. 1 ^o^. 
1, 7: ®a8 Slut 3lcfu ß^rifti, jemei 6o^neö, macf)t uns rein oon aller 
©ünbe. SRöm. 8, 1: @o ift nun nid)ti i^erbammlidiea an bcnen, 
bie in S^rifto ^e)u ;inb, bie nic^t nac^ bem (^leijc^ tuanbein, jüuüciu nud^ 
bem ®cifi 103. 

2. 9l^t (lol aDe miHZictien, b. L oergiebt ®ott bcn 

(SlStt^jen, fonbern „au^ bie fönbltc^e 9[tt, mit bcr i(| mein Seben 
(atiD 9U flretten ^abe\ {Die ^nbli^e Xft" ifl bie böfe 2uft, »eld^ 
ott^ ben (BUittbi^cn, folangc fie in bem Selbe bei ^obed leben, immer no^ 
anllebt itnb fie träge mad^t ($ebr. 12, l), ben 9BiUen @otted in allen 
©tuden erfüllen; aud^ fie ift @änbe. $aulud rebet nid^t von feinem 
frülieren p,n[tanbe, fonbcrn von feinem gegenmärtigen, ba er fcf|on raieber* 
geboren ift, loenn er flagt, 3iom. 7, 23—25: ^cf) [elje ein anber Wefe^ in 
meinen Wliebem, baö ba roiberjtreitet bem in mauern &emüU, unb 

nimmt mut gefangen in ber Sünbe öefc^, roeldjeä ift in meinen öliebcrn. 
^ä) elenber iiiea|4i, lucr tüuo mid^ tilojen »on bem iJcibc biefea Xobed? 
^c^ banfe ®oit btirc^ ^efum G^riftum^ unfern ^erm. 5, 17: S)aS 
Brleif (| gelüftet miber bctt imb ben (Seift »ibcr M f^f^; biefelben 
finb »Iber csnonber, baB i^ mc^t t|ttt, wai i^r moHt 103, 3: Sobe 
ben $erm, meine Seele, ber bir alle beine @flnbc ocrgiebt unb feilet 
atle beine Oebrec^en. 

III. Uif ;3lrt ber Vergebung. 

1. <5ünbe uergeben ^cifit ntffit, nne fünbige X^iat ungejc^eljcn mad)en, 
roo8 nic^t möglich ift. Wott »ergiebt bie ©iinbe, inbem er i^rcr „nimmer* 
me^r (in 3eit unb (Sroigfeit) qebcnfen" b. i. fie nidjt fteimfud^en ober 
ftvafen lüiU. ^^it. 31, 34 ; ^äj imil il;nen i^re ^iffciljat uergcben, unb ü;rer 
©ftnbe nimmermehr geben!en. ^ef. 38, 17: 2)u mirfft alle meine 
6lktAen hinter bic^ ^ntüd (ba| @ott fie nit^t me^r onfie^t). ÜJlidja 7, 19: 
iSt mirb aOe unfere ®finben in bie 3;iefe be» WtttxH merfen (ba| Ite 
nid^t me^r |um SSorft^ein fommen). 

2. ©Ott oergicbt unS ni(^t blo^ bie ©ünben, „fonbern er f<|en!t 
un§ auä fv^naben bie ÖJcred)tigfeit (S^rifti". SBBenn er un8 bur(| 
bie ^^froebung baä unflätige 5llcib ber Sünbe Quäjiefn, fo ftünbfn roir ror 
ii)m \n unfrcr iblö^e unb müßten unö fc^äinen; barum bebedt er unfre 
^^Ib^e nad; feiner Wnabe mit bem dlod ber f^erec^tigfeit (S^rifti. )Höm. 
3, 2i: 2ßir njerben o^ne ilietbienft gered)t auw |ciuer önabe, burc^ bie 
©flöfung, fo burc^ (S^fifhim ^efum gefc^e^en ift. ^ef. 61, 10: freue 
mi(^ im ^errn, unb meine Seele ift fröhli(^ in meinem ®ott; bemt er ^ 
mi<l^ angezogen mit Jtleibem bcft ^eild, unb mit bem 91 od ber ®ered^> 
tigfeit gefleibet 

8. fSenn (Dott bie Sfinben oergtebt, fo fmb fte für immer „oergeben 
unb oergeffen" (- nii^ gebenten). 2>ie graigen ber Sünben im l^tbtft^en 



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252 



unb Üeiblid^en fann QJott roegnclimen ober laf^en; in le^terem ^aD [inb fte 
feine Strafen ber @ünbe, fonbem Übel, bie ^ur Demütigung unb SBarnung 
bteiun foffen. 

IV. Der ttRlett ^tx Dergrbnnfli. 

1. 2öeil (,9ott nidit hlo^ meiner ©ünbcn nimmt'rmeljr (^ebenfen will, 
fonbem mir au^l bie (iieiedjtiäfeit (Sljrifti jc^enfet, fo ift bie äJergebung eine 
oollfommrnc itnb bringt ben ^u^en, „ba^ id^ in$@eric^t nimmer.- 
me^rfoII!ommen.* Gemeint ifi ba<®eru|k am iüngften Xage, roeld^es 
bie Serba mmnil über bie 6ünber um ber @iinbc miOcn bringt So 
aber bie Sflnbe noStommen »ergeben i|l, ba tfl teine ^ünbe oorlanben unb 
fonn im ©erlebt an bem ©laubigen m^t oerbammt werben. :^ol^. 5, 24: 
fBkt mein ^ort h'övü unb glaubet bem, ber mic^ gefanbt ^at, ber ^at baft 
eroige i^^bm. itnb fommt rtic^t in ba§ ©eri^lt, fonbrrn er ift i>om 
Xobc 3um Xiebcn i)»nburrf> gebrungen. 3tbm. 8, 33. 34: il^ei mil tic Jlua 
crrool^Iten Wotteö bcfd^ulbif^cn? @ott ift ^icr, ber ba gerecht madjt. 
55>er jdiII oerbammen? ß^riftuä ift ^ier, ber geftorben ift, — unb 
ucntiu un3. 

8. 5Die Ergebung ber 6ünben „glauben'' Iiet^t ober nid;t bio^, baS 
aOeit non berfelben miffen, fonbem au(^ bie fSetgcbung emftlic^ fudien unb 
mit bulfeitigem unb gläubigem ^er)en annehmen. 51,3: ®ott, fei mir 
gnSbig na<| beiner <Sfite unb tilge meine (Sänben na«^ beincr großen Sarm« 
leriigteit. $f. S2,5: fprac^: roiU bem ^crrn meine Qberttctung be« 
lennen. $Da nergabfi bu mir bie äßiffet^ot meiner @ünbe. 



1. Urfinu«. J^'it Sergebung ber Gflnbcn ift ber 9DiOe Mte». na<b 
IDcIddem er ben ©laubigen unb SluSerm&blten tetne Sfinbe jured[>net, fonbem ibnen 

bio 6dnilb iinb Strafe ber Sünbc erlärt, unb be^balt» Re bonnd) liebt, aU l)ättcn 
)ic nicmalö iiiuuiuißt, fie befreit uon allen Strafen ber €ünbe unb ibnen au* 
Qinaben ba& ercige 2iben i^mtt, um be« '^^erbienite« unb ber 6teUoertretun() totllen 
fetnei 6obnei», unferS SRittler». Cbglcicb ®ott aber um bei QerbtenM feine* 
Gobncft Villen rnil bie 6ftnben Deigtedt; betrUbt er vaA bmb no4 in bleiern 2iben, 
ober nlibt um unft au ftrafen, fonbem um mi t>öterli(b ju jücbtigen. Vutb barf 
man nid^t benfen, baf^ bie Sfinben ibm felbft nicbt mif^pelen. ^«in aud^ bic 
fefmben ber '?in<'rheilinftpn miftfiiHcn ibm felir, obroobl cc fic an ihnen niAl ftraff 
um bei tDtUcn, loeii er |ic an leincm oo^ne gefttaft ^at. ®ott üecgtcbl nanüidj 
ni^t fo bie Sflitbe, als fcbe er bie 6finbe niibt fflr 6flnbe an ober cciAnie ni<bt 
Aber blefclbcn; fonbem infofem er fte vaA nl^t }ure<bnet unb nidbt an und ftraft, 
uTib 1IT1'^ ßeredit ertldrt um bir ^enugtlttung anH atUtem willen, mel^ mir im 
(Glauben ergreifen. ' 

2. Dleoianud. .3<b glaube Vergebung ber 8unbcu, baö b#t: id) 
glaube, bal aUe^, wai @ünbe ift unb genannt »irb, cg fei bie abrige fin ben 
Olftublgcn no^ borbanbene) 6llnbe, oU ba ift bie oerberbte, bbfe 6eu(be, bie mir 

imtnerbar anllebt, bab icb feine Stunbe @ott liebe Don ganzem Serien unb nteincn 
5Räcbften aU mid^ felbft, ober aucb wtrflitbe SOnben, al§ ba Rnb ©ebanten, ffiorte 
unb Serie, bie iotber bie Gebote ®otteö fwb; i«^ glaube, foge i^, bab bied alled. 



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263 



löie t)art mir ou(^ anflebt, mit frei flefdbciift unb ücrjicl)eii fei unb Dcr^^icbcn 
bleibe in gmieleit, oud ®naben, burc^ ben ©lauben an ^^erbei^ung @otte^, ber 
mWi Im doongcUo bat iugefagt« burcb bad Opfer (^\)niii am Äifiu; ja bemalen 
Dc^e^ bal attdb aOe Mft4tni<» beike ber Obettectuno unb ber Strafe^ »ot Oott 
auSfietilget fei, fo getoiB, ald roenn id) nie gefünbigt l)ätte, ober aucb feine @ünbe 
niclir an mir l)äftc. Unb ^^•r^n^bcr pprtrnnc idb ®Otl burdb (Sb^iftum, bnfe i(b je^t 
in biefem Hieben ieli(i tun, roic öet ^t\U[v Öeift bnr^ ben 5)aotb foflet: 6«Ug fwü> 
bie, »eldden i^re Ungercc^tigfeiten bcbedei imb (^;jf. 32, l. 2)/ — 

,01 ift nid^td Sc^nerered, bom Qergebung ber 6flilben glauben' ; abet »tt 
pöbelt »Uffacbe unb IBnmb, bATOuf ber (Sloube fu|en foO, baft bcm GUbibigfli bi< 
Sünben gewillid^ oergeben flnb. S)ie $erbei|ung unb ber 6ib @otte^, roetcfie in 
bcm Job (5f)rifti mit ber %l}a\ bcftätigt finb, roie in bm oorigen llrtifeln öon ß^rifto 
erfldret werben, if( bie Urfac^e unb ber ®runb, bofe rcir geioiBlid) bur(b Gbnftum 
Vergebung ha ciittbcn t)aben, obne folcb^^ ^bing, m (^ebingung, fofern) roir bie 
Mote btttten, fonbem onft federn 0efdbenf, but^ ben Glauben ober bn9 Vertrauen 
auf baS iBerbicnft Gbrifti, obne SJerbienft ber 5Berfe. 3luf biefe freiwillige ©er^eifeung 
unb Gib (Sottfä in 3cfu Cliriftn. b. i. um fi'ines iHrbii-tifJo? (benn in itjm 

hüben QÜe ^JSerbeißungcn ©ottcÄ ibr 3n unb il)r 'ilmeu) muH ber (Glaube ftroc!«J 
f(()auen« roie bie (Iptftel an bie l^ebräec 6, 17—20 fagt: &oti, ba er »ollte ben 
Gtbcn ber IBerdet^ung — tu«b ber Orbiumg SRel^f^.' — 

«3)cr tabenbunb nnb ber Qib 9otte# begreift bomebmli^ in fi4 biefcn 
^ouptortifel, ba& @ott unfrer 6Qnben nidbt mebr gebenfen niQ. Derfelbigc 9nnb 
ober Icftamcnt ift beftätiget roorbm mit bm Job befien, ber bad leftament gemacht 
unb üerfproctim bßt, »eldjet @olt iclblt ift. (I ^etr. 4, l; fnchr. lo, 16; 3er. 
81, 33; S^thx. 8, 6; 9, 17; Up«. 20, 28.) — Söa* lann aber OJrükJcieö unö geftcrc« 
im 0im»el nnb auf (Srben gerebel ober au^ g^^t werben, benn bab bicfcr tit» 
tilel gtoube ^^ergebuttg ber 6&nben) burdb ben Job bed eroigen Ootteg fdb^ 
ben er an bcm Aleif(b leibet, bod er in ßinigfcit ber i^erfon an jtcb genommen bat, 
in @roigteit beitätigt unb befrnftiot ift: ban er nämlicb unfrec 8flnben mtbt nebr 
iDiQ gebenfen utU> unä jum etoigcn l'eben erneuern. 

,$aS ift audii bie llrfadie, roacum ber b- $aulud roiU, bag wir im b^iligen 
VbenbmabI ben Zob bei $errn foQcn nerfllnbigen, bil baft er (ommt (i ftor. 
11, 26.) ^ieS fBunber Qber aOe Sunber, ba^ @ott felbft ben tob leibet, feine 
■^PcrficifTiTifi ^'on ber geroiffen Vergebung ber SOnben ju beftatigen, mu^ »erlünbet, 
geglaubt unb bocb gcrübmt werben. ift ia eine Serficberung Aber alle 93er* 
fidierung, unb eine ircue über alle Jreue.* — 

^^IcneU mir wiffen unb glauben, ba^ unb bie 6ftnben oergeben ftnb, foKen 
tDtr banint i« fflnblgen fortfabren? M fei ferne! 4>enn fooieU nnfer burdb ben 
Glauben (^lri{lto eingetetbt fmb, bie empfangen oon @bri)to unb befifeen in biefem 
Seben jmei^-rlei in>ohItbntcn, bercn erflc in biefem Üeben ooQtommen ift, bie anberc 
aber unDoÜtünimcn; namli* für* crfte, ba§ ibnen bie Sünben in biefem iieben 
DoUtommen oergeben Tinb; banud;i aucb, ba^ fte ^ugleid) mit bem vcüigcii (Seift bf- 
gobet »erben, ber in biefem Qebcn anf Angl, ibre ^en oon ben 6ttnbm unb oom 
9)ei4 bei 2:eufeU abjuvKnben unb fie |u (Sbrifio |U Rieben, ba^ nid)t bie Siknbe« 
fonbem ber (Seift (Ibriftt in un« berrfd)e wtber bie Sfinbe« Qk»U bem ^ttm unb 
ni4t ber €llnbe in geborfamen. (9löni. 6, 6. ii. i«.)' 



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254 



StQfl« 6t. 



** 57, XOM tröget bidf Me 7lttfcr(lcl^uii9 bc# ^lcif(Mef 
tiicbt aUein meint €icelc nad) diefrni Ccben alehdlb 511 

mein Sicifd) 5urdi ^^ic Kraft ^.bntti aufenvcctct, ivic6cr mit mcitTcr 
QtcU pcreinigei un6 öcm ^errlid^rn ileibe (t(;riflt gleid^f^rmig 
I9erdftt f^n. 

©Ictd^jörmiß = gleich an ©citall unb 'ilu^fc^en. 

Ibit». Sie Sluferfte^ung hti 3l(eif(l)ed tröftet tnic^ auf breifadji« 9Bofc; 1. baft 
mein 3((if<b, b. L «ein 2cib« »iib iwm auffifie^eii; f . tel cA wMbtt mit 
meinet Seele uereinigt imb S. baft d DeinfiTt »irb. 

a) 'Bot)in tcirb bfinc Seele nac!i bcm Xobe tommcn? SReine @«ele tDtrb oih 

b) SQaä wirb auferfte^mV 'Man i^lcij^, b. i. mein geftorbenec Seib. 
t) Surcb »eilen Kraft? bie Ktaft e^rifti. 

d) SBIe »irfl bu Dcifl&it iDccben? 9tcme 6«ele niib mit bcm Selbe nieber 
octciniit unb bicfer bem ^ecili^m 8eibe <S^fK fllei<l^f5nni0 »erben. 



iSi ift ^eroorju^ebctt^ ba| ed ftd^ in biefer i^age nur tun bie (SUu« 
b igen, bie kbenbtgen (Slieber am 2etbe (E^nfH, ^mtbett. 

1. 5Drr 9R«ttf4 le{le|t au« 2db unb 6eek, loeli^e im Sebcn oufft engllte 

miteinonber ucrbunben finb. ^)er ^ob ift bie 2:rennung ber 6eele vom 
£eibe. 1 ^tofe 35, 18: i^r (ber ffuifil) bie 6eclc aufging, ba| fte 
fterbpn nnif.tc 1 nin. 19^ 4: dg tfl genug, fa nimm nun, ^en; meine 
6eele (ba^ idi [leibe), 

2. 2)ie 6eeie, alä gütiltdiev iiebenS^aut^, ift unftcrblid), fie bleibt 
olfo otic^ nad) ber Trennung 00m i:eibe beftcfjen: ber 2eib ober, wtnn mit ber 
©eele boö Äeben au& iljrii gemidden ift, Deröiij' "nb wirb miebec 5U v^tauü, 
oon bem er bei ber @(^öpfung genommen i% 1 ':Dio\c 2, 7: ®ott machte 
ben SRcnfil^ aus (Srbenftaub (n. gen. Oberf.), unb ee Miel i^m ben 
lebenbigen Obern in feine 9{afe; unb alfo »avb ber 9lcnf<| eine lebenbige 
@ee(e. $reb. 12, 7: S)cr Staub (ber auS (StbenflouB bereitete £eib) mu§ 
»ieber )u ber (Srbe fommcn, »ie er gemefen tft, unb ber @eift (ber bebend: 
tiau^i) »ieber gu (Sott, ber i^n gegeben ^at. ^at. 10, 28: i^flrc^tet eud^ 
ni(f)t vor benen, bie ben IBetb tiMen, aber bie @ecle nu^ mbgen (b. i. 
fönnenj töten. 

B. ^uc^ barau§, ba^ nur ber 2cib aujerioedt roirb, ge^t ^eroor, ba| 
bie Seele nadj bem Tobe Icbenbifi bleibt. 

4. 3)ie ^lennung oon ^cib uiiö ceeic md) bcm Xobe ift eigcntlid^ ein 
unnofnommener ^uflanb, meit bie briben Seile bur(|au3 gufammenge^ören. 
2 Aor. 6, 4: SEBir moOten lieber nid^ entließ (flerben burii^ bie Xfemmng 
Don Seele unb Seib), fonbem fiberlleibet (bem Selbe mify fofoct oenoanbelt) 
»erben, auf ba| bag Sterblu|e nerf<l^luttgen mitobe non bem fieben. 



2Ö5 



Slbcr ber 3"ft<iT^^ BttU eine* AÜinbeö ©otteä md) bem Xobc oline 
ben Scib wirb baburd; ein ooDlommener, bofe fic „ju (S^rifto, i^rem 
§aupt, {genommen roirb", unb bomit frei roirb von aller 'Sc^roaclljett, 
^Jot unb £eib, welche mit bem üeben in bcm „fieibe bicfeä Xobes" oetbunben 
fmb, unb teibummt an Ux 6eUgfeit ^^rifti. (3(n feiner ^errlic^teit nrirb 
fte erft tetlnctmfn mit 9lttfev|le^n0 bc8 £d6cf.) Offb. 14, 18: Beli^ 
finb bie Xoten, bic in bcm ^enm {l«tb<n, von nun an. bcr <ict|k fiirif^« 
ba| fie ni^ vtn t|inr Ibictt (mit SRfi^). 1, 23: 3^ ^be Suji 
abjuf(!^eiben unb 6 ei S^rifl« fein. 2 itor. 5, 8: 9Qir ^aben oicIme||r 
2tt|i au^er bem Seibe gu roaOen unb bal^eim 3U fein bei bem ^errn. 

5. „Hläbalb", b. i. fobalb ber ^ob eintritt, (nieBt Tiicfit einen 
3roif^enjuftanb , tdic bic 9vu'diijc^e Mirc^e, ober ein g-egfcucv, anc bie 
römifdbc "Rirc^e leiert. ')uid) le^tcrer foQen bie ©eelen auä) ber (Ülaubigen 
an tuum fülc^cn Dit uüd) von motidjcdci Sünben gcreimt^t roerben unb 
für maud^eä^ road [ie ju tljuri unleila)jen il^aben^ büßett. Xixidi) ^bia^, 
n»eli|ni bte Sebenbigen auc^ für bie Xoten evweibcn fönnen, foQ bann bie 
^ im ^9feuer für leitete abgefür^t oexben. Sßon einem folc^en (^eg^ 
fniev »eil bie @^fift ni^tt. £ttY. 23, 43: Sa^rlic^, i^ fa^e bir, (eute 
»iefit bu mit mir im ^Sarabiefe fein. S)ic ® laubigen (oben eine foU^ 
Steinigung nac^ bem S^obe aud^ gat ni(^t nötig, roeil fte ooQe Vergebung 
ber @ünben ^aben. 1 3ol^. 1, 7: S)ai SIttt 3eftt (S^fÜ, feinei ^l^neS, 
mac^t un8 rein von n ! ! e r Sünbe. 

6. Ginc erfte Sct)eibung jiüifctien ben burdj büö JÖIut (E^rtfti Öercc()t: 
fertigten unb ben (vJottlofen tritt nact) bem Xobe ein. 2uf. IG, 22. 23; 
Sirme ftorb unb luarb 9etra(;en von ben Gngcln in Üibiatjamä @(^o^. 
^er Steide aber [turb aud; unb luaib bcu^iaben. er nun in ber ^öüe 
ttiib in ber Dual »ar. — ä(pg. 1, 25: ^ubad ging I|in an feinen Dti 
^r. 9, 27: Gl ijl ben 9llenf<^ wmal au flerben, bana«) aber 
bas ®vnäfL (^r @terbenbe fönnen mir ^bitte t^ni^ aber mi|t fftr 
19ejlorbene.) 

7. 9eifpie( ffir „amalh )U G^rifto": etep^anuft, SIpg. 7, 58: ^crr 
ScfUy nimm meinen <Seift auf! 

11. Die ^uffr|lel)utii|i Dcö ilrift^cö am (fabf Der ti)clt. 

1. ©ne „^ortbouer ber ©ecle" rxad) bent ^lobe nef)men auA bic meiften 
Reiben aller Reiten an. 3)ie 3( uf erfte bung bcä ^leijd^es aber ift 
eine von föoU feinem SJoüe geoffenbartc aöa^r^eit, f((|on von ben SSätem 
im selten H3unb geglaubt unb burd^ (S^riftud bculti^ »erlOnbet. ^f. 16, 8 
(n. gen. Überf.): 9lu(^ mein gleifd^ »icb auf Hoffnung rul^cn. 3o|* 
11, 25: ^ SufcrlU^nQ unb boi Seben. — 1Da| bie Suferflei^a 

ber Xolcn ou^ im SNten Sunbe, ber Offenbarung^ftufe gema|, geglaubt 
Wirbe, begeugt (5|riftu8, ba er ju ben ©abbucäem, ajlat. 22, 29 fagt: 3l)r 
wiffet bie @(^rift nic^t, nod) bie 5lraft @otte8; unb &dl--33: ^abt t^r 
nu^t 0cUfen oon ber Xoten 9uferfte|»un9 — ? 



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256 



2. „DicfcS mein ^leifd^", b. t. biefer mein 2eib, ben id^ jc^ft an 
mir trage unb bcr ?u ©toub locrben wirb; fein anberev, mir frember. .^iob 
19. 25. 27: iüt;i|i, ba^ mein (Srlöfcr lebt, unb er wirb mic^ l)crnac^ 
auft bet Qltbe oufmoedcn — unb id^ loerbc in meinem ^(eifc^ (Sott 
fe^en; benfetten oerbe miv fe|en unb Idn ^fcmber. 1 Stet, Ib, 56: 
{Die« Senotfli^ mtt| <in)ie^ bai UnocfweftIii|e, unb bies ©Mli^e 
mu| an|ic^ bie Unfterblid^tcit. 

8. WU (Sinwflrfe bcr natftvlii|en Semunfl gegen bie Huferflel^unQ 

beiS ^leifd^et^ b. i be§ SeibcS, ti^erben burc^ baS ^ort S^rifti an bie 
@abbucäer, welche auc^ bie ^uferfte^ung leugneten, jurficfgeroiefen. ^{at. 
22,29: 3^r irret, unb nnffet bie Scfinft nic^t, no(^ bte 5lraft G3otte§. 
3)ie ^luferfte^unL-; n't lo iiunu^ ein Liuiturpro.^cfj alö bie Schöpfung beö 
^JJcenldjen, fonbern wie biefe em il^unöer bcr göttUd;en 2lHmad)t. 3"^^'" 
bercirtt ber ^ob ni^t eine oöQige SUcmi^hing beö ^cibeS, fonbern nur eine 
Sluflöfung feiner ^eile, bie fic^ mit anbern Stoffen ucrmifdjen mögen, aber 
nid^t aus @otted $anb ge^n, b. t. ni<|t aud bem ^ereic^ feiner allmächtigen 
unb aOgegenroörtigen Araft. S)tefe(6e „S(xa^ ^otteft", we^e ben erfien 
SRenf^en auf „f^mjlau^'' effd^affen ^at, fann oud^ ben veineften 
9itenf<|enlcib taa feinem Staub nn«bcr|evßellen. £uL X, 37: Qet (Sott ift 
f ein 5Din0 unmdglid^. 

4. ®Iei(§niffe M ber9latwr: 1. bec @i|metterlin0^ beffen Seib 
bofdbe ifl^ niek|en bie Staupe trug, aus ber er entftanben, — unb boc^ 
ein anberer; 2. baS Samenfocn, bol» in beriSrbe oermeft unb au^ beffen 

©toff boc^ ber ^flanjenförper ^ercorge^t, ber t^er^enüber bem unfrfjiinbnren 
Äom fc^bn unb \)tni\i) ift. ^a^er ift auc^ öaö iöüb genommen m 1 Äor. 
15, 42 — 44: @8 wirb gefaet oem)eSli(^, unb roirb auferfteljen unoers 
»eSlic^; eä mirb gefäet in Unetire, unb luirb nuferite^en in ^)errlic^feit. 
roirb gefäet in Sdjroad^ljeU, uiiD lüuO aujetiteljcn in Äraft. Gs roirb ö^M«t 
ein natärlict^er (feelifc^er) ^eib, unb mivb auferfte^en ein geiftlic^er 2eih. 
(ß, 3«. 37 vm SBeijenfofn.) 

5. ^er 2eib roirb „aufcrroecf t". iluc^ biefer biblifd)e Slusbrud roeift 
bofouf ^in, bo| ber fieib in feinen Stoffen not^ oorl^anben ift unb foin 
fvembev Setb in ber Stuferfte^ung gegeben nriib, nie mä^ bcr SRenfi^, bcr 
vom S^lof aufmacht, leinen anbcm Seib ^at nli beiv mit iDeU|jcm er 
cinfii|Isef. S)ie Si^ft fpri(^t femer oon ben in 6|n{to ®eftorbenen, bie 
«entfWen ftnb", unb bie ba „fc^lafen". 1 %J^. 4, 13. 14. Unb «auf« 
crftelen" ^ct|t mieber erflehen, nt<^t neu cntfte^ 

6. £lie ^ufdite^ung ift ein 28er! beiS breieinigen (Sott ed. M 

Soter« unb beä ^eiligen ©eifte«; !Röm. 8, 11: Bo nun ber ©eift bed, 
ber ^efum oon ben ^oten auferroedet l)al, in eui) rootjnet, fo roirb au^ 
berfelbe, ber G^riftum oon ben Xoten aufertnccfct ^at, eure fterbtidben 
Leiber Icbnibig machen um beäroiUen, ba| jem ©eift in euc^ roo^neU 
SJefonberö über tft es bae ^ert bee ^o^nes, roeil bie Sluferfte^ung 



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257 



bc0 {^leifd^eS ^ur ^oUenbung feinet ^rlöfungäroerfe« gehört, ^o^- 6, 39: 
S)ai tfl bcr SßiOe bei Sotcvft, bor nrii^ gefimbt ^at, ba$ ic^ nic^ti mltcK 
von aOct^r bai er mw geg^bai |at, fonbcm ba| td^ aufermetfe am 

aXän Oflcif^ »vb olfo »bur^ bie Araft (S^riHt" aufenoedt. 

7. SHe Huferfte^ung burc^ bie Araft S^rifti ift unS t^atfäc^lic^ oer« 
bürgt: ») btin^ bie 9ttferfte^ung ^^rifti felbft oon beR 3;oten; b)bttnl^ 
leine Xotenenoeitunseii^ — bie 2lo<^lcr bei ^atnii (SRoi 9), bev 
SAngling 9laiii (Siil. 7), 2^mA in 8el|anicn (^|. 11). 

8. S)er loiebeTl^cfleOte Seib wirb i,n»ieber mit meiner Seele 
Dereinigt", unb fomit ift ber ganje 9Rcnf(| ium @enuB ber @elig!ett 
unb ^ertiic^feit erneuert. $ef. 37^ Ö. 6: ®o fpric^t ber ^err oon biefcn 
(SJcbeinen: Bk^e, \d) roiH einen Obern in cudi hrini^en, bo^ il)r follt 
lebenbi«^ rt^erbert ; ic^ miU eud^ Seinen (n. tifn. llbLV|. ) i^'I-un, unb /^leifc^ 
laijcn uinr eud^ joac^fen, unb mit .r-)aut Uber,^u'l)en; unb roiU cud) Lt^ein 
gtbni, Daß i^r toieber lebenbiq tuerbet. 3unäd(|ft ift bie§ ein prDpb-tiid)^^ 
!Bilb fui bie 9Biebt'iljei)ieUung De^ gt'iait^enen unb jerjtreutcn ^«^lueiü, 
fem ober gelten al& ein !93ilb bes in ber ©efangenfc^aft bei ^obeS 
dc^tenen ui<b in ber Qenoefung ftoffUc^ aerftrenten IXenfd^IeiM ^m 
(Brunbc senrnnmen ift Ic|tere8 btc Soratiifetimg für bas bei 
^ßrop^ctett. 

9. 2)cr Sttferflc^ttngilcib miib «bem ^errli^en Srib G^vtfti (lett^s 
förmig" fein, b. i. bem Setbe, mit roelc^em ä^riflud auferftonben nnb 
gen ^immel gefai^ren ifl; eS nax berfelbe Seib, mit roel(^em er tn9 
©rttb gelegt wurbe^ unb feine jünger ^aben i^n loieber erfannt, aber er 
Toor oerflärt, oer^errlici^t. '^l-i'ü. 8, 21 : TOclcf)er (ß^riftuS) unfern nidjtigen 
(^ler nirf)t uergänfllidjcn, fonban mebngen, cjeringen) ?eib oertlavcn 
roirb, baj) it ä()nlicft roerbe fiMiutn oerflartcn 2eibe, nach ber 
3Uir!ung, bauiit (nad) !>ei )uui)amen ^raft^ mit tueld^ei; er tunu auil^ alle 
^inge [\ö) untert^änig mac^. 1 jtor. 15« 42 — 44. 49: SBie mir getragen 
(oben bai 9tlb bei irbtfitcn (üRenfc^en, SCboml), olfo werben mir oud^ 
tragen baft 9t1b bei ^immlifd^ (bei SRenf^enfo^nei, ber im ^mmel ifl, 
<S^ftiii>. 

10. IDer oerflArte Seib mtib fein ein ietfttii|cr Seib (1 Aor. 15, 
44-4i), nnb bal^er: a) o|nc Seeierben, Wat. 22, 30: in ber S(uf^ 
erftebung merben fte n>ebev freien noc^ ftc^ freien laffen, fonbem fie ftnb 
gleich lüie bie Sngel ©otte« im Gimmel; b) o^ne Sebürfniffe loie ©peife, 
3:rünl unb Stfjlaf, 1 Slot. 6, 13 (n. c^en. Überf ): bie Speife ift für ben 
$au^ unb ber ^ßaud) (bie Ikrbauungeorgane) für bie Speife; @ott ober 
wirb biefe unb jenen (im Xobe für immer) abt^un; «•) o^ne .yemmniffe, 
wie mit feinem 3lufer|te^uni^öleib bei üerid^lojicncn XIjüven unter bie 
Sänger tritt (3ot|. 20, 19. 26); a) glänjenb, 3)lat. 17, 2, bie oertUIrtc 
®eflatt Sefu; e) ge[(^i(tt, ®9tt oon Sngefic^t ju fcljen, 1 Hör. 13, 12: 



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258 



von %n%t\\ä)t 9(ngeftAt: 1 ^o^. 3, 2: njir Toifyen aber, rocttn er cr^ 
fd^einen wirb^ ba^ luir \l^m gleich fein »erben, bcnn idh lueibeu i^ii fe^en, 
toie 9t ift; 0 unoertoeglii^, b. i. nie altemb unb abne^menb, unb un« 
fterBIii^, 1 Itor. 15^ 53: 5Dtel SBmeil^e iitu| anjie^en baS Um>einie8^ 
ttd^c, unb bteft etctbli^e bie UnflerblU^ Stit. 90, 86: 6» foimcn bin* 
foit ni^ fttjAttt, benn fie llnb bot SnoeEn (Botteft gUt^ unb Itti^rr 
lüottcfi« bienxil ftc fttnber ftnb bct 9uferfte^ung. 

11. Xie Orbnung, in wüd)n bie 2lufcrfte^ung erfolgt, ift (1 Äor. 15, 
23—26. 51) bicfe: 1. bie Äinber ®otteö, roel^ie entf(^Iafen ftnb, tücrben 
auferrocfft, unb bie nod) (e5en, ucnoanbelt tüerbcn; 2. banac^ ba§ Snbe, wo 
aud) bie (^ottlofeu burc^ Ü^nftuö aufertoerfet werben, beven leiblid^e 9(ufs 
erftc^ung nur ein Übergang ift jum eimgen ^ob, b. i. juv iBerbammni^ unb 
*l^cin an Seele unb Üeib. ^o^. 5, 28. 29: (Sä lomnU bie i£tuiibe, in 
lüeid)« oUe, bie in ben ©lübeni finb, werben feine (G^rifti) Stimme ^ören; 
imb »oben ^«norge^en, bie ba ®iited get^an l^aben, aur Suferfte^ung befi 
Mm%, bie ober fibett get^an ^abcn, }iif 9iifetflet«>ifi ^ (Serid^ 1 itor.. 
15, Öl: aStr iDCKbcn ni^t oOe entfc^Iafeiv vm tserben aber aSe Demiaiibelt 
ncibcn. (1 4, 16. 17.) Dffb. 20, 4—6. 12. 

12. J)er (^jvunb für ben ©lauben ber Sluferfte^ung ber ©eredjten unb 
b er Ungerechten ift; 1. btc 9rilmac^t Hjottco, Dffb. 21, 5: Sicl)e, id) madje 
olieö neu; 2. bie ©ered)tigf eit ©otteö, Stpg. 17, 31: ^afe (^Jott einen 
taf| aefet^t ^ot, auf roeldfjfn er rid|tcn roiU ben Äreiä beä ©rbbobeno mit 
McvedituUint; :?. bie aöabifjüftigfcit ©otteS, 3)on. 12, 2: ^-lUcIc, meiere 
unter öcv tiiöt jdjUijcu litten, luevben Qufiuacf^en, etliche jum erpigen iJebcn, 
etliche iwc emigen B^mad) unb 3(^anbe. 

13. 3te{ unb ^rosd ber 3(uferftel^ung bed^leifc^eS ift bie S^re unb 
äSer^eirlid^ttnd (Sottet @pr. 16, 4: 3)er l^err ma<bt aSeS um fein felbfl 
willen, au^ ben €lottIofen {um bdfen Xoge. l Stot, 15, 28: SSenn aber 
aSeS i^m (S^rifto) untert^ fein wirb, aföbann wirb au(b ber (So^n felbft 
untert^on fein bem, ber t^m oSeft untergetban §at, auf ba| <9ott fei alles 
in aßen. 

14. 3üaö „tröftct" bid) nun bie iUufcrftcl)uiia i^cj .vtcucficä'c' '3>af5 id) 
in biefem Sebcn an 2c'\b unb 3eele aUesi gebuiöiti imac unb midj fel^ne 
nad) meincä ^eibc« (^rlofunq. dlöm. 8, is. 2:3: ^"Idi halte es bafür, bn^ 
biefer-'^fit Seiben bcv ^cnlidjteit nidjt loert fei, bie an uuä foll geüjfenbart 
weiben (b. i, ba| baS Ma^ ber einftigen J^errlid^teit ba3 ber je^igen 
fieiben meit itberfteigt). ttnb nrir, bie wir ^aben bei @ct|^ (Erginge, 
fe^en unft bei un6 f elbfl nac^ ber IKubf^aft unb warten auf unferS Setbei 
(folbfung. 

16. 9tl3 bie fromme Oemo^Un beö großen Äurffuftcn 3^riebric| SöilFielm 
»on Sranbenburpi, Suifc f^cnriette (beibe 3iwben ber reformieiien Äird^c), 
burd) ben ~Xob iljrcö crftgeborncn SoI)ne3, be§ (5rbprinjen (1049), in tie^ftc 
Trauer rcrfe^t rourbc, ba bid^tete fic baö Ijenltdifte Stuferfte^ung'^^lieb im 
\^teberjd^a^e ber ganzen eoangelifc^en Hird^e : „^efuS, meine ^ut't^riK^t". 



UIQliI ^ed by doogie 



f 



259 



» 

16. CteDianit*: .Unfre 8ee(en, fo6aIb r<e ftom fd^eiben, ge^n ein in 
bie ^teiibc il)rcS .ttemt. Tonn bn* bein rdiai:fifr nm .^reii^ nrfont ift. br;^ ift allen 
®(nu6i(^en flefagt. 'ilBenn aber nm i^nbc bei ilÜcU unH': 'L'ndsiiiuue lüicucv ,viiH'nrccf?t 
unb Qiebec mit bei 'ceele oereinigt toerben, aldbann n)crben loir uoUbmiucn an 
Selb imb 6(ete Nr mificn GclinfiU genießen, unb groot fai biefoi Pftrpern, 
bte vir jeHt i^oiai, neU^e oon aOer 64MNi44nt unb Ocbte^bU^Int mtlebtiift, 
iMrbm anaetogen mit Araft unb unbeflteifli^ia^ .^crtlicfileit , roie 0I)tlftu$ auf bcm 
Serge trxc'mX fmt, ba er oor feinen Jüngern oetflttrct toorb, WaX. Ii, 2: Gr mürbe 
oor ifincTi tnrtl .rct, nnb f<'tn 9(npenrf)t (ilänjtc wie bie Sonne, unb feine Kleiber 
mürben iwcip roic Das ^idji. — Sarum (Üßatv IS, 34; 3)an. 12, 8) »erben oud) bcr 
mubtflin Siiber na^ bcr Sttferjielmui »erfUtte Selber ecitamit, oon »com 
ber ittorlcil be< j^immttf^en WfinA, bomit (mit xodfym) fte ^eO unb tlar leudjtcn 
merben. Unb werben auc^ flennnnt Iierrlidjc Körper, t)on wegen ber .s^crrlidjf eil, 
bie fid) in ber Älorijeit on ben Äörpern crjcigcn luivh , loie im ^ngefic^t dliofi*. 
Unb roetben genannt geiftlidje ficiber, oon wegen beä ®eiftc8 6bri)ti, ber fic 
lebenDig nia^et unb gieret, ober <5Ieifc(| unb Sein i^nen nid^t benimmt. ^Ifo i[t }u 
nerflc^, mH 6t. Ikitiluft lebret t ftor. 15.« -i 

.Tic ^uferfte^unn ber ®ered)ten unb ber Ungere^ten (ot in ber Iniligen 3c(|tift 
n(- oninbMte bie 'illlmd(^)tig(eit unb ben ßcreAfcn, unroanbefborcn Sizilien (^otte§. 
(ItjtUc^) icinc 'iinrnnAtipfeit. ^cnn ^at er ^rbe ben Ücib erl\i)affen, ba er nod) 
nid^t war, fo tann n auci) öenfelf»«n Seit», wenn er fc^on wieber ^u isrbe worben 
Ifl, »ite OttfetHMitai. ($^il. 3, 21; :^ebr. u, n-l«.) 3)eiitiuu6 au4 benSiflen 
VMMk, bamtt er feine 0emj^tifltelt eqeiflen mia^ «eltfte etforbert, baft ber (Sott-- 
tofen Körper« bie 64<inbe unb Safter getrieben ^<ri»eit, gejlraft werben, unb bagegen 
bie (^liinbiaen bie (Jrquidung unb €eliflfcit, bie er if)nen oer^cifeen I)at in feinem 
(SnnDenbunb, oudb an i^rem 2eib empfnngen. iÜJlat. 22, 32.) 5Die ber *lppftel biefen 
feften ©runb anjicbt, 2 I^eff. 1, 6—8: Xenn e* ift neredjt bei ©ott, iu oergelten 
Xrflbfttt benen, bte cu4 Zrftbfd Megen ^ufflgen); euÄ ober, bie '^x SrObCat leibet, 
9lube mit \m, tuenn nun — . ^(fo wad ®ott fann unb au(b tbun will, baft mn| 
nef^etien, Ticiuiil nun Wott bie* tbun fnnn, baf; er bie toten Körper aufiueift oon 
rcepen iciuer ^Umudjtiflfeit, unb nuc^ ttiun uiill üon mcflen leinet unwan^ell)aren 
@ece(t!tigfeit unb Sa^rtjeit, t'o mttffeii beibe brr ©ere^^ten unb Ungerechten Morper 
auferfteben.* 



jDa#, nad^^cm ich jc^unö C^cii "^rnfang bn ewigen »n 
meinem ^tx^m empfinde, id) nad) dtefcm Ccbcn voUPommrnr 
6eit0peit bcftgcn votxbt, die (H^ ?(uge gcfeben, Pein (Dbr gcb^rer^ 
ititö in Mnee ntenf<Kieii 6^5 nie gekommen i|l, <Bon ewiglid) 
terin $ti unreifen« • 

%'\t ewige ^reube « ba9 enige Beben. SoUfoiniiteiie6fttflMt» nAmli^ 
bei( emtpcn l^cben^. 

^ntw. !2)er ^rtitel oom ^eben giebt mir ben^ioft, ba| i(b nacb biefem 

Seben ooUtommene Seügteit beulen werbe. 

a) Stoburcb wirft bu biefei» Xirofted oon ber MQfommcnen 6elialett oerfubert? 
{Dobiif^, bab i4 iebt \im ben infong ber ewiflen Smtbe in meinem ^cf|en 
enqijinbe. 



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260 



b) SBie toiib bie DoUtontmenc Seliefeit fein'^ ^ein ^uge W fic fleft()en. Um 
O^t fle^öret unb ift in feinet Sneiifc^m der,) nie getommcn. 

c) SBo^u »irb bii' biei'e ^ligteit gegeben »erben V ®ott cioiglicti barin 
prcifen. 



S)a8 twx^t £cb(ti ber ftinbcr Qlotlfft mtfaltet ft^ auf )ii>ei Stufen: 
^tev in bcf 3<i^ 9nf and Soffc^matf, bott in ber (Sai^UÜ bie 
SoSertbnng tmb pOe ber Gcligfeil. 

I. Her iXnfang 5er cmiiini Jm^r. 

1. ^08 2thin ber ©löubigen ift im tueiteten ©tnn infofem ein 
e»iged, alft eB tn bem ewigen (itnobenrotfd^lu^ ®Dtteft feinen Brfprung 
^at unb in Mfleit mft^ {^ter wiib aber bte jettlid^e Seroirfäiilnng 
beft ®nabenrat8 ini Xnfle 0efa|t, unb banad^ nimmt ball ewige Seben feinen 
»Anfang" in ber 9Bteberge6urt. 1 ^r. 1, 3: ©ebbet fei @ott unb 
ber Sater unferS ^emt 3efu d^ftt, ber unS nod) feiner großen ^avn- 
^erjigfeit roieb erat' boren hat ttt einer Icbcnbigcn Hoffnung, burc^ bie 9Cuf= 
crfte^ung ^efu tiljnjtt uort Den iotcn, einem unüerqänglic^cn, imbeflecften 
unb unoerroeitlid^en (libe^ bas bei/alten mirb im .^jiuitnel, end), bie i()r aud 
©ottcö Wladft beroa^rct mcrbct ?ur ©eligfeit. ^oi}. :i , .'IG: Süev an ben 
c)ol;n glaubt, ber Ijut duö cioigc üeben. 1 i^o^J- 'J^i^ine hieben, loir 

finb nun QJotteS ^inber, aber ei ift no^ nic^t erf(^ienen, mal mir fein 
merben. 

8« 9Bir „empftnben" ba^ nur „im fersen'' l|ter ben SInfang 
ober ^ovfd^matf .«ber emigen Ofreube." 3)iefe Smpftnbung be{le|l ^mtpts 
ffic^liil in bem gfrieben 65otte$. :;^o^. 14, 27: 1)en ^eben (äffe id) 
eud^, meinen 5*i«ben gebe ic^ eud;. diöm. 5, l: 'Jiun roir benn finb 
gerecht geroorben btird) ben Glauben, (^aben mir rieben mit(i)ott, burt^ 
unfern .v)erm ^)e\ün\ (li)n]i. 

,>^un)eilen begnabigt ber ^err bic Seinen aucft mit befou Deren 
©mpjrnbungen ber cmigen ^wubc, roie oen ^{poftel l^auluö. l Äor. 12, 2— ^^4: 
5)et[clb€ loarb entjürft bis ui ben biittcn Jpimmcl, — ob er in bem iieibc 
ober au|er bem£eiBc geroefen ift, roei^ ni^i; @ott weil ed; — ermorb 
ent|ft<It in baS ^orabtelB nnb ^drte unonifprec^Iul^e SBoite^ meU|e lein 
9Rettf(§ fogen tom, 

S. ^te enrige ^reube fann ^ier ni^it ooQfommen fein, meil mir nodf 
im Äampf mit ber ^Uerfut^ung fte^en unb fünbigen, aud^ unter oHerlci 
^JJtüI)fal unb Sefdjmerben beä leiblidint ^'ebenö 311 leiben !)obcn. 1 Äor. 
15, 10: .<3offen mir allein in bicfem hieben auf (>iott, fo finb mir bie 
elenbeften unter ben ^Icnfdien. Möm. ^, '24: Wxx finb mol^l fei ig, bo(^ 
in ber Hoffnung (auf bie tünftige ^^oUtonimen^ett beöi cmigen liebend). 

II. Bic MKkonnfic Mi^Juit 

A. Die S(rt ber DoU^mmenert Seltgfeit. 

1. 2)ie «»ooUtommene ^eiigtcit merben mir nat^ biefem 



L.iyui<.LU Oy VjOOQle 



Seben befifeen"; fte roirb unö bann erft ein imaeftortcr ^efin ffin. 
^at25, 34. 46: ^Dq Toirb baitn ber .<!5nig fa^en ociu n feiner ^Kec^ten : 
jlommt i^er, i^r (yc|egncten meineö ^tttevö, ejcrfaet baö Steic^, baä eud) 
bereitet tft üon 2(nbeginn bcr ^elt. Unb fic werben gc^cn in büö eroige 
Seben. 1 Rox. Vi, 10: 2Benn aber !ommen n>irb bad ^4[]ioUfommene, 
fo imib M @tilAt»er! auf^dm. 1 $efo. 1, 7. 8: SBenit nun geoffenbaret 
mirb 3eM S^rifhii, weli|en fiefel^en unb bix^ M |a(i, unb nun 

an i^n glaubet, nrieno^l t|r rnc^t f^ci, fp »erbet i|r eu^ fmim mit 
unaudfpre^lic^er unb l^errlid^er ^^reube. 

2. ^ie @eUg!eit nac^ biefem fieben ift je$t für und unfapar unb un^ 
befc^reibli(^; benn „lein Sluc^e t)at fte gefc!)en, fein OI)r gcVp^'et, 
unb ift in feine^s *'Tf? e n f * c n >>er: nie gekommen" in biejem^eben. 
Säber fte tntrb eine ü o l U o m m e n e j e i n : 

«) ^lad) il)ier '^efd)af f en^eit; benn fie befielt 1. in oölliger 
33efreiun9 üou aüm Übe! SeibeS unb ber Seele. Cp. 21, 4: (üott 
wirb ab lüifd^en alle Ü^räneii »ou i^ren 2lugen; unb bcr Xoh rottb 
ni^t me^r fein, noc^ £eib, noc^ &e\d}xe\, no«^ ©c^mergen n»itb me^r fein; 
benn bai erfie ift oevgangen; 2. in oftlliger (Senie^ung aOcB (HutcR. 
OP. 21, 3: €ie|e ba, eine ^fitte ®otteft bei ben fRenfd^en, unb er »iib 
bei t^nen roo^nen/ unb fte werben fein SoU fein, urib er felbfl, ®ott mit 
i^nen, wirb i\)x @ott fein. 

b) dUdf i^rer fflirfung, n)el(^e ift bie tJöUige Erneuerung 
1. ber Seete; 5^erftatib ((^rfenntntä), 1 Äor. 1'2: 7^eM erfennc id^ ed 
ftucfiüciio, bann über roccbc tcfi erfenncn, gU'id^ioie ic^ erfannt bin; — 
©mpfinbuiig, ^f. 16, 11: 33or du ifi jjreube bie %ÜÜ€, unb liebltt^eS ®efen 
,^u beiner 9le#en eroiglic^i; — ilnUe, ^f. 110, 3: 9?od^ beinern Sieg luirb 
bir bein ^tt luillig opfern in ^eiligem Sd^mud; 2. bea 2eibeg, welcher 
in feinen ®Ii^em odQig gefc^ictl mirb ium {Dtenfle ®olte8; Op. 22, 3 : 

mttb iein ^bannte« (nid^td Un^eiliged) me^ fein; unb ber 6tu^I 
®ottei unb bei Pommes mitb barinnen fein; unb feine fined^ metben i^m 
bienen unb fe^en fein SCnneftd^; unb fein !Rame mitb an il^ren ©tirnen fein* 

c) 9la4 il^ter IDauer; ^e tfl cnig. ^ef. 35, 10: ^ie @rlöfeten be6 
^erm »erben wieberfommen , unb gen lommen mit ^out^jen; emige 
{^eube wirb über ifjrem fSauptc fein. 

3. ^ie©eligfett rotrb für ade (>3Iäubtgen gleich, bie .<>errlid^lett 
aber eine tjcrfd^icbene jem, iDJat. 20, 9. 10: (^3 empfing ein jeglid^er 
\m\cn Wtofrf)cn. 1 Mor. 15, 41: (finc anbere Älarl)eit (jat bie 3onne, eine 
anbere Allar^eit ber liS^onb, eine anbere ^lar^eit l^aben bie Gterne ; benn ein 
Stern übertrifft ben anbern na^ ber AIarl|eit SClfs an«! bie 
!Cuferftel|ung ber %oUn, 

4. 9tber wirb eA in ber emigen Seligleit nid^t langweilig fein? IRit 
niil^cn; benn bie „ewige ^^reube" ermübet meber noc^ f^umpft fte ab; bat 
S(i^auen in bie C9el|eimniffe ber 3Berfe unb ber ^cge unb bed Sleic^eS 
(0otteft fönte ber felige Serfe^r mit ber un^ä^Iigen @^ar ber jtinber ®otteft 



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262 



brincit bic reid)fte .Viannigfaltigleit mit fi(^; Vit iHu^c bes JÖoUca (*iottcft 

njirD ciudj feine Untl)ätifl!eit [ein; bcnn: 

B. ^er ^wed ber Seligfeit ift: „@ott eioiglid) b arin preif en." 
©er 3roed ift bie eioi^e 3(nbetun(^ Oiotte§, bie ^öd)ftc unb ebclflc 2t)tttig{at 
für einen md) (^iottes ^ilb emeuetteix jiienidjeti. Dffb. 7. 9, 10. 15: Da» 
na^i fa^ iö), unb fie^e^ eine gro^e BÖ^dv, welche niemanb jä^Ien fomtte^ 
ait8 aScn |^ben, unb SdUeni^ ilib Spraken, oor bem 6tu^l (X^roit) 
(Spottes lle^b, unb oor bcm Samm ((S|ri|biS), aiiget|att mit soei^ JUetbcm, 
unb $alnun in i^ren ^änben, f^ritai mit großer stimme unb fprailni: 
^eil fei bcm, ber auf bem @tu^l fi^t, unferm @ott unb bem £amm . . . 
<^ntm ftnb fie wt bem 6tu^I unb bicnen t^m %bi% unb 9lad^ tu 

feinem ^eiligen ^^cmpel. 

Iii. Dir trb)iii4)r il>ciuttil)cit. 

1. Der 9(rtifel vom eroit^cn Illeben iann mid^ aber nur bnnn „tröflen**, 
lucnn ic^ ttCd eioigen ^ebiits ^eiiuß bin. jlennjeic^en bafür ftnb: a) ber 
Ifbenbige (glaube, 1 ^off. 5, 10. 11: Serba glaubet an ben @o^n 

ber ^ot \old)H bei i^m (ftc^). Unb bafi ift bad 3^P^^/ 

ba| und ®ott bod emige Seboi gegeben ^ot unb ^fol(|eft Seben in f etacm 
Bofynt; b) ein ^eiliger fBonbel, 1 3, 3: <Etn iegUil^, bev fa^e 
«Hoffnung ^ot gu i§m (Öott), ber reiniget fi^, gleid^rcie er föott) audf rein 
ijl; r) eüte F)eralid^e ©cl|nfu(f)t, ^f. 42, 2: ^eine ©cele bttrftet md^ 
@ott, iiad) bem le&enbigen @ott. Sann »erbe baljiitt iommen, baji ii| 
@Ottefi ^i(ngeftd)t fd)aue? 

2. Urfinuö. .Ta5 noipic geben ift bic cinifie (ümoobnung ®otte8 in ben 
'Jdi'iCTnjäbUen bitrd) ben \->ciIiocn (^^eift unb bie ■ huxö) benfclben ©eift in ihrem 
^l^erftanb entjimöetc n)al)ce (srteimmiö ($otte«, feined Siüenö unö aller jcinci 2Der!c; 
UHibrc unb bdUige fBelB^t unb Ocsc^tiefett; odUigc Qberel n j iimm uiHi beH ^nitni, 
WIM unb oUcr JhAfte unb SBctie -mit bem ^(qm unb Öillm Ootli«; ^fo' 
^rcube in (^ott nad) Seele unb Seib, ben Suderwäblten auA dnobm Doa @ott ge< 
ld)enft ; burA (5{)rift\im unb um C^litifti miden ; in biefcm Öcben anfangenb, in jenem 
aber oollloinmcn: um ©Ott in ojlo (*roiflfeit ^u loben unb ju prcifen." — 

biefcm tonnen luir nidjt nur, fcnbern ntüffen fiiicb bc8 ewißen Gebens 
getoi^ fein« ober mt: ijaben ba^telbe nic^i. Xeun c> wirb allein ben ©laubigen« 
aber ibncn au<b aOen gegeben. Unb ein ctoinefl 9Atn glauben, bei^t betfi^Krt fetn, 
ha% nttbt aOetn anbcf e beftfetben tett^aftig metben« fenbcnt au^ i^/ 

3. Oleoiann«. »3Mb glaube nxi^t aMn, bab ein emigeg Sebcn fd, fanbcm 

aud), ba^ ei mir oerbeiM unb gefcbentt fei, unb raie cg ie|t in mir angefangen ift 
burd) ben ®Iouben an (Sbtiftum, biif. C'3 aiii) ooflfornmen in mir otTcnbart merben 
foQ- T)n'S Iff bie T^erlidfiunii, bic or un^ porhcifecn bar, bn4 ewi^c l'ebcn. fl ^ob. 
2« 2b,) Uno üat> Duä ciotgc teucu uuia eigen luib icboa in und angctuitgen (et, 

biiidb ben Glauben on ben €obn %9lM, in »eltbtm bag fieben ne« Inlang i{l* 
nnb naQlommm in ung foQ offenbaret mciben« beicugd bog SBort Gatlig i 

5« 9 - 13 unb 1 3ob- 3/ 2. ^ Summa: Ub fliaube, bafe eben bag Seben, bad jur 
@tunbe in (Sbtifto i% amb in mir fott oQflibacet werben. JtoU 9» 8. 4; Suet 



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{5ragc 58. 



263 



Uebcn i)t ocrftorßen mit 3ciu (S^rifto in ®otl. fflcnn aber (S^riftud, euer 2eben, 
nii offenbaten »itb, fo ncriiet au4) il^c offenbaret uwrben mit i^m in bec ^crcltd^« 

reit. " - 

•3n ben testen iioei S(rti{eln (oon bec ^ufcr[tc^utig bes 3leif4)e2 unb bem 
emiflcn Srben) iviib vM bie sofRonitteRe Qkiiielung (Sbrifti unb feiner ffiobltbaten 
ttocBe^ottm. GrflCi4 bonim» auf baft biedfAuUfien niflen, baft boatommcne 

Seligteit ni(^t auf drben fei. meldbe (SrfenntniS unS üu jtDci ^inflen nÜb« ift. 
(StftenS, bafi luir burd) bicK ®clf foflcii roanbeln, nl3 burd^ ein frcmbe« S?anb, unb 
für unb für aebmfen, bafe lüir fort müficn, bamif mir mit unfern l^ebanfen on 
biefen icbtic^cn, oergünglic^en fingen nicbt ttcbeii bleiben, wie oi. 4^auLuö ki)iet 
3 itmr. 5, Q ttttb ÜUtan. 8, 19—84. tD« anbete 5hi|en bicfo <frfenntai8 tfL 
baft fie Qdnilb liinflet mb nii^t I&ffct Miiaflcn. ton »ena bie QHftufiven cm« 
pfinben, bo^ ber Snfano ber 6eli(tfcit, bcn fte in bem Xroft bed .^eiligen Qeifted 
bnbcn, noä) nid)t bie öotUommenc Öcnie^ung ber SelißWt ift, oon wegen be§ üiel-- 
faltigen 5trcitd mit allerlei ^ünfechtunaeu , bic (^ott alö Sertjeußc gebroud&t, bic 
ounbc in i^ncn töten unb fic juc ewigen ^crrlidjleit ju bereiten (1 ^4Jctr. l, 3—6), 
faOen [xt mUtlenncile iiM|t ItciiiiiilUia DMtbcn no^ Dtciagen, foiibem bie fbtgen 
itveft 0c«tttc8 iu ber fdigen tfufecDelMino unb }u bem ettiflcn Wbm »enbcn, unb 
in ®cbulb erwarten be« 1a[]ei, ba unfre Seliorcit oontontmen xoixh offenboret 
rocrben. Cuf. 21, IT— lo; <sdiv. 13, U. Diefer anberc SRu^en foB infonbet^eit 
bio i^rcbiger flöttlicber 5i'aiirlu;t mit (^ebnlb »offnen raibcr bie Unbanfbarfeit ber 
Seit, ber fie aud) tviber tijren 'iüillen &ütti t^un, oud) miber ^rmut, Verbannung 
unb anbete Gefahr, bie niddt ausbleiben necben, auf boi nwnn bie f^cxe 8a{i ber 
Zrflbfol lie brfliiet vnb befcbnnet, fie etngibenf feien, ba^ üe anf Ue anbete 6eite 
ber SDage legen foUen bad groM ®en)i(ibt ber ewigen .^errlidbleit, bie i^nen zubereitet 
ift, wel^c fo übcrfdimenglidb fein ruitb, baft c§ bic anbcrn 5Bcfd)iüerniffe, roic ^6)\mx 
fie niirf) bem f^Ieifc^c feien, leidet mad|>cu wirb. '3}nrum rot'rben mr nicfit mübc, fpricbl 
ber Üvo\id {,2 Rot. 4, 16. U), fonbern obfc^on unjcr aiiiieilidjer iJienfcö oerioeiel, 
fo wA bo4 ber intier04e mm ta^ ju ^ag etneuert; bemt unfre ZtaMal, bie 
augatbUdUtb leidet ift f^ftff^t uni eine cnige unb Uber aOe SRa^ »i^ttge ^errlitl* 
feit. 6n foQ ibnen ou^l biQig unb allejett oor Sugen fteben bie $erbei^ung, ml^c 
öomebmlicb bie fiebrer (j^trten) ju ftärf 'n aefleben ift, ob Tu' ^r>oh\ fonft aitd) aile 
©laubigen anncbet, 5)an. !S, 3: Tie l'el)Vi r merbcn teuften wie beö .iiimmei«» Wlnnj, 
unb bie, fo oteU jur ^eredjtigfeit wciicn, wie bie.oterne Limmer unb ewigUcib- 
8 %m. 8, 10 unb Ojfb. 8, lo.) ete follen m au^t ni^t ber Qett Ounfl uiib 
@ut laffen netblenben, bie 9)o|ri^it |U becf^weigen» unb »ei^ }tt »erben» auf baft 
fte nicbt bad fddredlid^c 3DoTt (Sbriftt an jenem Za^ mOffen b^ten, babci ed ewigli(^ 
bleiben wirb: $ama|»t, fama|)r« fage t^^/fte ()aben idtan i^ren 2o\in ba^in. (^at. 

6, 2. 6. 16.) 

.^um anbecu t)t e» aber bamu mdjt genug, bo^ bie ©Idubiocn willen, bafi 
t^te voatommcne 6eligtdt nic^t auf Qrben ift. 99ie, nwnn üe baftl3ieU nftmTi<^ 
ba« ewige l'eben nicbt erreichten? Ser ba glaubt, bol^ba« ewige Seben i^m bereitet 

fd, ber glaubt aucb (benn ®ott bot'd ibm oerbei§en>, ba| ibn ®ott in nwbtem 
©tauben werbe bcftAnbig erbalten, bis bo^ er ihn mirb nobradit baben ^um ewigen 
üebcn; fonft fönnte er nid)t mit SBabrbeit lagen, bnti er glaube bae ewige l'ebcn, 
n4mli(b, bafe et ibm jugcböre. ^eußnifl« ber Schrift baben wir an oielen ötelien: 
1 fkir. 1, 8. 4. 88; 1 3jiib. 8, 8; 1 ftor. lo, 18; Wl 2, I8: 9ldnL 8, 85-89; 
M. 10, 88-80 ;WI. 4,7.* 



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264 



$C(|0C 59« 



** 59. XDm tiilft tB biv aber nun, wenn 5u bh^ «lies gl«ube#f 

?Dajl id) in Clnriflo vor d^rt gercdyr, uit^ ein ttht btB ewigen 
Hebend bin. 

9ntR). 3n>eierlei 9{u|Kn f)abc baoon, wenn bie« aQed glaube. 

A] ^jr'a'i ift unliT biofnu düen, bo« bu fllniifiü, ßcrftnnben? ^IlleS, roa« in bell 
Ülrlifeln ^ce Wlaubcno, aii bon furjen ^^n^alt bcö ei iin^ulmm?5, entbalten ift. 
b) 'i^cld)e^ itt ber erfte 'J{u|en? Ha^ td) in (li)u]to üox @ott geredet biiu 
9) SeUM ift bcr jueite 9lu|en? i(^ dn (Srbe beft «Migfn liebene bin. 



fRo^^bcm bie SCrIttel beft i|vt|lfid)cn (SlauBcnS etfiftrt finb, «tcb mit 
^roge 59 an gfcoge 22 wtcbet angelnAyift. gfrage 21 seigte bie Sri bc8 

wahren (glaubend, e^rage 22 ben !^n^att ober @egenfianb bedfelben, 
welcher in ^a(;e 25—58 nä^er bürgelegt wirb; unb nun l^anbeln ^aQth9 
tt. 60 von bem Stuften, ber %tVL^ ober ißtrtung bei »a^tcit (Dhttibnii. 

1. IHr ttrd)tffrttt(n«| Mt Mt. 

1. „^01- Ott m4it 1)01 ftibü; benn niemanb funn [ein eigener 
SRtd^ter fein; au(^ nid^t »or SRcnfc^en, meiere feilte SRad^ |alen, auf 
@clt0feU ober Seibammmi |tt erbnnen. (Sott ad ein tll ber teilte %d)Ut, 
ba er aOetn geteilt l^ig unb aSwiffenb i|L 4, 12: dft ifl ein einiger 
(Sefe^geber, ber fann [elig mai^en unb oeibammen. 

2. J^n G^riflo." 9Bir wären nur bann in unb aus und felbfl ge^ 
red^t, wenn mir bad gonje @efe| ®oüei in unferm ganzen Seben DoOtommen 
erfüllt gälten. 1 3o^. 3, 7: ©er red^t tt)!tt, b. i. atte g-orberungen beS 
(Hefe^eö erfüllt, ber ift gerecht.) %ai ift mc^t ber J^all, 3inb roir nun 
ober burcf) ben (glauben in C^rifto eingeletbet, unp [jaben fptnc ^ii.^^[)Uf)aten, 
befonberö bic (yrlbfuna burc^ fein 55Iut, im (^latibrn ancicuomnu'n , fo ift 
feine (^eicc^tigfeti and) unjre (?ierec^lig{eii. ^li^il. 6, 'j; 2)ü^ id^ md)i t/abe 
meine (^ere<|tigfeit^ bie aud bem @efe|, fonbem bte bitr(^ ben Glauben 
an (El^riftum* lommt^ nAmli^ bie ®erec^tig!eit, bie von <Bott bem 
Glauben gugere<^net »irb. 

Sor Oott ^gerei^t fein" ober gereiltfenigt merben, ^ei^t niil^t^ ba| 
meine fflnblic^e 3(rt unb Sefen gang oon mir genommen unb \^ in allem 
meinem 2)en!en, 9{eben unb %lfur[ nun vöQig rein unb fünbloä n»&te, 
fonbern baf, id), bcr itS) ein (Bünbrr b\n , von (Hott aU bfm ^TliAtcr pon 
allen 3ünbcn unb üjrcn Strafen noUtfl fici unb UKit-icfpvodini roerbc. 'Horn. 
4, B; 3elif| ift ber '!)Jlann, roeld^em CjJott feine 3ünDe gurcd^net; 
H, M: il^er null bic 2(uöcrroä6Iten Öottc(5 befcfiulbigcn? @ott ift (|iet, 
ber gerecht iuaci;l ( re^tfertigi, jui ivcicd;! cctlart^. 

IL 9it CrbMftfl bM nii§CM f ebrM. 

1. 9Benn ein jum 3:obe oemrteitter 9krbrei|er (egnabigt miib, fo 
wirb i^m bamit bas 9{ec^t sum Sieben miebergegeben. @o folgt auä bem 
erftcn Sinken bei ^laubeni, ber Siec^tferttgunQ, ber jmeite, ba| i^, ab be« 



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9ni0e 59. 



265 



gnabigtev 3ünber, in baä burc^ bic Sünbe ocrlorcne ^Rcd)! jum geben loiebcr 
eingefe^t, aI[o ein „(?rbc bcs eniiti?" yebcna bin." Sflöm. 1, 17: ^le 
Cöere^tigfeit, uieldje üov ("»jott gilt, foimnt auö (53 lo üben in (Stauben/ 
Wie gefd^deiun [te^t: Der Öeiec^te roirb feine§ ©loubcnä leben. 

2. „^n (i^rifto" — baS ge^ijrt, tme ju bem crften 3tüd^ auc^ ju 
bem jToeiten. ^urd^ bie @inoerIeibung in (S^rifto infolge bed Raubend 
QWrbe wie feiner ®ered^tigfeit, fo aud^ feine» Sel^enft teilhaftig, l^o^. 
6, 40: Ser an ben @o^ii ®ottef glaubt, ber l^at baB ewige Seben. 
Siihtt. 8, 17: Sinb wir bemt ftmber, fo ftnb wir <m^ drbeit, ndmlii^ 
®otleft Srben unb !IRiterben (S^rifti. %iL S, 7: Huf ba| mir bitrd| bcftfelben 
(Bnabe gereift unb drben feien bei ewigen Sebeng. 

il. DlcDianu^. .6^ ift nur ein IBeg jum ewigen Vd>en, ndmUd) bet ge: 
freujiflte CljriftuS, burc^ einen roa^ren ©tauben nnj^nornrnnt ' l STov "i, 2). Tk 
»eil bonn öer CMoubc, bcr eine Wabe besi J&ci(iiV'n Wciftcö ift, (5()ri|'tum beft^et ab 
eigen mit allen ieinen ©tttern, ab ber und von i^oit lu. eigen gefc^enft t|t iiurd) 
ben OUmbcn. ^baaaA ttn| ciiii »en leiben folgen, n&ntidi bab entwebec ^tifhii 
nt^t aifcg ba« babe» bog ung }ttr €c(igle)t vmwüten tfH, ober fo er oIIcA l^it, fo 
mub aud) ber alle« hai in <S|rifio bolcn, bet Gbrif^w ben Oeircvftiglen bur4 einen 
• WOb^en (^(nuln-n b?H^t. 

„Iflxin ijt aber bi^^hn burdh alle ^Irüfel be?> ©laubcn'S beiüuivii, ha^ alle*, maö 
um jur eioigeit 6cUgleu uonaoteii ift, in O^fu (S^rifto fei, unb ouß becfelbige nic^t 
ein bolber, fonbecn ein ooOfOutwcner ^efui ober Cetigmo^er fei, ber noatOwnien 
aOci boObm^t b^^t, bos )u tutfrer 6cUgfeit oonnSten war. iket^atben» ber ^btiHo 
bur^ einen roal)ren Glauben eingeCetbel ift ber bttt unb befi|et aOeiS in woft 
ibm jur Seligfeit »onnöten ift.' — 

.Der erlaube emiifcinßt t>ornebmli(b nnoi Ä^obltbnten oon l^brifto. (?ftftli(b/ 
ba^ ber 'Jleiifcb burc^ i)en (Glauben üor ®olt geteert ift, o^ne ^Xkröienft ber Serfe. 
Bweiteni autb« boft er ong (Snoben o|ne SSeibicnfi neu geboren ober erneuert unb 
alft oon neuem erf^offcn wiib in Gbrilto |u guten SBcrten, ni^t ju oeibtenen» 
fonbem fid) banfbnr su erzeigen. 6pb 2, — 

„Dtefe Siebe: gerec^i tf er t iqt werben burd) ben (Blauben, b«>fe* in f'fr 
6(bnft nid)t, fo fromm gemactit mtt>m in un<» ielbft, baft wir feine Sünbe 
baben; benn fo wir fogen, mir baben feine 6ünbe, fo betrügen mir und felbft unb 
bie IBoHnt ift nitbt in un« (l 3ob- ^. 8. lO) ; fonbem e« belli* oor bem Ocriibt 
0otM frei unb lebig geforo^en merben uon unfern 6ünben, bie mir begongen 
baben unb h\c itn*^ nn'fi'be'n, um einer fremhi'n C^oi rrfitinfeit mülen, bir niAt in 
UU'S il't, fonbem m ISI^rifto, unb lüirb uiifcr eigen unb un"> ^uflerecbnet umfonft, 
ab ein freieo (defcbent, bur^ ben (.Glauben. 6ol(be ilrt ju rcbcn ift gar ge- 
brattdblt<b in ber 6(brift, a(g 9ibnt. sS: 9der wiO bef (bulbigen (anflogen) bie 
tbiSerwabUen 0ottcS? ®ott Ht'l, ber geceibt ma^t ^ wirb baft SBort JBtt 
recbtmocben* entgegenliefest bein 9erNagen, inbem ®ott feine (Gläubigen gerecbt 
fiuidil ober fie unfd'uli ia er!ennt oon aller hinflöge bcS teufel^, um (^hrini millen, 
rote rolßt (i< roill Derbammen? Gbnftud ift'e, ber geftorbcn ift n. f. ro. 

5)ied ift gor leicbt 5u ocrfteben au« 6pr. Solom. II, 15, ha er olfo \pn6)t: let 
ben <9ottlofen geregt mocbt (ober fromm mo^t) unb ben flkre^ten unfromm mdit, 
bie Unb beibe bem ^erm ein Orcucl. Oewüli^/ ber SRi<^ w&ie fein 9mA oor 
<ftott, ber oug einem ootllofcn einen geregten, frommen 9Renf4en mo(|en (bunte. 



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266 



fonbern tbatc cm «utco ©erf baran: fonbern Der :Hi(^ter, ber bon <Vio(tl'"'i"n cft-fdjt 
ober fromm mod)t, ba^ i)t, bcc bcn (^oUbieii für geregt/ fromm uno unic^uloig 
fpri^t unb crlcnnt, bei ift cbenfoioottt ein Kreuel Dor @ott. fpric^t Salomo, al# 
wenn ee etiuit fcomnua SRomi fftr iinfromm ertauil «nb twtiirteUt. 3)ataiifi ifl 
cinjufctien, bo&, roetin C9ott fagt bur(ö St ^IJoulus (Äöm. 4,5): "tem, bcr nlitt 
mit ':'l>crrcn iimflcbct, fllaubct aber an bcn, bcr ben Wottlofcn \}tvc6)t mai^t , bem 
lüirb icin (iUaubo flcii^nct jur (^crcdjtigtcit, — baft (Soll benfelbigcn (5ottloicn flc» 
redit fpri^t um einer fcemben ®crc(jbtiefcit mtUen, nämlid) bie in G^rifto ijt unb 
nid^t in i^m. ^emt Mc SdixiU nennet benfeibigen etnat (Kotttofcn, ber bux6) G^ti» 
fhun mu^ qßttäfiMtlt »ecken, ^nim iv^dfi «anät f)a»ib m4»t bie feCis, bie IMne 
6ünbc ^aben ; bem cS unfer tetm^r o()nc Sfinbe (1 30^. 1, Hi; fonbern bie, ob 
fie fdbon Sünftcii t^obfti, unb biö Qns> (>^'ab tnit ihnen ju ftreiten ^aben, bennod) 
fflott i()rc Ungercd^tigteU uer.^ichm unb iljrc cünbcn bcbccft hot, nämlid) mit hcm 
(^e^oriam (S^rifti, n>ie '4iauluä bieten «pruc^ ^amb^ v^). a^, i. ^} gecabc aut ben 
tioiiofn nnii^t 9li«i. 4, 7. 8."* 



* 60. YDie Hfl bu geredet <0«ttf 

Mdn btttd) VM^ren ^lAUbcit iti 3ffum Cbrifcum: alfo, 6a0, 
ob mtd} fd)on mein <6m\ffm anflagt, 6a0 td» t»f5cr aUr <f$eborc 
(ßottre f(jbwerli(b gefüiiMgct, unb bcrfelben Feinre nir (tcbaltctt l)abt, 
au* tiod) tmmcrbar 5U aUcm "ö^fen geneigt bin, ^0(^) (Port, ebne 
all mein T^rrbictift, auB lauter <ßna^ctl, mir bic tii^UFornrnriir (Tir-- 
nugtbuung, (Dercdjtigtcit unö yciligtcir Cbnf^i fcl)cutct unö ^u^ 
Ttdmtt, alB Hm idi nie Peine ^ünbe begangen nod» getrabt, nn^ 
felbft allen ^en ^e^rfAm vcUbracbt, btn Cl^dfliie für midi bat 
gclcifVet, wenn i<b Allein fcl(i)e IPobltbAten mit ^(^bigem fersen 
annebme. 

6(i)iucrliij^ » fcbner. AeincA nie "~ nie ein eiiqifle«^ %te leine — nie 
«ine einjigc. 

HntiD. "Jioi &ott bin io^ gerecht aQein burcb wahren (Glauben an ;Vlum 
(5^nftunt. 

a) Sic tonnfl bu wt «ott geeist fein, bo bu boib «in eonbci bi(l? ttlfo, 
baft, ob mii^ f(^on - .mredjnet. 

h) Wit gered)t loirft bu b<nn DOC (iott onflefcbm? Iftl6 bötte tib nie eine 
6ünbe — für niidi bnt gelciftct. 

ci Untei miä)a ^ebingung mito bu bie (^eied)UgtcU Ü^nfti Qef(ben(el? IBenn 
id^ oHeitt ^ annehme* 

(06 ifk }u beiubtntf bie Stnue ni^t lonlet: »Ic »irfi bn geregt bot 
Oott? - fonbern: mte btft bn 0ereibt not Oott?) 

I. U)ir i^ie Hcditfeiltiiiing sefdile^t 

2)66 ^erec^tfprec^en ifl eine richterliche ^anblung ($)otteö gegen» 
abtt bem gläubigen unb bulfertic^en @ünber. „Allein bun^ wahren 
Glauben '^IMi fönnen e6 anf(hauU(h ma^tn bun^ boi ^tlb cinei SBer« 
faxend oor i^&tid^. 



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267 



1 ^Dtr iRi(^tet ift C^ott ber 3Sater. ^f. 50, 6: 2)ie Gimmel werben 
feine öerec^tigfeit occfünbtgen , bcnn C^oti 'i\t ^icfiter. ^ef. 1, 18: So 
(ommt benn unb la|t und mit einanba le^iuu ((^end^t galten), [pn(^t 
ber J^err. 

2. ^er ^erflagte ift ber @ünber. „$Du bift ber^JRann!" 2 6anu 
12, 7.) 

3. ^cr SntiaQcr tfH bod (tome i.Sewtffcn'' (9UHii* 8, 15: bte 
(Sebonleit, bte fiii^ unteiciiwiiber vtttU%tn), mm boifelN bim^ ba« 
C3cfe| attfgnvctft ifl. 3«^. 6, 45: dft tfl einer, ber eud^ ocrflaet, 

4. I)ic 'Jlnflage gel)t ba^in: „ba^ td) roiber alle Q5cbote f^Jotteö 
ftf)iüerlic^ gefünbirtt unb bcrfcfbrn feineö nie* gehalten ^abe, aud) noä) 
immecbar allem %bfen geneigt bin." diöm. 3, 23: (Sd ift ^ier fetn 
Unterfd^ieb; benn fie finb allj^umol Günbcr unb mangeln bed Slu^meö 
,n. gen. Uberf.) uor f^iott. '^sal. '2, 10: ^enu fo jemonb baS gan)\e ®efe^ 
^ält unb fünbigt an einem «(^eboj), ber ift eö ganj fc^ulbig «ber l^at 
ba9 ®efe^, melc^eS ein ®anje8 ift, gebrochen). 

»9^0^ immerbar ju allem Sdfen geneigt" — nai| bem aften 
9Reit[c^ b. i nm^ ber oeiberbten fflnbüd^eit %tt unb 9latinr, inel<^e aDen 
Wenfi^ oon Sbam ^ on^clng^ aud^ ben aiieberQebomen. Sl&m. 7, 14. 
21—23: 98tr oiffen, ba| bad @efe^ geiftli(| tfl; aber bin fletf^li^ 
unter bic 3ünbe oerfauft. @o finbc id) in mir nun ein @efe^, ber ic^ mttt 
bad 6ute t\}nn, ba^ mir boä Jööfe anfanget, '^cnn \d) habe ^n\i an 
(Rottes (^efer. , nacfi 'bem inmenbigen ^Jlenfrficn. ^di fi-fic aber ein anbcr 
©cfe^ in meinen (>)lteoein, baö ba roiberitcebet bem Öefc^ in meinem 
Wemtitc, unb nimmt micfj gefangen in ber 3ünbc ®cfcft, rocld^eä ift m 
meinen (*'Hiebecn. (öefe^ ift tjicr fouicl alö eintrieb, Stmegung; baä eine 
gefc^iel^t ^um @uten, nad) bem inmenbtgen, b. i. bem neuen, miebergebomen 
Wenf^ ober bem emeuericn ®emüt; bai anbere gef(!^ie^t jum 9bfen, 
n<H^ ber ©ftnbe, b. i mu^ ber fOnbttd^en Utk bes atten WUn^ai, ber ft<| 
aac^ in ben SBiebergcbomen in biefem Scbcn no^ fictt ju regen pflegt.) 

5. ^Stu^tn, mläft gegen bte@ünbcn auftreten, ftnb bie 9cr(e|ten 
(Hebote Dottel unb bte eigenen 0eban!en, Sorte unb Serie. 

6. Jöei ber ißernel^mung fönn ber »erflogte ©ünber ft(^ roeber xtä^U 
fertigen noc^ entft^ulbtgen. .^iob 9, 23 : ^6) roei| fe^r mo1)I , ba^ ed alfo 

ift, ba^ ein 'iOicnfrf) nic^t rerfjt fertig befielen mag gegen ®otl: l^at er 
i^'uft mit »hm ^11 h^^bcm (irtf? Wcrid)t ,^u gcl}en>, fo fann cv ifim auf taufenb 
nid)t einö antrooiicn luonut er fid) rechtfertigen ober entfd)ulbigen fonnte). 
($r fann nur fpred^en mit bem ^öUner: QJott, fei mir 6ünber gnäbig 
IH, 13). 

7. 9ia(^ bem gerechten Urteil ®otte§ müfetc ber ©ünber jum (cmigen) 
^be vetbommt merben; benn welche Seele fünbigt, bie foQ fterbea, ^ef. 

*) 3n ber boppeiten Qmiinung liegt «ne ScrftMung. 



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268 



18,20. Da titu bei SSürt^e auf, ^^rtftuö bcr 2o\)n öiotU'o, mit fetner 
wDoUlommenen Öenugt^uuiiö, ÖJercd)tiglt;it unb .v^eilif^f cit." 
«SÜn J^ÜXQe" ift cm ^aan, bcr für bie cdjulb cmes auDirn ßut fpnd^t 
unb lüftet, fo ha^, wenn b« anben fte nit^t bcjaljleii fami, er fie bejo^It.) 

J^k ©enttQtl^ttuno (S^njU" tjl fein ganje» (Srlofungömect, mit 
»eU^m er fflr uns, ab unfer Stttge, bie 6i^ulb bejo^It, ben Xiiforbe« 
rungen C^otte«» beö Saterd genug get^an |ot, tnbm er boSd^efeft M\% 
gegolten unb bie Strafe für unfre Übertretungen getragen unb bomit ooH- 
fommen he^al)\t \)at. JKöm. 5, 19: @lei(^roie burc^ eineö 3)ienfc^en Un» 
ge^orfam otele ©ünber (^crporben finb, alfo aud) buvcf) eine« ^'n'^orfam 
roerbcn oiele ©ered^te. 2 Kor. 5, 14: So einer für alle gcitorlert, fo 
finb fie alle aeftorbeti. — 2)arm ^at er auc^ feine „W f t ed)ti 3! t' 1 1 unb 
Ä*>eil iij l e u ' eiiDiejen, mbem er, in unfer fünbUcbeö /vlcifd^ emyeganijen, üon 
ber Sünbe unbefledt blieb unb aUe föerec^tigteit erfüllt ^at. ^ol). 8, 46: 
aSe^er — einer eflnbe jei^en? 1 $etr. 2, 23—34: Seb^er feine 6ftnbe 
gcl^on ^ot — unb unfre Sünben felbft geopfert ^at. ^^iL 2, 8: ®e|orfam 
bis sum Xobe, \a gum Sobe am Jereug. ^o|. 17, 19: ^ ^etl!«« mi^ 
felbfi für fie, auf ba^ audb fte ge^etliget feien in ber SBa^r^ 

^)ie @enugt^uung G^rifti i't eine „»oUf ommene", weil fie auö^ 
retdjt für alle Sünben ber ^iüelt unb ju teil roirb allen ^udenoä(|lten 
unb (^Häubigen. .'>3cbr. 10, 14: ''Wxt einfm r^pfcv l^at er auf einig DOU» 
cnbet (üomommen gemad^t), bie geljeiligt nicrocii. 

8. Ter U rteUöfp rud). Unfre Sünb^uftuifeit unb bie ©röfec unfier 
S(^uId jdUicpt aUtb il^erbienft von unfrcr Seite an<i , eben bamit aud) alle 
Urfadje, luarum (iiott fic^ unfer mmeljnien unb im (^etidjt frei fpreüjen 
mü|te. ^ieä lann bal^er nur gefc^e^en „o^ne ad mein ^erbicnft unb 
au» lautet Gnaben", unb in Unfe^ung unferd Sürßen, ber f\d) felbft für 
uns barpeSt, auf fein Serbtenfl ^inmeifi unb an bie Sarm^ergigteit beft 
SSaterft o^ipcDieri 9tdm. 3, 34: @ie »etbcn o^ne Serbienfl gered^ ouS 
feiner @nabe , bun^ bie (Srldfung, fo bur<| ^\wn (S^tifiutn gefd^e^en ift. 
So mirb mir bann von (^ott bie (^enugt^uung G^rifti „gef^entt unb 
i|i!(^crcd)net'' (mein Scfeulbbricf burd/geftricljcn unb feine iSe^al)Iun(^ auf 
meine :"){cd)nuna n,('fei?t, mir gut (^cfc^ricben), unb ^ronr fo „uollf ommen"/ 
bo^ Wott mtd) nun anfielet, ,.ah l)ättc ic^ nie feine burc^auö feine) 
Sünbe beciani^cn nöc^ geljabt, unb felbft allen ben f^cljorfam üolI= 
hvaö)t, ben (Slji iftuä für mid) I)at gelciftet." 2 Mor. 5, 19.21: (^iott luar 
in G^rifU) unb oerfö^nte bie ^elt mit i^m (ft(^) fclber, unb rechnete i^nen 
i^re @&nben nic^t gu; benn er ^at ben, ber oon feiner @ftnbe wu^te, für 
uns }ur@flnbe gemad^t, aufba| mir in i^m mfirben bie ®erei|ti0« 
feit, bie oor ®ott gilt. 9l9m. 5, 20: SBo bie Sftnbe mSiltig gemorben 
ift, ba ift bo(| bie ®nabe oiel mächtiger gemorben. 3^f. 1, 18: Senn 
eure 3ünbc gleich blutrot ift, foQ fie bod> fc^nccroei^ werben; unb wenn 
fie glet(^ ift roie 9lofmfarbc (^od)rot), foH fie boc^ rnie 3BoIIe tuci^ merben. 

9. S>er Scrfttnbiger unb ^oüiu^ix beft Urteildfprud^S tfi @ott ber 



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269 



^eilige ©eift, roeldjer bie jHet^tfertigung buic^ baö iWort in bem J^erjen öe« 
begnübigten Sünberö geroi^ mad^t unb oerfießclt, inbem er bezeugt, bo^ @ott 
au% einem ^Kidjter unfci 'i^ater gciuorben ift unb roir auö oetbommten Bm- 
bern (iJotteä Hiubec gciüüiben finb. !Röm. 8, 15. lü ; 3)cnn il)r ftabt nid)t 
einoi fliec^tifc^en @etß empfangen, ba| i^r euc^ abermate fürchten müßtet 
(vor ber etrafe); fonbem i^r l^abt einen ttrtbU(^ (Sktfl empfangen, burc^i 
melden nm nifrn: mha, IkUt SSoter. ICeffelbe ®eifi gtebt Beugnift 
unfern (Seift, ba| »ic ®oHe8 Itinbet |tnb. 

Ii. meat dtf ttc^tfcrttgatig ^ teil mir). 

1. @ott ff^entt uns bie ®enn0t|uun0 (S^fifti nnb lehnet fie uni jn 

aus ©naben; voiv nehmen fie an unb eignen fte und )u burc^ ben 
(iilaubcn. 2)ie Slec^tfertigung ift nic^t eine allgemeine für aüt ©ünber, 
fonbevn ntir für bie nliiHbuv'n unb buf^ertigen. Die -Uecfitfertigunc^ roirb 
„allein" (b. i. nur bann) an mir üoll^or^cn, „toenn id) foldje iüoI)ls 
traten mit gläubigem Jaerjcn annc^nu'." iJtöm. 10, 10: 8o man 
00 n .fier.^en glaubt, fo ipub man geredet b. i. iierecbtfertigt). ^öm. 
3, 2ö; %ü\ £>a|j er ((^ott) allein geicd)t fei, unö gtredjt madje (rechtfertige, 
für gere(^ erflöre) ben, ber ba ift beS Glaubens an ^efu. ^. 28: Bo 
polten fmx et nun, ba^ ber SRenfc^ gerecht mevbe o^ne beS ^efe^efi 9Berte, 
allein bur^ ben ®(auben. 

2. 2>er ®Iattbe eignet [vi) in folgenber 9Beife bie i^m gefc^enfte 
3led^tfevttgun0 an: 

A) er edennft bie 9lotwenbigf eit unb äSoUfbmmen^eit ber (Senugt^uung 
iSfyd!^ an. ^pg. 4, 12: (SS ift in (einem S(nba-n ^eil — ^ebr. 7, 25 
(n. 0en. Uberf.): tann ooQfommen feiig mac^^ bie bur<^ i^n )u ®ott 
lommen. 

b) er hungert unb bürftet nad> ber öcre(f)tigfeit , bic uor ©ott gilt. 
3Jlot. 5, C: Selig finb, bie ba fjungert unb bürftet nac^i ber ©erec^tigfeit. 

c) er nimmt feine 3"fi"«i^i 5» ©enutttbuung G^rifti. ^Ntl- .'>3, 4. 5: 
^ürmalii, it trug unfrc Äranf^eit unb luö au\ \id) unfre ^djuitr^cn. 3)ie 
Suu)t liegt auf i^m, auf ba| luir {^rieben ijätien unb burd^ feine äßunben 
finb nir geletlet. 

d) ev freut unb rtt^mt ftd^ ber Slec^tfertigung. 9I9m. 8, 31-^: ^fl 
®ott ffir und, wer mofi wiber unft fcinf — Ser wiK bie 9ufletnfi^Iten 
C9otte» bcf^ulbtgen? ®ott ifl eü, ber ba gered^ ma^i. SBer nriO 9tt» 
bammen? (Sf^riftuft ift cB, ber — unb oertritt uni. 

Urfinud. „Unfve ^ered^ttgteit, bnc^ roelcbe roir Dor ®ott geredet fmb in 
biofem 2cben, ift nicbt unfre ftbcrcinfltmmnnß mit bem ©cfc^, nid&t ßuto '^^crfe, 
nicbt ber (Einübe, fonbein nüfin hie C^Venitfitbuiinfi I5bri|ti, mdä)( er bem Wcfe^ für 
ün-5 (an uiiircr otutt; geinitet \}ai, übet bie otiafc, ipeldje ^t)tiÜu«^ für unS auf 
fi4> genommen bat, n&mltcb bie Qniicbrigung (^brifti Mn tbifane feiner (Snipfftnonid 
tni )tt feiner Serbentidbung, b. i. bie ^nnabme be9 i^leifcbed, ber ilne(btf(baft, beS 
aRanoete, ber 6(bnia4 ^ Sdfroa^bcit/ bie (Srbulbuno be« Sctbcn« unb m lobe«. 



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270 



wai er aUtS fftr vM fiviiDinig auf ftd) genommm %at; für; oUeft, mi er sft^n 

unb fldittcti %a\, v^m or fdbft atS ber 03crc(ite unb ObttcS Sofin ntcfit Der^ 
p^ic^tet roar, ilt unne (ScnuGtt)iumfl, roclc^c er für unä geleiftct bot , unb bie ®es 
re4)tig(eU, meiere um, bcu (Gläubigen, oon (^ott aus Knaben jugeceii^net iDub. 
^(fe iiitf»9le(^tfcrti0uno ieiftet (Senflee fovo^I far kie dcFanuiig bcB OefeicS buc^ 
ben (M^m, ol« au<!b für bie 6r(etbuiifl bcr crnigm Strafe »efleit bet GAnbe« ba 
wir ju Reiben oon bem ©cfc^ oerpflic^tet waren, l Äor. 2, 2; Rol lO; ?Höm. 
5, 19; 3ef. 53, 5, «; 2uf. 22, 20; 9töni. 3, 24. 25; 4, 2; 9. 10; 2 Äor. 8, 9; 
®al S, 13; 6pl). 1, 7 ; Äol. 1, U ; 1 3o^. 1, 7/ 

4. DleDtanui. tann niemanb bei ®on »o^nen, er )ei benu ^erid^t unb 
imf4)ulb)0 wt (1 fktr. i, 16; 9f. ift). 6o tfl ber sere^t twr 0ott biin| bie 
SBecfe, in beffen 9totur, i'eben unb ®ebanfcn, Sorten unb 3Berten eine folc^ ^ftUft» 
feit unb ®ere£bti(i(vit crnlr,^c^ rinrb, brtf> C^^otl il)n nic^t ^ii reiben faniuflaflen) ober 
ju beft^ulbiflen Dermaß, ban er icm flanjoe I'eben lonfl loiber einifle* (irßenb eine«) 
feiner ®ebote gefflnbigt ober aud) einige ibic geringfte) angeborene Sünbe habe. 
^enn m er loiber eine* ober me^r gefflnbigt, fo ift er nid^t me^r geredet bucc^ 
fcbie fBerfe, nie <ftott fetbft bot Urteil gefiKo4»ett ftoki SBccfhic^ fei icbec« 
mann, bcr nid^t bleibt in allem bem, boi e^d^i^ ^e^ Im 9wSf bei Oefeteft« 
bat tx'i tl)ue i 5){ote '27, 2-11. 

.^Dagegen mivb bcr öeroditc burd) ben Wlauben, ber lo uiel !,^amnier uab 
Glenb Don Sünben bei befinbet — wie benn ein jeber bejinben wirb, ber 
nxdit felbft betrügen miO bui^ QMcÜiiciei (9itai. 1, U; 9ul l». ii) - , ba& er 
bunb feine SBerle oor IBott nid^t flere^t wät unf^lblfl ift, fimbem »ertmuet, ba| 
®ott auf einmal alle feine Sfinbe uiÄ ttngered^tigteit in 6wigteit an (5t)rifto ge^ 
ftra^t unb auf einmal ^^ejablunn Renommen ^labc öon feirem ?ti!me G^rifto für 
alle unfrc Sünben, unb ba| er in (^njinfoit feine anhne \*'ie3ai)lunö uon nn8 forbevn 
will (^ibx. 9, 12). tu nämUö) L'i^nitud uon uiuertmcoen bcm %oter ift ge()oriam 
lonbeR bü lum 2obe beö Itreioei. Unb biefer ®e^orfam d^rifti, ber nimmc^ 
einem icben 9fAubli|en frei onl Onoben geftaNt al« Htte er felbft «0ei fle> 
litten, unb ben ®el^orfom DoQbra^t an Seib unb Seele, ben Q^riftud für tl)n ge* 
leiftet bat, ift allein be^ gläubigen .^erjen^ ooUfommene ©ercc^tigfeit oor (^ntt 
JHöm. 19; 2 Äor. 5, 14. *2i. 3Bie nun L^l)rifm^, ht>r ßcrecbtc, ein 6flnbcr morben 
ift, aljo fmb wir 6änber geved)t worben. 9iun i|t aber ^^riftuS alio ein cünbec 
lootben, unb iur 6fliibe gemalt am Rtm» ni^t baB er ®ftiibe in i^m bätte, fon* 
bent bat» er frembe Sfinbe auf ftc^ genommen (unb biefe ibm fUBcrcd^nct morbcn) 
«ttb er bafür ein Opfer worbeii i)t. Der^afben werben wir auc^ gerecitt gemotbt 
üor ffloft, nid)t ba^ wir in un« iclbi't W (Meretbtigfeit bntton, bie ocr @otte8 ®fri(fit 
Mteben tonnte (fanft wäre 6()riftu^ lurj^eblidi fieftorbcn: lünbcm baß bie 05ered)lijv 
teil ii\)Xi\ii, bie ei und mit feinem Seiben unb ctcrben erworben ^at, un^ ju eitlen 
fiel a»g <9naben gcf^enlt Ift, iiriMm er an« bm ^fauben flegeben ^at/ 



61. Warum fagf^ bxt, baf bu «ttein btii tf) ben (BUubcn ||ered>t itit^i 

(ßott gefalle, fonftcrn ciaviim, i'il^^ ^"tllciti tit (Bcnugthuung, (ßcs 
rrcbtigPeit und ^ciligtcif 4,1min meine dJmcbtij^tcir vor (Bott ift, 
unb i(b 5trfe(be nicbt andere, 5enii aUeiit ^urcb tirii iDUubrn, an; 
ntkmtn mb mix sueigitcti fmn. 



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271 



9ntn)- %üm aus beiu erlauben bin icb batum Dor (Sott geregt, meil bei 
OUuiie boS einjise flUtel i|t, but^ »eld^el i4 bie ®ere4)tigteit (SI)rifti annebmoi 
utib mir iutlfiiuii tonn. 

a) $ift bu aber nid^t tior (^ott sietec^t loegen ber 3ßürbiflfoit beiite^ ®(ail(cnfl? 
Äid^t, baü i4 oon weßcn ber SBürbifltoit meinet ®laubcnS ®ott ßefoUc. 

b) 2Üa* ift benn eiiientlid) beine ®erod)tipfeii i'or C^m''' %Mn bie @cnua= 
tl(|uunB, (S<ce4)tiQleit uub :peUiQteit (Ebnfti ift meine «^erci^tigteit oor ^ott. 

e) Sic nblb biefe akret^tigteit b<iite Oetec^tigreit? 911^ mbcift att «Ofiii 
buTib ben Olauben tonn Ub Wcfdbe annebrnm nnb mir jucignen. 



1. SüfQfnbft wirb in ber Schrift gefagt, ba| toir gerechtfertigt loerbcn 
vm bei glauben» »tllen, fonbem aul ober bur<^ ben ^loubei^ unb c8 
fältelt bie Siet^tfertigung buni^ ben glauben gerabe oOen 9ttt^ unb 
äßiabiifeit ouS. SBemt ober bie „äBürbtgleit" unferS Qlloubend bie Xts* 
fac^e unfrer Stct^tfertigung roärc, fo ptten roir 5lul)m, roenigftcnS in ber 
SlUhbigfeit ober ^Jortrefflic^feit unferS ©laubenS. 3)er ©loube ift aber felbft 
eine freie ©nabengabe GJotte§, tann alfo für un8 ni^ltö 9Serbienftlid(|c§ l^nben. 
6pf). 2,8.9: 2tuß©nabcn jeib i^r feiig geworben, burc^ ben ®Iaubcn; 
unb ba§felbifi|t' nidbt auö eud^; ©ottcS (Saht ifi ei; nidfjt nuö ben 
3ßerfcn, auf ba^ jid^ nic^t jcmanb tü^me. DeS^olb alfo aud) nidjt aus 
bem ©lauben, fofem er ein guteä SUeri in ben ©laubigen fonbem fo- 
fem er ein Sßertgeiig ift, baburc^ fie $|rißi $eibien|l ergreifen unb 
jneignen. 

2. Sin golbener SRing, in roe^en ein lofibarer tSbelftein gefaxt ift, i)ai 
feinen S)ert m(|t wegen beg ®o(beS, fonbem wegen beg barin gcifa|ten 
ftleinobeS: alfo mad^t oui^ unfer fi^Ioube unb Sertronen auf 6|rifti ^bienft 

ung gerecht nic^t roegen feiner 3Barbig!eit, ald eined guten 9Ber!eä, fonbem 
wegen bei ^bienfieg ^^rifti, t>ai er aU bag föftUilfte JUeinob erfaßt. 

8. 3?ie ©enugtljttiinn (SI)rifti ift eine t>o!If ommettp; ftc bcbarf ba^cr 
feiner (^rgan^unq unb id)lie^t eine foldje aud; auö; barum ift fie „allein" 
unfre ©eredjttgteit. l Üor. 1, 30. 31. 6^riftu§ ^Jefuö ift unö oon 03ott 
gemodelt jur ÜBei'^beit, unb .uir ©ererf) tii^feit, unb jur ipcilic^ung, unb 
jur 6vlöfuju|, auf na|s, lücv ficf) ruljiiiet, bei lii^mc fid) bc<j .pevm. 

4. ^Der Wtaube ift als Nüttel notroenbig, ba| luir bie ©ere^tigteit 
d^rifti unä aneignen, iubem er anerfennt unb guftimmt, baf( allein bie 
®enugt^uung, ©eve(j^tigtett unb ^eiligleit g^rifti unfre (Screc^tigfeit vor 
Qtott fei. I^nfof^ ifi notwenbig, weil er bog einzige von @olt oer« 
oibnfte 9Rtttel ifl; aber er glei^ barin nur ber ^anb, mit welker ein 
Settler ein bavgeretd^ieg ®lft(f 9rot onnimmt; biefer wirb ni(^ oon feiner 
$ttnb fatt, fonbem »on bem örot, bag er bamit ergreift unb jum ^JWunbe 
^^rt. 9töm. Ii, 22: ^cl fagc aber oon folc^er ©eret^tigfeit oor ©Ott, bie 
ba fommt burd) ben ©lauben. ^>ebr. 11, 7: 9loa^ f)at ererbet bie C^k 
rec^tigfeit, bie burd) ben ©laubcn fommt. )Möm. 4, 3: Ülbial)am ^at ©oU 
geglaubet, unb ed i]t i^m jur ©erec^tigteit gered^nct. (2)amit fann ni(^t 



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272 



ihage AI. 



gcmciitt fein, ba^ ber QSfiBa&% Xbra^amS aU «tvot SeibienßHc^ed angelegen 
mirH unt beS »iDcn bie (ltere<||lig{eii ^%m^9nä fei Goli^e Sluffaffimg 
»iib bim^ b«i Sor^erBe^cnbe a) unb M fto^folnenbe (S. 4) 

gefc^loffen.) 9löm. 3, 28: 60 galten mix nun, ba| ber SRenf(| gm(^* 
fertigt werbe o^ne beg GJefe^ed Ser!e, (allein) burc^ ben Ölauben. 
(Dai „allein" fte^t im (^runbte^t nic^t, unb bo(^ ift bie Überfettung „allein 

bun^ ben f^Hnubert" bom Sinne nad) burcf)a«6 rirfitiq. T^enn fte^en fid) 
überall m bcr ^djnft nuv gegenüber: aus ^i^eibienft bind) btc üßertc — auö 
@naben burd; ben (Glauben. 6inb bie :iBerte audgejfi^lo|jen, [0 bleibt ,,ber 
^©laube Qllein".) 

5. ^ünjpieie. ^aö Ijoc^jeiÜic^e ÄUib, aJlat. 22, 11— 13. 3)ie 
^Uam 9<tt(er laffen ftc^ bad itleib fc^enfen nnb jie^ ef an; ber &a% 
bcr ci oerfc^mö^t, wirb ^mouBgcnorfen, weil o^ne birfet ftk^ nUnianb 
teibte^mcn borf an bem Wa^Ie. — S)er verlorene @o|n, Siit 15, 11—33. 
2)a| bcr So^n in feinem 01cnb na^ bem Soter^auf e ft(^ fe|nt unb ^etm« 
febrt wie er fle^t unb gc^t, tt^nti ber 'j^ater t^m ntd^ |um SMienfie an, 
fonbern nimmt i^n auf aud freiem Erbarmen. 

6. Urfinu«. faßcn, baf; rotr (\lU\n nuS tsm ©lauBcn gcreittfiTtifit 
loerben: i. lucil loir allein bind) ben ®e!,Ti.'nimno öe« (Älaubeno ßcrecfjtfcrtifli iuerbcn, 
b. i. burc^ (^Ijrifti ^erbiciilt allein, aukr toeld^em f« feine ©ecec^tigfeit für uii« 
0icbt, an^ ni^ (inm Zdl berfelbeH. Unb nur babuv^, bat «ir Ke funnbc Oe« 
mbtioteit glauben unb annebmen, loerben wir flcmbtfccHflt: nitbt burcb ein Xbun 
ober 5^erbienen, fonbcm allein burc^ bie Unna^me fmb roir ncretbt ^luSflcfcfeloften 
iinb olle 5©ette, oucö lelbfl bcr (Glaube, fofent er eine luflcnb ober ein ffierf ift. 
2. We\{ eigentlicb eine H)at t>e<o ©laubenä i|X bie ®eced)Ugteit (i^rtjti ergreifen 
unb zueignen; ja ber (DIaube ift nicbtd anbere§ ald bie finnobme unb Ergreifung 
einer fremben OkreibHdfeit, itOmH^ be« SerbieRflel (Sbrtfli. «Beil bcr Mubc 
oUein bad ^Berljeug ift, bie Oienwgtljuung (S^rifti ju ergreifen.* - 

,'?ninn burd) ben C^jliiu'Tn. T'n? ift foftnihnltcn : K itienen bcr (!bre (^otte«, 
bamit öa5 Cpfet li^rifti m4)t gef(^iDäd)t lüirö ; 2. m«\\m unjerö Xtofte^, bamit löir 
(önnen gemm lein, ba^ unfre ©erecbtigteit uid^t oon unfern tigerten abbänge (fonft 
bitten wir fd)on taufenbmal biefelbe oerloren), foidicin «Octn »on be» Opfer unb 
«eibienfte dbrifU.* 

7. OteDianui. ,Xie dtebe: tuir merben gerecht aUetn bur(b ben d^Iauben. 
ift nidbt alfti oerflcben, qI^ roenn ber (Glaube eine fo föftU(bc Jugenb roÄre, baf; 
wir r>on mtmx be* WUmben^ pon &oU flered)t nefproc^en würben Tenn bn^ märe 
ben (Glauben an l^^riftud otatt gefegt (l iüox. l, 30} , ha boc^ uilcm o^riitu>> ber 
9cfceii}iote unfre uoUftmunene <Bcred)Hgtett ifl; fonbcm alfo ocrftcbe icb'd, baft wir 
bunb ben Olaubm oufncbncn defum dbrifhnn, welker unfre Oerc^btiftleit ift urib 
uns )u jtinbern mad)t, wie 6t. ^obanned (i, 12) fpricbt: 6o biele ibn (Gbriftum) 
aufnabwen, benen bat er 9Rad)t gegeben, ^inber ®otU% m roerhrn. IM^o grftnbet 
ftd) ber (Silaube ouf (S^riftum, ber un* Derbetben unb nunim iiv uejdienft ift ju 
unfrec fwigen @ere4)tigteit. Dan. y, 24. 3ef. &3, 11. Siergl. ilpg. 13, i«. 39. 
8uf. 18, I«.- 



gtage 62. 



27a 



* 62. \Pai-um rennen abct* unfei'c guten XDct-i'c ntd}t bie (Bcvet^tigUit 
opr <Bott ober ein StttdF bcrfellmt fciiif 

JCaruni/ tAi$ öie ^ercd>tigÜeit/ fo vor (Bottc& (Bcvidn beftc^en 
fcU, ^urd»A»0 9oU(ommen, uttö ^rm g^trUd^m (Bcfe^r glricbßrmig 
frin mtt0; un^ aber au(^ unferr heften tPerFe in 6iefem Cebtn 
Alle tttiDoUfommen uttb mit €^6n^eti befletfi finb, 

^ilntio. Unfre fluten Setfe tönntn nidit bie (Seiect^^HltÄt m ®ott ober on 
6töcl betfclben fein, roeil fie untiollfotnmen Imfe. 

a) Sie mu^ bie (>^ere(^ti0feit bef(^affen fein, bie Dor i^otki C»)end)t bcite^en 
foU? Sie mul burc^auft noOfwnnMii unb bcm s5tlli((eii ©efe^e ßleic^förmtg fein. 

Ii) Sie fitib tAet unfre beften SBerCe in Mefcm SeNn icf^affcn? @ie finb alle 
liliDoQtontnien unb mit 6finben befledt. 

<' 9Ba« folgt alfc baroud? tay^ mixe guten Skrie nic^t bie (ftexefbliflteit wt 
&oU ober ein 6tfl(f berfelben fein tonnen. 



1. ®o »enig tohr ncgeit bcA (Blaubeni npc &9ii gerechtfertigt werben^ 
cbenfowenig toegen bcv guten SBerb, neh^ ^c^t( bcft Glaubens ftnb, 
iniib inor n^ev für mit bem Glauben {ufammen genommen (al# 
«rin etfid ber ©erei^gfeit"). 

2. ^ie SBerfgerec^tigteit fommt aud bem 5^od^mut unb ber Un* 
buBfertigfett bed ^erjend^ weldjeS ftc^ nid)t grünblic^ bemütigen unb fu^ 
ni(|t mit Sludfc^lu^ jebcö TNcrbienfte<< dm(\^ fc^enfcn laffen roiU. 

8. ^ie ^Bettfleredjtitifcit laim neben ber (yinubenäqere^tiqfeit nt^t be» 
fteljen; fic ift üor (iiült unnioijlid^. 1)enn Wott forbert eine „bi!vd)auS 
üülüomtncne" unb [einem @efe| im qrbfitem luie im fleinftcn eutj^udienbe 
(^eiec^tigtdt. 'j)Iot. 22, 37. .39: \üil\t lieben ®oti bdinen ^um von 
ganzem ^erjen, 9on ganzer Seele, unb von ganzem Gemüt — unb 
bcinea Stflil^cn nie bi^ felbfl. GaL 3^ 10: SScrfluc^t fei jebennaun, ber 
nt(^ bleibt in allem bem, ba» gef^rieben fte^ im 8mb bei Gefebel, 
bo| er*« i|ue. 3al. 2, la 11: 6o jemanb bog gange Gefcb ^Vt unb 
fünbigt an einem (Seboti; ber ift ed gang fc^ulbig. ^enn ber ba gefagt 
^at: bu foQft nic^t e^ebre^en, ber ^at auc^ gefagt: bu foUfi nid)! toten. 
6o bu nun nirfit i'hebrirfift, tötefi aber, fo bift bu ein tlbertreter (nid)t blo^ 
bes einjelnen OiebotiO , [nnbeni be« ganzen f^eff^e^ iitipil ba^^ (^3efe^ atö 
Dffenbörun«! beß lilUlieiiG (^)QUeQ ein ungerttennlic^eö C^an.^es btlbet). 

4. UuUr ben „guten ^Jcrfen" unb „unfern bcften 3Berfen" |'inb 
^ter nid^t ^ii>ev{e beö nutuiiiii/en^ jonbem beö iDicbtigtbointn, amuerten 
9lenf<!^en ncrfiattben. Slud^ biefe tönnen nor ben gfotbenmgen bes gottlii^ 
Gcfet^ ni()t befielen, meil felbft fte <,ttnt»on(ommen% b, i. bie %ots 
befitngcn fiii)t »dllig eifüBenbA unb »mit 6flnbe bef letft* |inb, befoifbers 
mit bev @fit«be ber ©elbflfui^t (SgL betrug: »@iebe, n»ir baben aOei 



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274 



oerlaffen unb fmb bir nachgefolgt; mai loirb und baffir? ^at. 19, 27.) 

3, 12: 'Jli^t, baf; irfj e6 fd[)on ergriffen hätte ober tjoltfornmen 
fei — . o^f. 64, 4. ®ir luomu [idj bcr ^^rop^et (»Jotteö felbft cini'djheBt) 
ftnb allefnmt toie bic Unreinen, unb alle unfre @ecec^tig(eü ift loie ein 
unflätiges iiieib (b. i. mit 6ünbc beflecft). 

5. 3)qö äüort OjoUeö fdjüe^t alle 'öcrbienftlidjfeit ale c(an^e ober teil^ 
toeife Urfac^e ber Öcred^tigleit Uui uii'o bciiimmt aus. i^ial. iü; Xuiii) 
beg @e{e^eiS ^erte wirb fein ^^leifc^ (b. l Wenfc^) gerei^tf crtigt 
(n. gen. Überf. . 9Utait. 11, 6 (n. gen. Uberf.): Sft cft Olli Qlnoben, fo ifi 
cft nUdt inc^r otift bm SBerten; fonp »flibe bie OmUbe nk^ mc^ 

fein; tfl*i öfter Ua Seilen, f o ifl eft ntc|t mc^ Onobe, fonft »ftie 
bad iSed nic^t me^r SEBerf. (3Berf im @inne von ^rbienft.) <Bal 2, 21: 
&o bur<^ bot Oefet^ bie <9cie(^leil tommt, fo tfk S^ftatS oevgeblul^ 
geftorben. 

6. 3" ben guten 2Bcrfen I)aben mir nic^t bic Mroft auS und felber, 
fonbern empfangen fie von Öott; roiv tonnen fie bal)cr im legten ßmnb 
nic^it aU unfer eigen betrachten, ^of). 15, 5: C^ne mich tonnet il^r nic^lä 
thun. 1 5lor. 4, 7; ^aö ^^[t bu über (an Xäc^tigfeit ober 3Ber!en auf:= 
jutoeifen), bad bu nicht empfangen ^a\t^ @o bu ed aber empfangen haft, 
nrai Tfthn^^ft ^ empfangen hatte? (^bienftlich 
lonn a(cv ntn: fein, looS man onl felbfletgener Stsüfi t|tit) 

7. ^oultti imb ^otobtti bcnifcn ft^ beibe auf boS Seif^el 9bfo« 
|am9, $ottfttl ffir ben (Bloubcn unb ^ol^* füv bie Oerie, ohne fid^ 
iiboih ju iBiberfprei^ ^^lud menbet fuh (9bm. 4) gegen foUhe, bie 
ihre 9lcilh^ertigung auS ben SBerfen herleiten rooQen; :3<>tobu8 aber (2, 
14—26) gegen bie 3Rauld)riften , bie ba „fogen", fte haben ben ©lauben; 
aber e§ ift nicht bcr lebenbige f^Uaitbe, uon tpelcftem bie quten ^erte (olC 
feine unjcrtrcnnlid) fmb, o^ne ba| fie ucrtiienftlid) unuen. 

H. ^öetfpicl: ber reiche Jüngling, 53iat. 2y, ib — 22. Xcin o^^^sv 
linii ii'W bei alle feinem -polten bcö ©efc^eä bie eigcntlidu' ^U^iujcl, 
(^lüube unb :^tebe, m\ neued ^erj, aud bem bie {Selb)tju4)t gtiDid^eii ii't. 

9. tttfinul «Qifi hieher (^r. 60 unb 61) ift bie ObrabeoSBerechtiereit ctHStt 
unb begvflnbet »otben; cft folgt min bie Denoerfwifl bcr falf^cn Sebvc bcr 9toiii|len, 
boj^ mx au« ben 9Berten, ober teild aud bem ®Iauben unb teils aud ben SDrrtm 
gerechtfertiöt roürb«n. Xcr !Bcmei§ iff fnltienber; Die ©erechtigtett , tiu'Icfic nor 
®otte« f^?ndit lu'ilebfn lol! , m\i\\ burdjau'^ iioilfonuncn unb in otlen Slüdcn bnit 
göttlidjen (^cjetje etuiprechfub \an. ^ahcr l£itini-n and) m\\u bellen ^erte nxd^t 
imfre ilkrechtigtcit oor Qitteft Occitbt fein, »eber |um teil noch oanj. ^6 elftere 
CfbeOt oni bem Oefe|, 6 9Ptofe is, 5 (n. gen. Überf.): SBer biefelbcn (meine 
Gärungen unb Stechte, bie ^orberungen bc3 ©efef^eS) gethan haben nirb, ber loiib 
burt^ btffflf^en leben; benn ich bin ber §err. 5 3Rofe '21, 2fi: ''Pcrrludbt ift, ro?r 
nic^t aebUcbea |ein roirb in üüem, mai ßeichricben fte^t im 53uct) öee t^Jeiegce, boB 
et t^ue. liai anbere i[t offenbor. ^enn toic thun Dtel l^dfed, tai mix unter« 
loflen foQten, unb untcdoffen »ie( 9nti6, bo6 mir tlun fofltm: fo, boi 9uti^ bol 
lolr tbun, ifi mit oiel Qftfcm oermif^t (bcfledt), b. i. »it Ihun bo6 <Bute f^le^t. 



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275 



bocuQcn bic IHoflfli bcc ^ligcn imb il^ tftglkic IBitte: (8c^ nU^t htB 
Ocri^t mit bctimn itne^U; berat »or btr ifl lein McnbiiieT flerei^t. (^f. 148, S.) 
tlk «nöonfoittincnen 2Berfe fönncn nl^o frirte »odfornmene (^ere^tißtcit fein. 

.IDer ®runb, roanim wir burcft bic SBerle nic^t fonnen oerec^jtfortigt icerben, 
ift: 1. löeü nämlich unjre ©ererfjiißfeit eine itnoollfonimcnc löäre, ba un)tc ®er!e 
unooUtonunetie fmb. Xenn 2. auc^ ntenn uufce ^eife uoUtommen näten, fo finb toic 
fic 1» f^uIMfl» fo bab wif mit benfe(bai nlibt iiiifre begimflcnett 9e^r 0ut 
ma^tn (önnten. fiuf. 17, 10: ®enn i\)x aU(d get^an ^obt, IKI9 cuc(f befohlen ift, 
fo fpre^et: roir fmb unttüfjc Hnec^te; mir ^aben öctl)an, toai wir ju tJiun fcijulbifl 
toaren. 3. 5)ie WttU nnb nutt un^re cißene, l'onbern (%tte«, ber fie in un§ iinrft. 
A. Sie finb i(eUHd) unb fte^en in Icincm i^erfiältni* 3u ben eroißcn ®ütern, ba* 
iBerbtcnft mu^ abn htm Sobn entfpre4Kn> ^- 6ie ünb bie t^olgen ber dtecbtfertißune« 
olfo iit<bt btrcn ttrfaibe. 6. IDtr mflibcR cUnaft bobm« b^fm low un* tfibiVM 
(önnten. (§pl). 2, 9: 9iid^t wi ben SBecCm» auf bab |i4 ni^t jemanb rü^nte. 
7. 1a% Oloiüifien ßingc be8 feften Irofte?^ Ci'rhiftiß. SRöm. 4, 16 (n. <,xcn. Üben' V 
5)er^QU)en Durd) ben Wlnuben, bofe e-J (bic iKc^tfettißunfl) auä Onaben fommo unb 
bie :ttiect)eißung U\t (^uuerläfftg) bleibe allem Samen (aUeii ©laubigen), h. C^^nftui^ 
»ftie befeebU(^ geftorben. ®al. 2, 21: €0 bunb baS ®efe| bic ©erecbtigleit (ommt, 
To ifl <SbttfHift Mrofbßfb dcfkocben. 9. 90 mflibe iti^t ein uitb becfelbe 9Bee beft 
.f»eild in ben beiben leftnmenten fein, rocnn Kbrabam roftrc ßeredbtfortiflt allein avü 
bem (Glauben, löir abcv nu3 ben SBertcn, fei o<5 am i{)ncn allein ober in ^'leT: 
binbnnn mit bem (Blauben, qerpditfertigt »erben ioUten. 10. libriftux^ luare fein 
DoUtommener ^löfec, weil auH«.i i^m nixb irgenb ein itil oon Üiere^tigteit unb 
^1 biHftnbe.' 



6S« lOcrbIciieii aber tinfcvc nuten YDcrfc nid>t0/ fo fie ^od) <00tc in bicfcm 
unb bem }ufttnfti0cn Mxbtn miü belohnen ^ 

)Dicf( M^^uitg i^tfMn Hiebt «ue lOtvbltn^, fcnUm mm 
<0iMi5cii. 

Kntio. Obmolf tkilt imfie Butcn Seile bebliMn »iO in biefem unb bem }V< 

tQnftigen fieben, fo folflt baraub nic^t, bal fie etwab oeibienen. 

^IBarum itilbt? S^Ufe Selo^nima gcf^iebt ni(bt oiil» Serbicnft« fonbem aub 
l^noben. 



gioge 6S intb 64 lerftdfic^tigen jwei 6tn»enbungen, bic ge^en bie 
£e|ve 9011 ber ®ercc^t|Bnt aOein «its bem (Stauben gemai^t meiben, bie 
Qiw (Scttflc 68) ifl ft^einbor aiiB ber Gd^rift^ bie anbeve ^) ^ 
Um Sc ben ^fienommm. 

I. Dir 6(lo|)nnng iß orr^ei^cn. 

1. ^Dencn, V\e in ®frc(ftti(^feit unb ,^eili(^feit üor r^iott wanbcln, ift ein 
2ot)u, eine Selo^nung m (Rottes iiiort oer^eiptn. l 'UJof. 15, 1 (jii 
3Ibral)am): "^ä) bin bein 0d^ilb unb bein felji- gioper iio^n (in biefem 
i?ebeni. ^JJiat. 5, 12: ©eib frö^li(^ unb getroft, eS foH eud) im ^)unmcl 
roo^l belol;uet luetben. 1 Xim. 4, «: 2)ie GJottf cligfcit ift gu aÜen 

18« 



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276 



68. 



Idingen nfl|e unb ^ bie 9ki$«i^ii0 btcfe« tmb brt stifflnftigm 

2. 3)ie oerliei^enc ScIot)nung ift 3Bof)Ici-öel)en in biejem, bic eroige 
©eligteit unb ^^en licfjf eit im jutünftiiien Vebcn. C^p^. 2. 3: (rfjre 
Später unb ^Jlutter, baö ift bas erfte CiJebot, baä '^eit^ei^ung ^at; auf bafe 
bu ö juüljlije^e unb bu lan^je lebeft auf @rben. 1 ^^etr. 5, 4: 6o 
roerbet i^c^ n)enn erfc^nnm wiib bct: (^iji^irte/ bie unueviDi^Uii4ic! ütone 
ber Streit empfangen. 

1. 0t t|l »td^ ein 8»^^ ben (iolt um f<^ulbid w&tt, Wton. 11« 35: 
fficv ^at i^m (®ott) dvaS )tt9or geftcbcn, bai i^m nieber werbe Der« 
gölten? Unb wir f^aben tetnen So^n von @ott gu fcrbein; benn 

«) roir finb ju guten ®erfcn oerpf licf)tet; 2uf. 17, 10: 2öenn il^r 
nUf6 (^ftf]nTi ^ttbt, n)o§ cuc^ befohlen ift, fo fprec^et: wir finb unnü^ 
Anei^te; \vn haben qet^an^ mai wiv )u t^un fc^ulbig roaren; 

bi ©Ott ietbft roirft baS SBoOen unb '-l^oQbrinqen ber guten SBerfe; 
^^iL 2, 13: @ott ift e^, bec in eud; roicUt beibeti^ bafi SBoUen unb 
bo8 S^oUbringen^ na(^ feinem äßo^lgefaUen ; 

«; Mt 6ebarf nit^t unfrer guten WktU; 9(pg. 17^ 34: Setner ntcb 
nt(|t von SRenfc^en^önben gepflegt, ald ber jcmanbcd bebfirfe; 

d) )n»tf<^ Seibtenfl unb So^n »fire am^ fein Ser|ittnift; IRot 25, 21: 
@i bu frommer unb getreuer Ane^t, bu bt{l fiber wenigem getreu geiocfen; 
»iU bid^ ftber oiel fe|en, ge^e ein ju beined ^erm «^reube. 

2. 35i€ aber meinen, ©oltfeligfeit fei ein ®e werbe (1 7in\. C, f)), 
mit mrldiem man fid) bie nerf)eif,cnc ^yeloljming in biefem unb bem ^u- 
funftigen xJeben uerbtenen fönnte mit guten äöerfen, fmb „oerbfifleit unb 
tyiffcn nid)tö" 4). Üuf. 13, 25—27: @o werbet ifir bann anfangen ju 
lugen: W\x l)aben uoc bir gegeffen unb getvunfen nnD auf ben Oiaffcn !)ofl 
bu und gcU'^ret. Unb er wirb {agen: ^d^ tennt eud) nid^t, mo it|r \)tv 
feib; weichet ale m mir, i^r QbeUI^Ater (— unb Rotten bo«^ „gute 
SBerfe" getrau). 

III. Dit 6tlo^nnng §tf4t(l^t «hs (ftaaitn. 

1. ^em Xagelöl^ner wirb fein l^oljn aud ^rbienft unb bilbet ein dnU 
gelt für feine Arbeit; wed^alb fxd) ber £o^n nad^ ber SIrbett ritztet; »ie 

bie §rrbcit, fo ber yof)n, fagt ba§ Spridmiort. ^JJrtbtT<S aber, mnn ber 
3?ater fein Minb, baö iljm auö ^iebc treu bient unb arbeitet , beloljnt, um 
\l)m feine Ütebe ju geigen unb il)m eine ?^reube machen; ba roirb baä 
5Jiüf5 ber Slrbett nic^t baö -)}ia^ beö ^o^neä biftuinncn. %l las, 13: Sie 
fic^ ein l^atti über üinber erbarmet, fo erbarmt fid; bei ^err iiber bie, fo 
i^n fürchten. 

2. 9Benn ber ben Sett ber Meit fiberfteigt, fo ifl H ®nabe, 
bie bamit erjeiget wirb. S)aft i|l bei ber 9eIo|rnung <itotteft ber Sali, unb 



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277 



mir fonnen biE)« nur von einem ©nabcnlo^n reben. ^o^. 4, 3H — 38; 
Sier ba fdintibet, her empfangt iio^n; — ic^ ^obc eucfi (icynnbt fc^nctben, 
baS i^r nic^t Ijabt ijeatbeitet — . 9Jlat. 20, 14. 15: ^d) m\i aber biejem 
Seiten (ber weniger geatbcitet ^at), geben glet(^ rote (fomel ald) bir (ber 
me^r gearkiM ^at). Ober |a(e ntc^it ju t^un, was t(| lOtO, 

mit bem SRemen? — SDer o^i^ ben ©nobenlo^ 

mfifttiisett, tlfyt» bat ficriitiißc SBctL (£tt!. S3^ 43.) 

8. 5Der ^err oer^ei^t bcn ®liabCllIo^lt ben Seinen, 

a) um fein SBo^ioefaUen an ben guten SBerfen ^u bezeugen; WüL 
26,21: ^i bu frommer unb getreuer Änet^t — . 3JiQt. 10, 41—42: — unb 
tt>er biefer (Merinc\ften einen nur mit einem ^-J^edhcr fnften ©(ifTerä ttällict, 
in etncö 3""9^f^ Skmen, ~ eö roirb il)m ntdjt unbclo^nt bleiben. 

bi Um bic Seinen im i'aufen, Kämpfen unb 2eiben in biefer 9BcIt 
jum Slu^Ijalten ermuntern. 1 Äov. l>, 24: £oufet nun alfo, bofe i^r 
baS 5tleiitob ergreifet. 2 %im, 2, b: 6o jemaub !ämpfet, wirb ec t>o6j 
m(^t ge!rönet, er fiimp^ benn nö)i. 11, 86: 9lofe8 ad^ete bte 

@(^mac^ Gljrifii für größeren MifHmn, beim bic @(^a|e ilg^ptend; bcitn 
er fft^ on bte 9elo]^nuii0. Offb. 2, 10: 6et getreu W« an ben fo 
vM ii^ bir bie itnnie bcft Seben« geben. 

4. Urftnu«. »Sn ber 3)elobnung fmb ^loet Stade ju bea(bten: eine tßer: 
pflic^tunfl imb eine ^^crueltiinn (Jine ^erpflt^tung (Oon feiten ®ottcd) aber finbct 
hier nid)t ftatt unb bie ^Peigeltimg (olgt auf bic 3Berfe auS (Önobcn. fliebt alio 
eine iBelol)nung ber Serte, toeil eine $lergeUung folgt. Unb bauptidcbUd) a\xi biefem 
@ruitbe fagt 9ott er wolle wifte SBecfe bds^mm, i. bofi er jeifle, er bebe Sobt* 
gefallen an ben guten SDerlen; 8. bafi er lebre, ba4 etolftc Men bitten nur bie 
erwarten, rocidbe fämpfcn unb tlci^in f'Jib ;ti [iittcn iJTcrrm ("it. u): weil er 
ben m(bt loenigec geioi^ geben miH, aiö wenn wir ibn oerbient |ptten.' 



64. lTtfld>t aber biefe 'iebrc ntd)t foiglofc unb t)eiTud)te S,tutti 

Hein: 6cnn ce immcglid) ift, ba^ öic, fc (tbrif^i? öurdi 
wabreti (ßkubm ttti6 cingepfiansct/ nidit $ru(bt 6er iDanÜbarPeit 
foUeti fnrtn^rti. 

^errud)t ^ oon böfem ®eru(b ober ©erüdjt, ftbledjt, gottlod. 
itntw. Die £ebrc oon ber Diecbtfertigung beä 8ilnberd au« ©naben allein 
biti^ bm Olouben tmi^t nUftt goltlofe Seute. 

fDontm ttt^t? IBeil cS imma«tf4 ift ba| — briii«cn. 



1. Her Cttiitoiutd. 

1. ^on fetten berer, welche bie ®ere<^tig!^ atlft ben Serien lehren 
(nidit bIo| in ber römifc^en j^ird^), nrirb eingetoenbet: wenn mit guten 
ffierfcn oar ütott iw^ (iered^tHj^ oerbient unb man bur<^ ben Ü^Uuiben 



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278 



fo leicht fnnci Sunben unb i^rer (Strafen Icbig loerDen fonnte, fo mürben 
bie geute DaDuid^ „forgloö unb oectut^t", b. i. jic gerieten in Bid^et» 
^eit unb {^e(^|eit. 

2. 01 tft nic^t 3u leugnen, ba^ eö foI(^e Sente tuitev uns ge(eti finm 
unb pAt, md^ bte ®nab€ auf SbitmiOcn ^ie^en. teon i|l aber uk^ 
bte Se^te f<^lb, fonbent ber Ofounb liegt bann, ba^ foI(|e $ente nu|t ben 
wahren lebenbigen @ lau ben ^aben. 

3. ^erfelbe (linnrnnb fd^on bem Sipofiel ^aulud gemacht unb oon 
biffem ',urüdf(^e7P!pfen lüorben. ?Rbm. 3, 8. 31 ; ffihf werben geldftert unb 
ttlicfjL' ll^rtd^en, bafe roir la^en foflcn : iia^t un§ llbpl^ t^un, auf ba| Wutei 
Ijerausfomme. ^iBeldjer (tiu' io ftunben) iüerbammni^ ift ganj rcc^t. — 
2Bie'^ A3eben roir benn tias (^Kii'H auf burdPy bett Glauben';' Daü fei ferne! 
fonbern imr nd^ten baa öefe^ auf. iHöm. 6, 1. 2: 2Basi rooHen roir mm 
[agenf ®oQen »tr benn nun in ber 6ünbe beharren, auf ba^ bie üinabe 
befb mächtiger nwi^? S>aft fei ferne! Sie foOtoi wir in ber 6Qttbe 
nwOen leben, bir mir abgejlorben |tttbf 

llnb ebcnfo ^oi eft in ben opofbüf^ ®enutnben fdhfe 9lenfc|en 
gegeben, welche biefe Se^re im^brauc^en rooOtm. ^nb. S. 4: <8I fmb etliche 
9Jlenf(^en neben cingefc^li^en, — bie ftnb gottlo« unb jiel^en bie QJnabe 
unfer§ (^otted auf ^ilhitroillen (fte fünbigen nuitmiDig, tnbent fic babci 
meinen, fi^ ber (änabe GtoUed getoö^ bärfen). 

IL |K< ^bnrlir. 

1. C5ö tft unmögli(|, ba^ bur(^ bie ^Red^tfcrtigungälc^re (^otilo^c 
DJenfc^en gemacht roerben. Xienn bie but(^ „lua^ren ©laubeu" Öetet^ts 
fertigten jinb «S^rifto eingepflan^'' unb banttt on^ teilhaftig geooibini 
feines ®ei1ieB unb feines SebenS, bei <8etfteS ber Heiligung unb bei SebenB 
in ber |^ eilig ung. ®aL 5, 24: 99el^ Sb^ilo ange^bren» bie Ireugigen 
i^r Bfleift^ famt ben £uften unb Segierben. 1 ^o^. 3, 9: ®er eaa ®ott 
geboren (roiebcrgeboren) ift, ber t^ut nic^t ©ünbe (lä^ bie ©ünbe nic^t 
über fidi Iierrfcfjen), benn fein Same (göttli(f)c ScbenSfraft) bleibet bei i^m, 
unb lann mt^t (ünbigcn in Sunbtn mutroillig geraten ober gu fünbigen 
fortfafjrcn , benn er ift oon (^iott geboren. 3Kai 7, 18: (^n guter ^toum 
lÄnn nicht orc^c 5^4te bringen. 

2. öo notiütiiöi^ lüic bie gute ^^luc^t an bem guten -iiaum, folgen 
att(^ auf bie Slc^tfertiguug auS bem glauben bie guten ^Ißerle als 

ber S)anlbarldf . Sßir oenoerfen bo^ bie guten tßerl^ feines» 
»egs, fonbem nur i^re Seibienplt^teit, unb jwor auf gcunb ber Sd^H» 
SIu(b tft es offenbar, ba| biqenigctt «»guten SBerle* aOein einen ilttlid^ 
9Bert oor (Bott ^ben, welche aus Siebe ju i^m unb aus l^antbarteit f&r 
bie aus @naben gef(|enlle unb im (Glauben ergriffene dle(|tferti0ttn0 gf» 
fc^e^en, gegenüber benjcnigen „guten SBerfen", mf!tf)c nctJian roerben, um 
bei ''^ott ctroaS fid) ,^u oerbienen, alfo auö i!ot)nfuc^t, unb bafier im testen 
Qirunbe m eelbftfud^t 15, 5. 8: ^(^ bin ber i&^emftod, t^r feib 



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279 



bie ^Heben. 5Btr in mir bleibet, bcr biui^t ou-Ie Tyruc^t. ^Darinnen roirb 
mein ^ter geel)iet, bof? i^r Diele ^lrud}i bringet. 2 Äor. b, 14. 15: 
3)te Siebe S^rifti bringet um aI[o; — auf Daf^ bic, ba leben, binfort 
nit^t itjnen felbft leben, [onbern bem, ber für fie ge)torbeti uub auferftanben 
i\L 3,7.B: ^uf ba| tote bur<^ bedfelben (S^rifü) 0) n ab e gerecht 
mtb iSthm ncibni bei cntgcn 2ekiiS, bcr {^ofhuing; boB tfi |e ge« 
im|l^ toa^t. 6o(4ei will U^, bo| bu fejk Ce|f efl, atif b<i| bte^ fb 
an Mt gUubiQ fittb getDoi^beti, in ctiiem ®tatrt»e guter Ißerf e gcfu^ben 
«erben. 6o^e» ift gul iinb tifi^fe ben ^Rcnf^n. 



Soti ^eit ^eiligen Saltattteitteti. 

* 65. ^tctveil öcnn allein btv (Blaubt un« <C^rt(^t un6 aller fcinei' XDo^l' 
tb«tca tcilb«flif wiAäß, Hmm feMttv (BUnoef 

% 

iCtv 6nli0c (ßeift wixlet 6enfelbeti itt unfern fersen burd) 
6fc predigt be0 Irriltgefi Cvangeltume, un6 befl4ti(|t ibtt burib 
ben BnmA ber t^iligen ^ahramente. 

9ratt4 -* Mkom^* 

Xnt». 3)et i^eUtge ®eift wirtt unb beftötigt ben ®Iauben in unfern ^txim. 

a) 9Bobur4 »iftt bec ^Ugc ddfl bcii Glauben? Sut^ bie bei 

HoanfleliumS. 

b) Sobur<b beftötigt ee benfelben? ^urtb ben ^cau(b bec ^ali^m Satcomente. 



5Der ^eilige ©eifi ift ber Urfeber bei (Pkutbent lit unfem fersen 
unb bMnI ft(^ oI« 9Rttiel |ie|tt 1. beS ffiocteä Ütoite« unb ber 
letltgeu 6olniBiente. {Die Sc|re oon ben €alriinientett f<|lse|t fid^ htätn 
genau an ben britten 9xtt(el bei Oloubenlbdenntnilfel «u 

15c ber ©taube bn«^ bog 9Bort riemirft unb hntä) bic ©aframente 
beftättgt roirb, btefelben alfo bie Littel finb^ burc^ ne^e ber ^tilio^e (M\t 
bic f^nabe nn^ ^ufid^frt iinb tiprfiertelt, fo heilen ftc ©nabenmittel. IJn 
benfelben l)abcn mix ^Ünef (btc ^eilige 6d|rift) unb Siegel (bie ^Ugen 
@alrameme) ber @nabe &om in S^rtfio ^efu. 

I. Sic «HtfciiBi ^ teiligen •ftHtf Int« bM »«ct. 

1. Unter Qnangelium ift ^ter bai gante ffiort (Settel (bie Innentfd^ 
e^riften ber 9ibe() na^ feinem ^oupttn^aft nerfkmtbeu. OQergL ^r. 19.) 
1 (9ott fann au#, »enn er ntO, aitleracbentK^lenoetfe ben (S^Iouben 

o^ne bad SBort nirfen, wie 5. 9. bei ben Seifen aui bem ÜRorgenlonbe. 
^at. 2, 2. aber nad) feiner Drbnung ift baS geraoljnlic^ ÜJlittel bagu bie 
^bigt bei SBostci. 1 Sin, 1, 21: ^ gefiel (ätott mt^H, bun^ t|brtd^ 



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280 



^cage «5. 



*4JKDi9t fcUg ii'iiciji*"/ toaian ßlauben. Slöm. 10^ 17: igo lommt oer 
(Staube <m ber ^:prebtgt, baä ^rebigen oller biivi^ boS Son ©otted. 

S. 3)ie 4!(lauii0fitbt0teik ber ^eiligen 6(^rift aU Mtü Sott 
beruht auf folgenben (Sifinbcit: 

•) @te entölt bie Offeiii«niii0 ber irdlteR 0c|cimittf fe (omn 9Bcf<n 
(SiitteS, ber *i)inenf(^ti>erbung bct 3ohne§ @otteä unb unfm Sciöfung, ber 
etDigcn Seligleit jc), unb if)re iBcrf offer fmb meiften« ungele^rte Seilte Qe» 
rocfen. ^f. 3: Acrrlid^p T\na,e roerbcn in bir (?cprebigt. Xpg. 4, 13: 
@ie waren geroifi, ba^ eö uniuicljtte ^cute unb ?aiert rotiren 

b^ *Die tlbereinftimmunfl bea 3nf)alte, obc^letc^ bic einzelnen ^u^er 
oon oerfc^iebenen OJiännern unb p perfcfitenmen Reiten ocrfa^t finb, 

c) ^'\€ ©rfüUung ber äüeis) üguiigen. 

d) :^i€ ÜBunber bet ^eiligen 3*erfaffer. 

«) 5&te ffiirlttngen ber ^eiligen 3c^nft foroo^l an bcii etmelneii 
6eelen, als auäf im großen in ber VuSbicitung bei 9lct(|eB üottet. 

f) Sor oOem aber bei 3<ttonift bes ^Cigcn (Beiheft in ben ^ei|ett 

ber Gläubigen. Wbm. 1, 16: ^d^ f^Sme mic^ be« @nangelii oon 6^ri|io 
ni(^t; benn eS ifl eine itraft (ilottei, bie ba fclig müä^ alU, bte boran 
glauben. 

4. 2)er Webraud) bes ®ortP5 iicfdjie^t bnrcti ^mren unb ^ejen. 
3um rechten Öiebrauc^ gehört, ba^ man es pit unh lifft 

«) nid^t ouä 9?eitgierbe, fonbem auä AeiUbegierbc; 1 'iPetr. 2, 2: 
©eib beqicria nad) ber oemünftigen lautem HJiId) (beä @oangelium& alö 
bie je^t pcboviun 5linblein, auf ba^ tl^r burd) btefelbige june^met gur 
Seligkeit (n. gen. fiberf.); 

I») mit <9ebet um bie (SrCeud^ng bei ^eiUgen (SetM; 119/ 
Cffne mir bie SCuicn, ba| Ufy fc^ bie SBnnber an betncm ®eff| ifBmct); 

e) nrit Q^rfur(|t oor bem attmSi^en ®ott« ber barin loti rebet 
2 ÜRof. 3, 5: 3ie^e betne Sc^u^e auf mm beinen gi|en; beim ber Ort, 
barouf bu fte^eft ift ein ^eiliges Sanb; 

'!> mit ftufmcrffflmem ^orfc^en nac^ bem 3inn b?« ^Porte?. ; 
17, 11: >Die itfeute ju ^eroe nannten bae ^ort auf gan^ n)tUtgUd[| unb 
forfc^ten täglidji in ber Sdjrift, ob fid^'ö alfo tydte; 

e) mit gleiB unb XHiii^alten; Äol. 3, 16; hoffet bad äüort ßi^rifU 
unter euc^ letc^Uc^ roo^nen; 

f) ba^ ei be| alten unb enoogen miib md) na^ bem ^dren unb 
2efen; 2ttt. 3, 19: 9Raria behielt alle biefe Sorte unb bewegte fte in t^rem 
^en; 2ut 11, 28: €eUg ftitb, bie ®attei 9Bort ^iren unb ben»^; 

mit ^nroenbung auf bai eigene ^erg unb fieben; ^f. 119, 105: 
^ein föort ift meined ^^t^ £eu(^te unb ein 2\dft auf meinem SBege ; ^at 
1, 22- 24: Seib aber ^^ter bed SBorteft unb nt(|l ^öier aUetn, momit 
{ah blofec .^•>örer i^r eurfi felbft betnttiPt - . 

5. :iLMe burcf) bie Straelen berfelben Sonne bao 'Ol^adiö eriüetc^t unb 
ber !^m oeri^drtet roirb, fo ^at au(^ bad äüioct fSoti^ eine oerfc^iebene 



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281 



®irtung bei bcn 2tu§miiäl)Iten unb bcn 'l^erlorncn. C^p(\. 2, 37 unb 7, 54.) 
1 Äor. 1, 18: Xos Moxi oom Äreuj ift emc Xljorl^eU benen, bie i>cr = 
lorcn ge^cn, unft aBcr^ bie mix feltci werben^ ift eine Oiottedlraft 
^pg. 13, 48: {Da <S aber (ie heften Nörten, »utben fte fro^, unb ptiefen 
boi ®Oft b<4 ^^crm unb mttben {jUhibtQ, oteotelc ^|rer jum ewigen 
2eben oerorbnct »avcn. 9Rrt4, 11. IS: Qii^ (ben gUubtscn SfinQfm 
$eftt) tfi gegeben bad (Be^eimnid bed !Rei(f)eä Gbttpä 3U roiffen; bcnen 
aber brau|en »iberfö^tt aOed burc^ @lei(^mjfe, auf ba^ fte cS mit 
fcl^cnben ?Tu(^pn fpf)pn unb bO(^ md}t erfennen, unb mit f)örenben DI)rcn 
I)oien unb bod) nic^t oerfte^en; auf ^ ai' fie fid) nid^t bccmaUinft 
t>efef)ren unb iljre 6ünben i^ncn ucißeben rocrben. 

6. 2)er ^eilige @eift wirft in ben ShiAenoä(^[ten ben @Iauben nicj^t auf 
finc ',auber^|afte 'magifc^e) ober auf eine geroaltfame ©eife, ^cnbern 
olfo, baß er a! unfern Sinn crteud^tet unb überzeugt »on ber gottlidjcn 
SBal^rl^eit, oon unferm GIcnb unb bcm cinit^en .fyeil in G^rifto, unb i>' unfern 
ffliUen bai\u neigt unb un€ beioegt, unfer "J^ertrouen barauf i^u fcfecn. 
^ebr. 4, 12: Daä ©ort ^Jotteo \\t Icbenbig unb frnftig unb jd;iu|ei, benn 
lein jweifdineibig B^xoexi unb bur^jbringet, bid ba^ ed fc^eibet — , unb 
ijl ein 9ti^ bct (B^nfen unb Sinne beii ^eqens. ^er. 23, 29. ^ol^. 
6, 44: 9ttemanb tann gn mit (ommen, ei fei benn, ba| i^n )ie|e 
ber Sater; fß. 37: »oft mir ber Sätet fsiebt, baA lommt 
|u mir. äfpg. 16/ 14: S)er S^bia t^at ber ^err ba« ^rg auf, baft fie 
barottf fl<^i ^atte, mal oon ^jktuhtf gevebct matb. 

7. Urfitttt«. .Der crfle unb »f^ftHflfte Demi» fftr bte «ettli^tett ber beUiflcn 

6(brift ift bad S^ugnid bc9 ^Itgrn ®eifteä in ben .^erjen ber ©(äubigen.' — 

.Ta fitr l'chrr ber hriÜncn Scbrift bie allein ronlire unb ROttlirftf iff, lo fnnvtfn 
bic ©eirnicn .^ur 'Ünna^mc leineö (äJlQubeuffntf'? , ^er niciit in rod)t ücrHonbinrn 
3eueni))cu tat beiligen Sd^rift begrQnbet i\i iHrpftict)tot roeikn; menn er aber jogar 
becfelbcn »iberftreitet, fo ift ein foldber ®(auben<fa<) burcbaud ju Derwerfen.* 

8. Olcoianttft. ^^n ber ^rebtgt beö Sorten ®om Hnb ^u betracbtcn 
ilBctecbi Vnbtgft, iveicrbi Stimmen, tmcierltl Obren. 

,ttv &ii^ed\^i ^rebiger lann nicbt mebr, benn baft er bur^ bie äu6er(t<be 
Stimme b(V-^ T^ort C^otte* thiie ^ffjrtnon in nie nttf^crltAfit Thrrrt bei auf^crfi(!)en 
*JRenfd)en; fann nbcr nid)t, bcni er roill, ben ölmiben unö ^HM^erunß be« l'ebcn« 
inö frtni fleben, mie ber 2lpoftel ^rtuluö ipri4)t, 1 Aor. 3: 60 ift »eber ber ba 
pflonjet« nodi ber ba bcoicM» etnw«, fonbcnt Hott, ber 0cb(iben giebt 

»Der tmicKlif^ $tebi0er iü ber ^eUtge <Beift, ber bm^ fein Ginfiifeto bem 
innerlichen OTenfdben ben ®(ouben in* .^erj ppianjct unb baäfelbige erneuert. 
ciU^n- 1^') Unb fo er bem tnnerttiiien 'Benfd)en bic Obren ni<bt bffnet, bleibt bei 

.i^ier i|t nbcr ju merten: iiiiieioo^l bie auHerlid)c $rebigt ni^\<^ tbut o^ne bie 
SBirbuiB beft .^eiligen (9eiftel, foQ üe borum nicbt für unnötig eead)tel meiben« 
biavelt fte dn üitM unb Serlm be» ^igen Heilet if^, bobranb er in feinen 
3lu4emäbltcn fräftig ift unb ben Glauben jur Seligfeit rairtet. Darum ou(b ber 
ftn^cs&<ben ^hebigt bei (Soangdit oft ingefcbrieben »irb, boi ber ffitrtung bei 



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282 



Einige 65« 



i^eUigen ^alic^ eigentlich iu^ti^oii, al§ IRöm- 1: ^a« ^oangeiium i|t eine jlraft 
(Sottcfl )ttt €eligMt üHm, Me baron glaubni.' 

II. IKe I0itiui«g ht9 ^riligcit •eiflc» ^«r^ >ie Mrineatr. 

1. „BütxttmtnV tfl Irin Ubltft^er ^uibnul. S)aft Slort lommt aitft 
Um Sokintfc^cn unb bebculele (fi ben Stöment bcn f^^nciteib« loel^ bie 
Solbutm bcm Aaifet fi^nntreii. ben alten laleinifc^en 9iBeUU>evfc|ttfmeii 

iDurbe efi bann gebrandet, um bas griec^ifd^e SBort „5Ri>flertum", b. l ®e= 

l^eimni^ o>>pv ctTOao ^Men)etl)te8, totebcrjugcben. ^^ftcrium bebeutete bei 
ben (i^jnec^en auc^ entioeber ettoaä (^cbetmcj ober bn^ fieheime ^^eicfjen für 
eine geheime Bad)t, obet etvoi, maä eine get^etme ^öebeuiung ^ai^ wii^ 
nur bie (^ingeroct^tcn fenncn. 

2* Urftiiuii^. .oattamcntc unb (^cLaauc^je ober ^anttlimgen, oon (Dott 
eingefelt ju bicfen (Sc^ud^« baft fie feien 3ei(^en beS Sunbcft, b. i. beft SEBiOcni 
®otted gegen un8 unb ber $erpfli(btutt0 ber jttrd)e m IBu^ unb Olaubcn, fiNDic 
ba| fte Aenn^ei^en feien, meldte b'u' 5!tr(^e Don i&etben uitb Sfftcn unterfd)eiben." 

J^. ^er heilig c ©ctft ift r<?, tfetifier be§ ®orteö roie ber ©ofrarnrnte 
firf) bebient, jeneä, um ben ©Inuben in unfern C'^'^'J^n roirfen, bicfer, um 
beu (^H a 11 beu in unfent iö^nen ju ,,beftätigen" , b. i. ju belräftigcn 
unb V' bcfeftigen; ba§ erfteie burdj .r^örcn, boä anbere burd^ Sebcn unb 
^üt^U'n. 3)€i- iUtc^enüütei: Sluguftinuä nennt boljcr quc^ dqö ^afiamcnt 
Mi ft^Bm« Soft". Saloin fagt: „(Bi fle^t feft, ba| bie Saframente 
leinen anbcni finm! I^aben, als G^riftum uni barbtetcn imb oor|lcllcn, unb 
in i|m bie @^8|e ber ^mlif<l^en (Snabe." 

9tdm. 4, 11: SDoS 3^(|en ber Sefd^eibung em|»fing Vbcn^ant {iim 
Sieget (j^ur )9eftätigung) ber ®ered|tigleit bei glaubend, welchen er 
noc^ in ber 33orl^aut l^atte. (2)ie Sef^neibung roor eine Seftätigung fcineä 
Wlaubpn^, bur(^ iucl(^cn if)m jucor fc^on bie öercc^ttgteit teil geroorben 
iDor.) Üipg. 8, MO— 38: 2)er Äämmercr fprac^f: 6ie^e, ^ler ift 2öaf)cr; 
tt)nä f)tnbcrt'6 mic(|, ba| i<^ mic^ taufen loffc? ^^ilippuS fprac^: ©laubjt 
bu von tjui^em .^er^en, fo mag'ä rool^I fein. @r antwortete unb fprac^: 

glaube, bafe ;>fu9 (5f)riftuS Oottes ooljn ift. Unb er l)ic^ ben 
Sagen galten, unb ftiegeu i^iuab in baS SBaffer^ beibe, ^^ilippuft unb ber 
JKammercr, unb er tauf te i^n. i^^ilippuS tau^ ben jUmmetec nid^t bes^ 
|alb, bo| er bttti| bie S^oufe foOte feltg merben, fonbem ta% bicfe t|m 
eine SBefMttsung fei feineft Oloubeni, burd^ »cU^en er bie i^ um (S^fü 
willen Derfpro(^ene Seligfeit bereits ergriffen unb ftc^ zugeeignet |atte.) 

4. llrfinu?!'. .Xieü' i^rafii' *ftnt ben ^^''^"^Trenbann bw i^ebre vom 
(Uaubm unb bon cafroineni.ti Tcuti ben ÖUubcn, Don roeldiem biiljet gc^ottbelt 
ift« ratrh ber i^eiiigc @ci)t in un» orbentUtbertoeife burd) ben (ir(b(t(bcn Xienft, 
»elibec in bcn betben Staden %9Xt wib Satrament befielt. %ux^ bot IBoct 
en^flnbet er bcn Olonbai, burdb bie Gatronieiite nftbrt» bcfcftifll unb Micgett er 
ben angefocbtenen ®Iauben. Xenn mit bem l^orte oerbftlt e* fid) toie mit einer 
Urtunbe, mit ben caframcntcn roie mi* bcn ber llrfunbe anßebänntcn ^icnetn Tie 
Urtunb« ift baS (^angelium i!Sioti i^ottti) felbft, toclc^em bie 6att;amente beigejügt 



Digitizcd by Lit.jv.'vi'^ 



283 



^in^, 8ffi(i)Him i\h Siegel be$ ffiUltiiä öotte*. %mn alii% was» una im 2Bott oon 
ber (Erlangung unierä ^eild bucc^ &|)riHum Der^et^ toitb, baä ^^ättgen und 
mä^r uitb mir bte 6aDHiiiiciile» ml4e »le 5eU^ uitb 6i(oel bem fBotit ober 
bei lltfunbe onseffl«! Ünb, um utifm 64»(4|eit in ^Ifc |u tDmmeii.* 



•e. Yl>a« ^inb He 9«fr«mcfittf 

fln^ ficbtbrtrc, bcilic|c IPalir^cicfeen iinb P^tcgel, ron (Bett 
i>a5u cmact'cQci, öaß rr une öurd) i>en "örrtud» 6erfelbcn fclc Vtu 
l^rt^uttg ^e« Cvangrltums ftefto bejffr 5U mdef^cti gebe titi^ 
vrrftfgelf : n^mlicb» 6a0 rr UM von mgcti ^(6 fttii^en (Dpfere 
tihrifrt , Rreus roUbruchr, DergebttttQ ber 6ötibeti imö «in 
ctvigee Heben au6 (ßnaben fäicnPe. 

®«^rK«c!)cn ein Crfennunfl^jeidit-n , bn4 eine bcftimmlc Sebeutimg l^t 
&icad ^ ein ^^ei^KA iur ideft&tigung obec ^erficbeninfl einec etsen^dnbtgoi 

Uniendyiift. 

ältitu). ^ie 6a(Tamente fmb 1. äBai)tjeidjeu unb 2. Siegel bei '-Uert^ei^ng be4 
ttiMmflcIiitiiii. 

A) ÜDaft fftt 9Babc)ei<ben unb 6ic0cl finb bU Gafnutunte? Ol ftnb fi^lbme, 
fettige ®al)rjei(!&en unb 6iegfl. 

b) 9Bon wem finb fie cingcfcßt? Sie finb von ®ott eingefe^t. 

e) fPelt^en Hwed l)abcn btc Snframcntc 0I5 fBobrjcidjen Taft (Mott um 
bucd) ben i^ebrauc^ becielbeii bie Ser^ei^ung beö (luangeliuiiid bcf^ec ju oec» 
fteben gebe, 

d) SeUben ^med ^aben bie SabniRcnte aU 6iigil? Qott und bttt4» 
ben WebrauA berfelben bie $erl|eiftung be« ßtianoelium^ oernepcle unb beftnttne. 

c/ liÖcl^c* ift bie Sicr^ieifeung bec^ (''•MinneliuniS? Daft öott un* üon rocpen 
bed einigen Opferd (S^rtfti, am Areuj uoUbiact)!, Vergebung bec 6ünben unb ein 
eroigcd Seben aus ®naben fc^enfc 



1. i0a0 einem Sakrament Q,t\\öti. 

1. finb hiebet m^t Mof; bie Saframentc bcö i^ttnien, fonbern au(f) 
bie tieo ^niten ^iunbes» tu betcad^t ,^tei)en, ba im i'ticucn Icfldment 
felbft (:Hom. 4, 11 unb 1 Mor. 5, 7) auf biefc '^cjuc^ (genommen m\tt>. 

2. 3u einem Saframentc ö^ijorcn: a) baä fic^tbarc, irbifc^e Jj^aljr* 
^eid^en unb Riegel, b) bic (Smfe^ung oon öott, bjin. oon (S^nftus, i) baö 
iinf%(|tbaye ^immlijc^e &ut, roel^ed burd^ SBal^rjeiciien unb Riegel bebeutet 
tmb ^ugefii^ert im^. 

9. SDoi fid^ve l^tx^tn mu| mit bcm unfu^tbatcn ®iit infofcnt in 
Snfftimici^ang fli^cn, bol eine tt|nUi|lett gnnf^en bdben oot^onben 
ift. 3)ie ^efc^neibung ftefjt in Sqielting ber 9efHmmunc( bc§ oon 
älbral^am abftammenben 3efd;Ie(^t3 als einet bem ^cim geheiligten ^unbcis 
nolfeg (1 ITJofe 17, 1—11); baö ^affa^Iamm roctft auf btc <Bcrf(honung 
f^in, tsek^ an baS jD^tfecbltU an ben SC|uK))foften beim äludjug oud :äg9pten 



Digitizcü by ^(j^j-j.l'^ 



284 



Scofle 66. 



gefnupi't wax (2 Mole V2, 13), unb auf bie bur(^ 0otteä 5"^ifU»»0 ^t* 
fianbeiM So[f«0(metnf(i^aft , iveldie in bfm gemcmfiimeii (Effcn (9 SXofe 12, 
4. 6) einen 9u<brutf fonb. ^afl SSaf^er ald geroöl^nlid^el SVetntfiungitntttel, 
beutet in bcv ^Caufe auf bte SIctmgund oon Sfinben 'Mp^ ^ 
9rc4en be« 8rote< unb baB XuSutcSen beS Seine« in ben Sttl^ auf bie 
getoattfame Xdtung <S^ftt am jtreuj unb bie baM erfolgte Sergie^ung 
feine« SluteS a Äor. 11, 24 unb ^Ulot. 20, 28). 2)ie Äird^enüötcr 
nennen bad @a!rament „bad fi^tbare 3e teilen ber unfid^tbaren @nabe." 

4. ,,?iditbare iÖaf)r;^etd)cn unb Siegel." Sie [teilen bar itnb beftntic^cn 
m cimi uir baö Ülugc ftnnlid) lualjrncljmbaren i[?ei[c baö, tuas luir bucd^ 
baö 2l^ort, bie i>er^ctfeun(^ be§ (iuangeliumö, mit bcm £l)v oernc^men. 

5. „«0 ei Ii 9" loecben fie genannt, a) tueil ne von bem [jeiligen (^iott 
unö gegeben ftnb unb bie Fjeiliqfiten ÖJe^cimn»|K oco (^laubenö borfteUcn; 
h) roeil fte gum l^eiUgen 0;cbiüiui; beftimmt ftnb unb mit l^etltger (fljtfutc^i 
muffen gebraucht wetben. .^eiltg ift, woä 9om geroö^nlic^^n &tbxavL^ auf« 
gefonbett nnb ffir ben SHcnfl (9alieft befitmmt t|L 8 IRofe 29^ 33: Jtein 
0rembcr foQ e« effen, bemi cfi ifl heilig. 

& JBon ®ott eingefe^t." IDom niemoitb ^at 9bi^t, 9Ba|t|ti4en 
unb Siegel für bte Serl^ctfi^g ®ottcS |u befÜmmcn, eits er fflbfl i®ott, 
hmoo. (5I)rtftu§), ber biefe Ser|ei|ttng gegeben f^at 

\\t\\nni. ,3o mtc (?ott odcin feinen ®iUcn oetfünbet utib bcnfcfbcn im* 
le^tt, unö eiebt und bic ^^erbeii^uno bfr (Mtiabc: fo beft&tiflt et felbft allein un^ 
feine ^^er^ei^ung. 6obann bat ®ott allem bie Tläö)i, SaEramente etn^ufe^en. '^enn 
6atramente einfe|en umfaßt üroeteclei: l.bei Htcd)e einen beftimmtcn Qebtaudi unb 
9oint (9titnS unb (Serenumie) Doif 4ieciben : t. biefem 9nnMb eine 9ectKt^ttn| ber 
(Nabe bin^ufOgen, bur(|| nel^eOott Derfpricbt. benen, weld^c orbnung9mäHa bicfeft 
3eiÖ^eTt ^\cbraii(fti'n, bie be^eitbnctc Sflc^f ui nr^-rt Tic: 'teht nbcr nlfcin (^nft ju. 
Trnn niic bic 'Hufna^mc in bic ®nabe utib bic 'iUTnebun(i ber äimben allein ®ott 
lufonuiit, jo au4) bie ^4jerbei^ung , ba| er fotcbed tljue. Unb »ie ®ott allein ben 
öffentlid)en 9ftttflMcnft fftt Heb anorbnet, fo Iftnn et felbft aOcin bw^ ben öffent« 
li^en oidttefbienfi, b. t. bunb ben Xttenfl am SM unb bunb bie Gahttmenle» bie 
Secbeiftung ber (9nabe und beftätigen, nämUdb bte $etbei6ung oon bem (Sinpfang 
flfler sum .f^il notroenbiticM ^^Bobltbnten, metd)e burd) bic (yrcmonien (öu^erlidbe 
■\f^(^cn iinti \->anbluneen) bei catcamente be^i4|net (abgebiibet) unb befiötigt (oep 
fiebert j löetöen." 

$f. III, 4: (Sr ^at ein SebjU^tni« geftiftet feiner SBunber, ber gnabige 
unb barm^rjtge .^err. ^pg. 7, 8: Oott gab i^m (Sttra^am} ben <hti^ 
ber 9ef<j^fibung. 2 %fe 12, 27: ift bo« $affa^^ bei ^errn. 
9Rai 2B, 18. 19: !5efttS ftnrac^: tDHr ifl gegeben aDc Ocnoft — . ^Donim 
ge^et ^in unb modlet gu l^üngern alle Völler (n. gen. fibecf.)« inbem i^ 
fte taufet — . 1 5tor. 11, 23: ^6) ^abe e§ oon bem ^errn empfangen, 
bod td) eu(^ gegeben ^abe. S)cnn ber ^ecr ^uft in ber 9tai^t, ba er Oer« 
raten loorb — . 

7. 2)aö unfie^tbore l)iinniUiii]c (^Sut bei Soframentc ift „"iS e v c bim g 
ber 6ünben unb eniges^ x^eben", roe^e» @)ott „oon roegen be« emtgen 



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t^oge 06. 



285 



Opfer« S^rifti, am Jlreuj voUhxü^i, unS au3 @noben {(^tnft" 2, 38 : 
^^ut Su^e, unb lajfe ein iegUd^er taufen auf ben Flamen ^efu S^rifti 
jur 9]!erpebung ber Sünben. Tlal 26, 28: 2)o8 ift mein ölut, tod(f)c§ 
9evgo{|en mirb für oieU ^ur S^ecgebung bev @änben. ^ol). 54. 

II. IVfIllin ler 3iDf(k ^rr dtkruiiinitr ift. 

1. 3)ei ^toed ber Safromente ift bie ^cftätigung (^efeftigung; 
beS <BIatt(enB M (Bebft^tS an boB Opfer (S^tifli am Akat) 
mKN«^/ unb bk SSerftd^erung ber grruc^t biefed Opferi, ber Sevgebung 
ber @ftnben tmb b« eioigen Mtt^, im ®Iati6cn. ^ ^dltge (Seifl 
nrifit ba^er burc^ bie ©afiomentc nur in ben (ÜUubigen. ^ ©laube 
maddt nic^t bod 6o!rament^ aber er gehört baju unb mirb burd) bagfelbe 
befeftigt. ^rt. 16, 16: ®er ba glaubet unb getauft roirb, ber loirb 
feiig iDerbcn. 2 mo\e V2, 4:i: Mein ^^mber (ber rndfi jum SJoW, }u ben 
JItnbem töottes gehört) foU bauon tjjcn. 

2. ^ie @aframente |oUen bie iH^rljeißung beö (ipangeiiumS , nämlit^ 
bnl ©Ott uns tjon TOegen bees ama^m Dpferö (i^rifti, am Ären; uoUbradjt, 
^Sergebung bev 8unbtii unb liuigeä ^eben auä (Knaben |d;eiiie, aiv ü>aljr' 
aeic^en befto beffer ju verfielen geien «nb als ©iegel oerfiegeln, 
b. i betrüfttgen. €te finb alfo ntil^t bIo|e det<|en, fonbem ju gleich 
eiceel niA Qntevpfanbcr. 1 Slofe 17, 18: ^atfelbc (bie Sef^neibung) 
fall ein 3^i<^<n fnn beS QunbeS jroifc^en mir unb eu(^ (SKra^am unb 
feinen 9la(^!ommen). 910m. 4, 11: ^ie S9ef((^neibung (nelf^e ein ^t'x^iw 
bed ^unbed mar,) empfing ^bra^am gum Siegel ber @ere(^tig!eit bed 
(^Uouben^. — 2 ^i^Vofe i:^ 9: T^a^^ iinc^e^äufrto ^rot [oU bir ein 3^i^^n 
fein in bemcr ^antt unb cm 2)cntinal i>ov ßcmin 3(ugen. 1 ÄOf. 11, 
24.25: ©olc^e« (ba^ \i)v bad gebroctjeiu- '-üroi einpfatiflrt unb effet,) tliut 
meinem (^iebäc^tniS. (SoI<^e3 (bafe i^r oon bem Meldj ber ^Dantjagung 
trinletj ttjut .^u niemeui (^it ö ad^ tniö. 1)a (E^riftuS bie ©infe^ung bcö 
älbenbmo^U an bie le^te ^affa^feier anf(^Io^, l)at er offenbar bei btefen 
Siocten ieneB SBort uon bem ungef^biertett Qrot im 9uge gehabt: ^S)en!« 
mal'' — ^Okbft^niS''. 

Ucfinu«. .i)er ^auptjRied ber Saframcnie bcfkebt barin, ba^ Tte 3?id)en 
bc'^ ^unbi'>i unb be§ 2DilIen'? Wotte? f^i'pon unä fmb, b. i. bat? C^ott burdi 
biefelben bejoußt, er molle beim otbnunflemaf'.nTien (5cbrau(b bie Deri)ei^enc cac^e 
mitteiUn, unb allo unjern (^)lQubcn b«(c)tiöt; ober bo^ er burtb bie Sotiomente 
und ftber feinen SiUen beUi)ct, buid) biefelbcn vaA eimabnt, bie bur<b Gl^rifhim 
cnoorbeiien (BOter iu ergreifen« unb bitr^ biefellen @oftamente bicfe Sobltbaten 
&infti uttft PerRegctt. Sie oerfiegeln aber 1. iDdl fie 3ei<ben fmb, 2. weit fie 
Seiten Tmb, mefAc l^ie liinjnßefflßte ^eTf}fi^unfl entJjalten. 'SJabor beiueßt ber 
^iltge ®ei|t luutiam uiijre .t>cruni burd) bie'e ^i\d)m unb Untcrpfänbcr ber ßötls 
Ii4)en ®nübe ßegcn un« nit^t loenißet al* burd) Da* 3ßorl.* 

3. ^ie @atramente ftnb SunbeSieic^en« unb ift ba^er an fte eine 
gegenfeitige Verpflichtung getnüpft. ®ott »erpflif^tet ^ in i^nen, und 
bie ettoiben au Hergeben unb ba« ewige fieben a» f<|cnten; wir neritfli«^ 



un8 bagegen^ an S|rifitum jti (^lau&en imb in bem neuen Seben ^ii mnnbrln. 
1 1/ 7: SDaS SSlut ^^fu (ä^nfti, jemeö ^o^nes, mac^t unä retti tun 
aller ©fmbe. 2 Xim. 2, 19: Der [cfte ©runb (iinabänberlic^f 5Borja^) 
(Rottes befielt, unb \}a{ bicfe« Sicnel: bcr ^)err knnet bie Seinen; unb: 
ed trete ab Don bei Uiig^iedjtigftHt, luei beu ^Jiameii 6l)ri)ti neiirid. 
4. ^ie ©aframente fmb feine Opfer. 

Utfinuft. ,«» Saffowcnt ifl ein oint« lur^ tocUM Oott «n« etwa* 
gidt, nSmli^ Me Setzen unb bie &(|eU(itetat Sa^en, ober bur^) toeldjed (^ott 
bezeugt, ba& er und feine fBobU^ten barbiete unb ßcbc. ßin Opfer aber ift ein 
Serf, burcb toelcbe^ mir (^Jott einen Don ibni befobienfn r^ebocfam ober i)icnft 
leiften, ÖS ift olfo ber UntfrWüt'b mx Weben unb ßmpfnnisen.'' 

@benfo finb [ie ittnc „lud^lid^en ^anblungen", fonbem göttlidie 
^anblungen^ bcmt ber ^anbelnbe tfl ollctn bcr ^eilige 6kift, roogegen 
ber jitt|m S)t(iift (etm SiaiM^ ber €atratnente att ctmaft 9^cbenf(l(^li(^ed 
Ipwfidtnti* 

6. ^ €6framcnte erfflDen gioed nur Jbux^ ben Sraud^" 

(inbem fie gebraucht roerben); bemnac^ ^aben fte ald 3!Bal^r|ei(|en unb 
^cgel au(^ nur fär ben Sraud» unb wä^renb bedfelben i^re I6ebeutung. 

Die Sebienitnc^ ber 'Saframentc fte^t nur ben rerorbneten Dienern 
am ^iiiort ^u, üon beren v^'^lö^^'^f'^ ^IBürbif^fcit ober Unioüvbigfeit bie 
^trfung ber (Saframcnte nic^t abl^ängig ift 1 Rox. 4^ 1. 4: Dafür ^aUe 
une lebermann für ^^vifti Diener unb ^aud^alter Uber @otteS 
^eimniffe. Der ^err ift eS aber, ber midd rid^tet. 

^ncnStotfall, rottet eine Xbioei(^ung von biefer IDrbnung erforbem 
tdnnte, giebt cS mi^ 2)cnn^ twe Xuguftinui fagt, nntt bie Mbe^rung, 
fonbem bie Sercui^tuns ber 6a(nimettte «erbnnmi £tti 7, 30: ^e ^S^fder 
unb Sf^ftgele^rten oero^teten ©otted 9Ial nriber ftd^ felbjl, unb liefen fU^ 
ntc^t uon i^m (^o^anneiS) taufen. Die reformierte SUxä^e oerroirft ba|cr 
aud^ bie fog. 5101= ober ^ac^taufe (b. i. (Siltaufe) bur^ .f>ebammcn ober 
anberc i!eute; ebenfo im ^rinjip bie Äranfenfommunion, unb acftattot 
eine foldje nur, wenn mit bem Hranfcn tiüdi ant^cre nn bem 3lbenbmai^le 
teilnehmen, bamit es eine iuuUid)e „Kommunion ' ((i)tinnnf(^aft) ift. 

6. Urfinuä. bec ^lage: ^ai finb bic ^alcamente? luirb omi 
Hota^iinuf f^ulb geflcben, baft et ba» Mite uiA 9c|ie outlaffe: nAmlitb ba| fie 
ba^clbide, fo fie lebten unb betrAftigen, att<b flbetgeben, in fi<b (»alten unb mit fitb 
bringen, unb baSfefbigc nid^t allein bebeuten, fonbem au(b übergeben. 

„hierauf ift furj ju antworten ßrftlid^ ift biefem nitbt n(fo, ha]\ bcr .^atecbi«^ 
mud aud ben Sarramenten foli^e .^etc^en macbe, bie baSfelbc, Mi lic bebeuten unb 
ald 0öttli(be $fanber bezeugen, ni(bt mit fub bräibten, fonbem a roirb t>ieluicb<^ 
foUM eifUM nnb befcftigt, inbem fie^lgSttll^e SDa|f|el4en unb 6i<gcl genannt 
werben, ^enn ®ott obne 3n)eifel in feinen 6<ilramenlen ^fo roabrbaftig ift, alt 
in feinem TDart. Terbalben wirb bi^r fcineSweßS geleugnet, bafe bie Satramente 
folcbe 3^4)€n finb, baburd) bic bejeicbnetcn f^abcn, in ilircm rcct)tcn ^raucb/ roflbrbaftiß 
übergeben toerben; baben aucb toic ioid)t^ iu leugnen nte im 3inne gehabt, allein bab 
btefe nötige Qrtl&rung allzeit bebalten unb gefegt werbe, ba& ®ott nicbt anberd 
feine Oaben burib bic 6atramente giebt, benn bur^ bat SSort, nftmli^ 



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287 



allein benen, bie baSfclWge, fo ba^ %oxi bcn ü^ren unb bo* ©ofromont htn tluflcn 
Ofrfünben, mit roabrem ®laitbcn annehmen; unb nic^t anbcrer WcltuU un^ lUcinimg, 
beim bah üuidj öaa )Boit ber Jpeilige (^ei|t ben @Iaubcu tohUi, xoüdim a buid^ 
Ue Sottomciilt fi(^t&ace iinb an Me Src^^unfl gehängte ^fdnbec unb 6kgel 
er^&lt« meieret unb beftätigt: bttt4 meldten ©louben mir allein bet (BmcHtt (Sott(6 
unb aQer bimmUfdien ®ater teilt)aftig roerben. ^enn alfo lehren Don @infe|ung 
unb ^Braud) aller Salramente öon anbeginn ber Welt 3d)nft, bie oUcn iiift^ 
li<6en Sfribcntcn (Wirc^enodter), unb bie Slugöbutgildjc «onrciRon unb äpologie. 

«Unb tuo bem nii)i alfo niAie, fo ntü^tm aUe, bie nur baft Sort dören unb 
Ue 6«lMnciite flfbniud^, Me tm^eitmeR iDo^IMMm cnpfdimeii, Simon bft 
3oubcrcr fMPoll ald ^utuS; »el^tft »eU neft^. ^erbalbeu bcn Salromentoi 
nW^ npnommcn lüirb, bn? ibnen ®ottc3 ®nrt sunicbt, unb feine jübiffibe SReinung 
ift, öajä Tie äßnbraetdjen unb 3e"0niffe ber i>evbeimm0 ober ber Wnabe ®oUc§ ge* 
nannt roerben; fonbem uielme()c biefeö irrige unb abgöttix^e (^coicbtc (^rfinbungen) 
ftnb, bog bie Sahramcate bcA Wim nnb 91mm ScNncnteft (Swibed) nic^l cineriei 
9nui4 f)obm unb Me altf« Gafrontcnte nur Uo|e Sellen unb Sotbitber ber un« 
fiibtbQfnt QNtttbe (Botteft ftnb Bfn»efcn: fo bo4 cinniri ®nabe allen ®löubigen in 
bettw» ^cftnmenten öcrVif'«'" unb flfgeben wirb im ©ort unb in bcn SoframeTiten, 
nrie bie rdunt mannißfaltifl jeunft, of? 5Röni. 4; i .>?nr. 10 ?f., unb roic alle alten 
6(libenten ietjren. ^er Untetiäjieb i)t allein bie)ec, baj^ bie alten oattamente auf 
bdi tftnftige, bie neuen ouf baft geftbebene Olifer Übvifii BWtfcn/ unb bcrbalben 
ttattr fhib benn icn«, nie au^ bie 2ei)re unb ^cb^lung. ^cm, bab bie Gaframento 
be« 5leuen JcftomentS in einem anbeni 'i^erftonb, unb ni(bt eben barum foUen üWittel 
fein, bur(b »eldje un« ®ütt feine ill'ol)lt^oten mitteilet, bafe er baburc^ ben (Glauben 
roirfet, wie a\u% burd^ bü« Mott, bo(^ alfo, bafe er burrf) ba§ 3Bort anö»'sünbet, 
unb burcb bie oatramente gemetiret unb geftärtet toirb. ooläii ^ebre ift ber 
potiiM^cn O|»infon (folfibcn 9leinunfl) oom opuo opemtam (ein Qctt bei bem c« 
nur auf bie Auberli^e Setricbtung abgefeben ift) goni gieiib vnb gemä^. ^crbolben 
bie 'JIntrriort v.nh nnßejOßenc Scugniffe (im fiatL'inamu^i genug ftnb, bie ^atm unb 
ilrouct) ber coframent? ju erlläten, lueil tibnitu^i iclbjt ba« ?lbenbmabl ebcnfowobl 
2um (l^ebdc^miö teinec ^obltboten oerorbnet bot, ab bie alten 8a(iamentc, unb 
mhic bic nUcn no^ bii itaicn SoimmlU leere ober blo|e, fonbem aUtn (S^läubigen 
trftftigc nnb wnbrbaftte« 0dcnf|d4<n uMb Bmsniffc ber Ohuibe ünb/ 



»7. 9inb benn beibe^ bA» Xüwt unb bie '^afvarnttiu, ba|>ln gcricbtet/ b«# 
unfern glauben auf bne (Dpfcr ^efu C^rifK am "Rnui, 4l» auf bcn 
einlpen (Brunb unfeicr ^eltgPett, weifen f 

3ä freflidi, benn öcr ^eilige 0cift Ici^rct im '>:viUiciflio, unt 
befrdtigrt tuvd) öie ^eiligen 6aEramcTitr/ ba^ unfcrc 9aii5e dclig« 
Icir ittif€ in bm einlgtii (Dpfrr C^riflt, für uns am &rru5 gc« 
fittktn, 

Vnbo. 9of ®ort unb Me Satnnmntt »elfcn belbe unfern Olanben nnf bab 
0|ifer Gbtifti am Areuj als auf ben einigen (9runb unfrer Seligfeit. 

W\( hmi\}^ii bu bn*''' Ter vSeilifle (^d)t Icbret im Cunnflelio unb beftätint 
buccb bte beUigen cafimii nt. , ^av untre gonje Seiigteit ftebe in bem einigen Cpfer 
i^irifti, für un<^ am Hiaii Hi-i4>et)en. 



288 



1. So lüemg ülö baö bio{ie .Moitn öc^ ®ortfS ®otteä, fo tncnig madjt 
ber blü^e (^ji'braud) ber Satramente bie Selig feit; biefe itel)t aÜein auf 
bem Cvfer (i^nfti, jui uns am .Hieuj gcfc^c^en, auf roelc^eä SBort unb 
6aframent ^intoeifen, unb bad loir im Glauben ergreifen muffen. 
91dm. 2, 26: S)ie Qcf^netbung ift roo^t nü^^e, wenn bu bttf (Sefe^ ^ältft; 
^ätt|l bu aber bal (Scfe^ mi^, fo ift bcine 9cf d^bunfi fc^on eine Sorbmtt 
gcnotbcn. ©0 ifl a»d^ btc %aufe nii^ nfiffe ben <SMen. SOtrt 
16, 16: 9ßn ba glaubet unb getauft wtrb^ ber mixb felig werben. — 
^jttMi, @imon ber ^auhnn, Stnaniad unb Bapplfixa, Xemai u. a. roacen 
auc^ getauft unb gingen bo(^ verloren. 1 Rox. 11, 20. 30: äBenn i^r nun 
jufammen fommt, |o \)&it man bn nidjt be§ .Qcrm Sfbenbmnhl {im ©lauberi 
unb m ber Jdiebe). ^anim jmb aud) fo oiel Sdjioadjc unb Ürante unter 
eu(i)^ unb ein gut ;ieil fdjlaien (fmb ol)ne a^iftlidjeä JL'cbcn). 

2. ©ort unb ©aframcnt rocifcn auf cm unb baöfclbc f)in, auf ba4> 
Opfer ß^riftt für uns, roelc^cß ber einicif (^W unb unfrer 3eligleit ift. 
1 ilor. 3, 11; iiiiuii uiiDirn Öruub iann meuiüuö legen, au^er bem, ber 
gelegt ift, weld^er ift ^6\ni (Sl^riftuS. 

•) 9kf SUtn unb Obern ganzen 9Borte0 ®otlci, bai ^angclium 
im 9Uten unb Steuen 9unb, iß bie Settllnbigung ber drldfung bufi^ 
baS Oipfer (S|nfU, wie H im %Jkn ttunb ner^eilen unb ooruebilbet unb 
im <!Reuen Qunb erfftOt ifl. 1 ft«r. 1, 23: ÜKr inrebigen ben nelceusietcn 
Gl^riftum. 

1» 'ü^ie "SebeutuTin ber Safrnmente im ?Ilten inib bleuen ?^unb ift 
niditc anbcre6, ah bie (frlöfunq burc^ bae Opfer (5l)iiiti uor bie JUugen jju 
[teilen unb bem Ji)erjen einzuprägen. 3iöm. 6, 3: SÜtfjet t()r nidjt, ba^ oUe, 
bie mir in ^efum G!)rift getauft finb, bie finb in feinen %o'o getauft? 
1 ^or. 11, 26: üft i^r von biefcm '^rot effet unb uon biefem Held) 
trinfet^ foUt i||r bed ^erm ^ob nerlttnbigen. 

S. j)er Unterfc^ieb annfi^en SBort tinb Sofratnent befielt nur in 
bor 9(vt, wie auf baS Oi»fev (S^fK |inweifen unb wie ber ^(ige 
(Skifl burc^ fie wirlt (ben glauben lebren unb befiötigen). 

Urfinud. .Sußuftinud fogt, bo8 6aframent fei baS fiditbarc 5Bort. 
3ßenn er fagt, ba« Saframent fei ,baS ?Bort~, fo ?eiflt er bie Ubereinftimmung 
Don SBort unb Safcamcnt, tceil fie ndmlicl) ein unb baäielbe lehren; nenn er tjin- 
jufügt ,f i(btbar', fo }eigt er ben Unterfdbieb, roetl fte nAmUdb in ber ^rt unb 
IBeife oeif4»iebett fInb. ^ Meie: SHc Sei^ tbun unS bntA iNnblunflcn^ bot 
ffloft bunb 9tebe ben Hillen C^otte« Ikuib; burc^ bad SDort wirb ber Glaube an^ 
flefannen lIn^ hrteftint, hurd) bio ?;^?Tnmente luirb ^e■T nngefftnßeite beftärft: ba<i 
'.'l'oit rann and) nhiu* bie 6afrümcnte, bie cotramcntc nidjt obne ba>3 fi'ovl 
uu^cn; oi)ne ^[fenntuiS merben 6rn)a<jbfene ni(t|t feiig, o^ne bie 8atraiueute 
(ömicn fie, fofem biefelben nicbt oernat^läffigt obct Dcnubtet werben, miebergebpien 
unb fcUii nnben; bo« Sott eifhftfl n<b (wf alle, bie Safcmneittc ollein auf bie 
(BlAubißen." 

4. öejugUc^ ber 5Jebeutung ber ©aframente finb jroei aibtuege ju rxu 
meiben : man borf nitbt ju viel unb niibt ^u wenig in ibnen fe^n. 'Ban 



L.iyui<.LU Oy VjOOQle 



ijrafie SB. 



289 



borf einmal nid^t bie 3^^^ btt bezeichneten Badft oeumfc^en, unb 
aim anbcm barf man in ben @a(ramciitai nk^t Uew 3<n^ unb bU>|e 
Stt|ere (Scrcmonien erbUtfen. 



« 68. YDie v>icl S«Fr«iiwiitc <Ct^(lii» f« neuen CeflAmeiti einecfe^tf 

Sfwri: öie betlige Cftufe iinb ba» bctlige SCbntömaH. 

$(ntro. (Sf)riM W im 9leuen 3:eftaraent jwei Satcomente eingelegt: 1. btc 
^Kfli Saufe uiib i. boA ^lige Vbeobnabl. 



1. "^m 2IIten Tcftamcnt gieM e§ uerfd^iebcne ^^orbilhcr, melcfie niif 
bie ©afrnmcntc bcö 'Jieuen ieftomentö belogen loerben, ^-ö. ötc iiiiolten^ 
fäule unb ber 3)ut4igan9 burt|s rote "üJJecv, baS ^Janna unb boö äBüjjei: 
ouö bem 3^elfen* 1 Äor. 10, 14: Unfcre ^Jater fino aUe unter ber ffiolte 
gewefen unb ftnb alle buid) duö ^JJlecr gegangen; unb fmb aUe unter 
(cigentliil: auf) ^ofe getauft, mit ber SßoR^ unb mit bem SRccr; unb 
^ben aUe einerlei geiftlic^e @peife gegejfen; unb ^aben aVe ctnerlet 
geifklicj^en ^rant getrunfcn; |ie tränten aber oon bem geiftlid^en ^li, 
ber mil^Iote, »elfter war 6^ri{ltti. S^hftug wirb l^ter ^^b" genannt, 
aber aic ber „geiftlic^e" opn bem notflrlid^en greifen, auB »eitlem baS 
äBaffer flo^, unterfc^ieben. 

2. ^er iTIte 5^imb ^attc wie tex '^}cw nnd) nur ^roei ©afrain en t c: 
bie iU idiiu itiuug unb bns t'affa^, bcnn nur bicfc beibcn waren bauernbc 
:^^n^tltutuut'n für bao äUte iüunbeSooIt, bie anbem vorhin genannten alt« 
tejiamentlic^en „©afviiniente" waren oorübcrge^)cnb. 

ft) ^ur4) bie Sef (i^neibuug gcfc^a^ m4it blo^ bie 'Jfufnal^me in 
ben Sunb ©otteä, [onbem fte nrieS au(^ ^in auf bie Steinigung bed ^ersenä^ 
bie SBiebergeburt; fte gefc^a^ borum nur einmal. 1 Wofe 17,7—14: 
9)ie Sefc^ntibung fott ein S^iü^^n fein beA 9unbeA )»if<$en mir unb en^. 
5 9Rofe 30, 6: itv ^err, bein &olt, ohcb bein |^er) befc|neiben, unb 
bot ^ei) beineS @amend, baB bu ben ^errn, beinen @ott, liebeft oon 
ganzem bergen unb von ganzer @ecle, auf baf; bu leben mögeft. 

'») T^aö %Miifal), n)clc^e§ ii('fcf)!adbtet unb qt'qeficn rourbc, w<xv baä , 
©alrament ber (^rlbfung burd; bnö Üilut beä ifammcä (iiotteö unD fovts 
ge^enbeti ^öunbcSerneuerung ; ba^er eä jölirlicf) lüiebcrljolt rourbe. 
2 3Wofe 12, 13: Daö iMut i'oll euer 3 fitzen fein on ben .»oaufeni, bnv= 
innen i^r feib, ba^, lotnn id; bae ^lut jt^e, uoi eucl; ubaijcije (utijdjuue). 
93^ 25—27: ttnb menn t^r ind :i^anb (ommt, baS eud; ber ^err geben »irb, 
nrie er gerebet ^at, fo galtet biefen S)ienft. 

8. Sbm Nibcn 6alramenten be< ftltcn dunbei «ntfpreilen ^ie bc^en 
bei 9letten Sunbei: ber Sefd^netbung bie ^eilige 3:aufe, bem ^ffa^ 
baS ^eilige Slbenbma^I. 

Kc(tms>n, Settel». AaM* 19 



290 



%ta» 68. 



«) ^ie Taufe ift bog (Siegel (Safvament) iinjva ^^Jietun t b u rt unb 
ber Jäufnaijme in ben 53unb G^oUeä; bo^er audj mu einmal ooUjogen. 
Äol. 2, 11 Vi: lueldjcm (G^riftug) \\)t aud) biicinntien feib, mit bcr 
5bc|d)neib un(^ ol)ne ."panbe, burd) Slblegung bio funblidjeii xieibtö im 
{^Ieii(^, nämli^i mit bii ^cjc^neibung @I|nfti; in bem^ ba^ i^r mit i^m 
ht^aitn feib binri^bie Saufe, in melc^em i^r m6) feib auferftonbcti ^uk^ 
ben ®laiiben, ben (Sott mutet — 

1^) ^ai Slbenbma^l tfl bai Siegel (®altament) bcr Crn Artung 
bc« neuen 9lenf<l^en, feines Sßo<|9tuind im ®I<mben unb ber foctgebenben 
(Erneuerung beö ^unbeä; roed^aib ed öfterd mieber^oU roirb. 1 S(ov. 
5, 7: 'iBir ^aben mtcb ein Ofieriamm (^ifo^), baft ift (S^rifluft, fftr 
uns geopfert. 

4. 5öorin bic Soframente hei Gilten unb be« bleuen ^eftnments ßberein? 
ftimmen unb morin Tie fid) unteridjciben, barüber iQflt Uvfinu'i: 

«) ,6ie ftimmcu ubecein: i. 3ladi bem Urheber, m\l beibt üon &ott 
eingeteilt Tinb. 9. ben bciri^tncten ober bem l9cfcn''($«t|toni): bemt 
burcb bic €ntramente ber beibcn Xeftamcnte werben eben biefelben So^^n bejeic^nct 
l»frbei|en unb borßcbotim, nämlicb bic ^I^ergebuiifl bot cünben unb bie ®abc be« 
i&eiliflen (Reifte*, unb jTOor allein burd) L4)ri)tum. (4>ebr. s; i Jtor. 10, 1-4; 
Hol 2, 11 — b. i. in ber iaufc empfangen mix eben bieiolbigen ^obltbaten, neUbe 
bie SJäter in ber ^Befdjneibuno empfinftcn — ; i Äön. 5, 7.) Slueuftinu«: ben 
Bdibcn ftnb fie Mrf#eben, boncgen in ber 6a4<i »ebbe besei^nct »leb, Rnb fic 
gleilb* ^Qe babtn bieielbe geiftlicbe Speiff gegeffcn, burd^aud biefelbe 6ei{t(i(be. 
3n'nT eine anbete leiblidie, jene t>o^ ^]ö?anna, roir ein anbcre«: bie peiftlid)c aber, 
n>eld]e mir effen." Su^cr (äljriiuiiu cil]o , tucld)er bie be.u'idincte 3adie ift aller 
Saframcnie beo ^Iten unb bei ^^euen liitunienUS, ijt nie jcmanb KliS geworben 
no(b wirb ^eute icmanb felig. ^rant folgt, boft bie Qftter im Wien 9inib bie« 
felbe Ocmeinf^aft QbrifK gebobt loben, »dibe ou^ nrir baten, rnib bab biefe ibnen 
ni4t »enigee bunb ^ort unb Satvonient beietcbnet aar, ali fte und beute im 9teuen 
9^unb bejeiAnet wirb. Demnodi ift e* nicbt bloft flbflatterei, in ben Saframenten 
eine anbere @emeinf(baft Gbriiti ni iudien, al-i. in bem 3i^ort, ionbem aud), in ben 
6atramcnten bei bleuen üButiücö eine anbere ÜJenu-m)cljatt ju tuci^cu ab btc, tueld^e 
in ben Gnhnnientcn beg Wien 9unbeg mar.* 

1») .6ie nnterf gelben g4: i. 9la4 ben Sormen ber ^anbbnig (SUtug); 
benn anbere gönnen b^ttfn bie alten, anbere baben bie neuen. Weil eine ^nberung 
burd) bic Ijrfdjeinunfl (Sbrtfti bciüirlt ift, infolge beren ber ^Jeue '43unb nn fteClc bei 
llUen geUekn ift. 2. 9kd) bei 3aM- (Urfmud |iebt au(b bie catramente im 
weiteren Sinn, wie bad SRanna tc. bie^ in betra(bt ; biefe waren iebod() teine bauembe 
einriebtungen »le QefcinclbnnB nnb ^aifob.) IMber »aten e» mebr unb augt 
gi-bebntere, jet^t fmb tbrer weniger unb ßnb einfacber. 3. 9{a(b ber !9e|etlbnnng. 
Xie alten caframentc beji^idinen Pbriftum al'i ben lommenben, bie neuen bc- 
jeidjuen ibn alö ben erfditouiien. '2>ie '-i^e^eiv^nung ift eine uerfdjiebene, je nocbbem 
boi ^-Berbältniö ber ^eit eui uerfc^iebene^ ift. ^ie alten njeifen auf bie jufflnftifle 
Seit beg etf(beinenben 6bnftu9, bie unfrigen weifen auf bie »ergangene Seit beg 
bceciti Im 91elf4 genffenboricn Gbeifhig. 4. fhUb ber San er. 3ene foOlen nur 
bi4 )u ber 6rf(beinung hei Sneffiog bauem, bie unfrigen bid gur SBiibetlnnft beg 
ÜRefMf b. i. bt4 ouft (Inbe ber ®elt. i». !Na4 ber Serpfliibtunfl. ^e alten 



L.iyui<.LU Oy VjOOQle 



^^Oße 69. 



291 



gaftm nut für bie 3uben ober 9Iac^tommcn Hbral^amd. Denn biejenigen, todf||e 
ouS ben Reiben fi^) beM)rten, brauchten btefeI5en nidit ju beobachten. 3(pg. 2, 5. 
(2iie fo0. ^rofelpten be« lljorc«.) 3« ben unfrißen aber ift bie ßanje Äircfee unter 
allen Göttern Derpfli(btet IWat. 2ö, 19: laufet alle SJoltet k ma\. 26, 27: Irinfet 
alle hütüü^ K. 6. 9la4> illacljeit. ^lu waren btuider« meil fie bie über- 
gcNnben €oiten nur olif^atteten; Me unfrioot {inb beiilII4», ipcti fie 6o4«n 
^(Uftncn, »elfte m e^rifto übergeben unb etfüQt Rnb." 

5. 3w bleuen ©unb \)ai G^riftuä nur jwci @a!ramentr^ bic Fjeiltge 
Xaufe unb bQ§ fjeiligc SlbcntfmnH cini-^efe^t, roie a«(^ bic alte Äir^e 
nur biefe beiben getonnt unb gebraucht ^at. 8ie allein entfprcdjen aud^ 
bem 35egriff oon ©aframent. ^n ber ^infe^junt^ buidj (ifjriftuö ift bic Gin^ 
fefeunc^ Don ©Ott gegeben. ^Öie fein äißort fo and) fein Xf)un ift bcä ^i^nterö. 
^oij. 22,49: ^6) Ijabc lud/l uon nur fclber gerebct, fonbern bei isatev, ber 

gefanbt ^at, ber ^at mir ein ®ebat gegeben, mai \^ t^un unb 
re^«it foU. 

6. (S^riflui |at bt« SutMmente am fcincS Gvldfimgiimfe« 
cin0efc|)t: baB ^eHtge Sbcnbma^l, att er im beijnff nHir^ m bcn Xcb 

p gelten unb ft(^ jum Opfer ^injugeben („bad ift mein Seib, ber gcbrod^en 
roirb; mein )8lut, bad oergoffen wirb'*)/ unb bie Iieilige Xaufe, als er 
im bef^riff niar, in >)eTi A^immel cinjugcljen iinb bie .^nerrfc^aft fetnc8 
iHei(^cö ju überncl;nun (,,inad)ct ;3üngem alle i{c»(fer"). 

7. 3)ie römifct)=fiUlio[ifdie jriird)e nimmt jicbcn Saframente on, nämlid[) 
au^er Xaufe unb 'ilbcnbrnal)! nocf) Firmelung, iHuftr, Gbe, ^VicftutDeilje 
unb le^te Clung. a)iefe fünf firdjUdjen |)anbiunöeu, wdd)t \n Dti erften 
(S^nften^eit Ali Gftfniiiciite nt(^t gehalten würben, entfprei^en ni^it bem 
begriff @alramciit«, n»tf er ftt^ taa ber ^d^rift ergtebt, in aOcn 
€tatfen. 5Der ^wmJxmfi, $riefier»ci(|e imb Ickten Cfung ^ 
ff^ng von e^riftud; @^e unb $u^e {Hib givar gftttltd^e Ordnungen, aber 
ci fe^U bo8 fi<|tbare 3eid^en. S(u|erbem fc^lie^en ft<^ @]^e unb «IJriefiler* 
roei^e ou§, ba bie %kiefter nic^t heiraten bürfen, unb bo(^ foUen bie @afro« 
inente allen (Gläubigen j;u gute fommen. ^ie Ic^tc Tfung crl)alten bie Seute 
nur, roenn bev Tob crmartct tnirb; ^JDirt. G, VA unb '^af. ö, 14, roornuf 
man fid) bafür berufen roiU, \>a^ ni^t, n>eil t>ana^ 0b. 15) bie Hianfen 
foQen ge)unb toerben. 



69. XPic ivtrfl bu in bei* i;eiliaen Caufc erinnert unb Pcrfid^crt^ b«^ bad 
cinine Opfer C^rifn «m Sreu) bir gute fommcf 

baf Cbnflue bic6 aupcrlicbe IPafferbab cingefegt, unt 
babei vcrbfi#eti bat^ ba0 id) fo gen>i0 mit feitiem BIui nnb <0ei^ 
von ber Utirritiigteit meimr ^ktlt, bae ift, i^n atten mtlnrit 

19* 



Digitizcü by 



292 



eünben dcwafcben fei, fo gewil idi ^udcrUdb mit 6em XOaffn, 
n>fldbe6 5ie UnfAuberteir 5e0 Cetbe« püegt biitwegsttttelrmm« 0c« 

wafdicn Hn. 

'Slniro. Tic äulBcriic^c ;ilüiuafd)unfl nm l'oibc in ber lüufo eiimiert nudj nl5 
ein ^al)rjeidt)en unb uerFidjert nüc^ ald ein Siegel ber iimecUc^en Sibroafc^ung Oer 
Seele von Sünben, nad) bem Sefe^l uttt ber Ser^eiftuttg G()nftu 

«) Siefem nfl<ft bem (SM»? ^( (S^tiftuft bteft MmrU^e SDaffcrbab 
eingefe^t bat. 

?Vi fern nai^ bec Serbeilnno <&bnfK. äSeU es babet oerbeileii bo^ bat - 
gen>a)(^oi bm. 



1. 9Baf(^un0en, fo»te Sefpteiigungcit mit SSoffer aber IBIitt 
nNuett im ®efe| beft atten ij^unbe« als finnbilblU^e ^anblungen ber 

SReinigung unb 9öcif)e angeorbnct; 33. mit ^Baffer 2 3Kofe 29, 4: ^ 
foUft Sharon unb feine 8ö^ne mit SS^affer toafc^en; AWlo^e 19 bad (Spreng: 
roa^cr beim Opfer ber roten SliiB; mit Slut 2 gj^ofc 29, 21: 'Tu füüft 
oom iBlut auf bem Elitär nct)men, unb x'lnron unb feine Hlcibci unb feine 
®öl)ne unb i^re iRleibev befprcngen, fo louö er unb feine Mieiber, feine 
oö^ne unb üjrc itleibev {^eroei^et; 3 'tWlofe 14, 7 jur Steinigung ber 2lu8; 
fähigen; mit iölut unb aiJüffer, ^ebr. 9, 19—22: — unb luirb faft 
aDcA mit 9Utt gereinigt bem @efe^. 

Unter bem JSilbc ber ^efprengung perUlttben bie ^rop^eten aw^ bte 
tftnftige tnnerli^ Steinigung itnb Smeuentng bitn^ <iott fetbft fomo^l 
fär ^drael, ^ef. 36, 35—27: ^c^ miO rein SSaffer ttber eu($ fprengen, ba^ 
rein roerbet; — unb \^ miü eu^i ein neued ^erg unb einen neuen @eift 
in eud) geben — ; ol8 auc^ für bie Reiben, 52, 15: alfo ivirb er (ber 
Unecht (Rottes) uiele Reiben befprengen (ygl. $cbr. 12, 24). 

2. ^Die ^aufe :^ol)anneö bcö Xäufeiö ging ber 4)nftlidf)cn Tnnfe noran. 
SefuS fclbft liefe fic^ oon ^o^nneö taufen, ber oon ®ott gc|e|ten Lrbnung 
entfpretf^enb ; ^attf). 3, 15: l'a^ je^t alfo fein; alfo gebühret eä un9 alle 
(Ai€ve4|ti9teit ju iifuUen. Äjtx Xaufe ^ui iBufie unterzog fidd ^cfuö, uw^t 
racil er eigene @ttnben bdenncn ^atte, fonbcm »ett auf il)m, bem 
SRcnfd^ienfo^n unb ®ottetiamm, bie ©flnben ber 9Be(t logen. 9{a<l^btm 
defu< aufgetreten »ar, tauften aml^ feine Sflnger; 3<fui fel^t taufte nic^t; 
^0^. B, 32. 23; 4, 1. 2. 2>te ^loufe mar bot teer Xufna^me in 

bie !3"nLjci-[ffiafl. 

2)ic iaufe ^ol^anncS unb ber '^ün^tv 3cfu war nacf) bem äußeren 
SUa^r^eic^en unb ©icgel unb in ber Sad)e unfrer Xaufe glcidi, ahn barin uer^ 
f(^ieben, bafi boö Dpfcr ß^nfti, auf Cürunb beffen bic ^IJeraebung gefc^at), nocf) 
{Ulfinfttg toar. 9)iat. 8, 11: ^(^ taufe eud^ mit ül^afjer ^ufte; bcv aber 
nad^ mir fommt, — ber luirb eud; mit bem ^eiligen (''icift unb mit Breuer 
taufen. Paulus lofet bie „oü»0^'^" (Spl)e|uö, iicute, bic an 0.efum gläubig 
gemorben mareii, ober nur bte ^aufe ^o^annei empfangen Ratten, taufen auf 
ben !Ramen beft ^erm ^ef«, nac^bem er fte belehrt i^atte. tb^ 19, i—l* 



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293 



UrfinuS. „i^i ift oncnbar, ban auci) bic iaufc .^obonne^ in ticr cndic 
felbft biejelbe Xaufe gemefen ift mit bie unfrtge. ^enn ^o^aimcä prebigtc bie Xau\c 
bcr SfnuUidwning, jur Vergebung bcc 6üii^ bamit fte BlouBtcn an 3efWR 
(S^tifhuii, »eU^ nod^ tommen foUte. 6oUbcr Vrt ifi aiub unfn Zaufe, nur 
baf? roir jc^t ni(j(>t mc^ir ßctouft rocrbcn auf G^riftum, bcr fomnten fod, fonbcm auf 
ß^tiftum, bor «Tfdjicnon ift. ffifo ift bic Taufe ^);ot)QtincS imb >cr 'Kpoftel unb bic 
unfrc biofelbe m benifl nur bü'i SBcfen; ein Unton'djicb bcflelit nur m bcm ''l^cr^ 
^aitni» bcä ju ^e^eit^nciioeu: inbem 3ol)(inne« taufte in ben 9}amen (5i}ii|ti, todö)H 
kibm unb oufctfleben foQte, isAbnnb bie 9l|Mi9cI tauften unb »ir jetjt taufen in 
ben 9lanten (5^Ttfti, ber gelitten bat unb aufcrftanben ift. Sonft mflite man foften, 
unfrc ioufe ift n(d)t bicfclbe mic bic Taufe ß^rifti (bic Toufc, bic C^riftu« em« 
pfoHfien bat\ Tenn C^bnffit^ ift uon ;^o^annc« getauft worben. — (^intoanb: 
3o^annc^ logt akr: taufe rait Saffcr. ?lIfo ift ee nur eine ©affertaufe 
gewefen. Antwort: Oo^onneS unterfd^eibet feinen ^ienft Don ber Sirlfamteit (S^rifti 
in ber Saufe; fonft mfirbc ntcberum fotoen, ß^ftuft fei nur mit SBoffer getauft, 
unb wir würben ou4 nur mit ffiaffer ftetanft, ober wir Httm ni^t biefelbe Saufe 
mit (SI)rifto.' 

3. ^ic ^eilige Xaufe ali 6aframent bed Üteuen ^unbeä ^at „S^rtftud 
eint^efefet." ''JUal 28, 19 (n. flbfrf V ^Vfii'S fpvacf): r)tn unb 
madiet alle 3JöUer Jüngern, inbom t!)r jit taufet in ben ))iamen bed 
äJaterä unb bcs ©o^ncs* unb beö .^leUiani i'iicifteä. 

4. „Die§ äu$crltd)c SBaffnbab." Urfprünglid) iinubc für gc; 
lüö^nltc^ bie Taufe burd^ brcimalic<eö Unter taadjcn beö iauflingö unter 
bn3 51^affei uoUjogen, rooä bie 9^ebeutunö ^at, bafi ber alte ^enfd^ in ben 
Tob gegeben n»crbe unb cm neuer ^UJcnfd^ IjerDodomme. ;;>^ötn, ö, 3. 4: 
Siffet nid^t, ba^ ade, bic nmr in ^efum S^rift geteuft finb, bie ftnb in 
feinen STob getauft? 6o ftnb mir fa mit i^m begraben bur^ bie 
3^attfe in ben Xob^ auf bajs, gleichwie 6|dflus ifl aufervedet von ben 
S^oten buc4 bie ^cnCic^leit bes SBoterS, a(fo au^ mr in einem neuen 
Seben roanbeln foQen. 5!oI. 2, 12: t|r mit i^m begraben feib 
burd) bie 2:aufe, in roeld^iem i^r audi feib auferftanben burc^ ben 
(glauben, ben (>5ott mirtet. dpl^. b, 26: ^at ^e gereinigt bun| bad 
S&Safferbab im Süort. 

^u(^ bie 'iCudbrüde „taufen" (uon tauchen) unb »Xaufe" toetfen 
nod) ouf bm Sraut^ be§ Untertaucf)cnö Ijin. 

-Viüdjfi iüQl;ij4)einUd; ift aber fd)on in ber 2lpofteI^eit bie Xaufc audj 
burc^ ^egielen ober Sefprengen bed ^aupteg mit 3Bajfer ooQjogen toorben, 
9. an StMäm unb in 3eiten unb an Orten ber ISerfolgung, m bie 
3;aufe in ben ^aufmi mufte vorgenommen merben. @o U|t eg fi^ üu^ 
bei bcr 3;aufe beg ^auptmanng ftomeliug mit ben ©einen im 4^attfe (9[|>g. 
10, 47. 48) unb bed 5Tcr!ermei[terd ju $^ilippi mit ben Seinen in feiner 
ädo^nung im ©efängntft (3(pg. 16, aS) annehmen. 

^ie grtec^ifc^e i^irc^e ^ält nod) an bem Unterlaufen a(g etroad 
9BefentIi(^em bei ber Xaufc fcfl, roä^renb in ber abenblänbif(^en Sdrö^t 
feit dnlbt bes 13. ^|riunbcrtg bie Sefprcngung beg Xäuflingg mit 



294 



SBoffer aUijemtnn an bie StcUe bcö Untertauc^enö getreten ift. 5Die tJe* 
fpretigung ober Sene^ung bed ^aupted bed Täuflings mit Sßoffcr er« 
tititert not^ an bic oftOtge Unlcrttiiu^ung 6iS üBer M $aupt. M 9Lp9^tl 
tiSbm aud^ von einet Sefprengnitg mit bem 9Iiit ^efu fSfynfd 1 $clr. 1, S; 
. ^Bv. 10, 22; 12, 24, 6o loiA nun Bei uns bte 7aufe ooUgogen bui4 
bieimaltgei 8ene|en bcd Xöuftingd mit SBaffer auf ber Stirn, inbem baBet 
gefprod^en mirb: „^(5) taufe bic^ im (auf ben) Slomen bei SJatctil iinb bei 
©Ol^nee unb be§ .fietligen ®eifte§. 91men," 

(S öl tun ,Cb einer bei ber Jaufe (lan.^ unteröetQiic^t roecbe, fei e^ breimot 
ober einmal, otitt mit ^aHer nur befprengt (bcnegtj toerbe, ift md)t uon belang, 
fonbem bad mu6 beit Iltr4)en nac^ ben Ntmattf^en ^j^ertialtniffen rceiftei^en; Ute- 
too^t Betonnllidb boi 9Bort .taufen' felbü ein UnletlniHben Beget^net unb bie alte 
ftfej^e bie t^orm bed Untertaucfiend beobachtet ^at.' 

5. ^ur(^ bie ^eilige 2^auf? JöaFjr^etcfjfn rocrbe id; „erinnert" 
unb al§ Sie(^e( ,,oerfi(^crt", ba^ ic^ fo geroif^ an meiner Seele gemafc^en 
fet, {o gemi^ ic^ burct) baö SBaffec am 2eibe geioaic^en Bin; ba| alfo bai 
einige Opfer Cfirifti mir gu gut fomme. 

Unter fd) icb c n wirb ein auficrlid^er Siorganri, Jiic ^Heiiupunoi bcö 
üeiBeö, unb ein innerlicher SSorgoug, bie dieinigung bei otele, öci iid;tbaic 
foE jur Sergemifferung bei unfic^tbacen bienen. @i fftx^t niä)t hio^: 
Wtt — fo, fonbem: fo gewtl ali — fo gemi^lic^ au(^. Sbiat^ boi 
® äff er oiib am Seib bie Untetntglett ^inmcfigenmimen; boi lann 
niemanb leugnen. SBenfomenig tann geleugnet »erben, ba| ffir ben Wus 
Bigen bie Seele burcB bog $lut unb ben @eifl (S^rifti von ber @ftttbe 
gereinigt roirb. ^cf. 64, 6: 5öir fmb attefamt roie bie Unreinen, unb 
aUc unfcrc fetgcne) (^erccfttiafptt ift toie ein iinffntt(^e?i Äleib. XU. 3, 5: 
^ber nach f^tner ^armt)er^igleit mad^te er uns felig burc^ baü ^ab ber 
ffiiebergeburt «nb ©meucrunfj be§ .(Seiligen @eifted. 

6. UrfinuS. ,X>ie iauU umfaßt: i. 3)ad 3<i4>en, melcBeö itt ba« SBaffer 
unb bie gan^e ^anblung : % bie butA Ue ^onblung fdbft bejeicBneten Sachen, 
nwUhe finb bie Sefpfcngwig bei 9tulii (SbrifH» nftmH<b bie Sdlung bei alten unb 
l^rnedung bed neuen SRenf^cn; 3. ben ^efe^l unb bic QcTbdBung (Sbtifti, m\n 
bai 3(i(6<^" ^^(ift 8<>DiB )u mad)cn ' 

^uf ben 3^onüurf, baf, ber Stntedjiärauä in ,>rn!ic tv.» nur Icbre, ban bic iaufe 
eine Grinncrung unb ii^enicöeiuuö ber ^Jergebung ber 6ünben jci, aber ni^t, bafe 
biefelbe au^ bur^ btefei 6afnunent ongeBoten, ouigetcitct unb jugeeignet »erbe, 
antwortet Urflnui: .di iü »ie auttorCüc^ suSfOfleM), ba| in berXaufe ebenfo 
mie im Sort bie ^JJergeBung allen angeBoten wirb, aber nur ben Mubigen wiberfäbrt 
imb jucifficnct roirb mi}\ flnbcr§ benn burch renbren C^loiifien; unb ift bn^ialben 
bie ^ueißnunfl ber (^nobe burd) bie Sotramcntc nichts anber^f., bonn eben biefe 
Se^eugung unb Setrattigung hti Glaubend, ba^ einem jeben, ber glaubet unb bai 
6atvament gcBtoudbt, bie »exbeilene ®nabe fo gewil ntberfabre, ali bod fuBtBaie 
6aframent. SolcBe« ift Mar auö angelogenen Orten (64tiftfieil<n), ali: »3obannei 
prcbißte bie taufe ber iBuBe' (2uf. 8, 3), b. i. baB fi* bie foUten laffen 
taufen, roclc^e S8uf>e tljäten, „iiir ^Bcrocbunß ber Sünben', b. t ni<Bt, ba| 
iBnen aldbann erft bie 6ünbe joUte oergeben »erben, — benn aOe, bie 9uBe fte* 



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295 



tfean botten ic^on bio '^erßebunß Dor der laufe, lonrian r^afe fie ftaburc^ tiev 
cmpiatigenen ^Jeigebung üerfichert mürben. ^Ifo aucb oon bencn, bie 5öu|e traten, 
2; item oon ':]]aulo, ^I^jg. 22, wel^ier o^ne allen 3u>eifel fd^on geregt uitb 
m 6iUbfii %em\im mt buf^ fcinnt OlaiAai, (|e bcnn Viumia« lu ilm tarn, 
ttllb b(lllto4) iux Mätteun0 Tid) taufen Itei ^c^gleid^en bie Soite ^it. 3: .(St 
mr*t iin^ fclm burdö bn^> ^Ub ber 'ü>iebcrfleburt", nicfit anbcr'* hcnn 
uoi ben Öläubipen, unb bieler '^cftätifluiifl be4 ©laubcn^^, burd) ben mir jelifl 
Qhrben, tarn uerftanbcu loeiben, laut ber iünie^ung ^^rijtt: 9Der glaubet 
mb sclauft nirb, (oll felig metbei^ k.' 

7. Olebianns. «Sil ber Ictligm Sauf« ünb su betra^t^n ^oIeiQAf4«ngeiu 
jneierlei ^nbisoc ober Mfvenbcr bcc ^eUigtit %xa^t, |»cinlfl fM4nt* fp 
tduft rocrbfn. 

..T>n- aiii,cr[td)c iihvD mit bem liufscrlidicn Jnufmaffer beßoiieri oom 

aiBcrlic^cn 5)iEner ober i^irebifler, rocl(ftet ben |>€iligen @ei|t nic^jt geben fann, wie 
^^antitS bec Z&a\tx fagt, er taufe mit Gaffer, eS tranm alte ein unbitcr nad^ 
ihn, ber taufe mit bem ^gcn Oelfi (fRot S). 

.^er innerlidde !Reitf4 totrb mit bem 9Iut S^rtfti geraafd^en huxö) ben ^eiligen 
(Seift, mhm er bn'^ ^erj üerTtegelt, bafe e§ Sergebunfl feiner Sfmben au^ (J^naben 
entiiangcn ^abe oon wegen bc* mfloffencn SliitcS C^btiff»- ^t^tb bn^ c: iimcb ben 
gütigen ®eift je Idnger je me^t jum (Ibenbilb (äotteä emcucd unb toicbecgebocen wirb. 

^^ier |u merfen, not ba« Slebenim geboten tuerbcn. Stcbcnim 
06oren werben nU^, mieberum in Sluttcricib tbrnncn, unb olfo leiBIit^ nod) 
eitmal geboren werben, wie ber 9{tlobemud meinte noc^ feiner blinbcn ^^crninift 
fftof). a), fonbcrn e«^ hc'xht, bur* bog bittere fieiben unb Slutbergiefeen G^rifti lamt 
ber Sirtung beä ^eiligen uon unfter fünbli^Kn Muct cntlebigt uttb iu 

jtnbem @otte$ angenommen werben.' 



70. ljü%ti mh beut :iMut unb (Bcifl Cl^rifK gcwAfilKn fein' 

C0 Nf#t: X)(rgebung brr ^fitlbcti i>on <0ott au0 <ßnA^fll 

beben, um bce "^lutcP Cbrifti u^illrn, trclcbr? er iti fcinrni (Ppfrr 
rtifT Kreu5 für uns rcrgoffcti bar. iCanad) aiut ^urcb öcn ?7€iligcri 
(Beift erneuert, unb 5U einem (E>Iie^ Cbruti gcbeüigct fein, ba# 
rät je Unger je mebr 5rr Büuöc abffcrbcn, unb in einem Qotu 
feUgen unb ufifhr4flid)cn (eben wtaMn, 

tIttDo. 9lit bem Qlul GlfifH semaf^cn fein, b«^t : um bei 9bited CbrifU 
winen 9eiflcbung ber 6ftnbctt bo^en: unb mit bem ®elfl GbnfK ge»Qf<|en fein, 
bciM: bur^ ben 5»cilißen ®cift erneuert lein. 

SPo^u merben roir enieucrt? Tofi mir je länger je me^r ber Sftnbe abftcrben, 
unb in einem gottjeligcn uiiü unftiäflic^eii iliüin wanbeln. 



L IKe Jkmft^vm^ ntt %m lUvt CkrilK. 

1« IBtr »cfben mit bem QUt (Sl^rifti gen)afd;en, momtt uns ocr« 
fu^ micb, bo| boi 9lut 6^ßi un< gut fommi ^ ^abe alfo 

a) „Vergebung ber efinben"^ W^, U, 36: 5C|iit QuBe unb loffe 
fiä nn iegtt^er taufen auf ben Spanien ^efu G^riili juv S^ergebung bev 
S^ttben; 



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296 



1» „von Ö)ott üUü (^naDcn', Xit. 3, 5- -7; nad; jemer iUxcm- 
^er^igfeit machte er unft feiig burc^ bag 9 ber äBtebei^e^uit« — auf 
wir burd^ bedfelbcn Onabe geiec^t feien; 

e) ^ttiit bcS 9lutc9 iS^ttfli miUcn« weli^eft er in fetiicm Offer 
m fireii§ fftr imS oeiftoffcii loi" Offb. 5: C^ftuf ^ unft gelietet, 
itnb gemaf^en oon ben 6ünben mit feinem iBIut. 

2. ^it luerben bälget aUeä bcffen wcfuäfict, m«A (S^nfbiA bun^ fen 
Ofifer fax un6 |^at geletfict. 

II. IJtf 5lbroofit)ung mit hm (r)fii] CTtnilli. 

1. ®ir werben mtt Pcm Weift (Sfirifti rtemafdjcn, tuomit uns oet 
fi(|>ert wirb^ bo^ ber A^eilige öcift jcin 5ßcrf in uno l)abe. 3^ bin alfo 

a) „bur^ ben .P>eiligen öeift erneuert", ^o^. 3, 5: esl fei benr^ 
ba| jemanb geboren nierbe aud bem Sßaffer unb @eift^ fo fann er nid^ 
in bafi 9tet(l( (BoüH tommen; 2 Jlor. 5, 17: ift jemanb in (5^rifto, fo i| 
er eine neue ftiealuv; 

h) einem CBHebe S^tifli Qe^eiligt", unb ifl \tm^ bis 
^aufe bie '^erftegelung ber 3(ufna^me in bie jlird^e, ncb^c bs 
2eib (S^rifti 1, 23: mddja U ift fein 2eib), 1 Äor. 12, 13: ror 
finb burc^i einen (ben I)eüiciscn) (4c\\t alle einem Sctbe getauft. 

c) „^nfi Tüir je Inrtncr je mel)r ber Sünbe abfterbcn, unb ii 
einem gottfeUgen unb unitinfli(^en Sehen roanbeln", bas ift bie ^er« 
pfltc^tunft, roelcbe bte fieilige Xoufe unS aufcrlec^t. (5Jal. 3, 27: 3Bie uiefc 
euer getauft finb, bie l^aben G^riftum angegot^cn. kol 2, 6: 2Br 
i^r nun angenommen l^abt ben .^erm (F^riftum ^efum, fo roanbeU tt 
i^. 9l&m. 6, 4: So ftnb mir je mit i^m begraben bwn^ bie %üu^t ti 
ben ttuf ba^ — am| mir in einem neuen Seben manbeln folUt. 

^e (ftnger je me^r." 5Die Slimfe Qtebt mi mc^t bte fkvmenini, 
ba| roir nun f(^on fertige G^rifiten feien, fonbcm oerpf!i(^tet unb treibt unä 
gum Sa<^dtum in ber Heiligung. (Slp^. 4, 15: £!a)yet im^ roac^fen in 
allen Stäben an bem, ber baS ^aufit ift, (S^ttftu« (aU bte bur(^ bm 
@eift »l)in (^e^eiltiitcn (^Hicber). 

2. ^^ir loetben aljo oerfic^ert, bag S^riftud burc^ feinen ®eifi in 
und n)trfet. 

III. 3»ti »itittttai C|ri|K 

ftnb e#, beren 9ejt| uns in ber ^eiligen 5£aufe ocffteoett viib: bie Siebet« 
0eburt unb bie Heiligung, meldte befielen in ber Xbflerbnttg beft allm 
unb ber Xnferfte|ung bcft neuen ^enfd^en. l Siov. 6, ll: feib ab^ 
9emaf<^en, i^r feib gezeitigt unb i^r feib gerecht geworben bui^ 
ben ^)lamen beS ^erm ^t\u unb burc^i ben öeift unferS ÖJotte6. %U\u[i& 
erflürt ^ier, nia§ eS bebeutei „abgen)of{^en fein", nnmüdi 1 qcrr*t locrbcn 
um beö OJrtmeno beo .hcrrn ,>fn b. i. um femeö ^i^erbienitcö unb ^luu 
oergießeuö n>iUen, unb 2. geheiligt werben bur(^ ben ©eift @otted. 



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^roge 71. 



297 



1. ^ao i^\)v\\ü rcdjtfertiijt unb öei" Weift G^rifti ^eiligt, b. i. 

a) baä :ULul nimmt loeg ber 6ünben 6(^ulb unb Strafe, bec @eift ber 
©ünbe ^ad^t; 

b) bad ^lut giebi bie (^ere(|ttgfeit, bie oor @ott gilt, ber ®eifl lotrh 
bM <$benbtlb ®oM in intl 



71. YDc b^t vThrifJut^ ivrbcifuri/ bafi nn'r fo aewif mit fetn^ Blut 
unb (Bti\i, rtie mit bcm Cmifwn^Tcr petrafd^en finhi 

3n ^er Igtnfct^ung öcr taufC/ weldjc alf^^ laufet: 

(Bebet bin, unö Icbrei alle VSitn, unb raufet fic Im VTamen 

6e6 t)atcr6 unb bte Bo^nee unb ^eö !äfJi>0<^» ißciftce. Xt>er b« 

glAuhct unb getauft töitb, ber wirb feiig werben; wer aber tticbt 

{lUttbct, ber wirb verbammet werben. 

JDiefe rerbeißung irirb audi irieöerboler, b\c '=^*rifr ^^e 

^ttife 506 Bab btr tPiebergcburt unb bie ^Cbwafdjung ber 6ttnben 

nennet. 

%n\w. Tnn rolr lo pcttun mit bcm ^-ölut unb (3cift (>bnüi nl* mit bcm lauf-- 
rooiier flcrpaic^cii mfrbcn, toirb eciDlejen am bec Vjiniegung üljrijti unb aud bet 
^injugefügten Ser^etf.ung, toel^e in ber 64rifl »iderl^ott oitb. 

a) aMf fotttcn bie SBotte ber ®nfe|uiw ber ^ligra Ztnfe? Met (Ut — 
Qleifte^. 

b) %\t lautet bie ^inaufiefftgte äkrbeiftung? Scr ba glaubet — oerbammet 
Werben. 

c) 9)te tt>iib bieie !^rrt)ei^une wteberbolt? bie 6(bnft — nennet. 



1. 1»fr tofbcffkl. 

1. 5Dte CEinfet^ung ber 3;aiife liegt in bem Sefe^I, ineU|en 3^itS 
bei feiner ^immelfa^ )ur SCuftbveitung feine» 9icii^f* gegeben ^et SMefer 
hütet na(^ genauer Überfettung: ,,@eH |in tmb mai|el aDe 9)öl!er 
Jüngern, tnbem i^r fie taufet auf ben IRamen bed ^Merö ttttbbei6o^ned 
unb be§ .r^eiligen ©eiftes unb fte galten lehret aUeft« mag euc^ be« 
fohlen ^abe." C3)tat. 28, 19. 20.) 

2. SBä^renb baö ©alroinntt ber ^efd^neibung bie ^(ufnal)me in ben 
löunb ©otteö mit !^örael (H^ndiufte imb t»erfid|crte, fällt für ben '3?cuen 
^Junb in (Slju)io bui'e oc^iunie roey unb toerben bie Bürger beä ^teic^cö 
(^otm oig jünger ^efu auft allen Söllern gefammelt. Stpg. 10, 34. 35: 
9Ittn erfahre idf mit ber 9Ba^r^eit, ba^ ®ott bie $erfon (na(5) ber nationalen 
^rlrnift) nti^ anfiel, fonbem in alleriet Solf, »er (Sott fän^tet uitb 
reil^ tliiit^ ber ifl t^ angenehm. 

8. fki ungetauften Srwac^fenen niii| felbftverfiänbli^ bie Untemeifung, 
bad Se|ren ber Xaufe ooraudge^en ; aber na^ ber genauen Qberfe^ung 
fcinnfTi bie GinfetJungSroorte oon ben 5?aptiften nidjt gegen bie 5{inbertoufe 
angenenbet »erben. @ic berufen fu^ geiuö^nli«^ barauf, ba| gefd^rieben 



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298 



SraQc Ii* 



fteJje (\n bcr ?ut^erfd)en Ubcrf.): ®€^et unb (juerft) lehret alle ^I!cr 
uno uoDüiin) tüufet fie. 

4. 5Die Xaufe gefc^ie^t ^auf ben 'iRamen bee SSatecs unb bed 
@o^iiei unb be8 ^eiligen Oeifies", al\o bed breieimgeR (9oM. 
5Dtf 6a!raincitt gef^te^t rnd^l M9| »in bcm fRameit" über auf Scfclyl 
Mtei, fonbern mu| auf ober «in ben ftanm*'; mt ftnb obitlfam, im 
SuBerlic^ in bad Saffer, fo innerlid^ in ben 'Jlaatcn ^iitteö untergetaucht^ 
b. i. in feine ©emeinf^iaft einoerleibt. 4 ^ofe 6, 27: ^l)t foüt meinen 
^l^amcn auf t^ie Äinber ^'^^raclä legen, ba^ i(^ fie fegne. 3«. 15, 16; 9Biv 
finb naä) betnem Üiamen n^nannt, .^^err, OJott 3cbaotl}. 

5. Die -Taufe roirb nur bann rcdjtmä^ig ooUjogen, wenn fie mit 
SBejprengung von reinem SBoffer, unter (^Jebraud) ber (Sinfefiungeioorte : 
taufe bic^ auf ben 'J^amen be& Katers unb beö co^ncä unb bea ^eiligen 
G^eiftesi" unb oon bem oerorbneten Diener ber kivdjc gefd^iel^t. 

II. Bi( tnfititün% Ict Cimfr. 

1. Die '-Ik 1 1^ c i i^uui^ lautet, „iiiec ba glaubet unb (j;eiauft »irb, 
ber »irb fei ig (gerettet) »erben; »er ober nic^t glaubet, ber wieb wr« 
bommt tDeiben." (SM, 16, 16.) 9htr bem (SUubigen gilt bic Ser^etipuni} 
ber ©eltgfeit, wAd^ an bas 6afeament gemopfl ifL Senn wer ni^t 
glaubet, nriib vetbommt »erben, — obgleiil^ er getauft ifl. 

2. QDem @löu6igen giebt ber breieinige (Bott bie Serftclierung, ba| er 
fein '3ttnbeggott fei @ott ber 3)ater oer^eigt i^m, ba§ er i^n feinem 
Äinb anfienommen hnhe- f^ott ber 2ol^n oer{)cif?t iftm, baf-, er ifim fein 
J^crbienft (^efcfienft ^abi' ; unb f^kitt bcr .*oeUtge (^eift oer^ei^ i^m, ba^ er 
il)n ^eiluje unb jum ciöigen hieben erhalte. 

)\. T'i? von (5 fi rtftue bei ber ©nfe^ung ber 3^öufc (^efltbtnt; !öer» 
i|ctßung ruuD „tuie&eri^olt', wenn bie 8c[;rift bie Xau(e „bas 9ab 
ber SBiebergeburt unb bie Xbwafc^ung ber ©Unben' nennt, 
b. i. biefe SuSbiflcEe ftnb nii^t aifberg ju oerfte^en, alg im GinHang mit 
ber tSinfe^nng iSfyn^d. Zil. 3, 5: 9la4| feiner 9arm^itgfeit motzte er uns 
feiig bun| boi Sab ber SBiebergebnrt unb (Erneuerung bei 4^gf<t ®eifleft. 
($igl. ^0^. 3, 5. 6.) !Kpg. 22, 16: 6te^ auf unb (a| bic^ taufen unb ab* 
maf d^en beine ©önben, unb rufe an ben SHamen bei ^erm. 



12* 3fl btnn 640 Äu^erltd^e Wi1nTet•^'^^ bie ?tbwrtfd>unit bei- ^^lünbln felbjl? 

Hein: brnn allrin ^lut 3efu (L^vifH und der ö«Ui0e (Beifl 

rei»iigrr um von aücn öünöen. 

Ülnitt». ^a8 äufeerliAe taufroaffer fann bi? cünben nt(bt abwafd^en. 
Sanirn ntc^t? WtW aUein baS *^lut ^e)u ^i)riftt unb ber ^eilige ®eift un0 
reiniget uon allen Sünöen. 



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9M0C YS. 



299 



1. 1>ic Schrift lagt nirgenOö, bofe in bem äßafjer bic «raft imb 
®triunq ber Taufe Iteqe, unb gcrobc 1 ^etr. 3, 21, voo oon Dem iisQjjet 
bfr Xaufe geiebet »öivt», roirb biefc bi,i|€id;nct alö „^^unb eiltet guten ®es 
otffeni nü @ott, burd^ bte 9ufer{iel)ung ^efu (S^rifU". 

8. flän tf btf i^et Gloff tonn iriij^ cM (Bct^id^ unb ^mmlif^c* 
mrtou 

S. 3)ev Kömmcifr au8 StD^tcnlortb, bcc Hauptmann Jtorneltud, bie 
S9bia unb ber .Qerfermeifler in ^^ilippi Ifobtn ben [cltQma^cnbo* (iloiibcil 

gf^obt, cl)e fie mit ffiaijet getauft vurben. 

4 'H^nm baftSü^ffer cft aMinuu^tc, fo nKüren alle (äctmiftciw <ui(| bic 

Q^oUlofen, felig. 

5. ^ie 6(^rift bezeugt ntioMucf lieft, bo^ „nllcin baö ^Hlut ^"scfu (Sbrifli 
unb ber A^cilige ©eift un8 rtirugt oon allen 8ünbcn. 1 ^ol). 1, <; Xua 
331 ut ^cfu G^rifti, feine* Seltnes, madjt unö ccin oon ttller Sfinbe. 
1 ftor. 6, 11: feib obgewafc^en, tf^r (eib geheiligt, i^r feib gerecht 
gctoocbcn bunl ben Stauten bd ^enn ^fn^ unb buri^ ben 0ct|l «nfcrft 
OlotM. Opl. 5, 36: ^ ^ fic ncrchttgk biin^ bol ffioffcrteb im Sort 
^0^. 19, 34: älldbalb 0tiiQ Wut unb ffiaffer ^eraud (ous ber gedjfiielen 
@eite e^rifti am Rmi^). — ^ XUen $unb gefd^a^ bie ^tffinbigung mit 
9Iut unb bie Steinigung mit SBaffer; beibei aber war ein ^orbilb ber 
rfrfiten (Sntfünbirtiing burd^ bo§ f^Int (5f)nf!i imb ber iccfitcn ^Keinigun^ 
burd) feinen (^etjt, loeld^er unter bcm Silbe oon rcmcm 'Ma)\cx .ficf. 25, 26 
i)til]ci^,cn ift. :;^o!). 7, 3«. 39. — 1 5, H: Unb btefer tft'o, ber 

ba louuni mit äBaffer unb Slut^ niä)t mit ^IBof|er allein, ionbern mit ^ajjer 
unb SluL 



7a. ll>aruM nennet 5enn ber i^eiUae (Betft bie Caitfe b«s B«b bev Wkbtt» 
gebnrt unb mc Hbwafcbitng ber 90nben{ 

(E^ctt reber alfc nicbt ebne grofle Urfacbe: nlmltcb tiicbr allein, 

ba0 er une bamit will (ehren, glcidjtrie bie Unfi^iberPcit ^e^^ 
€eibf6 5urdi«» tT»»ifTer, alfo imfere ^^in^cn 6iirdH^ blur unb (Beif^ 
C^tit^i ^mn^cggcricmmen npcriicni t'oM^crn ncimcbr, ba0 er un0 
htud9 Mce 0ottlicbe Pfonb unb TDabrseicbeti nrtU vcrfidKrn, ba0 
wir fo wabrbaftig von unfern 6ftnben gcvMfcbm fin^, ol« wir 
mit bcm leiblid^en tPaffer genMfibm werben« 

'änttü. Die laufe wirb out jwei ©rünben bic ^bmafc^ung ber 6ttnben 
flenannt: l. roeflcn her ^bnlii^fcit m[ä}( hai ©af'cr beim flbwofdjen mit bem 
^^lut unb @ei(t (St)n|ti \)at; 2. bomit mix oon ber iHeintgung un)rer S&nben fubt« 
barticb oerßcbert »erben. 

•) 9M4e flbnti^leit bat ba« Soufwoffcr mit bcm Olnt n«b Okifl GbnfKf 
(^Incbioie bie Unfauberfeit bed 2tibt% burdb« ffiaffcr» olfo »erben unfie 6fkttbeN 
bitr(^^ Slut unb (^Lift ("brifti Iniimcflgcnommen. 

b) SJic lOtTben luir burd) Me laufe öorric^ert uon bcv l'Heinifliinp unfrer 
6unben? Dal wir io nalirl^aftie oon unfern 6ünben genaictien fmb, ald loir 
mit bem Mbfidben Ma^tt gemafdi^en »erben. 



300 



1. Senil bir Zaufe M Sab ber Sj^tcbergebtirt uid) bk 9bmafd^ung 
ber 6&nben m bn @^ft genannt niib, fo gefd^^ bici aitS gmet 
nijd|it0en Uvfa^n, inbem (Sott un« bus^ 6uinbtlb, buf«!^ baft in bte Sugen 
faffciibe dtt^ (SIemcnt bei SBafferf (c^ren miQ, rote ber innerlid^e 
9ang an ber Seele gefd^e^e ; unb ba| er und in bem iEßaffer „ein göttlid^ 
S$al)rjet<^en unb Siegel" baffir geben will, ba§ biefer innerlid^e un^ 
fi(fit&itrp ^crt^ang ber %ini(^Hnn oon 3ünbcn mirflic^ an un8 iiofhonon 
raub, ülljo nic^t blofj: tüte baö iüaffer — fo iBlut unb (*iei[t (itjni'tt, 
fonbfrn aucf): fo geroi^ am 2ubc %ma\d)a\ — fo roa^r l^öf ttci an ber 
3cele i^crcmtgt. Dffb. 1, 5: (^^riftud ^at unö gcliebct unb pejüu|djen üon 
ben 3ünben mit feinem '<Ulut. 1, 14: oie traben ii^re jitleiber geroafd^en 
unb laben IHetber ^elle gemacht im ^lute bei Samml. (Qon bem 
SBaffer bcf Saufe ift ^ier feine 9Ube.) 

2. Won tarnt fagen: butt^ btefc mit bem Siegel bei Jütangl oetfelene 
Segnabtgungltirlünbe b^t ber |u lebcnlUnglt«^ ®efangnil Sentctetlte feine 
gret^eit erhalten. Unb boc^ ift e§ nicfit ©rief unb Siegel, fonbem eigentlid^ 
ber gn&btge SBiUe unb Sefe^t bed jtönigg, welcher bie Sffretuitß bewirlt 

Urfinud. ,^ic Jmtfc roirö ba§ *8ab ber ffiiebcrflctnirt uttb ^ic ^Ibwafc^titifl 
ber Sünben flpnnnnt! \vm crflfn, baf> Tic biefe %\n<nf beheutet iin1> ww'^ nor binnen 
ftellt, unb toie eine ftd^tbare -Ber^eißuitg berfelben in. Ijiittac^ juni oiibein uiib mi- 
ncbmiid», ba^ »ir fo 0fn»i^ unb UHibtbaftig oon unfern 6anbcn nne mit bem Icib* 
liiben 9Ba|fer getoaf^ien n>erbeii, bietDeil und ®ott burcb bie9 tciblid^e ^af«beR folib 
iiciftlic?] inr.crli* '^?afdjen a(ö mit einem aciinflen uitb Sichel bejeuget, itttb 

berbalbcn badiclbo mic bic ikcbifjt Des <^Ortn(iclii ein ÜJiittcl imb ffierfjcufl ^iini 
i^eiftlic^cn 9Boi'(^en gebrauchet, loeil er babucd) bie ^erjen glauben beroeget, 
burd) welijben ©tauben wir ber ®nabe teilbaftig werben.' 

4. Oleoianul. »Qarum ble beilige Xaufe bo« M bec fBiAereebuct unb 
bic %bn)af(bung ber Sünben genannt töirb. (lit. 3; n.) 9It(f)t bantm, all 
fof!tc äiif''r!icfic Clement ober 5!Paffcr bte Sitnbc hinne^mett, n)old)C'5 allein bem 
33lute Obriin flcbubret, b(i* un4 reiniget ron ollen untern Sünben, mie 6t. ^oliannc« 
(i 3ob- 1) fant, tonbem um biejer jiDei Urfacbeu lotUen: erftlidl), ba^ gleicbniie baS 
Skiffec bie ftu^erlicbe Unieinigteit obmafcbet, alfo »irb au(b bie innerlidje Unreintg.- 
tett, ndmli^ bie 6anbe, binflcuommen oon »cgen bd oergoffenen 9tuleft Qcfu 
iSbnfti : zweitens wirb aucb borum bie Saufe bie flbmafdtung ber Sünben unb bad 
ber Stcberßeburt genannt, bn^ bif ntif^crltdic Tatttf rtn n^'i^i'^f^^ t'fnn^ nnb 
HÖtllid)c4 iüal)r,ieid)cn ift, ba^ toir fo neroip ^urd1 ^aö '^lut unö («^eiit i^hniu neu» 
geboren ftnb unb Vergebung ber oünben boben, ald roir mit bem äuberltc^eu Xauf^ 
maffcr getauft {Inb.' 



?4. Soll man 4u<^ bie jungen l&inbcr toufenf 

3a: beitit Mei9dl (ic fowol^l aI« Me %Utn in ben Bund <0ottc0 
un6 feine (ßemeine geb^en^ unb ibnen in bem Blut Cbrifti bte 
i£rl5fung von 6önben unb ber ^^tltge (Beift, wcidicr öcii (BUuben 
WttFet, nid)t ircnigcr iVnn bcn '?f[rcti 5ugcfi;gct \v'\xb\ fo hlUn 
iie Au<b burd> Oie Caufc, ale ^ae Qunbeesei^eU/ ber d}riftlict}eti 



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I 



%am u. 



301 



Rlnbc cingrfetbrt unb von ber UngUubigen Kinbern unterfcbieöen 

werben, uMc im Ulttn ZcftiXment bur&j "öcfdinciöung gefcbeben 
ifi, an ivelcbcr örart im VTeueii Ccftanicnt bk taufe i\t eiiigefeöt. 

%ntto. ^ie iunflcn Kmbei )>er (Si^tiften foUcn getouit toerboi. imb jwai aud 

bici ®rünben. 

a) mid^ei ift bec erfte ®runb? Tie foroof)l olS bic lUten in ben 9)unb 
OolM unb feint taicine ne^dtfii. 

b) 9B«((^eS i|i b» ineite Otnnb? Seil in bem Slut G^flÜI - |k« 
Betagt luirb. 

e) ffield)e«i ift ber önftc (^nmbs' ©eil anftatt bcr '^kjdjncibunp im ÜJieuen 
^eftament bic ^oufe ift eingelegt, bacmn joUen ber (Gläubigen üinber getauft 
»erben. 



1* Wttm |at gtgen bic Ititibettottfe m^ttmUi, ba| fte in htn |«ligeit 
@(j(|rifk niil^k ht^mglt fei, mril iritgenbA auftbratfUii^ d^fA^t wirb, ba| aitd^ 

jtinber getauft tuorben feien, ^bgefe^en baoon, ba| ntrc^enbl gtfagt loirb, 
(6 foUen nur '})2änner unb !iUeiber getauft toerben unb bie jungen itinbcr 

oon ber Tatifc aii^qefdiSoffen fein, f)Qt (5f)rtftu^ nchei^cn, bie ^i^ölfer 
taufen, unb ^abcn bic illpoftel flanke ^^aitttlien getauft, lueil bcm i^evm 
jebeS Hilter m feiner (Sememe geheiligt fein ^o\\. tjs mii^te boc(> 
rounberlid) fein, bafe gerabe in ben ^yamilien, bercn Hanin ( „alle bie Seinen", 
%g. 10, 44. 47. 48; 16, 33; basi „^^aue" b. i. bie ^anulie, Üpg. 16, 15; 
1 Stör. 1, 16, — nic^t „^auagefinbe", fonbem n. gen. Überf. „^aug* wie 
S{|>0. 16, 15) emrii^nt miib^ leine jungen ftinbcr geroefen fein foUen. 
ttb^ens i{it bie Ainbeitoufe 9on ben Jtifd^enofltem im {nmten ^a^f^nnbcrt 

2. Qm onberer Simonnb ift, bo|, ba ba8 Sahmnerat boc^ ein fii^t« 
bateft SBa^rjeiilcn unb Siegel ffir unA fein ^oU, mit felbft, als junge 
IKnber getauft, folc^es nid^t gefe^en unb oerftanben traben, darauf ift ju 
ctnnbent: ba^ roir getauft finb, bad roirb und burd^ bie Taufpaten ober 

Tanf^eugen itnb burrfi imicrn 'l'niiffd^ein be^ei!<it. ^hif-crbnn fcf)en n»ir, 
TOiiin bie laufen nadi iLii^tcm reformiertem iöcaud) uor Piniamnuitcr ^>je- 
nuint)e im Wotteäbienft oolljogen roerben, roaS au(^ an une geidieljen ift, 
Da Mild) u>:r immer aufd neue bacan erinnert n>erben, nia» bie Xaufe au^ 

fui uuü l'ci. 

^. aiUr haben aber a\t^ @rünbe bafür, bafe bic jungen Ämber 

(^m'tUcljtv (ilUvn getauft luerben foUen. 

ft) „2ß e i l f i e f o rc o I) I a U bie 3(1 1 e n in ben 'Ö u n b C>J o 1 1 e 8 
unb feine (i^emeine ge^i>ren." 1 'JJtofe 17, 7: ^^^^ aufrid^ten 
meinen 9 unb )n)if(^en mir unb bir (Slbra^am), unb bcinem Garnen 
(beinrn SKnbem) noi^ bir, bei i^rcn Ka^f ommen, ba| ei ein coigev 
9unb fe^ boB bein Oott fei unb b eines 6a mens noi^ bir. S)cg 
@amettg XbrabamS fInb ober ni^ nur feine IeibIi^-9{ai^fommen, fonbcnt 
aOe, bie bei ®(attben» Xbva^mi ftnb, 91dm. 4, 6. 1 JCor. 7, 14: Sure 



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302 



j^inber ftnb ^ eilig. 97ic^t ba$ fie o^ne drtffinbe feieiw foKbem ba| fic 

in ©otteä :öunb unb ®emeine gehören. 

b) ctl ihnen in bem Blut (5l)ri[ti bic Gilöfunq oon 
©ünben unb bei J^eilige ©eift, luelc^ev ben ölauben rairfet, 
nidjt roentqer als bcn 3(Ucn ^uqeWii^t roirb." "DJirf. 10, 14-lC: 
o^(uö jpiac^; Xiafi'et bie Äinbleui mit iommen, unb njeJjiet i^nen nid^t; 
benn folc^er ift bad 9leid) ®otted. Unb er ^erjte fie, unb legte bie 
$Anbe auf fte, unb fegnete fte. "än- % 38. 39: 2|iit Sufiie tmb lafie [ic^ 
(in icslid^ct laufen auf ben 9lam(n 3efu G^ctfK |ur ^Qn^l^fm% ber €finben, 
fo nerbct i^ empfangen btc Oabe be« ^Itgen ®eiße& {Denn euer unb 
eurer jtinber ift bie Serl^ei^ung, unb aQcr^ bie fem ftnb, weh^e 
Qlott, unfer ^err, ^unifen »irb. 

c) „©eil fte burc^ bie 2;aufe, al§ beö ^Junbcä 3ei(^en, ber 
(^cifttif^ ilir(^e ein^eleibt unb t)on ber Ungläubigen itinber unterf (Rieben 
werben, wie im iJllten ^fftament biird) bic iöef djueibung gef^^e^en ift, 
an roel4>er ©tatt im ^Lcueu leftnment tic Taufe emgefe^t ift." 1 3Kofe 
17,11. 12: @tn jeglit^tö Mniiblein, roenn >.ö ad/l Tage alt ift, foHt \\\x be^ 
fd)neiben bei cucrn 'Diadjiüinmen — ; baöfelbe (bic SicidmetDuni^l foU ein 
^cic^en jt'iii beo ^unbcö jroifd^en mir unb cud^. iisurbcn bte Minber 
im bleuen 9unb nic^t aufgenommen, fo müßten fie '\a, hinter benen M 
9Itcn Ounbed jurudfte^en ; ber tReue 9unb ift aber barin größer att ber 
Ufte, ba| nun niil^t blol bte Itnftbictn, fonbem aud^ bie Stttflblein bun^ 
Ompfonfi beft lhinbcB)ft(|en< in benfelben oufgenommen »eiben. itol %, 
11. 12: 5^r feib befd^nittcn mit bei- "Sef (^neibung o^ne J^änbe, bun( 
^i(blegung bed fiinblic^en £eibeö im ^leif^i, nämli(^ mit ber Befc^neibung 
6^rifti, in bem^ baf; \\)x mit i^m begraben feib burd) bic Taufe. *2onad) ift 
bie ^ufe für uns^ an bie ©telie ber ^e|4ineibung im ^Uen '-öunbe getreten. 

4. (S§ bürfen nur bie jungen ^inber ci)riftli(^er Altern („ber 

©läitbiflcn'O getauft werben, ron benen man bie ^uoerfic^t ^aben fann, bafe 
fit \',\ tiei i\l)vc teä (Suangeliuni^ im Moufe, ober in Schule unb Mirc^e fünftig 
untenmeitn tucrben. 2)ie jungen .Hmbcv uon ^uben unb Reiben finb nur bann 
^u taufen, lucnn bie Altern ^uflleuij m Dtc .Hutbe mit aufgeuomnuii luerben. 

5. %\t Kmb erlaufe uerpfliittet ebenfo n)ie bie Taufe bev ©rroacj^c 
fenen, bem Teufel und aUtu fernen 2öerlen ju entfagen unti (i)ütt ^u iJiebc 
unb ^übc ju wanbeln in einem ^eiligen £eben. 3)er „^^oicidinu^" ba^ 
gegen, b. l bte SCuMceibung bcft Teufel! auf bem Täufltng, mirb von ber 
reformierten IKrd^e aU burt^oud unbtblifc^ (i Itor. 1, 14) oenoorfen. 

6. S)ie ^nric^tung ber Taufpaten ftnbet ftc^ in benjenigen refor« 
mierten $Sx^, in melden bte ^oufe oulna^mM im Ootteflbienjl oott« 
logen niib, ^ ber XurpfaijifdM AtR^tnorbnung nmt 1668 tautet 
bie Att itc tBetiottem" : „8eg(|cet i^r benn, auf magrem (Blouben 

an bie Serl^ei^ung @otteS in S^rifto '^t\\x, meU^e uni unb unfern ititibem 
gegeben ift, bab er nicbt allein unfer, fonbem oud^ unferd ^meng tSolt 



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Scagf 74. 



308 



fem iDoUe bid ind taujenofte b(i| biejes 5linb barauf getauft loerbe 

unb bi< Serjtcflelung ber Äinbfc^aft C^Jottt« empfange? — STtttroort: ^a." 

S)ie Xaufpaten [inb ni(^t als» 3teUoertreter ber Xäuflinge hüxad)iin, 
ba niemanb für etnen anbcm gloubm^ bdemicn mtb ftd^ oerpflic^ten faim^ 
fortbem fte ftnb junäc^ft 3eu9eii bofOr, ba| bo9 beteefenbe Jlinb feiner ^ 
^ Zoufe eiii^8ii(eit ^at, «nb «cqiflt^^ fU^, näd^fl bcn (Slleni für befffn 
t^ripi^ ai}ie|iiiig 6ovBe )u trogen. 

7. 9Ba8 bie Xauf^anblung betrifft, fo fagt bie Aurpfaljifc^e 5?ir(|eti« 
orbnung (tiöt^ jener Antwort ber Taufpaten): „$ier ifl unoonndten, ba§ 
Äitib anf^TiroicfcIn, fonbcm qenucis, bafe i^m ba§ ^aupt entblößt werbe. Unb 
alßbann \a(\c ber ,'it!rd)enbiener ("^-Uiftor); 31. ^dj taufe bid) in bein ^tarnen 
(äotteä bes ^aterci unb beä 3o^neö unb be^ ^eiligen (deifteö. ^men," 

K. 3)ie Äbmiffion ober .1^ o n f irm a t i on. 

«) I)urd^ bie iKeformation luurbe baö lonufd^e vs^utiununt bei „,vii 
melung" („confinnatio*') aufgehoben unb rourbe bie ^angewac^fene ^genb, 
werni fte noch enipfangenent Unterricht für reif befunben würbe, ^um ^if(h 
bei Oitm gugeloffdi. 3n ber erften ^Ift» bei 17. ^ohrhunbettl entwickelte 
fi^ bie «ftonfimiattott'' unb Um in bie 5Rittc bei ^Nt^ilini^cvti^ gneift in 
ber Iutherif(hen .<Tird)e, in aQgemeine 9(ufnahme. ^ie Ainber werben im 
(^ottedbienft, nach Slblegung ihred @lauben§fie!enntniffc§, unter @ebct unb 
^anbauflec^unt^ in bie „münbigen" (?) C^Ucber ber Hirdjc aufgenommen 

unb \\m %b(nt>mal)[ jugeloffen. '^<on Ic^tercr iBebeutiing ber i>anblung 
roiib biefelbe m ber reformierten Hirdte ber 2cfiTPfi^ Slbmiffion, b. i. 3"- 
laffung, genannt, roefcfie ^^c^cidmuna von reformieitcm Stanbpunft (Hici für 
rid)tiget alä „.Huttf uiikutiün ' gcl^aüen werben mu^. Xie M u r p j u i u ) et) e 
Hir^fenorbnung von 1563 forbert nur, ba^ bieAinber ou(h bedhalb im 
iloteihtSnniS «oon ihrer empfangenen Zaa^t, nohrent ihriftUchen OUntben 
unb Ott^e foOen unterruhtct oetben, ouf bo^, ehe fie jum Sütfth bd ^nxn 
}ttgela|fen necben^ fte nw ber gonien (hrifUi^ (Semeinbe ihren ®Iauben 
befennen." (@ine ö^nlic^e ^eftimmung hat fchon bie itirchenorbnnng 
von a fiaSto unb ^JRicroniud vom ^afyc 1554.) (Urft bie ^^reDtbierten" 
STuSgaben üon 1G84 unb 1724 bringen ein Formular ober „^orm, njte eS 
bei '^(ufnef)mung ber Ainber gcl^alten roirb, wenn bicitiboii il)r ©laubenä« 
bettnntmo öffentlich ablegen unb jum erftenmal jum h>-'ii'gen 3tbenbmohl jUs 
gelajjen lüciben." 9llfo aud) bienad) nicht Konfirmation, fonbern SÄbmiffion. 
3)ie ip e f f i J dj e ü i r d/ e n o r b n u a g oon 1574 be[tinimt äöeihnachten, ü|tt*rn 
unb ^fingften ott ^ge gur Vornahme ber „^Konfirmation", menn vier 
ffio<hen twcheriKnber bogu ongemeibet werben; auch N f^^ ^ofO<^ «in d^f* 
mulor. 3n ber Alte|ien reformieitett Xgatbe filnr Sippe ((ShriflÜfhe ftihh^n- 
0fbcte uiib ^blungcn. 1686) h(i|t bie IMmblmtg: JBorMwm unb Qe* 
feftigung ber itotechmnenen, bie bas erfte "^Jlal gum ©ebrauch beä h<^<Itfl^ 
S(benbmahld jugelaffen merben." ^n ber ^fal) ift h<ute noch lonb« 
läufige ^udbruc! für bie öanblung ber .Konfirmation: „bie .lltnber roerben 
9orgefteUt". Unter ben reformierten :!Üetenntnidichnften nimmt nur bie 



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304 



juiuii'tc berfdben, bic Horner @r Harun 9" uon itiin, auf bie Äon^ 
fivmation alä eine bereits m Übung [teljeuDe ik^innc^tung beju^. (js Reifet 
bu: „^ir glauben, ed oerbtene ^eifaü, ba^ bie £e§rc oon ber Sluflegung 
ber ^änbe, roelc^e ^ebr. 6, 12 oertanbcn wub mit ber Sd^re oon ber Xoitfe, 
ft(^ auf jene Snoibrntng ber itm^ (e}t{|l;^ nad^ iocIc|er bie iKnber, loeU^e 
in ber iNed^ÜrnniU^ wilenoiefen morboi, beoor man jie |ur ^Ihol^me 
am ^eiligen Slbenbma^l julteft, ber ®emeinbe oorgefteQt lontben, um oon 
i^icm Glauben ^led^enfd^aft geben unb mit @ebet ®ott empfohlen |tt 
loerben, unter Slniücnbung beS ®cbraud)ä ber Stuflegung ber $önbc, einer 
beim ^etcn unb Segnen jur ber '^intriarc^en unb in ber ^olge üblicf)c 
^anblung. 2)ie[e ^ütbitte unb (impfe^lung ber enunt^Jenen ©laubigen an 
©Ott, naii^ ber oorfc^riftSmä^igen ^^rüfung, Honfinnation j(u nennen, ge» 
\laiim imx gern, roie benn aud^ biefer &tbxaü(i) felbft in unjern @emeinben 
orbentlid) beobachtet mirb." 

Hui^ bie pfäljifchen ^rinjen nmrben im ()ffentlichen ©otteSbienft vor* 
flefieOt {Dem Jhtrprin^en ^brid^ (geb. 1596), nod^att iturffirfi ^bru^ V., 
murbei^ noi^bem er oon 160^1606 oon feinem ^ofmctfber ^nrii| HIHng*) 
nad^ bem ^eibetlerger itate^iidmud unterrichtet mar unb mm in einem SEIter 
pon jroblf Söh'^en ftanb, bei feiner ,/i>orftellung*' folgenbe fragen vorgelegt. 
2)er erfte Teil berfelben bejog fid) auf ben ©louben. 1. 0b ber ^Irinj bie 
©laubenöle^re, in inelc^er er biöl)er untcrioiefen joorben, gehörig gefaßt ^abe. 
(im lurjeiS (^laubenöbefenntniö bilbete Die Slntroort. 2. Ob er im ftanbc 
fei, biefc Sebre ^u oerteibigen. .Ptierauf folgten junätljft bie Untecfcheibunge- 
leljien gegenüber ber luti)erild;en .Hirdje {„"^laä^tmai^l, ^erfon (S^rifti, fflnaben-- 
rool^l, ^Mehunö") fobann gegenüber ber ri)mifchcn Äirc^e. :i. Db er 
ft(( au bem Glauben, loclil^ er für ben rc<^ erfomit l^aht, 5|fent(i(h oor 
ber sanien Gemeinbe belennen moOe. 4. Ob er entfi^Ioffen fei, btcfem 
feinem 39eienntniffe aud^ unter Serf^tpnftcn treu $tt bleiben. — S)er amitc 
Xeil ber Drögen bejog fic^ ouf ben Üffi anbei. 1. 06 er miffe, mie ein 
(S^rift leben foOe. 2. Ob er fo leben moUe. 3. Ob er bereit fei, biefeS 
öffentlid^ por ber qan^en ©emeinbe ^11 perfprefben, beüor er, unb folc^e 3«= 
fagen ju iüteberi}olen, fo oft er jinn bciliL^n iMbenbmaljI gel)e. 4. Ob er 
ficfi, rocnn er je oon biefem guten ^i^orja^ abmiete, auö bem Jl>orte &oti^ 
looUe ^ureben, unb fic^ bte i;rd;iid;en Ermahnungen unb ^ured^tmeijungen 
gefallen lafjen. 

b) 9$UI man ben 9lmnen »itonfirmation" gebrauchen, fo tann 
bomnter auf feinen SaO eine Selräftigung ober 9eftatigung beS ^auf» 
bunbe» oerflottben »erben, »eber oon fetten bcft ^ebtgerf, no(| ber 
itinber; fonbem nur feitenl ber festeren eine Seflätigung ober bffentl«^ 
3uftimmung su bem OUuben ber Jtonfef fionSHr^e, in loeUhem fiit 

*) er Ceitfte oorher bie 6tttbien bcelcr jutgen Mfbrmierten (Urafen oon Sloffau, 
@obn9 unb Qfenburg auf ber reformierten ^ochfchule in @eban, mobin er I6O8 mit 
bem 5tuninn^en in nlcicber 6igen{chaft üurfldtebrte. Sp&tec »urbe er in ^belberg 
^rofeffor unb ftarb aU {ol(her 1644 in Brimingen. 



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^0« 74. 



305 



utüervicbtet jüorben fmb unb oon roclcbem fu* i'or bcr (^cmeinbe 
obgelegt l)aben; fie jinb ei^entUc^ bie ilonfiimuntciv nic^t Houfirmanben. 
darauf ioei[t aud^ bie alte reformierte 6itte ^in^ bie in ben pfätjifd^^n 
mcut^ nt4 Htc^t, ba^ bie itinber ben Ititeften bie ^anb rei«^, aum 
Senilen beft <3eldbmjfci bev 2lfeue. Xuf t^r SetointiitB ^tn tvaben fte 
batm jum 2tf<( beft ^mit |U0eloffni. ^jlfyn oanje f ogenannte «^SUtabtAfcit" 
aber heftest lebicflic^ barin, ba^ j^e bie 6teUe ald Taufpaten übernehmen 
bürfen. ^enn ein firc^lic^ed ^a^Im^t befommen fte ntt^ md)t, bie @ntc 
laffung au§ ber 3cf)ulc ift n'\d)i mcljr an bie .(Konfirmation gefnüpft unb im 
3)cuti'd)en :){cicfje nictt mo()i, iinc tiül)cv, bic -^vii^igteit einen (^ib leiften, 
welche nur baö pnuftv'Uivt^ l'fbi'n4iaf)v crforbert. 

ber ^€\t bcä ^tationoliomnö Ijat man bie Konfirmation bcr 
tBid)ttgtcit eineiä (SaframenteS, ja noc^ über baejelbe hinauf gefc^roubt im)> 
feilte noc^ ift man oielfad) franf an biefer ttberfc^ätunf^. @ben|o iitiDer» 
ftreitt't cö aufs außcrfte bem Öieiilc üft refoiniierten itud;e, lueldjc überall 
auf SBa^r^eit unb 9lfl(^tetn^eit bringt unb allem gemachten Sefen ab^olb 
wenn bie Itonfisnuiiton p einem fentimcnialen 9lüt)i)tücf ober einem 
ä^attfpiel ^mnäß miib, we(iM ^ ®telfetl ber tSttem unb Aiitber nSSfct 
2)te {^bbing fei ernfl, mo^r unb einfod^. 

i) 3i*beet Soetiuft (fpr. S^ajinft^ bei (ebeutenbfle teformierte 
irir(^en(el|rer bcr 9lieberlanbe (geft. 1676 ab ^eofeffor in Utvec^), «btaigt 

bicfe Drbnung ber Äir^c aufö entfc^iebenfte."*) „^tac^bem bei amtierenbe 
^^Jrebiger ein QJebet gefprot^en unb bie 9lamen ber eingelnen Äatec^umenen**) 
ücrlefen ^at, folgt bic ^'rflfung, mclrfie firfi über ben gan,^cn .Qated)i§tmi€ 
erftretft, toobci bic ?^irtgen an bie Ciin^etnen balo nad) balb auf^cr ber M€\\)e 
gerietet rccvben, audj bie ^Jtnlroorten, tuo cö notui evfdieuit, Don bem ^rebiger 
in Mrffic^t auf bie Matedjumenin juie auf bie ;^ut}t)ier luicber^olt unb weiter 
außgefü^rt werben. 9Jach Seenbigung ber '^^rüfung werben i^nen folgenbc 
{^agen vorgelegt, auf ne^e fte alle fic^ von ^erjen erltSien f^flen. 

w@rllärt i^r bie Hc^re unfrer Hirc^e, fomeit i^r biefelbe gelernt, gehört 
unb belannt ^abt, für bie ma^re unb ^eilfame :^ehre, mel<$e ber ^eiligen 
gemAB SCntmovt: 

„SetffMccilt i^r, bun^ Settel (Bnabe in bem Oelenntnift biefer ^eilfamen 
Se^re befUnbtg 3U Bleiben^ unb in bemfelben §» leben unb )u ftcrben? 
9nlmort: ^a. 

„35erfpred)t \l}v, biefer IjeiÜ^cM i'ef)rc gemäfe fromm, ehrbar itnb iinan^ 
anftö^ig jeberjeit euer i'eben ^u führen unb euer iöefenntnid mit guten 
^Berten |ieien? Slntwort: ^a. 

•) 3n U'imw „ I ract. sei. de poUtica ecclesiastica". !Reue ^udgabc, 35anb II, 
Umfieibam 1886. 

**) l^oUanb beftnben {tcb (»Auftg ott4 f elfte in küftetm Sebcntalter borunter. 

^afelbft ift in ber ^Kegd baö tioUenbete ih., in ber 6(bn>eis hM 16., in Scutf^Uinb . 

bo^ 14. Veben^jabt bas .^onnrmationftaUcr. 

l^tltmann, ^tUMlb. Staudt. 2ü 



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306 



„Sßeitprct^t il^t, eud) ber (Srma^ung, bcr 3ui"ecl)tipci)ung uno ber firc^s 
liefen 3u^t ttittenoerfen ttnb unterroorfen bleiben |u loollen, loenn fi, raaS 
Oott «errate, fi(^ autragen foUte, ba^ i^c in SBoiM atoic^et? 

HiiftiDoct: ^ — 

^S)icfem fetcrUt^ ®ühhmi unb Scrffnm^ Ulfit ber $ffbigar ftnen 
Scgcniiminfc^ folgen, btt| ®ott^ welcher biefed gute SBerf bim^ feine @nabe 
angefangen unb bisl)cr gcförbert^ fic felbft barin befeftige, unb boSfcibe ie 
vUfyc unb mcl)r ooUfü^re bis auf ben ^ag 3«f« G^nfti. 

, T:co finb im roefcntlic^cn bio (Mclöbniäfragcn, roclc^c aud) mit nnbeni 
äSortcT] ober m erroeitevter Jovm üon bcm ^^iiebiger geftcQt treiben tcnnen. 

„^ule|t tvirb bie ganje ^anblung mit 2)an{fagung unb &ehtt befc^lojfen 
unb bie i^lerfammlung entlttj^en." 

*) 3)ic ^ovm beä Scgcnäiuun jd^es „uater Stuflegung ber Jpänbc" 
lottiet in ber iturpfälgifc^en 5tir(^enoibnung von 1794: ^QMt 
@0tn unb ^liger ®nfi gebe euii^ feine QNtabe, B^vd^ unb Gttivm oor 
aOcm 9vgen^ etfitfe unb ^fe )tt aOcm (Buten, um bei SccbienfieB unfeti 
einigen (SrldfeK 3eftt (SfyaHA vMm. Xmcn."* — 3n ber Sippif^en SCgenbe 
90n 1686 ^ei^t eS: ^^adi get^aner Slntroort (auf bie 9e{enntnidfragen) 
leeren fid) bie Äinber auf bie 5lniee unb ber ^rebiger, ber entroeber auf jebeä 
berfelben feine A^änbe fent ober über ihnen in^f^cfamt ait^shrcitct, jprid)t: 
Öott SBater, SoI)n unD .v>eiliger Weift, einiger iimlucr [ehtnMgcr ^ott, be^ 
feftige unb ftövfc euc^ nac^ bein ^Weid)tum feiner ^i^arm^eraigleit, ban i^ir 
feine J^inber unb (frben fein niögct, unb als fold)c cuc^ erweifet in euerm 
gongen iieben ju iier^erilicfjung feincö gio&en ^Jiamcnö unb euerm jeitlic^en 
unb emigen ooSlunnienen ^eil, burc^ ^efum (l^riflum, unfern ^erm." 



Sunt (peiUgm «Ueitimalil 9eftt eiptifti. 



15. YDic wirft bii Im \}tiliattn Hbctibm«^! cHnitert unb pcrfic^crt, bA$ bu 
4tt bcm einigen Opfer ^ührtiTt atn rwtux unb «Ifen feinen (Bfitern 

%ifo: 5aß ibriftue mir mit aUen (ßÜubigrti von bicfcm g^c- 
brocbeneti örot 5U rffcn, unb von öicfrm Keld) trinfcn befohlen 
bat, 5U feinem dfb4<bmi6, unb babei verbeißen: iErfllicb: fein 
€eib fo gm>i0 fftv mid> am Breit) geopfert unb gebrccben, utib 
fein Blut für micb »ergoffen fei, fo Qtwi$ icb mit Qfugen fel?e, 
daß Brot bee ^errn mir gcbrodbcn unb bn Kclcb mir mit; 
gcteiler wirb. Unb 5um andern: ba& er iclbft meine öeclc mir 
feinem gei:reu5igtin €cib unb vergoifcnen 23lut fo geivt| 5um 
etvigeti jcbeii fpeifc tttib tr^tiPe, ala iÄ aue ber 6<^nb bee JDtcnera 
ein|>faiige utib ieibti<jb genieß bae Brot unb ben Heid) bee ^tvtn, 
wel(be mir als gewiffe U^abrseidiett be» Ceibee unb Blutee CbrijH 
gegeben werben. 



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307 



^et Diener, b. t. bei Diener beS .^erm nnn ber S(ixAe, ber $aftor o)»rr 
Pfarrer, ber bad t)eili{)e ^bcnbinaf)! leU^ ffift^nei^en — ^uMita, wdSit M 
bie Sa^r^t einer Qaitt Derbürgcn. 

Slntm. Ter fumerlicft« ®«nuf5 üon 5^rol unb 2Bcm im 2lbenbmQt)l erinnert mid) 
ali ein iSabricidjen, unb DerfK^ert mid) al^^ ein 8iefiel, ber geiftlic^en ©enieinlict^aft 
bei» &ibei unb Sluted (E()nfti, nac() tetnem Sefe^l unb feiner Sert)ei|ung. 

*) SKe no4 feinem 9ei«^I? — Wfo, teft G^tifhift mir nnb oOen OlAnbisen — 
|U feinem @ebä(!^tni8. 

I)) ®ie nod) feiner ^erl)eifeunfl? - 'Jllfo, baf> C^^viftuS mir unb QÜen ©laubigen 
babei lurbeif^en: erftiic^, ba^ fein l'etb — ioeld)e mir als geioine ^abri(ici)eu bed 
Seibed unb ^flluted ^(^rifli flegeben roerben. 



I. Ba« Jlol)l ttn) fetnc (Stflr. 

a) 2)aö beilifle 3(benbmal)l Ijat feinen 5iamen uon ber ^eit, in roeld^er 
ber ;^err i^^fud (^Ijhflud ed eingefe^t ^ot, nämlic^ am 'Jlbenb ober in ber 
9la(^t, ba er oecrolcn marb, neft^alb ei oiu^ 9lai^tma^I genannt nmb. 

b) bcf 3:ifc^ ober baftSRa^I beft^errn, vml bcv^cvr 
felljl ba« 3Ra^l un« bereitei ^ bei bemfeOen att betr ^inater felbfk 
anlegen tft unb fi(| feUfft att |tmm(if<ie @peife unb Itmmttfi^ %xaid 
uns giebt. 

ei ^rotbrec^ien wirb 3(pg. 2, 42 genannt, roeil bad S rechen bed 
Sroteö ber bcbeutfömfte finnlMlbli^c 2(ft bubei ift, Ijinroeifenb auf ben ge^ 
broc^enen, b. i. getöteten l'eib (il)nfli, alo fem einigeö Opfer, am Kreu} POÖ« 
bracht. 1 Äor. 10, 16: Daä '^xol, luir bred)en. 

<I) ©u4)ariftic, b. i. Danffagunfl, lüurbe es» in ber alten A?ir(|e ge: 
nannt, nad^ einem aubern Ijeruorragenben ^ie